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Schanzenfest: Polizei nimmt Redakteur des FSK in Gewahrsam

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Hannah Arendt: „Keiner hat das Recht zu gehorchen“ => [::] foto jst,gfok

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Pressemitteilung

Die Hamburger Polizei hat am Samstag, 20. August 2011 am Rande des Schanzenfest einen Redakteur des Hamburger Radios Freien Sender Kombinats 93,0 (FSK) in Gewahrsam genommen, obwohl dieser sich eindeutig als Journalist ausweisen konnte. Gegen 21:00 Uhr beobachtete der FSK-Redakteur im Neuen Kamp das Geschehen rund um das auslaufende Schanzenfest. Insbesondere bemühte er sich, die Aufstellung der Polizei zu beobachten und dabei zu recherchieren, wie der Polizeiaufmarsch im Detail vonstatten gehen würde. Dabei wurde er von mehreren Polizeibeamten angehalten, nicht zuzuhören. Obwohl er seinen Presseausweis bei sich trug und sich somit als Journalist bei der Recherche ausweisen konnte, nahmen die Beamten ihn kurz darauf in Gewahrsam. Einem anwesenden Anwalt wurde zur Begründung mitgeteilt, der Redakteur habe einen Platzverweis erhalten, diesen aber ignoriert. Diesen angeblichen Platzverweis hat der betreffende FSK-Redakteur nicht erhalten, wie außer ihm mindestens ein Augen- und Ohrenzeuge bezeugen kann.
Gegen 21:30 wurde der FSK-Redakteur in ein Polizeikommissariat in Bahrenfeld gebracht, dort erneut durchsucht und in eine Einzelzelle gesperrt.
Nachdem Mitarbeiter des FSK bei der Pressestelle der Polizei und beim zuständigen Einsatzstab energisch gegen diesen polizeilichen Eingriff in die Freiheit der medialen Berichterstattung protestiert hatten, wurde der FSK-Redakteur gegen 22:40 aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Ein Mitglied der Geschäftsführung des FSK sagte dazu: „Wir werten diesen Vorgang als erneuten massiven Eingriff in die Pressefreiheit seitens der Hamburger Polizei.“

Zum Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht hat erst im Januar 2011 entschieden, dass frühere Aktionen der Hamburger Polizei gegen das FSK verfassungswidrig waren. Der betreffende FSK-Redakteur hat erst am vergangenen Freitag ein Resümee des letzten Schanzenfestes gesendet, bei dem auch das von FSK ausführlich recherchierte damalige Vorgehen der Hamburger Polizei dargestellt wurde. Diese Recherchearbeit wurde durch die Ingewahrsamnahme für das aktuelle Schanzenfest verhindert. FSK

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Zum Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht hat erst im Januar 2011 entschieden, dass frühere Aktionen der Hamburger Polizei gegen das FSK verfassungswidrig waren. Der betreffende FSK-Redakteur hat erst am vergangenen Freitag ein Resümee des letzten Schanzenfestes gesendet, bei dem auch das von FSK ausführlich recherchierte damalige Vorgehen der Hamburger Polizei dargestellt wurde. Diese Recherchearbeit wurde durch die Ingewahrsamnahme für das aktuelle Schanzenfest verhindert.
http://de.indymedia.org/2011/08/314314.shtml

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Willkommen in der Gefahrenzone

http://stadtteilreporter-schanzenviertel.abendblatt.de/Allgemein/willkommen-in-der-gefahrenzone/

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Prävention: Passierscheinausgabe am Schulterblatt / Schanzenfest im Gefahrengebiet  2011 Fotos: jörg stange gfok

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Weit über 10.000 Menschen besuchten das Schanzenfest und bekundeten ihre Solidarität mit dem Viertel und der Roten Flora | facebook [::]

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medienwatch.wordpress.com  | http://www.meta-info.de | medienwatch.de |

Written by medienwatch & metainfo

August 21, 2011 um 17:32

Eine Antwort

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  1. […] die hamburger polizei kann es nicht lassen: nach der klatsche durchs Bundesverfassungsgericht vor gut einem halben jahr ist sie wieder einmal gegen einen redakteur des hamburger freien radios ‘freies sender kombinat (fsk) vorgegangen. ausgangspunkt war das diesjaehrige schanzenfest – mehr dazu in der presseerklaerung des freien sender kombinats. […]


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