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Van Gogh schnitt sich beim rasieren ins Ohr ?

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foto: jörg stange, „pariser selbstbildnisse“ gunnar f. gerlach kunstarchiv

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Van Gogh „Weizenfeld als Cashmerejacke“. Wieviel Ohr muss sein?

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Kunst

Was wirklich mit Van Goghs Ohr geschah

[Welt] Von Uta Baier 9. Dez. 2008 |

Neue Spekulationen über van Goghs abgeschnittenes Ohr. Zwei Autoren behaupten jetzt, dass sich der Maler nicht selbst verstümmelt habe – sein Freund Paul Gauguin sei es gewesen. In ihrem Buch „Van Goghs Ohr“ erzählen sie akribisch den Kriminalfall. Dabei spielt eine Hure* eine tragende Rolle.[…]
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Das Ohr von Vincent van Gogh

Wir müssen einen Schnitt machen

Von Bärbel Küster
Das Zeug zum Krimi: Ein neues Buch bezweifelt, dass Vincent van Gogh sich selbst das Ohr abhieb.
Kirk Douglas schaut in den Spiegel, in dem sich ein von Angstzuständen zerwühltes Ich zeigt, er ist außer sich, reißt sich vom Spiegel los, die Kamera verharrt, das Nachtcafé erscheint, und aus dem Off ertönt ein schrecklicher Schrei. Vincente Minnellis berühmter Film „Lust for Life“ von 1956 zeigt die Schlüsselszene nicht:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/das-ohr-von-vincent-van-gogh-wir-muessen-einen-schnitt-machen-1.470931

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Wissenschaft & Forschung

Diktion der Farbe

Van Gogh schnitt sich beim rasieren in das rechte Ohr ?

Nein! aus Van Goghs Perspektive in das linke Ohr. Er malte sich nach dem Blick in den Spiegel seitenverkehrt.

Hätte Vincent van Gogh sich das Ohr abgetrennt oder Paul Gauguin ihm das Ohr im Streit, mit dem Degen abgeschlagen, wie neuerdings kolportiert wird, wäre er nach medizinischen Erkenntnissen verblutet: Es kann natürlich sein, dass er sich in seiner Verzweiflung tatsächlich ein Stück vom Ohr an/abschnitt. „Nichts Genaues weiß man nicht“: Allein die Vorstellung reicht.

Wir stehen jetzt vor dieser Tatsache – meinem festen Vorsatz, tot zu sein für alles, außer für meine Arbeit.“ (Brief 313 an Theo)

Seine Lage war gesellschaftlich betrachtet äußerst prekär. Farbe teuer, dass Rot insbesondere an Delacroix abgearbeitet ! Bitte Link benutzen => [::] Weiß war noch in großen Tuben vorhanden…  In weiser Voraussicht dramaturgisch und expressionistisch opportun, wurde aus dem blutenden Ohr „der Kopf-Ohr-Verband in Weiß“. (Dante)

Das Blut aus seiner Wunde setzte er für lebensnahe Aquarelle ein. („Blutende Laken“ 1888 verschollen) Im Weiß, des frisch gestohlenen Gemäldes „Mohnblumen in weißer Vase“ aus dem Museum in Kairo, ist deutlich erkennbar, wie ihm bereits 1886 beim malen der weißen Vase (rückseitig noch Zinnober = eine Redewendung im Sinne von „wertlos“ im Einsatz) wieder mal das Rot ausgeht… 1889/90 in seinen Getreidefeldergemälden ist Rot akzentuiert vorhanden – als letzte (Leidens)Tupfer… Tiefes Blau für den bereits „entvölkerten Himmel“. Gelb fürs Sonne tankende Getreide (wo er sich selbst aus Verzweiflung anschoss). Schwarz für die Raben als Vorboten drohenden Unheils und Spiegel seiner seelischen Verfassung

Die durchschlagende Erkenntnis: „Die Landschaft malt sich selbst!“ verschwamm am Wahrnehmungshorizont ihn umgebender Letargie, Entsagung und Enge:  „Sie harren der tradierten Tragik!“ – trieb Vincent van Gogh in die Aussichtslosigkeit und in Schüben in den Wahnsinn.

