medienwatch & metainfo (gfok)

Medienrecherche: Politik | Wissenschaft | Kunstprojekte

[Wasseraktie°] artbase-projekt: Wasser für Somalia

leave a comment »

Ein artbase Projekt in Kooperation mit Sofi »Soma-Infusion« (Gesellschaft für operative Kunst)

Durch anklicken öffnen sich weitere Seiten der »Wasseraktie« [Mappenwerk]

=>[::]<=

.

.

.

.

nicola-kaatsch_luehr-henken_achmed-guled_joerg-stange-kunsthaus_hamburg

.

Nicola Kaatsch* MSF, IPPNW, Lühr Henken (ehemaliger bundespolitischer Sprecher „Für Frieden und Internationales“, Grüne) , Ahmed Guled (Pres. from Organisation for Somali Unity) , Jörg Stange
artbase in Zusammenarbeit mit Gunnar F. Gerlach (Kunstwissenschaftler, Sofi), Gerd Stange (Künstler, Sofi), Harald Finke (Künstler, Sofi), Cornelius Buchmann (Politiker, Autor), Beate Brost (Fotografin, Somalia), ECOTERRA* (Prof. Julian Bauer, Agrarwissenschaftler), Hartmut Heller (Freunde der Naturvölker). mit Unterstützung von Gerda Zorn (Autorin), Peggy Parnass (Autorin, Schauspielerin), Arie Goral-Sternheim (Autor und Maler), Rolf Grömmer (Druckerei), Gunter Gerlach (Autor), Reimer Eilers (Autor), Heinz Östmann (Fischer), Dr. Benjamin Leunmin (Afrikanische Union), Peter de Vries (Hutmacher und Musiker), »Notruforchester«, Mechthild Bausch, Julia Kossmann, Hajo Schiff (JournalistInnen) Schulen (Projektunterricht etc.) und v.a. …
Kunsthaus Hamburg: artbase-sofi Projekt in “Bahomas Land” auf Einladung von Mike Hentz 1994
*ECOTERRA, „Verein für umweltgerechtes Wirtschaften” Julian Bauer war seinerzeit ~10 Jahre in Somalia. Wir standen über die Küstenfunkstelle Norddeich Radio in Verbindung.

.

Durch eine Resolution an die Vereinten Nationen (verfasst von Angelika Beer, Grüne 1993), in Zusammenarbeit mit artbase: über einen  Wasserexperten aus Somalia – telefonisch übermittelt u.a. über die Küstenfunkstelle Norddeichradio. Durch Gespräche mit Prof. Julian Bauer ECOTERRA + artbase, konnte das Einstauvorhaben des Flusses “Webi Shabeelle” verhindert werden. Die dort lebenden Nomaden sind von dem Fluss abhängig. Der Fluss wäre durch das Einstauen auf weite Strecken ausgetrocknet. Über Wasseraufbereitungsanlagen sollte die deutsche Blauhelmtruppe versorgt werden. Es flossen des weiteren EU-Mittel an eine Fischereikooperative in Las Koreh…. Der somalische Wasserexperte reiste aus Somalia an und nahm an der “artbase-Sofi-Soma-Infusions-Performance” an den Landungsbrücken teil. (Radiobeitrag: NDR “Hamburg Welle” in den Hauptnachrichten)

.

Schutz für humanitäre Hilfsorganisationen

Erfahrungsbericht aus Somalia 

Von Nicola Kaatsch, IPPNW, Ärzte ohne Grenzen (MSF)

Die Konzeptlosigkeit zu Beginn der militärischen Intervention und die Unkenntnis über politische und gesellschaftliche Strukturen in Somalia haben mit dazu geführt, daß die UN-Truppen sich in der Gewaltspirale verfangen haben.“ (…) => [::]

.

Nicola Kaatsch

Schutz für humanitäre Hilfsorganisationen

Erfahrungsbericht aus Somalia

Dieser Bericht ist im Anschluß an einen siebenmonatigen Einsatz mit »MSF – Ärzte ohne Grenzen« in Kismayu und Gelib entstanden. Bei der Beschreibung beschränkt sich die Autorin auf den Süden Somalias. Dieser Region fällt mit der Hafenstadt Kismayu, der geographischen Nähe zum Nachbarland Kenia und vor allen Dingen mit den Flußtälern des Juba und Shebelli eine herausragende Bedeutung für die Ernährung und Versorgung des gesamten Landes zu.

