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Medienrecherche: Politik | Wissenschaft | Kunstprojekte

Künstler fordern die Freilassung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei + Kollegen = Wandzeitung 11-4-11

with 2 comments

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„My work is always dealing with real or fake, authenticity and value and how value relates to current political and social understandings and misunderstandings,“

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Human Rights Watch fordert

China: Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei soll freigelassen werden

Niederschlagung der Opposition erreicht neues Ausmaß April 6, 2011
(New York, 6. April 2011) – Die chinesische Regierung soll umgehend den Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei freilassen und die willkürliche Unterdrückung von abweichender politischer Meinung beenden, so Human Rights Watch. Ai wurde am Morgen des 2. April 2011 am Flughafen Peking verhaftet, als er nach Hongkong fliegen wollte. Trotz erheblicher inländischer und internationaler Beachtung des Falls haben sich die chinesischen Behörden geweigert, den Ort, wo Ai festgehalten wird, oder den Grund seiner Verhaftung bekannt zu geben. Isolationshaft ist oftmals der erste Schritt zur Strafverfolgung:
http://www.hrw.org/de/news/2011/04/06/china-k-nstler-und-regierungskritiker-ai-weiwei-soll-freigelassen-werden

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dRadio Hören: Hier

„Wir dürfen nicht anfangen, mit der Wahrheit zu spielen“

Kunsthistorikerin über Aufklärung und Repression in China
Ulrike Münter im Gespräch mit Britta Bürger
Die Festnahme von Ai Weiwei wirft die chinesische Kunstszene und die Hoffnung auf eine Liberalisierung zurück. Ulrike Münter, eine Kennerin der dortigen Gegenwartskunst, stellt den Sinn von Großprojekten wie der deutschen Aufklärungs-Schau in Frage:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1434397/

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Luc Tuymans über Ai Weiwei

Der chinesische Staat ist nervös

Er hat gemeinsam mit Ai Weiwei eine Schau in Peking organisiert – allen Widrigkeiten zum Trotz. Jetzt spricht der belgische Maler Luc Tuymans über die Kraft des Individuums in einem uniformen Staat. 13. April 2011
[..] Als ich das erste Mal in China ankam, war die Ernüchterung groß. Dort ist nichts exotisch. Denn es ist nichts, wie es scheint. Die Menschen werden dominiert von Macht und einer zentralisierten Korruption, der Rest ist Elend. Unter den Reichen zählt nur der Status, die Quantität und das Geld, nicht die Inhalte. Die Mächtigen sind nur an Repräsentationsausstellungen interessiert. Die Uniformität der Intelligenz ist erschreckend [..]
http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/Doc~E36158826BD094F4EB374A6B2AF7B6584~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Ausstellung zur Aufklärung in Peking

Flaschenpost nach China

Ein Gastbeitrag von Tilman Spengler
Die deutsche Ausstellung in Peking ist keine „Alibi-Veranstaltung“. Auch nach der Verhaftung des Bürgerrechtlers Ai Weiwei wäre es falsch, sie zu schließen. Denn Abbrechen ist so doof wie verbieten. 14.04.2011
http://www.sueddeutsche.de/kultur/ausstellung-zur-aufklaerung-in-peking-flaschenpost-nach-china-1.1084967

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Aus Le Monde diplomatique

Imagepflege à la chinoise

Der Exportweltmeister China hat in Sachen Menschenrechte massive Imageprobleme, wie zuletzt die Verhaftung von Ai Wei Wei offenbarte. Ein Fall für die Agentur Xinhua. VON PIERRE LUTHER 15.04.2011
http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/imagepflege-a-la-chinoise/

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UN-Menschenrechtsrat soll die sich verschlechternde Situation thematisieren

New York, 31. März 2011) – Die Europäische Union, die USA und andere Länder sollen den UN-Menschenrechtsrat auffordern, die sich verschlechternde Menschenrechtslage in China zu thematisieren, so Human Rights Watch.
Es sollen allen verfügbaren Möglichkeiten genutzt werden, einschließlich der „Menschenrechtsdialoge“, um der chinesischen Regierung deutlich zu machen, dass die Verhaftung und Verschleppung von Dutzenden der bekanntesten chinesischen Rechtsanwälte, Menschenrechtsverteidiger und Internetaktivisten während der letzten Wochen nicht akzeptabel sind. Die Regierungen dieser Länder sollen auch ein weiteres Mal betonen, dass China die Verpflichtungen internationaler Menschenrechtsstandards bricht und dass die Menschenrechtsverletzungen dringend beendet werden müssen.

„Ein derartiges Vorgehen gegen Aktivisten in China hat es seit zehn Jahren nicht mehr gegeben”, so Sophie Richardson, Advocacy-Direktorin der Asien-Abteilung von Human Rights Watch. „Wenn Regierungen die Menschenrechte in China wirklich wichtig sind, dann sollen sie nicht wie gewohnt weiter machen, während friedliche Kritiker nacheinander verhaftet werden.“

Seit 16. Februar 2011 sind mindestens 25 Rechtsanwälte, Aktivisten und Blogger von den Behörden festgehalten, verhaftet oder verschleppt worden. Zwischen 100 und 200 andere Personen sind Opfer von repressiven Maßnahmen, die von polizeilichen Vorladungen bis Hausarrest reichen. Die chinesische Regierung hat auch die Internetzensur spürbar verschärft, mehrere Herausgeber liberaler Zeitungen zum Rücktritt gezwungen und neue Einschränkungen für ausländische Medien in Peking verhängt. Foto: Shizhao = Teng Biao, ein bekannter chinesischer Menschenrechtsanwalt, der am 19. Februar 2011 in Peking verschleppt wurde [..]

http://www.hrw.org/de/news/2011/03/31/china-verhaftungen-und-verschleppungen-erfordern-internationale-reaktion

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Guggenheim startet Petition für Ai Weiwei

New York (monopol) – Die amerikanische Solomon R. Guggenheim Foundation hat gemeinsam mit namhaften internationalen Museen eine Online-Petition für die Freilassung des von chinesischen Behörden verhafteten Künstlers Ai Weiwei gestartet. 08.04.2011

Zu den Erstunterzeichnern gehören neben Richard Armstrong, dem Direktor des Guggenheim-Museums auch Michael Govan, Leiter des Los Angeles County Museum of Art, Glenn Lowry, Direktor des New Yorker Museum of Modern Art, Nicholas Serota, Leiter der Londoner Tate, und Chris Dercon, der neue Direktor der Tate Modern.

„Wir, Mitglieder der internationalen Kunst-Community, drücken hiermit unsere Sorge um Ais Freiheit aus und unsere Enttäuschung über Chinas Weigerung, das Versprechen einzuhalten, Kreativität, und Gedankenfreiheit zu gewährleisten.“

Die Institutionen haben am Freitagabend eine Online-Petion freigeschaltet. „Mit der Verwendung von Ai Weiweis Lieblingsmedium zur Herstellung einer ‚sozialen Skulptur‘ hoffen wir, die Freilassung des visionären Künstlers und Freundes zu beschleunigen.“

Ai Weiwei war am Sonntag verhaftet worden. Ihm werden von den Behörden offiziell „Wirtschaftsverbrechen“ vorgeworfen.

http://www.change.org/solomon_r_guggenheim_foundation
http://www.monopol-magazin.de/artikel/20102642/Guggenheim-startet-Petition-fuer-Ai-Weiwei.html

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Bigotter Protest der Medien etc.