Vincent van Gogh war tief beindruckt vom Rot des Malers Eugéne Delacroix. Er reiste deshalb (!) nach Paris – in den Louvre um dort sein „schreiendes Rot in sich aufzunehmen“. Er war tief beindruckt!

Sklerotium 22.08.2010 (Diskurs(e) leicht gemacht). Jörg Stange

Aus der Diktion de der Farbe und Unverständnis und Ignoranz seiner Umgebung wurde rekurrierte sich sein Ende.

 

[..] Im Sommer erlitt er einen schweren Anfall, in dessen Verlauf er (ebenso wie während eines weiteren Anfalls Ende des Jahres) versuchte, giftige Farben zu schlucken, was möglicherweise als Selbstmordversuch gewertet werden kann. mehr

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Weizenfeld unter einem Gewitterhimmel (1890)

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Vincent Van Gogh

Das letzte Werk

20.09.2007, 11:27 2007
Von Stefan Koldehoff
Sein Weizenfeld unter tiefblauem Himmel, gemalt im Juli 1890, gilt als das letzte Bild, das Vincent van Gogh malte. Im November wird es in New York versteigert.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/vincent-van-gogh-das-letzte-werk-1.792084

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Schrecklich, dieser Mythos vom Künstler

Stefan Koldehoff  stößt den berühmten van-Gogh-Biografen Julius Meier-Graefe vom Sockel

[::] Die Sache mit dem Ohr, dass in Wirklichkeit nur angeschnitten nicht abgeschnitten war, ist eine Zeitungsente von 1888, andernfalls sei, so Vitt, van Gogh auf der Stelle verblutet.

Die Legendenbildung über van Gogh scheint also schon zu Lebzeiten des Künstlers angefangen zu haben und nicht erst mit Meier-Graefe, der sie freilich perfektionierte. Das abgebildete Selbstporträt entstand 1889 und ist im Besitz der Courtauld Institute Galleries in London…

http://www.kunstundkosmos.de/Bildende-Kunst/Koldehoff-vanGogh.html

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Vincent Van Gogh „Mohnblumen in weisser Vase“ 1886

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Van-Gogh-Gemälde aus Museum in Kairo gestohlen

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1029749

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Van Gogh-tavla stulen i Egypten

http://www.ot.fi/Story/?linkid=123987
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Gestolen Van Gogh toch niet gevonden

http://www.trouw.nl/nieuws/nederland/article3175541.ece/Gestolen_Van_Gogh_toch_niet_gevonden.html

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Furat pentru a doua oară, un tablou Van Gogh de 50 milioane de dolari încă nu a fost găsit

http://www.adevarul.ro/cultura/arta_in_lume/Furat-tablou-Van-Gogh-milioane_0_321567847.html

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Von Gunnar F. Gerlach

Mythos und Ambivalenz der Bilder zwischen Wirklichkeit, Wahrheit und Wahn

„Es ist dieselbe Sehnsucht, die die Ausgestoßenen der Gesellschaft verbindet, seien sie nun ausgestoßen von der kaltherzigen Brutalität des Philistertums, oder seien sie Verworfene aus eigener, vom Temperament diktierter Machtvollkommenheit.(…)…- sie sind die engsten Verwandten der gutmütig belächelten, als Folie philiströsen Größenwahns spöttisch geduldeter Künstlerschaft, die in ihrer verzweifelten Verlassenheit mit der Sehnsucht eines erhabenen Zukunftsideals die Welt befruchtet. Verbrecher, Landstreicher, Huren und Künstler – das ist die Boheme, die einer neuen Kultur die Wege weist.“ Erich Mühsam, „Boheme“, 1906 mehr

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Foto (oben):  Jörg Stange, Schlafmohn [::] »Mehr Ohr statt Uhr« 1995  | Hamburger Kunsthalle: Uwe M. Schneede: „Pariser Selbstbildnisse“ | „Diskurs(e) leicht gemacht“ | Vincent van Gogh Selbstbildnis mit Hut 1888 | Vincent van Gogh Selbstbildnis mit Verband 1889

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Written by medienwatch & metainfo

August 22, 2010 um 20:38

Eine Antwort

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