Die Bilder des Somaliakrieges sind uns aus den Medien bekannt. Auch unterscheiden sie sich nicht von den Bildern der nicht medienwirksamen Kriege und Konflikte im Südsudan oder Tadschikistan. Die medizinischen Hilfsprogramme haben sich in ihrem Kern in Somalia ebenfalls nicht verändert.

Verändert haben sich die Rahmenbedingungen: Eindeutige große Kriegsparteien oder politische Lager gibt es in Somalia nicht, und der Übergang zu bewaffneten Plündererbanden ist fließend. So sind Gespräche und Verhandlungen mit Clan- und Subclan-Ältesten ein einziger Jonglierakt unter Beachtung der jeweiligen Machtverhältnisse.

„Der Krieg findet nicht mehr in Grenznähe, sondern mitten in den Staatsgebieten statt. Die Unterscheidung zwischen Stützpunkten im Hinterland, befreitem Gebiet und Kampfzone gibt es nicht mehr. Heutzutage trifft man heimatlose Zivilisten an denselben Orten an wie kämpfende Soldaten … Wenn die Hilfsorganisationen die Zivilbevölkerung erreichen wollen, können sie nicht mehr am Rand der Kampfgebiete agieren, sondern müssen tief in die unsicheren Gebiete vorstoßen, wo sie nicht mehr den Schutz der bewaffneten Bewegungen genießen, die selbst kaum in der Lage sind, ihren Zusammenhalt zu bewahren … Unter diesen veränderten Bedingungen gewinnt die Frage der Sicherheit der privaten Hilfsorganisationen eine zentrale Rolle.“ 1

In Kismayu und im Juba Tal kämpfen seit dem Sturz des Diktators Siad Barres Sub-Clans der Darods um die Vorherrschaft. Die Hauptakteure sind die Milizenchefs »General Morgan«, Schwiegersohn und ehemaliger Verteidigungsminister von Siad Barre, und Omar Jess, der als Führer des »Somali Patriotic Movements« direkter Verbündeter von General Aidid (Hawiye) ist.

Bei meiner Ankunft im März zog sich die Frontlinie quer durch die Stadt. Die sechs in der ganzen Stadt verteilten »Feeding Center« wurden in den ersten Märztagen zerstört und ausgeraubt. In ihnen wurden 1000 schwerst unterernährte Kinder behandelt. Weitere 5000 Kinder erhielten zweimal die Woche eine Zusatznahrungsmittelration und konnten jederzeit durch regelmäßige Gewichtskontrollen direkt in die sog. therapeutischen Einrichtungen überwiesen werden.

Eine Wiederaufnahme der Arbeit in diesen Centern war aus Sicherheitsgründen nur schleppend möglich. Der größte Teil der Mitarbeiter war geflohen. Unter sorgfältiger Beachtung der Clanzugehörigkeit mußte ein neues Team angeheuert und angelernt werden. Die bis zu diesem Zeitpunkt bewaffneten Wächter, die die Zentren vor Raubüberfällen schützen sollten, wurden durch unbewaffnete ersetzt. Den Schutz übernahmen die UN-Blauhelme. Praktisch sah es so aus, daß ich nur unter ihrer Eskorte und in ihrer Anwesenheit in den Zentren arbeiten konnte und mich dabei nach deren Verfügbarkeit richten mußte.

Während der offenen Kampftage wurden wir von Panzern zwischen Haus und Krankenhaus hin und her gefahren. Diese beiden Gebäude waren rund um die Uhr von UN-Blauhelmsoldaten beschützt.

Der völlige Verlust von Privatsphäre durch ein noch näheres Zusammenrücken auf dem eh schon sehr beengten Lebensraum, um Militärfahrzeug, Gerät und Soldaten unterzubringen, sowie die Notwendigkeit der Gewöhnung an den allnächtlichen Lärm auf dem Dach, verursacht durch die zweistündlichen Wachwechsel, mußten in Kauf genommen werden.