Inzwischen dürfte es hinlänglich bekannt sein, dass zahlreiche Künstlerkollegen und andere hunderte (?) engagierte Menschen, an unbekannte Orte verschleppt wurden. Die Appelle sollten entsprechend erweitert werden. Sonst kommt möglicherweise in der Konsequenz, als Tribut sozusagen auf die internationalen, auch durchschaubaren Proteste „nur“ Ai Weiwei frei: ist dann die Luft raus und man kann ungestört zum Tagesgeschäft übergehen? Jörg Stange = 艾未未的自由 + 企業的其它孔斯特勒 gfok 6. April 2011

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(Zerstörte) Arbeiten von Ai Weiwei u.a. der »Revolutionsturm« nach Tatlin im Atelier:

http://www.allmystery.de/i/bsif7Ay_917133317_8d9ffe08db.jpg

http://www.allmystery.de/i/b1SFpxr_aiweiwei_working_lg.jpg

http://stylecrave.de/tribute-to-ai-weiwei/

http://www.muenchenblogger.de/bildergalerie/ai-weiwei-im-haus-der-kunst/ai-weiwei-06

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Medienspiegel

dradio: hören

Abriss des Ai Weiwei Ateliers in Shanghai

http://wissen.dradio.de/china-abriss-des-ai-weiwei-ateliers-in-shanghai.37.de.html?dram:article_id=7816&dram:audio_id=10088&dram:play=1

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* Sendungen A—Z
* ttt – titel thesen temperamente | VIDEO

* ‚Die Kunst der Aufklärung‘ – Deutsche Ausstellung in Peking

http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/431902_ttt—titel-thesen-temperamente/6868288_-die-kunst-der-aufkl-rung—-deutsche-ausstellung-i

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Was ist Aufklärung? ( cn )

Deutsch-Chinesisches Kulturnetz, 2010-11
Nach langjähriger deutsch-chinesischer Planungsarbeit eröffnet am 1. April 2011 die Ausstellung. Die Kunst der Aufklärung im Chinesischen Nationalmuseum in Peking:
http://www.chinesische-gegenwartskunst.de/pages/ausstellungen/aufklaerung.php

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„Weltfremd und unglaubwürdig“

Meinhard von Gerkan, Architekt des größten Museums der Welt, über die Kritik an seinen Prestigebauten für das Pekinger Regime und die Verhaftung des Künstlers Ai Weiwei | Redakteure: Susanne Beyer, Martin Doerry und Nora Reinhardt 11.04.2011
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,756259,00.html

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Protest gegen Festnahme Ai Weiweis

Peking? Dann lieber weiter Eimsbüttel

Die Hamburger Künstlerin Gerten Goldbeck lehnt nach Ai Weiweis Festnahme eine Einladung nach China zur Veranstaltung „printmaking base“ ab.
http://www.abendblatt.de/kultur-live/kunst/article1854657/Peking-Dann-lieber-weiter-Eimsbuettel.html

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艾未未的自由 + 企業的其它孔斯特勒 gfok

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Vernunft und Vorsicht

Kunst aus Dresden, Berlin und München soll den Chinesen die Ideen der Aufklärung nahebringen. Doch die opulente Schau wirkt dabei zu beschaulich. Von Heinrich Löbbers
http://www.sz-online.de/Nachrichten/Kultur/Vernunft_und_Vorsicht/
articleid-2729834

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Verschwundener Künstler Weiwei

Eine neue Stufe der Repression

Der Aufenthaltsort des chinesischen Künstlers Ai Weiwei ist noch immer unbekannt. Seine Frau und seine Freunde sind in großer Sorge. VON JUTTA LIETSCH
http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/eine-neue-stufe-der-repression/

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艾未未的自由 + 企業的其它孔斯特勒

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Factbox: Who is Ai Weiwei?

http://www.sbs.com.au/news/article/1513076/Factbox–Who-is-Ai-Weiwei-
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Kolumne
Ai Weiwei
Offenbar fürchtet auch der chinesische Despotismus, der am Sonntagmorgen den Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei verhaften und an einen unbekannten Ort verschleppen ließ, das Individuum als Ultima Ratio der Unabhängigkeit.
http://www.fr-online.de/kultur/spezials/times-mager/ai-weiwei/-/1838190/8299092/-/view/asFirstTeaser/-/index.html

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Chinesische Regierung verstärkt Schikanen gegen Künstler

Ai Weiwei festgenommen, Liao Yiwu an Ausreise gehindert
http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1844242/Chinesische-Regierung-verstaerkt-Schikanen-gegen-Kuenstler.html

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Erweiterte + ältere Beiträge:

Verbotene Wahrheiten: In China wurden elf Aktivisten verhaftet darunter der Künstler Ai Weiwei

https://medienwatch.wordpress.com/2009/08/17/verbotene-wahrheiten-in-china-wurden-elf-aktivisten-verhaftet-darunter-der-kunstler-ai-weiwei/

https://medienwatch.wordpress.com/who-is-ai-weiwei/

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艾未未的自由 + 企業的其它孔斯特勒 gfok

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Lassen Sie den chinesischen Künstler Ai Weiwei frei!

Die Fachgruppe Bildende Kunst in ver.di hat mit großem Erschrecken gelesen, dass der Künstler und Documentateilnehmer, Ai Weiwei in Peking verhaftet wurde, bisher ist sein Aufenthalt unbekannt. Kunst mag provozieren und ärgern, sie fordert zu Debatten und Auseinandersetzungen auf, aber sie ist menschlich und sorgsam, deshalb können wir es nicht zulassen und protestieren mit allem Nachdruck gegen die Verhaftung des Kollegen Weiwei, wir fordern von der chinesischen Regierung: Lassen Sie den Künstler Weiwei frei!

http://kunst.verdi.de/

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Offener Brief an den Botschafter der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland, vom 7.4.2011

Protest gegen die Verhaftung des Kollegen Ai Weiwei

Sehr geehrter Herr Botschafter WU Hongbo,

mit großer Bestürzung haben wir den Medien entnommen, dass einer der weltberühmtesten Künstler Ihres Landes, Ai Weiwei, in Beijing verhaftet wurde, ebenso acht seiner Mitarbeiter.

Auch wenn uns noch nicht bekannt ist, welche konkreten Gründe zu diesen Festnahmen geführt haben, sehen wir in diesem Akt nicht nur eine Verletzung individueller Menschenrechte. Vielmehr ist diese Verhaftung ein schwerer Verstoß gegen die Freiheit von Kunst, zugleich aber wird dadurch auch das Ansehen Chinas in der ganzen Welt schwer beschädigt.

Im Namen der Künstlerinnen und Künstler Deutschlands protestieren wir entschieden gegen die Festnahme unseres Kollegen Ai Weiwei und seiner Mitarbeiter und fordern die verantwortliche politische Ebene der Volksrepublik China auf, sie unverzüglich freizulassen.

Wir bitten Sie, Excellenz, unsere Forderung den zuständigen Behörden Ihres Landes zu übermitteln.

Derzeit tagt in Mexico die General Assembly der International Association of Art, IAA, in der nationale Künstlerorganisationen aus fast 100 Ländern vertreten sind und die in Kooperation mit der UNESCO steht. Deren amtierender  Präsident, Liu Dawei, ist ein Bürger Ihres Landes.  Wir haben die General Assembly der IAA aufgefordert, sich unserem Protest anzuschließen, und wir sind sicher, dass die Delegierten in Mexico unserer Aufforderung mit überwältigender Mehrheit zustimmen werden.

Hochachtungsvoll

Werner Schaub               Annemarie Helmer-Heichele

http://www.bbk-bundesverband.de/index.php?id=56

Bigotter Protest der Medien etc.