Durch die räumliche Nähe wurden wir Zeugen skandalösen Betragens gleicher UN-Blauhelmsoldaten. Somalis wurden grundlos zusammengeschlagen, somalische Frauen verbal wie körperlich belästigt und Kinder durch wilde »Rumraserei« in den Straßen hochgradig gefährdet und wiederholt angefahren. Durch das Auftreten in Unterhosen in der Öffentlichkeit (auf den Dächern der internationalen Hilfsorganisationen) wurde die moslemische Bevölkerung in ihrem religiös-kulturellem Selbstverständnis beleidigt.

Dies hat zwar nichts mit der politischen Diskussion um bewaffnete Interventionen unter dem Deckmantel »Humanitäre Hilfe« zu tun, muß aber erwähnt werden.

Fatales Beispiel für die Erpreßbarkeit von Seiten der somalischen Kriegsparteien sowie dem »Spiel« Distanz-Nähe zu den UN-Einheiten ist folgendes Ereignis aus dem März: Kismayu war wieder in General Morgans Händen. Schutzsuchende »Jess-Leute« lebten noch auf dem Gelände des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK), auf dem MSF Krankenhausgelände (die Hälfte unserer Krankenhausmitarbeiter gehörten zur »gegnerischen« Seite und profitierten von dem UN-Schutz im Krankenhaus), und schließlich eine kleine Gruppe, die sich in der 200 m vom Krankenhaus gelegenen ehemaligen Polizeistation verschanzt hatte. Seit Tagen hatten »Ärzte ohne Grenzen« mit den Darod-Ältesten verhandelt, um eine Evakuierung der verbliebenen »Jess-Leute« zu arrangieren. Die Verhandlungen standen unter dem Druck der zunehmenden Massaker an eben diesen Menschen. Die UN hatte eine Eskorte zugesichert, konnten oder wollten aber keine Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Am 31. März kam es zum offenen Kampf. Das IKRK erhielt eine Granate über die Grundstücksmauern. Im Krankenhaus wurde ich Zeugin eines Massenmassakers von »Morgan-Leuten« an den in der Polizeistation verschanzten »Jess-Leuten«. Unsere Soldaten auf dem Dach haben nicht eingegriffen. Unser Team hat sich im Panzer vom Krankenhaus aus der panischen Menge in die Militärbasis flüchten können. Nach nächtlichen Verhandlungen haben die Blauhelme sämtliche Angehörigen des Jess-Lagers aus Kismayu 40 km hinter die Frontlinie auf sicheres Terrain transportiert. Auf den UN-Lastern sind nicht nur die politischen Flüchtlinge, sondern auch unser medizinisches Personal sowie ein großer Teil der Patienten geflohen. Die Fahrt für die Flüchtenden endete in einem kleinen Dorf ohne jegliche medizinische Versorgung. In den kommenden Wochen wurden »Ärzte ohne Grenzen« von Omar Jess massiv unter Druck gesetzt, in jenem Dorf eine Klinik einzusetzen. Er setzte die Patienten als unmittelbares Druckmittel ein, indem er ihnen verwehrte in freier Entscheidung sich zurück in medizinische Behandlung zu begeben. Diese stand ihnen offen in Kismayu oder Gelib, einem Dorf mit einer Klinik von uns, das fest in Jess` politischer Hand war. Innerhalb der ersten Tage starben 14 Patienten. Nur durch inoffizielle Arrangements war es uns möglich, den Patienten notdürftige medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Erst im Juni durften die Patienten in eine der beiden Kliniken verlegt werden.