Inzwischen dürfte es hinlänglich bekannt sein, dass zahlreiche Künstlerkollegen und andere hunderte (?) engagierte Menschen, an unbekannte Orte verschleppt wurden. Die Appelle sollten entsprechend erweitert werden. Sonst kommt möglicherweise in der Konsequenz, als Tribut sozusagen auf die internationalen, auch durchschaubaren Proteste „nur“ Ai Weiwei frei: ist dann die Luft raus und man kann ungestört zum Tagesgeschäft übergehen? jst

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Mittwoch, 06. April 2011

Freund von Ai Weiwei: Chinesische Behörden offenbar nicht an Dialog interessiert

Die Festnahme seines Freundes Ai Weiwei hat ihn überrascht. Schließlich habe dieser sich ja schon häufiger kritisch geäußert, sagte der dänische Künstler Olafur Eliasson im Deutschlandradio Kultur. Ai Weiweis Verhaftung zeige, dass die chinesischen Behörden überhaupt nicht an einem Dialog interessiert seien. Er frage sich selber, was man tun könne, um Druck auf die Chinesen auszuüben, sagte Eliasson weiter. Er sei aber nicht sicher, ob solcher Druck Ai Weiweis Situation verbessern könne. Der regimekritische Künstler Ai Weiwei, der in China nicht ausstellen darf, war am Sonntag auf dem Pekinger Flughafen festgenommen worden.
http://www.dradio.de/kulturnachrichten/201104060700/2

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06. April 2011
China reagiert auf Kritik wegen Ai Weiwei Festnahme
China hat auf die anhaltende Kritik wegen der Verhaftung des Künstlers Ai Weiwei reagiert. In der Staatszeitung «Global Times» beschrieb die Regierung Ai Weiwei als Außenseiter der chinesischen Gesellschaft. Die Forderungen von Menschenrechtsgruppen und ausländischen Regierungen den Künstler freizulassen, seien Ausdruck einer rücksichtslosen Missachtung der Souveränität des Landes.
http://www.kuvi.de/news/22263_china-reagiert-kritik-ai-weiwei-festnahme.html

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weitere Beiträge:

https://medienwatch.wordpress.com/2009/08/17/verbotene-wahrheiten-in-china-wurden-elf-aktivisten-verhaftet-darunter-der-kunstler-ai-weiwei/

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[..] Grundlagen geschaffen für das europäische Verständnis von Meinungsfreiheit und Menschenrechten. Doch solche Debatten können in der Volksrepublik nicht offen geführt werden, sagt Chinas bekanntester Künstler, Ai Weiwei:

„Vor 300 Jahren, im 17. und 18. Jahrhundert haben die Europäer diese wunderbaren Werte hervorgebracht – aber bis heute traut sich China nicht, sich dieser Diskussion zu stellen. Als eine Ausstellung von Ölgemälden ist das Thema Aufklärung aus Sicht der Regierung okay. Aber die dazugehörigen Debatten sind nicht erlaubt. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie.“ [..]

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1425818/

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China-Experte Sandschneider zur Verhaftung des Regimekritikers Ai Weiwei

Eberhard Sandschneider im Gespräch mit Gabi Wuttke
Eberhard Sandschneider von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik hält es für wahrscheinlich, dass dem Regimekritiker Ai Weiwei die Grenzen im Umgang mit dem chinesischen Regime bekannt waren. Die Führung in Peking reagiere nun in „sehr altbackenen machtpolitischen Mustern“ [..]

Hören:  dradio flash od mp3 Hier

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Donnerstag, 07. April 2011 08:30 Uhr | Eine, nicht näher begründete Stellungnahme der chinesischen Führung liegt nun vor:

Festnahme von Ai Weiwei: Der Vorwurf lautet „Wirtschaftsverbrechen“

http://www.dradio.de/kulturnachrichten/201104070800/1

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Manipulativ mafiotische Muster im Kunstgeschäft?

+++ Es ist seit Jahren intern bekannt, dass die am westlichen Markt erfolgreichen chinesischen Künstler, einen Grossteil ihrer Verkauferlöse an eine chinesische (inoffizielle) Kulturinstitution abdrücken müssen. Die Rede war von 50%: dieser Frage sollte offiziell nachgegangen werden. jst +++
[..] “ Er atmet tief durch die Nase, als könnte er es riechen. In der Auktion geht das alles über den Tisch. Nicht zu Höchstpreisen, aber immerhin. Es geht um die Show. Der Auktionator mümmelt lächelnd in Richtung einer Fraktion Chinesen: „You have thousand more, it’s yours.“ Die Chinesen haben tausend mehr. Verkauft. Eilig verlassen vier Chinesen den Saal, wie eine offizielle Delegation die Frankfurter Buchmesse.
http://www.brandeins.de/archiv/magazin/-f175dd18f2/artikel/zwei-millionen-in-zwei-minuten.html

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China: Nach der Festnahme von Ai Weiwei

Wo Aufklärung höchste Kunst ist

07.04.2011, 06:33
Ein Kommentar von Henrik Bork
Ai Weiwei soll sich in China wegen Wirtschaftsdelikten verantworten: Damit hat die chinesische Polizei die Verhaftung des Künstlers begründet. Besondere Empörung muss die willkürliche Festnahme in Berlin auslösen. Ein Land, das einen Künstler und Aufklärer wie Ai Weiwei hinter Gittern verschwinden lässt, hat einen neuen moralischen Tiefpunkt erreicht. Nun braucht es ein politisches Signal:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/china-nach-der-festnahme-von-ai-weiwei-wo-aufklaerung-hoechste-kunst-ist-1.1082189

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Ai Weiwei „Äußerst nervös“

Ein Besuch in Ai Weiweis Pekinger Künstlerdorf Caochangdi
Ein Atelier im Pekinger Künstlerdorf Caochangdi, gleich in der Nähe von Ai Weiweis Werkstatt. Eine junge Frau öffnet die Tür, sie ist eine gute Freundin Ai Weiweis. »Er hatte eine Vorahnung«, sagt sie:
http://www.zeit.de/2011/15/Ai-Weiwei

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Künstler verschleppt

China erklärt Ai Weiwei zum Wirtschaftsverbrecher

Nach Ai Weiweis Verhaftung wird deutlich: Hinter Chinas Bestreben, ihn nicht weiter als politischen Umstürzler zu verfolgen, steckt Kalkül. Autor: Johnny Erling 7 April 2011 | 19:28
http://www.welt.de/kultur/article13104360/China-erklaert-Ai-Weiwei-zum-Wirtschaftsverbrecher.html

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Jelinek und Ruiss fordern Freilassung von Weiwei

[..] Die Verhaftungen und Anklagen von Personen wie dem Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, Wu Yuren oder Ran Yunfei basierten auf „willkürlichen Anschuldigungen“ 07.04.2011 – 14:57
http://relevant.at/kultur/literatur/106988/jelinek-ruiss-fordern-freilassung-weiwei.story

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Henkel startet Initiative zur Freilassung Ai Weiweis

Von Ai Weiwei fehlt jede Spur, die Kunstszene weltweit sorgt sich um das Schicksal des bekannten chinesischen Künstlers [..] Von Silke Müller

[..] Henkel, der sich seit vielen Jahren bei Amnesty International für die Abschaffung der Todesstrafe engagiert, kennt Ai Weiwei gut und hat ihn mehrfach in Peking, Berlin und Zürich getroffen. „Wir alle hatten den Eindruck, dass Ai Weiwei immer sehr hart am Wind gesegelt ist, wir haben uns immer schon Sorgen um ihn gemacht“, sagt Henkel. Nun hofft er darauf, dass möglichst viele einflussreiche Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Politik seiner Forderung Nachdruck verleihen, Ai Weiwei sofort frei zu lassen [..]
http://www.stern.de/kultur/kunst/renommierter-chinesischer-kuenstler-henkel-startet-initiative-zur-freilassung-ai-weiweis-1672409.html

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Ai Weiweis Verhaftung in China

Wirtschaftsdelikte als Vorwand

Die chinesische Regierung wirft dem kritischen Künstler Ai Weiwei ungenannte Wirtschaftsdelikte vor. Damit räumt sie erstmals seine Festnahme ein. VON SVEN HANSEN 07.04.2011
http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/wirtschaftsdelikte-als-vorwand/

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Chinesische Polizei nimmt erneut Menschenrechtler fest

Die chinesische Polizei geht weiter gegen Dissidenten vor. Sie nahm am Donnerstag die beiden Menschenrechtsaktivisten Ni Yulan und Dong Jiqin fest. Erst am Sonntag war Chinas bekanntester Künstler Ai Weiwei in Peking festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht worden, kurz nachdem der deutsche Außenminister Guido Westerwelle die Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ in Peking eröffnet hatte. Dies führte bereits zu Forderungen, die Ausstellung abzubrechen. Zuvor war schon dem Sinologen und Autoren Tilman Spengler, der an der Ausstellungskonzeption beteiligt war, die Einreise nach China verweigert worden, da er „kein Freund des chinesischen Volkes“ sei:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Chinesische-Polizei-nimmt-erneut-Menschenrechtler-fest-1223746.html

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Aufklärung

Liu Xiaobo, Ai Weiwei und die Schuhe Kants

Zwischen Konfuzius und Mao: Westliche Aufklärung ist in China schon lange bekannt.

[..] Es ist also wichtig, dass offen, laut und wiederholt ausgesprochen wird, was derzeit in China an Ungeheuerlichem geschieht. Hunderte Menschen sind in diesen Wochen und Tagen verhaftet worden. Sie sind verschollen, für ihre Angehörigen nicht auffindbar. Sie werden in geheimen Lagern versteckt. Was immer der Wortlauf der chinesischen Gesetze ist – ein Habeas Corpus gibt es nicht. Richter sind in China keine Richter, sondern Vorleser. Sie verlesen Urteile die eine Regierungsabteilung aufgeschrieben hat. Gewaltenteilung, ein Grundgedanke der Aufkärung, gibt es nicht. Das Politbüromitglied Wu Bangguo teilte noch auf dem letzten Volkskongress im März mit, eine Übernahme der westlichen Gewaltenteilung komme nicht in Frage. Es herrscht die Willkür einer einzigen Partei in China [..]
http://www.tagesspiegel.de/kultur/liu-xiaobo-ai-weiwei-und-die-schuhe-kants/4043430.html

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Die über sich selbst unaufgeklärte Aufklärung
Deutsch-chinesischer Dialog

Kommt uns bloß nicht mit Kant

Von Mark Siemons, Peking 28. April 2008

[..] Einen solchen Zustand, in dem die „Unterschiede zwischen den Dingen unscharf und die Entwicklungsmöglichkeiten vieldeutig sind“, stellte der Pekinger Kant-Forscher Han Shuifa dann in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, in denen er eine Parabel des antiken chinesischen Philosophen Zhuangzi auslegte. Die mythische Figur Ungestalt trifft da auf zwei schon wesentlich ausdifferenziertere Freunde, die ihm einen Gefallen tun wollen und sich sagen: „Alle Leute haben sieben Löcher zum Sehen, Hören, Essen und Atmen. Ungestalt hat keins. Wir wollen ihm ein paar Löcher bohren.“ Also bohren sie ihm jeden Tag ein Loch, und am siebten Tag, so endet die Parabel, „starb Ungestalt“. Für Han Shuifa ist dieser Hilfsversuch Sinnbild eines über sich selbst nicht aufgeklärten Aufklärungsbegriffs, der eine für alle in gleicher Weise gültige Vernunft annimmt und keine Unterschiede duldet. Der Mensch werde dabei zum bloßen Objekt der Vernunft und deren Manipulationen [..]

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E7805299719CD45AF9EE9039F2EFEC1F6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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China, Ai Weiwei und die Aufklärung

Die Kritik der reinen Anti-Vernunft

Von Heiner Roetz
Selbstverliebte Exzentrik oder aufrechter Gang? Bemerkenswert, welchem Vorwurf der inhaftierte Künstler Ai Weiwei in China ausgesetzt ist. So gründlich kann man Konfuzius eigentlich nicht missverstehen. 08.04.2011, 18:14
http://www.sueddeutsche.de/kultur/china-ai-weiwei-und-die-aufklaerung-die-kritik-der-reinen-anti-vernunft-1.1083049

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Kant

[..] Das Gefühl ist dasjenige Subjektive (s. d.) an einer Vorstellung, „was gar kein Erkenntnisstück werden kann“. Durch dasselbe erkenne ich nichts an dem Gegenstande der Vorstellung, obgleich es wohl die Wirkung einer Erkenntnis sein kann. Ästhetische (s. d.) Zweckmäßigkeit hat ein Gegenstand, wenn seine Vorstellung unmittelbar mit einer Lust verbunden ist, ibid. Einl. VII (II 26 f.). Die Urteilskraft (s. d.) enthält die konstitutiven Prinzipien a priori des Gefühls der Lust und Unlust, ibid. Einl. IX (II 35). Alle Beziehung der Vorstellungen, selbst die der Empfindungen, kann objektiv sein, nur nicht die auf das Gefühl, „wodurch gar nichts im Objekte bezeichnet wird, sondern in der das Subjekt, wie es durch die Vorstellung affiziert wird, sich selbst fühlt“, ibid. § 1 (II 39 f.). Lust ist „das Bewußtsein der Kausalität einer Vorstellung in Absicht auf den Zustand des Subjekts, es in demselben zu erhalten“[..]
http://www.textlog.de/32349.html

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Akumalsensis

Und woraus speist sich die Intuition, bei aller erkenntnisreichen Differenz?, doch wohl aus Beidem: der Erkenntnis + dem gefühlt Erfahrenen. Es transformiert sich auch zu Bildern die zu (Traum-)Denkbildern werden können. Nur noch in seltenen Fällen reinen Ursprungs – da synthetische Digital-Eindrücke und plakative Werbung alles Natürliche an Rest-Wahrnehmung überlagern, verdecken oder zukleistern. jst

Vor der Verhaftungswelle: Tee, Ahornstempel + andere „Chinoiserien“ Stäbchen + diskursivem Entenhuhn am Fluss  r. Peggy Parnass 03.11

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„Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit“ Friedrich Schiller

Metaskizze persönlicher Empörung

„Konfuzius lehrt, dass nur über »Regeln« die Freiheit für das Volk verwirklicht werden könne“. Die Verhaftungswelle in China: seitens Human Watch geschätzte 200 „Regelverstösse“ über (martiale) Willkür eingefädelt, sind weder juristisch noch ethisch tragbar noch kritischen Beobachtern vermittelbar. Da Willkür, sich hier offensichtlich u.a. auf den drei Säulen von Infamie, Lüge und ein „indoktriniertes Kader-Kalkül“ zu stützen sucht. Von Verschleppung kann gesprochen werden, wenn nicht einmal die Familie weiss was mit ihren Angehörigen geschieht, bzw. wo sie sich überhaupt befinden. Alles aufbegehrende im Keim ersticken und dann Wegducken, scheint die Parole und Rolle der Mächtigen im Land zu spiegeln. – Der scharf geblasene Wind der Regierung, killt die Sanftheit und Sinnlichkeit, der traditionell diskursiv gefeierten Lotusblüte. Die Machtverhältnisse sollten sich ändern – die sich menthal selbst überlebten reaktionären Kader, zugunsten der Offenheit, abtreten oder (Pardon) austreten auf die Taolette° zur Reinigung des Selbst.

Nicht nur die Kunst – jeder Mensch, hat das Recht auf Freiheit, insbesondere über gesellschaftliche Normierung hinaus, institutionell aufgestellte (fragwürdige) Regeln, unbequem, radikal, künstlerisch, interventionistisch, affirmativ-subversiv zu befragen und zu spiegeln, oder anders die Stimme zu erheben. Ein Volk hat das Recht auf Widerstand, wenn staatlich verordnete Willkür den Freiheitsbegriff desavouiert und willkürlich ersetzt, und damit die Freiheitsrechte der Menschen (eklatant!) verletzt. Das Recht auf freie Meinungsäusserung, ist ein Grundrecht des Menschen seit der Aufklärung. Angst vor der Freiheit führt zur Unfreiheit durch (untugendhafte) Polit-Bürokraten. Die Freiheit, nicht denken und Leben können -deshalb die jenigen exemplarisch, für all die anderen einzuschüchtern, einzuschränken, wegzusperren (foltern?) sucht, die den Mächtigen im Lande auf die Schliche von korrumpierter Machtfülle und drangsalierender Methodik der Demütigung etc. gekommen sind? Gefangen in der eigendlichen Klammer von hierachisierender Tradiertheit, anachronistischer Strenge, Zensur und Bevormundung, konnotiert, konterkariert und penetriert durch Machtverlustängste der Protagonisten. Angetrieben durch eine spiessige Elite, die sich über die Folgen ihrer Massnahmen offensichtlich nicht klar wird, oder in ihrer demonstrativen Arroganz und Überheblichkeit es ihnen einfach „egal zu sein sich anschickt“, im Ablauf der geschehenen Dinge und Prozesse.

Freiheit fehlgedeutet, als explosive Sprengkraft, für ein nicht mehr beherrschbares 1,3 Milliarden Volk? Irrtum! Die Entwicklung, noch vor einigen Jahren, wirkte positiv, ohne die symptomatischen Anzeichen überbordener paranoider Ängste der Machtelite, vor einer möglichen explosiven gesellschaftlichen Situation. Die schrittweise Öffnung scheint nach dem Massaker auf dem „Platz des Himmlichen Friedens“, wegen Verdrängung unbewältigt. Das Spiegel-Interview mit dem Architekten Gerkan zeichnet diese Ignoranz, gegenüber der 3000 Toten, zumeist Studenten, nach. Dieses Trauma ist tief verankert im chinesischen Volk.Im neuen Nationalmuseum, findet „Die KUnst der Aufklärung“ statt ohne jeglichen Hinweis auf das Massaker, obwohl der „Kulturpalast“, genau dort erbaut wurde..

Konkrete Anspielungen, von Künstlern auf das Geschehen, werden belauscht und  beobachtet und in Teilen auch verfolgt. Man traut sich nur chiffriert via Andeutung, über dieses schreckliche Geschehen zu sprechen. Aufklärung fehl am Platz !

Erste Willkürurteile, ließen bereits böses ahnen. Es waren offensichtlich „nur“ sichtbare Einzelfälle: Der Aufschrei, nach der Verhaftung Liu Xiaobo (11 Jahre (!) Gefängnis) war weltweit unüberhörbar. China hat 2000 die UN-Menschenrechtscharta unterzeichnet. Aber das haben andere Länder auch voran die USA und dennoch werden menschenverachtende Kriege angezettelt. http://www.kantstiftung.de/uncharta.html

Die Akzeptanz, auch im Vertrauen des neoliberalen Europas, dass mit Chinas Hilfe die immensen wirtschaftlichen Probleme zu lösen erhofft, wird durch grössere (opportunistische) Annäherung wegen der Wirtschaftskrise an diesem Gedanken möglicherweise scheitern: Ein Trugschluss, durch fordergründige Wirtschaftsinteressen in die Leere laufend? Kultureller Dialog nur eine kosmetische Fassade? Es heisst im Machtgefüge des Politbüros hätten die „Betonköpfe“  die Handlungshoheit erreicht. Statt innerer Harmonie, als das kulturell spirituelle Rückrat Chinas, verschärfte Zensur – darüber hinaus dringen kaum positive Signale nach aussen.

Der offene, vertrauensvolle Dialog, ist für die Entwicklung einer offenen Gesellschaft substanzielle Voraussetzung. Die gegenwärtigen Tendenzen zeigen eine fatale Gegenentwicklung auf: Unsicherheit, Argwohn, Misstrauen sind treibende toxische Elemente, für die allgemeine Verunsicherung der weltpolitischen Situation und Verfassung.

Drangsal und Unterdrückung sind immer die falschen Ratgeber. Die Chinesen, sind es in ihrer Grundstimmung leid nicht offen reden zu können. Namen von Verhafteten traut man sich nicht auszusprechen, aus Angst vor Repression.

Die Besinnung auf einen entspannten Umgang mit kritischen Fragestellungen weist in dei richtige Richtung einer „zwanglosen Harmonie“, im Innern wie in der Aussenwahrnehmung, wäre dies die wegweisende Erkenntnis und Orientierung. Souverän und Weise würde das Bild des Chinesen, in seiner Gastfreundlichkeit der Menschen, adäquat klimatisch eine völkerverbindende Umarmung münden. Auch um aus dieser Position, innerer Stärke und Harmonie, gepaart mit menschenfreundlicher Souveränität, „neoliberale Ausbeutungsstrategien“ und andere Anfeindungen im Verteilungskampf, erfolgreich abwehren zu können. Hört auf eure kulturelle Stimme der Vernunft, das sind die gegenwärtigen Intellektuellen „Weisen“ und „in der Tiefe Wissenden“, um die Kultur und die geistigen Schnittstellen für ein offenes dialogisches China.. In geschätzter und geliebter Nähe internationaler Freunde durch persönliche Erfahrung und aufgeklärter Aufrichtigkeit. Mit „more red Humor“ in doppeldeutigen Spielarten kamen die Künstler dialogisch wunderbar zurecht. Über die Metasynapsen von Kunst und Kultur, als Transmitt(l)erstoff, als sinnstiftender Kompass zur Bewahrung der Tradition, als erweitertes dialogisches Bindemittel sich weniger fremd gewordener Kulturen.

Kleine Chinoiserie:

Im dialektischen DAO-Aufklärungsdoppel der „6 Pflaumen-Frühlingszweige in einer goldenen Vase“ der „kryptische Subtitel“ des Buches: Ein reicher Apotheker der sich 6 Frauen erlaubt. Das Buch der Bücher: KIN PING MEH [Jin Ping Mei]  健平咩  In engl. „The golden Lotus“. Das verbotene Buch: soweit ich weiss steht es heute noch auf dem Index in China : niemand darf das Buch besitzen, aber alle (!) haben es gelesen. Ein „konfuzianischer Regelverstoss“ der zu ahnden ist? Hat es eine Frau hat es ein Mann geschrieben – Mann/Frau man weiss nicht so genau. Es wird angenommen eher eine Frau wegen der feinsinnigen Details, die eher die sinnlich-perspektivische Sicht der Frau entsprechen. Aber niemand weiss es sicher. Fast fünfhundert Jahre ist es verboten. Wen verhaften? Wie gesagt alle haben es gelesen, das ganze Volk? Die 6 Frühlingspflaumenblütenzweige und die goldene Vase gleich mit? Die erotische Geschichte Chinas? Ein erotisch-pornografischer Roman aus der Ming Dynastie 1368-1644, schon damals 400 Jahre vordatiert um Spuren zu verwischen. Der Überlieferung nach sollen die Seiten vergiftet gewesen sein – sie waren in der bigotten Moralvorstellung, als Schrift-Zeichen giftig aufgeladen- sie sehen, China hat auch das überlebt: also doch lieber mehr Frau(en) eh Freiheit wagen ? Mit Blumen verbinde ich die Hippieära aber auch die erlittenen polizeilichen Massnahmen meiner Generation, das was die chinesischen Machthaber aus „Lotus“ machen ist weder erotisch sinnlich noch sonst positiv blumig darstell- bzw.vermittelbar. Was bleibt ist eine blutige Vase mit Goldrand und Braunstempel auf dem Grund – als Ansichtskarte mit dürren blütenlosen Zweigen – als Ansichtskarte der Tragik im Lande..

Manipulative Meinungshoheit im Westen, sei es durch Behörden verordnet, oder durch ein manipulativ korrumpierend-lobbyistisches Politikverständnis getarnt, gilt es auch hier zu demaskieren. Durch Gewalt ästhetisierende Medien, als Sprachrohre der Täuschung, in Formen von Scheindemokratien einflussreich installiert – mediensystemisch in die Köpfe der Menschen gepflanzt. Die „Vielheit“ an Medien sind kein Garant für aufrichtige „Offenheit“ – da in aller Regel die Muster der Steuerung relativiert dieselben bleiben. Der Kampf um die „falschen Ressourcen“ gebieret Ungeheuer um mit Goya zu sprechen. Goya in China, in der Ausstellung „Die Kunst der Aufklärung“, darin sollten sich nicht nur die Chinesen befragen und kryptisch spiegeln – da hat auch der Rest der Welt ein Übersetzungsproblem. Also China, entlasst euren freigeistlichen Humus und lasst euch durch eure Intellektuellen, eure kritischen Weisen helfen, euer Ansehen in der Welt und in euch selbst erfahrbar zu machen. Mut zur Freiheit und Offenheit, ist die Chiffre und humanistisches Heilmittel, für eine lebendige Ai (=Liebe) Gemeinschaft in sozialethischer Verantwortung und wirksamer Harmonie im gegensätzlichen Zweiklangs des Dao «Dao» = 道 [::] Wu wei = 無爲 / 无为
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„Es muss niemand verhaftet werden, der „Schein“ trägt sich noch“… Das „Recht auf Widerstand“ ist eine Präambel des Grundgesetzes bei uns. Die „Ästhetik des Widerstands“, ein höherer Auftrag aller Menschen, auch für den Handelsreisenden (!), zur Überwindung des „ungerecht Tragenden“, durch die aufklärende Waffe der Differenz, der Transformation von falscher Dominanz, widersprüchlich pseudorealer Parameter – ganz konkret durch Aufklärung und Gestaltung, die Dinge in Gang zu setzen. Die Dinge in Gang zu setzen, – als Impetus des Freien des zu befreienden, der zu überwindenden zwanghaften Muster… Die Freiheit, ist die Freiheit immer auch des/der Anderen, in Würde und Achtung des Umgangs in Wechselbeziehung, als konkret lebbares Prinzip einzulösen. Haltung und Handlung, aus aufgeklärter innerer (schöpferischer) Notwendigkeit, des Einzelnen im dialektischen Spiel der Gemeinschaftlichkeit und der Gegensätze: ihren Eigenarten der Ein – und Ableitungen, Verästelungen und Verwurzelungen, als individuelle Biographien und subversive Gegenpole – fordert und legitimiert den Gestaltungsprozess, des zu (be)freienden aus fremdgesteuerter Zwanghaftigkeit, zur Befähigung und Bereitschaft zur Mitgestaltung. Die unkorrumpierte Freiheit, dass ist der Weg, der (tranzendente) Pfad des Mündigen, für eine sozial gerechte Gesellschaft, dass zu erringende Ziel, aller Widerstände zum Trotz, in aller Gegenwärtigkeit und Wahrhaftigkeit der gelebten Stunde, – geschuldet den Kindern und als Spiegelung, erreichter geliebt-gelebter Wirklichkeit: wegweisend für nachfolgende Generationen, das gilt in der Quintessenz für alle unterdrückten und ausgebeuteten Kulturen und Völker. Insbesondere bei der beliebigen Unterstützung totalitärer Regime und ihrer Machtelite, vertraglich abgesichert durch die „Weltbankwerteprioritätenliste“ auf die Ressourcen wie Öl, Uran (Sudan etc.), Wasserprivatierungsaneignungsrechte etc. gedacht. Da ist auch D-Land, abnehmend leiser, zunehmend lauter Nutzniesser zur Sicherstellung des Versorgungshaushalts „nachhaltiger“ Profite durch direkte Verträge, zur weiteren Kontaminierung von (Rest-)Natur und Kontaminierung der Kreatur.. Jörg Stange 10-04-2011

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Gesicht gewinnen

Der Dialog mit China muss auf Augenhöhe geführt werden, nicht mit Kotau / Von André Schmitz 15.04.2011 17:09

http://www.tagesspiegel.de/kultur/gesicht-gewinnen/4067598.html

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Ai Weiwei

»Der Mann ist doch Chinese«

Die chinesische Propaganda stellt Ai Weiwei gerne als westlichen Provokateur dar. Dabei steht er mit seiner Kunst fest im Land der Mitte. Er hat die Tradition seiner Heimat wieder mit dem Leben verbunden. Von Mark Siemons, Peking 15. April 2011
http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E7463410E7F1C49C681E63E2E13F6043F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Lotusweiher im Kunsthaus Hamburg

„Was in China passiert? Nichts.“

Im Hamburger Kunsthaus verweigerte sich die chinesische Generalkonsulin kritischen Fragen
Hamburg. „Was passiert jetzt in China? Nichts passiert. Chinesische Künstler genießen die große Freiheit.“

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1853186/Was-in-China-passiert-Nichts.html

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„Weltfremd und unglaubwürdig“

Meinhard von Gerkan, Architekt des größten Museums der Welt, über die Kritik an seinen Prestigebauten für das Pekinger Regime und die Verhaftung des Künstlers Ai Weiwei | Redakteure: Susanne Beyer, Martin Doerry und Nora Reinhardt 11.04.2011
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,756259,00.html

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Debatte um China : Herta Müller: „Diktaturen lernen nur durch Druck“

Essen. Literaturnobelpreis-Trägerin Herta Müller findet harsche Worte zur „Kunst der Aufklärung“ in China. Nach der Festnahme des Konzeptkünstlers Ai Weiwei kritisiert sie die deutsche „Anbiederung“ an das Regime. Kultur, 10.04.2011
http://www.derwesten.de/kultur/Herta-Mueller-Diktaturen-lernen-nur-durch-Druck-id4527600.html

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Konfuzianische Werte im 21. Jh.?

Alte und neue Harmonie – eine Spurensuche zwischen Ost und West

Vernissage zum „Deutsch-Chinesischen Kunstworkshop“, veranstaltet vom Konfuzius-Institut an der Universität Hamburg 21.05.2010

Einführung:
Dr. Carsten Krause, Geschäftsführender Direktor des Konfuzius-Instituts an der Universität Hamburg Prof. Gunnar F. Gerlach, Dozent für Kunstwissenschaften und philosophische Ästhetik, Gastprofessur(en) u.a. an der Kunstakademie Hangzhou, Kurator und Autor, Hamburg Prof. Dr. h.c. Shan Fan, freischaffender Künstler und Geschäftsführer der Design Factory International… (College of Communication Arts and Interactive Media), Hamburg

Ganz im Zeichen seines vor anderthalb Jahren ins Leben gerufenen DEUTSCH-CHINESISCHEN DIALOGs lud das Hamburger Konfuzius-Institut Ende 2009 deutsche und chinesische Studierende und Kulturschaffende aus dem Bereich Kunst und Design zu einem gemeinsamen Workshop ein. Unter der kunsttheoretischen und künstlerischen Leitung der Professoren Gerlach und Shan entwickelten neun Studierende aus Deutschland und China kreative und kritische Ansätze in der Auseinandersetzung mit dem kontroversen Thema „Konfuzianische Werte im 21. Jh.? Alte und neue Harmonie“.
Links
http://www.chinaboard.de/viewtopic.php?t=15600&w=8

Mehr Infos unter
http://venyoo.de/s248006-konfuzianische-werte-im-21-jh-alte-und-neue-harmonie-eine-spurensuche-zwischen-ost-und-west

http://www.konfuzius-institut-hamburg.de/index.php?29&tx_mjseventpro_pi1[showUid]=165

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Oskar Kokoschka 1914, Chinesische Mauer

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memo



Gunnar F. Gerlach | Vortrag im Konfuziusinstitut 21.05.2010

Auf der Suche nach „Harmonie“ – gedankliche und bildkünstlerische Versuche eines Brückenbaus: mit konfuzianischen Werten zur aktuellen Gegenwart in der VR China und Deutschland?

„Kaum jemand liebt die Tugend mehr als die Schönheit.(…)“ Konfuzius
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„Wie aber eine Schönheit sein kann, und wie eine Menschheit möglich ist, kann uns weder Vernunft noch Erfahrung lehren.(…)“ Friedrich Schiller
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„Warum, schrieben sie in ihren Büchern, ist die Maschine so schön, warum ist sie das Schönste und dem Auge Wohlgefälligste, was man heute sehen kann? Weil sie durch und durch nützlich ist. Weil an ihr kein einziges Teilchen ist, das keinen Zweck hätte. Weil sie die verkörperte Harmonie ist (….)“ Bertolt Brecht (Me-ti)

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Gegenwärtige, zu oft einseitig von verführtem, ökonomischem Bewußtsein getragene, Entwicklungen in Zeiten einer auch mißverstandenen Globalisierung, zeigen die Notwenidigkeit einer Fragestellung: in welchen Maßverhältnissen und Proportionen stellen wir uns heute die Relationalität von Mensch und Geselllschaft vor? Ist das Individuum oder die Gemeinschaft (Staat) als Subjekt oder Objekt zu fassen, und wie ist das Verhältnis bei beidem von Innen(leben) und Außen(wirkung). Diese alten Fragen sind aktueller denn je in Zeiten auch weltumspannender „Irrungen und Wirrungen“. Gerade der hohe Grad des Respektverhältnisses zwischen der VR China und Deutschland lassen hier ein Forschungs- und Experimentierfeld aufscheinen: in beiden Traditionen und Kulturen sind die philosophischen Fragen der Ethik  von Einzelmensch und sozialer Gemeinschaft verknüpft worden mit Reflexionen zur Ästhetik. Begrifflichkeiten der Proportions- und Perspektivlehren versuchen Maß, Zahl, Gleichgewicht und Mitte in idealistischer, naturalistischer, realistischer oder abstrakter Hinsicht zu erfassen. Integriert werden dabei Erkenntnisse der Naturwissenschaften (u.a. Physik, Biologie, Neuro-Wissenschaften) deren spezifische Begrifflichkeiten auch Instrumente aufklärerischen und dialektischen Denkens sind: Symmetrie, Gleichgewicht, Übereinstimmung  der Teile und des Ganzen in relationaler und dialektischer Verschränkung verweisen auf den Terminus der „Harmonie“ und den Bedingungen seiner Erscheinungs-Möglichkeit. Harmonie wiederum ist ein zentrales Thema philosophischer, religiöser, künstlerischer und politischer Reflexionen, die im Kontext einer Suche nach dem „Schönen“ und seinen Gesetzmäßigkeiten (auch seinen vermeintlichen Gegenbildern, dem „Häßlichen“ und „Grotesken“) die universalen und universellen Phänomene in Zahl- und Maßverhältnissen auszudrücken trachten. Makro- und Mikro-Kosmos, Ganzes und seine Teile, Aussen und Innen sollen sich wechselseitig befruchtend ergänzen zu einer Einheit – auch der Gegensätze. In der chinesischen, philosophischen Tradition erscheint hier die stetig bis in die Gegenwart wiederkehrende Gestalt des Konfuzius (ca. 551 v.u.Z.)   in den Diskursen und Diskussionen in Ost und West. Aber auch die europäische und speziell deutsche, philosophische und ästhetische Debatte kennt hier bedeutende Namen: Heraklit, Sokrates, Platon, Aristoteles bis hin zuBaumgarten, Kant, Schiller, Goethe, Hegel, Marx, Bloch, Horkheimer und Adorno – um nur einige zu nennen.

Die von uns (Dr. Cartsen Krause, Prof. Shan Fan, Prof. Gunnar F. Gerlach) mit zehn kunsttalentierten Teilnehmern aus verschieden gesellschaftlichen Bereichen (vom Kunststudium bis zu ausgebildeten Designern: s. Kurz-Biografien im Anhang) in dem deutsch-chinesischen-Kunstworkshop im Rahmen des Konfuzius- Institutes an der Universität Hamburg mit Vorträgen und praktischen Anleitungen erörterten Fragen und Probleme zwischen Kunst, Politik und Philosophie stellte aktuelle Fragen nach der Möglichkeit „alter und neuer Harmonie für das 21. Jahrhundert“ aus der kritischen Reflektion eines von Konfuzius geprägten „Harmonie“-Begriffes und seinen Transformations-Möglichkeiten.

Kleine Geschichte des Harmonie-Begriffes zwischen Ethik und Ästhetik, Ost und West

Etymoligisch erscheint  „Harmonie“ als „Übereinstimmung, Wohlklang“ und ist in Europa im 16. Jahrhundert entlehnt aus „harmonia“ (griechisch: Fügung, von Zusammenfügen; aus ‚harmos‘: Fuge, Gelenk). Übereinstimmung, Einklang, Eintracht und Ebenmaß verbanden den Begriff  bereits seit den antiken Pythagoräern , bezogen auf die Symmetrie und die Einheit der Proportionen von Maß und Wert bestimmte den Schönheits-Begriff. Verbunden mit der Frage nach der ‚richtigen‘ Lebensführung ist die Harmonie in der chinesischen Tradition auch eine Frage nach der Relation von Innen und Außen und einer anzustrebenden Mitte zwischen den Extremen: Lunyu XIII.23: „Und der Meister sprach: Der edle Mensch strebt nach Harmonie“.

Der Zusammenhang zwischen kosmischen Zahlen- und Maßverhältnissen auf eine (für Menschen unhörbare) Sphärenmusik beeinflußte nicht nur den Instrumentenbau und die Vorstellungenen eines Wohlklanges in der Musik. Bereits Heraklit betrachtete die ethisch und ästhetisch anzustrebende Harmonie als ‚dialektische‘ Einheit der Gegensätze: „Das Widerstrebende vereinige sich, aus den entgegengesetzten (Tönen) entstehe die schönste Harmonie, und alles Geschehen auf dem Weg des Streites.“ Da läßt sich nicht nur Mozarts Kunst- und Musikbegriff vorausahnen,sondern auch Hegels philosophische Gedanken zur Notwendigkeit des Widerspruchs in allem Lebendigen verstehen:„Nur insofern etwas in sich selbst einen Widerspruch hat, bewegt es sich, hat Trieb und Tätigkeit.“(Logik II/1 (IV, 68)). Es handelt sich also darum, Harmonie und Schönheit im Realen, das auch ein widersprüchliches ist zu erforschen. Der Harmonie-Begriff ist somit Instrument und heuristisches Prinzip: in der Vielfalt von objektiven Merkmalen und Beziehungen Strukturgesetze zu suchen – Symmetrie, Asymmetrie, Ganzheit, Struktur und System und ihre Widersprüche!

Entsprechend Finden sich bei Konfuzius bereits die Schwerpunkte der philosophischen Diskurse und Probleme in seiner „Lehre von Maß und Mitte“ (Chung Yung) formuliert und spezifiziert: Ethik, Soziologie, Politik, Pädagogik und Ästhetik (bei ihm: Poesie und Musik) werden befragt auf ihre Wirksamkeit für die zwischenmenschlichen Beziehungen und gegen die „Unmenschlichkeit“ der Nicht-Tugenhaften. Abhängig ist seine Begrifflichkeit jedoch von einem hierarchischen Ordnungsbegriff und einem perfekten System der Anpassung und Unterordnung im Kontext einer „Verewigung“ der Macht, die bis in die Gegenwart auch seine Kritiker findet. Mit den Worten von Simone de Beauvoir: „Konfuzius hat nie daran gedacht, das hierarchische Gefüge der Gesellschaft, in der er aufwuchs, zu ändern. Die große Neuerung, die er einführte – nämlich den Tugendbegriff -, gehörte in den Bereich der individuellen Ethik.“ (aus: „Konfuzianische Ideologie“)

Bertolt Brecht, der selber immer „chinesischer“ wurde (u.a. als „Me-ti“, „Der Tui-Roman“ und die späten Gedichte) hatte bereits davor gewarnt, Karl Marx zu einem Konfuzius zu erniedrigen: „Diese Selbstausbildung ist mit vielem vereinbar, was wir nicht als Tugend loben dürfen, wollen auch wir Musterknaben sein.“ (aus: „Konfutse“)

Konstruktiv bis heute bleiben jedoch jene Überlegungen, die Konfuzius mit Platon gedanklich verbinden lassen: die Forderung nach einer Klarheit der Begriffe und Anschauungen von Worten und Taten im Gleichgewicht. Und gerade jene Suche nach Balance in einer Werte verwirrten Zeit angesichts von Neo-Liberalismus und ökonomischen Totalitarismus innerhalb der Tigerkapitalistischen Zwangs-Globalisierung,scheinen Perspektiven und Auswege aufzuzeigen. Darin stimmt Konfuzius mit Platon überein, darüberhinaus mit Christus, die immer wieder das Umdenken und mit menschlichem Maß Verändernde forderten: Umkehr und Einkehr. Vor jeder Änderung der Gesellschaft muß der Einzelne – nach  Konfuzius- sein Herz ins Lot setzen.

Dieses Herz als Ausdruck des sinnlichen Triebes bedarf aber auch einer verstandesmäßigen Regulierung, wie es nach Friedrich Schillers „Ästehtetische(r) Erziehung des Menschen“ im Spiel sich zwischen Ethik und Ästhetik entwickelt und entfaltet: „Der sinnliche Trieb will, daß Veränderung sei, daß die Zeit einen Inhalt habe; der Formtrieb will, daß die Zeit aufgehoben, daß keine Veränderung sei. Derjenige Trieb also, in welchem beide verbunden wirken (…), der Spieltrieb also würde dahin gerichtet sein, die Zeit in der Zeit aufzuheben, Werden mit absolutem Sein, Veränderung mit Identität zu vereinbaren“. Erinnert dies nicht auf wunderbare Weise an die Forderung des Konfuzius die ‚Wurzel oder Grundlage der Dinge zu erkennen‘ ? „Lernen ohne Denken ist nutzlos, Denken ohne Lernen aber gefährlich“, sprach der Meister – ein Brückenschlag auch für die Gegenwart des Verständnisses und Handelns zwischen Ethik und Ästhetik, Philosophie und Politik, Ost und West, der VR China und Deutschland.

Die im Workshop entstandenen künstelrischen Arbeiten in Ausstellung und Katalog

Die von den Teilnehmern aus China (vier) und Deutschland (sechs) erarbeiteten Bildwerke und installativen Ideen  haben eine Vielzahl der zuvor angeführten Ideen visuelle Realität werden lassen: Widerspruch und Einklang, Übereinstimmungen und Gegensätze zwischen östlichen und westlichen Denk- und Bild-Konzepten, Probleme und Möglichkeiten einer Suche nach „Harmonie“ (Symmetrie, Gleichgewicht)  und Disharmonie zwischen Innen und Außen.

Heike S. Bühler konfrontiert uns mit einem perfomativ gedachten Design zwischen westlicher, auch esoterisch gedachter Religiösität und östlicher Philosophie als Heilsweg: ihre Oblaten (oder Hostien) stimmen ein, auf einen Weg der geistigen Klärung – einem Weg von Innen nach Außen in Analogie zum konfuzianischen Bewußtsein einer Einheit von „Bildung und Charakter im Gleichgewicht“. Bei Evelyn entsteht duch das sich mantra-artige Wiederholen des deutsch kalligraphierten Wortes „Harmonie“ mit Tusche auf chinesischem Reispapier ein „kleines Wunder der Verwandlung“ : aus den destruierten Tusche-Bahnen konstruiert und collagiert sie ein neues Bild. Aus Schrift wird Zeichen, aus Zeichen Zeichnung und Bild: die in Siebdruck übersetzte Handlung wird zu einer Landschaft im Sinne der alten chinesischen Ästhetik der Berg-Ansichten. Diese Landschaft wird Raum für Möglichkeiten einer auch ästhetischen Transfomation.

Im Stil der klassischen, chinesischen Bambus-Malerei (wie sie unserer Tage u.a. auf abstrakt-moderne Weise in Shan Fans „Malerei des Augenblicks  – Malerei der Langsamkeit“: vgl. Katalog u. Vortrag G.F. Gerlach, Sammlung Sigg, 19. Vovember 2009) zeigt uns die Sanftheit und Sanftmut beim Umgang mit der Natur: taostisch „Leere als große Fülle“ zu denken.
Ganz gegenteilig konfrontiert uns Julia mit ihren Farbfeldern, die bewußt keiner vorgegebenen Farblehre in Komplementärkontrasten folgt, sondern die geistige und sinnliche Abstraktionsfähigkeit der technologisch geprägten Gegenwarts-Menschen thematisiert: Signalreize der Extreme (Farbwerte) die in ihrer Vielfalt und in der Zusammenschau eine Möglichkeit von „Harmonie“ und „Gleichgewicht“ ergeben können – und deren Lesart – von oben nach unten, links nach rechts oder umgekehrt – frei ist.
Originale, chinesische Zitate zum Harmonie-Begriff vom Staatspräsidenten der VR China, Hu Jintao, zur „harmonischen chinesischen Gesellschaft“ werden vom zeichenhaften der chinesischen Begriffe in europäische Notenschrift überführt und können so als Vorlage für ein surrealistisch-fluxistisches (Musik-) Spiel mit paralleler Performance werden. Harmonie kann hier in Widerspruch und Streit entstehen und die Zeichen(systeme) sind im Fluß. Auch Mai Ning orientiert sich in seinen gemalten Landschaftbildern an einem Versuch der Synthese zwischen  einer expressiven, europäisch geprägten Landschaftmalerei mit dunkler Farbpalette und dem empathischen erobern der Bildfläche im Geiste der traditionellen chinesischen Landschaftmalerei als Ausdruck einer inneren Haltung zu Natur und Geist: ein Akt der Emanzipation als Bekenntnis zur eigenen Subjektivität, die auch das chaotische visuell zu integrieren trachtet.
Die digital-fotografischen Bildbearbeitungen von Stadtstrukturen aus der militär-strategisch gern genutzten „Vogel-Perspektive“, dem auch klassisch-hierarischen und unterdrückenden „Blick von oben“, von Liang Xu suggerieren eine Analogie zwischen erster und zweiter Natur (Kultur?): der strukturale Großraum Stadt wird zum Körper mit Herz, Hirn, Lunge (Grünflächen) und Blutbahnen (Straßenverläufen) in denen Schöpfung und (Geschlechts-) Verkehr sich ereignen: Spermien und Ovarien liefern den strukturierenden Rhythmus der industriellen und digitalen Schöpfung der Gegenwart im Gemeinwesen..
Die darin bedrohlich zu erlebende Einsamkeit in der Menge und Masse – auch ein wesentliches Kriterium zur Bestimmung des „modernen“ Künstlers seit den industrialisierten Massengesellschaften im 19. Jahrhundert bei Charles Baudelaire  – thematisert Juan JuanYi in iher Malerei: Schwarz und Weiss – auch als Denk- und Sehbild – werden zwischen chinesischer Zen-Malerei und europäischem Tachismus synthetisiert und ergeben eine Kunst und einen Kunstbegriff, der Einfühlung und Abstraktion über vertikale und horizontale, malerische Gesten in einen neuen Zusammenhang und Zusammenklang setzt.
Und eben dies scheinbar Unmögliche der Einheit der auch klischeehaften Gegensätze zwischen östlichem und westlichem Denken und ästhetischem Handeln in Zeichen, Symbol und Zeichnung, gelingt Gesa Köhn in ihrem Triptychon: dekonstruktiv wird aus zerrissenen, klischierten und vorurteils beladenen Super-Zeichen Deutschlands (Deutsche Eiche in gotischer Fraktur typografisch gemalt) und Chinas (dem chinesischen Bambus als Ewigkeitszeichen zwischen Naturschönheit und ökonomischer Nutzbarkeit) eine neue, auch sinnliche Realität geschöpft und als Möglichkeit zur Disposition gestellt.

Wenn im Sinne dieses deutsch-chinesischen Kunstworkshops Ereignisse und Ergebnisse die Gegenwart und Zukunft bestimmen könnten, wäre mehr erreicht als Völkerverständigung: es wäre ein konstruktiver Weg, mit demütiger Bescheidenheit die jeweilige Kultur des anderen aufzunehmen, eine Ein- und Umkehr zu vollziehen, um mit diesem Anlauf einen großen Sprung nach vorne zu vollziehen. Mit den aktuell zu nutzenden Worten von Meister Konfuzius:
„Nicht das soll einen bekümmern, daß man kein Amt hat, sondern das muß einen bekümmern, daß man dafür tauglich werde. Nicht das soll einen bekümmern, daß man nicht bekannt ist, sondern danach muß man trachten, daß man würdig werde, bekannt zu werden.“

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Hou Hanru über Ai Weiwei

„Als Künstler ist er völlig uninteressant“

Die Menschenrechte sind zu einem gewaltsamen Slogan mutiert, um Märkte zu öffnen, meint Hou Hanru. Und: Ai Weiwei bedient den politischen Voyeurismus mit Spektakeln. Heute Abend spricht der chinesische Kurator in München. Ein Interview vorab

http://www.monopol-magazin.de/artikel/20103168/Hou-Hanru-Ai-Weiwei-haus-der-kunst.html

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Taolette° = Kampnagel 1995 (Wortschöpfung von Anna Popova)


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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de

Chipcard Grafik | Foto : Hsü Wei / Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach Gesellschaft für operative Kunst GfoK [Society for operative Arts]  (::)

Written by medienwatch & metainfo

April 6, 2011 um 19:34

2 Antworten

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