In den friedlicheren Monaten Juni bis August hatten wir erheblich mehr Bewegungsfreiheit. Diesen relativen Frieden stabilisierten die UN-Truppen, die mit ihren militärischen Kontrollpunkten dafür sorgten, daß die vor die Stadttore verdrängte Front auch vor der Stadt blieb. Ebenso hat die Unterzeichnung des Friedensabkommens von Kismayu zu den ruhigeren und sich stabilisierenden Verhältnissen beigetragen. Dieses Abkommen wurde von 120 Stammesältesten verschiedener Clans nach fast dreimonatigen Verhandlungen unter Führung von UNOSOM II unterzeichnet. Sichtbares Resultat waren die gefüllten Märkte sowie die Abnahme der hohen Fluktuation und häufigen Umsiedlungsaktionen der Bevölkerung. Die Familien fühlten sich wieder sicherer, nahmen Handel auf und konnten sich allmählich sogar über die Frontlinie bewegen. Patienten brauchten nicht mehr um ihr Leben bangen, wenn sie sich dem Krankenhaus anvertrauten: Abkommen zwischen den Clanältesten und »Ärzte ohne Grenzen« sorgten schließlich unter Schutz der UN-Truppen für freien Zugang für Angehörige aller Parteien zu dem einzigen Krankenhaus Südsomalias. Die Impfkampagnen konnten geordneter durchgeführt werden. Zur gleichen Zeit haben UN-Soldaten die erste Schule wiederaufgebaut, der lokalen Hilfsorganisation »Somali Women Concern« Nähmaschinen gestiftet und sich an der Reparatur der von der Regenzeit heftig zerstörten Straßen und Deiche beteiligt. Selbst unser Team hat sich von den UN-Truppen mit ihren Maschinen bei der Aufräumung des neuen Grundstückes helfen lassen.

Wie sehr es sich bei dieser Stabilisierung in Kismayu dann aber doch nur um eine Problemverschiebung handelte, verdeutlicht eine meiner Tagebuchaufzeichnungen: „Heute Morgen haben wir erfahren, daß innerhalb der nächsten 48 Stunden ein Angriff von Omar Jess erwartet wird. Kenia übt totalen Druck aus, daß die Flüchtlinge nach Somalia zurückkehren können, dafür muß gewährleistet sein, daß Kismayu in General Morgans Händen bleibt. (Flüchtlinge wie Morgan gehören zum Clan der Darods) Also werden die vermeintlich neutralen Truppen Omar Jesses Front »großzügig zerstören«, O-ton der Amis heute morgen.“ Oft war es nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien bei dem einen oder anderen Gefecht entweder gar nicht, verspätet und dann wieder mit aller Härte eingegriffen wurde.

Diese Undurchsichtigkeit zeigt deutlich, daß die Neutralität der UN nicht gewahrt werden konnte. Mit der offenen Kriegserklärung an General Aidid schlug die humanitäre Hilfe endgültig in eine militärische Aktion um, und die Arbeit der NGOs ist seitdem mehr gefährdet denn je. In der Vorstellung der Somalis treten die Hilfsorganisationen immer mehr in Verbindung mit den parteiischen UN-Truppen. Eine politische Orientierungslosigkeit der ganzen Intervention in Somalia läßt sich nicht mit einer Aktion nur der Aktion willen verdrängen. Die Konzeptlosigkeit zu Beginn der militärischen Intervention und die Unkenntnis über politische und gesellschaftliche Strukturen in Somalia haben mit dazu geführt, daß die UN-Truppen sich in der Gewaltspirale verfangen haben.

Den internationalen Hilfsorganisationen muß freigestellt bleiben, wie sie sich selbst und ihre humanitären Prinzipien am besten schützt. „Es ist heutzutage für die humanitären Hilfsorganisationen schon schwierig genug, sich selbst zu schützen, noch schwieriger wird es für sie, wenn – theoretisch zu ihrem Nutzen, doch praktisch zu ihrem Schaden – Politiker, die keine Politik haben, sich mit bewaffnetem Eifer ihrer annehmen.“ 2

Dr. Nicola Kaatsch (seinerzeit Krankenschwester, Medizinstudentin, Ärztin) ist Vorstandsmitglied der IPPNW/Deutsche Sektion und arbeitete mit der Organisation »Ärzte ohne Grenzen« ein halbes Jahr in Somalia.

*

taz_2_wasseraktie1

.

Taz-Bericht

Von Hajo Schiff

Feldpostkarten zu Wasseraktien

Mit der sozialökologischen Freiheitsinitiative (SOFI)

Haben Sie in letzter Zeit mal wieder eine Feldpostkarte bekommen? Nicht vom Flohmarkt sondern aus aktuellem Kriegsgebiet, wo sich unsere Jungs nützlich machen? Na dann sind sie gar nicht auf dem Laufenden: 12 einberufene Postbeamte leiten die mit FELDPOST abgestempelten Briefe aus Belet Weyne zum deutschen Inlandsporto von der Front in die Heimat.

Und unsere 1700 Jungs da unten haben bestimmt viel zu erzählen, haben sie doch im staubigen Afrika mächtig Durst und greifen ganz schön ein: In die Ökologie der stets gefährdeten Trockenzone vor allem. Es ist die Rede davon, den Webi Shabeelle, einen für die Versorgung der Bevölkerung wichtigen Fluss für den Gebrauch der Truppen zu stauen und sich auch sonst ganz neokolonial gemütlich einzurichten. 186 Millonen Mark sind für die Soldaten eingeplant, für ökologisch orientierte Hilfsprojekte, wird das Geld dagegen immer knapper. Der Hamburger Künstler Jörg Stange erhielt irrtümlich einen Feldpostgruß und begann über seine Möglichkeiten zur alternativen Hilfe nachzudenken. Ergebnis ist eine durchaus politische Kunstaktion des ARTBASE-PEACEBASE-PROJEKTS: Wasseraktien für Somalia. In Zusammenarbeit mit „ECOTERRA, Verein für umweltgerechtes Wirtschaften“ und unterstützt von der Ökobank und der Fachgruppe „Frieden und Internationales“ der GAL ist gegen Spende ein künstlerisch mit sandgefüllter Weinflasche auf Mäanderkachel gestaltetes Papier als „Aktie“ für Hilfsprojekte in Nordsomalia zu erwerben. Als erstes ist an die Wiederbelebung der brachliegenden Fischereifabrik von Las Koreh gedacht. Unterstützt wird Jörg Stanges Konzept von der SOFI, der Sozialökologischen Freiheitsinitiative mit einer Wasseraktion von Harald Finke, Gunnar Gerlach und Gerd Stange. In schwarz, weiß und grüner Kleidung wird Elbwasser geschöpft, erhält eine Infusion und wird in Ölfässer gefüllt. Alle BesucherInnen sind zudem gebeten einen Liter Wasser in einem geschlossenen Behältnis mitzubringen. Diese Aktion steht unter dem Adorno-Zitat, daß die bildende Kunst einen politischen Auftrag habe und ist vor allem dem Beuysschen Kunstbegriff der sozialen Plastik verpflichtet. Dazu soll ein Forum eröffnet werden für eine Fülle von Informationen über das Horn von Afrika. Zwei Filme des somalischen Filmemachers Abdulkadir Ahmed Said und neueste Dokumentaraufnahmen geben einen Eindruck vom neuen Interessengebiet des militärisch-industriellen Komplexes. Informationsstände der beteiligten Organisationen, somalische Musik und das Saxofon blasende „Notruf-Orchester“ werben für Verständnis und Geld für das notleidende und in Clan-Gebiete desintegrierte Land.
Wie jedoch die Intervention der UNO-Truppen die im Vergleich zu anderen Ländern der Sahelzone kaum schlimmeren Zustände verbessern könnte, ist nicht zu erkennen. Es gibt hinreichende Anzeichen, daß die Strategen eher an der Kontrolle der gesamten Region und den Ölvorkommen interessiert sind als an Hungerhilfe. Diese Hilfe in vernünftigen Dimensionen jenseits von Korruption, Mißwirtschaft und Ausbeutung zu ermöglichen, ist das Hauptziel aller an der Aktion Beteiligten. Hajo Schiff
Sonntag, 3. Oktober, 15 Uhr Landungsbrücken, Oberdeck Brücke 3. (TAZ) 1993

*

„Die Wasseraktie“ in SPUREN für Kunst Gesellschaft

*

Wasseraktie-1-scalert

*

waeraktie-2skaliert

*

Wasseraktie-3-skaliert

SPUREN Zeitschrift für Kunst und Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Herausgeber Karola Bloch | Jochen Hiltmann | Druck:ConBrio Verlagsgesellschaft, Regensburg. Redaktion Gunnar F. Gerlach. (verantwortlich) Jan-Robert Bloch, Susanne Duddda, Achim Lenger


*

j-stange-hoestmann-m-seemann

Jörg Stange und Heinz Östmann (Foto: Martin Seemann)

[ Die Wasseraktie – Wasser für Somalia ]

*

TAZ-HAMBURG 06.08.1994
TAZ-Bericht Julia Kossmann

Die Kunst der Hilfe zur Selbsthilfe

Hamburger Kunstprojekt artbase arbeitet für Somalia / Mappenwerk zur Aktion erschienen

An die 500 Millionen Mark hat die Bundeswehr während ihres Einsatzes in den brennend heißen Wüstensand Somalias gesetzt. Ende März dieses Jahres wurden die letzten der 1.700 deutschen Soldaten heimgeholt. Geblieben ist außer ein paar Brunnen mitten in der Wüste nichts. Schon ist das Weltinteresse wieder mit einer neuen und ebenfalls auf den historischen Fundamenten des Kolonialismus wurzelnden Katastrophe in Ruanda beschäftigt.

Die europäische Einmischung in Afrika, einem Kontinent mit über 1.000 Völkern, die in Staaten leben, deren Grenzen mit den traditionellen afrikanischen „Staatsformen“ nicht in Übereinstimmung zu bringen sind, hat sich bisher als kontraproduktiv erwiesen. Orientiert an den Bedürfnissen und Gegebenheiten des Landes ist dagegen das artbase-Projekt, das der Hamburger Künstler Jörg Stange im vergangenen Herbst initiierte und am 3. Oktober 1993 in der konzertierten Kunstaktion „Wasser für Somalia“ gemeinsam mit dem SOFI (sozial-ökologisches-Freiheits-Institut) an den Landungsbrücken vorstellte. Mittlerweile arbeiten Menschen aus den verschiedensten Bereichen der Kunst, Kultur, Wissenschaft und Politik und in Deutschland lebende Somalis bei artbase mit.

Ausgehend von der Maxime „Schenke einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn einen Tag, gib ihm eine Angel, und er wird in seinem Leben nicht mehr hungern müssen“ unterstützt artbase den Wiederaufbau einer
Fischerei-Kooperative in Las Koreh im Norden Somalias. Obwohl nie direkt vom Bürgerkrieg betroffen liegen auch hier im Norden Somalias die Handels- und Versorgungswege brach, und Raubfischer aus Industrienationen schöpfen mit modernen Booten die Fischbestände ab. Um die traditionellen Boote wieder instandzusetzen, fehlt das Geld, das nun artbase aufbringen will.

Für den Kontakt zu den Fischern sorgt der somalische Veterinär Ahmed M. Guled von der Organisation für die somalische Einheit (OSE), denn „Informationen aus erster Hand und der Dialog vor Ort sind für das Gelingen des Projektes unverzichtbar“, heißt es im soeben erschienenen Mappenwerk, einer künstlerisch gestalteten Selbstdarstellung von artbase, dessen Verkaufserlös wieder direkt dem Projekt zufließt genauso wie Erlöse aus der von Jörg Stange gestalteten Wasser-Aktie. Der Hamburger Fischer Heinz Oestmann, ebenfalls bei artbase engagiert, sagt: „Fischerei hat in dieser Gegend nur dann eine Zukunft, wenn traditionelle Fangmethoden ausgebaut und möglichst kostenarme Mittel dafür verwendet werden.“

„In Las Koreh handelte einst Sindbad, der Seefahrer, mit Weihrauch. Er könnte es getan haben. Sollen wir keine Händler sein? Warum denn nicht? Tauschen wir in Sindbads Fahrensreich die braven Narreteien gegen Tausendundeine Nacht. Verwandeln wir in Somalia deutsche Maschinengewehre, Panzer und Lenkraketen zu Wasser. „Werden wir die Händler der Wasseraktie“, schrieb Reimer Eilers, Bezirksvorsitzender des VS in Hamburg, Ende 1993, als die deutschen Jungs noch in Somalia hockten, in dem Aufsatz „Sindbad rettet die Bundeswehr“. Die Bundeswehr braucht in Somalia nun keine Hilfe mehr, während die Somalis jetzt erst recht Unterstützung brauchen. „Politik, so sagt man, sei die Kunst des Machbaren. Doch wo die Politik versagt, hinter ihren Grenzen, ergreift die Kunst selbst die Initiative“, heißt es in der art-base-Mappe. Folglich will Jörg Stange, der mit einigen artbase-Mitarbeitern im Herbst Somalia besuchen wird, auch neue Wege gehen, um Geld aufzubringen. Er will auch mit einem Mineralwasser-Hersteller verhandeln, einige 100.000 Wasserflaschen mit einem künstlerisch gestalteten Etikett zum erhöhten Solidaritätspreis zu verkaufen, um weitere Mittel in das Projekt fließen zu lassen, so daß es wie geplant weitergehen kann: „Ohne viel Bürokratie. Ohne aufwendige Zwischenstationen. Aber mit direkter Kontrolle. Und mit viel Phantasie.“ Und als ein zukunftsweisendes Modell einer aufrichtigen Hilfe zur Selbsthilfe.

Julia Kossmann

artbase-Mappenwerk und Wasser-Aktie zu beziehen über:
(ehemalige Adresse): Artbase-Projektlabor, Essener Str. 2, 22419 Hamburg,
stange[at]metasynapse.de

Spendenkonto: OSE e. V., Kennwort „artbase“, Kto.Nr.:

*

taz_2_wasseraktie1


.


Fiji Water: Spin the Bottle

Obama sips it. Paris Hilton loves it. Mary J. Blige won’t sing without it. How did a plastic water bottle, imported from a military dictatorship thousands of miles away, become the epitome of cool? —By Anna Lenzer

September/October 2009 Issue

THE INTERNET CAFÉ in the Fijian capital, Suva, was usually open all night long. Dimly lit, with rows of sleek, modern terminals, the place was packed at all hours with teenage boys playing boisterous rounds of video games. But one day soon after I arrived, the staff told me they now had to shut down by 5 p.m. Police orders, they shrugged: The country’s military junta had declared martial law a few days before, and things were a bit tense.

I sat down and sent out a few emails—filling friends in on my visit to the Fiji Water bottling plant, forwarding a story about foreign journalists being kicked off the island. Then my connection died. „It will just be a few minutes,“ one of the clerks said.

http://www.motherjones.com/politics/2009/09/fiji-spin-bottle

.

http://hydromemories.com/

Hydromemories is an interdisciplinary artistic project
on the theme of water

COMMON GROUND: PROJECTS FOR THE LAGOON

FREE AS AIR AND WATER

1% WATER AND OUR FUTURE

MASSIMO DI NONNO

RACHEL WHITEREAD WATER TOWER

BOTTLE PROJECT – SUSTAINABLE WATER

HIGH WATER LINE

WATERPOD PROJECT

WASSERAKTIE – WASSER FÜR SOMALIA

PEACE REAL SPACE

FREE DIMENSIONAL

ART MEETS SCIENCE

.

Im Visier: Somalia
von BETTINA GAUS | 10.12.2001
Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ist für einen möglichen Ansturm somalischer Flüchtlinge nach Kenia und Äthiopien gerüstet. Eine Erkundungsdelegation der Bundeswehr hat die Möglichkeiten ausgelotet, den Zwergstaat Dschibuti als Stützpunkt für deutsche Marineeinheiten zu nutzen, die vermutlich vor der somalischen Küste eingesetzt werden sollen. Unterdessen tourt der US-Staatssekretär Walter Kansteiner quer über den Kontinent und erklärt das ostafrikanische Land zu einem möglichen Hort des Terrorismus. Zugleich betont er allerdings, dass vor einem Militärschlag erst noch weitere Beweise gesammelt werden sollen =
http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2001/12/10/a0117

.
.


.

.

.

.

.

..
.
.

medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de

Advertisements

Written by medienwatch & metainfo

Februar 15, 2009 um 13:39

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: