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Richter: „Die Kulturpolitik hier ist ein Desaster“ & Mehr

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Daniel Richter im Abendblatt-Interview

„Die Kulturpolitik hier ist ein Desaster“

19. Juni 2010, 09:16 Uhr

Damit er in Hamburg nicht zum „Udo Lindenberg der Malerei“ wird, geht der berühmte Maler Daniel Richter mit seiner Familie nach Berlin:
http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1538499/Die-Kulturpolitik-hier-ist-ein-Desaster.html
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Leitartikel

paid*: Jetzt erst recht

Von Maike Schiller 19. Juni 2010, 06:42 Uhr
Einer der berühmtesten Künstler des Landes will nur noch weg – aus Hamburg. Der Maler Daniel Richter verlässt mit seiner Frau, der Theatermacherin Angela Richter, die Stadt:
http://www.abendblatt.de/hamburg/article1538100/Jetzt-erst-recht.html

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Kultur in Hamburg

Der Maler Daniel Richter verlässt Hamburg

19. Juni 2010, 01:14 Uhr | Der berühmte Künstler und seine Frau werfen Kultursenatorin Karin von Welck „Machtgier und Inkompetenz“ vor:

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1538085/Der-Maler-Daniel-Richter-verlaesst-Hamburg.html

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LEERE KASSEN

Mainstream für alle

Die Hamburger Kulturbehörde will das Kultur- und Kommunikationszentrum Fabrik nur weiter fördern, wenn der Geschäftsführer geht und das Haus auf ein wirtschaftlich orientiertes Konzept umstellt:
http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/mainstream-fuer-alle/

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Kultursenatorin erhöht den Druck – auf sich selbst

Karin von Welck entfacht bei Diskussion im Thalia Theater ungewollt Spekulationen über ihren Rücktritt
von Monika Nellissen und Stefan Grund | 08:33
http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article8136690/Kultursenatorin-erhoeht-den-Druck-auf-sich-selbst.html

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Hamburger Kulturpolitik

Verlustbeteiligung

Wie eine Senatorin den Ruf der Hamburger Kunsthalle ruiniert
Nein, in Hamburg brennt keine Asylunterkunft. Auch wird dort kein neues Atommülllager geplant. Trotzdem standen kürzlich einige Hundert Bürger rund um die Kunsthalle und hielten sich traut an den Händen. Sie leisteten Widerstand, sie wehrten sich gegen die Kultursenatorin Karin von Welck. Nicht nur der bekannte Maler Daniel Richter wirft ihr öffentlich »Machtgier« und »Inkompetenz« vor:

http://www.zeit.de/2010/26/Spitze-Hamburger-Kunsthalle

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Hamburger Museen

Kritik an Kultursenatorin: „Totengräberin der Kunsthalle“

Der Ex-Kunsthallen-Chef attackiert Kultursenatorin Karin von Welck. Der Streit in Hamburgs Museumspolitik geht in eine neue Runde:
http://www.abendblatt.de/hamburg/article1560145/Kritik-an-Kultursenatorin-Totengraeberin-der-Kunsthalle.html

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Kultursenatorin | 14:39|

Von Welck tritt aus Loyalität zu von Beust zurück

Die Hamburger Senatorin Karin von Welck will ihr Amt aufgeben. Vor Wochen hatte sie angekündigt, gemeinsam mit von Beust zurücktreten zu wollen.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article8518511/Von-Welck-tritt-aus-Loyalitaet-zu-von-Beust-zurueck.html

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Hamburg: Kulturpolitik Ein Tornado ungelöster Konflikte

Von Till Briegleb | 20.07.2010, 17:07
Museumsreform, Elbphilharmonie, Gängeviertel: Hamburgs zurückgetretene Kultursenatorin Karin von Welck hinterlässt einen Scherbenhaufen mehr

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Hamburger Senat: Kultursenatorin Karin von Welck zieht sich von ihrem Amt zurück

Hamburger Abendblatt –
Juli 2010, 14:24 Uhr Noch bevor Bürgermeister Ole von Beust seine Entscheidung über seine politische Zukunft verkündet, kündigt Senatorin von Welck ihren Rücktritt an

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Dieser Eigenwert der Provokation und Hässlichkeit ist Grundbestandteil kritischer Ästhetiken der Moderne, wie sie von Theoretikern wie z.B. Adorno oder Künstlern, wie beispielsweise Kafka formuliert wurden:

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„Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen
und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen uns nicht mit einem Faustschlag auf
den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch… Solche Bücher, die uns
glücklich machen, könnten wir uns zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber
die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der
Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie ein Selbstmord, ein Buch muss die
Axt sein für das gefrorene Meer in uns.

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[PDF] Das Geheimnis des Schönen

von S Janker – Zitiert durch: 2
Dieser Eigenwert der Provokation und Hässlichkeit ist Grundbestandteil kritischer. Ästhetiken der Moderne, wie sie von Theoretikern wie z.B. Adorno oder
http://www.opus-bayern.de/uni-bamberg/volltexte/2005/…/Jankerk.pdf

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Abrufbar

*Hinweis: Für LeserInnen die Online-Textbeiträge im HA nicht bezahlen können/wollen,  gibt es grundsätzlich noch die Möglichkeit, die kompletten Textbeiträge über die Titel-Eingabe „Jetzt erst recht“ oder „Totengräberin der Kunsthalle“ (HA) etc. über Suchmaschinen aufzurufen.

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Krisenkunst

Kampf dem Neoliberalismus

Von Ingeborg Wiensowski |  22.06.2010
Londoner Künstler besetzten Häuser, druckten Poster und dokumentierten Streiks im Film. Eine Berliner Ausstellung zeigt, wie in den siebziger Jahren in Großbritannien mit Kunst Politik gemacht wurde – und wie radikal so manche Aktion werden konnte:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,701977,00.html

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Goodbye London – Radical Art and Politics in the Seventies

„Their crisis – our jobs“ steht in fetten Lettern auf einem Plakat, das gegen Arbeitslosigkeit und für echte Arbeitsplätze wirbt. Doch dieses Plakat stammt nicht etwa von heute, sondern ist mehr als dreißig Jahre alt, als schon einmal eine einschneidende soziale Eruption die britische Gesellschaft erschütterte, an deren Ende  Margaret Thatcher und die Geburt des

Neoliberalismus standen. Wie aktuell manche Themen heute wieder oder noch immer sind, zeigt die Ausstellung „Goodbye London“ in einer vielschichtigen Präsentation zu Politik, Alltag und Kunst, die das Lebensgefühl in einer tief greifenden Krise widerspiegelt:
http://ngbk.de/site/index.php?option=com_content&view=article&id=152:goodbye-london-radical-london-1971-79&catid=1:kategorie-ausstellungen&Itemid=50

http://ngbk.de/site/

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Indikation zur Operation

Medienwatch & Metainfo | Austellungen + Aufsätze [Auswahl]

https://medienwatch.wordpress.com/?s=adorno

https://medienwatch.wordpress.com/2009/01/09/einstellungsraum-gunnar-f-gerlach-dialektik-der-entsteuerung/

https://medienwatch.wordpress.com/2009/03/04/llaura-i-sunner-pendel-filz-2009-o-grosenangabe/

https://medienwatch.wordpress.com/gesellschaft-fur-operative-kunst-projekte/

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Presseerklärung der Fabrik Stiftung vom 15. Juni 2010

Am 25. Mai dieses Jahres ging der FABRIK Stiftung, vertreten durch ihren Gründer und Geschäftsführer Horst Dietrich, ein Schreiben der Behörde für Kultur, Sport und Medien (BKSM) zu, das den Fortbestand des seit 1971 in Altona bestehenden und inzwischen weit über die Grenzen Hamburgs bedeutenden Kulturzentrums in Frage stellt oder sogar gefährdet. Letztlich knüpft die Behörde ihre bloßen Überlegungen, die Förderung der FABRIK Stiftung 2011 und 2012 fortzusetzen, an Forderungen, die Struktur der Stiftung radikal zu ändern und zukünftig schwarze Zahlen vor bunte kulturelle Vielfalt zu stellen.
Das Schreiben erreichte die FABRIK Stiftung als Antwort auf eine Anfrage Horst Dietrichs vom 29. 12. 2009 nach den Förderungsplanungen der Behörde für die Jahre 2011 und 2012 nicht nur mit erheblicher Verzögerung, das darin geforderte Verfahren zur strategischen Neuorientierung der FABRIK Stiftung ist darüber hinaus ebenso unzumutbar wie zeitlich nicht umsetzbar und widerspricht zudem der Zielsetzung der FABRIK, „Kultur für alle“ anzubieten. Der „kontinuierlich defizitären wirtschaftlichen Entwicklung der FABRIK“, die die Behörde in diesem Schreiben konstatiert und die sie mit der geforderten Neustrukturierung der Stiftung angeblich bekämpfen will, steht die kontinuierliche Reduzierung der von ihr zur Verfügung gestellten Fördermittel von umgerechnet 819.000 € seit 1996 auf inzwischen 549.000 € gegenüber, die verständlicherweise zum derzeitigen finanziellen Engpass der FABRIK entscheidend beigetragen hat.
In den Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Behörde und der Stiftung, die seit Jahren die Grundlage der Subventionierung der FABRIK bilden, ist von einem „vielschichtigen, überregionalen abendlichen Kulturprogramm für die unterschiedlichsten Zielgruppen, Altersklassen und Schichten“ die Rede sowie von der Verpflichtung der FABRIK, „mit den Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil Kreativität zu üben, sich neu zu entdecken und neue Wege zu erschließen, aus denen vielfältige Interessen geweckt werden“. Demgegenüber wird nun in dem Brief nachdrücklich gefordert, „mit externer Unterstützung … ein ausgeglichenes realistisches wirtschaftliches Ergebnis“ umzusetzen. Was das bedeutet, ist jedem Kenner der Kulturlandschaft klar: der kulturellen Vielfalt, der bunten Offenheit und Lust an neuen Entdeckungen, die das Abendprogramm der FABRIK auszeichnen, für das sie bundesweit bekannt wurde, würde ein Programm entgegengesetzt, das vor allem dem Umsatz verpflichtet wäre und mit kommerziell interessierten Dienstleistern realisiert würde.
Konkret soll die FABRIK Stiftung – nach dem besagten Schreiben der BKSM vom 25. Mai 2010 – als Voraussetzung für die weitere Subventionierung dazu verpflichtet werden, Vorstand und Aufsichtsrat bis zur Sommerpause komplett auszuwechseln und durch den neuen Vorstand auch die Position des Geschäftsführers bis zum 30. September 2010 neu zu besetzen. Horst Dietrich soll als bloßes Mitglied in den Aufsichtsrat wechseln, wobei nicht versäumt wurde, darauf hinzuweisen, dass „bei allem Respekt für ihre persönliche Leistung Ihr Alter es in absehbarer Zeit erzwingen wird, dass neue Strategien (…) gefunden werden müssen.“
Dieser Vorgang dürfte in der Hamburger Kulturszene einmalig sein, setzt die Behörde doch hier ein Ultimatum an die Stelle eines Gesprächsangebotes und versucht gleichsam, ein über lange Zeit gewachsenes Haus – die FABRIK feiert im nächsten Jahr ihr 40jähriges Bestehen! –, das sich der stadtteilbezogenen Kinder- und Jugendarbeit ebenso verpflichtet fühlt wie einer breitgefächerten kulturellen Abendunterhaltung, die sich nicht ausschließlich der Erzielung guter Bilanzen widmet, zum möglichst einträglichen Geschäftsmodell herabzustufen.
Dass die angespannte Haushaltslage von Bund, Ländern und Gemeinden Sparzwänge auferlegt, ist unumstritten. Dass vor diesem Hintergrund aber versucht wird, Kulturangebote wie das der FABRIK Stiftung in ihr nur noch lukratives Gegenteil zu verkehren, kann nicht der Sinn sein. Altona ohne die FABRIK in ihrer jetzigen Angebotsbreite, das wäre ein unwiederbringlicher Verlust in einem Stadtteil, der ohnehin schon überproportional der Gentrifizierung ausgesetzt ist.

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fotos: »(z,w)eckstein, schön sein zu jeder zeit » »koi koi gold« jjörg stange, gunnar f. gerlach gfok kunstarchiv

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Mythos und Ambivalenz der Bilder zwischen Wirklichkeit, Wahrheit und Wahn

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Von Gunnar F. Gerlach

Mythos und Ambivalenz

der Bilder zwischen

Wirklichkeit,

Wahrheit und Wahn

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„Es ist dieselbe Sehnsucht, die die Ausgestoßenen der Gesellschaft verbindet, seien sie nun ausgestoßen von der kaltherzigen Brutalität des Philistertums, oder seien sie Verworfene aus eigener, vom Temperament diktierter Machtvollkommenheit.(…)…- sie sind die engsten Verwandten der gutmütig belächelten, als Folie philiströsen Größenwahns spöttisch geduldeter Künstlerschaft, die in ihrer verzweifelten Verlassenheit mit der Sehnsucht eines erhabenen Zukunftsideals die Welt befruchtet. Verbrecher, Landstreicher, Huren und Künstler – das ist die Boheme, die einer neuen Kultur die Wege weist.“

Erich Mühsam, „Boheme“, 1906

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Mythenerzählungen sind oder erscheinen willkürlich, sinnlos, absurd; dennoch tauchen sie überall in der Welt immer wieder auf. Eine phantastische Schöpfung des Geistes, die nur an einem Ort vorkäme, wäre einzigartig; man würde sie nirgendwo sonst wieder finden. Ich wollte herausfinden, ob es eine Ordnung hinter diesen augenscheinlichen Unordnungen gibt – mehr nicht.

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Claude Lévi-Strauss, Mythos und Bedeutung, 1980

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Do it again…
THE BEACH BOYS, 1968

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Die geneigten Betrachter der Bildwelten des Künstlers und Malers, Till Gerhard, werden sich nur schwerlich einer Tatsache der Rezeption und des eigenen, geforderten Mit- und Weiterdenkens entziehen können, ohne den Verlust der Wahr-Nehmung schon von Begriff und Kategorie her gedacht: Sowohl eine ein-dimensional betrachtete Kunstgeschichte als populistische Vorstellung, das Kunst gleich Malerei sei, als auch, das Konzeptuelle Kunst weltfremd und abstrakt sein muß, fragt im vorliegenden Falle nach einer anderen Auseinandersetzung. Die Begriffe Naturalismus, Realismus, Abstraktion und Konkretion, werden dabei genauso befragt, wie die Qualifizierung ästhetischer Genres der klassischen kunstgeschichtlichen, philosophisch-ästhetischen und kunstkritischen Betrachtungsweisen selbst in den Kontext einer verstiegenen – historisch vollständig legitimen – auch ironischen und satirischen Diskurses gerufen und gebildet werden. Die mit traditioneller, handwerklicher Fertigkeit und Fähigkeit erstellten Bilder von mythischen, realen und utopischen Situationen stellen eine unserer Tage verdrängte Frage, nicht nur nach dem Wahrheits-Gehalt der Bilder und den daraus zu ziehenden Schlußfolgerungen, sondern auch nach den gesellschaftlichen Voraussetzungen der Betrachter und den Möglichkeiten eines anderen Bedeutungs-Horizontes. Genau an dieser zeitlichen und inhaltlichen Schnittstelle – mit allen kunsthistorisch verifizierbaren Brüchen, Rissen und Lücken – setzt die Realität und die Kunst von Till Gerhard ein. Dem Verständnis dieses künstlerisch-intellektuellen Grenzganges verhilft ein Zitat des deutsch(Ost)-deutschen(West) Poeten und Dramaturgen Heiner Müller zur adäquaten Wahrnehmung einer Bildwelt, die sich selbst aus der Geschichte der Malerei und einer Dialektik der Aufklärung (M. Horkheimer/Th.W. Adorno) speist:

Die Not von gestern ist die Tugend von heute: die Fragmentarisierung eines Vorganges betont seinen Prozeßcharakter, hindert das Verschwinden der Produktion im Produkt, die Vermarktung, macht das Abbild zum Versuchsfeld, auf dem Publikum koproduzieren kann. Ich glaube nicht, daß eine Geschichte, die ‚Hand und Fuß hat‘ (die Fabel im klassischen Sinn), der Wirklichkeit noch beikommt.(1)

Die insofern auf Bruchlinien hin bereits konzipierte Malerei des Künstlers fragt forschend nach unserer Fähigkeit, diese Wahrnehmung in einen sozialen, politischen und künstlerischen Zusammenhang parallel setzen zu können, dient also anderer Reflektion und Erkenntnis als der Hingabe an den bloßen Genuss der visuellen Erscheinung. Diesem bildkünstlerischen Versuch gerecht werden zu wollen gilt die folgende Erarbeitung. Das synchrone der Massen im Groove (Till Gerhard) soll auf kunstwissenschaftlich (auch musikalische), philosophische und politische Bedeutungen und seine Hintergründe befragt werden. Entsprechend sollen drei Aspekte in den Vordergrund gerückt und gedacht werden:

1. (Kunst-)Geschichten und Bild-Erzählungen
2. Strategie der Malerei zwischen Tradition und Innovation
3. (Sur)Realität der Bilder zwischen Wirklichkeit, Wahrheit und Wahn

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1. (Kunst-)Geschichten und Bild-Erzählungen

Ein mit Jeans und Lederjacke bekleidetes, langhaariges und männliches Wesen steht scheinbar andächtig in verlorener Umgebung von Camping-Zelten; einsam, dennoch umgeben von der aus dem Bild geratenden Menschenmenge, wirkt es isoliert: über seiner Lederjacke trägt er eine Kutte, Insignium eines Rockers, auf der ein merkwürdiges Zeichen aufgebracht ist: ein deutsches Kreuz mit einem Totenkopf im Zentrum. Die Form des Kreuzes assoziiert die Form des EK1 oder EK2-Ordens im Dritten Reich (abgeleitet von dem aztekischen Zeichen, das die vier Gegenden der Welt symbolisierte), der Totenkopf könnte sowohl Zeichen eines anarchischen Piraten, St. Pauli-Fans, der SS oder der us-amerikanischen Bruderschaft des Todes Skull&Bones (Geheimbund und Kaderschmiede der Yale University) sein. Das nahezu fotorealistisch gemalte Bild wirkt wie die malerische Transformation eines realen Fotos, das während einem der letzten Auftritte von Jamie Hendrix auf dem legendären Rock-Festival in Fehmarn (1970) entstanden ist. Die zwiegesichtige Deutung Love&Peace geschuldeter, alternativer Lebensformen und ihrer Hoffnungen, wird in seinen extremen Durchmischungen und Irrationalitäten zwischen esoterischen, revoltierenden, links- und rechts-politischen Hintergründen ins Bild gesetzt.
Dem Betrachter mit dem Rücken zugewandt stehen auf einem anderen Bildwerk vier sichtbare Gestalten auf grauem Asphalt und scheinen in einen von Gestirnen irrlichternden, schwarzen Nachthimmel zu schauen. Sie sind mit Parkas und Kapuzen bekleidet, deren Kopfbedeckungen als Form an die Tarnmützen von Ku-Klux-Klan-Mitgliedern erinnern. Die gesamte Szenerie läßt keine deutliche Aussage machen, was sich hier wirklich abgespielt hat oder abspielen wird.

Es ist zunächst einzig ein Bild und Beispiel gelungener Malerei mit einer bewußt eingesetzten Leerstellen-Ästhetik(2). Der Titel lautet: Heimweg to Hell (2007) in Analogie zu dem Welthit der australischen R&B-Rocker AC/DC: Highway to hell (1979). Dieser noch mit dem legendären Sänger Bon Scott eingespielte Welthit beschreibt das Leben selbst als eine reale und Irr-Fahrt in die Hölle. Daß die Hölle bereits hier auf Erden sei, ist wiederum alten, mystischen und esoterischen Lehren, wie u.a. denen der Kartharer, geschuldet. Vier mit schwarzen Kapuzen maskierte, hinter einem gemeinsam getragenen, lilanen Tuch verborgene Gestalten gehen über einen Zebrastreifen, der über eine asphaltierte Auto-Straße führt. Schattenhaft schreiten als geisterhafte Rest-Zeichnung vier weitere Menschen über denselben Zebrastreifen: ihre Gesichter sind durch abstrakte Farbverläufe zur Unkenntlichkeit verwischt. Die Szenerie ist nahezu jedem Interessenten an Rock-Musik und ihrer Entwicklung bekannt. Es handelt sich um eine Adaption des legendären Albums der Beatles Abbey Road (aus dem legendenumwobenen Jahr 1969(3)) auf dem die Fab Four von links nach rechts die Straße überqueren und das u.a. durch den Zusammenhang von mysteriösen Zahlencodes auf den Auto-Nummernschildern eine zentrale Rolle für den ins Mysterium erhobenen Paul (McCartney)-is-dead-Mythos spielte. Das Bild trägt den Titel Die andere Seite (2006) und verweist wiederum auf ein bedeutendes, literarisches Werk von Alfred Kubin: der 1909 enstandene und von Kubin selbst illustrierte Roman beschreibt eine Welt der Halluzinationen und Weltuntergangsvisionen rund um die selbsterschaffene Traumstadt Perle. Konstruktionen von Wirklichkeit und Wahn können auch im eigenen Kopf entstehen, wenn sachbezogene Rahmenbedingungen und Grenzen überschritten werden.
Das Portrait eines bärbeissig schauenden, älteren Mannes in Wikinger-(Ver)Kleidung mit dem Titel
Moondog zeigt uns eine scheinbar düstere Gestalt, die schwer einer sozialen Gruppe zuzuordnen ist. Und in der Tat handelt es sich im vorliegenden Falle um das Konterfei des us-amerikanischen Einzelgängers, Komponisten, Dichters und Musikers Louis Thomas Harding (geb. 1916 Maryville/Kansas, gest. 1999 in Münster/Deutschland), der mit 16 Jahren erblindete und sich später selbst Moondog nach seinem, stets den Mond anheulenden, Blindenhund nannte. Als Musiker war Moondog von äußerst gegensätzlichen Stilprinzipien beeinflußt: indianische Rhythmen, klassische Komponisten und die Kontrapunktlehre bis hin zur Jazz-Musik. Nach seiner Lektüre der Edda als Inbegriff der nordischen Mythologie, erstellte er sich selbst eine Kleidung und Identität als Wikinger. Ab 1943 war er dichtender und musizierender Clochard in New York, spielte als Straßenmusiker, späterhin sogar mit dem Jazz-Bassisten Charles Mingus im Whitney Museum, hielt eine Dichterlesung mit Allen Ginsburg und beeinflußte die Entwicklung der Minimal Music (u.a. Philip Glas und Steve Reich). Sein grenzgängerischer, skurriler Lebensweg führte ihn im Auftrag des Hessischen Rundfunks 1974 nach Deutschland (Frankfurt, Hamburg, Hannover und Recklinghausen), wo er den Rest seines Lebens mit eigener Musikschule und Plattenproduktionen verbrachte. Das eindringliche Portrait dieses Außenseiter führt uns die systeminterne Widersprüchlichkeit von Außenseitertum, ungewöhnlichem Lebensentwurf und spätem Ruhm vor Augen: die gesellschaftliche Widersprüchlichkeit wird durch den malerischen Realismus enttarnt: Realismus als Widerspruch läßt an die Wirklichkeit in der Malerei GUSTAVE COURBETS und seine Folgen denken(4). Das wohl bekannteste Bild von Till Gerhard, die Wächter der Natur (2004), ist ja nicht nur ein Spiel über die Bande mit der grausam-perversen Ent- und Verwicklungsgeschichte der Manson Family(5), sonder parallel auch eine Variante zu den Quelle-Bildern seit dem 19. Jahrhundert als Metapher einer auf Natur hin gedachten Ursprünglichkeit (u.a. J.A.D. Ingres, G. Courbet).
Dieser Art ließen sich Geschichten erzählen und weiterdenken über die Bildwelt von Till Gerhard, die stetig parallel mitfragen müssen nach einer Vor-Geschichte des betrachteten, ihrem realen Tatsachenkern (der zudem stets auch eine Realitätsebene durch filmische, fotografische oder literarische Adaptionen, bearbeitete und verfremdete Wirklichkeit(en) mitenthält ) und einer zu verfolgenden Nach-Geschichte, die durchaus auch prophetische und ironische Züge tragen kann. Diese erzählerische Malerei lebt dabei auch durch die Irritation der beigefügten Bildtitel (wie u.a.:
Die Auswanderer, Kinder des Atom, Plastic People, Mountain Man (Sun Giant), Wächter der Natur, Das Wir-Gefühl) und die Zusammenfassung unter einem Ausstellungs- und Publikations-Motto: Die Guten und die Anderen lautete die Sammel-Überschrift für einen Katalog aus dem Jahre 2006, Inneres Licht Gegen Äußere Dunkelheit beschrieb die Bild-Geschichten und Visions-Reihe im Jahre 2008. Die aktuelle Ausstellung ist nun Dreckiges Licht der Alten Zeit vom Künstler benannt. In den aktuellen Bildwerken aus den Jahren 2008/2009 begegnen wir einer provokanten Themen-Kombinatorik: mythologische Sagengestalten (u.a. Salige, Imbolc) und mit ihnen verbundene szenarische Rituale, treffen auf reale Gestalten aus der auch politischen, rockmusig gebundenen Alternativ-Szene, Verbindungen von Neo-Hippie-tum und rechts-populistischen- Bewegungen begegnen sich an den Externsteinen zum Fest der Schwarzen Sonne.
Gestützt werden diese, nur scheinbar der
gefährdeten Phantasie(6) des Künstlers entstammenden und erfundenen Bildwelten, durch die abgebildete Sammlung von Fotografien und Dokumenten, die Till Gerhard (u.a. in diesem Jahr) inhaltlich und formal erforscht, bevor sie in den umfangreichen Themenkomplex seiner Malerei integriert werden. Die Malerei spielt stets mit dem Grenzgang und Widerspruch zwischen Wirklichkeiten, Wahrheiten und den Möglichkeiten, mit sanften und schön dargestellten Überlagerungen und Verstellungen ins surreale bis zum wahr- und wahnhaften umzukippen.

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2. Strategie der Malerei zwischen Tradition und Innovation

Die Gemeinsamkeit der Bildwelten auf visuell-strategischer und intellektueller Ebene ist dabei höchst interessant und auch inhaltlich spannungsgeladen, wird doch die Malerei selbst als janus-köpfige Kunstform mit permanentem Bezug zu Verschwörungs-Theorien und prophetischen Visionen gehandhabt. Stets sind es doppelgesichtige Szenarien die verführerisch und aufklärerisch zugleich eine bifokale Deutbarkeit, ein Einerseits und Andrerseits, thematisieren und dabei auf das fundamentale Auseinanderfallen von Zeichen, Zeichnung und Bezeichnetem aufmerksam machen. Diese Vorgehensweise entspricht den stetig selbst in ihr Gegenteil umkehrbares, inhaltliches Phänomen: Das Heimliche als heimeliges wird unheimlich, das Okkulte in den Überlagerungen und historisch transformierten Ebenen von heidnischen und christlichen Vorstellungen und Ritualen zeigt den ambivalenten Charakter von vermeintlichen Wirklichkeiten und Wahrheiten (Tatsachen), die durch Weitererzählung stetig in Gefahr sind in Irrationalitäten umzuschlagen. Erst durch die deutende Rezeption des Bildwerkes, also seinen direkten Kontakt zum visuell und geistig mitarbeitenden Betrachter, entsteht durch die visuelle Uneindeutigkeit und den gezielten Einsatz von Leerstellen, die erst der Betrachter mit seinem Vor-Wissen füllt, ein Eindruck des unheimlichen, mystischen, magischen, visionären oder gar prophetischen. Wenn wir ein Symbol definieren ‚als etwas, das stellvertretend für etwas anderes steht‘, dann lautet die entscheidende Frage: ‚Welcher besondere Zusammenhang besteht zwischen dem Symbol und dem, was es symbolisiert?'(7)
Und dies gilt in besonderem Maße für unsere sprachliche Aneignung der Bildwelten durch Wörter und ihre Zusammenhänge, die genauso wie Sigmund Freuds Definition des Unheimlichen (
jene Art des Schreckhaften, welches auf das Altbekannte, Langvertraute zurückgeht) in einem inneren Zusammenhang mit dem Gefühl stehen, das es symbolisieren soll: Aber selbst, wenn wir annehmen, daß ursprünglich viele – oder sogar alle Wörter – ihren Ursprung in eben solchen inneren Zusammenhang zwischen dem Symbol und dem Symbolisierten haben, so besitzen doch die meisten Wörter für uns heute diese Bedeutung nicht mehr, wenn wir eine Sprache lernen., dachte Erich Fromm mit und weiter.(8) Und dies gilt auch für visuelle Zeichen und künstlerische Bildwelten und ihre vermeintliche Wirklichkeit und Wahrheit.
Im vorliegenden Falle ist es eine künstlerische Strategie, die uns in eine Augen-Falle treten läßt, die mit den Mitteln von Realismus, Dokumentation, Sur-Realität und Vision bis hin zum Wahn (auch der möglichen Verschwörungs-Theorien) geraten läßt. Sie speist sich aus der exakten Beobachtung des Künstlers ambivalent genutzter Zeichen, Symbole und Metaphern aus der Geschichte der Menschheit selbst: so treten hier Wesen, Geister, Rituale , Situationen und geschichtliche Ereignisse auf die Bühne des theatrum mundi, deren abstrakte Zeichen-Identitäten zwischen heidnischen Kulten (der keltischen oder nordischen Mythologie und Mystik), esoterischen Heilslehren (u.a. Theosophie, Anthroposophie, Rudolf Steiner), von den National-Sozialisten zum Zwecke der Erstellung einer politischen Religion eklektisch aus verschiedensten Kulturen zusammengegossene Signets und Symbole (u.a. durch Karl-Maria Wiligut, genannt Weisthor, der im Auftrag Heinrich Himmlers das SS-Amt Ahnenerbe aus der Taufe hob), dem Geist der Revolte und Revolution aus Neo-Romantik und Rockmusik (u.a. die Hippie-Bewegung) zugeschriebenen Zeichen und Projekten, die zwischen Kunst und anarchischen Utopien oszillieren.
Ihnen allen gemein ist die Hoffnung und Sehnsucht nach einem ganz anderem Leben. Zumeist (mit bizarr-fataler Ausnahme der Wahn-Vorstellungen der NSDAP- Ideologie und ihrer Schergen) wird eine Form gelockerter, harmonischer Produktions- und Lebensgemeinschaften mit antiautoritären, sozial-libertären Zügen gesucht – fernab der Realität von gesellschaftlichem Zwang, autoritärer Erziehung und Ausbeutung. Dabei wurde bis in die Gegenwart stets der inneren und äußeren Kontaktaufnahme zur verklärten Natur und dem Verhältnis zur Kultur ein besonderes Augenmerk geschenkt. Verbunden sind diese in Teilen sehnsüchtig erhofften und gelebten Utopien mit Namen und Gruppen, wie u.a. Fidus, Gusto Gräser, Erich Mühsam, Herrmann Hesse und den Gruppen in Ascona (Monte Verita) und Berlin-Schlachtensee, die ihr Nachleben seit Mitte der 50er Jahre in Deutschland (der SDS und die politisch-historischen Folgen bis in die Gegenwart) und die US-amerikanischen Bewegungen (der esoterischen Öko-Anarchos und den auch fatalen Folgen für Bob Dylan) hatten. US-amerikanische Wirklichkeit und deutsches Bewußtsein nach 1945 begegneten sich hier bereits, so wie späterhin, vermittelt über den Geist der Rockmusik sich Hippietum und 68er Revolte, sich aus einem, wenn auch bis in die Gegenwart häufig mißverstandenem, irrationalem Konglomerat speisten.(9) Im Zentrum der Vorstellungs-Welten standen seit dem19.Jahrhundert Gesellschaftsentwürfe einer Neuen Gemeinschaft und des idealisch neu konzipierten Menschen, der durch Absonderung zur Gemeinschaft erst gelangen sollte – durch Selbsterziehung, andere Natur-Wahrnehmung, Kraft des guten Willens und fernab aller wirtschaftlichen Verflechtungen und mit ihnen verbundenen sozialen und geistig-seelischen Deformierungen:

Die beiden Projekte in Ascona und Berlin faszinierten neben Wahrheitssuchern und Gesundheitsaposteln, Phantasten und Sektierern auffallend viele Schriftsteller und Künstler. Sie wurden nicht nur von den sozialen Experimenten und den Utopie-Entwürfen angezogen, auch die avantgardistischen Impulse spielten eine große Rolle. Erst zwanzig Jahre später sollten die DaDaisten und Surrealisten mit der Forderung nach Identität von Kunst und Lebenspraxis mit dem ‚Versuch einer Verwirklichung der realen und nicht der ästhetisch eingebildeten Bedürfnisse des Menschen‘ radikale Postulate aufstellen, die alle bisherigen Kunstkonzepte außer Kraft setzten.(10)

In seinen Denkbildern reflektierte Walter Benjamin diese Neue Gemeinschaft und ihren Zeitgeist allerdings skeptisch und zwiespältig, als er formulierte: In jenen halb verpfuschten Bohemiens… ist die Sehnsucht nach Freiheit am stärksten. Andererseits aber scheint es, als ob die intensive Befassung mit der Kunst, mit der sozialen Frage sie erst so krank gemacht hat. Mit anderen Worten: Krankheit ist hier ein soziales Emblem, wie der Wahnsinn es bei den Alten gewesen ist. Die Kranken haben ganz besondere Kenntnis vom Zustand der Gesellschaft.(11)

Allerdings waren diese feurigen Vorstellungen, realen und Kopf-Geburten durchaus schon in der Geschichte der Kunst, besonders der Malerei, nahezu vulkanisch als Metapher hervorgetreten. Es war Albrecht Dürer der die Wirklichkeit mit neuen Dimensionen und Vorstellungen radikal bedacht und verändert hatte:

Die große Kunst der Molerei ist vor viel hundert Johren bei den mächtigen Künigen in großer Achtbarkeit gewesen, dann sie machten die fürtrefflichen Künstner reich, hieltens wirdig, dann sie achteten solche Sinnreichigkeit ein gleichformig Geschopf noch Gott. Dann ein guter Maler ist inwendig voller Figur. Und obs müglich wär, daß er ewiglich lebte, so hätt er aus den inneren Ideen, dovan Plato schreibt, allweg etwas Neus durch die Welt auszugießen.(12)

Die Wirklichkeit der Natur und der Kultur entstammt also der inneren Wirklichkeit und Kraft der Vision, sie sind schöpferisch, künstlerisch und prophetisch und nicht künstlich – so wollte es der damalige Bewußtseinszustand. Im Falle der Malerei von Till Gerhard tritt jedoch gerade das Künstliche als visuell-strategisches und handwerklich-technisches Element in zweifacher Absicht hinzu: das Malen in mehreren Schichtungen mit diversen Malmitteln (vom Pinsel bis zur Spritzpistole) wird in Form-Inhalts-Korrelation benötigt, um die Mal-Gründe wiederum als Abriß- und Bruchstellen der Wahrnehmung selbst zu thematisieren. Mit dem Verweis auf die (Foto-, Film und Plakat-) Aus- und Abrißtechnik seit der Entwicklung der Collage bis hin zur Praxis der Nouveaux Realistes, wird auf die generellen Bruchlinien sowohl der künstlerischen Entwicklungen, als auch der medialen Praxis für aktuelle Massen-Publikationen und Propagandismen verwiesen. Bei den Guten und den Anderen ist nichts wirklich – wie es scheint. Aber es ist nach Herbert Marcuse gerade das Arbeiten und Spielen mit dem Schein und seinen transfomatorischen Möglichkeiten, in der die Wahrheit der Kunst erscheint: Aber in dieser Transformation der Wirklichkeit im Schein, und nur in ihr, erscheint die subversive Wahrheit der Kunst. In diesem Universum ist jedes Wort, jede Farbe, jeder Klang ’neu‘, anders, bricht mit dem vertrauten Kontext des Wahrnehmens und Verstehens, der sinnlichen Gewißheit und der Vernunft, in dem Mensch und Natur befangen sind.(13)

Die Ästhetik von POP Art und Pop-und Rock- (musikalischer und auch plakativ-designerischer) Bewegung selbst ist ja verführt und aufgeklärt zugleich, durch das Einsetzen von Strategien der Auslassung, der Bruchlinien und neuen Zutaten der Verrätselung. Dies charakterisiert ihre strategisch genutzte Ambivalenz zwischen Re-Poetisierungen gegen einen instrumentalisierten und einseitig technoiden Vernunftbegriff einerseits, und andererseits der Nutzung zur kommerzialisierten Reproduktion. Erst eine Ästhetik des Vor-Scheins (Ernst Bloch)(14) schafft die Möglichkeit zur wahren Subversivität (auch der subversiven Affirmativität) der Kunst als aufklärerisches und dialektisch-aufklärerisches Mittel zur Bewußtseins- und Erkennnisveränderung, wenn sie mit diesem Mittel arbeitet:

Alle Kunstwerke, und Kunst insgesamt sind Rätsel; das hat von alters her die Theorie der Kunst irritiert. Das Kunstwerke etwas sagen und mit dem gleichen Atemzug etwas verbergen, nennt den Rätselcharakter unterm Aspekt der Sprache. Er äfft clownshaft; ist man in den Kunstwerken, vollzieht man sie mit, so macht er sich unsichtbar; tritt man heraus, bricht man den Vertrag mit ihrem Immanenzzusammenhang, so kehrt er wieder wie ein spirit.(15)

Diese Aussage Theodor W. Adornos aus der Ästhetische(n) Theorie zeigt damit auch die Notwendigkeit einer Verbindungslinie zwischen dem Unheimlichen (Rätsel) und einem Lieblingswort alternativer Bewegungen und Utopien auf: der Geist, der Spirit soll eine Einheit schaffen zwischen naturalistischen, idealistischen und realistischen Bezügen – zwischen Leib, Geist und Seele als Einheit. Doch als Sehnsucht und Utopie (die nach Ernst Bloch nur noch keinen Ort hat) nach Harmonie der diversifizierten Bereiche in kapitalistischen und hochspezialisierten Gesellschaften sind sie scheinbar zum Scheitern verurteilt, bleiben aber – wie in den vorliegenden Bildwelten – möglich, weil die Erkenntnis der dialektischen Verschränkung von subjektivem und objektivem Faktor im Welt- und Geschichtsprozeß dem  utopischen Denken immanent ist und Grund sowohl seines kritischen Verhältnisses zum gegebenen wie seines affirmativen zum wünschbar Möglichen – deren Einheit ist sein revolutionärer, auf Realisierung drängender Grundzug.( 16) Diese parallel und synchron heimeligen, unheimlichen, kritischen und auf Realisierung drängenden Utopien scheinen in der Malerei von Till Gerhard auf: in Ambivalenz und Poesie, also dialektisch-aufklärerisch, nur in den Dimensionen des Bildes und seiner Deutungen zu erfassen. Mit den Worten des Philosophen Heinz Paetzold: Ästhetische Erfahrung ist nur in dem Maße legitimiert, wie sie Kritik gegenüber dem Bestehenden befestigt und ausbildet. (17) Damit gehört die sur- und realistische Phantasie nicht nur an die Macht, sondern wird zum erkenntnis-theoretischen und praktischen Mittel.
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3. (Sur)Realität der Bilder zwischen Wirklichkeit, Wahrheit und Wahn

Eine der möglichen Aufgaben künstlerischer Reflektion und Tätigkeit besteht – nicht nur seit dem 19. Jahrhundert in Folge der Französischen Revolution und ihren Konsequenzen – in dem Aufzeigen der Bruchlinien, Risse und Lücken zwischen idealistischen Ansprüchen, gewagten Utopien, realisierten Veränderungen und realen Irrungen und Verwirrungen. Diese zwischen subjektiver Aneignung, objektiv (wissenschaftlich) behaupteten Tatsachen und realer Umsetzung schwankenden und schwebenden Sachverhalte, die zumeist als Wirklichkeit (und vorschnell als Realismus) umschrieben werden, sind die Bedingung einer Möglichkeit innerhalb der Malerei und des Kunst-Konzeptes von Till Gerhard und könnte in Analogie zu einem poetischen Bändchen auch als Ein Komplott aus Spiel, Spaß und Entsetzen(18) bezeichnet werden. Die Zusammenkunft des scheinbar nicht logisch-rational begründetem und begründbaren wird visuell aufgezeigt und zunächst aufklärerisch als Dennoch-Wahr gezeichnet, malerisch collagiert und ausgeführt und intellektuell forschend durchdrungen. Bei den geneigten Betrachtern wird mit dem technisch-strategischen Mittel der vermeintlich schön gemachten Malerei stets eine Zustimmung über das was Kunst ist und sie leisten kann abgeholt, um dann im nächsten Schritt des Nachfragens, der genaueren Betrachtung, zu erkennen, daß es sich hier um viel mehr handelt – und das ist einer Kunst-Konzeption seit Caspar David Friedrich und dem Geist der Revolte aus der Romantik und seinem Konzept der vermeintlich deutschen Innerlichkeit(19) deutlich gestundet und verwandt.
Nicht nur wird mit dem Mittel der erzählerischen Malerei die Kunst im Status von Malerei und Wahrheit befragt.

Die zeitbezogenen, kunstgeschichtlichen Kategorien (u.a. Naturalismus, Idealismus, Realismus, Surrealismus) werden zudem in ihren technischen und stilkritischen Differenzierungen (Historienmalerei, Collage-Technik, Eklektizismus etc.) eingesetzt, um für ein zum Leben gehörendes Staunen als ethisches Prinzip zur Vor-Stellung ästhetischer Phänomene zu werben: die Wirklichkeit der Wahrheit ist so komplex und kompliziert, daß wir ihr nicht mit apodiktisch und akademisch verordneten Kategorien auf die Spur kommen können. Denn die Wahrheit ist ein Plural und geht stets mit ihren Gegenteilen und eigenen Widersprüchen schwanger.
So handelt es sich bei dem eingangs beschriebenen Bild eines Rockers übrigens nicht um eine malerische Transformation des Künstlers, sondern es ist das reale Foto vom Festival selbst, daß wie ein gemaltes und erfundenes Bild wirkt: die Augenfalle hat zugeschlagen.
Die Fragestellungen und realen Umsetzungsformen von Till Gerhard sind nicht emphatische Differenzierungen von kategorialen Erscheinungen allein. Der Künstler arbeitet als intellektuell-visuell Fragender, dem es kein zureichender Grund ist nur mit André Breton und dem zweiten surrealistischen Manifest zu arbeiten:
Die simpelste Tat des Surrealisten ist, mit Revolvern in den Händen auf die Straße zu gehen und wahllos wie wild in die Passanten zu ballern. So evident und richtig gedacht dies war und sein mag.
Seine Phänomenolgie der Geister, die jeder Künstler, Intellektuelle oder Betrachter für sich ganz alleine ruft, ist im anschaulichen und reflexiven Falle Kunst als wissenschaftliche Forschung bezogen auf Geschichte, Soziologie, Kunstgeschichte, Esoterik, philosophische Aspekte der Politik und musikalische Momente und Möglichkeiten von Kunst und Rock-Musik als Historie und Möglichkeit der Revolte und Revolution in Einem. Ich möchte diese Kunst nicht nur als gelungen in ihren vorher angedachten Formen, Dimensionen und Deutungs-Möglichkeiten beschreiben: Zwischen Wirklichkeiten, Wahrheiten und Wahn-Vorstellungen gelingt den Bild- und Reflektions-Ebenen der Kunst von Till Gerhard etwas ganz seltenes: die Bilder lügen nicht, sie sind so realistisch, abstrakt und konkret wie es unsre Geschichte selbst ist – und in dieser dann dennoch vorhandenen Wahrheit der Wirklichkeiten, Widersprüche und Wahnvorstellungen liegt Bewußtsein, Spiel, Widerspruch und Aufbruch.

Die Fähigkeit zu besitzen, Das Dreckige Licht der Alten Zeit visuell zur Reflektion freizusetzen, spricht Bild und Bände von einem hohen Geist: I can hear music… – und die Revolution ruft malerisch-musiaklisch stetig nach einer ambivalenten Form: Do it! Und vor allem: Do it again…

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Anmerkungen

1 Heiner Müller, Brief an Linzer, 1975, Zit.n.: Fischer-Lichte, e., Geschichte des Dramas 2, Tübingen, 1990, S.272
2 Gerlach, G.F., Die Kunst der Leerstellen als Vermittlerin realer Erfahrung, in: Franz Erhard Walther, Mit dem Körper sehen, Kunstsammlung Gera, 1997, S. 19f.
3 vgl. Kat. Ausst., Man Son 69 – Vom Schrecken der Situation, Hamburger Kunsthalle, 2009, darin u.a.: Till Gerhard, G.F. Gerlach
4 Herding, K. (Hrsg.), Realismus als Widerspruch, Frankfurt a.M., 1978
5 siehe 3), darin: Gerlach, G.F., 1969: Die erneute Erwartung des eingeborenen Menschensohns, S. 41f.
6 Bohrer, K.H., Die gefährdete Phantasie, oder Surrealismus und Terror, München, 1970
7 Fromm, E., Märchen, Mythen, Träume, Stuttgart, 1980, S.18
8 siehe 7), ebda. S.19
9 vgl.: Salziger, H., Rock Power oder wie musikalisch ist die Revolution?, Reinbek bei Hamburg, 1972
10 Druvins, U., Alternative Projekte um 1900. Utopie und Realität auf dem ‚Monte Verita’…, in: Gnüg, H. (Hrsg.), Literarische Utopie-Entwürfe“, Frankfurt a.M., 1982, S. 242
11 Benjamin, W., Die ‚Neue Gemeinschaft‘, in: Benjamin, W., Illuminationen, Frankfurt a.M., 1980, S. 311
12 vgl.: Panofsky, E., IDEA, ein Beitrag zur Begriffsgeschichte der älteren Kunsttheorie, Berlin, 1985, S. 69f.
13 Marcuse, H., Die Permanenz der Kunst, München/Wien, 1977
14 Bloch, E., Ästhetik des Vor-Scheins 1, Hrsg. v. Ueding, G., Frankfurt a.M., 1974
15 Adorno, Th. W., Ästhetische Theorie, Frankfurt a.M., 1980, S. 182f.
16 siehe 14), ebda S.8
17 Paetzold, H., Neo-Marxistische Ästhetik, Bd.II, Düsseldorf, 1974, S.131
18 Wolf, R., Ein Komplott aus Spiel, Spaß und Entsetzen, Stuttgart, 1994
19 siehe 2), dort: S. 26, Stichwort: Innerlichkeit

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Till Gerhard „Dreckiges Licht der alten Zeit“

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Katalog der Ausstellung als PDF Till Gerhard im Marstall Text: Gunnar F. Gerlach

Katalog 100 Seiten ISBN 978-3-00-029240-8

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Einblick in die Ausstellung

till-Gerhard-gfok-gerlach-stange09-1200Till Gerhard | Klaasohmfest [::] |  Fotos: Jörg Stange

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Gunnar F. Gerlach, Christine Ebeling

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Ehemaliger Stormarnschüler zeigt seine Bilder Till Gerhard bringt Woodstock nach Ahrensburg

Von Martina Tabel 31. Oktober 2009, 06:00 Uhr

Maler mit Erfolg: Werke des 37-Jährigen hängen in der Hamburger Kunsthalle, in Madrid, Mexiko und New York.

http://www.abendblatt.de/region/stormarn/article1253168/Till-Gerhard-bringt-Woodstock-nach-Ahrensburg.html

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Ausstellung „Dreckiges Licht der alten Zeit“ von Till Gerhard im Marstall Ahrensburg

Till Gerhard

Vom 1 – 29. November 2009 zeigt die Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein im Marstall von Schloß Ahrensburg die Ausstellung „Dreckiges Licht der alten Zeit“ des Hamburger Künstlers Till Gerhard.

http://www.kulturstiftung-stormarn.de/kunst_kultur/20091027.html

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http://www.marstall-ahrensburg.de/index.php?GUID=1

Marstall, Ahrensburg Öffnungszeiten: mittwochs bis sonnabends 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags 11 bis 17 Uhr.

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Katalog 100 Seiten ISBN 978-3-00-029240-8:

Till Gerhard «Dreckiges Licht der alten Zeit»

Gunnar F. Gerlach «Mythos und Ambivalenz der Bilder zwischen Wirklichkeit, Wahrheit und Wahn»

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metainfo

Zum Tod von Claude Levy-Strauss

Fernab von allem Kitsch

Der Begründer der strukturalen Anthropologie ist kurz vor seinem 101. Geburtstag in Paris gestorben. Was von Claude Levy-Strauss aktuell bleibt. VON CORD RIECHELMANN

Es gibt ein Foto, auf dem Claude Lévi-Strauss mit einem schwarzen Vogel, der auf seiner Schulter sitzt, zu sehen ist. Die beiden wirken vertraut, aber es bleibt ein Rest an Distanz zwischen Vogel und Lévi-Strauss.

http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/fern-ab-von-allem-kitsch/

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Gunnar F. Gerlach: 1969 Die erneute Erwartung des eingeborenen Menschensohnes

https://medienwatch.wordpress.com/gunnar-f-gerlach-1969-die-erneute-erwartung-des-eingeborenen-menschensohnes/

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150. Geburtstag
Autor: Mateo Kries| 26.02.2011

Rudolf Steiner beeinflusst wieder die Avantgarde

Mehr als Waldorf oder Esoterik. Mittlerweile beziehen sich Künstler wie Konstantin Grcic oder Olafur Eliasson auf Rudolf Steiner.
http://www.welt.de/kultur/article12645921/Rudolf-Steiner-beeinflusst-wieder-die-Avantgarde.html

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kunstwissenschaft: gunnar f. gerlach, fotografie: jörg stange, gfok kunstarchiv

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November 10, 2009 at 09:06

Veröffentlicht in

Jeffrey Tate: Benjamin Brittens „War Requiem“ in der Laeiszhalle

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Jeffrey Tate-gfok-stange-gerlach-700-09.Foto: Jörg Stange

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Von Petra Schellen

„Wissen wir, dass pazifistische Musik nichts nützt?“

KRIEGSGEDENKEN Zu seinem Amtsantritt als Chefdirigent lässt Jeffrey Tate die Hamburger Symphoniker Benjamin Brittens „War Requiem“ aus dem Jahr 1962 aufführen. Eine Stückwahl, für die der Engländer sehr persönliche Gründe hat, wie sich im Interview zeigt

taz: Herr Tate, warum spielen Sie zum Auftakt ausgerechnet das „War Requiem“?

Jeffrey Tate: Wegen meiner Affinität zur menschlichen Stimme wollte ich einerseits ein vokales Werk aufführen. Andererseits wollte ich – als Engländer, der in Deutschland lebt – dem 70. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs Rechnung tragen. Hinzu kommt, dass ich die Uraufführung des Requiems 1962 in der von Deutschen zerstörten, wieder aufgebauten Kathedrale von Coventry gehört habe. Britten hatte sie ja als Akt der Versöhnung konzipiert – er wollte russische, englische und deutsche Solisten zusammenbringen. Ich war damals sehr radikalisiert und stark beeindruckt von diesem pazifistischen Stück. Hinzu kommt, dass es das Publikum sehr direkt anspricht – und dabei keineswegs „gefällig“ ist, wie Adorno damals fand:

http://www.taz.de/regional/nord/kultur/artikel/?dig=2009%2F09%2F19%2Fa0244&cHash=5d0f15cc38

Sonntag, 19 Uhr, Hamburg, Laeiszhalle

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dadabuell-denunziale-stange-gerlach.09Foto: Jörg Stange, 09 «NOB-Bahn-Nature-Notes» (flashpicture)

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War Requiem

Das War Requiem op. 66 ist eine Komposition von Benjamin Britten. Sie wurde am 30. Mai 1962 in der neugebauten Kathedrale von Coventry uraufgeführt, deren Vorgängerbau im Rahmen der deutschen Bombardierung der Stadt Coventry im Zweiten Weltkrieg bei der Luftschlacht um England weitgehend zerstört wurde.

„My subject is War, and the pity of War,
The Poetry is in the pity …
All a poet can do today is warn.“

„Mein Thema ist der Krieg und das Leid des Krieges.
Die Poesie liegt im Leid …
Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist: warnen.“


Worte von Wilfred Owen; von Benjamin Britten als Vorspruch vor die Partitur gesetzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/War_Requiem.

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Jeffrey Tate, Dirigent Michèle Crider, Sopran John Mark Ainsley, Tenor Christian Gerhaher, Bariton NDR Chor Staatlicher Chor ‚Latvija‘ Knabenchor Bratislava

Britten: War Requiem

1. Symphoniekonzert der Hamburger Symphoniker
Sonntag, 20. September 2009 19.00 Uhr
Laeiszhalle, Großer Saal, Johannes-Brahms-Platz

Karten: [Laeiszhalle & Elbphilarmonie = Intendanz „Unter einem Dach“]

http://www.elbphilharmonie.de/events/000000e9:00005b11.de

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Auftakt einer Ära

Von Peter Krause 22. September 2009, 04:00 Uhr

Der neue Chef Jeffrey Tate dirigiert die Hamburger Symphoniker nicht nur mit Herz und Seele, sondern auch mit scharfem Musikverstand
Es ist eine im Wortsinn gewaltige Partitur, die sich Jeffrey Tate für sein Antrittskonzert als Chefdirigent der Hamburger Symphoniker gewählt hat: das „War Requiem“ seines Landsmannes Benjamin Britten. Musik als Botschaft, als Mahnung und als Fürbitte ist das, mit der Tate nicht zuletzt an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren erinnert. Der neue Hoffnungsträger der Musikstadt Hamburg gibt sich damit nicht nur geschichtsbewusst, er setzt ein für seine Musiker und sein Publikum entscheidendes Zeichen: Musik dient nicht nur der gehobenen Unterhaltung und Zerstreuung – sie muss auch herausfordern, berühren und uns in Herzen,

http://www.welt.de/die-welt/kultur/article4587593/Auftakt-einer-Aera.html

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metamemo

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The opening „Requiem aeternam“ from Benjamin Britten’s War Requiem conducted by Mstislav Rostropovich at the Royal Albert Hall, 1993.

Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch (russ. Мстислав Леопольдович Ростропович, wiss. Transliteration Mstislav Leopol’dovič Rostropovič; * 27. März 1927 in Baku; † 27. April 2007 in Moskau) war ein russischer Cellist, Dirigent, Pianist und Humanist. Er gilt als einer der bedeutendsten Cellisten aller Zeiten.

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Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch-Baku

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wiki/Mstislaw_Leopoldowitsch_Rostropowitsch

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September 19, 2009 at 18:55

Spirit: Krieg in Serie als american way of life° + more

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war-sea-stange-gfoktv-war-picture | Foto: jörg stange

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Krieg in Serie als american way of life

David Bromwich, Professor an der US-Elite Universitaet Yale und Blog-Autor der Huffington Post, befasst sich mit der Frage, wie das Initiieren und Fuehren von Kriegen zum modernen „american way of life“ werden konnte. Es sei heute fuer keinen Praesidenten noch moeglich, einen Krieg zu beenden, ohne den naechsten anzufangen oder zu intensivieren.

Bromvich berichtet ueber die Bemuehungen des Militaerapparates, Kriege „auf Vorrat“ zu planen, anstatt sich von ihnen ueberraschen zu lassen.

Bromwich setzt der amerikanischen Perspektive des permanenten Krieges die Vision der Gruendungsvaeter entgegen, deren Vorstellung darin bestand, dass ein souveraener demokratischer Staat keine Kriege fuer seine Eigeninteressen noetig habe, wie die vergangenen Monarchien Europas.

In den vergangenen zwei Jahrhunderten sei es die ueberwiegende Einschaetzung gewesen, dass Krieg als Verirrung, als Perversion der Politik zu betrachten sei. Um so mehr die Vorstellung mehrerer gleichzeitig gefuehrter Kriege.

Nach dem zweiten Weltkrieg seien die Impulse stark gewesen, etwa im Zusammenhang der Gruendung der UN, die Perspektive eines dauerhaften Friedens zu erreichen. Dies sei damals noch Mainstream gewesen. Auch nach den Kriegen in Korea und Vietnam habe nie die Vorstellung geherrscht, man muesse, wenn man einen Krieg beende, mit einem anderen fortsetzen. Der Vietnamkrieg sei weitgehend verdraengt worden, als amerikanisches Trauma: die Rechten haetten den Schluss gezogen, man habe nur mit halber Kraft gekaempft und deshalb verloren. Die Liberalen wiederum uebertrugen die Verantwortung einem Schuldigen: dem Aussenminister McNamara. Alle uebrigen Beteiligten wuerden von ihnen außer Acht gelassen, auch Nixon und Kissinger, die die massive Ausweitung des Krieges in die Nachbarlaender betrieben.

Bromwich erinnert an die Anweisung Kissingers zum massiven Kriegsverbrechen: man beabsichtige gegenueber Kambodscha „a massive bombing campaign in Cambodia [using] anything that flies on anything that moves.“, die anschliessend durchgefuehrt wurde.

Auch die Liberalen haetten damals den Krieg in vollem Umfang unterstuetzt mit der Neigung, Kritiker als Landesverraeter zu betrachten.

Bromwich weist auf das Trauma der Demokraten hin: sie staenden in Gefahr, als „vaterlandslose Gesellen“ gebrandmarkt zu werden, sobald sie sich nicht mit uneingeschraenkter Loyalitaet fuer einen Krieg engagierten.

Man habe die oeffentliche Wahrnehmung gezuechtet: Republikaner wuessten, wie man einen Krieg anfaengt und wie man ihn beendet. Demokraten gaelten diesbezueglich als unzuverlaessig. Bromwich weist auf die Kampagne des Senators Joe McCarthy in den 50er-Jahren hin, der die Demokraten des „20-jaehrigen Verrats“ bezichtigte: sie haetten unter Roosevelt und Truman versaeumt, gegen den Kommunismus zu kaempfen.

Vor diesem Hintergrund sei es nachvollziehbar, dass demokratische Praesidenten die Neigung zeigten, Kriege zu beginnen oder auszuweiten, etwa unter Johnson, unter Clinton und nun unter Obama..

Clinton habe in Jugoslawien einen Test-Krieg gefuehrt – wie vor ihm Reagan in Grenada und G.H. Bush in Panama: um die Ausruestung des Militaers und die Funktion der Propaganda zu ueberpruefen.

In den 90er-Jahren habe man die Motivation der humanitaeren Kriegfuehrung entdeckt. Der Kosovo-Krieg sei deshalb mit Enthusiasmus gefuehrt worden.

Im Westen haetten sich alle mit Begeisterung dafuer engagiert und die Wohltaten des Bombenkrieges gefeiert, etwa durch Tony Blair. Damals sei die Grundlage zur serienweisen Kriegfuehrung gelegt worden.

Tatsaechlich sei damals jedoch der Bruch des Waffenstillstands durch die von westlicher Seite unterstuetzten UCK verursacht worden. Waehrend die NATO vorgab, Unheil von der bedrohten Bevoelkerung abwenden zu wollen, habe sich die Zahl der Opfer durch den Krieg vervielfacht.

Die weitere Entwicklung beschreibt Bromwich anhand eines Artikels der New York Times vom Januar 2003, „The American Empire: The Burden“, in der Michail Ignatieff den Krieg als Buergerpflicht beschreibt: die Amerikaner duerften nicht einer egoistischen Mentalitaet verfallen und sich damit begnuegen, dass sie Freiheit und Demokratie geniessen koennten, waehrend die Welt jenseits ihrer Landesgrenzen in Barbarei versinke. Man habe die Verpflichtung, sich auch um Bosnier, Kosovaren, Afghanen und unterdrueckte Iraker zu kuemmern.

„Regime change is an imperial task par excellence, since it assumes that the empire ’s interest has a right to trump the sovereignty of a state… Regime change also raises the difficult question for Americans of whether their own freedom entails a duty to defend the freedom of others beyond their borders..(…)

„There are the Kosovars, who would still be imprisoned in Serbia if not for Gen. Wesley Clark and the Air Force. The list of people whose freedom depends on American air and ground power also includes the Afghans and, most inconveniently of all, the Iraqis“.

war-air-stange-099tv-war-picture | Foto: jörg stange

Im Ergebnis zitiert Bromwich die Unterstaatssekretaerin Flournoy im Pentagon unter der aktuellen Regierung bei der Entwicklung moderner Konzeptionen der Kriegfuehrung, deren Arbeit in einem Artikel der New York Times reflektiert wird:

„Already Ms. Flournoy is a driving force behind a new military strategy that will be a central premise of the Q.D.R., the concept of ‚hybrid ‚ war, which envisions the conflicts of tomorrow as a complex mix of conventional battles, insurgencies and cyber threats. ‚We ‚re trying to recognize that warfare may come in a lot of different flavors in the future, ‚ Ms. Flournoy said.“

Bromwich fragt sich, ob man sich bei „komplexen Mischungen“ und „diversen Geschmacksnoten“ nun im Bunker oder am Kuechentisch befinde.

Darueberhinaus fuehrt er Pentagonchef Robert Gates an, der im Fernsehinterview erklaerte:

„I wanted a department that frankly could walk and chew gum at the same time, that could wage war as we are doing now, at the same time we plan and prepare for tomorrow ’s wars.“ Sein Wunsch sei es, eine Militaerbehoerde zu fuehren, die gleichzeitig laufen und Kaugummi kauen koenne; die also in der Lage sei, einen Krieg zu fuehren, wie dies aktuell geschaehe, und GLEICHZEITIG die Kriege der Zukunft zu planen und vorzubereiten.

Bromwich vergleicht diese Perspektive mit der der US-Gruendervaeter: fuer diese war der einzige legitime Krieg der Krieg zur Verteidigung des eigenen Territoriums gegen einen angreifenden Feind. Ein solcher Feind sei fuer das heutige Amerika nicht mehr zu erkennen. Man muesse nun Tausende Kilometer jenseits des Horizonts und der Ozeane ueberwinden, um Feinde der USA anzutreffen.

Getrieben werde der militaerische Komplex heute nicht mehr nur durch das imperiale System mit Militaerbasen in jedem Teil der Erde und durch die Wirtschaftsinteressen der interessierten Konzerne: Lockheed, Halliburton, Blackwater und DynCorps.

Mit dem Militaer habe sich innerhalb der amerikanischen Gesellschaft auch eine Art Aristokratie herausgebildet, die ein priveligiertes Leben geniesse, der fuer die angehoerige Berufsgruppe die Wunschtraeume des Sozialismus erfuelle.

Den Kontrast zum Konzept der Gruendervaeter, die die Ambitionen eines Imperiums fuer unvereinbar mit der Idee der Republik hielten, koenne man heute vielleicht ignorieren. Man solle aber doch den Schluss beruecksichtigen, den diese zogen: Diejenigen, die die Fruechte des imperialistischen Systems genoessen, verwandelten sich letztendlich ebenfalls in Sklaven. gw

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http://www.huffingtonpost.com/david-bromwich/americas-wars-how-serial_b_242347.html

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/articles/A58802-2004May26.html

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SPIEGEL-Interview |  Task Force 373 | Afghanistan-Protokolle | 26.07.2010

„Wir müssen sie stoppen“

WikiLeaks-Gründer Julian Assange, 39, über sein Netzwerk, seine Mission und seine Regeln
SPIEGEL: Herr Assange, Sie veröffentlichen eine riesige Menge Geheimmaterial über den Krieg in Afghanistan. Was ist Ihr Motiv? mehr
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Dokumente zum Afghanistan-Einsatz

Logbuch des Krieges

Die Militär-Dokumente belegen, dass es eine geheime US-Einheit in Afghanistan gibt, die Taliban gezielt jagt und tötet. Damit werden die PR-Strategen widerlegt. VON SVEN HANSEN
http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/logbuch-des-krieges/

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800px-B-2_SpiritDie Northrop B-2 Spirit ist ein strategischer Langstreckenbomber, der ausschließlich von der United States Air Force betrieben wird =>[::]

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No Limit: Die totale Offenbarung und Inkarnation einer den Tod bringenden Flug-Maschine – als gigantischer Todesengel ästhetisierend in den Himmel gerückt… Wer möchte beim Anblick dieser Form-Schöpfung noch eines natürlichen Todes sterben? „Die“ Futuristen hätten allerdings kein Problem damit – nicht weil Marinetti von der Front aus Stalingrad schwerkrank heimkehrte – sondern weil er dem Futurismus abschwor… und nun im realen Leben den Krieg verherrlichte – sicher waren nicht alle „Futuras“ so – aber ihr „abtrünniger“ Kunst-Führer war nun auch noch tief von Blitz, Donner und Rauch verblendet und vernebelt – andere kamen „geheilt“ zurück… Es geht eben auch ganz anders: Es gibt kein richtiges Leben im Falschen (Adorno sei Dank.)

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Die eigentliche Luftwaffe ist der Geist – nur das ist Lufthoheit und sonst gar nichts!  Weder völkerrechtswidrige = menschenverachtende Kriege aus der Luft – oder überhaupt geführt, für welche „Wertschöpfung“ auch immer haben etwas mit „Spirit“ zu tun – sondern mit martialischem Ungeist! siehe Krieg. (jst) => [::]

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B-2 Sp(i)rit

The Northrop Grumman B-2 Spirit (also known as the Stealth Bomber) is an American heavy bomber with „low observable“ stealth technology designed to penetrate dense anti-aircraft defenses and deploy both conventional and nuclear weapons. Because of its considerable capital and operations costs, the project was controversial in Congress and among Pentagon brass. During the late 1980s and early 1990s, Congress slashed initial plans to purchase 132 bombers to just 21. = http://en.wikipedia.org/wiki/File:B-2_Spirit_original.jpg

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„SPIRIT“ im Wörterbuch:
Nomen

1. Geist
2. Rasse
3. Sinn
4. Mut
5. Elan
6. Schwung
7. Laune
8. Stimmung
9. Spiritus

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Us-Soldaten Befreiung-stangeUS-Soldaten in Berlin »Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus« 1945 | TV-Foto: Jörg Stange

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Carl von Clausewitz (Kleine Schriften | Briefe Fichte)

[…] Eine einzelne Flöte senkt vom hohen Erker herab ihr zufriedenes Lied in die Wellen – eine allgemeinere Stimme dringt der schmetternde Ruf der Posaune vom Schloßturme herab an das Ohr von ganz Königsberg –, ich weiß nicht, ob jemand imstande ist, sich aus diesen Zügen ein Bild zusammenzustellen; aber wem diese ungleichartigen Dinge zugleich die Sinne treffen, in dessen Gemüte werden sie sich bald zu einem wunderbaren Eindrucke verschmelzen. […]

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Den »Geist«, in den Mittelpunkt jeder Betrachtung über die Kriegführung zu rücken

[…] Um von einer solchen Ausartung der Kriegskunst in kleinliches Handwerkswesen, die, wie schon bemerkt, keineswegs bloß im Mittelalter stattgefunden hat, vielmehr in mancher Periode der spätern Jahrhunderte noch viel höher gestiegen ist, zurückzukehren, glaube ich, soll man nicht wie Machiavell an eine schon dagewesene bessere Manier sich halten und sich diesen oder jenen Formen wieder nähern, sondern einzig suchen, den wahren Geist des Kriegs wiederherzustellen. Man soll also nicht mit der Form, sondern mit dem Geiste anfangen und sicher erwarten, daß dieser die alten Formen selbst zerstören und in angemessenem wirken werde. Dieser wahre Geist des Krieges scheint mir darin zu bestehen, daß man die Kräfte eines jeden einzelnen im Heere so viel als möglich in Anspruch nimmt und ihm eine kriegerische Gesinnung einflößt, damit so das Kriegsfeuer alle Elemente des Heeres durchglühe und es nicht in der großen Masse eine Menge toter Kohlen gebe. Dies geschieht (so viel in der Kriegskunst liegt) durch die Art, wie man den einzelnen behandelt, noch mehr aber, wie man ihn gebraucht. Weit entfernt also, daß die Kriegskunst der Neuern die Tendenz haben sollte, die Menschen als bloße Maschinen zu gebrauchen, muß sie, so gut als jede andere, so weit es ihr die Natur ihrer Waffen erlaubt, die individuellen Kräfte beleben. Dies hat freilich seine Grenzen, denn eine unerläßliche Bedingung bei großen Streitmassen ist eine solche Einrichtung, daß sie ohne zu große Reibung von einem vernünftigen Willen geleitet werden können. Aber hier sollte man auch stehenbleiben und nicht, wie dies zumal im 18. Jahrhundert die Tendenz gewesen ist, das Ganze zu einer künstlichen Maschine bilden wollen, worin die moralischen Kräfte den mechanischen untergeordnet werden, die ihre Wirkung durch die bloße Einrichtung äußern, die den Feind durch bloße Formen besiegen soll, und in der dem einzelnen die möglichst kleinste Aufgabe zum Gebrauch seiner intellektuellen Kräfte gegeben ist. Daß man durch Belebung der individuellen Kräfte unendlich mehr gewinnt als durch künstliche Formen, zeigt die Geschichte fast aller bürgerlichen Kriege und vorzüglich der Unabhängigkeitskrieg der Schweizer und der französische Revolutionskrieg. Die Waffen der Neuern, weit entfernt, diesem Prinzip entgegen zu sein, begünstigen dasselbe vielmehr in einem hohen Grade. Die Alten konnten der Phalanx und der Legion nicht entbehren, und diese sind unstreitig viel künstlichere Formen als die einfache Stellungsart der Neuern in zwei- oder dreifachen Reihen. Bei den Alten fand das Gefecht mit Ausnahme der leichten Truppen nur immer in diesen im ganzen doch sehr unbehilflichen Massen statt. Bei den Neuern sind die Massen nur groß, wenn es der Zweck gerade erfordert; sie können aber bis zum Vereinzeln klein werden. Die Zahl der leichten Truppen, also derer, die einzeln fechten, ist jetzt im Verhältnis zum ganzen Heere viel größer als bei den Alten, und in mancher Art von Krieg, namentlich in dem schönsten aller Kriege, in dem, welchen ein Volk auf seinen eigenen Fluren um Freiheit und Unabhängigkeit führt, kann diese Zahl vielleicht um das Doppelte mit großem Vorteil steigen […]

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[…] Und wenn bei den Neuern, neben diesen Gründen, der Mangel eines individuellen kriegerischen Sinnes noch durch die absichtliche Vernachlässigung des wahren Kriegsgeistes, durch eine falsche Tendenz der Kriegskunst nach toten Formen hervorgebracht worden ist, so kennen wir ja die beiden Hauptquellen, welche wir wieder zu eröffnen haben, damit uns der kriegerische Sinn wieder zuströme und uns unsern Nachbarn furchtbar mache. Jene, der bürgerliche Zustand, ist Sache der Verfassung und Erziehung, diese, der zweckmäßige Gebrauch des Kriegsstoffs, ist Sache der Kriegskunst.

Wenn also in dieser das obige Prinzip befolgt wird und man seinem Heer die höchste Einfachheit in der Zusammenstellung gibt, an die Spitze der einzelnen Abteilungen Männer von kriegerischem Sinn stellt, die also einen hohen Grad von Tätigkeit und Unternehmungsgeist haben; wenn der oberste Feldherr im Geiste des Vertrauens auf sie seine Unternehmungen einrichtet, wenn er selbst ein kühner kriegerischer Mann ist, der keinen andern als den kriegerischen Geist aufkommen läßt und durch Aufopferungen diesen hervorzubringen weiß; wenn also die Kräfte des ganzen Heeres mehr entwickelt werden, so wird bald von oben herab und durch die vollkommene stete Berührung mit der Gefahr die kriegerische Tugend sich bis in die Elemente des Heeres verbreiten; in jedem Fall wird der kriegerische Sinn, welcher aus andern, z. B. politischen Ursachen schon in einzelnen vorhanden war, nicht im Heere durch das Zusammentreffen in eine große Maschine erstickt werden, wie meistens bisher geschah. Dann werden Vorurteile in Rücksicht auf Waffen und allgemein auf Formen von selbst zugrunde gehen; denn in jeder Kunst ist ja der natürliche Feind aller Manier der Geist.

Ich bekenne, daß ich eine sehr hohe Vorstellung von der Überlegenheit einer solchen Kriegsart habe, in welcher kriegerische Tugend das ganze Heer in seinen kleinsten Teilen belebt und in der das Hauptbestreben der Kunst in der vollkommensten Benutzung dieser kriegerischen Tugend besteht, und daß ich glaube, sie werde jede andere Kriegskunst, ein wie vollkommenes Produkt des Verstandes sie auch wäre, überwältigen, nicht zu gedenken, daß sie ihrer Natur nach sich der vollkommensten Form am meisten nähern würde. Und wenn sich noch von selbst aufdringt, wie sehr sie im besonderen unserer gegenwärtigen Lage entsprechen würde, so glaube ich, daß wir nach ihr vorzüglich streben und von ihr unsere Rettung erwarten müssen.

Verzeihen Sie mir diese offenherzige Mitteilung, die ich in höchster Anspruchslosigkeit mache, und bloß aus dem heiligen Eifer, der uns jetzt alle enger vereint. Ist nur ein Funke Wahrheit darin enthalten, so wird sein schwacher Schimmer dem großen Philosophen, dem Priester dieser heiligen Flamme, nicht entgehen, dem durch ein schönes Vorrecht der Zutritt offen steht zu dem Innersten, zu dem Geiste jeder Kunst und Wissenschaft.

Königsberg, den 11. J. 1809.

Carl von Clausewitz: Kleine Schriften – Kapitel 15

https://gutenberg.spiegel.de/buch/kleine-schriften-4071/15

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Bertha von Suttner

Die Waffen nieder!

Epilog.
1889

Als ich zum erstenmal wieder zu Bewußtsein gelangte war der Friede geschlossen – die Kommune überstanden. Monatelang hatte ich – von meiner treuen Frau Anna gepflegt – in einer Krankheit dahingelebt, ohne zu wissen, daß ich lebe. Und was es für eine Krankheit war – ich weiß es heute noch nicht. Meine Umgebung nannte es zartsinnig: Typhus; ich glaube aber, daß es einfach – Wahnsinn war:
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http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=3651&kapitel=7&cHash=acb2a4ed0cchap007#gb_found
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…die weiße Fahne aufzupflanzen. Ihr Schlachtruf ist: »Krieg dem Kriege«, ihr Losungswort – das einzige Wort, welches noch imstande wäre, das dem Ruin entgegenrüstende Europa zu erlösen – heißt: »Die Waffen nieder!« – Allerorts – in England und Frankreich, in Italien, in den nordischen Ländern, in Deutschland, in der Schweiz, in Amerika – haben sich Vereinigungen gebildet, deren Zweck es ist, durch den Zwang der öffentlichen Meinung, durch den gebieterischen Druck des Volkswillens die Regierungen zu bewegen, ihre zukünftigen Streitigkeiten einem – durch sie selber vertretenen – internationalen Schiedsgericht zu übermitteln und so ein für allemal an Stelle der rohen Gewalt das Recht einzusetzen. Daß dies kein Traum, keine »Schwärmerei« ist, beweisen die Tatsachen: Alabama, die Karolineninseln und mehrere andere »Fragen« wurden auf diese Art schon beigelegt. Und nicht nur Leute ohne Macht und Stellung – wie einst der arme Grobschmied – sind es nunmehr, welche sich zu diesem Friedenswerk zusammentun, nein: Parlamentsmitglieder, Bischöfe, Gelehrte, Senatoren, Minister stehen auf den Listen. Dazu noch jene Partei, deren Anhänger schon nach Millionen zählen, die Partei der Arbeiter, des Volkes, auf deren Programm unter den wichtigsten Forderungen der »Völkerfrieden« obenansteht. – Mir ist das alles bekannt (die Mehrzahl der Leute erfährt es nicht), weil ich mit jenen Persönlichkeiten im Verkehr geblieben bin, mit welchen Friedrich im Hinblick auf sein edles Ziel Verbindungen angeknüpft hatte. Was ich durch diese über die Erfolge und Pläne der Friedensgesellschaften erfahren, das wird getreulich in das »Protokoll« eingetragen.

Die letzte dieser Eintragungen ist folgender Brief, den auf eine diesbezügliche Anfrage der Präsident der in London ihren Hauptsitz habenden Liga an mich geschrieben hat:

International Arbitration and Peace Association. London 41, Outer Temple July 1889.

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…Auch ein Fürstenmanifest findet sich in dem blauen Heft – datiert März 1888 – ein Manifest, aus welchem endlich – mit altem Herkommen brechend – statt des kriegerischen, ein friedlicher Geist hervorleuchtete. Aber der Edle, der jene Worte an sein Volk erlassen, der Sterbende, der mit dem Aufwand seiner letzten Kraft nach dem Szepter griff, das er handhaben wollte, als wär’s ein Palmenzweig – der blieb machtlos an das Schmerzenslager gefesselt, und nach kurzer Frist war alles vorbei …

Ob sein Nachfolger – der begeisterungsglühende, der Großes wollende – für das Friedensideal begeistern wird?? Nicht ist’s unmöglich.

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http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=3651&kapitel=7&cHash=acb2a4ed0cchap007#gb_found

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Bertha Sophia Felicita Baronin von Suttner (* 9. Juni 1843 in Prag, geborene Gräfin Kinsky von Chinic und Tettau; † 21. Juni 1914 in Wien) war eine österreichische Pazifistin und Schriftstellerin (Pseudonyme: B. Oulot, Jemand). Sie wurde 1905 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bertha_von_Suttner

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Krieg(s) + Geist

Tägliche Rundschau 25.06.1946

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Wolfgang Weyrauch

Von der „germanischen Unschuld“ Ernst Jüngers

Neuerdings erheben sich hie und da Stimmen, die erstaunlicherweise das Kunststück fertig bringen, für den Erfinder des Begriffs der „totalen Mobilmachung“, den Dichter Ernst Jünger, eine Lanze zu brechen. Stimmen, die, bestochen vom Stil und Rang der Feder Jüngers und unter Hinweis auf seine angebliche Distanzierung zu Hitler, dafür plädieren, von seiner „Wandlung“ Wesentlichen für die demokratische Kulturerneuerung zu erhoffen. Diese Leute scheinen vergessen zu haben, daß die Schriften Ernst Jüngers die Inkarnation des Kriegerischen schlechthin sind und daß Jünger es war, der den Krieger als Existenzform erfand. Angesichts dieser Grundthesen der Jüngerschen Schriften verblaßt jener mysteriöse Traktat des Dichters Über den „Frieden“, der gegenwärtig in Kreisen reaktionärer Stilakrobaten soviel Aufhebens von sich macht; denn auch dort, wo ein Mann wie Jünger vom Frieden redet, kann es sich nur um eine Variation der von ihm glorifizierten „Stahlgewitter“ handeln. Der Dichter Wolfgang Weyrauch charakterisiert in nachfolgendem Artikel die „germanische Unschuld“ Ernst Jüngers und seinen unheilvollen Einfluß auf die Jugend als das, was sie in Wahrheit sind: Verherrlichungen der Gewalt und Barbarei:

http://www.godenholm.de/3.Ebene/text/was%20hab%20ich%20gelacht.html

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Reflexion(en) | Ernst Jünger

http://www.godenholm.de/2.Ebene/reflex.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Weyrauch

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L’Express: Für Ihren Freund Konrad Lorenz haben die Konflikte und die Kriege ihren Ursprung in der menschlichen Aggressivität. Ist das auch Ihre Meinung?

Popper: Ich glaube, daß Lorenz ein sehr großer Denker ist, aber diese Idee scheint mir falsch zu sein. Sie wird widerlegt durch Friedenszeiten, die mehrere Generationen lang andauerten. Aber natürlich kann man alles durch den Aggressionstrieb oder seine Unterdrückung oder auch durch den Sexualtrieb erklären. Eine der Aufgaben einer Regierung ist es, die Staatsbürger zu schützen, und ich glaube, daß die Kriege oft deshalb entstehen, weil man befürchtet, daß die Verteidigungskräfte im Vergleich zu einem gut bewaffneten Aggressor zu schwach sein könnten. Das kann zu militärischer Konkurrenz und zum Krieg führen. Wenn es ein psychologisches Element gibt, das für Kriege verantwortlich ist, dann ist es eher die Angst vor dem Aggressor als der Wunsch, aggressiv zu sein. […]

http://www.gkpn.de/popper.htm

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Fuer vollständige Info / Quellen / Bildmaterial / Videos usw. den nachfolgenden angegebenen Link zum Beitrag aufrufen!

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globalisierungskritische Nachrichten WWW.Meta-Info.De

Link zum Beitrag / Hintergrundinfo, Quellen oder Pressehinweis:

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Sachbuch | 10.08.10

US-Autor wirft Amerika Selbstüberschätzung vor

„So wie Ikarus litten auch die USA an Selbstüberschätzung“, sagt Peter Beinart in „The Icarus Syndrome. A History of American Hybris“:
http://www.welt.de/kultur/article8910141/US-Autor-wirft-Amerika-Selbstueberschaetzung-vor.html

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Lost & Found = »Fron(t)berichte % Feldpostbriefe« + mehr

/2009/06/27/lost-found-frontberichte-feldpostkarten/

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Nirvana – Smells Like Teen Spirit live

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USA: Brzezinsky fordert Abkehr von US-Kriegspolitik

Der langjährige Sicherheitsberater der US-Regierung Brzezinsky fordert eine Wende der US-Aussenpolitik und äußert gleichzeitig seine Befürchtungen gegenüber den Versuchen der Regierung, die Kriege im Mittleren Osten auszuweiten und ein zusammenhängendes Kriegsgebiet vom Libanon bis Pakistan und Afghanistan zu schaffen. – 10.03.07 15.03 aus dem „Freitag“

KEINE AUSFLüCHTE MEHR

Die Bush-Regierung muss einen genauen Abzugstermin für den Irak nennen, fordert der ehemalige Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats

An der für Samstag in Bagdad geplanten Irak-Konferenz sollen neben den USA auch Vertreter Syriens und des Iran teilnehmen. Ein klares Zeichen dafür, dass sich die Bush-Administration zu politischen Korrekturen gezwungen sieht, wie sie der US-Kongress mit seiner demokratischen Mehrheit energisch fordert. In beiden Kammern wird seit Wochen ein enormes politisches Potenzial aktiviert, um einen Kurswechsel der amerikanischen Außenpolitik einzuleiten. Am weitesten ging dabei Mitte Februar der einstige Sicherheitsberater mehrerer US-Regierungen, Zbigniew Brzezinski. Wir dokumentieren entscheidende Passagen seines Vortrags.

Herr Vorsitzender!

Ihre Anhörung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt im von den USA gewählten Irak-Krieg, und ich lobe Sie und Senator Lugar dafür, sie angesetzt zu haben.

Es wird Zeit, dass das Weiße Haus zwei wesentliche Realitäten akzeptiert: Der Krieg im Irak ist eine historische, strategische und moralische Katastrophe. Unter falschen Annahmen geführt, untergräbt er Amerikas globale Legitimität. Seine zivilen Opfer wie auch einige Missbräuche beflecken Amerikas moralische Reputation. Von manichäischen Impulsen und imperialer Anmaßung getrieben, verstärkt er die regionale Instabilität.

Nur eine politische Strategie, die historisch relevant ist, statt an koloniale Bevormundung zu erinnern, kann den Krieg im Irak und die zunehmenden regionalen Spannungen beenden.

Wenn die Vereinigten Staaten sich weiterhin in diesem langwierigen, blutigen Konflikt verzetteln, steuern sie geradewegs auf einen frontalen Zusammenstoss mit Iran und großen Teilen der islamischen Welt zu. Ein plausibles Szenario für einen militärischen Konflikt mit Iran sieht so aus: Der Irak wird als Staat für gescheitert erklärt und der Iran dafür verantwortlich gemacht. Sodann wirft man Teheran irgendeine Provokation im Irak oder einen terroristischen Anschlag in den USA vor. Dies kulminiert in einer „defensiven“ Militäraktion gegen Iran, die ein einsames Amerika in einen immer ausgedehnteren und tieferen Sumpf stürzt, der sich schließlich über Irak, Iran, Afghanistan und Pakistan erstreckt.

Schon jetzt kursiert eine mythische historische Erzählung, um einen langwierigen und sich möglicherweise ausweitenden Krieg zu rechtfertigen. Die Rede ist vom „entscheidenden ideologischen Kampf“ unserer Zeit, was an die früheren Konfrontationen mit Nationalsozialismus und Stalinismus erinnert. Islamischer Extremismus und al-Qaida kämen der Bedrohung durch Nazi-Deutschland und später Sowjetrussland gleich – 9/11 entspräche der Attacke auf Pearl Harbor.

Diese simplifizierende und demagogische Erzählung übersieht, der Nationalsozialismus setzte auf die militärische Stärke desjenigen europäischen Staates, der industriell am weitesten entwickelt war; und der Stalinismus konnte nicht nur die Ressourcen der siegreichen und militärisch starken Sowjetunion mobilisieren, sondern fand durch seine marxistische Doktrin weltweit Anklang.

Die Mehrheit der Muslime hingegen begrüßt den islamischen Fundamentalismus nicht – al-Qaida bleibt eine isolierte Abweichung. Die meisten Iraker beteiligen sich deswegen am Kampf gegen die Besatzung, weil diese den irakischen Staat zerstört hat. Iran wiederum zeigt sich – obschon sein regionaler Einfluss zunimmt – politisch gespalten und ökonomisch wie militärisch schwach. Wer argumentiert, Amerika führe bereits Krieg in einer Region, von der eine umfassende islamische Bedrohung ausgehe, deren Epizentrum Iran sei – der beschwört eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Bedauerlicherweise basierte die US-Außenpolitik im Mittleren Osten zuletzt fast vollständig auf solchen Slogans. Die verantwortlichen US-Diplomaten haben eine Haltung moralistischer Selbstausgrenzung gegenüber Iran angenommen, die stark an John Foster Dulles´ Auftreten in den frühen fünfziger Jahren gegenüber den kommunistischen Führern Chinas erinnert. Es dauerte mehr als zweieinhalb Jahrzehnte, bis ein anderer republikanischer Präsident dieses Vermächtnis abschütteln konnte.

Praktisch kein Land der Welt teilt jene manichäischen Täuschungen, die von der Administration so leidenschaftlich vorgebracht werden. Damit isolieren sich die USA zusehends, und der überall vorhandene Widerstand gegenüber ihren Ansprüchen wächst.

Offenbar verlangt das nationale Interesse einen deutlichen Richtungswechsel. Wir brauchen dringend eine Strategie, um jene Probleme zu lösen, die von der Besatzung des Irak und den davon ausgelösten zivilen und konfessionellen Konflikten geschaffen wurden. Dabei sollten die einander verstärkenden Ziele sein: die Besatzung beenden und einen regionalen Sicherheitsdialog begründen. Das Bemühen um eine politische Lösung für das Chaos im Irak sollte vier Schritte beinhalten:

Die Vereinigten Staaten müssen deutlich und unmissverständlich ihren Willen beteuern, den Irak in einer vertretbar kurzen Zeitspanne zu verlassen. Mehrdeutigkeiten über die Dauer der Besatzung begünstigen nur den Unwillen zum Kompromiss und verstärken die innere Konfrontation. Mehr noch, eine öffentliche Erklärung ist nötig, um die Ängste im Mittleren Osten vor einer neuen und anhaltenden imperialen Hegemonie zu zerstreuen.

Die Vereinigten Staaten sollten in Gesprächen mit irakischen Führern festlegen, wann der Abzug des US-Militärs vollendet sein wird, und dies als gemeinsame Entscheidung präsentieren.

Notwendigerweise müssen alle irakischen Führer – auch jene, die nicht innerhalb „der Grünen Zone“ residieren – in diese Diskussion einbezogen werden. Nur der Dialog wird die authentischen Anführer hervorbringen, die fähig und selbstbewusst genug sind, ohne Schutz des US-Militärs auf eigenen Füßen zu stehen. Nur wer über die Grüne Zone hinaus tatsächlich Macht auszuüben vermag, wird einst eine wirkliche irakische Übereinkunft erzielen können. Doch große Teile des derzeitigen Regimes – von der Bush-Regierung als „repräsentativ für das irakische Volk“ charakterisiert – definieren sich weitgehend über ihre Residenz: die sechseinhalb Quadratkilometer große US-Festung in Bagdad, geschützt von einer Mauer, die an manchen Stellen viereinhalb Meter dick und überall mit schwerbewaffnetem US-Militär besetzt ist – bekannt als die Grüne Zone.

Die USA sollten gemeinsam mit geeigneten irakischen Führern alle Nachbarn und vielleicht einige andere muslimische Länder wie Ägypten, Marokko, Algerien und Pakistan einladen – oder von den irakischen Führern einladen lassen -, um einen Dialog über die Stabilität des Irak zu beginnen.

Das kann nicht glücken, solange die USA als Besatzer auf unbestimmte Zeit gelten. Iran und Syrien haben keine Veranlassung, den Vereinigten Staaten dabei zu helfen, eine permanente regionale Hegemonie zu festigen. Ein ernsthafter regionaler Dialog könnte hingegen auch Mächte wie die EU, China, Japan, Indien und Russland einbeziehen.

Zugleich sollten wir glaubwürdig und energisch auf einen israelisch-palästinensischen Frieden dringen. Dabei müssen wir die Region davon überzeugen, dass sich die Vereinigten Staaten sowohl Israels dauerhafter Sicherheit verpflichtet fühlen als auch der Fairness gegenüber den Palästinensern, die nun seit über 40 Jahren auf ihren eigenen Staat warten. Nur eine externe Intervention kann die lange verzögerte Übereinkunft bewirken – Israelis und Palästinenser werden dies allein nicht schaffen. Ohne ein solches Abkommen werden nationalistische und fundamentalistische Leidenschaften in der Region auf lange Sicht jedes arabische Regime verdammen, das als Unterstützer der USA gilt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die Vereinigten Staaten die Demokratie in Europa verteidigen, weil sie erfolgreich eine langfristig angelegte Strategie verfolgten. Sie wollte von Aggressionen abschrecken, ohne Anfeindungen auszulösen, und währenddessen mögliche Absprachen ausloten. Heute wird Amerikas weltweite Führerschaft im Mittleren Osten auf die Probe gestellt. Eine ähnlich weise Strategie wird dringend gebraucht.

Zwischentitel von der Redaktion / Aus dem Englischen von Steffen Vogel

Originalartikel bzw. ergänzende Info hier:

http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/einsames-amerika

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medienwatch.wordpress.com TV-Fotos: Jörg Stange, GfoK [Aktive Archive]

Written by medienwatch & metainfo

August 26, 2009 at 13:18

Veröffentlicht in

Westwerk: »Die silberne Stadt«

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WESTWERK

Ausstellung: 10. bis 19. Juli 2009
Mo—Fr 15—19 Uhr | Sa 12—16 Uhr | So 14—18 Uhr

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Gunnar F. Gerlach

Gebastelte Gebilde und gebildetes Gebastel

Eine Ideenskizze zu den plastischen (Kunst)Geschichten von Nils Knott

„Er versicherte mir, daß ihm die Pantomimik dieser Puppen viel Vergnügen machte, und ließ nicht undeutlich merken, daß ein Tänzer, der sich ausbilden wolle, mancherlei von ihnen lernen könne.“ Heinrich von Kleist, „Über das Marionettentheater“

„Darunter zeigte das zweite Relief dieselbe Unbekannte, wie sie in einem prächtigen Saal saß und aus der aufgetrennten Naht eines reich bestickten Kissens eine rosarot kostümierte Puppe zog, der ein Auge fehlte.“ Raymond Roussel, „Locus Solus“

Die ideologisch verklärte, rational-technoid bestimmte Gegenwart mit ihren, auch brutalen, ökonomischen und politischen Konsequenzen für alle menschlichen Bereiche, schreit nahezu nach Gegenentwürfen – besonders aus dem Geist der Künste (Musik, bildende Kunst etc.). Die im folgenden aufscheinenden Ideen zu der Kunst von Nils Knott, gehen aus von dem Staunen über seine plastischen Erzählungen und Erfindungen im Gewande der Kunst und der formschlüssigen Spiel- und Erfindungsfreude doppeldeutigen Maskenspiels zwischen Tragik und Kömmödie, Ironie und satirischer Energie. Die vielgestaltige und vielgesichtige Welt der Plastiken, Arrangements und Szenarien des 1973 in Münster geborenen Künstlers geben Auskunft von einer grenzüberschreitenden Kunstform, der tatsächlich jedes „Ding“ als Experimentier-, Spiel- und Assoziationsmaterial dienen kann. Diese individuelle Spiel- und Kunstform der neo-surrealen und assoziativen Kunsterzählungen, speist sich aus unterschiedlichsten Quellen, sowohl des Materials, als auch des erzählerischen und gestalterischen Formwillens: traditionelle, handwerkliche Bestimmungen aus der Kunstgeschichte treffen dabei auf grenzüberschreitende Maßnahmen seit der Kunst der 60er Jahre, integrieren den Spirit und die Ästhetik von avantgardistischer Rockmusik genauso, wie Impulse aus DaDa, Collage, Comic, POP und Politik.

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Foto: Jörg Stange

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Gebastelte Gebilde

In den plastisch gebastelten Gebilden kommt schon mal zusammen, was vermeintlich nie zusammen gehören wollte und sollte und es verschmelzen mit alchimistischem Humor und Spott extreme (Material und Gedanken) Gegensätzlichkeiten. Das Wunder-bare wird so auch zum Wunderlichen: da sitzt ein kleines Teufelchen Rock-E-Guitarre spielend in einem als Renn-Auto umgebauten und getunten Holzschuh mit folkloristisch-kitschiger Bemalung, oder ein Arm wird zu einem Bein, ein Sieb auf dem Kopf fungiert als Antennen-Hut und eine fröhliche Wolke entsteht aus einem geschnitzten ‚Tchibo-Yoga-Meditations-Kissen‘. Analog den Maximen des reinen psychischen Automatismus surrealistischer Provenienz ruft hier assoziativ eine Form die andere schlüssig hervor, bis ein Eindruck von Einheit entsteht, oder bis es möglich wird, weiter zu basteln ohne zu zerstören, zu brechen oder gar kleben zu müßen. Der geistige Ge- und Inhalt einer Plastik ist nicht zwangsläufig mit seiner Bezeichnung verknüpft, sondern gibt der subjektiven Weitererzählung des Betrachters seine berechtigte Freiheit und Poesie. Diese Ästhetik oszilliert zwischen Realismus und Surrealismus, Wirklichkeit und Wahn und dem Wahn(Sinn) der Wirklichkeiten.

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Foto: Jörg Stange

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Gebildetes Gebastel

Sprengten DaDa und Surrealismus einst die Ketten normativer Ästhetiken und Bildkontrollen durch radikale In-Frage-Stellung eines einseitig nach Machtkriterien funktionalisierten und instrumentaliserten Vernunftbegriffes, wie es Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in der „Dialektik der Aufklärung“ freilegten, so wird in dem Gebastel von Nils Knott die frei flottierende Phantasie wieder zu einem gestalterischem Instrument mit unvorhersehbarem Ausgang. Ausgangspunkte und Inspirationsquellen liefern dabei durchaus heterogene Traditionen der Bild- und Kunstgeschichte und der künstlerischen Techniken und visuellen Strategien: legendäre Plattencover der avantgardistischen Blues-und Rockmusik, wie u.a. Captain Beefhearts (Don van Vliet ist Musiker und Maler) „Strictly Personell“ (1968) oder Niobes „Voodooluba“ (2004) werden mit der volkskundlich hochwertigen Ästhetik der Kunst aus Grönland (Inuit) oder den schon von den Surrealisten bewunderten, indianischen Kachina-Figuren zusammengedacht. Das stilistische Prinzip der Collage als Verbindung unterschiedlichster Materialien, Techniken und Genres wird zum Spiel über die Bande und erinnert an collagierte Comix von Neil Gaiman und Dave McKean („Die tragische Kommödie oder komische Tragödie des Mr. Punch“). Die so entstehende subjektive Ästhetik der Narration bleibt aber anfangs- und endlos und ist „Still Under Konstruktion“, wie auf der Web-Site des Künstlers zu sehen und zu lesen ist.

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Foto: Jörg Stange

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Ausblick

Diese auch aus der avantgardistischen Rock- und Jazz-Rock-Musik entwickelte Ästhetik sich brechender und schneidender, synkopierter und geschichteter Rhythmen und (Farb)Töne basiert so auf den Erkenntnissen revolutionärer, normative Grenzen sprengender Avantgarden des 20.Jahrhunderts und ist durchaus auch als politische Kritik, Satire und Forderung zu deuten. In dem Szenario der „vergangenen Stadt“ aus mit gesprühtem Silberlack überzogenen Korb-Gebilden (Gebäuden) in der Wüste (des unmenschlich gewordenen Alltags) erkennen wir die Strategie des Künstlers: assoziativ verbundene (zumeist gesteckte und genähte), surreale und satirische Linien, die sich zu neuen Szenarien des Irrsinns und Sinns zugleich verbinden – als Spiegel eines Wahnsinns, der in der sogenannten Wirklichkeit selbst wurzelt. Eben die tragische Komik und komische Tragik des Lebens als „großes Gebastel“ für „fiese Viecher“. Gunnar F. Gerlach

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„Die Dadaisten hatten kein formuliertes Programm. Arp nannte mit Hinweis auf die „Schlächtereien des Weltkrieges“ das Ziel, die verlogenen und scheinheiligen Werte und Ideale der bürgerlichen Gesellschaft zu enttarnen und zu zerstören“ (iw)

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Dada ist die Sonne, Dada ist das Ei. Dada ist die Polizei der Polizei

Richard Huelsenbeck

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Silver City eine Odyssee durch die Moderne

Eine Odyssee durch die epochale Absurdität des doppeltverspiegelten Wahns reflexive seiner Produkte. Der Verlust von Wahrung als substanzielles Rhizom – als Baustoff wider der Uniformität gehypter Verlustigung. Humboldt als Dürer – als Eichörnchen durch monochromen Anst(r)ich gleichgeschalteter Bedeutungsebenen vereinna(h)mtet?, die sogenannte (aufgeklärte) Moderne, durchkreuzt dialektisch die Geschichte falsch verstandener barbarischer Aneignung. Ein neodadaistisches Flechtwerk von Liebe & Anarchie (Lina Wertmüller, Nino Rota) als Überwindungsforderung. Fatalistische Verkitschung zur Demaskierung ästhetisierter und synästhetisierender Flachstromwelten, embeddeter Beliebigkeit im (Schein)Dialog mit der Dummheit: in den Schichtungen scheinbar eruptierender Oberfläche, zur Liquidierung von Restwahrnehmung im System auf Erfolg angelegt, generiert hier zum dialektischen Widerstand.

Kein Horizont, – jeder Horizont ist künstlich wie Gunnar Gerlach, hier als Kunstwissenschaftler und Philosoph, auf dem Zweimaster SS Catherina für den Weymar Film „G(ebt) 8 zum Segeln und Kegeln“ vor Heiligendamm, im wirklichen Leben zur Erkenntnis gereichte. Die „versilberte Stadt“ als Metapher der Wirklichkeit? lässt an Alfred Kubins „Die andere Seite“ denken, hier Massenprodukte des korrumpierten Zauberbergs durch verbeamtete Hütchenspieler aus Politik und Kulturindustrie. Der Berg beispielsweise besetzt durch Kunststoff: Polypropylen aus sich synthetisch selbst reproduzierenden Propyleneinheiten kontakarieren mit organischen Stoffen wie Weide (Flechtwerk), Wolle (Webwerk), Bordüre (Ornament)* – Bändern und Verweise auf verlustierte Utopien mit direktem Lebensbezug zum Einze(l)lwesen, decodiert als domestiziertes Produkt verschwurbelter Synästhetik aus der Todespirale. Eine Landschaft künstlicher Errungenschaften: „Silver-City“ ist keine Metapher, die Stadt, sie zeigt ihr verdecktes Sein im degradiert individuellen einer „Petit Maison“ zur „Grand Maison“ der Moderne auf eine „Halma-Mikado-Gaga-Welt“ reduziert und globalisiert – so das die Verkörperung von Gegenentwürfen die Welt nicht neu erfinden, aber doch aus der Welt des Fake in eine andere „Welt-(T)raum-Sicht“ eintreten möge, um Wirklichkeit sinnstiftend erfahrbar und lebbar zu gestalten. Eine einleitende Idee: Schickt Eichhörnchen an die Front! – Aber artgerecht! Jörg Stange

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Foto: Jörg Stange

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Nils Knott

»Die silberne Stadt«

Installation, Objekte

Großes Gebastel, fiese Viecher, raumgreifende collagenhafte Szenarien, geschnitzte Figuren, alles dreidimensional. Bei Nils Knott spielen comicartige Charaktere die Hauptrollen. Sowohl als Miniatur wie auch (über)lebensgroß. Gebastelt oder aus Holz geschnitzt.

Die Szenarien tragen Titel wie »Verfolgungsjagd mit gigantischer Kunstlederhandtasche« oder »Die neue kugelsichere Anlage«. Kaum ein Gefährt, das hier nicht an Düsenantrieb leidet. Trendfarben nehmen euch in den Arm. Ein Bein findet das andere, zusammen gehen sie die formschlüssige Verbindung suchen. Die Teekanne staunt nicht schlecht, als im Regal nur noch Bremsspuren quietschen. Dann wird ihr warm ums Herz. Selbstredend, dass hier weltbewegende Themen behandelt werden.

http://www.westwerk.org/Westwerk/Willkommen.html

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knott-figuren-explorerFoto: Jörg Stange

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http://www.westwerk.org/Westwerk/Willkommen.html

http://www.nilsknott.de/

http://www.nilsknott.de/nilsknott_home.html

http://www.oelfrueh.org/2007/NilsKnott.htm

http://www.fundus-theater.de/plan_stuecke.htm

http://artblog.twoday.net/

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1914-18

Dada

Am 5. Februar 1916 gründete der Poet und Philosoph Hugo Ball (1886-1927) in einer Züricher Bar das „Cabaret Voltaire“ eine Mischung aus Nachtclub und Kunstsalon. Junge Dichter und Künstler wurden eingeladen, ihre Werke vorzutragen, Bilder aufzuhängen oder selbst zu musizieren. Schon gegen Ende des Monats war klar, daß sich hier eine neue künstlerische Bewegung mit antibürgerlicher Grundhaltung formiert hatte. Der Name „Dada“ entstand angeblich beim zufälligen Blättern durch ein deutsch-französisches Wörterbuch: „Dada“, der erste verbale Ausdruck eines Kleinkindes, sollte einen Neubeginn ausdrücken, die Einfachheit darstellen und den Anfang aller Kunst symbolisieren.

Obwohl das „Cabaret Voltaire“ nur sechs Monate bestand, breitete sich die dadaistische Idee schnell international aus. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs entstanden in Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten Dada-Galerien, wurden Dada-Zeitschriften gegründet und Dada-Manifeste geschrieben. Hans Arp und Max Ernst veranstalteten in Köln dadaistische Versammlungen. Richard Huelsenbeck (1892-1974) und Raoul Hausmann gründeten einen Dada-Club in Berlin, zu dessen Mitgliedern Künstler wie George Grosz, Hannah Höch (1869-1978) und John Heartfield gehörten. Ebenfalls in Berlin fand 1920 die Erste Internationale Dada-Messe statt.

Die Dadaisten hatten kein formuliertes Programm. Arp nannte mit Hinweis auf die „Schlächtereien des Weltkrieges“ das Ziel, die verlogenen und scheinheiligen Werte und Ideale der bürgerlichen Gesellschaft zu enttarnen und zu zerstören. „Dada ist der Ekel vor der albernen verstandesmäßigen Erklärung der Welt“, so Arp. Ebenso sagten die Dadaisten den etablierten Kunstformen den Kampf an. Durch eine ironische Synthese von Primitivem, Banalem und moderner Technik versuchten sie die Sinnlosigkeit von Logik, Intellekt und bürgerlicher Kultur zu verdeutlichen. Lärmmusik, Simultanvorträge, Zufallsgedichte, Photomontagen und Collagen aus Zeitungsausschnitten, Photos und Alltagsgegenständen gehörten zu ihren Ausdrucksmitteln. (lw)

http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/kunst/dada/index.html

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John Heartfield gehörten. Ebenfalls in Berlin fand 1920 die Erste Internationale Dada-Messe statt.

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http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/o_mod/dada00.htm

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Anmk.

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Meta-Material: Zur Berücksichtigung „geistiger Durchdringungsfragen“:

[DADA-Mystik]

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Dieter Mersch

Im folgenden sei deshalb diese ausgelassenen anderen Seite der Avantgarde zum Thema gemacht. Sie wird in zwei differente Charaktere gegliedert: (i) das „Mystische“ und (ii) das „Politische“. Beide zusammen machen das produktive Potential der Moderne aus. Denn die Kunst der Avantgarde begnügt sich nirgends allein mit der Selbstbetrachtung von Kunst als Kunst, es handelt sich nicht ausschließlich um einen Selbstzweck, ein unverbindliches l’art pour l’art, selbst dort nicht, wo sie sich erklärtermaßen darauf beschränkt. Vielmehr geht es überall zugleich darum, neue Grundlagen zu finden, einen anderen Boden zu stiften, das Spirituelle zu tangieren oder praktisch einzugreifen, den öffentlichen Raum zu betreten und in ihm Marken, Wendepunkte einzutragen. (…)

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All dies sei also mit dem Ausdruck „das Mystische“ bezeichnet: Gewahrung der Unverfügbarkeit der Existenz als Bedingung jeglichen Denkens und Diskurses, als Bedingung auch jeder Wissenschaft und Kunst. Ich behaupte, daß der Kunst der Avantgarde, indem sie sich die Frage nach der Kunst als solche stellte, indem sie darauf reflektierte, was ein Bild, ein Objekt oder eine Skulptur sei, wo die Trennungslinien zur Plastik, zum Alltagsgegenstand, zur Nichtkunst verläuft, wieder auf einzigartige Weise konfrontiert wurde mit dem Problem der Existenz selbst – daß sie, in dem Maße, wie sie die Parameter der klassischen Ästhetik infrage stellte und Kunst als überlieferte destruierte, gleichsam an ihrem eigenen Abgrund von neuem mit dem Anderen, dem Unbestimmten und Unverfügbaren in Berührung kam. Ich möchte diese Spur aufnehmen und auflesen und vor allem in jenen Bewegungen nachzeichnen, die jenseits des Konstruktivismus oder Formalismus auf besondere Weise das Zentrum der klassischen Moderne ausmachen: Dadaismus und Surrealismus. Und sie repräsentieren zwei diametrale Positionen, wobei der Dadaismus mehr auf der Seite des „Mystischen“ steht, während sich der Surrealismus mehr in jenem Bereich aufhält, der als das „Politische“ apostrophiert werden kann. Gewiß ist diese Gegenüberstellung pointiert und überscharf. Sie scheint sogar kontraintuitiv – denn gerade der Berliner Dadaismus von Raoul Hausmann, John Heartfield und anderen reagierte direkt auf die sich zuspitzende politische Situation der 20er und frühen 30er Jahre, indem er u.a. in die antifaschistische Propaganda eingriff. Doch möchte ich mich bei meinen Betrachtungen mehr von Hugo Ball, Kurt Schwitters, Jean Arp und Marcel Duchamp leiten lassen – und letzteren weniger von seiner ironischen Seite als von seiner experimentellen nehmen. Ich wähle zudem Dadaismus und Surrealismus als die beiden herausragenden Paradigmen, weil sie erstens in den Revolten der Avantgarden eine exponierte Stellung einnehmen, und weil sie zweitens sämtliche folgenden Szenen, besonders die amerikanische Kunst der Postavantgarde nachhaltig beeinflußen und anleiten – namentlich die spirituelle Malerei des Abstrakten Expressionismus und des Minimal von De Kooning über Clyfford Still bis zu Mark Rothko und Barnett Newman, wie ebenso die Antipoden wie Josef Beuys und John Cage. Gleichzeitig bilden sie die Referenzpunkte für sämtliche späteren Aktionen, für Performance, Happening und Fluxus genauso wie für Environment, Installation und Concept-Art.

Doch seien zunächst die Überlegungen auf die Kunst des Dadaismus konzentriert,

Bitte zum weiterlesen Link benutzen

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http://nyitottegyetem.phil-inst.hu/kmfil/MERSCH/kunst_2.htm

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Dieter Mersch

3. Das Politische: Der Surrealismus

Ausgehend von der Bestimmung der Kunst der Moderne als einer Metakunst, einer Kunst über Kunst, einer ästhetischen Analyse des Ästhetischen selber haben wir zwischen einer negativen und einer positiven Seite der Avantgarde unterschieden. Die negative erfüllt sich in den Merkmalen der Destruktivität, der Selbstreferentialität und der Paradoxalität der Reflexion, die positive in den Kategorien des Mystischen und des Politischen. Dabei wurde tentativ das Mystische dem Dadaismus und das Politische dem Surrealismus zugewiesen:

http://nyitottegyetem.phil-inst.hu/kmfil/MERSCH/kunst_3.htm

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Sleeper 1973 (Musik: Nino Rota)

Im Film spielt der Regisseur Woody Allen seinen Hauptdarsteller, Miles Monroe. Dieser wurde nach einer missglückten Magengeschwüroperation in den künstlichen Tiefschlaf versetzt. 200 Jahre später erweckt ihn ein Wissenschaftlerteam zu Spionagezwecken aus einer gefundenen Kapsel. Die Welt hat sich infolge von Kriegen bizarr verändert, die Technik hat sich enorm weiterentwickelt, aber ein Führer leitet sein Volk, und Schweinshaxn und gesättigte Fette sind als gesund analysiert worden. Eine Welt, in der sich Miles Monroe als der Besitzer des vegetarischen Restaurants „Zur glücklichen Karotte“ am Broadway der 70er Jahre nicht so leicht zurechtfinden kann. Er flieht erfolglos vor der Polizei, wird zwangseingebürgert, dann von Rebellen aus seinem Dasein befreit und erfüllt schließlich doch noch den Zweck, zu dem ihn die Wissenschaftler erweckt haben. Mehr noch: Er beendet die Existenz des Führers.

Wie bei allen Woody-Allen-Filmen zeigt der Regisseur ein erfremdetes Spiegelbild der Gesellschaft, in dem er pointiert auf Ungereimtheiten hinweist:
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Bilder einer Einstellung

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Frank Zappa & Kp Beefheart

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DIE ERSTE GLOBALISIERUNG

Der Fluch des Silbers

Von Jens Glüsing, Rio de Janeiro | 27. Juli 2009

Die Ausplünderung der Neuen Welt nach ihrer Entdeckung durch Kolumbus beschleunigte Europas Aufstieg, hat das Schicksal Lateinamerikas aber nicht so ausschließlich geprägt, wie linke Kritiker behaupten. Dennoch trägt der Kontinent bis heute schwer an seinem kolonialen Erbe:

http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/0,1518,638682,00.html

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FSK-Radio

„Diktatur und Krieg haben den künstlerischen Aktivismus in Mitteleuropa, wie er mit dem Dadaismus begann, vernichtet.

Durch den Strom des Exils verschob er sich auf den amerikanischen Kontinent.
Dieser Band beleuchtet den Avantgardismus im frühen 20. Jahrhundert anhand der Fotografie, des Tanzes, surrealistischer Gruppierungen etc., um sich dann dessen Weiterentwicklungen bis in die jüngste Vergangenheit zuzuwenden.
Die Beiträger/-innen, darunter Theoretiker und Künstlerinnen aus New York, lassen die kulturellen Differenzen zwischen Europa und den USA verstehbar werden und zeigen, dass Avantgarde und politischer Aktivismus aufs Engste zusammengehören.

Lutz Hieber ist Professor für Kultursoziologie an der Leibniz Universität Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kultursoziologie, Soziale Bewegungen, Soziologische Theorie und Queer Theory.“

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1. Teil des Interviews (Hauptteil) Download Anhören
Länge 46:57 Minuten
Name/Größe 20100723-quotavantg-35201.mp3 / 44024 kB
Dateiformat MPEG-1 Layer 3, 128 kbit/s, Stereo, (44100 kHz)
Datum 23.07.2010/17:07

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August 13, 2009 at 11:07

Veröffentlicht in

Texte + Diskurse = Gunnar F. Gerlach

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Adorno Gerlach Maus Stange 10Ardorno-Gemälde: Jürgen Mau | Fotos + Montage + Bildbearbeitung: Jörg Stange

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Zum 40. Todestag von Theodor W. Adorno

Adorno existiert literarisch und virtuell, vereinzelt – einsam im medialen „Gaga-Zitate-Dschungel”, als historisches Phänomen [auch ´negativ] dialektischer´ Intervention weiter. Hier auf dieser Seite einige seltene diskursive Beispiele, der Durchdringend von Kunst und Wissenschaft, gegenwärtiger Diskurse aus nächster Nähe von Ersehenem, Erdachtem und Erfühltem, aus transformierter Erkenntnis gespeistem…

Durch die „erlesene Haltung“, durch Befragung von Ausstellungen, als subversiver Spiegel der Gesellschaft und „ihrer“ Kultur, durch Besprechung – unter Nutzbarmachung des parallel einfliessenden diskursiv-kritischen Geistes anderer Denker, erweiterter Wahrnehmung befähigter Menschen, durch subtile Sichtung des Gegenstands – des Materials in Kunst und Gesellschaft. Die Gesellschaft, dass System als gestaltbares Material … Die Situation und das Leben, Masse und Kollektiv, der Einzelne und das „aufgelöste Gemeinwesen“, zum System der Beliebigkeiten generiert gilt die Aufmerksamkeit und  Betrachtung.

Es ist kein unmittelbarer Adorno-Rekurs, da sind seine (!) Texte zu lesen. Seine vielschichtige Erkenntnistheorie wird leider nicht immanent reflektiert und transformiert, – als substanzielle Grundlage von kritischer Betrachtung, und Intuition auf Gesellschaft gedacht, eingesetzt. Das universelle Erkenntnisgut Adornos lebt nur dann – wenn sein unbestechlich sezierender Geist und „siebtes Auge“ lebendig vermittelt eingelesen wird: In der Gegenwart zu verankern im Sinne Schillers. „Bildung allein ist es nicht“ (Jean-Jacques Rousseau). Da muss schon „tiefer gelesen“ werden. „Andere Wahrnehmer“ und „offene Köpfe“ -oder die es werden sollten, mögen unter Berücksichtigung seiner Erkenntnisweite, ihre Wahrnehmung schulen und befragen können – damit Sprache und Impetus überhaupt weiter aufklärend wirken kann… – „ES“ sollte eben nicht in elitären Zirkeln hängen bleiben und durch „geistige Verknappungsgrenzen“ des «Bachelor & Master», in Folge eliminiert… Es gibt eben „kein richtiges Leben im Falschen“ – es ist eine kurze radikalerkenntnisreiche Setzung, die ihre Wirkung nicht verfehlen sollte. Erste Zweifel an den Vorgaben und Vorlagen sind ein Anfang zur Änderung, beim „Üben“ in doppelter Entfremdung absurd gespiegelter Wirklichkeit… Jörg Stange

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Kleine Auswahl gesammelter Texte von Gunnar F. Gerlach mit Verweisen oder Zitaten von Adorno: Zum 40. Todestag von Theodor W. Adorno

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„Pop-Kultur und Film-Industrie sind auch so noch immer Bestandteil einer Kulturindustrie, die „Aufklärung als Massenbetrug“ (Horkheimer/Adorno) meistbietend an Spezialisten der Genres verkauft und von ihnen lebt. Der „neue Mensch“ im Sinne eines Joseph Beuys, sollte ja nicht nur ein Rocker sein, der seinen Willen bestätigt, auch nicht nur Hippie, der sein Gefühl gutheißt, und auch kein bloßer Theoretiker, der nur Reflexion will. Er möge alle diese Kräfte in sich vereinigen. „It’s a long way to the top, if you wanna Rock’n Roll“ (AC/DC)“…

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Gunnar F. Gerlach 1969

Die erneute Erwartung des eingeborenen Menschensohnes

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Ein Versuch über Erfindung und Realität von Mythen und Missverständnissen in Pop, Kultur und Politik zwischen Hoffnung und Horror „Man beginnt allmählich einzusehen, daß zur künstlerischen Vollendung einer Mordtat doch etwas mehr gehört als zwei Dummköpfe, einer, der tötet, und einer, der getötet wird, ein Messer, eine Brieftasche und eine dunkle Gasse. Formgebung, meine Herren, Sinn für Gruppierung und Beleuchtung, poetisches Empfinden und Zartgefühl werden heute zu einer solchen Tat verlangt.“

Thomas De Quincey, „Der Mord als eine schöne Kunst betrachtet“, 1827/1854

„Ja, ja, ja, ja, nee, nee, nee, nee“

27. März 1969: Fluxus-Konzert „…oder sollten wir es verändern?“ Joseph Beuys: Klavier; Henning Christiansen: Geige; Städtisches Museum, Mönchengladbach

Bereits das Aufschreiben des von Legenden umwobenen Jahres 1969 gleicht mittlerweile der Erwähnung eines Mythos aus bedeutender Zeit zwischen Schauen und Schaudern: befangen in emotionalen Zwillingspaaren von „Euphorie und Exzess“, „Pop und Politik“, „Aufbruch und Untergang“, „Hoffnung und Horror“. In der Tat gehören die nur im fließenden Übergang zu begreifenden Jahre 1968/69 in den Bereich jener historisch-wissenschaftlichen Kategorie der „Schwellenzeit“, die durch ein Höchstmaß irritierender Vorgänge, Prozesse und Realitäten in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen gekennzeichnet ist und evidente Aus- und Nachwirkungen bis in die aktuelle Gegenwart zeitigt. Wer denkt schon an eigene, erinnernde Zusammenhänge zwischen dem „White Album“ der Beatles und dem kongenialen Künstler Richard Hamilton als Gestalter von Cover und Poster dieser Inkunabel, der psychedelisch-konzeptuell werdenden Musik der scheinbar so heiter surfenden Beach Boys, dem Altamont-Debakel der Rolling Stones während der Live-Performance von „Under my Thumb“ und der Parallelität von ‚Love, Peace and Happiness‘ während des Woodstock-Festivals mit der begleitenden Realität einer Mordserie, die Charles Manson in Los Angeles mit seiner „Family“ inszenierte und realisierte? Alles dies geschieht in weniger als einem Jahr, und ist auf reale bis surreale Art und Weise miteinander verstrickt . Wer registriert schon mit Bewusstsein die in den letzten 30 Jahren entstandenen (Pop-)Kulte und Manson bezogene Medien: T-Shirts, Poster, Anstecker, Aufnäher und Bücher, die Internetpräsenz neben Publikationen im Audio- und Video-Bereich, und weiß darum, dass Charles Manson den Rekord als Strafgefangener mit den meisten E-Mails, Briefen und Grußkarten hält? Dieser Komplexität der parallelen Ereignisse gerecht werden zu wollen, kann im folgenden nur als Versuch begriffen werden, einzelne Segmente zu betrachten, um sie in einer oszillierenden Horizontlinie begreifen zu lernen. Tatorte, Tote und Trivialmythen Schwül soll es gewesen sein in dieser Nacht vom 8. auf den 9. August 1969 als auf der schmalen Straße am Cielo Drive, Haus 10 050, oberhalb von Bel Air, Los Angeles, an einer Ecke der Garage und dem Zaun elektrische Weihnachtskerzen leuchteten. Von der Schauspielerin Candice Bergen waren sie angeschafft worden, die bei dem vorherigen Mieter des Anwesens, Terry Melcher, Sohn der Schauspielerin Doris Day mit dem Posaunisten Al Jordan, gewohnt hatte. Terry Melcher, Mitorganisator des Monterey Pop Festivals (das als Durchbruch der neuen Rockmusik angesehen wurde), Fernseh- und Plattenproduzent, wurde 1968 durch den Schlagzeuger der Beach Boys, Dennis Wilson (1944–1983), mit einem gewissen Charles Manson bekannt gemacht. Nun waren hier, im Sommer der euphorischen Jugend-, Studenten- und Außenseiter-Bewegung von Woodstock, über der Lichtdurchfluteten „Stadt der Engel“ fünf Leichen zu finden. Eine Vision hatte sich zum Trauma gewandelt, denn drei Mädchen aus “gutem Hause“ waren in diesen Bungalow eingefallen und „metzelten alle in einem Mordrausch nieder, der wahrhaftig nur mit der Raserei mythischer Bacchantinnen zu vergleichen war“1. Eines der Opfer war prominent: Die Frau des Kult-Regisseurs Roman Polanski, die mittlerweile zur Neu-Ikone Hollywoods avancierte Schauspielerin Sharon Tate. Die Getötete, bekannt geworden durch die Filme „Tanz der Vampire“ und „Das Tal der Puppen“, lag nun im geblümten BH und dazu passendem Bikini-Höschen blutverschmiert vor dem Sofa: jung, blond, hochschwanger. Diesem als „Schlachthaus“ beschriebenem Horror-Szenario folgte ein weiteres in der folgenden Nacht. Das Ehepaar LaBianca – Supermarktbesitzer, wohnhaft im Haus 3301 Waverley Drive in Los Angeles – wurde ebenfalls abgeschlachtet. An der Tür der gemieteten Villa von Polanski und Tate hatte die blutige Inschrift „PIG“(Schwein, Slang für ‚Bulle‘) gestanden. Der tote Mr. LaBianca bekam ins bloße Fleisch das Wort „War“ (Krieg) geritzt. Mit Blut geschriebene Inschriften fanden sich an drei weiteren Flächen im Haus: Hoch oben an der nördlichen Wand standen die Worte „DEATH TO PIGS“ (Tod den Schweinen), an der gegenüberliegenden Wohnzimmerwand klebte blutig das Wort „RISE“ (erhebt Euch) und auf der Kühlschranktür standen zwei Worte, von denen das erste auch noch falsch geschrieben war: „Healter Skelter“ – Drunter und Drüber! Sollten diese Schmierereien, die heute, zynisch betrachtet, wie frühe Graffitis und alternative Fresken wirken, nur „Zufalls-Produkte“ einer durchgedrehten Band(e) sein, die das Schutzschild „Hippie“ und „Revolte“ ohne jegliche Reflexion, aus reiner mordender Blutgier vor sich hertrugen? Und waren die in diesem Umfeld ventilierten Namen und Begriffe wie „The Beatles“, „fünfter Beatle“, „Jesus Christus“, „Weathermen“, „Hitler“, „Sympathy for the Devil“, „Revolution 9/Revelation 9“ bloße Hirngespinste oder kurz geschlossene (von Mythen, Sozialisationen, Drogen, Narzissmen und Verzweiflungen ausgelöste) Aktionen und Pseudo-Performances einer gegen die Eiseskälte des US-amerikanischen Kapitalismus reagierenden, jungen Generation? Produkte genau dieser gesellschaftlichen Entwicklung zwischen Hoffnung, Hype und Horror, Super-Luxus oder einem Leben „Under the Bridge“? Das in dieser Zeit ein neues Bewusstsein am Werden war, eine neue Sensibilität und Sensitivität genauso, wie die Verheißung dionysischen Rausches durch die Kombination aus „Sex & Drugs & Rock’n Roll“ kombiniert mit politischen Reflektionen und neuen, alltagstauglichen Praktiken zwischen Rock-Musik und Mini-Rock, gegen eine narzisstische, auf Karriere, Konkurrenz, Kampf und auch individuellen Krieg hin erzogene, vermeintliche Elite, ist eindeutig. Mord, Musik und Manson Charles Milles Manson kam 1968 nach Los Angeles und hatte bereits die Hälfte seines Lebens in Besserungsanstalten verbracht. Als uneheliches Kind zur Welt gekommen hatte er bis 1967 bewaffnete Überfälle, Autodiebstähle, Scheckfälschungen und Zuhälterei als Delikte begangen. Während seiner letzten Haft im Gefängnis Terminal Island hatte er eine geradezu obsessive Liebe für die Beatles entwickelt und sich autodidaktisch das Gitarre spielen und Song schreiben beigebracht. Jetzt, nach seiner Entlassung, war er in San Francisco in der Haight-Ashbury-Szene untergekommen, wo er sich von den anderen Freaks in Aussehen und Haltung nicht unterschied. Hier „begann er auch, seine ‚Family‘ um sich zu scharen – junge attraktive Mädchen, nicht selten aus besserer Familie, alle mit dem einen oder anderen psychischen Knacks und entsprechend empfänglich für die Schmeicheleien eines ernsten, charismatischen ‚Hippies’“.2 „Just follow the music, just follow the sound“ ist auf einem der von Manson und der Family komponierten Folk-Rock-Songs zu hören.3 Mit der wachsenden Gefolgschaft junger Frauen, die von der „Philosophie“ des ehemaligen Zuhälters beeindruckt waren, wuchs bei Manson eine rassistische Ideologie mit seinem Anspruch auf Führerschaft und die Vision einer neuen Welt. Und auch seine „Family“ wurde nun autoritärer geführt. Seine Auffassungen waren ein religiös-politischer und musikalischer Mischmasch aus biblischer Offenbarung, Scientology, Interpretationen von Beatles-Kompositionen (besonders vom im November 1968 erschienenem „White Album“) und eigenen Song-Texten über einfachste zwei- bis drei- Akkord „Hippie-Lagerfeuer-Klampfen-Lieder“ mit pseudo-engelsgleichen Hintergrundgesängen seiner weiblichen Todesengel. Manson zog in der Hoffnung auf einen Plattenvertrag mit seiner Familie nach L.A., wo sich Folgenschweres ereignete als der Drummer und Sänger der damals schon legendären „Beach Boys“, der 1983 verstorbene, depressive Dennis Wilson, zwei Anhalterinnen der Manson-Family in sein Haus am Sunset Boulevard mitgenommen hatte. Als Wilson eines Tages vom Einkaufen nach Hause kam, war plötzlich Charles Manson mit der ganzen „Family“ bei ihm eingezogen. Manson und Wilson sollen sich gut über Musik unterhalten haben und spielten gemeinsam Gitarre, begannen sogar zusammen Songs zu schreiben. Wilsons Brüder, Brian und Carl, produzierten davon ein Demo-Band und machten Manson mit dem Produzenten Terry Melcher bekannt. Eben jenem vormaligen Mieter des späteren Schlachthauses am Cielo Drive 10 050. Melcher jedoch soll die Musik von Manson verspottet haben. Eine seiner Kompositionen, „Cease to Exist“, schaffte es 1969 dennoch auf die B-Seite einer Beach-Boys-Single. Das Lied, für 100.000 Dollar abgekauft, wurde zum Zorn Mansons stark verändert und erschien unter dem Titel „Never Learn Not to Love“. Okkultismus und vermeintliche Avantgarde waren eine unselige Gemeinschaft geworden und Manson und seine Hippie-Rock-Band „The Family“ zogen sich auf die Spahn Movie Ranch zurück, die etwas abseits im Norden von Los Angeles gelegen war. Er verkündete seinen JüngerInnen christusgleich von seiner Vision eines schwarzen Aufstandes gegen die Weißen. Auf Grund ihrer Rasse seien sie jedoch nicht fähig, sich selbst zu organisieren und würden ihn daher zu ihrem neuen Führer wählen und zum Herrscher über die Welt machen. Unter dem Death Valley (Tal des Todes), rund 400 km von der Spahn-Ranch entfernt, sei „The Hole“, eine Höhle als Eingang zum Paradies, in der man sich vor den zukünftigen Unruhen verstecken könnte und später würden alle vom neuen „Menschensohn“ (Man Son) und den Beatles – den vier Engeln – in die Seligkeit geführt. Schlüsselwort für diese Phantasterei war „Helter Skelter“, seine Hommage an einen Song vom „Weißen Album“, „dessen Text er völlig ungebrochen als persönliche Botschaft der Beatles interpretierte, als Bestätigung seiner apokalyptischen Vision“.4 Aber Helter Skelter ließ auf sich warten. Manson verkündete nun, dass man den Negern zeigen müsse, wie man das macht. Am 8.8.1969 brachen dann Patricia Krenwinkel, Tex Watson, Susan Atkins und Linda Kasabian auf zum Cielo Drive. Die bizarr-tödliche Melange aus Wahn und Wirklichkeit kurz vor Woodstock (14.-17.8.1969) wurde zu einer Realität analog zu der Szenerie, die der Dramatiker Heiner Müller (mit Bezug auf seine eigene Biografie und Andy Warhols Kunstpraxis) am Ende seiner „Hamletmaschine“ mit Hinweis auf die „scaring phonecalls“ von Susan Atkins beschrieben hatte: „Es lebe der Hass, die Verachtung, der Aufstand, der Tod. Wenn sie mit Fleischmessern durch eure Schlafzimmer geht, werdet ihr die Wahrheit wissen“.5 Wie bei einem Hitler, analysierte der einstige Manson-Ankläger Vincent Bugliosi, sei hier der verhinderte Künstler-Ehrgeiz in Vernichtungswut umgeschlagen6 als Manson seinen ‚Judgement day‘ plante und ausführte: „All You Need Is Love“ und „Revolution“ der Beatles waren ins Gegenteil verquert und in eine grausame „Magical Mystery Tour“ (im Dezember 1967 erschienen) umgeschlagen. Mit dem Titel „Piggies“ vom „White Album“ waren von George Harrison die feisten Bürger gemeint, die in ihren „gestärkten weißen Hemden“ mit ihren „Piggie-Weibchen“ zum Dinner gehen und mit „Gabel und Messer ihren Speck verzehren“. Im fröhlichen Original-Song heißt es: „In ihrem Leben fehlt etwas//was sie brauchen ist eine Tracht Prügel“. Und DEATH TO PIGS und PIGS stand an den blutigen Tatorten. Und eine Gabel steckte im rundlichen Leib des Opfers Leno LaBianca. Charles Manson, der sich selbst als verborgenen „fünften Beatle“ sah, hielt sich jetzt auch für den „fünften Engel“ bezogen auf das 9. Kapitel der biblischen Offenbarung des Johannes, jener Apokalypse, die das Neue Testament mit einer Vision des Grauens beschließt und die Wiederkehr des eingeborenen Menschensohnes, Jesus Christus, beschwören sollte: „Und der fünfte Engel…tat den Brunnen des Abgrundes auf, …und es ward verfinstert die Sonne… und es ward ihnen gesagt, dass sie nicht sollten Schaden tun dem Gras auf Erden…, sondern allein den Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen…“7 Nach Mansons Meinung waren die vier Engel die Beatles, die Führer, Sprachrohre und Propheten. Und für Susan Atkins, die die ausgeführten Morde als „schön“ empfunden haben soll8, wie für die beiden anderen Jüngerinnen, bedeutete das schützende Kreuz das „Siegel Gottes“, das sie sich noch im Gefängnis mit heißen Nadeln in die Stirn ritzten – Tattoos als bekennende Insignien der Leidenschaft. Die gefährdete Phantasie zwischen „Surrealismus und Terror“9, mit der der selbsternannte, neue Menschensohn Man Son, seine „Family“ beeindruckte, war Wirklichkeit geworden. Da war sogar die „bottomless pit“, der „Brunnen des Abgrunds“ in der kalifornischen Wüste des Death Valley Realität. Und der Name der Band(e) schien dem harmoniesüchtigen Zeitgeist harmlos eingeschrieben, wie die Namen so vieler anderer Bands: Sly and the Family Stone, Frank Zappa and The Mothers of Invention. Mansons Weltgerichts-Phantasie war dem Zeitgeist der Rock- und Pop-Bewegungen auf den Leib geschneidert und wie viele parallele Irrläufer der Zeit in den Bannkreis von Satanismus und schwarzer Magie geraten. Aus einem berechtigten Aufruhr gegen die kapitalistische Oberschicht und ihren ökonomischen Interessen geschuldeten, eigenen Exzessen in Vietnam und gleichzeitigen rassistischen „Riots“ (Unruhen) in „Gods Own Country“ war ein Alptraum erwachsen – ein Aufbruch in Dimensionen der anderen Art. Hintergründe, Hipsters und Halluzinogene Es ist kein Zufall, dass die afro-amerikanische Band „The Versatiles“, die für den ‚California Soul` stand, ihren Durchbruch im Bereich der Pop-, Soul- und Rock-Musik erst mit dem Song „Up, Up and Away“ feierte und in diesem Moment „The Fifth Dimension“ hieß. Weltberühmt wurde sie 1969 durch ihre erfolgreiche Medley-Adaption aus dem bis heute populären Musical „Hair“: „Aquarius & Let the Sunshine in“. Der vermeintliche „Summer of Love“ war durch pop- und rockmusikalische, poetische und politische Werke und Akte längst in die Realität kapitalistisch günstiger Verkaufszahlen transformiert worden. Das der „fünften Dimension“ zugehörige Album der gleichnamigen, erfolgreichen Gruppe hatte bezeichnenderweise den Titel: „The Age of Aquarius“ – das Zeitalter des Wassermanns. Dieser Titel ging, dem Zeitgeist geschuldet, schwanger mit der Hoffnung auf eine völlig neue gesellschaftliche Praxis, die in den bis dahin konservativen Kategorienbildungen in Alltag, Politik, Kunst und Musik und ihren strengen Abgrenzungen, keine Möglichkeit auf Gegenwart und Zukunft mehr sah. Den revoltierenden Gedanken aus dem Geist der deutschen Romantik verpflichtet bis hin zur Verehrung Hermann Hesses – und hier besonders dem Protagonisten Harry Haller in seinem „Steppenwolf“ (die nach diesem Roman gleichnamig benannte Band „Steppenwolf“ um den ursprünglich deutschstämmigen John Kay, spielte harten Rhythm & Blues mit rockigen Einflüssen: „Born to be Wild“!) – hatte eine Generation die Vision, Klassenschranken nieder zu reißen und scheinbar antagonistische Elemente miteinander zu verknüpfen: Esoterik mit Politik, „Sit In“ mit „Action“, elektrisch verzerrte Instrumente (zumeist Gitarre und Bass) mit poetischen, romantischen und realistischen Weltbeschreibungen (die Poeten der Beat-Generation in den USA, in Deutschland die Apologeten der so genannten 68er), innere Emigration (Natur, Liebe, Weltabgewandheit, Gurus) und Heldentum der Revolte auf der vermeintlich proletarischen Straße der universellen Revolte (The Rolling Stones und ihr legendärer Hit „Street Fighting Man“). Diese Kombination aus Religion, Poesie, Esoterik, politischer Praxis (auch aus dem Geist der Gegner Bakunin und Marx/Engels), Rausch und Ekstase für die nicht nur alltägliche, sondern auch zukünftig erwünschte Lebenspraxis, wurde prägend für diese Zeit. Nach der Auffassung damaliger Esoteriker, Okkultisten und anglo-indischen Theosophen (heute: New Age-Anhängern) stand damit die zweite Hälfte des so grausamen 20. Jahrhunderts im „Wassermann-Zeitalter“. Das Symbol sowohl des gleichnamigen Tierkreiszeichens als auch des Sternbildes ist die doppelte Wellenlinie. Sie sollte nach zeitgenössischer Auslegung Schwingungen und Elektrizität (ähnlich dem Zeichen für Wechselspannung) zeigen. Gemäß dieser Auffassung trat vor ca. 2150 Jahren der Frühlingspunkt in das Sternbild der Fische. Für die Hippiekosmologie war Jesus von Nazareth, der Verkünder einer neuen Zeit, in der die Liebe als menschliches, mikrokosmisches Abbild der Sonne die Herrschaft über die Menschen gewinnt: „Love, Peace and Happiness“ in Ansehung eines neuen Zeitalters aus Geschlechter- und Klassen-Harmonie, aus vermeintlich körperkultureller Nacktheit und revolutionärem Kampfgeist. Timothy Learys Buch und Theorie einer „Politics of Extasy“, unter Einfluß psychedelischer, bewusstseinserweiternder Drogen wie LSD und Psylocibin, Marihuana und Haschisch geschrieben, sowie Theorien über das neu zu bestimmende Verhältnis von Sexualität und Gesellschaft im politischen Kampf speisten diese heterogenen Vorstellungswelten. In der äußerst anregenden und erhellenden Einführung von Christoph Grunenberg im Katalog „Summer of Love – Psychedelische Kunst der 60er Jahre“ beschreibt der Autor diesen Sachverhalt im Kapitel „Politik der Ekstase: Kunst für Geist und Körper – Von ‚psychodelisch‘ zu ‚psychedelisch’“ wie folgt: „Timothy Leary, oberster Guru des LSD-Kults und laut Präsident Nixon ‚der gefährlichste Mann in Amerika‘ (…) erklärte sich bescheiden zum ‚Sprachrohr‘ und fragte: ‚Sind wir über Messiasse und Märtyrer nicht hinaus?‘, während er gleichzeitig am New Yorker Village Theater als ‚Reinkarnation Christi‘ angekündigt wurde. Veranstaltungen der von Leary gegründeten League of Spiritual Discovery (L.S.D.) kombinierten religiöse Zeremonien mit psychedelischen Lightshows und offenbarten den stark spirituellen Aspekt in Learys Lehre, die eine Art Ersatzreligion für eine säkularisierte, materialistische Gesellschaft bot. Für Leary waren ’spiritual discovery‘ und politische Opposition eng miteinander verknüpft. Gleichzeitig lehnte er die Politik als irrelevant ab und vertrat die Auffassung, eine radikale Veränderung des ‚Systems‘ sei nur durch fundamentale Bewusstseinsveränderung möglich. (…) Trotz seiner messianischen Auftritte repräsentierte Leary die ‚kultivierte‘ Seite der psychedelischen Bewegung (…).“10 Aber auch innerhalb der Bewegung existierten folgenreiche Antagonismen. Der anarchische Hedonismus, u. a. eines Ken Kesey und seinen Merry Pranksters, wollte durch spielerische Experimente mit Drogen bis zum Wahnsinn und ostentativer Extrovertiertheit provozieren und durch Tabubrüche gezielt Empörung hervorrufen. Mit einem kaum voraus zu ahnendem Paukenschlag sollte das mythisch verbrämte und bis heute legendärste Festival aller Zeiten in Woodstock zur Ein- und Ausgangstür für die folgenden Szenarien werden. Tosende Wellen, die Europa erreichten, die politisch-philosophische Debatten erhitzten, ideologisch besetzten, und die westdeutsche Atmosphäre befeuerten. Die Schwingungen der elektrifizierten Bewegung, „Vibrations“, wurden mehr als das Kürzel des legendären Beach Boys Hits „Good Vibrations“. Es war der westdeutsche Literaturkritiker und Autor Helmut Salzinger, der in seinem bis heute gültigem Standard-Essay aus dem Jahre 1972, „Rock Power oder Wie musikalisch ist die Revolution“, die Musik-, Design-, Kunst-Welt und ihre nur dialektisch zu fassenden Verkaufsstrategien und Wirksamkeiten von Rock-Musik als einen die Gesellschaft verändernden Prozess analysierte. Er brachte ihre bis in die Gegenwart gültige Doppelbödigkeit durch einen ironisch-verzweifelten Blick zur Sprache: „Woodstock Nation bedeutet Verweigerung, bedeutet Abkehr, bedeutet Subversion. Woodstock Nation bedeutet den Bruch mit der bestehenden Gesellschaft, mit ihren Gesetzen, Traditionen, Werten und Normen.“11 Plakate und Buchtitel (wie im Falle von u. a. Rolf-Ulrich Kaiser) trugen im Jahr 1969 Titel wie „Underground? Pop? Nein! Gegenkultur!“ Irrsinn, Ideologie und Ikonographie Neben der Ästhetik von Platten-Covern, Plakaten und Kunstwerken spricht die Ästhetik der Selbstdarstellungen und Inszenierungen der Musiker und Künstler Bände – auch für die weiteren Entwicklungen der Rock- und Pop-Musik: von John Lennon und Jim Morrison (Sänger von The Doors, Song-Titel u.a. „Break on through (to the other Side)“, „The End“) bis zu Charles Manson erscheint ein Bildtypus, der an alter, christlich-humanistischer Malerei seit der Dürer-Zeit orientiert ist und Christus als einen Weltschmerz und Weltwissen tragenden Mann zeigt, der seine Jünger und weiblichen Engel um sich geschart hat. Die männlichen Hauptdarsteller erscheinen dabei als christusgleiche Erlöser und markieren symbolisch einen Aspekt, der sich auch in den schwarz-magischen und bewusst provozierenden Songs und Texten bis in die Gegenwart fortgesetzt hat. Sie sind zu bewusst Tabubrechenden Schockmomenten geworden, die sich als Gegenkultur gewinnbringend vermarkten lassen. Die Trivialisierung der Rock-Mythen und Pop Art-ikonischen Grundmuster hatten sich in Parallel-Erscheinungen zwischen Mansons „Family“ und anderen Cliquen, Bands und Banden in der Musikbranche als werbeträchtig herauskristallisiert: „Manson mochte keinen Plattenvertrag bekommen haben, er hatte trotzdem das Zeug zum Rockstar – das wallende Haar und der Jesusbart, eine Kiste voll Songs, die schönen und unterwürfigen jungen Mädels, die ihm zuliefen und die man andernorts, etwa in Zappas Szene oder Vito Paulekas‘ Studio, als Groupie bezeichnet hatte.“12 Das Phänomen des Rockstars, in Anlehnung an die biblische Heilslehre mit dem für die Menschheit geopferten Menschensohn, wurde gesellschaftlich approbiert und reif für ein Musical: „Jesus Christ Superstar“. Als Folge von „Hair“ wurde der Mythos auf universelle Erlösung im Zeichen und Zeitalter des Wassermanns bis heute auch medien- und marktwirksam beschworen. Charles Manson erschien als Hippie-Christus am Kreuz auf Druckgraphiken und als Titelheld auf populären Magazinen vom „Tuesday’s Child“ bis zum „Rolling Stone“. Einen Kult- und Ikonenartigen Status erreichte das Cover des „Life“-Magazins vom 19. Dezember 1969 und wurde zu einer Art Markenzeichen für spätere Manson-Devotionalien. Auch der selbst malende Rock-Performer und bekennende „Anti-Christ“ Marilyn Manson trägt bewusst seinen Namen: Nicht um seine Bewunderung für Charles Manson auszudrücken, sondern um die Extreme der US-amerikanischen ökonomischen und kriegstreibenden Realität kritisch als provokantes Statement zwischen Marilyn Monroe als Pop-Ikone und Charles Manson als Anti-Pop-Ikone zusammenzufassen. Tragik und Irrsinn des Systems werbeträchtig vermarktbarer Starkulte zwischen Pop Art und Rock Musik sollen verdeutlicht werden. Auf seiner CD „Portrait of an American Family“ (1994) veröffentlichte er ein Lied von Charles Manson: „My Monkey“. Die Geschichte der nachäffenden Affen im Kontext einer ernst gemeinten und berechtigten Revolte gegen den Vietnam-Krieg, rassistische Ideologien und Unruhen gegen eine ökonomisch herrschende Klasse bis hin zur ikonisch-werbeträchtigen Ausbeutung von Corporate Identities, Namen und Logos lassen sich bis in die Jetzt-Zeit fortschreiben. So, wie der Name „Charles Manson and The Family“ ins kollektive Gedächtnis eingebrannt und vermarktbar ist, kann und muss nun nach den realen Folgen der RAF und ihren buchstäblichen Transformationen in den Bereich trivialisierender Mythen und verkaufsträchtiger Ikonographisierungen gefragt werden. Deutsche Rock-Bands mit prägenden Namens-Kürzeln wie BAP und DAF hätte es ohne sie kaum gegeben. Pop-Kultur und Film-Industrie sind auch so noch immer Bestandteil einer Kulturindustrie, die „Aufklärung als Massenbetrug“ (Horkheimer/Adorno) meistbietend an Spezialisten der Genres verkauft und von ihnen lebt. Der „neue Mensch“ im Sinne eines Joseph Beuys, sollte ja nicht nur ein Rocker sein, der seinen Willen bestätigt, auch nicht nur Hippie, der sein Gefühl gutheißt, und auch kein bloßer Theoretiker, der nur Reflexion will. Er möge alle diese Kräfte in sich vereinigen. „It’s a long way to the top, if you wanna Rock’n Roll“ (AC/DC)…

https://medienwatch.wordpress.com/2009/01/30/gunnar-f-gerlach-1969-die-erneute-erwartung-des-eingeborenen-menschensohnes/

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(1) Zit. nach Der Spiegel, Nr 49, 28. Jg., 2. Dezember 1974, S. 122 (ohne Angabe des Autors). Mit dieser Ausgabe begann die vierteilige Spiegel-Serie „US-Staatsanwalt Bugliosi über den Mordfall Sharon Tate“. In Heft 49 finden sich unter der Rubrik „Deutschland“ bezeichnenderweise auch zwei Artikel über „Baader-Meinhof“: „Verwirrspiel um Terroristen“ und „Interview mit Jean-Paul Sartre über seinen Besuch bei Andreas Baader“. (2) Michael Walker: Laurel Canyon – Im legendären Tal des Rock’n‘ Roll, Berlin 2007, S. 174. (3) Charles Manson: „The Family Jams“, „A Gambling Man Come From Natchez“, 1970/1997. (4) Walker 2007, S. 174. (5) Heiner Müller, „Die Hamletmaschine“, zit. nach: Revolutionsstücke, Hrsg. v. Uwe Wittstock, Stuttgart, 1995, S. 46. Zu Müllers Erwähnung von Susan Atkins, einer der Täterinnen am Cielo Drive, vgl. Heiner Müller, „Krieg ohne Schlacht“, Köln, 1994, S. 294. (6) Zit. nach: Der Spiegel, Nr 49, 28. Jg., 2. Dezember 1974, S. 124 (ohne Angabe des Autors). (7) Die Bibel, Neues Testament, Die Offenbarung des Johannes. (8) Vgl.: Spiegel, Nr. 50, 28. Jg., 9. Dezember 1974, S.110. (9) Vgl. Karl Heinz Bohrer: Die gefährdete Phantasie, oder Surrealismus und Terror, München 1970. (10) Christoph Grunenberg: „Politik der Ekstase: Kunst für Geist und Körper – Von ‚psychodelisch‘ zu ‚psychedelisch’“, in: Ausst.-Kat. Summer of Love – Psychedelische Kunst der 60er Jahre, hrsg. v. Christoph Grunenberg, Tate Liverpool, London; Schirn Kunsthalle, Frankfurt; Kunsthalle, Wien, 2005-2006, S. 14-15. (11) Helmut Salzinger, Rock Power oder Wie musikalisch ist die Revolution?, Reinbek bei Hamburg 1972/1982, S. 195. (12) Walker 2007, S. 182.. http://www.hamburger-kunsthalle.de/manson/catalog/gerlach.htm

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Laudatio für Michael Dörner zum Edwin Scharff-Preis 2006 der Freien u. Hansestadt Hamburg

Preisverleihung am 24. September 2007, Nordhalle der Deichtorhallen

Gunnar F. Gerlach

Meine sehr geehrten Damen und Herren, lieber Michael – Bolisch – eine Laudatio über ein so umfangreiches, vielgestaltiges und reflektiertes Werk, wie es das von Michael Dörner glücklicherweise darstellt, in 5 Minuten zu halten, ist nicht nur unter einem Angemessenheits- und Gerechtigkeits-Aspekt eine schwierige Aufgabe. Der umfangreichen Veranstaltung des heutigen abends gestundet, habe ich mich deshalb dazu entschlossen, die konventionelle Form des kunstwissenschaftlich reflektierten Rede aufzulösen und mich für die Form des persönlichen Briefes mit öffentlicher Lausch-Angriffs-Erlaubnis entschieden. Mein lieber Michael, verbunden mit meinen allerherzlichsten, freundschaftlichen Glückwünschen möchte ich versuchen in gebotener Ver-Kürzung bestimmte wesentliche Aspekte Deiner Arbeit in Erinnerung zu rufen, die auch mir stetige Anregung und Reflektions-Koinzidenz zu weiteren Arbeit waren und sind. Ein Gedanke von Edgar Wind in „Kunst und Anarchie“ scheint dabei auf: „Widerspruchsgeist und Unzufriedenheit standen von jeher den Künsten nicht feindlich gegenüber, sondern begleiteten sie wie Schutzgeister … Wer sich im Leben nichts Höheres zu wünschen vermag als seine Ruhe, der tut gut daran, sich nicht mit Kunst zu befassen.“ In diesem Sinne hast Du dir wirklich alle Mühe gegeben kaum eine gestaltete Form, Kategorie, Gattung oder Reflektion unbefragt zu lassen: Befreiung durch Befragung. Es scheint mir eine unentfremdete Koexistenz von Mentalität, Vermögen und reflektierter Gestaltungs-Kraft zu sein, die Dich prägt als Grenz-Wahrnehmer, Grenzen befragender, auflösender (ja, sprengender) und neu-Ersteller aus auch ethischen und ästhetischen Notwendigkeiten. Hilfreich bei diesem weit über ästhetische und akademische Grenzungen hinausweisende Methode war dabei sicher auch das durch Deinen HfbK-Lehrer vermittelte Wissen – des von uns beiden geschätzten Franz Erhard Walther. Der Zusammenhang von Material-Bestimmung und Auslotung im Verhältnis zu sinnlich reflektierten Wahrnehmungsformen, die zu (auch sozialen) Handlungen im Raum führen und damit auch Haltung dokumentieren: geistig, sinnlich, sozial, politisch und philosophisch. Gegen die normativ gebundenen und gefesselten, einseitigen Ordnungssysteme zumeist der herrschenden Moral, die selten die Moral der Herrschenden ist, sind für Dich Bild, Relief, Plastik, Installation, Architektur zudem ein Verweis auf darin zu entbergende Aktions- und Handlungs-Möglichkeiten, die auch Humor, Spott, Satire und Surrealität vertragen müssen: ein in durchschaubares, farbiges Fruchtgummi gegossener Menschenkopf wird bei Dir zur Tischlampe – verweist auf den Kopf als Ort der Einheit von substanzieller Sinneswahrnehmung und Reflektion und des Nach-denkens als Vor-denken: In der innersten Struktur der Synapsen und Transmitter voller Bewegung, außen jedoch in scheinhafter, fester Form. Augen, Ohren, Nase und Mund sind jedoch gestisch begabt und dienen der Kommunikation über visuelle und akustische Zeichen. Sinne und Denken können sich jedoch untereinander in ihren Erkenntnisformen widersprechen. In Glas und Gummi gearbeitet wird deutlich: das Gehirn, die Tischlampe, leuchtet, weil es sich in Widersprüchen und Gegensätzen – auch des Materials – bewegt. Und dies heißt auch, mit den Worten von Charles William Morris: „Überzeugendsein eines Zeichens ist nicht dasselbe wie seine Wahrheit oder Zuverlässigkeit.“ So, wie wir der Zeichen symbolisch, lieber „bolisch“, bedürfen für den sozialen Austausch, braucht Austausch eben auch Zeichen! Du hast dies bei einer unserer Aktionen sinnfällig formuliert:“ Begriffe manifestieren sich in Dingen und die sind ja aus Material geschaffen…Begriffe tauchen auf, sind da und doch nicht. Und in dem Moment fängt unser Denken an und Sprache bildet sich.“ Auf dieser Grenze „Zwischen Risiko und Einrichtung“ arbeitest Du Bruchlinien heraus, die sich auf elementare sinnes- und geisteserzieherische Aspekte beziehen – gegen Vor-Urteile und falsche, zumindest befragungswürdige, Normen und Konventionen – auch im falschen Leben, um dies mit Adorno auszusprechen. Diese Widersprüche u.a. zwischen Bild, Gebilde, Geflecht und Sprache und ökonomisch-politischen Bedingungen durch kapitalzweckgebundene Bewertungen verursachen auch über den Kunstmarkt einen „Zerrspiegel“ (M. Dörner). Eine Deiner gestalterischen Wege diesem Fatalismus zu entkommen sind ritualisierte Formen der Zusammenkunft verschiedener Menschen und Interessensgruppen im Spiel: eine Überwindung des Dramas der gebrochenen Zeiten, Räume und Lebensläufe durch Erstellung von Gegenräumen. Heterotopia nannte dies Michel Foucault. In diesem Reich der Gesten und Rituale befinden wir uns zugleich und parallel im Bereich autarker und realer Zeichen: Bildformen, Klänge, physische und psychische Bewegungen werden zusammengegossen und heben die Grenze von Trick, Können, Kenntnis und Aufrichtigkeit auf. So kann bei Dir das so völlig zu unrecht als Prolet-Kult desavouierte Skat- und Fußballspiel Kunstform bleiben und wieder werden, genauso wie das Ritual von Speisen- und Tisch-Genossenschaft oder astrologisches forschen mit kathartischem Aufführungscharakter. Hier wird zusammengefügt, was tatsächlich zusammengehört: die Einheit von substanzieller Sinnlichkeit und Reflektion als Bedingung der Wahrnehmung von Widersprüchen zu höherer, sozialer Erkenntnis und Kompetenz. Dies ist auch eine künstlerische Handlungs- und Haltungsanleitung zum Widerstand gegen verführtes Bewusstsein einer einseitig technoid-instrumentalisierten Vernunft. Für mich gelingt Dir so eine sinnliche und intelligente Synthese aus Experiment, Erfahrung und einer nach Vorne gedachten künstlerisch-historischen Rückbesinnung auf die Forderungen hierarchiefreier Versuche und Operationen (Eingriffe) seit dem 19.Jh. bis in die Gegenwart: die ins konstruktiv-alltägliche hineingelagerte Praxis und Theorie als operierende Ko-Operative zur Auflösung begrenzter Realitäten und vermeintlicher Wahrheiten. Es ist mir Freude und Ehre zugleich mit Dir sinnlich, reflektorisch und freundschaftlich verbunden sein zu dürfen. „Crosstown traffic“ von Jimi Hendrix war und ist uns beiden ein wunderbares Weg-Zeichen. Auch durch Deine Weg-Gefährtin und Frau Eva und Eure drei Rasselbanden-Jungs wurde viel ermöglicht: vor allem denke ich, Durchhaltevermögen und Hoffnung in Liebe auch in weniger guten Zeiten. Du hast 2006 im Kunstverein Göppingen einen großen Regenschirm mir Warburg’scher Ritual-Kenntnis aufgebaut – der aus sich selbst heraus regnende Regenschirm. Werk und Katalog sind betitelt „Freut Euch“. Deine Weggefährten tun das sehr. Ich wünsch Dir und Deiner Familie in diesem humorig-gedrehten Sinne einen großen SonnenSchirm… Ganz herzlich Dein Gunnar

http://michaeldoerner.de/texte.html

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Michael Dörner 1994
Bildformen, Klänge, Korridor- und Essens-Gänge, aus Fruchtgummi hergestellte durchsichtige Kleidung als skulpturale Außenhaut, physische und psychische Bewegungen heben auf Zeit die Grenzen von Trick, Können, Kenntnis und Kommunikation auf. Sie werden in eine neue, mögliche andere Wirklichkeit durch irritierende Transparenz transformiert. So können auch das Skat- und Fußballspiel Materialien und Kunstformen werden wie das gemeinsame Speisen. Verbunden mit dem Gedanken der Tischgenossenschaft sind sie reale Handlungsperspektiven zum Erreichen eines hierarchiefreien, anderen Raumes. Substantielle Sinneswahrnehmung, Reflektion und Kommunikation erstellen eine kooperative Basis für eine geheimnisvolle Terra incognita8 und bringen das scheinbar verloren Gegangene, abenteuerlich Unbekannte und Unheimliche, dessen wir bedürftig sind, zurück. Dem muss sich Kunst nach der „Ästhetische(n) Theorie“ von Theodor W. Adorno verpflichtet fühlen: „Alle Kunstwerke, und Kunst insgesamt, sind Rätsel; das hat von alters her die Theorie der Kunst irritiert. Dass Kunstwerke etwas sagen und mit dem gleichen Atemzug es verbergen, nennt den Rätselcharakter unterm Aspekt der Sprache. Er äfft clownshaft; ist man in den Kunstwerken, vollzieht man sie mit, so macht er sich unsichtbar; tritt man heraus, bricht man den Vertrag mit ihrem Immanenzzusammenhang, so kehrt er wieder wie ein spirit.“9 Den Spirit von Michael Dörner bildet die sinnliche und geistreiche Synthese aus Experiment, Erfahrung, Erkenntnis und Erfindung zwischen Innen und Außen. Sie ist einer ins Utopische gedachten, künstlerisch-intellektuellen Rückbesinnung geschuldet und transformiert die Versuche und Operationen zur Gewinnung hierarchiefreier Räume und Kommunikationen: die ins Alltägliche hineingelegte Praxis und Theorie der Kunst als Kooperative aller Prozessbeteiligter zur Gewinnung eines neuen Spielraumes. Hier können dann die Räume, Köpfe, Städte, Formen und Inhalte wieder strahlen: in heimlich-unheimlicher Transparenz und Transzendenz.

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1 Zitiert aus: Franz Erhard Walther. Mit dem Körper sehen, Ausst.Kat., Kunstsammlung Gera, 1997, S.19.
2 Veronika Schöne, Eine andere Ordnung der Dinge, In: Michael Dörner „heimlich“-Installationen und Aktionen
zwischen Risiko und Einrichtung, Ausst. Kat. Art Kite Museum, Detmold, 2003, S.7.
3 Vgl. Gunnar F. Gerlach, Assoziationen zum Skat als Spielform zwischen Schein, Sein und Kunst. In: Ausst.Kat.,
Michael Dörner „bolisch“, Kunstraum Elbschloss, Hamburg, 1997.
4 Vgl.: Erwin Panofsky, Et in Arcadia ego […] (1936). In: ders., Sinn und Deutung in der bildenden Kunst, Köln,
978, S. 351ff.
5 Vgl. M for M, Ausst. Kat. Stedelijke Museum voor Actuelle Kunst, Gent, 2007, S. 49 ff.
6 Vgl. Dörners begehbaren Installationen im öffentlichen Raum seit 2001 wie „Lolita“, Gesamtschule
Hohenlockstedt, 2007; Denkmal für den HSV, Rothenbaumchaussee / Hallerstraße, Hamburg, vorauss. 2008.
7 Wladimir Tatlin, Denkmal der III. Internationale, 1919/20.
8 Vgl. nordskulptur: licht, Ausst. Kat. Neumünster, 2007, S. 20f.
9 Theodor W. Adorno, Ästhetische Theorie, Frankfurt a. M., 1980 (4. Aufl.), S. 182f.

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[PDF] Michael Dörner,

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der Kunstformen von Michael Dörner, Gunnar F. Gerlach …. der „Ästhetische(n) Theorie“ von Theodor W. Adorno verpflichtet fühlen: „Alle Kunstwer-
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wagenlenker-invertiert-stange“Der Wagenlenker von Delphi”

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Von Gunnar F. Gerlach

Dialektik der Entsteuerung

Es gibt sozusagen zwei Motive, die ich der Dialektik der Entsteuerung voranstellen möchte und zwar den kleinen Versuch, die scheinbare Ordnung der verordneten Diskurse mit konstruktiver Störarbeit in kritischer Idylle gegenzuverwirren.

Ich beginne mit drei Zitaten:

1. Johann W. v. Goethe
2. André Breton
3. Theodor W. Adorno

Altmeister Goethe sagt 1805 in den Annalen oder Tag- und Jahresheften:
Was hilft es, die Sinnlichkeit zu zähmen, den Verstand zu bilden, der Vernunft die Herrschaft zu sichern – die Einbildungskraft dauert als der mächtigste Feind. Sie hat von Natur einen unwiderstehlichen Trieb zum Absurden, der selbst im gebildeten Menschen mächtig wäre gegen alle Kultur, die Anstand und Hoheit Fratzenlügner bildend, mitten in der anständigen Welt wieder zum Vorschein kommt.
Fast 150 Jahre später, 1941, fordert André Breton, zu der Zeit hart attackiert von den hardcore-Leuten der kommunistischen Partei: Was nützt uns diese Vernunft, wenn sie von einer Generation zur nächsten nur in den Wahnsinn neuer Kriege führt.

Zitat 3 – Theodor W. Adorno in “Meditation zur Metaphysik”, 1966, Teil übrigens der “Negativen Dialektik”:
“Was einmal der Geist als seinesgleichen zu bestimmen oder zu konstruieren sich bemühte, bewegt sich auf das hin, was dem Geist nicht gleicht, was seiner Herrschaft sich entzieht und woran sie doch als absolut Böses offenbar wird. Die summarische sinnferne Schicht des Lebendigen ist Schauplatz des Leidens, das in den Lagern alles Beschwichtigende des Geistes und seiner Objektivationen der Kultur ohne Trost verbreitet. Unbewusstes Wissen flüstert den Kindern zu, was da von der zivilisatorischen Erziehung verdrängt wird ins ” was ist das?” und “wohin geht es?”.

Ja, genau das ist die Frage: “wohin geht das” und “was ist das” und was soll diese kleinen assoziativen Gedankenschiffchen in drei kleinen Ausfahrten auf das ungewisse Gewässer lenken, steuern und navigieren.

Der 1. Punkt wäre dann die Frage: zu welchem Ziel und Zwecke steuern, lenken und navigieren wir in geistigen und künstlerischen Angelegenheiten zur Zeit und welchem dialektischen Prozess, Sinn einer Dialektik der Aufklärung, müssen wir dabei begegnen?

2. Was leitet und lenkte mich persönlich in meine künstlerisch, philosophische Projektarbeit in die Irrenanstalt nach Bedburg – Hau, in die Umgebung von Joseph Beuys und den Begriff der sozialen Plastik.

Und 3.: Welche Zwischenergebnisse lassen Ableitungen für eine andere, künstlerisch philosophische und vielleicht sogar kunsttheoretische und kunsthistorische Praxis treffen.
Beginnen wir also, etwa analog zu Silke, mit dem Versuch, aus der Etymologie sozusagen, eine Grundsteuerung zu erkennen. Da wir das bei Silke gehört haben, verkürze ich das sehr stark: lenken – tatsächlich zu lank und lache – kommt eben auch von Hüfte und Gelenk und dessen Wirkung ist ungeläufig, dass es eben auch vom Geh-Lenk kommt. Joseph Beuys, erinnere ich nur: ich denke sowieso mit dem Knie, sagte er übrigens als eine Studentin während eines Vortrages im Getümmel gegen ihn fiel, ihm fast das Bein zerbrochen hatte, am Kniegelenk hängen blieb mit ihrer Schädeldecke. Das ist schon spannend…
Steuer von stiura, mhdt.. Bedeutung ist zunächst Stütze und Unterstützung und ziemlich kurz danach – Steuer, Ruder – und natürlich dann späterhin – Silke (Peters) hatte auch schon drauf hingewiesen – im Zusammenhang mit dem Schiff – also das Steuerbord, die rechte Seite des Schiffes lenken.

Das würde mich jetzt assoziativ noch mal wieder an Noras Vortrag über den Wagenlenker erinnern, wozu ich jetzt nichts ausführen werde, weil ich dazu demnächst ‘ne größere Ausstellung kuratieren soll zum Thema der Navigation.
Ich erinnere nur daran, dass Mythologisches bei Heraklit – so in der Aeneis -, dass der Steuermann nämlich, auftaucht. Der heißt Palinurus. Palinurus ist jener einzig befähigte Steuermann, der mit Aeneas nämlich gen Rom in Italien segeln kann, wo keiner die Gewässer kennt, und mit dessen Glück Aeneas zu dem wahnsinnigen Plan der Gründung eines Weltreiches aufbricht.
Allerdings, kurz bevor sie sozusagen in die Untiefen geraten, verlässt der Steuermann das Schiff.

Und Vergil gibt 5 Thesen an. Eine davon ist u.a.: Aeneas hätte seine damalige Freundin, die er heiraten wollte, so schlecht behandelt, dass es dann dem Palinurus peinlich war, das mit anzusehen, dass so ein Typ dann auch noch ein Weltreich gründen soll.
Immerhin erfahren wir aber dadurch, dass das Problem des Steuerns und Lenkens immer auch im Zusammenhang mit dem Schiff und dem Ziel eben bestimmt war und dass das gar nicht so ist, wie wir das eigentlich denken.
Dieser Zielpunkt nämlich ist ja auch ein “Erziehen”. Etymologisch Erziehen und zielen geht ja unmittelbar zusammen. Da gibt es einen berühmten Mann namens Bazon Brock, der hat sich auch schon die Frage gestellt, wer erzieht eigentlich die Erzieher?, die ja auch Autor, autorhaft, autooperativ gelenkte Systeme sind.

Wenn wir also den Begriff der Navigation bestimmen und Einhal- tung des Kurses – fast sprachlich dem 16. Jhdt. entlehnt -, so lateinisch navigatio, navigationis – die Schifffahrt, also navigare – schiffen, segeln, fahren zu navis – Schiff und zu agere – in Bewegung setzen. Zunächst in mehr allgemeiner Bedeutung verwendet, dann Spezialisierung auf das Wort Nautik und basiert tatsächlich auf dieser Entsprechung von griech. naūs, nauti.

Dann käme man dazu: mit welchem Schiff schwimmen wir eigentlich auf dem schmalen Grat zwischen Vernunft und Wahnsinn. Symbolisch in der Kunstgeschichte hat das Schiff ja folgende Bedeutung – auch religiös – die Arche Noah als Hort des Lebens und der Hoffnung in einer sonst wüsten Welt, sozusagen als Symbol Mitglied zu werden auf diesem Schiff, durch das das Leben gerettet werden kann.
Die Analogie kennen wir auch. Sie wird für jeglichen Sakralbau auch heute noch mit den Begriffen Mittel-, Quer- und Seitenschiff verwendet.
Die Fahrt mit dem Schiff wird dann häufig auch als Lebensweg interpretiert. Der Steuermann ist auf den Schutz, die Gnade Gottes angewiesen, der ihm die richtigen Winde schickt und ihn vor Unwettern schützt.

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Frage bleibt dann: Wohin das Ganze?

Wir haben mit diesem Schiff auch wieder abendländisch eine doppelte Bedeutung, nämlich mit der schönen Metapher bei Michèle Foucault, mit dem Narrenschiff (stultifer navis), aus der er auch die literarisch, philosophisch, bildnerische Wirklichkeit seit dem 15. Jhdt. angenommen hatte. Nun weiß die neueste Forschung, dass unser Bild ein etwas falsches…- Foucault war nämlich davon ausgegangen, dass sich hier nun genau jene fatale Herrschaft, die wir heute im Kapitalismus haben, dokumentiert – weil die, die anders sind, auf die Schiffe gesetzt werden – ohne Steuermann – um hier in den elenden Tod einfach entsorgt zu werden, also so eine Art frühes KZ ohne Steuermann.

Die psychoanalytische Forschung hat nun herausgefunden, dass es sich dabei, bei diesem Narrenschiff, tatsächlich um eine Metapher handelt; denn das sei eher früheren Fastnachts- und Karnevalsbräuchen zugestanden gewesen, dass sich Leute verkleiden. Nichtsdestotrotz halte ich insofern gerne an dem Gedanken des Narrenschiffes, das sein Ziel sucht, fest: ein ZIEL, mhdt. zil, wird dabei deutlich vorausgesetzt, ein Ziel und erreichen, aber auch das Bestellen des Feldes und sich beeilen. Und es steht etymologisch im Zusammenhang – und das finde ich wichtig – mit dem Lebensende und dem Tod und dem Wort für passend.

Mit Hüfte und Gelenk stetig ans Lebensende denkend versuchen wir, uns in Bewegung zu setzen, um Passendes zu finden, passend zu der Fest- und Fragestellung: Was ist Verstehen und Verständnis als Zielbestimmung unter der Voraussetzung des Satzes von Adorno, dass es kein wahres, bzw. richtiges Leben im falschen Leben geben könne?
Dies ist bei ihm logisch und folgerichtig hervorgegangen aus Überlegungen, die Moderne und Modernität im Sinne z.B. Beaudelaires kennzeichnen, mit den Worten Henry Lefèbres “in der gesellschaftlichen Praxis brechen heute die Bilderwände auf zwischen dem Spontanen und dem Abstrakten, zwischen Natur und Technik, zwischen Natur und Kultur. Deren Verhältnis ist ausschließlich im Rahmen eines dialektischen Konfliktes zu erfassen.”
Da diese Art mit dialektischen Betrachtungen aus politisch-ökonomischer Ideologie des Turbokapitalismus ausgegrenzt wird, befinden wir uns also innerhalb der zum Unverständnis und zur Wertelosigkeit entgrenzten globalisierten Zeichensysteme, die uns vermeintlich verwirren sollen: Konsum- Freiheit als Frustbewältigung zur eigenen Unmündigkeit. Der Autor steuert nicht mehr sich selbst, also quasi, um einer komplexen und komplizierten Fahrwassermarkierung zu entgehen.

Also wenn er nicht mehr den Weg richtig oder falsch oder dagegen oder dafür geht und die sog. Normalität bezeichnet, also eine Norm, die längst keine mehr ist, was ist dann unnormal, was ist dann gesund und was ist dann krank und was bedeutet dies dann für eine künstlerischen und philosophische Praxis, die um die hegelsche Tatsache, aus der nur zweifach wahr ist, das nur insofern etwas in sich selbst einen Widerspruch hat und Widerstand leisten kann, das Antrieb und Tätigkeit besitzt. Ferner, dass Autonomie im Sinne einer Erziehung zur Mündigkeit, – Selbststeuerung als kreative Fähigkeit -, nicht mehr vorhanden ist und auch verbindliche Ziele der Ethik und Ästhetik der Subjekte Platz machen müssen für eine Objektivierung von Produktion.

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Ware und Person als Warenobjekte

In diesem Zusammenhang – möchte ich kurz ausführen -, ein wunderbarer Aufsatz von Jean Beaudrillard über die Absolutheit der Ware, wo er auf geniale Art und Weise darauf kommt, dass Beaudelaire der wahre Vorgänger von Andy Warhol ist.
Die gleiche Tragik, die sich daran anknüpft, wenn Menschen schon nicht mehr zwischen Subjekt und Objekt unterscheiden, wie es in Noras Ausführungen ja auch ganz klasse zur Sprache kam.

Dann muss man das natürlich auch weiterfragen, was wir überhaupt von Kunst und ihren Gegenständen haben wollen.
Wenn nämlich Objekte Objekte machen, müssen wir uns vom Begriff des Subjektes natürlich verabschieden und dann würden wir uns innerhalb einer neuen Logik einbezogen finden, die dann natürlich erst recht, sozusagen, die Frage stellt, was ist dann Werbung, was ist dann Objekt, was ist ‘n Produkt und was ist dann noch Kunst, vor allem freie Kunst, wenn – dann noch angehängt – der Begriff der freien Kunst sowieso abhängig ist von einem Begriff der Freiheit, der aus der Renaissance kommt, also aus dem 15./16. Jhdt., nämlich der neoplatonischen Akademie zu Florenz und schon lange gar nichts mehr mit unserer Bestimmung von a) frei und b) Autonomie zu tun hat.

Dazu habe ich auch mal ‘nen Aufsatz geschrieben. Da geht es darum, wie wir Duchamps und den Gedanken des ready mades eigentlich weiterdenken müssen. Wenn also die gefakte Signatur als Steuerungsmechanismus “dies bin ich selbst” oder bei Goya “Io lo visto” – ich habe dies gesehen – den Krieg, Euren Wahnsinn, Eure Paradoxie, Eure Scheiße auf deutsch gesagt, und ich als Künstler habe immer noch die Autonomie, dies einfach wiederzugeben, dann muss man sich natürlich fragen, was jetzt innerhalb von eigentlich nur 150 Jahren eigentlich wirklich passiert ist, dass sozusagen hinterm Berg fast jeder verschwindet, sodass wir mit Recht a) sagen können: sehr häufig ist mittlerweile das Werk klüger als der Autor, also der sich selbst steuern will, und zweitens mit Heiner Müller: “ganz häufig ist dann auch noch die Metapher klüger als das Werk”.

Wenn also die nun bekannten herkömmlichen Wege, Pfade und auch Sehwege im doppelten Sinne so vom Rudern und Steuern als vom mal-so-gucken besetzt sind, können wir in unserer von außen idealökonomisch und politisch verordneten Steuerlosigkeit diese vielleicht konstruktiv dialektisch als Instrument be- nutzen.

Wir nutzen das Missverständnis, das zumeist negativ bewertet wird, und beginnen einen konstruktiven Nutz- und Spielraum fruchtbar zu machen.

Missverständnisse nutzbar zu machen – da gibt es ein wunderschönes kunsthistorisches Beispiel: Als der großartige Wiliam Morris <zum Kern seines Ansatzes kam, Anm. E.S.>, noch sogar kurz bevor er die Arts- and Crowd-Bewegung gegründet hat, (in der Hoffnung sozusagen, eine Kunde von Nirgendwo, also Nirgendwo noch gedacht als Utopia, zu verwirklichen, indem er die Künste enthierarchisiert und den geistigen Mittätern sozusagen am Gesamtgebilde des Gesamtkunstwerkes eine gleiche Stellung einräumt, also dem kleinen Glasschneider die selbe Stellung sozusagen wie dem großen Architekten oder dem hervorragenden Maler, aber auch dem Schnitzer für irgendein Geländer) – da ist nämlich das Missverständnis aufgetreten, dass er durch die Verkehrung des Mittelalters als einer nahezu harmonischen Tauschgesellschaft eigentlich auf die Idee kam, <Folgendes zu formulieren Anm. E.S.> – sozusagen zur Enthierarchisierung und diese Gedanken sozusagen in einem sozialen Mittelweg sah zwischen Bakunin, also freie Assoziation der frei Assoziierten contra Marx – , der Behauptung eben, wir brauchen eine vermittelnde Institution. Er nannte sie Partei, die Menschen erst in diese Höhe tragen muss. Da kam jener Gedanke her, der späterhin in dem sogenannten Arbeitsmarkt für Kunst 1919 – Gropius – Caesar Klein / Hamburger Maler und Bildhauer – und dann zum Bauhaus geriet.
Wir gehen den Weg in die kritische Idylle mit einer tradierten, aber wirksamen Kraft, der sogenannten, aber oft désavouierten ‘Innerlichkeit’ als Störarbeit im Heineschen Sinne. Als Ort und Gegenort zugleich begegnen sich nun in der Wildnis als Restnatur, und im wilden Denken als contralogischem Humus zwischen Geflecht und Gestaltung, Gegenwelten. Idealität und Realität in Riss und Lücke, Bruchlinien und Abgründe, über die wir ein gespanntes Seil der Hoffnung spannen.

Michèle Foucault prägte hierfür den Begriff: Heterutopia, Orte, die in einem realen Raum Räume bilden, die unvereinbar schei- nen und nur im Übergang fassbar sind. Denken heißt Überschreiten sagte Ernst Bloch und heißt es auch für Foucault – also unsere Discursebene sozusagen- : was ist Philosophie heute, ich meine “philosophische Aktivität”, wenn ich die kritische Arbeit des Denkens an sich selber, den Auto-Autor und wie weit es möglich wäre, an das zu denken. Also arbeiten wir seit Kant nicht nur mit der Arbeit an den Kategorien und der Differenzierung, sondern auch mit der Innerlichkeit als Bedeutungsinversion, die der kapitalsverordneten Schizophre- nie, wie es bei Déleuze und Guattarie zu lesen ist, vergleichbar ist. Also eine surreale Praxis, d.h. sich selbst rhizomatisch zu entwickeln.

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Auf nach Bedburg-Hau

*”Eine merkwürdige Reise in die innere Mongolei mit Ausflügen zu Erlebnis-Freiheitsparks, Gehegen des Wilden und der Tollheit – eine Phantasmorgie über Geschehenes, Gesehenes, Gespürtes, Gedachtes und Geglaubtes.”

Vorausgesetzt habe ich damals-, und das möchte ich noch erwähnen, wir haben dann überlegt, kann man einen Katalog machen, wenn man zweieinhalb Wochen mit 15 Leuten sich ständig in dieser Fragestellung bewegt: wer ist innen, wer ist außen. Keiner weiß mehr genau, warum wer grinst, warum wer stolpert, holpert, ist es ein Arzt, ein Freigänger, ein Entflohener, ist man selbst schon drin? Man begegnet Menschen, die sind genauso monomanisch sich selbst vorbringend und spinnen, wie man selber und was markiert den Unterschied? Also dachte ich mir wieder, zwei Motti müssen dem Ganzen vorangehen: “Wahr sind nur die Gedanken, Gedanken, die sich selbst nicht verstehen” (Adorno)
und – mein Lieblingssatz – Max Ernst – “Man muss die Realität nicht so sehen, wie ich bin.”

Anfahrt: Schneeregenmatschiges Grau bei einbrechender Dämmerung an den Gestaden des Niederrheins kann eine zarte Farbe der Erwartung sein: bizarre Konstruktion einer Stadt- silhouette mit Hafenhang, die aus mittelalterlicher Burg- und Kirchenarchitektur ihre eigene Höhe ins Licht industrie- städtischer Architektur eines ausgehenden Jahrtausends speist.

Sichern die erstaunten Augen die Spuren des atmosphärisch-geografisch bedingten Mystizismus zwischen Schmerzensmännern und letzten heiligen Josephs und Hanns Dieters?
Entstanden in diesen heiligen Gefilden die letzten poetischen Gedanken, die ein Hagenbuch wieder einmal, neulich, zugegeben hat? “Wer nicht denken will, fliegt raus” und “ohne Rose geht hier gar nichts mehr” als letzt Aufforderung und Mahnung nicht nur an die Deutsche Bank, sondern auch an jene nicht ge- und benannte, zumeist willkürlich und selbstverleugnend lebende, amorphe Masse, die sich Staat nennt. Nation oder Bevölkerung? Anfahrten ins Nichts wecken zumindest keine Erwartungen. Und doch verführt ein Name wie ,Emmrich’ dazu, reflexartig eine linke Klebe mit Aussenrist von der linken Eckfahne des Feindterrains in den hintengelegenen, entgegengesetzten und damit entlegensten Winkel vor dem inneren Auge zu sehen: “Ecken// Winkel // Cézanne// Dank” verdichtete einst der Meister der Holzwege und etymologisch / existentialistischen Entschlüsselungskunst im Prozess substantieller Wahrnehmung und innerem Verständnis gegenüber und mit dem großen Berggucker, der das Immergleiche ins Immerneue, Poetische der Malerei erhob. Mit der linken Klebe Einkehr, rechte Heimkehr nach Kleve – durch sinnliches Grau nach Bedburg – Hau.
Weites Land heißt nicht “waste land”, liegen aber hier in der Blickempfindung nahe beieinander. Melancholie bei der Wahrnehmung des Immergleichen hat auch schöne Seiten. Zu schöne, wie sich bei Gewahrwerdung eines kleinstadtgroßen Gebietes herausstellt. Bizarr wie stahlgläserne Wolkenkratzer im schnee-romantischen Hochgebirge zur Weihnachtszeit: eine idyllische Feriensiedlung, ästhetisch zwischen bäuerlichen Schwarzwaldhöfen und Blockbauten schwebend, in denen Ferienmachen möglich schiene? Langsam, sehr langsam kriecht Argus in die Iris, erspäht die geschickt getarnten Drähte von Verschlägen, Zäunen, Käfigen. Camouflierter Stacheldraht schafft jene eben nicht mehr semipermeablen Lamellen, die zwischen Innen und Außen zwar augenscheinlich nur schwer zu scheiden vermögen, in der steinharten Realität aber nicht nur Welten, sondern Weltanschauungen und ihre resultierenden Verhalten, Haltungen und Handlungen ideologisch trennen.
In aller Ambivalenz zumindest im Vorschein entstehen Orts- und Menschenassoziationen. Nicht enthalten allerdings jenes heroisch-erotische Toxicologicum surrealer Provinienz, das aus dem schwer verifizierbaren Augensinn die steingewordene Tatsache einer Irrenanstalt macht. Und doch hier scheint seit 96 Jahren der deutsche Wald eine heilsbringende Metapher geworden zu sein…..

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Aufnahme

…Was wohl die Unfreiwilligen und unfreiwilligen Freigänger seit 1908, dem Baubeginn der Rheinischen Kliniken, für ein Wohlbefinden des Freizeitgefühl mit sich rumgetragen haben und weiterhin tragen? Mythen über Mythen: Wald, Wiese und Flur, Wanderer, Via Romana, Antoniusorden vom heiligen Antonius, Joseph Beuys (und die Gebrüder van der Grinten) und der Rhein – schon immer der mythologisch, mystisch und romantisch rauschhaft nährende Strom der Dichter, Denker, Meistermaler…”Die Zeit vergeht, die Erinnerung bleibt”…”Menschen, die wir lieben” // bleiben für immer, // denn sie hinterlassen Spuren // in unseren Herzen”…”Du hast die Welt nicht mal gesehen //und musstest doch schon von uns gehen. // Mußt einen langen Weg beschreiten // auf dem dich niemand kann begleiten //……“Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon” schrieb Jean de la Fontaine….

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Führung

…Und sei auch kein materielles Wesen nur aus sich selbst heraus tätig, wie Jean-Jaques bereits es erkannte, fährt er doch fort, dies gleich wieder in eine poetische Ambiguität – der auf Handlung gerichteten Erkenntnis im Verhältnis zu einem möglichen Subjekt zu betrachten, denn der redliche Mann, wie er ihn sich vorstellt, ist ein Kämpfer, der am liebsten nackt streitet. Auch die Masken und Rollen – Verschwiegenheit, Verstellung und Vorstellung – sind nur Instrumente der Macht. Von einem “ich aber bin es” zu einem “je suis un autre” liegt eine hauchzart -güldene Folie künstlerischer Technikbeherrschung als Mittel, Medium – nicht Selbstzweck.

Und Technik ist mit dem frischen Max ein Kniff, ,die Welt so einzurichten, dass wir sie nicht erleben müssen’. Was für eine tief empfundene Sicht auf das Leben: “Aufatmen” -die Verzweiflung wechseln. Das Auto fährt allein”! Und sie reisen und kreisen in Kreisen: in Reisekreisen.
Vertikale Kreisel, teleskopische Kegel: Wahrnehmungen der Veränderungen in der Längsneigung. Richtungskreiseln. Korrektursignale zu Quer und Seit und Hoch: der Auto(r)pilot als Operateur im unsichtbar Sicht- und Sinnbaren und -lich(t)en. Es gibt keine Gespenster in Bildern – nur Geist, der zwischen schmerzendem ‘ICHundWELT’ und rauschhaft-euphorischem Erfahren von “der ganze Wahnsinn auch ohne mich und Ich” oszilierend, ein zu bergender und entbergender ist. Gottfried Benn spricht friedlich aus der Höhe heilenden geiste(rn)s:

“Tauchen musst du können, musst du lernen,
einmal ist es Glück und einmal Schmach,
gib nicht auf, du darfst dich nicht entfernen,
wenn der Stunde es an Licht gebrach. “

Aus diesem kurzen ,Dazwischen’, nämlich inter-esse, also dem “Dazwischen” sage ich also dem Zeichen/Bezeichneten einen letzten Rest von selbssteuerndem Trieb mit gestalterischer Selbsttätigkeit zu. Ganz so, wie es vielleicht dieser Tage in einer fröhlich humorvollen Entgrenzung von Kapital und Spiel, von Fieber und Wahn für das Spiel mit dem Fußball erlebbar ist. Noch einmal König Fußball:
Sein Geburtsjahr wird ja allgemein mit 1863 angegeben. Doch schon Shakespeare warnte vor der Brutalität des Spiels:

“Fortrollen soll ich. Bin ich denn ein Ball, den man mit Füßen tritt und vorwärts stößt, hin und rück und nach Lust schlägt mich ein jeder? Soll das noch lange Zeit währen, so näht mich erst in Leder.”***

Und ungeachtet der Verletzungsgefahr meinte ein uns allen bekannter 1759 geborener Regimentsmedicus – wir würden heute Mannschaftsarzt sagen – ;

“Wort gehalten wird in jenen Räumen
jenem schönen gläubigen Gefühl.
Wage du zu irren und zu träumen.
Hoher Sinn geht oft mit kindschem Spiel”.

Und in diesem Zusammenhang wird bei Platon u.a. der Begriff der “Heiligen Scheu” eingeführt.

Diese Spielform also, antik zwischen Agon und Illings, ist die in Bewegung und Prozessualität des wechselseitigen Kampfes sich bedingender Temperamente und Kräfte von apollinisch und dionysisch im Sinne Nietzsches.
Kraft, Gedächtnis und Einfallsreichtum, also Agon, gegen oder in Rivalität zu Rotation und Fallbewegung, die in sich selbst einen organischen Zustand der Verwirrung und des außer sich Geratens – extasis – erreichen sollen mit dem Ziel, zu einem reflektierenden Selbst in dem Begreifen und Verstehen notwen- diger und sozialer Abhängigkeiten zu gelangen. Also wie im Spiel.

Soziale Kompetenz des Steuerns wird so über die Dialektik der Entsteuerung zu einer künstlerischen und philosophischen Haltung und – hoffentlich – immer wieder auch zu einer Handlung.
Und hier müsste eigentlich ein Plaidoyer der operativen Kunst im Sinne Sergej Tretjakovs folgen, aber davor möchte ich Euch bewahren.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Vortrag im Einstellungsraum e.V)
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* Gunnar F. Gerlach:
Aufatmen – die Verzweiflung wechseln
12 Künstler in der Anstalt
Hrsg. Uwe Schloen
Huck – Finn – Verlag Amsterdam, Hamburg 2005

***W. Shakespeare: Komödie der Irrungen, 2.Akt, 1. Szene, Dromio.

Einstellungsraum e.V. (Transcript Elke Suhr) […] >

https://medienwatch.wordpress.com/2009/01/09/einstellungsraum-gunnar-f-gerlach-dialektik-der-entsteuerung/

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Vortrag von Gunnar F. Gerlach Ort: Gustav Heinemann – Bildungsstätte; Vortrag gehalten im Rahmen einer Tagung der “Erich Mühsam Gesellschaft” (Lübeck) 1996

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Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus Überlegungen zum Verhältnis von Kunst und Politik.

“Wie lange wollen Sie noch beim ersten Schritt bleiben?” (Joseph Beuys)

+ [Einführung] in die Gesellschaft für operative Kunst, GfoK =

https://medienwatch.wordpress.com/gesellschaft-fur-operative-kunst/

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Gunnar F. Gerlach

Gebastelte Gebilde und gebildetes Gebastel

Eine Ideenskizze zu den plastischen (Kunst)Geschichten von Nils Knott

„Er versicherte mir, daß ihm die Pantomimik dieser Puppen viel Vergnügen machte, und ließ nicht undeutlich merken, daß ein Tänzer, der sich ausbilden wolle, mancherlei von ihnen lernen könne.“ Heinrich von Kleist, „Über das Marionettentheater“

„Darunter zeigte das zweite Relief dieselbe Unbekannte, wie sie in einem prächtigen Saal saß und aus der aufgetrennten Naht eines reich bestickten Kissens eine rosarot kostümierte Puppe zog, der ein Auge fehlte.“ Raymond Roussel, „Locus Solus“

Die ideologisch verklärte, rational-technoid bestimmte Gegenwart mit ihren, auch brutalen, ökonomischen und politischen Konsequenzen für alle menschlichen Bereiche, schreit nahezu nach Gegenentwürfen – besonders aus dem Geist der Künste (Musik, bildende Kunst etc.). Die im folgenden aufscheinenden Ideen zu der Kunst von Nils Knott, gehen aus von dem Staunen über seine plastischen Erzählungen und Erfindungen im Gewande der Kunst und der formschlüssigen Spiel- und Erfindungsfreude doppeldeutigen Maskenspiels zwischen Tragik und Kömmödie, Ironie und satirischer Energie. Die vielgestaltige und vielgesichtige Welt der Plastiken, Arrangements und Szenarien des 1973 in Münster geborenen Künstlers geben Auskunft von einer grenzüberschreitenden Kunstform, der tatsächlich jedes „Ding“ als Experimentier-, Spiel- und Assoziationsmaterial dienen kann. Diese individuelle Spiel- und Kunstform der neo-surrealen und assoziativen Kunsterzählungen, speist sich aus unterschiedlichsten Quellen, sowohl des Materials, als auch des erzählerischen und gestalterischen Formwillens: traditionelle, handwerkliche Bestimmungen aus der Kunstgeschichte treffen dabei auf grenzüberschreitende Maßnahmen seit der Kunst der 60er Jahre, integrieren den Spirit und die Ästhetik von avantgardistischer Rockmusik genauso, wie Impulse aus DaDa, Collage, Comic, POP und Politik.

https://medienwatch.wordpress.com/2009/07/12/westwerk-%c2%bbdie-silberne-stadt%c2%ab/

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PRESSEMITTEILUNG: G(ebt) 8(cht)! zum Segeln und Kegeln

Adorno segelt mit…

http://www.flickr.com/groups/kunst-trifft-g8/discuss/72157600307205463/

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Adorno „Dialektik der Aufklärung“ etc. zum 40. Todestag

https://medienwatch.wordpress.com/2009/08/06/dialektik-der-aufklarung-vor-40-jahren-starb-der-philosoph-theodor-w-adorno/

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Bildarbeit | Animation: jörg stange | gfok

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August 6, 2009 at 11:18

Veröffentlicht in

Spirit: Krieg in Serie als american way of life°

with one comment

war-sea-stange-gfoktv-war-picture | Foto: jörg stange

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Krieg in Serie als american way of life

David Bromwich, Professor an der US-Elite Universitaet Yale und Blog-Autor der Huffington Post, befasst sich mit der Frage, wie das Initiieren und Fuehren von Kriegen zum modernen „american way of life“ werden konnte. Es sei heute fuer keinen Praesidenten noch moeglich, einen Krieg zu beenden, ohne den naechsten anzufangen oder zu intensivieren.

Bromvich berichtet ueber die Bemuehungen des Militaerapparates, Kriege „auf Vorrat“ zu planen, anstatt sich von ihnen ueberraschen zu lassen.

Bromwich setzt der amerikanischen Perspektive des permanenten Krieges die Vision der Gruendungsväter entgegen, deren Vorstellung darin bestand, dass ein souveräner demokratischer Staat keine Kriege fuer seine Eigeninteressen noetig habe, wie die derzeitigen Monarchien Europas.

In den vergangenen zwei Jahrhunderten sei es die ueberwiegende Einschätzung gewesen, dass Krieg als Verirrung, als Perversion der Politik zu betrachten sei. Um so mehr die Vorstellung mehrerer gleichzeitig gefuehrter Kriege.

Nach dem zweiten Weltkrieg seien die Impulse stark gewesen, etwa im Zusammenhang der Gruendung der UN, die Perspektive eines dauerhaften Friedens zu erreichen. Dies sei damals noch Mainstream gewesen. Auch nach den Kriegen in Korea und Vietnam habe nie die Vorstellung geherrscht, man müsse, wenn man einen Krieg beende, mit einem anderen fortsetzen. Der Vietnamkrieg sei weitgehend verdrängt worden, als amerikanisches Trauma: die Rechten hätten den Schluss gezogen, man habe nur mit halber Kraft gekämpft und deshalb verloren. Die Liberalen wiederum übertrugen die Verantwortung einem Schuldigen: dem Aussenminister McNamara. Alle uebrigen Beteiligten wuerden von ihnen außer Acht gelassen, auch Nixon und Kissinger, die die massive Ausweitung des Krieges in die Nachbarlaender betrieben.

Bromwich erinnert an die Anweisung Kissingers zum massiven Kriegsverbrechen: man beabsichtige gegenueber Kambodscha „a massive bombing campaign in Cambodia [using] anything that flies on anything that moves.“, die anschliessend durchgefuehrt wurde.

Auch die Liberalen haetten damals den Krieg in vollem Umfang unterstuetzt mit der Neigung, Kritiker als Landesverräter zu betrachten.

Bromwich weist auf das Trauma der Demokraten hin: sie staenden in Gefahr, als „vaterlandslose Gesellen“ gebrandmarkt zu werden, sobald sie sich nicht mit uneingeschraenkter Loyalitaet fuer einen Krieg engagierten.

Man habe die öffentliche Wahrnehmung gezuechtet: Republikaner wüssten, wie man einen Krieg anfängt und wie man ihn beendet. Demokraten gelten diesbezueglich als unzuverlässig. Bromwich weist auf die Kampagne des Senators Joe McCarthy in den 50er-Jahren hin, der die Demokraten des „20-jaehrigen Verrats“ bezichtigte: sie hätten unter Roosevelt und Truman versäumt, gegen den Kommunismus zu kämpfen.

Vor diesem Hintergrund sei es nachvollziehbar, dass demokratische Präsidenten die Neigung zeigten, Kriege zu beginnen oder auszuweiten, etwa unter Johnson, unter Clinton und nun unter Obama..

Clinton habe in Jugoslawien einen Test-Krieg gefuehrt – wie vor ihm Reagan in Grenada und G.H. Bush in Panama: um die Ausruestung des Militärs und die Funktion der Propaganda zu ueberpruefen.

In den 90er-Jahren habe man die Motivation der humanitären Kriegfuehrung entdeckt. Der Kosovo-Krieg sei deshalb mit Enthusiasmus gefuehrt worden.

Im Westen hätten sich alle mit Begeisterung dafuer engagiert und die Wohltaten des Bombenkrieges gefeiert, etwa durch Tony Blair. Damals sei die Grundlage zur serienweisen Kriegfuehrung gelegt worden.

Tatsächlich sei damals jedoch der Bruch des Waffenstillstands durch die von westlicher Seite unterstuetzten UCK verursacht worden. Während die NATO vorgab, Unheil von der bedrohten Bevoelkerung abwenden zu wollen, habe sich die Zahl der Opfer durch den Krieg vervielfacht.

Die weitere Entwicklung beschreibt Bromwich anhand eines Artikels der New York Times vom Januar 2003, „The American Empire: The Burden“, in der Michail Ignatieff den Krieg als Buergerpflicht beschreibt: die Amerikaner duerften nicht einer egoistischen Mentalität verfallen und sich damit begnuegen, dass sie Freiheit und Demokratie geniessen koennten, waehrend die Welt jenseits ihrer Landesgrenzen in Barbarei versinke. Man habe die Verpflichtung, sich auch um Bosnier, Kosovaren, Afghanen und unterdrueckte Iraker zu kuemmern.

„Regime change is an imperial task par excellence, since it assumes that the empire ’s interest has a right to trump the sovereignty of a state… Regime change also raises the difficult question for Americans of whether their own freedom entails a duty to defend the freedom of others beyond their borders..(…)

„There are the Kosovars, who would still be imprisoned in Serbia if not for Gen. Wesley Clark and the Air Force. The list of people whose freedom depends on American air and ground power also includes the Afghans and, most inconveniently of all, the Iraqis“.

war-air-stange-099tv-war-picture | Foto: jörg stange

Im Ergebnis zitiert Bromwich die Unterstaatssekretaerin Flournoy im Pentagon unter der aktuellen Regierung bei der Entwicklung moderner Konzeptionen der Kriegfuehrung, deren Arbeit in einem Artikel der New York Times reflektiert wird:

„Already Ms. Flournoy is a driving force behind a new military strategy that will be a central premise of the Q.D.R., the concept of ‚hybrid ‚ war, which envisions the conflicts of tomorrow as a complex mix of conventional battles, insurgencies and cyber threats. ‚We ‚re trying to recognize that warfare may come in a lot of different flavors in the future, ‚ Ms. Flournoy said.“

Bromwich fragt sich, ob man sich bei „komplexen Mischungen“ und „diversen Geschmacksnoten“ nun im Bunker oder am Kuechentisch befinde.

Darueberhinaus fuehrt er Pentagonchef Robert Gates an, der im Fernsehinterview erklaerte:

„I wanted a department that frankly could walk and chew gum at the same time, that could wage war as we are doing now, at the same time we plan and prepare for tomorrow ’s wars.“ Sein Wunsch sei es, eine Militaerbehoerde zu fuehren, die gleichzeitig laufen und Kaugummi kauen koenne; die also in der Lage sei, einen Krieg zu fuehren, wie dies aktuell geschaehe, und GLEICHZEITIG die Kriege der Zukunft zu planen und vorzubereiten.

Bromwich vergleicht diese Perspektive mit der der US-Gruendervaeter: fuer diese war der einzige legitime Krieg der Krieg zur Verteidigung des eigenen Territoriums gegen einen angreifenden Feind. Ein solcher Feind sei fuer das heutige Amerika nicht mehr zu erkennen. Man muesse nun Tausende Kilometer jenseits des Horizonts und der Ozeane ueberwinden, um Feinde der USA anzutreffen.

Getrieben werde der militaerische Komplex heute nicht mehr nur durch das imperiale System mit Militaerbasen in jedem Teil der Erde und durch die Wirtschaftsinteressen der interessierten Konzerne: Lockheed, Halliburton, Blackwater und DynCorps.

Mit dem Militaer habe sich innerhalb der amerikanischen Gesellschaft auch eine Art Aristokratie herausgebildet, die ein priveligiertes Leben geniesse, der fuer die angehoerige Berufsgruppe die Wunschtraeume des Sozialismus erfuelle.

Den Kontrast zum Konzept der Gruendervaeter, die die Ambitionen eines Imperiums fuer unvereinbar mit der Idee der Republik hielten, koenne man heute vielleicht ignorieren. Man solle aber doch den Schluss beruecksichtigen, den diese zogen: Diejenigen, die die Fruechte des imperialistischen Systems genoessen, verwandelten sich letztendlich ebenfalls in Sklaven. gw

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http://www.huffingtonpost.com/david-bromwich/americas-wars-how-serial_b_242347.html

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/articles/A58802-2004May26.html

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Dokumente zum Afghanistan-Einsatz

Logbuch des Krieges

Die Militär-Dokumente belegen, dass es eine geheime US-Einheit in Afghanistan gibt, die Taliban gezielt jagt und tötet. Damit werden die PR-Strategen widerlegt. VON SVEN HANSEN
http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/logbuch-des-krieges/

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800px-B-2_Spirit.

No Limit: Die totale Offenbarung und Inkarnation einer den Tod bringenden Flug-Maschine – als gigantischer Todesengel ästhetisierend in den Himmel gerückt… Wer möchte beim Anblick dieser Form-Schöpfung noch eines natürlichen Todes sterben? „Die“ Futuristen hätten allerdings kein Problem damit – nicht weil Marinetti von der Front aus Stalingrad schwerkrank heimkehrte – sondern weil er dem Futurismus abschwor… und nun im realen Leben den Krieg verherrlichte – sicher waren nicht alle „Futuras“ so – aber ihr „abtrünniger“ Kunst-Führer war nun auch noch tief von Blitz, Donner und Rauch verblendet und vernebelt – andere kamen „geheilt“ zurück… Es geht eben auch ganz anders: Es gibt kein richtiges Leben im Falschen (Adorno sei Dank.)

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Die eigentliche Luftwaffe ist der Geist!, nur das ist Lufthoheit und sonst gar nichts!, – weder völkerrechtswidrige noch menschenverachtende Kriege, aus der Luft – oder überhaupt geführt, für welche „Wertschöpfung“ auch immer, haben etwas mit „Spirit“ zu tun – sondern mit martialischem Ungeist! siehe Krieg. (jst) => [::]

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B-2 Sp(i)rit

The Northrop Grumman B-2 Spirit (also known as the Stealth Bomber) is an American heavy bomber with „low observable“ stealth technology designed to penetrate dense anti-aircraft defenses and deploy both conventional and nuclear weapons. Because of its considerable capital and operations costs, the project was controversial in Congress and among Pentagon brass. During the late 1980s and early 1990s, Congress slashed initial plans to purchase 132 bombers to just 21. = http://en.wikipedia.org/wiki/File:B-2_Spirit_original.jpg

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„SPIRIT“ im Wörterbuch:
Nomen

1. Geist
2. Rasse
3. Sinn
4. Mut
5. Elan
6. Schwung
7. Laune
8. Stimmung
9. Spiritus

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Us-Soldaten Befreiung-stangeUS-Soldaten in Berlin »Tag der Befreiung« 1945 | TV-Foto: Jörg Stange

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Carl von Clausewitz (Kleine Schriften | Briefe Fichte)

[…] Eine einzelne Flöte senkt vom hohen Erker herab ihr zufriedenes Lied in die Wellen – eine allgemeinere Stimme dringt der schmetternde Ruf der Posaune vom Schloßturme herab an das Ohr von ganz Königsberg –, ich weiß nicht, ob jemand imstande ist, sich aus diesen Zügen ein Bild zusammenzustellen; aber wem diese ungleichartigen Dinge zugleich die Sinne treffen, in dessen Gemüte werden sie sich bald zu einem wunderbaren Eindrucke verschmelzen. […]

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Den »Geist«, in den Mittelpunkt jeder Betrachtung über die Kriegführung zu rücken

[…] Um von einer solchen Ausartung der Kriegskunst in kleinliches Handwerkswesen, die, wie schon bemerkt, keineswegs bloß im Mittelalter stattgefunden hat, vielmehr in mancher Periode der spätern Jahrhunderte noch viel höher gestiegen ist, zurückzukehren, glaube ich, soll man nicht wie Machiavell an eine schon dagewesene bessere Manier sich halten und sich diesen oder jenen Formen wieder nähern, sondern einzig suchen, den wahren Geist des Kriegs wiederherzustellen. Man soll also nicht mit der Form, sondern mit dem Geiste anfangen und sicher erwarten, daß dieser die alten Formen selbst zerstören und in angemessenem wirken werde. Dieser wahre Geist des Krieges scheint mir darin zu bestehen, daß man die Kräfte eines jeden einzelnen im Heere so viel als möglich in Anspruch nimmt und ihm eine kriegerische Gesinnung einflößt, damit so das Kriegsfeuer alle Elemente des Heeres durchglühe und es nicht in der großen Masse eine Menge toter Kohlen gebe. Dies geschieht (so viel in der Kriegskunst liegt) durch die Art, wie man den einzelnen behandelt, noch mehr aber, wie man ihn gebraucht. Weit entfernt also, daß die Kriegskunst der Neuern die Tendenz haben sollte, die Menschen als bloße Maschinen zu gebrauchen, muß sie, so gut als jede andere, so weit es ihr die Natur ihrer Waffen erlaubt, die individuellen Kräfte beleben. Dies hat freilich seine Grenzen, denn eine unerläßliche Bedingung bei großen Streitmassen ist eine solche Einrichtung, daß sie ohne zu große Reibung von einem vernünftigen Willen geleitet werden können. Aber hier sollte man auch stehenbleiben und nicht, wie dies zumal im 18. Jahrhundert die Tendenz gewesen ist, das Ganze zu einer künstlichen Maschine bilden wollen, worin die moralischen Kräfte den mechanischen untergeordnet werden, die ihre Wirkung durch die bloße Einrichtung äußern, die den Feind durch bloße Formen besiegen soll, und in der dem einzelnen die möglichst kleinste Aufgabe zum Gebrauch seiner intellektuellen Kräfte gegeben ist. Daß man durch Belebung der individuellen Kräfte unendlich mehr gewinnt als durch künstliche Formen, zeigt die Geschichte fast aller bürgerlichen Kriege und vorzüglich der Unabhängigkeitskrieg der Schweizer und der französische Revolutionskrieg. Die Waffen der Neuern, weit entfernt, diesem Prinzip entgegen zu sein, begünstigen dasselbe vielmehr in einem hohen Grade. Die Alten konnten der Phalanx und der Legion nicht entbehren, und diese sind unstreitig viel künstlichere Formen als die einfache Stellungsart der Neuern in zwei- oder dreifachen Reihen. Bei den Alten fand das Gefecht mit Ausnahme der leichten Truppen nur immer in diesen im ganzen doch sehr unbehilflichen Massen statt. Bei den Neuern sind die Massen nur groß, wenn es der Zweck gerade erfordert; sie können aber bis zum Vereinzeln klein werden. Die Zahl der leichten Truppen, also derer, die einzeln fechten, ist jetzt im Verhältnis zum ganzen Heere viel größer als bei den Alten, und in mancher Art von Krieg, namentlich in dem schönsten aller Kriege, in dem, welchen ein Volk auf seinen eigenen Fluren um Freiheit und Unabhängigkeit führt, kann diese Zahl vielleicht um das Doppelte mit großem Vorteil steigen […]

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[…] Und wenn bei den Neuern, neben diesen Gründen, der Mangel eines individuellen kriegerischen Sinnes noch durch die absichtliche Vernachlässigung des wahren Kriegsgeistes, durch eine falsche Tendenz der Kriegskunst nach toten Formen hervorgebracht worden ist, so kennen wir ja die beiden Hauptquellen, welche wir wieder zu eröffnen haben, damit uns der kriegerische Sinn wieder zuströme und uns unsern Nachbarn furchtbar mache. Jene, der bürgerliche Zustand, ist Sache der Verfassung und Erziehung, diese, der zweckmäßige Gebrauch des Kriegsstoffs, ist Sache der Kriegskunst.

Wenn also in dieser das obige Prinzip befolgt wird und man seinem Heer die höchste Einfachheit in der Zusammenstellung gibt, an die Spitze der einzelnen Abteilungen Männer von kriegerischem Sinn stellt, die also einen hohen Grad von Tätigkeit und Unternehmungsgeist haben; wenn der oberste Feldherr im Geiste des Vertrauens auf sie seine Unternehmungen einrichtet, wenn er selbst ein kühner kriegerischer Mann ist, der keinen andern als den kriegerischen Geist aufkommen läßt und durch Aufopferungen diesen hervorzubringen weiß; wenn also die Kräfte des ganzen Heeres mehr entwickelt werden, so wird bald von oben herab und durch die vollkommene stete Berührung mit der Gefahr die kriegerische Tugend sich bis in die Elemente des Heeres verbreiten; in jedem Fall wird der kriegerische Sinn, welcher aus andern, z. B. politischen Ursachen schon in einzelnen vorhanden war, nicht im Heere durch das Zusammentreffen in eine große Maschine erstickt werden, wie meistens bisher geschah. Dann werden Vorurteile in Rücksicht auf Waffen und allgemein auf Formen von selbst zugrunde gehen; denn in jeder Kunst ist ja der natürliche Feind aller Manier der Geist.

Ich bekenne, daß ich eine sehr hohe Vorstellung von der Überlegenheit einer solchen Kriegsart habe, in welcher kriegerische Tugend das ganze Heer in seinen kleinsten Teilen belebt und in der das Hauptbestreben der Kunst in der vollkommensten Benutzung dieser kriegerischen Tugend besteht, und daß ich glaube, sie werde jede andere Kriegskunst, ein wie vollkommenes Produkt des Verstandes sie auch wäre, überwältigen, nicht zu gedenken, daß sie ihrer Natur nach sich der vollkommensten Form am meisten nähern würde. Und wenn sich noch von selbst aufdringt, wie sehr sie im besonderen unserer gegenwärtigen Lage entsprechen würde, so glaube ich, daß wir nach ihr vorzüglich streben und von ihr unsere Rettung erwarten müssen.

Verzeihen Sie mir diese offenherzige Mitteilung, die ich in höchster Anspruchslosigkeit mache, und bloß aus dem heiligen Eifer, der uns jetzt alle enger vereint. Ist nur ein Funke Wahrheit darin enthalten, so wird sein schwacher Schimmer dem großen Philosophen, dem Priester dieser heiligen Flamme, nicht entgehen, dem durch ein schönes Vorrecht der Zutritt offen steht zu dem Innersten, zu dem Geiste jeder Kunst und Wissenschaft.

Königsberg, den 11. J. 1809.

http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=5043&kapitel=15&cHash=b121ff7d30chap014#gb_found

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Bertha von Suttner

Die Waffen nieder!

Epilog.
1889

Als ich zum erstenmal wieder zu Bewußtsein gelangte war der Friede geschlossen – die Kommune überstanden. Monatelang hatte ich – von meiner treuen Frau Anna gepflegt – in einer Krankheit dahingelebt, ohne zu wissen, daß ich lebe. Und was es für eine Krankheit war – ich weiß es heute noch nicht. Meine Umgebung nannte es zartsinnig: Typhus; ich glaube aber, daß es einfach – Wahnsinn war:
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http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=3651&kapitel=7&cHash=acb2a4ed0cchap007#gb_found
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…die weiße Fahne aufzupflanzen. Ihr Schlachtruf ist: »Krieg dem Kriege«, ihr Losungswort – das einzige Wort, welches noch imstande wäre, das dem Ruin entgegenrüstende Europa zu erlösen – heißt: »Die Waffen nieder!« – Allerorts – in England und Frankreich, in Italien, in den nordischen Ländern, in Deutschland, in der Schweiz, in Amerika – haben sich Vereinigungen gebildet, deren Zweck es ist, durch den Zwang der öffentlichen Meinung, durch den gebieterischen Druck des Volkswillens die Regierungen zu bewegen, ihre zukünftigen Streitigkeiten einem – durch sie selber vertretenen – internationalen Schiedsgericht zu übermitteln und so ein für allemal an Stelle der rohen Gewalt das Recht einzusetzen. Daß dies kein Traum, keine »Schwärmerei« ist, beweisen die Tatsachen: Alabama, die Karolineninseln und mehrere andere »Fragen« wurden auf diese Art schon beigelegt. Und nicht nur Leute ohne Macht und Stellung – wie einst der arme Grobschmied – sind es nunmehr, welche sich zu diesem Friedenswerk zusammentun, nein: Parlamentsmitglieder, Bischöfe, Gelehrte, Senatoren, Minister stehen auf den Listen. Dazu noch jene Partei, deren Anhänger schon nach Millionen zählen, die Partei der Arbeiter, des Volkes, auf deren Programm unter den wichtigsten Forderungen der »Völkerfrieden« obenansteht. – Mir ist das alles bekannt (die Mehrzahl der Leute erfährt es nicht), weil ich mit jenen Persönlichkeiten im Verkehr geblieben bin, mit welchen Friedrich im Hinblick auf sein edles Ziel Verbindungen angeknüpft hatte. Was ich durch diese über die Erfolge und Pläne der Friedensgesellschaften erfahren, das wird getreulich in das »Protokoll« eingetragen.

Die letzte dieser Eintragungen ist folgender Brief, den auf eine diesbezügliche Anfrage der Präsident der in London ihren Hauptsitz habenden Liga an mich geschrieben hat:

International Arbitration and Peace Association. London 41, Outer Temple July 1889.

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…Auch ein Fürstenmanifest findet sich in dem blauen Heft – datiert März 1888 – ein Manifest, aus welchem endlich – mit altem Herkommen brechend – statt des kriegerischen, ein friedlicher Geist hervorleuchtete. Aber der Edle, der jene Worte an sein Volk erlassen, der Sterbende, der mit dem Aufwand seiner letzten Kraft nach dem Szepter griff, das er handhaben wollte, als wär’s ein Palmenzweig – der blieb machtlos an das Schmerzenslager gefesselt, und nach kurzer Frist war alles vorbei …

Ob sein Nachfolger – der begeisterungsglühende, der Großes wollende – für das Friedensideal begeistern wird?? Nicht ist’s unmöglich.

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http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=3651&kapitel=7&cHash=acb2a4ed0cchap007#gb_found

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Bertha Sophia Felicita Baronin von Suttner (* 9. Juni 1843 in Prag, geborene Gräfin Kinsky von Chinic und Tettau; † 21. Juni 1914 in Wien) war eine österreichische Pazifistin und Schriftstellerin (Pseudonyme: B. Oulot, Jemand). Sie wurde 1905 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bertha_von_Suttner

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Krieg(s) + Geist

Tägliche Rundschau 25.06.1946

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Wolfgang Weyrauch

Von der „germanischen Unschuld“ Ernst Jüngers

Neuerdings erheben sich hie und da Stimmen, die erstaunlicherweise das Kunststück fertig bringen, für den Erfinder des Begriffs der „totalen Mobilmachung“, den Dichter Ernst Jünger, eine Lanze zu brechen. Stimmen, die, bestochen vom Stil und Rang der Feder Jüngers und unter Hinweis auf seine angebliche Distanzierung zu Hitler, dafür plädieren, von seiner „Wandlung“ Wesentlichen für die demokratische Kulturerneuerung zu erhoffen. Diese Leute scheinen vergessen zu haben, daß die Schriften Ernst Jüngers die Inkarnation des Kriegerischen schlechthin sind und daß Jünger es war, der den Krieger als Existenzform erfand. Angesichts dieser Grundthesen der Jüngerschen Schriften verblaßt jener mysteriöse Traktat des Dichters Über den „Frieden“, der gegenwärtig in Kreisen reaktionärer Stilakrobaten soviel Aufhebens von sich macht; denn auch dort, wo ein Mann wie Jünger vom Frieden redet, kann es sich nur um eine Variation der von ihm glorifizierten „Stahlgewitter“ handeln. Der Dichter Wolfgang Weyrauch charakterisiert in nachfolgendem Artikel die „germanische Unschuld“ Ernst Jüngers und seinen unheilvollen Einfluß auf die Jugend als das, was sie in Wahrheit sind: Verherrlichungen der Gewalt und Barbarei:

http://www.godenholm.de/3.Ebene/text/was%20hab%20ich%20gelacht.html

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Reflexion(en) | Ernst Jünger

http://www.godenholm.de/2.Ebene/reflex.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Weyrauch

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L’Express: Für Ihren Freund Konrad Lorenz haben die Konflikte und die Kriege ihren Ursprung in der menschlichen Aggressivität. Ist das auch Ihre Meinung?

Popper: Ich glaube, daß Lorenz ein sehr großer Denker ist, aber diese Idee scheint mir falsch zu sein. Sie wird widerlegt durch Friedenszeiten, die mehrere Generationen lang andauerten. Aber natürlich kann man alles durch den Aggressionstrieb oder seine Unterdrückung oder auch durch den Sexualtrieb erklären. Eine der Aufgaben einer Regierung ist es, die Staatsbürger zu schützen, und ich glaube, daß die Kriege oft deshalb entstehen, weil man befürchtet, daß die Verteidigungskräfte im Vergleich zu einem gut bewaffneten Aggressor zu schwach sein könnten. Das kann zu militärischer Konkurrenz und zum Krieg führen. Wenn es ein psychologisches Element gibt, das für Kriege verantwortlich ist, dann ist es eher die Angst vor dem Aggressor als der Wunsch, aggressiv zu sein. […]

http://www.gkpn.de/popper.htm

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Fuer vollständige Info / Quellen / Bildmaterial / Videos usw. den nachfolgenden angegebenen Link zum Beitrag aufrufen!

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globalisierungskritische Nachrichten WWW.Meta-Info.De

Link zum Beitrag / Hintergrundinfo, Quellen oder Pressehinweis:

www.meta-info.de?site=metainfo&lid=33061

Redaktionspool – metainfo hamburg – http://www.meta-info.de

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Lost & Found = »Fron(t)berichte % Feldpostbriefe« + mehr

/2009/06/27/lost-found-frontberichte-feldpostkarten/

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Irak: Geheimes Video

SZENEN EINES BLUTBADS

[sz] Das US-Militär wollte die Veröffentlichung eines Films verhindern, der tödliche Schüsse auf Zivilisten in Bagdad zeigt. Wikileaks  knackte das verschlüsselte Video und stellte es ins
Internet.
http://www.sueddeutsche.de/politik/718/507870/text/

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STREITKRÄFTE DER VEREINIGTEN STAATEN

21.02.2009
Selbstmordrate bei US-Soldaten erreicht eine Rekordmarke
http://archiv.c6-magazin.de/06/news/streitkraefte_der_vereinigten_staaten/002729.php

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Nirvana – Smells Like Teen Spirit

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Nirvana – Smells Like Teen Spirit live

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | TV-Fotos: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK [Aktive Archive]

Written by medienwatch & metainfo

Juli 28, 2009 at 09:46

Textarchiv | Fragment: metasynapse.net = Hacket by

with one comment

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Gerettete bzw. gefundene Archiv-Fragmente im Netz nach Hackerangriff vor nunmehr 20 Jahren:

Diese Hacker-Info befand sich auf der ehemaligen Website von Metasynapse. Wie sich später herausstellte gab es eine unsichere Stelle im damaligen php/nuke:

dear sir

DEAR SIR…

I’M SORRY

HACKED

BY

cr0ss(X)b0y

FUCK ISRAEL N USA !!!

.::NEVER ENDING WAR TILL THE END OF THE DAY::.

ALLAHU AKBAR

Dedicated To: All My Brothers In Palestine

.::Here I’m Trying a Little Bit Thing To Amuse Your Heart::.

GreetZ To : ToiL, ReStu, AEC, ObseSi, EDS, ESA, Nanda

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defaced.zone-h.net/defaced/2005/07/28/metasynapse-net/nuke/

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Meine sehr geehrten Damen und Herren, gemäß dem von mir gewählten Titel dieses Vortrages möchte im Folgenden ein Modell der Operativen Kunst in Theorie und Praxis für die gegenwärtige Lage in den bildenden Künsten und der Gesellschaft entwickeln. Neben einer Erläuterung der Begriffe und des Zusammenhanges von Avantgarde und Anarchismus werde ich versuchen meine Thesen zu begründen, was heute eine politische, soziale und revolutionäre Leistung der bildenden Kunst ist und sein könnte. Die Schlußfolgerungen vollziehen sich dann auf der Folie einer problematischen, gegenwärtigen Situation zwischen der Medien – Technologischen Gesellschaft und den Versuchen der Rest-Avantgarden in der bildenden Kunst mit ihnen subversiv umzugehen und zu argumentieren. Die Praxis schließlich unmittelbarer, eingreifender Kommunikations-Akte scheint mir auch zwei Jahre nach Hoyerswerda, Hünxe, Rostock, Lübeck, Magdeburg und Solingen eine adäquate Antwort zu sein, als jede hermetische Gralsuche nach einer wirklich endgültigen und erlösenden Faschismustheorie. In diesem Sinne ist auch eine „House-Aktie“ zu verstehen und unterstützenswert: eine aktive Regulation verfehlter Sozial – Politik mit den Mitteln der künstlerischen Arbeit zu leisten.

Wenn über das Verhältnis von Kunst und Politik reflektiert wird, ist meist ein Problem schon übersehen worden: die künstlerische Tätigkeit ist seit der Renaissance auf individuelle Praxis ausgerichtet, die politische Arbeit orientiert sich an dem gesellschaftlichen Gefüge. Selbstdarstellungen und Narzißmen sind unleugbare Tatsachen auf beiden Seiten, haben aber mehr mit Psychologismen und den jeweiligen, medialen Verwertungs-Systemen und ökonomischen Interessen, Marktorientierungen zu tun. Ginge man davon aus, den Freiheitsbegriff ins Zentrum der Diskussionen zu stellen, ergäbe sich hier eine ganz andere, überraschende Verbindung: das historische Ringen um Freiheit markiert das Engagement von sehr vielen gesellschaftlichen Gruppen, aber ganz besonders jenes von Künstlern und politisch denkenden Menschen oder Politikern. So wird auch verständlich, warum in relevanten, künstlerischen und politischen Theorien, Äußerungen und Handlungen der Begriff Freiheit stehts zentral thematisiert wurde. Heinrich Böll formulierte das Problem bereits vor Jahren wie folgt: „Das ist es, was die Gesellschaft mit der Kunst macht: mit dem Markt erdrücken, Freiheiten in Freiheiten zerteilen.“ Dahinter verbirgt sich auch latent die Kritik an einer historischen Konstruktion, die am Anfang mit dem schillernden Wort Freiheit lockt, um sie am Ende dem gesellschaftlichen Rahmen, dem Markt, als oberster Rationalität einzuverleiben.Bakunin erkannte dieses Dilemma: „Im System der Materialisten, das allein das Natürliche ist, schafft erst die Gesellschaft, weit entfernt davon, die Freiheit zu verringern und zu beschränken, die Freiheit der menschlichen Individuen.

Sie ist die Wurzel, der Baum der Freiheit und ihre Frucht. Deshalb hat der Mensch zu jeder Zeit seine Freiheit nicht am Anfang, sondern am Ende der Geschichte zu suchen, und man kann sagen, das die tatsächliche und vollständige Befreiung des Menschen das große Ziel, das erhabene Ende der Geschichte ist.“ Diese Gegen-Konstruktion zur bürgerliche Logik hat zwei sehr elementare Metaphern bei sich: Wurzel, Baum und Frucht der Freiheit sind auf Natur hingedacht, und die lernende Praxis am Anfang ist Bedingung der Möglichkeit zur Freiheit am Ende zu gelangen. Nach Ernst Bloch ist Freiheit die Möglichkeit zur Auswahl, also zur distinkten und differenzierten Wahrnehmung, als Basis des individuellen Vernunft-, Geschmacks- und Werturteils. Die Wahrnehmung wird so über den Körper gedacht und vollzieht sich über die innere Formung und Vorstellungskraft:

http://metasynapse.net/nuke/modules.php?name=Encyclopedia&op=list_content&eid=18 (site wurde gehackt)

Hier gehts weiter Un/vollständig:

stammt von Platon und kein Philosoph hat den göttlichen Wahnsinn der dichterischen Eingebung- z.B. die Welt retten zu wollen – beredter gepriesen als er; und doch hat er ihn mit Argwohn verfolgt. Dahinter steht die Annahme, der Mensch könne durch seine Vorstellungsgebilde verwandelt werden. Und so sah Platon in der Kunst der Nachahmung ein gefährliches Spiel das zu verwerflichen Charakteren führt.

Goethes Aussage, daß, wer keine Religion habe, möge wenigstens Kunst haben, bezieht sich darauf: in Form gebrachte, gezügelte Vorstellungskraft aus dem Inneren für das Äußere als einem sozialen Raum.

Dies entsprach zudem nahezu prophetisch der Entwicklung in unserem Jahrhundert. Nachdem Nietzsche Gott sterben ließ, und damit unverschuldet der Einseitigkeit instrumentalisierter Vernunft das Begründungsfeld ebnete, ersetzte die Kunst die Kirche. Innerlichkeit als Freiheitsbegriff wurde sukzessive abgeschafft. Shaftesburys „inward form“ beeinflußte die deutschen Geisteswissenschaftler und Künstler. Herder, Humboldt und Hegel folgten ihr genauso wie Caspar David Friedrich und Phillip Otto Runge. Der Rationalismus, besagte instrumentalisierte Vernunft, gegen die Adorno und Horkheimer mit ihrer kritischen Theorie u.a. ankämpften, führte nun in den Terror von Industrie, Technologie, der Kultur-Industrie und ihrer Agenten. Von ihnen leitet sich der gegenwärtige Verdummungs- und Abstumpfungsfeldzug in den Mediengesellschaften ab. Kultur-Technologie ersetzt die Reflexion über eine Korrelation und Relationalität von Form und Inhalt durch technologische Lösungen in einer Kommunikation, die den vom Inhalt befreiten Diskurs über abstrakte Zeichen produziert. Diese Art der instrumentalisierten Vernunft macht KZ´s erst denk- und vorstellbar; losgelöst von innerer Formung, Emotion und Reflexion wird alles einfacher. Technische Lösungen waren noch nie das Problem der Menschheit. Die ökonomischen, emotionalen, ethischen und ästhetischen Probleme sind jedoch bis heute einer Verflüssigung nicht viel näher gekommen. Und so, wie die in ein übergreifendes Herrschaftssystem eingebettete Religion als Kirche in ihr emotionales Gegenteil geführt wurde – von deren inneren Schau als Befreiung zur veräußerlichten, bloßen Form als Unterdrückungs- und Machtinstrument, hat sich auch die Funktion der Künste für die Gesellschaft gewandelt, Museen sind heute Staats- und Markt-Kathedralen ökonomischer, und damit politischer, Kräfte.

Mit ihnen schreibt man die Geschichte des Kapitals auf perfideste Weise fort. Sie repräsentieren nicht mehr Erkenntnisse der philosophischen, sozialen und ästhetischen Reflexion, sondern ein Wertesystem von Shareholder Values, und könnten auch „Dow Jones Memorials“ oder „Gebäude zum Dax“ genannt werden. D.h. auch: der Begriff postmoderne Willkür ist schon wieder ein Gespenst, denn willkürlich ist da nichts. Nur sind es nun die Werte des angeblich freien Marktes, die den Tausch eines vermeintlich bohemiantischen Lebensgefühls gegen Börsenaktien tauschen lassen. Abstraktionswert Geld gegen einen seiner Inhaltlichkeit, Geschichtlichkeit und Geistigkeit beraubten Geschmackswert. Aber über Geschmack läßt sich gerade deshalb köstlich streiten, weil Geschmacksurteile abhängig sind von der Freiheit zur Auswahl, und die ist nun einmal bis heute eine Frage der ökonomischen Möglichkeiten. Geschmacksfragen sind im heutigen Jargon Fragen der Schichten und Zielgruppen – Also doch: Klassenfragen. Aber die Hoffnung, die in der Kunst sich manifestiert, ist auf freie Entfaltung des frei entfalteten Individuums gerichtet, daß sich seiner gesellschaftlichen Bedingt- und Verhältnismäßigkeiten sensibel und intelligent bewußt ist. Freie Assoziation der frei Assoziierten, so hieß es bei Karl Marx immer so schön. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg hat nicht von ungefähr seinen berühmten Bilderatlas zum Fortleben der Antike „Mnemosyne“ benannt. Mneme ist der aus dem griechischen stammende Terminus für Gedächtnis, Erinnerung. Die mythologische Gestalt der Mnemosyne, Tochter des Uranos und der Gäa, die von Zeus geschwängerte Mutter der Musen; der Künste also. Sie ist die Personifikation von Gedächtnis und Erinnerung. So wird die Betrachtung der Kunstentwicklung bei Warburg aus dem lebensnotwendigen „Zurückgebundensein“ an Gedächtnis und Erinnerung gleichzeitig zur Dokumentation einer Leidgeschichte der Menschheit.

Es ist das Ringen um Freiheit und Ausdruck, daß in jeder Gesellschaft ständig bedroht ist. Besonders dann, wenn art bzw. kunstferne Kategorien ihre erkenntnistheoretischen und praktischen Ergebnisse negieren und als Frage von Angebot und Nachfrage in ein heuchlerisches System transformieren. Um Kunst als Basis, als geistige Ernährungsgrundlage verwirklichen zu können, bedarf es einer Gesellschaft, die eine auf historischer Wahrhaftigkeit basierende Ethik besitzt. Dann könnten nicht nur emotionale, ethische und ästhetische Konzeptionen zu Geschwistern werden. Gesellschaftliche Gestaltung könnte aus der Unmittelbarkeit individueller Formung und seinem Anrecht auf Ausdruck zu einem verwirklichten sozialen Körper wachsen. Der sich seiner Selbst- und Fremdverantwortung bewußte Mensch würde über seine innere Proportionierung im Multilog mit den Experiementen und Ergebnissen der Anderen Mitmenschen ins Offene und Freie aus Vertrauen gehen können. Die Entwicklung einer als Unterstützung für ein soziales Projekt gedachten „House-Aktie“(*) ist an dieser Stelle eine glückliche Übereinkunft von moralischer Phantasie, künstlerischer Innovation und konkreter Hilfeleistung vor Ort..

Gerettete Archiv-Text-Fragmente nach Hackerangriff

stammt von Platon und kein Philosoph hat den göttlichen Wahnsinn der dichterischen Eingebung- z.B. die Welt retten zu wollen – beredter gepriesen als er; und doch hat er ihn mit Argwohn verfolgt. Dahinter steht die Annahme, der Mensch könne durch seine Vorstellungsgebilde verwandelt werden. Und so sah Platon in der Kunst der Nachahmung ein gefährliches Spiel das zu verwerflichen Charakteren führt.

Goethes Aussage, daß, wer keine Religion habe, möge wenigstens Kunst haben, bezieht sich darauf: in Form gebrachte, gezügelte Vorstellungskraft aus dem Inneren für das Äußere als einem sozialen Raum.

Dies entsprach zudem nahezu prophetisch der Entwicklung in unserem Jahrhundert. Nachdem Nietzsche Gott sterben ließ, und damit unverschuldet der Einseitigkeit instrumentalisierter Vernunft das Begründungsfeld ebnete, ersetzte die Kunst die Kirche. Innerlichkeit als Freiheitsbegriff wurde sukzessive abgeschafft. Shaftesburys „inward form“ beeinflußte die deutschen Geisteswissenschaftler und Künstler. Herder, Humboldt und Hegel folgten ihr genauso wie Caspar David Friedrich und Phillip Otto Runge. Der Rationalismus, besagte instrumentalisierte Vernunft, gegen die Adorno und Horkheimer mit ihrer kritischen Theorie u.a. ankämpften, führte nun in den Terror von Industrie, Technologie, der Kultur-Industrie und ihrer Agenten. Von ihnen leitet sich der gegenwärtige Verdummungs- und Abstumpfungsfeldzug in den Mediengesellschaften ab. Kultur-Technologie ersetzt die Reflexion über eine Korrelation und Relationalität von Form und Inhalt durch technologische Lösungen in einer Kommunikation, die den vom Inhalt befreiten Diskurs über abstrakte Zeichen produziert. Diese Art der instrumentalisierten Vernunft macht KZ´s erst denk- und vorstellbar; losgelöst von innerer Formung, Emotion und Reflexion wird alles einfacher. Technische Lösungen waren noch nie das Problem der Menschheit. Die ökonomischen, emotionalen, ethischen und ästhetischen Probleme sind jedoch bis heute einer Verflüssigung nicht viel näher gekommen. Und so, wie die in ein übergreifendes Herrschaftssystem eingebettete Religion als Kirche in ihr emotionales Gegenteil geführt wurde – von deren inneren Schau als Befreiung zur veräußerlichten, bloßen Form als Unterdrückungs- und Machtinstrument, hat sich auch die Funktion der Künste für die Gesellschaft gewandelt, Museen sind heute Staats- und Markt-Kathedralen ökonomischer, und damit politischer, Kräfte.

Mit ihnen schreibt man die Geschichte des Kapitals auf perfideste Weise fort. Sie repräsentieren nicht mehr Erkenntnisse der philosophischen, sozialen und ästhetischen Reflexion, sondern ein Wertesystem von Shareholder Values, und könnten auch „Dow Jones Memorials“ oder „Gebäude zum Dax“ genannt werden. D.h. auch: der Begriff postmoderne Willkür ist schon wieder ein Gespenst, denn willkürlich ist da nichts. Nur sind es nun die Werte des angeblich freien Marktes, die den Tausch eines vermeintlich bohemiantischen Lebensgefühls gegen Börsenaktien tauschen lassen. Abstraktionswert Geld gegen einen seiner Inhaltlichkeit, Geschichtlichkeit und Geistigkeit beraubten Geschmackswert. Aber über Geschmack läßt sich gerade deshalb köstlich streiten, weil Geschmacksurteile abhängig sind von der Freiheit zur Auswahl, und die ist nun einmal bis heute eine Frage der ökonomischen Möglichkeiten. Geschmacksfragen sind im heutigen Jargon Fragen der Schichten und Zielgruppen – Also doch: Klassenfragen. Aber die Hoffnung, die in der Kunst sich manifestiert, ist auf freie Entfaltung des frei entfalteten Individuums gerichtet, daß sich seiner gesellschaftlichen Bedingt- und Verhältnismäßigkeiten sensibel und intelligent bewußt ist. Freie Assoziation der frei Assoziierten, so hieß es bei Karl Marx immer so schön. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg hat nicht von ungefähr seinen berühmten Bilderatlas zum Fortleben der Antike „Mnemosyne“ benannt. Mneme ist der aus dem griechischen stammende Terminus für Gedächtnis, Erinnerung. Die mythologische Gestalt der Mnemosyne, Tochter des Uranos und der Gäa, die von Zeus geschwängerte Mutter der Musen; der Künste also. Sie ist die Personifikation von Gedächtnis und Erinnerung. So wird die Betrachtung der Kunstentwicklung bei Warburg aus dem lebensnotwendigen „Zurückgebundensein“ an Gedächtnis und Erinnerung gleichzeitig zur Dokumentation einer Leidgeschichte der Menschheit.

Es ist das Ringen um Freiheit und Ausdruck, daß in jeder Gesellschaft ständig bedroht ist. Besonders dann, wenn art bzw. kunstferne Kategorien ihre erkenntnistheoretischen und praktischen Ergebnisse negieren und als Frage von Angebot und Nachfrage in ein heuchlerisches System transformieren. Um Kunst als Basis, als geistige Ernährungsgrundlage verwirklichen zu können, bedarf es einer Gesellschaft, die eine auf historischer Wahrhaftigkeit basierende Ethik besitzt. Dann könnten nicht nur emotionale, ethische und ästhetische Konzeptionen zu Geschwistern werden. Gesellschaftliche Gestaltung könnte aus der Unmittelbarkeit individueller Formung und seinem Anrecht auf Ausdruck zu einem verwirklichten sozialen Körper wachsen. Der sich seiner Selbst- und Fremdverantwortung bewußte Mensch würde über seine innere Proportionierung im Multilog mit den Experiementen und Ergebnissen der Anderen Mitmenschen ins Offene und Freie aus Vertrauen gehen können. Die Entwicklung einer als Unterstützung für ein soziales Projekt gedachten „House-Aktie“(*) ist an dieser Stelle eine glückliche Übereinkunft von moralischer Phantasie, künstlerischer Innovation und konkreter Hilfeleistung vor Ort.

· Forum ::: Netzdraht-Thread = Fellgeschichten & Höh(l)enzeichen
Selbstverwaltetes Forum des Bürgernetz Hamburg (noch unbearbeitet=Fotos fehlen! etc.) Foren der Hamburger Bürger & Stadtteile FAQ Suchen Mitgliederliste Benutzergruppen Profil Du hast keine neuen Nachrichten Logout [ metasynapse ] Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen Selbstverwaltetes Forum des Bürgernetz Hamburg Foren-Übersicht -> Graffiti Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen Autor Nachricht metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Okt 23, 2003 9:30 am Titel: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— (…) Mit Verlaub, Kolleginnen von Avanti: Das ist doch ein Trick, das sagt ihr doch nur, um gutwillige Männer an den Herd zu locken, damit ihre Gattinnen Zeit haben, Fußball zu spielen oder Wollnashörner zu jagen. Andererseits, so rätselhaft, wie Frauen sind, ist die aphrodisierende Wirkung eines Mannes in Küchenschürze nicht ausgeschlossen. Wer bisher mit Rosen und einer Flasche Barolo bei der Angebeteten erschien, ohne den erhofften Erfolg zu haben, tut gut daran, es mit dem Staubsauger zu probieren. Und was das Theater betrifft, so wäre der Fall Romeo und Julia glaubwürdiger, wenn der junge Mann, statt am Balkon Süßholz zu raspeln, mal ordentlich bei den Capulets durchgefegt hätte. „Das wilde Blut, das in den Wangen flattert“, seufzt Julia. Solche Leidenschaften kann nur ein Hausmann entfachen. http://www.sueddeutsche.de/sz/streiflicht/red-artikel1083/Nach oben spurensucher Gast Verfasst am: Do Okt 23, 2003 8:51 pm Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— höhlenmenschen dialogik! Zu Fellgeschichten fällt mir nur Brunner auf dem Bärenfell ein. Cyberpolitics begins @ Bits and Bytes!Nach oben CyberDschini Anmeldungsdatum: 17.10.2003 Beiträge: 16 Verfasst am: Fr Okt 24, 2003 6:02 pm Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen von „OZ“ b ———————————————————————— OOPS! Das Hamburger Abendblatt http://www.abendblatt.de meldet im Ticker: „Hamburger Polizei nimmt Graffitisprayer «OZ» fest“ Unter dem Bild ist von 120 000 „OZ“-Graffittis in Hamburg die Rede. http://www.abendblatt.de/z/newsticker/p/OZ_4977274.onlineBild.jpg Frage: Was bedeutet dieses „OZ“ Zeichen an der betonierten Höhlenwand? Schon mal nachgedacht? OOPS! —————————————————– Sollten Lehrerinnen im Unterricht ein Kopftuch tragen? Natürlich! Gute Beispiele gibts von Maria bis Theresa http://www.graffiti.org/la/madreteresawall.jpg _________________ x oriente luxNach oben Enternetkonsument Gast Verfasst am: Do Okt 30, 2003 4:36 am Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen von „OZ“ – ———————————————————————— CyberDschini hat folgendes geschrieben: OOPS! Das Hamburger Abendblatt http://www.abendblatt.de meldet im Ticker: „Hamburger Polizei nimmt Graffitisprayer «OZ» fest“ Unter dem Bild ist von 120 000 „OZ“-Graffittis in Hamburg die Rede. Unser KNAST soll bunter werden! Für den Sprayer „OZ“ gibts sicher „Drinnen“ auch genug Wände. Klüger wäre es jedoch endlich großformatige Leinwand zu benutzen, um die Bilder auch auf dem Kunstmarkt anzubieten zu können „Der Zauberer von OZ“ ?Nach oben stadt Gast Verfasst am: Do Okt 30, 2003 1:43 pm Titel: Na was gebs DA? ———————————————————————— Gute Malzeit! Habe gelauscht< ist die UNI< ist die UNIKunst< sanft ins Leben zurückholt“ ———————————————————————— Streiflicht …) Eine schöne kleine Geschichte ist das, wie das Leben sie öfters schreiben sollte – weil sie die Kunst in eben dieses Leben sanft wieder zurückholt und die arbeitende Bevölkerung in die Kunstwelt einlässt. Und weil sie endlich einen Berufsstand rehabilitiert, der bislang vor allem mit einer Aura des Destruktiven assoziiert ist, der Verweigerung, der Verhinderung, der Ausschließung. Der große Kafka hat ihm den Zugang zur Liste der ehrenwerten Berufe gnadenlos verbaut, durch die tendenziöse Darstellung in seiner Erzählung „Vor dem Gesetz“. In ihr wird ein Bittsteller so lange hingehalten vor dem Zugang zum Gesetz, bis er schließlich kindisch wird, die Flöhe im Pelzkragen des Türhüters studiert, sie bittet, ihm zu helfen und den Türhüter umzustimmen. Auch Gil Perez wäre fast auf einer kafkaesken Kontorslaufbahn gelandet, hätte er nicht plötzlich den Drang an die Plaza gespürt, wo er nun Christie’s Türdrücker bedient. Am Dreh- und Angelpunkt der Kunstwelt, darüber entscheidend, wer drinnen ist und wer draußen. Was Power ist, darüber mag man ruhig weiter diskutieren – Glück aber ist eindeutig, wenn man von Gil Perez erkannt und beim Aufschwingen der Tür mit seinem Vornamen begrüßt wird. Bitte den vollständigen Artikel lesen http://www.sueddeutsche.de/sz/streiflicht/red-artikel337/Nach oben ohne (T)orte Gast Verfasst am: Do Nov 06, 2003 10:24 am Titel: Re: „wie die >Kunst< sanft ins Leben zurückholt&q ———————————————————————— Altonaer Museum (Quelle: x-cards http://www.altona-web.de ) Nach oben ?n Gast Verfasst am: Fr Nov 07, 2003 12:46 am Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— ?? Musik http://www.donga.com/music/korea/k_list.php ?n look http://www.dreamtouch.co.kr/manha/general/general-swf/0201001004.swfNach oben Radio Hel[l]sinki Gast Verfasst am: Fr Nov 07, 2003 10:29 am Titel: Re: [Tittitainment°] ———————————————————————— ?? hat folgendes geschrieben: ?? Musik http://www.donga.com/music/korea/k_list.php ?? look http://www.dreamtouch.co.kr/manha/general/general-swf/0201001004.swf Tittitainment-service http://mrs-lee.com/art/Radiotipp/radiotipp.htmlNach oben Trillerich Gast Verfasst am: Sa Nov 08, 2003 8:38 pm Titel: Tirilierende Teutonen (Vogel-Futter) ———————————————————————— …) Tirilierende Teutonen Deutschland, das Volk der Dichter und Denker? Von wegen. Es ist wohl eher das der kleinen Lichter und Autolenker. Zu dem Ergebnis muss man jedenfalls kommen, wenn man die „Liste der 100 besten Deutschen“ studiert, die Bild und ZDF stolz präsentieren. „Millionen von Lesern“ bestimmten „unsere Besten“, und siehe da: Brecht, Hölderlin, Grass, Hegel – alle nicht dabei. Dafür Solitäre des Geistes wie Dieter Bohlen, Michael Schumacher und Daniel Küblböck. Überhaupt die Musiker: Heino, Campino von den Toten Hosen und ein Kerl namens Wolle Mozart, von dem es aber schon lange keine neue Single mehr gab, gehören alle zu den Besten. (…) http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel1062/Nach oben Sittich Gast Verfasst am: Sa Nov 08, 2003 10:55 pm Titel: Re: Tirilierende Teutonen (Vogel-Futter) ———————————————————————— Trillerich hat folgendes geschrieben: „Millionen von Lesern“ bestimmten „unsere Besten“, und siehe da: Brecht, Hölderlin, Grass, Hegel – alle nicht dabei. Dafür Solitäre des Geistes wie Dieter Bohlen, Michael Schumacher und Daniel Küblböck. http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel1062/ E=mc Zitat: Wenn ich mit meiner Relativitätstheorie recht behalte, werden die Deutschen sagen ich sei Deutscher, und die Franzosen ich sei Weltbürger. Erweist sich meine Theorie als falsch, werden die Franzosen sagen, ich sei Deutscher und die Deutschen, ich sei Jude. Eine Stadt liest ein Buch! – „Die Entdeckung der Currywurst“ http://www.hamburgliesteinbuch.de/Nach oben metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Nov 13, 2003 1:37 pm Titel: Von Falten [Roll]-Möpsen und Vögeln… ———————————————————————— Vicco von Bülow alias Loriot wird achtzig: Alles hat sich so ergeben, unter der Hand gewissermaßen Unter Möpsen und Menschen Wenn im offiziell Nichtigen das Geltende und im offiziell Geltenden das Nichtige sichtbar wird – Besuch bei dem Schöpfer einer ganz speziellen Welt Von Hermann Unterstöger Münsing, 11. November – „Wenn Sie“, bittet mit leiser Stimme Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow, der von seinen Freunden Vicco genannt wird, von der fühlenden Menschheit aber Loriot, „wenn Sie einen lächerlichen Garderobefehler entdecken, dann sagen Sie es mir bitte.“ Es geht um ein Foto, und obwohl kein Garderobefehler, schon gar kein lächerlicher, an dem alten Herrn zu entdecken ist, streift ihm seine Frau Romi ebenso sorgsam wie resolut Hemdbrust und Haare glatt. Man müsse wissen, fährt Loriot fort, dass ihm, wann immer er für Filmaufnahmen in der Ecke des berühmten Sofas Platz nahm, das Jackett von hinten sechs- oder siebenfach mit Fäden festgezurrt wurde, damit es nur ja keine Falten warf. (…) Hier bitte hier entknöpfen= http://www.sueddeutsche.de/sz/seitedrei/red-artikel1557/ Gruß an runterhandeln auf 20 biß 40zig und an T-Höhle von Bad an klare Parabase -wie immer nichts… und an all die anderen investigativen -subversiv aufrichtigen Sagas und Sængers…= welche das Achten (?) achten in pfleglicher Distanz möglichst ohne Schleudertrauma falsch verorteter Vernunft = Slow slow am PI der EIN/AUSlaßstelle manches ist poröser -bei näherer Betrachtung der ER/SIEfühlBARkeiten in Hochzeiten des Augenblicks von Projektion und Utopi(e) beim Denken&Schreiben – hämmernd erlesend die Tasten des anderen ABC……. des schon wieder weg…. und des doch noch da?, in aller Parallelität des parablen SEINs -um ein Wort zu finden das dem „subversiv-anderen“ Flügel verleiht im Wurzelstock entrückter Stockwerke mit Fenster ins Nichts -zu erarbeitender Hoffnung -des immer viel zu KURZ-LANG im JETZT des JETZT… und dann in aller Plötzlichkeit des Prozesses: was heißt eigentlich später?, wir warten?… oh oh = worauf warteten all die anderen= Sumserums??? substanziell sublimierende sub-Suppenhöfe verwarteter Wartung= warten gibts nicht ES tut immerfort im Über-Unterall… Da wo alle sagen: da geht nichts mehr -fängt die eigentliche Gestaltung erst an… das wußten schon die (jungen) ALTEN.. da muß keiner am ALT operieren… Dieser Erkenntnis-Gewinn ist schon paralell zu nehmen- der hat an Gültigkeit nichts eingebüßt… Da frohloggs unter der Hand immer wieder anders… Dafür lohnts sich dann auch >ALTER< zu sagen.. Da kommt Freude auf… Herzlichen Glückwunsch!, wider die Haartracht und dem falschen Faltenwurf willkürlicher Behauptungen und Rechtfertigungen in der Logistik des Gesamtmodell,s… Da bricht einems ja die Nagel ab.. _________________ signum signaleNach oben NeuBauten Gast Verfasst am: Mo Nov 17, 2003 10:58 am Titel: Sponsert from NICHTS ———————————————————————— Stubnitz info, Mon 20031117 For Your pleasure: Events on the MS Stubnitz. You have opted to recieve information 1 day in advance of events for your chosen styles. In addition you also recieve your weekly update today +++Wed 19.11 21:00 Y2003 Culture Club+++ +++Fri 21.11 23:00 Y2003 Bombus+++ The human beat machine! Vier Schlagzeuger der Einstürzenden Neubauten, Madonna Hip Hop Massaker, Sandow und der Weltrekordler Neugebauer bilden den Kern einer virtuosen Performance, die live durch Dj, Sängerin, Gastmusiker und weitere Schlagzeuger bereichert wird. Live-Drumming, -Programming und -Performing, Hände, Füße und Maschinen im Zusammenspiel. Extrem tanzbar! \nBOMBUS (Tinnitus aurium): störende, ton- oder geräuschartige endogene Schallempfindung, entweder als Wahrnehmung ohrnaher Muskel- u. Gelenkgeräusche, von Sekretknistern,Vibrationen etc. oder aber als rein subj. Empfindung (Brummen, Rauschen, Klingen, Pfeifen) infolge inadäquater Rezeptorenreizung. Vork. v. a. bei gestörter Schalleitung (Zerumen, Otitis, +++Sat 22.11 23:00 Y2003 POLVOROSA (HH, Barcelona) Elektro-Latino Live mit: Puente Daniel (lead voc, g), Trillian (back.voc), Jankowski Norman (dr) +++Sat 22.11 24:00 Y2003 Erobique (HH) Carsten Meyer aka EROBIQUE, Mitglied von INTERNATIONAL PONY, möchte sich nicht den Spaß nehmen lassen, weiterhin mit einem Fender Rhodes und einer Rhythmusbox voller betörender Discoloops die heißen Parties der Republiken zu beglücken. Sein Album „Erosound“ (Deck 8/Zomba) fand \nauch im Ausland Anerkennung –es wurde von Acid Jazz in England veröffentlicht, \njapanische Popsternchen forderten Remixe an, New Yorker DJ-Legenden wie \nRoger Sanchez spielten seine Maxis und er wurde eingeladen auf dem legendären \nJazzfestival in Montreux aufzutreten. +++Sun 23.11 22:00 Y2003 Blurt konzert: BLURT/Ted Milton \n \nTed Milton ist zurück mit seiner Band Blurt, die Anfang der 80er zerrissene hypnotische no wave-hymnen schrieb und Punk damit den Rückweg abschnitt. Für alle Fans von Tuxedomoon / Wire / o.ä ein Muss! \n \n +++Dada-Avan+++ http://www.stubnitz.comNach oben metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Nov 20, 2003 1:39 pm Titel: >AltBauten< = „Die schönen Augen sinds“ ———————————————————————— Die schönen Augen sind’s, die mir das Herz durchdringen… Wozu dient eine nachträgliche Verewigung der Vergangenheit? Bei Padua wurde das Grab Francesco Petrarcas geöffnet (…) Wir treten ein ins zweite Zeitalter der Reliquien: Knochen entfalten, jenseits der symbolischen Pietät, auf einmal wieder eine magische Wirksamkeit kraft ihrer materialen Gegenwart. Während in der Basilika von Padua noch die Pilger den Sarkophag des heiligen Antonius berühren, damit ihre Gebete in Erfüllung gehen, haben nun Wissenschaftler der Universität Padua die Gebeine Francesco Petrarcas, des ersten Poeten der Neuzeit, aus seinem Grab in Arquà Petrarca entnommen. Sie erhoffen sich Aufschluss darüber, wie sein Gesicht aussah und ob er wirklich, wie berichtet wird, die für seine Zeit phänomenale Höhe von 1,84 m erreichte. Es ist auf diese Weise bereits gelungen, die Gesichtszüge des Evangelisten Lukas zu rekonstruieren (wenn er es denn wirklich sein sollte). Computergestützte Methoden machen es möglich, einem altgehüteten Skelett ganz neue Aufschlüsse abzugewinnen. (…) (…) Ein zwiespältiges Gefühl bleibt doch zurück vor so viel nachträglich verewigter Vergangenheit. Wie wird die Computergrafik die Augen Petrarcas wiedergeben? Es wird ihr kaum mehr gelingen als eine starre Notlösung, eine schauerlich untote Totenmaske. Die Augen, knochenfrei, vergehen spurlos, sterblichster Teil des Menschen und Spiegel seines unsterblichen. Niemand wusste das besser als Francesco Petrarca, der schrieb: „Die schönen Augen sind’s, die allerwegen / Lassen, was da mein Herr beginnt, gelingen, / Vor allem, wenn es gilt, mein Herz zu brechen. / Die schönen Augen sind’s, die mir durchdringen / Allorts das Herz mit ihrer Flammen Segen, / Dass ich nie müde bin, davon zu sprechen.“ (…) http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel565/ (*** SEITE DREI ***) BOWLING IN EIGENER SACHE (¿?) Er schmeichelt seinen Zuhörern, wird gefeiert für seine Attacken gegen Bush ˆ und versteht es wie kaum ein anderer, alles …= (Pommesfrites, Roland Barthes?¿ = („Mythen des Alltags“= Politische-Pommes-Parameter= >:::< = ¡Bitte/Danke!)= >DaDaDrom Graffiti Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde Seite 1 von 1 Bei Antworten zu diesem Thema nicht mehr benachrichtigen Gehe zu: GoDu kannst Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum mitmachen. Impressum Powered by phpBB 2.0.6 © 2001, 2002 phpBB Group

· operative Probleme mit Beuys & kegeln bei Kant
http://www.oben.de/go/history/20j/stasi_14.htm

Im AffBau= Im Kegel des Kleinkarierten bis Pep-Pieta

(…) O b diese satyrische Ueberschrift auf dem Schilde jenes holländischen Gastwirths, worauf ein Kirchhof gemalt war, die M e n s ch e n überhaupt, oder besonders die Staatsoberhäupter, die des Krieges nie satt werden können, oder wohl gar nur die Philosophen gelte, die jenen süßen Traum träumen, mag dahin gestellt seyn. Das bedingt sich aber der Verfasser des Gegenwärtigen aus, daß, da der praktische Politiker mit dem theoretischen auf dem Fuß steht, mit großer Selbstgefälligkeit auf ihn als einen Schulweisen herabzusehen, der dem Staat, welcher von Erfahrungsgrundsätzen ausgehen müsse, mit seinen sachleeren Ideen keine Gefahr bringe, und den man immer seine eilf Kegel auf einmal werfen lassen kann, ohne, daß sich der [3/4] w e l t k u n d i g e Staatsmann daran kehren darf, dieser auch, im Fall eines Streits mit jenem sofern consequent verfahren müsse, hinter seinen auf gut Glück gewagten, und öffentlich geäußerten Meynungen nicht Gefahr für den Staat zu wittern; – durch welche C l a u s u l a s a l v a t o r i a der Verfasser dieses sich dann hiemit in der besten Form wider alle bösliche Auslegung ausdrücklich verwahrt wissen will. [4/5]

Erster Abschnitt,

welcher die Präliminarartikel zum ewigen Frieden unter Staaten enthält. (…)

Hier gehts weiter=

http://www.philosophiebuch.de/ewfried.htm

· Gemischte Gruppe Installation von Stilla Seis [Bürgerservice°]
http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/bezirke/eimsbuettel/aktuelles/termine-und-veranstaltungen/ausstellung-gemischte-gruppe/start.html

»gemischte Gruppe«

Installation von Stilla Seis im Bürgerservice / Bezirksamt Eimsbüttel

vom 20.11.03 bis 31.12.03 Eröffnung: Donnerstag, 20.11.03, 15.00 Uhr Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch 7.00-14.00 Uhr; Donnerstag 12.00-18.00 Uhr

Die Ausstellung ist im:

Raum des Bürgerservices im Bezirksamt Eimsbüttel, Eingang Grindelberg 66 (EG) in 20139 Hamburg zu sehen.

Aufbau:

Reihung von 14 Colorfotografien auf KodakDuratransmaterial im Format 20x30cm an den Innenseiten der Glaswände des Eckgebäudes; die Bildflächen sind auf den Innenraum ausgerichtet.

Titel:

»gemischte Gruppe«

Die Bilder sind aus Fotografien einer gemischten Gruppe – Frauen und Männern unterschiedlichen Alters – entstanden; vorerst ist keine Ursache für die Zusammensetzung der Gruppe zu sehen. Bildausschnitt und Vergrößerungsmaßstab lassen zunächst keine Identifizierung zu; lediglich die persönliche Bekanntschaft mit einer der Personen ermöglicht, aus der Kenntnis von streng persönlichen Details, ein Wiedererkennen.

Geschichte:

Betrachter, die sich im Raum aufhalten, mischen sich mit der sie umgebenden Schar. Die Zusammensetzung der Besucher des Bürgeservices, also der möglichen Betrachter, scheint ähnlich grundlos, wie die Zusammen-setzung der ursprünglich abgelichteten Personen. Darin verbirgt sich der grundsätzliche Unterschied: während jeder Besucher am Empfang ein persönliches Anliegen hat, verbindet die dargestellte Schar ein gemeinsames Ziel. Jeder Besucher wird angeregt, seine Wahrnehmung in Bezug auf bekannte und unbekannte Personen seines sichtbaren Alltags zu sensibilisieren. Es kann die Frage entstehen, mit wem wir es tagtäglich zu tun haben.

gemischte Gruppe

Installation von Stilla Seis im Bürgerservice vom 20.11. bis 31.12. 2003

Raum des Bürgerservices im

Bezirksamt Eimsbüttel, 20139 Hamburg, Eingang Grindelberg 66, EG, montags, dienstags, mittwochs 7.00 – 14.00 Uhr , donnerstags 12.00 – 18.00 Uhr. Telefon 040/42801-21.00

· Wasser-Rechte= Nestle,s Ice Mountain Bottling Operation
http://michiganimc.org/

News: [Water Rights°]

Judge Orders Halt to Nestlé’s Ice Mountain Bottling Operation by Lou Blouin Email: louie (at) waterissweet.org 25 Nov 2003 Modified: 02 Dec 2003 Michigan Citizens for Water Conservation’s landmark suit against Nestlé Waters North America has ended in a court order to halt all spring water withdrawals from a site in Mecosta County, Michigan. Judge Lawrence Root handed down the order for Nestlé to terminate its spring water withdrawals earlier today in a markedly personal 68-page written decision. “I am holding that Nestlé’s pumping operations at the Sanctuary Springs must stop entirely,” Root wrote. “Further, I am unable to find that a specific pumping rate lower than 400 gallons per minute, or any rate to date, will reduce the effects and impacts to a level that is not harmful.” [ Summary and Order by Judge Root ] Read the full article… (8 comments) http://michiganimc.org//

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^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ ………………………………………………………………………………….^…….. News: Civil Liberties Police repression in Miami; two Michigan IMC reporters arrested by FTAA-Miami IMC 26 Nov 2003 Modified: 05:31:46 PM On Friday, November 21, around 200 activists gathered at the Miami-Dade County Jail to hold a peaceful protest and demand the release of those who had been arrested the day before. In what has become a hallmark example of the extreme repression that global justice activists faced this past week, the police demanded that the protesters disperse. Those who had gathered began walking away and moving down the street, where they were surrounded by the over 500 riot police that had surrounded the protesters. The police then attacked the dispersing crowd, chasing about 30 people into a corner. They shoved them to the ground and beat them. They gassed them at close range. The police arrested around 60 people, including journalists, legal observers, and medics. Two Michigan IMC journalists were arrested while doing news coverage of this event for the FTAA-Miami IMC. Coverage of police repression in Miami:

· Vom [Scheitern im Scheitern°]
Diese Inhalte sind Auszüge aus dem Buch „sch“, das im Oktober 2003 erscheint. Die Kunst des Scheiterns „Mit jeder Erfindung, ist der Unfall, das Scheitern mit erfunden.“ (Paul Virilio) von Nina Mayrhofer Kunst entzieht sich einer Definition. Das heißt einer einzigen Definition. Umso mehr entsteht hier ein Spannungsfeld zwischen dem so genannten Kunstmarkt und der Kommerzialisierung auf der einen und der „freien“ Hingabe des Künstlers aus Überzeugung an der Sache auf der anderen Seite. Kunst will Kunst und besteht auf ihrer Zweckfreiheit. Die Sinnhaftigkeit ergibt sich aus dem Werk und der Interaktion mit dem Betrachter. Oder auch nicht. Klare Abgrenzungen, wer denn nun ein Künstler sei, ist eben ein langes Kapitel einer unendlichen (Kunst-)geschichte. Das Klischee des frierenden Künstlers in der Dachkammer steht dem Bild eines Künstlers entgegen, der sich und seine Seele verkauft hat und dessen Werk der Kommerzialisierung anheim gefallen ist. Diese Schwarz-Weiß-Malerei ist aber im Grunde nicht mehr vorhanden. Fronten verschwimmen und Definitionen machen nur für ein begrenztes Publikum Sinn. Das Scheitern ist der Kunst implizit. Ein Künstler, der aus einem negativen Ereignis sein kreatives Potential schöpft, ist interessanter und griffiger als eine Person aus der „heilen Welt“, einer Kunstschule beispielsweise. Joseph Beuys Werk etwa lässt sich vielseitig durch seinen privaten Hintergrund erklären. Ein Flugzeugabsturz, die Rettung – Filz und Fett, das ihn vor dem Erfrierungstod bewahrte. Das Unglück, das Hinfallen mit Herzblut und scharfen Wunden ist nicht nur als Potential für produktive Kraft zu sehen. Das Scheitern, oder milder gesagt, das Misslingen im Prozess des Erschaffens liegt gerade in der Kunst auf dem Weg zu einem Ergebnis. Zehnmal schief gegangen, einmal Meisterwerk. „Solche Kunstwerke, wie sie heute üblich sind, kann ich gar nicht fertigstellen. Dazu fehlen mir Könnerschaft und Unverschämtheit. Ich beließ es daher besser bei gelegentlichen Bierdeckelskizzen und kletterte doch lieber wieder kunstlos durch die Irrenhäuser Hegels, anstatt im Kreis durch doofe Galerien.“ (Kapielski) Umsetzung seines Bildes im Kopf in ein für ihn gerechtes Medium. Dann das vollendete Werk. Das immer noch am Kunstmarkt an seiner Verkäuf-lichkeit scheitern kann. Ob van Gogh nur deswegen Berühmtheit erlangte, weil sich seine Bilder erst nach seinem Tode verkaufen ließen? Sozusagen das Ableben als Bedingung für das Aufstreben am Markt. Von diesem Erfolg konnte er nichts mehr mitbekommen und deswegen ist wohl sein Ziel ein ernst genommener Künstler zu werden fehlgeschlagen. Aus subjektiver Sicht. Das kann man heutzutage bestimmt nicht behaupten. Natürlich ist van Gogh erfolgreich. Das heißt, sowohl der Faktor Zeit als auch das individuelle Lebensziel und die Einstellung des Umfeldes gegenüber dem Produkt und dem Selbst sind die Kriterien für ein (erfolgreiches) Scheitern. Jedoch: Ist es mehr Misserfolg, wenn sich das Produkt verkaufen lässt, oder ist es dann ein wichtiges Werk einer Avantgardebewegung, die sich gegen die bis dahin geltenden Regeln und Gesetze sträubt? Nicht beantwortbar. Die Notwendigkeit des Scheiterns für eine Haltung abseits vom Main-stream gilt vielleicht als natürliche Ingredienz von Avantgarde bewegungen. Etwa der Dadaismus oder auch die Surrealisten waren zu ihrer Zeit nur für einen engeren ausgewählten interessierten Kreis zugänglich. Zugang im Sinne von Verständnis. Die konventionelle Sicht mag auch diese Kunstformen zu der Zeit als gescheitert angesehen haben. Vor allem was ihre tatsächliche Wirkung und ihren Einfluss auf sie umgebende Systeme – seien es politische oder gesellschaftliche – betrifft, mögen sie weitgehend ohne Erfolg gewesen sein. „Die Zeit heilt alle Wunden“ ist eine Floskel, die für das Scheitern im Bereich der Kunst eben die Rückkopplung eines Erfolges schaffen kann. Kunstgeschichte, und somit wohl eine Wertung des Erfolgspotentials eines Kunstschaffenden kann meist nur rückwirkend oder zeitverschoben passieren. Das bringt uns zurück von dem zu Lebzeiten wenig Geschätzten zu dem im Nachhinein hochgefeierten Kreativen. Die Bereiche der Kunst, die sich mit dem Scheitern schneiden, enthalten somit vielfältige Perspektiven. Einmal die erwähnte Spannung zwischen Künstler und seinem Produkt – das mehr oder weniger geschlossene System der Ideenfindung, Umsetzung oder Konzeption und des Schaf-fensprozesses. Andererseits die Sicht des Marktes auf Künstler und Produkt. „Unfertige“ Konzepte und Werke haben ihre Rechtfertigung selbst in diesem Stadium als Endprodukt und finden in eben diesem Kontext ihre eigenen Räume und Ausstellungen. Hier eröffnet sich die Möglichkeit der Offenheit des Kunstwerkes und des erweiterten Kunstbegriffes. Das Unvollendete bedeutet aber nicht zwingend ein Scheitern am Ausgangspunkt. Es gibt eine Transformation des Prozesses, die an einem selbstgewählten Punkt endet. Die Thematisierung des Scheiterns in der Kunst selbst liegt nahe an der Ebene des abgebrochenen Schaffens. Gerade aber das Unvollkommene erlangt das Interesse der Öffentlichkeit – etwa vor kurzem in der Ausstellung in Österreich „Fehlschläge? – Ein Exkurs über das Scheitern“ – und zeigt die mögliche Publizität des Unfertigen. Ein Blick auf Werke zwischen Gelingen und Misslingen und Misserfolg als Motor des Lernens. Der positive Auftrieb nach dem Fall als kreative Erweiterung und Lehre. Scheitern als „das große moderne Tabu“, wie der Soziologe Richard Sennett es beschreibt, ist hier wohl hinfällig. Die Thematik erfährt geradezu eine aufstrebende Popularität. Eben im Bereich der Kunst ist die Tragik von Geschichten und Leben hinter Werk und Künstler ein pushender Effekt. Die Ausweitung der persönlichen Geschichte des Künstlers, die Auslegen der Biografie auf seine Werke ist für ein Kunstverständnis problematisch. Durch Geschichten, Bilder in der Geschichte der Persönlichkeit, können sich Bilder im Kopf beim Betrachter und Rückschlüsse auf Intentionen des Künstlers ergeben. Interpretation eben. Das erleichtert das Verständnis ungemein, kann aber vielerseits zu groben Miss-interpretationen der tatsächlichen Intention führen. Und hier wird die Unvollkommenheit interessant. Perfektion ist zu glatt, zu einfach im Sinne von geradlinig. Daher sind „unvollkommene“ Werke auch so spannend. Sie scheinen Einblicke in die Arbeitsprozesse zu gewähren. Der Moment des Scheiterns liegt auf kurvigem Weg. Undefi-nierbarkeit macht vieles schwerer. Aber deshalb umso spannender. Definitionen sind Rettungsreifen. Kunst bezieht Definitionen. http://www.scheitern.de/

· Gunnar F. Gerlach >OHNE METAPHER< KP BREHMER
Gunnar F. Gerlach OHNE METAPHER – KP Brehmer, oder: Wie einer auszog „ein bißchen über das richtige Leben“ zu lehren

„Es gibt keinen anderen Weg, den sinnlichen Menschen vernünftig zu machen, als daß man denselben zuvor ästhetisch macht.“

Friedrich Schiller

„Ein weiterer Aspekt des „Readymades“ ist sein Mangel an Einmaligkeit weil die Replik eines „Readymades“ die gleiche Botschaft übermittelt;…“

Marcel Duchamp

„Weiter vor allem wurde aus der modernen Technik die künstlerische Montage gezogen, als Hilfsmittel in einer keineswegs mehr fertig oder eindeutig ge- schichteten Welt. Es ist eine Auswechslung, die bisher nur in der Groteske bekannt war, nun aber reicht sie vom frühen Photoklebebild (…) bis in die jähsten Verfremdungs-Einsätze, aus scheinbar wo ganz anders her, bei Brecht.“ Ernst Bloch

Worte können nur schwer das visuelle Werk eines Künstlers beschreiben der in visuellen und geistigen Zwischenreichen surreal agierte. (1) Wenn sie sich auch noch zu einer nachrufenden Erzählung über den Lehrer und die Lehre eines Künstlers verdichten sollen, der 21 Jahre – seit 1976 – an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg zwischen Künstler-Kollegen, Studenten, Kunstwissenschaftlern, Freunden (2) und der von ihm initiierten Galerie Vorsetzen kommunikative Netze knüpfte, können nur zentrale Aspekte Erwähnung finden.

Am 16. Dezember 1997 verstarb der Künstler und HfbK-Professor für Freie Kunst, KP Brehmer, plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Herz- und Hirnschlages. Geboren am 12. 9.1938 in Berlin, wurde er bereits in jungen Jahren bekannt und zu einem der wichtigsten Vertreter einer sich politisch artikulierenden Kunst. Als einer der Hauptvertreter der „Grafik des Kapitalistischen Realismus“ neben Sigmar Polke und Gerhard Richter entwickelte der gerlernte Reprotechniker und Klischeeätzer nach weiteren Ausbildungen an der Kunstgewerbeschule in Krefeld und Kunstakademie Düsseldorf eine aus der dem Surrealismus von Max Ernst und der Pop Art á la Richard Hamilton entwickelte, ganz eigene Formensprache, die in dauernden Zwischenzuständen oszillierte. Er nahm den optischen Menschen ernst und entlarvte zugleich die Suche nach Sinn, in dem er mit Farbskalen und ihren vermeintlichen Bedeutungen surreales Spiel trieb: seine „Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung“ legte bereits 197O frei, was jetzt globale Vernichtungs-Bedrohung ist: Das Großkapital in leuchtendem gold-gelb nimmt nimmt 7/8 der installierten Fahne ein. Spitzfindig wurde das dem alltäglichen Blick entgehende – z.B. die ideologische Bedeutung von Briefmarken als „Deutschen Werten“ – mit visuellen Mitteln enttarnt, wie die „Braunwerte“ am Beispiel des Testbildes im deutschen Fernsehen. KP Brehmer entsprach damit jenem von Herbert Read in seinem Buch „Erziehung durch Kunst“ analysiertem „optischen Typus“, der dem einfühlenden und integrierten Typus gleichgestzt werden kann: „…;er geht von der Umwelt aus und baut aus seinen optischen Erfahrungen eine synthetische Darstellung seiner Einzelwahrnehmung auf“. Dabei arbeitete er immer wieder mit den Möglichkeiten medialer Transformationen um zwischen Museums-, Sammler- und Volks-Ausgaben zu differenzieren, denn das „sind verschiedene Wege, Vertriebswege in dem Medienkomplex, als den ich den ganzen Kunstbereich betrachte“, formulierte er bereits 1971 bei seiner ersten großen Einzel-Ausstellung im Hamburger Kunstverein weitsichtig. Das handwerklich und technisch erlernte muß in Beziehung stehen zu den jeweiligen gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen, medialen Transformationen und der Notwendigkeit einer über alle Klassen und Schichten hinausweisenden Praxis.

Die verständnissinnigen Medienschichten zwischen Trivialität und Bedeutung, Schein und Tiefe, verwiesen bei ihm auf das zweigeteilte Goethesche Glück, wo die höchste Höhe einzig zu finden sei in der nächsten Nähe. Und dies wiederum fand seinen unmittelbaren Niederschlag im Umgang mit Menschen. Die Kunst reguliert und verbessert im Idealfall die gegebenen Bedingungen, hin zu intensiverer und genauerer Beobachtung in der eine innere und äußere qualitative Wahrnehmungssteigerung zu finden ist: Die „ideale Landschaft“ meditiert sich jeder Betrachter selbst zusammen. Den Zustand einer die Natur nicht mehr intuitiv begreifenden Gesellschaft ironisierend, überließ, es KP Brehmer der Statistik, hieraus Schlüße zu ziehen: das auf Zahlen reduzierte Gefühl wird zum Emblem der Unfähigkeit die Sinne in einem auf die tatsächliche, dialektische Realität zu richten. In der provozierten Ironie des sich selbst auf statistische Werte reduzierenden Menschen erscheint zugleich ein Hoffnungsstrahl, der auf die Möglichkeiten der Künste zielt. Sie dürfen mit beiden Seiten spielerischen Umgang pflegen. Schiller ließ freundlich grüßen und Ernst Bloch, der deutsch-deutsch-wißbegierige und literarisch philosophierende Großgeist, interpretierte „Goethes Zeichnung > Ideallandschaft <“ als einen Schriftzug Goethes im Geiste der „glücklichen Küsten mit feenhaften Bauten“ von Claude Lorrain: “ Hier lernt man atmen. Dies Blatt wirkt körperlich ein. Nur einer mit breiter Brust konnte das hinsetzen. Die Sonne, der Tempel bedienen sich des Raums….Im Bild ist etwas gut geworden.“ Geprägte Form, die lebend sich entwickelt, verweist hier auf jene wohl überlegte Mitte, über die Bloch sagt: „Das Bild lehrt viel, nicht zuviel.“ Hierin ist der von seiner Kriegs- und Nachkriegs-Erfahrung geprägte, strebende und lebende Mensch, Freund und Lehrer KP Brehmer wiederzuerkennen.

Am Naturmaß, am Umgang mit dem in seinen Widersprüchen und im Kapitalismus zum Überleben notwendigen Schizophrenien, wie Deleuze und Guattari dies analysierten, zeigt sich der Mensch genauer und tiefer – zwischen der Intuition zur Natur, dem analytischen Verstand (erlernbarem Wissen) zur Technik und der synthetischen Leistung, die für die Kunst als Erfindung von spezifischen Form-Inhalts-Korrelationen unabdingbar ist. In die Kurve gehen wie ein junger Hirsch, sagt der Volksmund. Zwischen den Extremen ein „bißchen das richtige Leben“ spüren und stiften. Dies vermittelte er stets mit großem Einfühlungsvermögen für die jeweils herauszuarbeitenden Qualitäten von Studenten und Freunden. Kleine Hinweise, ein kurzes, fast beiläufiges Herüberschieben einer Literatur, eines Kataloges, einer Abbildung oder eines musikalischen Werkes, trafen zumeist zielsicher das Interesse des Adressaten. Ohne jegliche Besserwisserei, als Gleicher unter Gleichen, war damit ein Rat gegeben, womit sich das Gegenüber beschäftigen sollte, um dem individuell erwünschten Ergebnis näher zu kommen. Hierin wurde KP Brehmer die Möglichkeit einer sozial gelingenden, intensiveren Kommunikationsebene in den letzten Jahren zunehmend wichtiger, als die letztlich doch nur auf Ding- und Warenfetischismus, Machtkampf und Eitelkeit hinauslaufende, individuelle Kunstproduktion.

„3o Jahre Arbeit in Kunst“ und „Schamanismus mit Klangbeispielen“ waren in den frühen 90er Jahren zwei von ihm gewählte Ausstellungstitel in der Galerie Vorsetzen in Hamburg mit programmatischem Charakter. Die Kunst als Arbeit definiert, entzerrt sie von hierarchischen und auf Ausgrenzungen abzielenden, bürgerlichen Bestimmungen. Die Natur des Klanges, kombiniert mit der Erinnerung an sozial notwendige Rituale für Auge und Ohr, wird zu einer Heilungsmetapher. Idealistisch und realistisch in Einem, drückte sich darin ein praktischer Eingriff ins Leben aus: die Realität des Scheiterns erkennen, aber nicht darin (selbst-) verliebt sein, sondern auf Veränderung setzen. Die Dinge der Welt sind von Menschenhand gemacht, also kann die Handlung mit Herz und Hirn positiv verändernd einwirken. Das erinnerte stets an die Überlegungen des sowjetischen Revolutionärs Sergej Tretjakov und seine Überlegungen zu einer operativen Kunst: „Wir haben keine Veranlassung, die Erzeugnisse der Kunst trotz all ihrer Verschiedenartigkeit und ihres spezifischen Charakters aus der Reihe der Dinge herauszugreifen. Die Erzeugnisse der Kunst sind die Instrumente zur Bearbeitung der menschlichen Emotionen. Das Erzeugnis der Kunst ist das Werkzeug für die direkte oder indirekte soziale Handlung.“

Die indirekte soziale und kommunikative Handlung drückte sich bei KP Brehmer als eine Art Lehre in und an der Natur aus. Die Einladungen an Studenten und Freunde aufs Land in seine Datscha in Vietze (Landkreis Lüchow-Dannenberg) dienten dazu in entspannter Atmosphäre das Wahrnehmen wieder ernst zu nehmen: als ein Wahrnehmen des wahrnehmens ohne normative Vorgaben. Der Moment des individuellen Entscheidens kreiert das Ich und gebiert durch repressionslose, freiwillige Auswahl den auch sinnlich vernünftigen Menschen. Hierin war KP Brehmer Rationalist. Angemessenes Verhalten und Handeln bis hin zum Kleiden verlangen ein Höchstmaß an präziser Wahrnehmung. Toleranz genüber dem anderen und fremden wird dann ein Gebot der Vernunft. Gleichermaßen muß zur Regulierung und Herstellung „des richtigen Lebens“, über das man „ein bißchen reden“ kann und muß, Einfühlungsvermögen und Intuition mit in den Hauptstrom einfließen. Ohne Sinnlichkeit, verstanden als aktive Arbeit an der für die Erkenntnis notwendigen Naivität und Sentimentalität (Friedrich Schiller!), kommen Mensch, Ding und Kunst nicht in ein ausgewogenes Maß. Die Liebe zur Natur, zu Pflanze, Kreatur und Mensch, ist dabei ein Glück des Empfangens. Deshalb muß die Freude des Gebens und Abgeben könnens dem Nehmen zur Seite gestellt werden. Die KP Brehmer auszeichnende Großzügigkeit im materiellen und immateriellen basierte damit stets auf dem Vertrauen und dem Wissen um die im Individuum ruhenden Selbstheilungskräfte, die durch soziale Handlungen in Bewegung gebracht werden müßen.

Der als Gärtner verkleidete Künstler hegt und pflegt sich selbst und die anderen. Und dazu gehörten wie selbstverständlich auch die berauschenden, die Sinne anregenden, Stoffe der Natur: „KP Brehmer ohne vin rouge gibt es nicht!“ Einer dieser klassischen, mit Augenzwinkern ausgesprochenen Sätze eines Künstler, der mit Aby Warburg – dessen Bilderatlas „Mnemosyne“ er bewunderte – um die Notwendigkeit des situationistischen Ein- und Ausschwingens wußte. Die Herstellung einer Atmosphäre bestimmt das Klima in dem sich etwas entwickelt. In diesem Sinne ist Klimaforschung Kunstwissenschaft.

Das Vetrauen in Menschen, denen er stets mit Neugier, Wärme, Verständnis und Solidarität begegnete, charakterisierte seine Lehre. Nur in der Transformation des Scheins erscheint die subversive Energie der Kunst: zwischen Subjektivität und Objektivität steht der noch erst werdende Mensch. Zwischen diesen Zeilen ist das „Leben ein bißchen zu lesen“. Dieses sich scheinbar einer objektiven Beschreibung entziehende „Gefühl“ ist jenes „zwischen den Fingerkuppen“, wie einer seiner berühmten Aufsteller (Nr.25, 1967) auf orale und taktile sexuelle Bedürfnisse aufmerksam machte. Das Freilegen von Stoff und Medienschichten animierte ihn auch dazu seine Aktivitäten auf das Reisen und Sammeln von chinesischer und afrikanischer Kunst zu lenken, denn für ihn gab es genauso wie für Johann Gottfried von Herder keine unterdrückenden Hierarchien in den Künsten, sondern historisch-gesellschaftliche Bedingtheit und Gleichzeitigkeit ästhetischer Erfahrungen. Dabei ist der eigentliche Mutterboden aller Kunst das Volk und Volksnähe ist ein künstlerisches Wertekriterium. Alle Völker sind künstlerischer Leistungen von Weltrang fähig und die Theorie von der linearen Abkunft der europäischen Hochkultur Versailler Prägung ist eine teleologische, volks- und kunstfeindliche Vergewaltigung der Geschichte. Kunst ist ein Welt- und Menschenphänomen, das wir in wechselseitiger Achtung, Verantwortung und Verpflichtung uns selbst und dann den anderen gegenüber leben lernen können. Die Märchenerzähler in Afrika sagen über eine Geschichte, die etwas ist, das sie allen gehört. Und so ist eine Erzählung von KP Brehmer, dem Menschen, Freund, Künstler und Lehrer vielleicht bezeichnend für seine Auffassung von den künstlerischen Räumen zwischen und über der Realität.

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in einem Doppelröhren-Bunker aus dem II. Weltkrieg in Hamburg-Eppendorf (Mai 1995), der „Sub-Bühne“, erzählte er unter dem Titel „Braunkohlen in Berlin“ die Geschichte seiner Rettung aus dem Keller des Hauses, in dem er als Kind wohnte. 1945 sollte das Haus durch sowjetische Soldaten gesprengt werden. Seine Mutter suchte verzweifelt ihren kleinen Sohn, und erinnerte sich daran, daß sich der kleine KP eine Höhle in den Braunkohlen gebaut hatte. Als sie im Keller ankam, wollte ein Soldat das Haus schon sprengen. Die Mutter erinnerte (!) plötzlich – und wie von Geisterhand gelenkt – ein paar polnische Worte ein, die sie selbst von ihrer Großmutter kannte und die nun in dieser panischen Situation wieder aufschienen. Der russische Soldat verstand glücklicherweise die polnischen Wort-Brocken, erkannte die Situation und half beim Suchen des kleinen Kindes. Sie fanden den kleinen KP hinter den Braunkohlen schlafend, dort, wo er so gerne spielte und konnten ihn rechtzeitig retten. In dem Moment, da der Soldat aus seiner eigenen Realität heraustrat und durch menschliches Verständnis, Mitleidsfähigkeit und Vetrauen in einen Zwischenraum über der Realität hineintrat, war eine Rettung möglich. So erst versteht man den von KP Brehmer noch acht Tage vor seinem Tod ausgesprochenen Satz: „Eigentlich bin ich ein Surrealist:“ Diese Energie wird über den Tod hinaus bei Kollegen, Studenten und Freunden im Gedächtnis bleiben.

Anmerkungen

1) KP Brehmer liebte das übermäßige zitieren und die daraus resultierenden Anmerkungen in Texten nicht, deshalb verzichte ich hier darauf. 1994 sagte er einmal zu mir:“Laß das doch lieber mit dem zitieren Deiner Lieblinge Adorno und Bloch. Du brauchst das gar nicht. Wenn ich die lesen will, verdiene ich genug Geld, um mir deren Zeugs zu kaufen. Ich will Dich lesen. Denk´mal drüber nach.“

2) Mein Dank geht an jene Freundinnen und Freunde, mit denen ich bis heute über den von mir als sehr schmerzhaft empfundenen Tod des Freundes KP sprechen konnte und die mir geholfen haben, die Dinge angemessen zu sehen: Anna Brenken, Claus Böhmler, Bogomir Ecker, Achim Hoops, Ernst Kretzer, Shan Fan, Jörg Stange, Julia Sudeck, Maria Tokyo und Chrisdian Wittenburg.

http://www.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-gerlach.html

· Prof. Sauerbier KP BREHMER
„Sicht-Agitation!“ Schlüsselbilder und Bilderschlüssel Die Reproduktion ist das Original ist die Reproduktion Von S. D. Sauerbier

(………………………..)

Die Nationalfarben gehören zu gesellschaftlich verbindlichen Zeichen, ihre Codierung ist konventionalisiert, historisch tradiert und formalisiert. Da man vor dem Staat nun mal nicht strammstehen kann, ist ein ‚Unterpfand‘, ein Medium, ein magisches Objekt vonnöten. Ehrbezeugung gegenüber der Flagge, das Hissen bei Trauer und Gedenken sind ritualisierte Handlungen und damit auch gesellschaftlich vereinbarte und überkommene Verhaltensweisen, deren regelhaft wiederholte Ausführung in gleicher Form obligatorisch ist.

Seinen Korrekturen der Nationalfarben wie anderen Arbeiten (Braunwerte oder Investitionsklima) hat Brehmer Legenden hinzugefügt, bekannt aus der graphischen Semiologie von Landkarten, Diagrammen, Schaubildern … Als Voraussetzung erforderlich ist, daß das Bild (und selbstverständlich die zu übertragende Botschaft) schon einmal codiert und daß Codes als Zuordnungsvorschriften ebenso wie Botschaft bekannt sind, sowohl als codierte wie als umcodierte Informationen. Als Code verstehen wir die „Vorschrift für die Zuordnung der Zeichen zi eines Zeichenvorrats, zu den Zeichen zj eines anderen Vorrats, mit dem dieselben Informationen wiedergegeben werden können“ .

Die frühere, von ihm interpretierte und die neue Botschaft Brehmers in seiner Korrektur der Nationalfarben gehören unterschiedlichen Bezugssystemen der Repräsentation an — und Repräsentation hat dabei unterschiedliche Bedeutungen: — Staat / Frankfurter Nationalversammlung — Weimarer Republik — BRD — DDR , — Politische Ökonomie / Klassen — Schichten …

Auch mit den Farbengeographien (1969-71) liegen mehrfach codierte Bilder vor. Entsprechend der Botschaft aus dem früheren Bezugssystem — von Brehmer verändert und umgedeutet, alsdann in ein Bild übertragen —, sind neue Anleitungen und Vorschriften gegeben, die als zweiter Code zur Verknüpfung der vorhandenen Elemente zugeordnet werden. Mitunter kombinierte Brehmer (um-)codierte Bilder und Texte mit Dingen des Alltags, etwa in seinen Aufstellern oder Schachteln. Wird die Codierung von Botschaften vermindert oder aufgelöst, so gehen Betrachter mehr und mehr von bloßer Wahrnehmung ‚unmittelbar‘ zu Benutzung oder Verarbeitung über — und bei zunehmender Unbestimmtheit ist mehr und mehr die Phantasietätigkeit des Betrachters gefragt. Der jeweilige Schüssel der Codierung von Farben ist von der vermittelten Information zu unterscheiden. Zudem müssen unterschiedliche historische Kenntnisse und heraldisches Wissen vom Betrachter ins Bewußtsein gerufen werden, selbst wenn es sich um so bekannte Sujets wie Briefmarken handelt — notwendig besonders bei subversiver Agitation, etwa im 3. Reich, für die oftmals Briefmarken benutzt wurden. Für gewöhnlich erscheinen Briefmarken in der Funktion von Geld, als Belege für entrichtetes Beförderungsentgelt. Ein anderer Aspekt: Briefmarken sind heutzutage wohl die beliebtesten Sammelobjekte, darin ähneln sie Kunstwerken. Ästhetischer und ökonomischer Wert haben in unserer Gesellschaft tatsächlich so gut wie nichts gemein — sie korrelieren allein durch Knappheit als Waren und ihrer Nachfrage. Briefmarken sind öffentliche, allgemein bekannte, konventionalisierte Zeichen. Werden sie zu Sujets von Kunstwerken und mit Kunstwerken verglichen, ist der Witz: sie unterscheiden sich dabei in ökonomischer Hinsicht überhaupt nicht von Kunst. Womöglich waren aus solchen Erwägungen gerade Briefmarken ein so beliebtes Motiv bei Fluxus-Leuten.

Kunst als Speicher — sinnliches Geschichtsbewußtsein Brehmer verglich die Aufbrüche der ‚Antikunst‘ mit ihrer späteren Nobilitierung. „Betrachte ich die Gegenwart und rufe mir die Lage vor 20 Jahren ins Gedächtnis, dann kann ich feststellen: Musealisierung hat oft Zerstörung bedeutet. — Kunst als gesellschaftliches Gedächtnis darf aber nicht verscherbelt oder mumifiziert werden.“ „Viele der kritischen Erzeugnisse sind historisch geworden und haben dokumentarischen Wert bekommen und behalten. Aber die Entfernung aus der Geschichte nimmt zu.“ Brehmer war sich über die restaurativen Momente in der BRD seit den 70er Jahren im klaren; das begann nicht erst mit dem Radikalenerlaß und reichte über den Deutschen Herbst bis zum Verteufeln und ‚Totbeten‘ alles Linken nach dem Fall der Mauer. Bürokratismus und Imperialismus sind zumindest zu Teilen erledigt, abgehakt — sind sie auch von der Linken bewältigt? Müßte nicht gerade jetzt eine Basis gegeben sein, um wenigstens einen Rest von dem durchzusetzen, was seit der Großen Französischen Revolution noch immer nicht verwirklicht ist und linke Intellektuelle wie KP Brehmer ertrotzen wollten?! „Gewiß ist man in der Minorität. Die gemeinsamen Ausgangspunkt und Ziele sind längst aus den Augen verloren, man hat sich auseinanderdividiert.“ Nach dem Untergang der DDR wurde endlich alles Linke in einen Sack gesteckt — und hohnlachend der DDR hinterhergeworfen. Alle Kritik der Linken am staatsbürokratischen Sozialismus schien vergessen, als hätte es je ‚real existierender Sozialismus‘ gegeben — schon in der Bezeichnung ist der Widerspruch frappant; die Behauptung zeigt gerade die Irrealität an.

Wahrnehmung und Aufbewahrung Von Interessen — wie wahr „Künstler werden zur Herrschaftsverstärkung heute nicht mehr oder noch nicht wieder gebraucht. Aber Kunst ist doch auch Aufbereitung kollektiven sinnlichen Gedächtnisses.“ Selbstverständlich war Brehmer Ideologe — nämlich Ideenforscher. Und ebenso selbstverständlich hat es Kunst nach Brehmers Auffassungen mit Fragen der Wahrheit zu tun. Das sagt sein schön paradoxer Satz „Alle Künstler lügen.“ Kunst gehörte für Brehmer unbedingt zum ideellen gesellschaftlichen Reichtum. Aufbewahrung — wahr ist darin nicht zufällig enthalten. Wenn der historische Prozeß auf eine veränderte Stufe gestellt wurde, so hieß das auch: jene Forderungen wachzuhalten, die historisch nicht eingelöst worden sind — und solche Forderungen betreffen die sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse ebenso wie die ideologischen Entsprechungen. Bei unserem letzten Gespräch ging es um solche Fragen, Brehmer konnte in Rage geraten: „Jeder Künstler muß ein Funktionär sein und dem Volke dienen“ — für mich schon lange nicht mehr gehörte Worte. Sozialistischer Realismus war Brehmer verabscheuenswert. „Die DDR erreichte Weltniveau im Abmalen. Aber einen gesellschaftlichen Auftrag, eine gesellschaftliche Verpflichtung verspürt doch ein jeder Künstler!“ Was aber Graphiker wie Staeck und Brehmer als Künstler unterscheidet: Brehmers ästhetische Strategie war nicht bloß Instrumentalisierung von ‚populären‘ Formen der Bildsprache, dem politischen Künstler ging es immer auch um die Thematisierung der Mittel und Medien, der Kommunikationsformen und Aneignungsweisen. In dieser Hinsicht betrieb Brehmer gleicherweise Kunst für Künstler — nach Walter Benjamins Devise: „Wer seine Kollegen nichts lehrt, lehrt niemanden etwas.“ Leicht einzusehen auch aus anderen Gründen: Brehmer kam als Reprotechniker selbst aus der Produktion — insofern immer ein Zunftgenosse aus der ’schwarzen Kunst‘ der Druckerei. Aus der druckgraphischen Produktion übernahm er technisch bestimmte Formen: Proben oder Raster, sogenannte Passer und — wie selbstverständlich — Farbskalen oder Farbtafeln Bemerkenswert ist hier desgleichen der Wechsel von Mittel und Gegenstand. Keinesfalls sind daher die Werke, die sich auf Landkarten, Schaubilder, Bilder-Statistiken beziehen, bloß didaktisch. Nicht wenige von Brehmers ‚Botschaften‘ erscheinen vorerst unausgesprochen. Und gar nicht selten ist Ironie im Spiel, wo Brehmer das Gegenteil dessen sagt, was er meint. Was bei Satirikern und Karikaturisten nur Mittel zum Zweck ist, hat Brehmer zudem als Gegenstand bearbeitet; betrieb er doch zugleich Information über das Medium und Aufklärung des Mediums. Aus den nämlichen Gründen hat Brehmer Rezeptionshandlungen zum Sujet gemacht, Aktivitäten, die mit Wahrnehmen, Ausdeuten und Schlußfolgern verbunden sind — der Künstler ist letztlich ja der erste Rezipient seiner Arbeit und Stellvertreter aller folgenden Rezipienten, wie andererseits wir an seine Stelle treten. Aufmerksamkeit und Wahrnehmung — Augenmerk — sind in etlichen Werken ein Thema für sich: etwa das Sehen anhand des Motivs Auge in Eye-Cream oder Augenfilm, aufblasbar (beide 1967) bis hin zu den Malereien Wie mich die Schlange sieht / Wie ich die Schlange sehe (1985). Mit den Aquarellen Mona für Paul (1985) nahm Brehmer Bezug auf die Ambivalenz der Rasterung von Bild-Schemata und -Mustern, wie sie inzwischen zum Medienalltag gehören. Solche Rasterung dient entgegengesetzten Zwecken: sowohl dem schnellen Wiedererkennen von ferne wie dem Unkenntlich-Machen, zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten — zudem als Experimentier-Material, um unser Vermögen zu untersuchen und zu erproben, ob mit gröbster Rasterung und Musterbildung wiedergegebene Objekte noch zu identifizieren sind. Mischung der Nationalfarben (1971) — ja was ergibt die Mischung wohl? Probleme der Wahrnehmung zeigen sich an der Doppeldeutigkeit und Mehrwertigkeit von Rastern; sie sind nicht nur für den Reprotechniker ein vertrautes Mittel — doch wird es für sich kaum in Betracht gezogen: in Farbmuster (Visualisierung politischer Tendenzen) (1971), auch Visualisierung politischer Tendenzen (Farbwerte) genannt. Kurzgeschlossen werden zwei Kontexte des Alltags — einerseits Exempel der Produktionssphäre, andererseits der Ideologie und Politik. Farbmuster und Farbwerte sind noch keine Bilder — und politische Tendenzen sind für sich noch keine Bildgegenstände, sie können nur übertragen ins Bild gesetzt werden. Beide Bereiche kommen zusammen in dem Aspekt der Werte; ironisiert und in Frage gestellt wird damit gleichfalls die vorgebliche Neutralität von Begriffen — hier in mehrfacher Bedeutung von ‚Werten‘: TV-Braunwerte bzw. Testbild II (TV-Braunwert) (1970). Werteverlust und Werteverschiebung ist anhaltend Thema der Erörterung. Nicht nur mit Blick auf Brehmers Trivialgrafik — allgemeiner mit Blick auf das Verhältnis der Künste und ihrer ‚Werte‘ — fragt sich: wie es bestellt ist mit dem Verhältnis von ‚High and Low‘, von Erhabenheit und Trivialität. Ästhetik hatte für Brehmer Bedeutung und Geltung als Lehre vom Wahrnehmen — aber eben auch Wahrnehmen von Interessen. Er nahm bildnerisch Bezug auf inner-ästhetische Widersprüche zwischen unterschiedlichen Disziplinen, Medien und Sinnen: zwischen Musik, Sprache und Bildender Kunst, zwischen auditiver, verbaler und visueller Kommunikation. Bilder einer (anderen) Ausstellung Bezeichnend erscheint, daß Brehmer sich lange Zeit mit Bilder einer Ausstellung befaßte, einer bedeutenden Komposition der Programmusik. Die Auseinandersetzung mit Modest Mussorgski markiert die Position KP Brehmers zu grundsätzlichen Fragen von Darstellung, Wiederholung und Nachahmung, von Reproduktion und Übertragung in der Kunst der Gegenwart — und zum Verhältnis der Künste. Zu seinem vielteiligen Werk in mehreren Versionen schreibt Brehmer: „Vorlage: 1874 vertonte Mussorgski zehn Bilder seines Freundes Viktor Hartmann. Die ‚Tongemälde‘ beruhen auf der sehr einfachen Fünftontechnik. Für jedes der zehn Bilder hat Mussorgski ein typisches musikalisches Motiv verwendet. Die einzelnen ‚Bilder‘ sind teilweise durch sogenannte Promenaden verbunden, die den Weg des Betrachters durch die Ausstellung schildern. Ausführung: 1. Version 1972/75 realisiert in New York 1975 (durch höhere Gewalt zerstört) 10 Tongemälde und akustische Installation Für dieses Projekt wurden Mussorgskis ‚Bilder‘ mittels elektronischer Verfahren (Sonagramme) ins Visuelle rückversetzt. Diese ‚Vorbilder‘ wurden die Vorlage für eine zehnteilige Malerei. Die Promenaden behielten ihre musikalische Form und wurden über Kassettenrekorder, die auf Sockeln entsprechend plaziert waren, reproduziert. Im idealen Fall sollte das Ausstellungspublikum durch die Promenaden durch die Ausstellung geführt werden. 2. Version 1976 graphische Blattfolge in Mappenform Die ‚Vorbilder‘ (Sonagramme) wurden nach graphischen Prinzipien als Radierungen umgesetzt. Die zehn Radierungen haben den New Yorker Komponisten Phil Corner zu einer erneuten musikalischen Umsetzung der ‚Bilder‘ angeregt. 3. Version 1979 Hier wurden für die Herstellung der ‚Vorbilder‘ neuere Techniken verwendet. Mittels Bildschirmwandler wurden konstruktive Formen entwickelt, die sich von der ersten, etwas expressiven Version wesentlich unterscheiden. Die akustische Installation ist mit der ersten identisch. Die elektronische Umsetzung der musikalischen Motive erfolgte unter der Mithilfe von Prof. Krause, TU Berlin.“ ‚Man muß nicht heiter gestimmt sein, um ein Scherzo zu komponieren.‘ „Der schöpferische Geist des verstorbenen Hartmann führt mich zu den Schädeln und ruft sie an: die Schädel leuchten sanft auf“ — so wird Mussorgski heute um des Schauders willen zitiert. Nicht nur naive Gemüter sind auf Nachahmung kapriziert, jeden Tag erwarten wir Wiederholungen von Bekanntem, wir suchen geradezu das vorgeblich Wiedererkennbare. Und diese Erwartungen konterkariert Brehmer mit Bilder einer Ausstellung. In der Programmusik kommt das sogenannte Bekannte aus anderen Medien und entstammt anderen Sinneswahrnehmungen, aber schließlich auch aus der Musik selbst als ‚Musik über Musik‘. Nach traditioneller Auffassung ahmen Programmusiker alles nur Mögliche im Bereich der Klänge und Geräusche nach: Olivier Messiaen den Vogelgesang, Claude Debussy das Meer oder Ludwig van Beethoven den Kriegslärm in „Wellingtons Sieg. Die Schlacht bei Vittoria“. Neben dem Hörbaren bezieht sich Programmusik in Analogie auf Sichtbares: Licht, Dunkelheit und Farbe und alle Arten und Grade von Bewegung. Doch ahmt Programmusik nicht nur außenweltliche Objekte oder Ereignisse nach, sondern ebenso innerseelische Realität; Programmusik ‚beschreibt‘ nicht nur Sinneseindrücke von Sachen und Vorgängen, sie drückt gleichfalls Empfindungen, Gefühle und Gedanken aus (zu Beginn dieses Jahrhunderts wird sie mit ‚Seelenmalerei‘ sowie mit ‚Körpermalerei‘ gleichgesetzt). All dies kommt in Mussorgskis Komposition vor: Geräusche und Klänge aus der Natur; Klänge aus der Außenwelt oder aber Schilderung von Bildern (sie haben diese ‚Außenwelt‘ bereits zum Gegenstand); schließlich Eindrücke Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Viktor Hartmanns respektive die Empfindungen und Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Werke. Bilder einer Ausstellung entstand 1874, ein Jahr nach dem Tode seines Freundes Hartmann, nach dem Besuch einer Gedächtnisausstellung. Wie Mussorgski auf Bilder, so haben viele Maler dann wiederum auf seine Musikstücke Bezug genommen. Etliche Arbeiten Wassily Kandinskys, wie z. B. Der gelbe Klang befassen sich mit Problemen der Synästhesie. Und Kandinsky hat 1928 Mussorgskis Komposition in Dessau als szenische Aufführung interpretiert. Unter den Orchestrierungen des Werks gilt die Maurice Ravels als Meisterwerk nach einem Meisterwerk. Die Rockmusiker Keith Emerson, Greg Lake und Carl Palmer machten zu Beginn der 70er Jahre Mussorgskis Komposition als Unterhaltungskunst populär; neben anderen Adaptionen gibt es eine ‚elektronische Version‘ der Komposition Mussorgskis von Isao Tomita. Musikgeschichtler nennen das Werk „gleichsam ‚vertonte Bilder'“, zehn Teile „programmatisch-deskriptiven Inhalts“, die Mussorgski „in musikalische Ausdrucksbereiche übertrug“. Die eingefügten ‚Promenaden‘ sind anscheinend die intimsten Teile der Komposition und stellen Empfindungen Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Hartmanns dar, Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Bilder. Die ‚Promenaden‘ Mussorgskis gelten als „Selbstporträt, wie er in (hörbar) wechselnden Stimmungen die Ausstellung durchschreitet“ . Mussorgski selbst schrieb sogar, daß in ihnen „mein geistiges Abbild erscheint“. Daß er die ‚Promenaden‘ für den geneigten Betrachter beibehält, wirft ein Licht auf KP Brehmer. Bilder einer Ausstellung weisen vielfältige Wechsel von Medien, Funktionen und Strukturen auf. Wiederholt lösen die Autoren bzw. Produzenten einander ab. Der Bilderzyklus selbst läßt eine Kette von Interpretationen erkennen. Mehrmals gibt es einen Austausch von Stoffen, Inhalten und künstlerischen Medien. Auch ein mehrfacher Wechsel der Funktion von Gegenstand und Mittel der unterschiedlichen Werke tritt klar zutage. Und es gibt Austausch und Übergänge zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen oder Teil-Systemen des ‚Kommunikationssystems Kunst‘. Mit Blick auf die verschiedenen Systeme von Zeichenträgern ist der Wechsel von artistischem und technischem Medium zu konstatieren. Schließlich läßt sich die Alternation von unterschiedlichen Sinneskanälen feststellen. Von Interesse sind dabei die Übergänge zwischen homogenen resp. heterogenen Medien. Beethovens Schlacht bei Vittoria zeigt innerhalb homogener Medien den Austausch von Hörbarem mit Hörbarem auf. Mussorgski wechselt von Sichtbarem zu Hörbarem, zwischen heterogenen Medien. Bei Brehmer findet mehrfacher Transfer zwischen heterogenen Medien statt: von Sichtbarem ® Hörbarem ® Sichtbarem ® Sichtbarem. Visuelle Vorlagen Mussorgskis sind die Bilder von Viktor Hartmann — Mussorgskis Klaviersuite, orchestriert von Ravel, ist auditive Grundlage für die Sonagramme, Gegenstände von Brehmers Aneignung. Brehmer malt nicht ’nach‘ Musik, sondern überträgt technische Aufzeichnungen von Musik in Malerei; die Musik bleibt ‚indirekter‘ Gegenstand der Interpretation durch Brehmer. Modest Mussorgski war mit Fragen der Synästhesie und der ‚Chronoästhesie‘ befaßt, Synästhesie als Verknüpfung oder Übergang zwischen unterschiedlichen Sphären der Sinne und der Medien. Gleichzeitigkeit und ‚Nachzeitigkeit‘ oder Abfolge von Sinnesreizen, die zueinander in Beziehung treten, beschäftigten Komponisten in seiner Nachfolge. Programmusik vermittelt zwischen unterschiedlichen Realitäten. Ist schon bei Mussorgski der Grad der Vermittlung hoch, so nimmt sie graduell mit Brehmers Interpretation rapide zu. Will man von der Natur als einer ‚Stufe 0‘ ausgehen, so erscheint am Ende die Natur, wenn überhaupt, nur äußerst vermittelt: Mussorgski: Kunst ® Kunst ® Natur KP Brehmer: Kunst ® Technik ® Kunst ® Kunst ® Natur. Medien als Trägersysteme von / für Zeichen sind zu unterscheiden in — natürliche Zeichenträger; zumeist einseitig, nur vom Wahrnehmenden als Zeichen interpretiert, nicht mit der Absicht der Mitteilung gesetzt, — technische Zeichenträger auf naturwissenschaftlicher Basis, zunächst nur Signale, — und artistische Zeichenträger, insbesondere der Künste. Es seien einige Stufen beim Wechsel, Austausch und Übergang von Medien, Funktionen und Strukturen benannt: — Skizzen zu den Bildern, denen Hartmann nachgearbeitet hat, — die realen Bilder Hartmanns, die Mussorgski vor sich hatte, — mögliche Sujets für den Komponisten sind Reproduktionen nach Gemälden. — Zu den Bildern lassen sich mögliche schriftliche Kommentare annehmen. Weitere Stufen der Interpretation: — die Musik, ihre Notationen und ihre Wiedergaben — ebenfalls in Stufen der Interpretation, — Mussorgskis Partitur, Ravels Orchestrierung als weitere Interpretation, — Aufführungen von Mussorgskis Stücken, — technische Aufnahme von Stücken des Komponisten. Die ‚Vorlagen‘ für die Bilder von Brehmer waren Standbilder von Sonagrammen zu Mussorgskis Musik — und damit bereits Umcodierungen von einem auditiven in ein visuelles Medium. Brehmers Gemälde nach den technischen Re-/Produktionen sind selbst wiederum Gegenstand von technischen Reproduktionen von Bildern; am Ende stehen die technischen Reproduktionen nach Brehmers Gemälden hier im Katalog der Ausstellung … Interpretation ist immer auch Zeichenersetzung — das aktuell ap/perzipierte Zeichen wird in unserem Geist durch ein Zeichen entsprechend unseren Kenntnissen und Erfahrungen abgelöst. Im einzelnen mag der Betrachter die Äquivalente beim Übergang bestimmen: Ist es bei Mussorgski ein buchstäblicher, wortwörtlicher Übergang oder eine Art Metaphorisierung? Wie hat er seine Eindrücke im Ausdruck des Eindrucks von der Malerei ‚wiedergegeben‘? Etwa jeweils seinen Eindruck vom Ausdruck der Malerei? Kunst-Druck: Die Kunst unter Druck gesetzt Was seine Stellung zu Bestrebungen angeht, die Kunst zu bekämpfen, so entwickelte KP Brehmer in den 60er Jahren eine Haltung „aus taktischen Gründen“ : er wollte indes die Kunst nicht „entmythologisieren“: „Wir sind zur Zeit darauf angewiesen, die vorgegebenen Institutionen — Kunstvereine, Museen, Galerien usw. — zu benutzen.“ Als Parole hatte er ein schönes Wort gewählt: „Sichtagitation!“ Kein ‚Marsch durch die Institutionen‘ schwebte ihm vor — er setzte auf Unterwanderung. Sollte die Wirkung „vom Inhalt her passieren“, so war er doch der festen Überzeugung: „Die Wirkung einer Botschaft wird immer von der Qualität des Transportes bestimmt sein.“ Hatte er bei Versuchen, massenwirksame Kunst zu schaffen, bei der massenhaften Vervielfältigung angesetzt, um „mit Massenauflagen so etwas wie Volkstümlichkeit“ erreichen zu können, so nahm er diese Auffassung Anfang der 70er Jahre zurück: „Ich habe am Anfang hauptsächlich Klischeedrucke gemacht, die absolut authentisch reproduzierbar waren.“ Und er beschloß dann: „Rückzug; diese ganze Geschichte mit der absoluten Reproduzierbarkeit liegen lassen …“ Schließlich schien ihm „die Sache mit der Massenauflage, eigentlich ein Witz, eine Utopie“. Seine Stellung zu Fragen von Darstellung, Abbildung oder Zurschaustellung und Demonstration verallgemeinerte Brehmer zu „Visualisierungsproblemen“: „zum Beispiel das Problem, ästhetische Prozesse analog realen Prozessen darzustellen“. Entscheidend war für ihn dabei „der Symbolwert, nicht der psychologische; und die Darstellung eines Prozesses. Die Skala ist eine gute Möglichkeit, um Bewegung zu demonstrieren. Das Bild hat ja einen Nachteil: Es kann nur eine bestimmte Situation abbilden. Wenn ich verschiedene Dinge anbiete, indem ich sie nebeneinander stelle, kann ich zum Beispiel durch die verschiedenen Farbsprünge, indem ich Symbolwerte durch die ästhetische Veränderung präsentiere, Tendenzen und Prozesse visualisieren“. „Entpersonalisierung, Anonymisierung, Entsubjektivierung!“ forderten in den 60er Jahre nicht wenige Künstler, und sie verlangten, sich nicht als Künstlergenie zu gebärden, sondern sich möglichst unkenntlich zu machen. Wie weit sind diese Ideen von denen der heutigen gernegroßen ‚Malerfürsten‘ entfernt, den ‚Herren der Ringe‘?! „Eigentlich habe ich sehr selten eine Sache ganz allein gemacht; es sind meistens Dinge, die übernommen wurden. Ich versuche, die Dinge möglichst objektiv zu machen und mich selbst rauszuhalten. Das andere bleibt nachher beim Betrachter.“ — „Ich kann ihm nur Material liefern. … und im Idealfall wird er sich äußern oder er wird selber aktiv werden.“ Zunächst sind es buchstäbliche Handlungen, die er mit seinen Aktionsgrafiken vorsieht. Alsbald reduziert er sie allerdings auf ‚ideelle Handlungen‘ — Meditationswand ist ein Beispiel aus der Reihe der Idealen Landschaften. Brehmer propagierte keineswegs, sich in Beschaulichkeit zu versenken, kein In-sich-Kehren, keine Kontemplation, die Benjamin dem ‚auratischen Kunstwerk‘ zugeschrieben hatte — im Gegensatz zur ‚Zerstreuung‘, die dem „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ angemessen sei. Dergestalt dargestellt. Fragen der Darstellung Brehmer stellt fest, Brehmer verdoppelt, Brehmer hält dem Betrachter den Spiegel vor — zur Reflexion, Brehmer dokumentiert, Brehmer untersucht, Brehmer interpretiert, Brehmer deutet, Brehmer kritisiert, Brehmer verstärkt, Brehmer karikiert — aber eben immer in einem anderen Kommunikationssystem. Gegenstand oder Objekt von Darstellung sind Dinge, Menschen und Ereignisse — ebenso Situationen und Beziehungen usw., es sind vergangene, gegenwärtige und zukünftige, mögliche und irreale Gegenstände. Brehmers Position kann mit einem Begriff von Darstellung ermittelt werden, der sich an Hans Heinz Holz orientiert. Daraus geht hervor, daß Gegenstand von Darstellung nicht bloß das abgebildete / wiedergegebene Objekt, und zudem nicht nur der Eindruck von diesem Objekt, sondern daß Gegenstand von Darstellung die Stellungnahme des Darstellenden zu seinem Eindruck von diesem Objekt ist. Schon die abgebildeten ‚Objekte‘ bei Brehmer sind vielfach gar keine Dinge / Menschen / Situationen / Ereignisse in der Außenwelt, sondern in der ‚Welt der Zeichen‘: bereits abgebildete Dinge / wiedergegebene Menschen / schon aufgezeichnete Situationen / längst geschilderte Ereignisse … Auch ist Brehmer keinesfalls mit der Nachahmung eines Eindrucks von einem Objekt befaßt — vielmehr sind die Aufzeichnungen von solchen Eindrücken, Empfindungen oder Gefühlen seine Gegenstände, Sujets, Motive. Und vielfach ist er gar nicht mit der Nachahmung einer Stellungnahme zu einem Eindruck von einem Objekt selbst beschäftigt — statt dessen eröffnet er oftmals den Betrachtern erst Möglichkeiten zur eigenen Stellungnahme. Brehmer überschreitet einerseits Darstellung, besonders mit seinen Verweisungen, Legenden und Anweisungen — andererseits unterbietet er Darstellung mit dem Zurschaustellen von bloßen Sachen, insbesondere mit den Aufstellern und den Aktionsgrafiken. Farbmusterbuch oder Druckfarbenmuster — schon die Bezeichnungen Brehmers verweisen auf eine Haltung, Kunstwerke als brauchbare / nützliche / zweckgemäße Mittel aufzufassen. Nicht die Attitüde des Antiprofessionalismus eines George Maciunas findet hier Ausdruck, sondern eher die Auffassung, dem Rezipienten selbst auf Grund der eigenen Erfahrung die Kompetenz zur Begutachtung zuzugestehen und die Dignität des ‚Experten‘ in Frage zu stellen. Gründlich ändern sollte sich die Haltung des Rezipienten. TV-Braunwerte (1970), auch Testbild II (TV-Braunwert) genannt, weist auf solche Intentionen hin. Die Probe aufs Exempel machen …, den alltäglichen Faschismus ermitteln … Aus dem inzwischen nicht mehr gesendeten Fernseh-Testbild-Muster war ohne große Mühe ein Hakenkreuz ‚herauszulesen‘. Die Haltung des Betrachters gegenüber dem reproduzierbaren Kunstwerk ist, Walter Benjamin zufolge, die des Testenden — und nicht mehr die kontemplative Haltung des Sich-Versenkenden, sondern des Begutachtenden. Dementsprechend dienen einzelne Felder zum Eintragen durch die Betrachter. Interpretation kann man — vor jeder Ausdeutung und Bewertung — zunächst als Ersetzen und Austauschen von Zeichen auffassen. Damit wir überhaupt etwas wahrnehmen und verstehen können, müssen wir die außenweltlichen Signale in bewußtseinsinterne überführen; jede Wahrnehmung ist insofern bereits ein Ersetzen und Austauschen — umso mehr ist das Aufnehmen und Verarbeiten von Zeichen Interpretation. Brehmer machte diese Problematik exemplarisch zu seinem Thema, er führte Wechsel und Austausch von Medien durch, demonstrierte Übergang und Ablösung von Zeichensystemen, bildnerisch und sprachlich Verschlüsselung und Umcodierung. Mit einfacher Nebeneinanderstellung oder ‚Juxtaposition‘ (Susan Sontag), mit kruden Dingen und Ereignissen oder aber mit bloßen Ideen waren viele der gleichzeitig arbeitenden Fluxus-Leute befaßt. Bei ihnen war der Aufbau von Zeichen zu beobachten, wenn etwa bloße Sachen zu Bildzeichen oder Sprachtexten werden, und andererseits die Verminderung von Bildern oder Sprache auf einfache Dinge und Handlungen, vor allem aufs Bild als Objekt: er dagegen führt vor — Mittel sind ihm dabei etwa Löcher in der Bildoberfläche wie in Klassische Skala, Farbmuster (1969), die Durchblick auf die Wand des Ausstellungsraumes bieten; oder er präsentiert Arbeiten als Boden-Stücke wie Braunwerte 68-73 (1969) oder Briefmarken-Bögen (1967). Über die Bilder. (Bilder ansehen; Über Bilder reden; Über Bilder mit Händen und Füßen reden) (1979) vermindern die Bilder um Sprache — Brehmer zeigt Gemälde nach gerasterten Aufnahmen von Hirnaktivitäten beim Sprechen über diese Bilder: Reduzieren von Metasprache bei gleichzeitigem Medienwechsel. Die verschiedenen Medienübergänge in den Werken Brehmers verlaufen aufsteigend oder absteigend: auch läßt sich der Aufbau von Zeichen, die Generierung feststellen ebenso wie der Abbau, die Degenerierung von Zeichen. Er führte sie gleichsam auf einer mittleren Ebene durch: vorgefundene ideologische Codes, gegebene Zeichensysteme, im gesellschaftlichen Alltag verbreitete Muster der Aufmerksamkeit und Notiznahme, alltägliche Modelle der Wahrnehmung (im engeren Sinne des Identifizierens und Vergleichens) und oftmals triviale Schemata der Interpretation (bis hin zu Bewertung und Übergang zu Handlungen). Brehmer wechselt die Bezugnahme von Bild- oder Sprachzeichen: tauscht Referenz-Objekte und -Aspekte aus. Er setzte zunächst an bei Übergängen zwischen homogenen Medien, z.B. Bild ® Bild oder Sprache ® Sprache; und er gelangte zu Austausch, Transfer und Ablösung zwischen heterogenen Medien, z.B. zwischen Sprache, Bildern und Dingen, Handlungen und Ereignissen, schließlich zu Übergängen von natürlichen über artistische zu technischen Medien. So findet schließlich die wechselseitige Thematisierung von Medien selbst statt, und Brehmer setzt Medien in Verhältnisse von Gegenstand und Mittel, von Objekt- und Metazeichen.

Der obige Text ist nur ein Fragment bitte hier weiter lesen= http://www.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-sauer.html

· Umberto Eco [Die Kunst der Provokation] Kauft das Kauf
Titel: Umberto Eco+[kauft das kaufen°]+Die Kunst der Provokation+

———————————————————————— Ein genialer Verkäufer

Das System Berlusconi funktioniert in Italien perfekt – und ist nur mit den eigenen Waffen zu schlagen / Von Umberto Eco

(…) Wenn es wahr ist, dass die noch nicht von Berlusconi kontrollierten Medien nur die sowieso schon Überzeugten erreichen und der größte Teil der Öffentlichkeit den ihm hörigen Medien ausgesetzt ist, bleibt nichts anderes übrig, als diese Medien zu ignorieren. Auf ihre Art waren die girotondi bereits ein Element einer neuen Strategie, aber wenn ein oder zwei Umkreisungen von Parlaments- oder Gerichtsgebäuden Aufsehen erregen, wecken tausend Demonstrationen dieser Art nur noch Überdruss. Wenn ich sagen soll, dass die Tagesschau eine Nachricht unterdrückt hat, kann ich das nicht in der Tagesschau sagen. Ich muss auf Taktiken wie das Verteilen von Flugblättern oder Videokassetten zurückgreifen, auf Straßentheater, Tamtam im Internet, Kommunikation über mobile Bildschirme, die an verschiedenen Punkten der Stadt aufgestellt werden, und was sonst noch alles die neue Phantasie des Virtuellen ersinnen mag. Da man die desinformierten Wähler nicht durch die herkömmlichen Medien ansprechen kann, muss man eben neue erfinden. (…)

Bitte den vollständigen Text lesen: http://www.sueddeutsche.de/kultur/ein-genialer-verkaeufer-1.894028

· Max Jacob [Gedichte = „Ein Dichter-Vordenker der Surrealisten“]
Max Jacob

Einige Gedichte aus Le cornet à dés

Deutsch von Johannes Beilharz Die Bettlerin von Neapel

Als ich in Neapel lebte, stand an der Tür meines Palastes eine Bettlerin, der ich stets vor dem Einsteigen in den Wagen Kleingeld zuwarf. Erstaunt, weil nie ein Dank kam, schaute ich die Bettlerin eines Tages an. Als ich sie so betrachtete, sah ich, daß das, was ich für eine Bettlerin gehalten hatte, ein grün angestrichener Holzkasten war, der rote Erde und einige halb verfaulte Bananen enthielt.

(La mendiante de Naples)

Das Opfer Abrahams

Zur Zeit der Hungersnot in Irland sagte ein Anbeter leidenschaftlich zu einer Witwe: »Ein Schnitzel von Euch, meine Göttin!« – »Nein!« sagte die Witwe, »ich möchte diesen Körper, den zu bewundern Sie die Gnade haben, nicht verunstalten.« Aber sie ließ ihren Sohn kommen und schnitt ihm ein schönes blutiges Stück aus der Schnitzelgegend heraus. Behielt der Junge eine Narbe zurück? Ich weiß es nicht; er heulte biblisch, als er ins Schnitzel geschnitten wurde.

(Le sacrifice d’Abraham)

http://www.jbeilharz.de/jacob/cornet.html

· Verteidigung der Gegenwart >DIE ZEIT< Nr.48 (metasynapse im Kontext)
Selbstversöhnung

Verteidigung der Gegenwart

Auch im Internet streiten Deutsche über ihre Vergangenheit. Mit Möllemann und Walser kämpfen sie gegen die Political Correctness der 68er

Von Christian Staas

Ob sich die Deutschen nun tatsächlich mit sich selbst versöhnen, sei dahingestellt – debattenmüde sind sie jedenfalls nicht. In den Online-Foren von Spiegel, Tagesschau und Süddeutscher Zeitung, auf unabhängigen Web-Seiten und bei Anbietern wie freenet.de diskutieren sie über den Umgang mit der deutschen Geschichte, als hätten sie das Thema gerade erst entdeckt. Da geht es um Hohmanns „Tätervolk“-Rede, um das Holocaust-Mahnmal in Berlin und um das geplante Zentrum gegen Vertreibungen. Selbstversöhnung wird, je nach Standpunkt, entweder herbeigewünscht oder befürchtet; die Auseinandersetzung selbst ist unversöhnlich: „Wenn ich Lust auf Diskussionen mit Fundis habe, dann fliege ich zu den Originalschauplätzen in Kandahar.“ – „Ihre Argumentation pegelt sich immer mehr auf Streetgang-Niveau ein.“ – „Lernen Sie erst mal lesen!“

Anhand von zufällig ausgewählten Netzdebatten auf „die Deutschen“ zu schließen, ist natürlich ein Problem. Die wenigen, denen man im Internet beim Streiten zusehen kann, bilden ein undurchschaubares Kollektiv: Sie nennen sich „Baguette“, „metasynapse“ oder „Walhalla2“, sind wahrscheinlich überdurchschnittlich informiert, in der Regel männlich, zwischen 25 und 40 Jahre alt und mitteilungsbedürftiger als der Rest. Repräsentativ sind ihre Gespräche mit Sicherheit nicht. Immerhin aber geben sie einen groben Einblick in den deutschen Selbstfindungsdiskurs, wie er, so oder so ähnlich, auch in WG-Küchen, Kneipen oder zu Hause am Esstisch geführt wird.

(…) Hier bitte weiterlesen:

http://www.zeit.de/2003/48/Internet

DIE ZEIT 20.11.2003 Nr.48

· Selbstbeschränkung – eine unmögliche Notwendigkeit? [Peter Dürr]
Selbstbeschränkung – eine unmögliche Notwendigkeit?

Ökologische Herausforderungen an die Berliner Republik Hans-Peter Dürr

Auftaktveranstaltung der Projektgruppe „Grüne Akademie“ in der Heinrich-Böll-Stiftung am 16./17. Juni in Berlin

(,,,,,,) Die Lebendigkeit auf dem untersten Niveau wird auf Ebene unserer Lebenswelt nicht mehr sichtbar, weil sie ausgemittelt ist. Das ist ungefähr so, wie wenn Sie einen Ameisenhaufen aus großer Entfernung ansehen. Er sieht dann wie ein starrer Kegel aus. Aber wenn Sie näher herangehen, dann sehen Sie, da ist ein Haufen Leben. Doch so genau schauen Sie gar nicht hin. Oder wenn Sie das Leben einer Stadt statistisch betrachten, dann entgeht Ihnen, was mit dem Leben der einzelnen Individuen zu tun hat. Wenn wir also eine große Ansammlung von diesen Wesenheiten (ich will sie absichtlich nicht Teilchen nennen) haben, kommt diese Determiniertheit heraus, die wir aus der „klassischen Physik“ kennen – aber nur im statistischen Mittel. Alles muß dabei gut durchgemischt sein, damit es zu dieser Konsequenz führt. (……..)

http://oeko-net.de/kommune/kommune10-98/b-duerr.htm

· Graffiti-Kongress [Peter Gorson]
Peter Gorsen:

„Graffiti und Art Brut“

(;;;;) Es geht im folgenden nicht darum, Graffiti durch einen Vergleich mit der Kunst der Irren oder der Bildnerei der Geisteskranken zu pathologisieren. Dies wäre heute schon wegen der stattgefundenen Integration des Graffito in die nicht mehr schönen Künste und ihre ästhetischen Grenzüberschreitungen, wie Arbeiten von Fautrier, Mathieu, Wols, Dubuffet, Tapies, Twombly, Penck, Vautier zeigen können, völlig absurd. Außerdem ist das Graffito aus der Vor- und Frühgeschichte der bildenden Kunst nicht wegdenkbar. Es geht im folgenden auch nicht darum, dass eingekerkerte oder hospitalisierte psychotische Menschen in ihrer visuellen Umgebung gelegentlich Graffiti hinterlassen haben und dies bis heute illegal oder legal in eigens vorgesehenen Ateliers und auf kontrollierten Flächen tun. Spontane Kratz- und Kritzel-Graffiti sind in der Art Brut von Gaston Chaissac bis August Walla häufig anzutreffen. Hier wie dort geht es um Direktheit und Schnelligkeit der Ausdrucksübertragung ohne komplizierte, technische Präparation des Untergrundes. Zur Kultur der Grundierung trugen eher ungewollt die Ordnungsbehörden mit ihren Reinigungsprozeduren bei. Viel mehr interessiert uns, ob und wie Graffitisten und Artbrutisten in einer vergleichbaren Position der kulturellen Ausgegrenztheit wirken und kreativ werden. Beide, Graffitisten und Artbrutisten, arbeiten nicht in der Konvention der Stilkunst. Ihre Stiladaptionen sind selektiv und transformativ, wenn man beispielsweise an die Einflüsse der Pop Art denkt, die mehr aus der Ästhetik des Alltagslebens als aus der Kunstgeschichte schöpfte. Graffitisten und Artbrutisten sind durch keinen Kunststil gebunden. Diese Unabhängigkeit und dieses Außenseitertum gilt es zu beleuchten. Jean Dubuffet hat erstmals 1947 zwei Ordnungen in der Kunst festgestellt: Es gibt die gewohnte Kunst (oder die geschliffene) (oder die vollkommene) (sie wurde, je nach der Mode der Zeit, klassische, romantische, barocke Kunst oder wie auch immer getauft, aber es ist immer die gleiche, und es gibt Art Brut, Kunst in der Rohform (die ungezähmt und flüchtig ist wie ein Reh). Verstanden werden darunter Werke von Personen, die unberührt von der kulturellen Kunst geblieben sind, bei denen also Anpassung und Nachahmung gegenüber den Traditionen von Stil und Volkskunst gleichermaßen kaum eine oder gar keine Rolle spielen. Die Autoren dieser Kunst beziehen also alles (Themen, Auswahl der verwendeten Materialien, Mittel der Umsetzung, Rhythmik, zeichnerische Handschrift usw.) aus ihrem eigenen Inneren und nicht aus den Klischees der klassischen Kunst oder der gerade aktuellen Kunstströmung.“

Dubuffet hatte seine intensive Sammeltätigkeit der für Art Brut erkannten Werke in den folgenden Jahren zu einer Kritik am damals inflationären Informell und Tachismus erweitert. Es kam darüber hinaus zu einer prinzipiellen Verurteilung aller institutionalisierten Formen der Kunst und der Kunstmarkt-Kunst, denen er die aus eigenem Antrieb entstandene Art Brut, ein subversives Potential kulturell unabhängiger Phantasien gegenüberstellte. Dubuffet hielt dieses Potential wie überhaupt die Antriebe zum künstlerischen Schaffen nicht für ein Privileg außergewöhnlicher Individuen, sondern sie seien in allen Menschen reichlich vorhanden. Die herrschende Kunstszene sei von anerkannten Mythen, sozialen und kulturellen Leitbildern viel zu sehr konditioniert und verunstaltet. Ziel unseres Unternehmens ist die Suche nach Werken, die dieser Konditionierung so weit wie möglich entgangen sind und aus denen wirklich neue geistige Auffassungen hervorgehen, grundsätzlich verschieden von dem, was wir gewohnt sind. So avancierte die Art Brut zum Modellfall und Vorbild einer gesellschaftlich unangepassten, kulturkritischen bis kulturfeindlichen Einstellung. Dubuffet verbindet mit seinem Playdoyer für die Unangepasstheit ein echtes schöpferisches Bedürfnis (in das sich kein Konkurrenzdenken, kein Streben nach Applaus und sozialem Fortkommen mischt) und das insofern wertvoller erscheint als die Werke von professionellen Künstlern. Die Artbrutisten werden zu Meister(n) der Nichtanpassung par excellence, zu Bannerträger(n) des persönlichen und nicht konditionierten Denkens stilisiert. Die Quelle ihrer Inspirationen, zunächst noch das eigene Innere, wird nun lebensphilosophisch für alle potentiell kreativen Menschen verallgemeinert und Dubuffet macht sich zu ihrem Sprecher: Ich sehne mich nach einer Kunst, die direkt aus unserem gewöhnlichen Leben wächst, einer Kunst, die von diesem gewohnten Leben ausgeht und unmittelbar aus unserem wirklichen Leben und unseren wirklichen Stimmungen strömt.

(:::)

Bitte hier weiterlesen= http://graffiti.netbase.org/kongress/gorsen.htm

· Gesellschaft für operative Kunst [Einführung]
Gesellschaft für operative Kunst

– Zur Einführung –

„Wir haben keine Veranlassung, die Erzeugnisse der Kunst trotz all ihrer Verschiedenartigkeit und ihres spezifischen Charakters aus der Reihe der Dinge herauszugreifen. Die Erzeugnisse der Kunst sind die Instrumente zur Bearbeitung der menschlichen Emotionen. Das Erzeugnis der Kunst ist das Werkzeug für die direkte oder indirekte soziale Handlung.“

Sergej Tretjakov

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Die Gesellschaft für operative Kunst ist ein freier, assoziativer Zusammenschluß von geistigen und gestalterischen Energien und Kräften, denen die Kunst als Präsenten an der Wand und im definierten Kunstraum zu sehr die doppel-moralisch bildungsbürgerliche Attitüde der missverstandenen Macht repräsentiert und ihr desavouierender Nährboden geworden ist. Die eingreifende, operierende künstlerische Erkenntnis und Handlung hingegen in tatsächlichen individuellen und gesellschaftlichen Systemen und Fiktionen ist experimentell eher geeignet gestalterische und reflexive Tätigkeiten zwischen Sinnlichkeit und Reflexion ( die Künste, die Philosophie, der Schamanismus) als konkret heilende Bewußtwerd ung und Konstruktive Vergessens-Seinsweise gleichgewichtig zu integrieren. Das zur Tat gewordene Wort und Bild versucht dabei alle möglichen, un-möglichen und para-möglichen Erkenntnisse sinnlicher und theoreischer Differenzierungen sensibel , sensitiv und surreal in einen Prozeß zu überführen, der in den flutenden und fruchtbaren Strom von realistischen und DaDa-istischen Haltungen mündet. Die Operationen sind dabei Ausdruck, Denk- und Sinnbild eines Dreistromlandes von Theorie, Praxis und Traum, die gemeinsam im Fluß sind – fluktuierende Dialektik. In diesem Zusammenhang beruft sich die „operative Kunst“ auf eine wissenschaftliche, historische, philosophische, anthropologiache und kunstwissenschaftliche Verknüpfung und Assoziation, die u. a. von Goya, Courbet und Morris über Tretjakov, Benjamin, Brecht und Breton zu Duchamp, Beuys, Böhmler, Brehmer und Hiltmann führt ( um hier nur einige Namen anzuführen die in dem von Gunnar F. Gerlach (kunst)historisch, wissenschaftlich-philosophischen Diskurs betont werden). Die Gesellschaft für operative Kunst wurde von Gunnar F. Gerlach als Ergebnis seiner philosophischen und Kunstwissenschaftlichen Arbeiten als Dozent, Kurator, Kritiker, Autor und Performer ( u.a. SOFI) 1998 gegründet. Durch das Zusammentreffen und wirken mit Jörg Stange (artbase, Kunst-Notdienst), dem 1997 verstorbenen Documenta-Künstler und Professors KP Brehmer, sowie die Zusammenarbeit mit dem Beuys-“Bruder“ Henning Christiansen und dem „SPUREN“-Herausgeber (initiiert von Ernst und Carola Bloch; Joseph Beuys), Schanmanismus-Forscher und Filmkünstler Jochen Hiltmann (Prof an der HfbK Hamburg; Vize-Präsident) formte sich der Gedanke einer geistigen und gestalterischen Mobilen-Eingreif-Truppe (MET) . Die konstruktiven Diskussionen und wechselseitigen Anregungen mit dem Philosophen und Musiker Roger Behrens, sowie Gerlachs und Behrens Philosophie-Lehrer , dem Cassirer-Spezialisten Heinz Paetzold, sorgten dann für die offizielle und inoffizielle ( zum Teil auch namenlose) Konkretion der Aktion. Mittlerweile sind die Generationen übergreifenden Kräfte aus Musik, Kunst, Philosophie, Sozialwissenschaft, Film, Theater, Bühnenbild, Design und Literatur in China, Korea, Japan, Frankreich, Island, Österreich, Schweiz, Dänemark, England, Schweden, Bulgarien, Rußland, Nicaragua und den USA als Operateure auf dem Spielfeld (s. „Mash“ von Robert Altman):

„Erwacht das Erz als Posaune, so liegt die Schuld keineswegs an ihm“ Arthur Rimbaud

„Eigentlich bin ich Surrealist“ KP Brehmer“

„Zeichen brauchen Austausch und Austausch braucht Zeichen“

Gunnar F. Gerlach

http://www.operative-kunst.de/einf.html

· „Aufatmen“ -aber: die Verzweiflungen wechseln [Presseerklärung]
Presseerklärung Kultur-/Feuilleton-Redaktion,

Zur Ausstellung mit Performance-Aktionen „Aufatmen – Die Verzweiflungen wechseln…“ laden wir Sie herzlich ein zum Schauen, mit uns sprechen und vielleicht in Ihrem Medium zu berichten.

Die Eröffnung ist am Samstag, den 24. Januar 2004 um 18.00 Uhr im ArToll Kunstlabor, Haus 6 der Rheinischen Kliniken in Bedburg-Hau.

Einführende Worte zum Thema „Identität – Globalisierung – Wahnsinn?“ spricht Herr Gunnar F. Gerlach (Prof. f. philosoph. Ästhetik und Kunstwissenschaft Hamburg), der das themen- gebundene Künstler-Symposium aktiv begleitet (Performance; Katalog).

Der Ausstellungstitel stammt von dem Initiator des Projektes, dem Künstler Uwe Schloen (Wangersen) und bezieht sich auf das mögliche, kurzweilige Glück des Sysiphos im Sinne des französischen Existentialisten Albert Camus. Wennder stetig wieder auf den Berggipfel geschobene Stein wieder zurückrollt:

„Aufatmen“ – aber: die Verzweiflungen wechseln nur, denn wir wissen mit Theodor W. Adorno, daß es kein richtiges Leben im Falschen gibt. Aber auch ein „richtiges Leben“ setzt verbindliche Werte und Normen für die Entscheidungs- und Differenzierungs- fähigkeit voraus. Und so ist der Ort derAusstellung im Rahmen der psychiatrischen Anstalt der Rheinischen Kliniken (Haus 6, ArToll) Herausforderung und Anschauung genug, um mit künstlerischen, musikalischen und philosophisch-literarischen Mitteln nach den Grenzlinien von Richtig und Falsch, Normal und Anormal, Innen und Außen zu forschen. Dies zumal in einer wertelosen (bzw. wertefreien) Zeit des neo-liberalisierten Globalismus (Totalitarismus?).

Geistig krank oder gesund als Entscheidung zu markieren wird zu einer paradoxen Reflektion auf dieser Folie. So rollen die beteiligten Künstler der Stein der Verzweflung als verdrahtete Käfig-Zelle durch den offenen Raum (Dini Thomsen, Anja Middelkoop; beide Holland) oder nehmen ihre tierische Ursprungs-Identität wieder an und reflektieren ihre Geschichte (Corinna Korth, Hamburg in ihrer Mischwesen-Erscheinung zwischen Wolf und Mensch). Erschrecken vor dem eigenen Antlitz und seinen Gesten zwischen Clown und Wahn thematisiert Uwe Schloen: des Menschen Tragik liegt u.a. in der Erkenntnis, daß er sich immer nur „falsch“ herum im Spiegel sehen kann, wie der französische Psychologe und Philosoph Jacques Lacan feststellte. Die Problematisierung der trennenden Linien, Mauern und Grenzen zwischen den Extremen erkunden die malerischen, fotografischen und plastischen Arbeiten von Georg Janthur (Wuppertal), Frank Röseler (Hamburg), Ralf Timm (Hamburg)

und Gudrun Schuster (Bad Kreuznach). Die ästhetisch-psychotische Auslotung des Raumes der Ideen, der Glücksmomente und Verzweiflungen zwischen Wahnwitz und Wahnsinn betreiben Toon Elfrink (Holland) und Gunnar F. Gerlach (Hamburg).

Das Kunst- und Wissenschaftslabor „Aufatmen“ ist für Sie vom 25.-28. 1. zwischen 14.00 und 18.00 Uhr geöffnet. Bei Nachfragen und Interview- od. Material-Wünschen wenden Sie sich bitte an Herrn Schloen (0160/ 72 00 973) od. Herrn Gerlach (0171/ 6476758) bzw. Frau Thomsen(02821/ 811 500). Wir bedanken uns für Ihr Interesse und freuen uns auf Ihren Besuch.

· Wasserturm 25.01 2004
http://www.netzdraht.de/bhh/forum/viewtopic.php?p=2886#2886

· MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04
MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04 ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlich willkommen zu unserem ersten Newsletter im Jahr 2004. Wir möchten Sie besonders auf die Gottesdienstaktion am 21. März 2004 sowie auf die Indienberichte hinweisen. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen, das Team der Wasserkampagne Danuta Sacher und Bernhard Wiesmeier

Die Themen

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: (1) Aktionstag zum Tag des Wassers (2) Weltsozialforum in Mumbai (3) Peoples World Water Movement gegründet (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser (7) Aktuelles JEP-Wasserheft (8) Neue Wasserstudie über RWE (9) Film „Kampf ums Wasser“

Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden:

http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf (1) Aktionstag zum Tag des Wassers ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Die Wasserkampagne von „Brot für die Welt“ hat angeregt, anlässlich des Weltwassertags am 22. März Gottesdienste zum Thema Wasser am Sonntag davor (21. März) durchzuführen. Der Vorschlag ist, in möglichst vielen Kirchengemeinden Wassergottesdienste zu feiern, um auf die zentrale Bedeutung des Wassers in unser aller Leben aufmerksam zu machen und die Forderung nach dem Menschenrecht auf Wasser zu unterstützen. Selbstverständlich sollen auch nochmal viele Postkarten für die Flaschenpost an den Bundeskanzler gesammelt werden. Die Flasche wird rund um Pfingsten 2004 an die Bundesregierung übergeben. Kirchengemeinden und Pfarrer, die einen solchen Gottesdienst planen, können sich bei „Brot für die Welt“ das aktuelle Werkheft Gottesdienste sowie die Texte zur Meditationsfahne „Dürsten nach Gerechtigkeit“ bestellen oder hier weitere Informationen abrufen:

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18085 (2) Weltsozialforum in Mumbai ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

100.000 Menschen kamen in der indischen Metropole zum Weltsozialforum zusammen, um gemeinsam nach Alternativen für die neoliberale Globalisierung zu suchen. Eines der wichtigsten Themen war dabei das Wasser. „Brot für die Welt“ veranstaltete gemeinsam mit FIAN International, dem Council of Canadians und der indischen Partnerorganisation Vikas Adhyayan Kendra einen zweiteiligen Workshop zum Thema Menschenrecht Wasser. Unter anderem äußerte sich der UN-Special Rapporteur for Housing optimistisch, dass der General Comment Nr. 15 (Recht auf Wasser) für viele Menschen von großer Bedeutung sein werde. Mehr Informationen dazu unter= http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17888

(3) Peoples World Water Movement gegründet

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Im Vorfeld des Weltsozialforums fand in New Delhi vom 12. bis 14. Januar 2004 das erste People’s World Water Forum statt. Rund 300 WasseraktivistInnen aus über 60 Ländern berieten dort auf Einladung und unter Mitwirkung namhafter WasseraktivistInnen wie Vandana Shiva, Maude Barlowe und Riccardo Petrella über indigene Wasserrechte, das Menschenrechtskonzept und ökologische und gemeindegestützte Alternativen zur Privatisierung. Die Konferenz konstituierte sich als Peoples World Water Movement und beschloss, den Austausch untereinander künftig zu intensivieren. Ausserdem wurde eine internationale Kampagne gegen den französischen Wasserkonzern Suez und Coca-Cola vereinbart. Als nächster internationaler Höhepunkt sind Aktivitäten im Umfeld desWeltwasserforums in Mexiko 2006 angedacht.

(4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Gemeinsam mit FIAN International führte „Brot für die Welt“ im Vorfeld des Weltsozialforums eine Fact Finding Mission in Indien durch. Insgesamt drei internationale Teams waren im Einsatz, um Fälle zu dokumentieren, bei denen das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird oder bedroht ist. Dabei waren die Teams in den Bundesländern Delhi, Uttar Pradesh, Uttaranchal, Orissa, Tamil Nadu und Kerala im Einsatz. Alle Teams mussten in ihren vorläufigen Berichten feststellen, dass das Menschenrecht auf Wasser auf vielfältige Weise verletzt wurde. In fast allen Fällen fehlte die angemessene Partizipation der Bevölkerung sowie die Transparenz in der Wasserpolitik, wie sie in dem General Comment Nr. 15 vorgesehen ist (vgl. dazu: http://www.menschen-recht-wasser.de/downloads/4_2_un_comment.pdf).

Die Ergebnisse der Mission werden in einem Bericht dokumentiert, der bei der kommenden Sitzung der Menschenrechtskommission in Genf vorgestellt werden soll.

(5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der

Heinrich-Böll-Stiftung

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Am 26./27. März 2004 findet das Dritte Forum über globale Entwicklungspolitik statt. Veranstalter sind „Brot für die Welt“ und die Heinrich-Böll-Stiftung. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Frage „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“. Zu der zweitägigen Veranstaltung werden Beiträge von UN-Experten, Weltbank-Funktionären und VertreterInnen von Partnerorganisationen aus dem Süden erwartet. Die TeilnehmerInnen werden gemeinsam mit den ReferentInnen darüber diskutieren, wie die weltweite Wasserkrise gelöst werden kann und wie dem Menschenrecht auf Wasser weltweit Geltung verschafft werden kann. Nähere Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18159

(6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Auf der letztjährigen Sommeruniversität in Ratzeburg haben die TeilnehmerInnen eine Erklärung zum Schutz der Wasserresourcen verabschiedet. So fordert das „Ratzeburger Manifest“, dass das Gemeingut Wasser ein Gemeingut bleiben muss und wünscht mehr Respekt und Sensibilität für die Welt. Konkret mahnen die Unterzeichner mehr Anstrengungen in der Umweltpädagogik an, um ein vernetzteres und ökologisches Denken zu verbessern. Zu den Unterzeichnern des Manifestes gehören Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, Professor Udo E. Simonis sowie Professor Hans-Rudolf Bork vom Ökologie-Zentrum der Universität Kiel. Nähere Informationen zur Sommeruniversität unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17896

(7) Aktuelles JEP-Wasserheft

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Das Journal für Entwicklungspolitik (JEP) hat seine Ausgabe 19 (4) 2003 dem Wasser gewidmet. Darin finden sich Beiträge zur Situation in Afrika, ein Bericht über den Widerstand gegen die Wasserprivatisierung in Cochabamba sowie eine Analyse indigener Rechte im Zusammenhang mit der Wasserprivatisierung. Das Heft kann für 9,80 Euro bezogen werden bei GVA Gemeinsame Verlagsauslieferung

Postfach 2021, 37010 Göttingen (e-mail: krause@gva-verlage.de)

(8) Neue Wasserstudie über RWE

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Frank Kürschner Pelkmann und KOSA haben eine neue 72-seitige Broschüre über die Rolle der RWE auf dem internationalen Wassermarkt herausgegeben. „Imagine…sauberes Trinkwasser für alle?“ heißt die Publikation, die die Aktivitäten des deutschen Konzerns vornehmlich im Wasserbereich unter die Lupe nimmt. ISBN 3-934645-09-7, Preis 3,50 Euro zzgl. Versandkosten.

KOSA (Koordination Südliches Afrika) hat dazu noch zwei weitere Publikationen zum Thema Wasser und Privatisierung herausgebracht: „Vulamanzi! Beteiligungen privater Unternehmen an öffentlichen Wasserwerken und die Rechte armer Verbraucher“ untersucht die Bezahlbarkeit von Wasserdienstleistungen insbesondere der armen Haushalte und „Das Gold der Zukunft? Nachhaltige Wassernutzung im Südlichen Afrika und in Deutschland“ fasst die Ergebnisse zweier Seminare zum Thema Wasserversorgung zusammen. Nähere Informationen zu diesen Publikationen findens Sie unter

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18086 (9) Film „Kampf ums Wasser“ :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Der Film „Kampf ums Wasser“ zeigt am Beispiel einer Familie in Mozambique , unter welch schwierigen Bedingungen der Alltag gemeistert werden muss, wenn das Wasser knapp wird. Der Film begleitet die Frau auf ihrem verzweifelten Weg, die Wasserversorgung für sich und ihre Familie sicherzustellen, wobei Konflikte nicht ausbleiben. Der Film kann beim evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Bildungsarbeit (EZEF) in Stuttgart ausgeliehen werden: EZEF Kniebisstraße 29 70188 Stuttgart Nähere Informationen zu diesem und anderen Wasser-Filmen finden Sie unter

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18087 Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf

© „Brot für die Welt“ 2003 http://www.brot-fuer-die-welt.de http://www.menschenrechtwasser.de

MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04 :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlich willkommen zu unserem ersten Newsletter im Jahr 2004. Wir möchten Sie besonders auf die Gottesdienstaktion am 21. März 2004 sowie auf die Indienberichte hinweisen. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen, das Team der Wasserkampagne Danuta Sacher und Bernhard Wiesmeier

Die Themen

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: (1) Aktionstag zum Tag des Wassers (2) Weltsozialforum in Mumbai (3) Peoples World Water Movement gegründet (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser (7) Aktuelles JEP-Wasserheft (8) Neue Wasserstudie über RWE (9) Film „Kampf ums Wasser“

Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf (1) Aktionstag zum Tag des Wassers :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Die Wasserkampagne von „Brot für die Welt“ hat angeregt, anlässlich des Weltwassertags am 22. März Gottesdienste zum Thema Wasser am Sonntag davor (21. März) durchzuführen. Der Vorschlag ist, in möglichst vielen Kirchengemeinden Wassergottesdienste zu feiern, um auf die zentrale Bedeutung des Wassers in unser aller Leben aufmerksam zu machen und die Forderung nach dem Menschenrecht auf Wasser zu unterstützen. Selbstverständlich sollen auch nochmal viele Postkarten für die Flaschenpost an den Bundeskanzler gesammelt werden. Die Flasche wird rund um Pfingsten 2004 an die Bundesregierung übergeben. Kirchengemeinden und Pfarrer, die einen solchen Gottesdienst planen, können sich bei „Brot für die Welt“ das aktuelle Werkheft Gottesdienste sowie die Texte zur Meditationsfahne „Dürsten nach Gerechtigkeit“ bestellen oder hier weitere Informationen abrufen: http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18085 (2) Weltsozialforum in Mumbai :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: 100.000 Menschen kamen in der indischen Metropole zum Weltsozialforum zusammen, um gemeinsam nach Alternativen für die neoliberale Globalisierung zu suchen. Eines der wichtigsten Themen war dabei das Wasser. „Brot für die Welt“ veranstaltete gemeinsam mit FIAN International, dem Council of Canadians und der indischen Partnerorganisation Vikas Adhyayan Kendra einen zweiteiligen Workshop zum Thema Menschenrecht Wasser. Unter anderem äußerte sich der UN-Special Rapporteur for Housing optimistisch, dass der General Comment Nr. 15 (Recht auf Wasser) für viele Menschen von großer Bedeutung sein werde. Mehr Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17888 (3) Peoples World Water Movement gegründet :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Im Vorfeld des Weltsozialforums fand in New Delhi vom 12. bis 14. Januar 2004 das erste People’s World Water Forum statt. Rund 300 WasseraktivistInnen aus über 60 Ländern berieten dort auf Einladung und unter Mitwirkung namhafter WasseraktivistInnen wie Vandana Shiva, Maude Barlowe und Riccardo Petrella über indigene Wasserrechte, das Menschenrechtskonzept und ökologische und gemeindegestützte Alternativen zur Privatisierung. Die Konferenz konstituierte sich als Peoples World Water Movement und beschloss, den Austausch untereinander künftig zu intensivieren. Ausserdem wurde eine internationale Kampagne gegen den französischen Wasserkonzern Suez und Coca-Cola vereinbart. Als nächster internationaler Höhepunkt sind Aktivitäten im Umfeld des Weltwasserforums in Mexiko 2006 angedacht. (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Gemeinsam mit FIAN International führte „Brot für die Welt“ im Vorfeld des Weltsozialforums eine Fact Finding Mission in Indien durch. Insgesamt drei internationale Teams waren im Einsatz, um Fälle zu dokumentieren, bei denen das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird oder bedroht ist. Dabei waren die Teams in den Bundesländern Delhi, Uttar Pradesh, Uttaranchal, Orissa, Tamil Nadu und Kerala im Einsatz. Alle Teams mussten in ihren vorläufigen Berichten feststellen, dass das Menschenrecht auf Wasser auf vielfältige Weise verletzt wurde. In fast allen Fällen fehlte die angemessene Partizipation der Bevölkerung sowie die Transparenz in der Wasserpolitik, wie sie in dem General Comment Nr. 15 vorgesehen ist (vgl. dazu: http://www.menschen-recht-wasser.de/downloads/4_2_un_comment.pdf). Die Ergebnisse der Mission werden in einem Bericht dokumentiert, der bei der kommenden Sitzung der Menschenrechtskommission in Genf vorgestellt werden soll. (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Am 26./27. März 2004 findet das Dritte Forum über globale Entwicklungspolitik statt. Veranstalter sind „Brot für die Welt“ und die Heinrich-Böll-Stiftung. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Frage „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“. Zu der zweitägigen Veranstaltung werden Beiträge von UN-Experten, Weltbank-Funktionären und VertreterInnen von Partnerorganisationen aus dem Süden erwartet. Die TeilnehmerInnen werden gemeinsam mit den ReferentInnen darüber diskutieren, wie die weltweite Wasserkrise gelöst werden kann und wie dem Menschenrecht auf Wasser weltweit Geltung verschafft werden kann. Nähere Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18159 (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Auf der letztjährigen Sommeruniversität in Ratzeburg haben die TeilnehmerInnen eine Erklärung zum Schutz der Wasserresourcen verabschiedet. So fordert das „Ratzeburger Manifest“, dass das Gemeingut Wasser ein Gemeingut bleiben muss und wünscht mehr Respekt und Sensibilität für die Welt. Konkret mahnen die Unterzeichner mehr Anstrengungen in der Umweltpädagogik an, um ein vernetzteres und ökologisches Denken zu verbessern. Zu den Unterzeichnern des Manifestes gehören Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, Professor Udo E. Simonis sowie Professor Hans-Rudolf Bork vom Ökologie-Zentrum der Universität Kiel. Nähere Informationen zur Sommeruniversität unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17896 (7) Aktuelles JEP-Wasserheft :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Das Journal für Entwicklungspolitik (JEP) hat seine Ausgabe 19 (4) 2003 dem Wasser gewidmet. Darin finden sich Beiträge zur Situation in Afrika, ein Bericht über den Widerstand gegen die Wasserprivatisierung in Cochabamba sowie eine Analyse indigener Rechte im Zusammenhang mit der Wasserprivatisierung. Das Heft kann für 9,80 Euro bezogen werden bei GVA Gemeinsame Verlagsauslieferung Postfach 2021, 37010 Göttingen (e-mail: krause@gva-verlage.de) (8) Neue Wasserstudie über RWE :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Frank Kürschner Pelkmann und KOSA haben eine neue 72-seitige Broschüre über die Rolle der RWE auf dem internationalen Wassermarkt herausgegeben. „Imagine…sauberes Trinkwasser für alle?“ heißt die Publikation, die die Aktivitäten des deutschen Konzerns vornehmlich im Wasserbereich unter die Lupe nimmt. ISBN 3-934645-09-7, Preis 3,50 Euro zzgl. Versandkosten. KOSA (Koordination Südliches Afrika) hat dazu noch zwei weitere Publikationen zum Thema Wasser und Privatisierung herausgebracht: „Vulamanzi! Beteiligungen privater Unternehmen an öffentlichen Wasserwerken und die Rechte armer Verbraucher“ untersucht die Bezahlbarkeit von Wasserdienstleistungen insbesondere der armen Haushalte und „Das Gold der Zukunft? Nachhaltige Wassernutzung im Südlichen Afrika und in Deutschland“ fasst die Ergebnisse zweier Seminare zum Thema Wasserversorgung zusammen. Nähere Informationen zu diesen Publikationen findens Sie unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18086 (9) Film „Kampf ums Wasser“ :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Der Film „Kampf ums Wasser“ zeigt am Beispiel einer Familie in Mozambique , unter welch schwierigen Bedingungen der Alltag gemeistert werden muss, wenn das Wasser knapp wird. Der Film begleitet die Frau auf ihrem verzweifelten Weg, die Wasserversorgung für sich und ihre Familie sicherzustellen, wobei Konflikte nicht ausbleiben. Der Film kann beim evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Bildungsarbeit (EZEF) in Stuttgart ausgeliehen werden: EZEF Kniebisstraße 29 70188 Stuttgart Nähere Informationen zu diesem und anderen Wasser-Filmen finden Sie unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18087 Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf Datenschutz und Abmelden :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Datenschutz und Abmelden: © „Brot für die Welt“ 2003 http://www.brot-fuer-die-welt.de http://www.menschenrechtwasser.de

· 3. Subversive Utopien, gebrochene Fluchtlinien (Foucault) =Kollektiv-Maske Anonymität
3. Subversive Utopien, gebrochene Fluchtlinien

(…)

Wenn die Anzahl der Entsprechungen zwischen theoretischer und praktischer Auseinandersetzung mit Herrschaftsverhältnissen das verifikative Gewicht einer Analyse ausmacht, so kann das Verschwinden von Künstlerinnen als Potenzial sozialen Wandels angesehen werden. Ästhetische Widerstandsformen reterritorialisieren auf soziale Gefüge, um der Selbstreferentialität zu entfliehen und über ihr Kunst-Sein hinaus zu gehen, und so tendenziell ihre eigene Abschaffung zu betreiben.

Aber Kunst ist nie ein Ziel, sie ist nur ein Mittel, um Lebenslinien zu ziehen, das heißt, all jene Arten des wirklichen Werdens, die nicht einfach in der Kunst zustandekommen, all die aktiven Fluchtbewegungen, die nicht darin bestehen, in die Kunst zu flüchten, sich in die Kunst zurückzuziehen. [166]

Diese Funktion, von Deleuze / Guattari der Kunst als solche zugeschrieben, tritt in ihrer Verbindung mit Wunschmaschinen des sozialen Wandels deutlich hervor, und wird genutzt von der ‚Verschwindenden Meute‘ im Spät-Kapitalismus. Die Mannigfaltigkeit der Meute, so hat Kapitel 2 gezeigt, verfügt über ein hohes affektives Potenzial, welches die Kollektivierung und Anonymisierung durch das Wachstum der Meute voran treibt. Ihre tendenzielle Opposition zu dem in Kapitel 0 geschilderten Stand der Pop-Plateaus beruht auf ihrem grundsätzlich als Störung empfundenen Verhältnis zur Ordnung (sozialer, ökonomischer, ästhetischer et. al.). [167] Ihr Potenzial zur Störung und Opposition liegt in ihrer Entstehung aus der Mitte der Ordnungsgefüge, aus dem stillen Auge ‚Pop‘ des Hurricanes Gesellschaft begründet, und erst in dem Wunsch nach Entgrenzung dieser Ordnungen finden sie ihre oppositionelle Realität und bilden einfache Maschinen aus. (Die Begriffsentlehnung ‚Meute‘ aus der Fauna muss kritisch gesehen um die emotionalen und sozialen Fähigkeiten, welche den Menschen unterscheiden, erweitert werden, um in diesem stark verkürzenden Gebrauch den Irrwegen des biologistischen Determinismus vorzubeugen.)

Deleuze / Guattaris Maschinen der Tausend Plateaus lassen sich an den Rändern sozialer und ästhetischer Schichten finden, an welchen sie aus den Grenzen der Herrschaft ausbrechen, und wo die Spuren ihrer Bewegungen Fluchtlinien erkennen lassen, aber auch deren Auseinanderdriften, Brüche und ihre Richtungswechsel. Es handelt sich bei ihnen um einfache Wunschmaschinen, aus Wunschströmen hervor gegangen, und in der Synthese von Wünschen produziert. Im Falle der Residents und GYBE! wurden und werden sie vorläufig geformt aus Dividuen und Relationen und oszillieren zwischen den Aggregatzuständen Macht und Ohnmacht. Sie lassen die Intensitäten des Ästhetischen strömen, um in verschiedenen Akten des sensorischen und emotionalen overload immer neue Territorien zu erschließen und zu besiedeln, ohne genaue Vorgaben über die Richtungen zu machen, weder durch ihre symbolische Repräsentanz in den kapitalistischen Verwertungszusammenhängen noch in der Konzertsituation.

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Der vorliegende Text kann als Kupplungsversuch angesehen werden, sich dem Strömen auszusetzen und treiben zu lassen, zu testen, ob man in der Tat nicht zweimal in den selben Fluss / Strom steigen kann . . . für kurze Zeit Anteil zu nehmen und zu haben an der Produktion und Gestaltung eigener Wunsch-Räume; kann als Bericht angesehen werden; für eine kurze Strecke auf eine der Maschinen aufgesprungen, sich an den Richtungs- und Geschwindigkeitsreglern zu schaffen gemacht, einen neugierigen Blick in das Logbuch geworfen, von den Bauplänen lediglich das Titelblatt verstanden, und schließlich durch diverse Kollisionen aus der Kanzel geschleudert worden, um die Maschine weiter vorwärts stolpern zu sehen. Staub aus der zerrissenen Hose klopfen, Gedächtnisprotokoll anfertigen. Das Strömen suchen . . .

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Die Erkenntnis, dass die Verlockungen dieser allegorischen Metadiskursivität erst in dem zu analysierenden semantischen quasi-Vakuum entstanden sind trägt dazu bei, beiden Band-Konzepten eine Wirkungsmächtigkeit zuzuschreiben, welche ihre Protagonisten unter Umständen vehement ablehnen würden. Entgegen einer Ablehnung aus Furcht vor der Verantwortung gegenüber möglichen Ergebnissen handelt es sich um den Wunsch, nicht als zentrale Institution definiert zu werden, sondern sich die Flexibilität und nomadische Freiheit der Divergenz zu bewahren, wobei die Vehemenz, mit welcher diese Freiheit eingeklagt wird, zu einem determinierenden Muster verkürzt werden könnte. Die Selbstreferentialität der GYBE!-Interviews als Diskursmuster birgt daher die Prinzipien des Zweifels und des Scheiterns in sich, und legt die daraus entstehenden Dilemmas offen, doch ‚No Logo‘ und ’no easy call to arms‘ werden in einer von widerständigen Bewegungen getragenen Umgebung schnell zu Slogans stilisiert und als verkürzende Sicherungen und Beschreibungen der eigenen Positionen genutzt, ohne jenen diskursinhärenten Selbstzweifel zu übernehmen. Um der Starre einer solchen unerwünschten, da als unproduktiv erachteten, Aneignung vorzubeugen scheint es angebracht, die Fluchtlinien auf die Schichten der dominanten Kultur und der Pop-Plateaus zu richten, um deren divergente Energien frei zu setzen. Dort zeichnen sich die deutlichsten Überlagerungen mit den Schichten der Neuen Sozialen Bewegungen der 1980er und 1990er Jahre ab.

Bei den vorgefundenen Referenzen zur dominanten Kultur handelt es sich in ihren kritischen Varianten um Ablehnungen jener kulturellen und ökonomischen Praxen, welche mit der Sicherung und Forcierung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen ineinsgesetzt werden. Die Nähe zu Foucaults Macht-Diskurs wird weiter unten analysiert, doch zuvor seien verschiedene kritische Interventionen der Cultural Studies erwähnt.

Zu berücksichtigen ist, dass jeder Deterritorialisierung immer eine Reterritorialisierung auf die attackierten oder bereits überwunden geglaubten Verhältnisse innewohnt. (…)

http://www.glocalweb.de/joerg/html/mag/sub1.htm

HauptSeite= http://www.glocalweb.de/joerg/index.htm

Text abgleichen

Weidenallee 10b Der nach Huntington so benannte „Kampf der Kulturen“ (eigentlich „clash of civilizations“) und die bis jetzt undefinierte „Globalisierung“ sind die wohl meist zitierten Termini der Gegenwart. Diesem Thema stellt sich ein bewusst collagierter und gesampelter Abend mit bekannten und honorigen Gestalten der Freunde des Künstlerhauses: der „Kampf der Hoch-Koch-Kulturen“ spielt – den 70er Jahren und unserem Jubiläum gemäß – mit dem Umkehrschlußmodell von Begriff und Gegenwart zwischen „Hochkultur“, „Kochkunst“ (als Medien-Ereignis) und „hochkochen“ als Provokation. Der von Gunnar F.Gerlach und Peter Boué konzipierte Abend ist eine Huldigung an interkulturelle Missverständnisse, Analogien und Möglichkeiten zugleich. Aufgeführt (performed) werden: ein spielerischer DaDalog in Würdigung der bedeutenden geisteswissenschaftlichen Leistungen der Augsburger Puppenkiste, ein brandheisses Video der Hamburger Künstlerin Corinna Korth, z.Zt. Sipendiatin in Frankfurt, zum Thema „Nahrungskonkurrenz“ in Natur und Kultur. Ferner treffen noch einmal der Neutral-Sprecher und Riesling-Promoter Alfred Biolek mit dem Kopf der „Einstürzenden Neubauten“ und Neusprecher einer dunkeltönenden Ästhetik der Gegenwart Blixa Bargeld aufeinander. Durchrissen werden die Lücken des Abends mit der Musik der Gruppe MAO/AM (Multiples Anästesie Orchester / Anarchistisch Martialisch). Die Zusammensetzung wird diesmal sein: neben Gunnar Gerlach selbst (guitar, harm., voc.) die Mehrfachtalente in Kunst und Musik Ferdinand Fux (piano, Technik) und Thomas Rieck (background, indisches Dunkeltuten). Der Titel ihrer Video-Clip-Performance ist schlicht „Der vierte Ton muß weg!“. Dieses wie auch einiges andere an diesem Abend sind Erstaufführungen. http://www.kuenstlerhaushamburg.de

„menage à Trois“
JURO GRAU, SYLVIE RÉNO & SABINE MOHR a disignated heart-head project Teil 1 Hamburg – Berlin – Marseille ERÖFFNUNG Mittwoch, den 14 August 2002, um 19.00 Uhr AUSSTELLUNG vom 15.8-31.8.2002 geöffnet: Mi – Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr art agents gallery Klopstockplatz 9-11 22765 Hamburg gefördert vom Kunstfons Bonn e.V. und der Kulturbehörde Hamburg http://www.heart-head.cu-ba.de

IN GOD WE TRUST – Peter Boué
AUSSTELLUNGSRAUM TAUBENSTRASSE 13 HAMBURG – ST.PAULI http://www.taubenstrasse13.com PRESSEMITTEILLUNG IN GOD WE TRUST Zeichnungen und Schreibmaschinenarbeiten Eröffnung am Donnerstag, den 7. November 2002 um 19 Uhr auch geöffnet: SA und SO, 9. und 10.11. von 15 – 18 Uhr Das LCD-Laufband, auch im Kunstkontext hinlänglich bekannt, dient hier als Matrix für die aktuellen Schreibmaschinenarbeiten. Apodiktisch knapp gehaltene Formulierungen, kurze Sätze und Parolen bilden die Basis einer Ausstellung, in der die ebenfalls präsentierten Zeichnungen zwischen die Zuordnungen flottieren – eine eigene Art Laufband möglicherweise, in der es keinen Anfang und kein Ende zu geben scheint. Zitat: NO RETURN TO LEVEL 1 THRU THIS ACCESS. Zur Ausstellung ist eine Edition geplant.

Kuenstlerhaus
KuenstlerHaus (25) WEIDENALLEE 10 B 20357 HAMBURG TEL 040-4108593 FAX 040-4107112 http://www.kuenstlerhaushamburg.de info@kuenstlerhaushamburg.de PRESSEMITTEILLUNG >1977< Plakate und Einladungskarten zusammengestellt von Jochen Lempert Eröffnung am Freitag, den 8. November 2002 um 20 Uhr Ausstellung 09.11. – 23.11.02 Öffnungszeiten MI – FR 18-20 Uhr / SA – SO 16-18 Uhr Im November 1977 wurde der Grundstein dazu gelegt, was fortan unter „Künstlerhaus Weidenallee“ firmierte. Das jährt sich heute zum 25. Mal, und damit könnte man es Mutter aller Künstlerhäuser nennen, zumindest über alle jene, die heute noch existieren. Das Künstlerhaus als Spezies bezeichnete damals vorrangig die Tatsache, daß künstlerische Arbeit und das Leben mit ihr in einen kommunikativen Zusammenhang gerückt wurden – das sieht heute natürlich etwas anders aus, weil der Luxus der verfügbaren Zeit dahin ist, aber die gemeinsame Arbeit – unbezahlt weil ehrenamtlich – vermittelt sich nach wie vor über die Aktivität des Ausstellungsraumes. Dieser Raum, nunmehr auf ein Drittel der originalen Fläche geschrumpft, ist die spezifische Besonderheit der Weidenallee: von Beginn an finanziert von der Kulturbehörde hat er – mit bis zu zehn Ausstellungen exklusive anderer Veranstaltungen pro Jahr – rückblickend gesehen den gesamten Kosmos zeitgenössischer Kunst gezeigt. Anlaß genug, um jetzt selbst historisch zu werden: >1977< zeigt, zusammengestellt von Jochen Lempert, vorrangig Künstlerplakate aus diesem Jahr. Dieses war auch eine Zeit des Umbruchs: Minimal Art hatte sich durchgesetzt, die Hybride aus Konkreter Kunst und Pop hatten sich erschöpft, Beuys war hochaktuell und andere wie Polke verheissungsvoll, die Wiederkehr der Malerei in den aktuellen Diskurs noch nicht absehbar – und Punk in Deutschland noch nicht recht angekommen. Weiteres originales Material wie Einladungskarten ergänzen die Verortung des Künstlerhauses in diese Zeit wie auch in den Kontext der damals aktuellen Ansprüche an die Kunst. Künstlerhaus-Edition: Innerhalb der Ausstellung wird erstmalig die neue 10-teilige Plakatedition >25 Jahre Künstlerhaus Hamburg< vorgestellt. Die Plakate sind von Peter Boué, Juro Grau, Ole Hagen, Jochen Lempert, Sabine Mohr, Peter Piller, Daniel Richter, Thomas Rieck, Eva Riekehof und Doris Schneider. Wir laden zur Eröffnung herzlich ein.

Harakiri Bonbon
HARAKIRI BONBON 25 Jahre Künstlerhaus Hamburg 25.März – 4.Mai 2003 Kunsthaus Hamburg Eröffnung der Ausstellung am Montag 24.März 2003, um 19.00 Uhr, Kunsthaus Hamburg Begrüßung: Claus Mewes Einführung: Prof. Dr. Uwe M. Schneede http://www.kuenstlerhaushamburg.de

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DEAR SIR…

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***

Rettungsversuch PräOP=+++Wasserturm-Telegramm:: VORruf vorm NACHruf ¡!+++ Gibt es noch Hoffnung ?=Taz vom 11.09.03+++ Die bevorstehende Entkernung des Wasserturms, könnte laut Experten den Einsturz des denkmalgeschützten Gebäudes zur Folge haben+++ +++Die Kritiker des Entkernungsvorhabens versuchen verzweifelt, auf diese realexistierende Gefahr hinzuweisen+++Der zuständige Bezirksamtsleiter, Herr Mantell geht davon aus, das die Bauprüfabtlg. diese Frage geprüft hat, -konnte aber auf Anfrage nicht bestätigen, das das Prozedere auch wirklich geschehen ist+++ Eigentlich ist durch so exponierte unter Denkmalschutz stehende Bauten, wie dieser „historische Wasserturm“ mit seinen „gigantischen Wasser-Tanks“ inkl. Eisenkonstruktion im umbauten Raum, auch der INNERE (!) Bereich, zwingend denkmalgeschützt.+++Für den Bürger ist es völlig intransparent wie diese unzweideutige gesetzliche Festschreibung ausgehebelt werden konnte- bzw. ob es diesbezüglich überhaupt ein Feststellungsverfahren gegeben hat+++Auch die Frage steht im Raum, in wieweit der Denkmalschutz mit dem Bauherren und dem Eigentümer, sich an dieser Stelle als auffällig kooperativ erwiesen hat, bzw. die Denkmalpflege unabhängig, gegengeprüft hat?+++ Eigentlich hätte diese spezielle Frage, auf Senatsebene behandelt werden -dann auch begründet werden müssen+++ Die Frage steht im Raum, ob die Einsturzgefahr (seitens der Behörden und des Investors), aufgrund der fragilen Statik, nach Entkernung des >Eisen-Kerns< billigend in Kauf genommen wird?+++ Der Eigentümer hätte demzufolge ein Gründstück zum „Schnäppchenpreis“ auf dem er NEU (!) bauen könnte?+++ Laut HA vom 11.09.03 käme der Neubau um ein vielfaches günstiger! jst

(…der obere Text, sowie die Bild-Montage=(J. Stange) können unter Nennung des Quell-Codes frei verbreitet werden !)

28.11.2003= +++Aktuell!+++ Dringend !, es werden vorab 2000 Unterschriften gebraucht! Bitte untersützt(en) Sie diesen Rettungsversuch! Hier PDF-Bürgerbegehren mit Unterschriftenliste downloaden= http://www.metasynapse.net (*MöwenPick/Nestle, Meta-Nuke)

Hotelturm umstimmen

Initiative sammelt Unterschriften für Bürgerbegehren gegen Grundstücksverkauf im Schanzen-Park

Eine Bürgerinitiative will in letzter Minute verhindern, dass der Wasserturm im Sternschanzen-Park zu einem Hotel* umgebaut wird. Im Eiltempo will sie 2.000 Unterschriften sammeln, um einen Aufschub für die Hotelpläne zu erwirken. Rund 6.000 Unterschriften sind erforderlich, damit es später zu einem Bürgerbegehren kommen kann.

Zu den Vertrauensleuten des Bürgerbegehrens gehört die Designerin Inga Di Mar, die gleich nach Bekanntwerden des aktuellen Hotel-Plans warnte, die Fassade des Turmes werde einstürzen, wenn die Wasserbecken entfernt würden.

Die Ini, die auch das Innere des Turmes erhalten will, wendet sich speziell gegen den Verkauf von Grundstücken im und am Sternschanzenpark – aus Misstrauen gegen die Investoren und weil das Hotel ohne diese Grundstücke nicht gebaut werden kann. Sie sollen aufgegraben werden, um einen Zugang vom Schanzen-Bahnhof zum Hotel zu schaffen (taz berichtete).

Bedenken, die Investoren könnten den Wasserturm absichtlich einstürzen lassen, um ungehindert bauen zu können, wies Bezirksamtsleiter Jürgen Mantell (SPD) zurück. „Wenn der in sich zusammenfällt, gibt es keine neue Baugenehmigung“, sagte Mantell der taz. Das Park-Grundstück werde nach den Bauarbeiten zugeschüttet und als öffentlicher Park genutzt.

Befürchtungen, der geplante Restaurantanbau innerhalb der Umzäunung des Wasserturms könnte Park-Besucherinnen unverschämten Blicken aussetzen, hält Mantell für unbegründet. Der Anbau werde ebenfalls Richtung Bahngelände weisen. Unterschriftenlisten beim Luna-Teeladen, Bornstr. 20 (beim Abaton) und unter http://www.metasynapse.net

knö
taz Hamburg Nr. 7223 vom 2.12.2003, Seite 22, 57 Zeilen (TAZ-Bericht), knö

http://www.taz.de/pt/2003/12/02/a0251.nf/tex

„unter uns gesagt“ = MöwenPick eine Tochter von Nestle= „und kreischend dreht die Möwe ab“¿?

[Mars und Meer°]+++++

[G8-Proteste] Vevey: Kundgebung der Velokaravane vor Néstle von me – 30.05.2003 17:00

Die Velokaravane aus Bern hat um 14.00 Uhr Vevey erreicht. Zusammen mit einer Velodemo von Lausanne aus haben sie gegen die Machenschaften von Nestlé protestiert. 220 VelofahrerInnen und einige andere Gerährte aus Bern sind um 14.00 Uhr mit den VelofahrerInnen, die von Lausanne her kamen zusammengetroffen. Rund 300 bis 500 Personen haben daraufhin die grosse Kreuzung vor dem Nestlégebäude besetzt und interessanten und aufschlussreichen Reden über die Machenschaften von Nestlé zugehört. Es gab Reden zu Nestlé und den abgelaufenen Nahrungsmittel, die Nestlé neuverpackt in Columbien wiederverkauft hat, zu Mexico, Handel von Kaffee und anderen Lebensmitteln.(siehe z.B. http://www.switzerland.indymedia.org/de/2003/04/7567.shtml – Wie macht Nestlé ihre Milliarden-Gewinne?) Freude bereitete die Info, dass es einigen DemonstrantInnen in Genf gelungen ist, das Gitter an der WTO nieder zu rütteln. Die Kundgebung lief glimpflich ab, Nestlé war gut bewacht. Per Zufall wohl war der Zaun aus schallbretter mit Papier geschützt. Jetzt ist es voller Sprayereien. Wenn der Papierschutz aus ästhetischen Gründen angebracht worden ist, so hat das Ganze nun zudem auch noch an Gehalt gewonnen. Wie alle Aktionen in den letzten Tagen, so war auch diese von einer Unmenge Presse begleitet. ^von Möwen und mehr=

http://lists.indymedia.org/pipermail/imc-germany-print/2003-May/000261.html

Manager-Magazin=

A U G U S T V O N F I N C K Edelmann ohne Fortune (2)

Von Christian Keun

Der freie Bürger und sein Edelmann

(…)So servierte er etwa bei seinem Einstieg in die Schweizer Gastronomie- und Hotelkette Mövenpick kurzerhand das Management ab und bescherte dem Konzern damit eine handfeste Krise. Ähnlich rücksichtslos verfuhr der hochgewachsene Edelmann, den einstige Gefährten als höflich und charmant, aber auch verschroben und zuweilen bösartig charakterisieren, beim endgültigen Abschied vom familiären Bankgeschäft.

Nach anfänglicher Begeisterung ermattete das Interesse des Barons an Merck Finck & Co. zusehends. Immer öfter mied er die mühevolle Kernerarbeit des Tagesgeschäfts. Stattdessen schlich er lieber mit der Flinte durchs Unterholz und inspizierte nach der Jagd die hauseigene Forellenzucht. Mehr und mehr trieb ihn aber auch die Angst vor Fehlentscheidungen um, die ihn als persönlich Haftendem im schlimmsten Fall das gesamte Privatvermögen kosten konnten.

In einer beispiellosen Nacht-und-Nebel-Aktion verscherbelte er schließlich sein Geldhaus im Herbst 1990 für rund 300 Millionen Euro an die britische Barclays Bank. Seinen mithaftenden Gesellschafter Adolf Kracht überging von Finck dabei schlicht: Über so eine Sache könne er doch unmöglich vorher mit dem Portier oder einem Herrn Kracht reden.

Mit dem Geldsack über die Alpen

Mit dem Verkauf habe August von Finck ein für alle Mal aus dem überlangen Schatten seines Vaters heraustreten wollen, vermuten Beobachter das nahe Liegende. Nicht zuletzt aber bildete dieser Schritt den Auftakt für eine gezielte Absetzbewegung in Richtung Schweiz. Nach und nach trennte sich von Finck vom meisten, was hier zu Lande von Wert war: Beteiligungen an der Allianz und der Münchener Rück, der DSK-Bank, dem Stromversorger Isar-Amperwerke, am Ende auch von Löwenbräu.

Die Erlöse investierte er jenseits der Alpen, etwa bei dem Maschinenbauer von Roll, in Alusuisse-Lonza und dem Mischkonzern Oerlikon-Bührle. Dabei trieben ihn eine geradezu krankhafte Furcht vor der „konfiskatorischen Erbschaftsteuer“ wie auch eine wachsende Unzufriedenheit mit der deutschen Politik, die er seit dem Tod seines Freundes Franz Josef Strauß ihres letzten Hoffnungsträgers beraubt sah. Man könne machen, was man wolle, lamentierte der Milliardär einst im kleinen Kreis, wenn der Staat so weitermache, werde er uns alle zum Schluss noch vernichten.

Bitte hier weiterlesen:

http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,280631,00.html

http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,280631-2,00.html

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Brief an den Ersten Bürgermeister=

http://www.netzdraht.de/bhh/forum/viewtopic.php?t=77

aktuell +++ aktuell +++ aktuell +++ = als Wählergemeinschaft bestätigt=

aktuelle Zusammenfassung 25.01 2004 siehe netzdraht=

http://www.netzdraht.de/bhh/forum/viewtopic.php?p=2886#2886

http://www.soswasserturm.de

· Optimale Objekte & Schauen & Kaufen (David Sorgenfrei)

Schauen & Kaufen Neue Arbeiten auf Holz von David Sorgenfrei

am Freitag, 5. Dezember 2003, 20 Uhr

Macher ………… David Sorgenfrei

Verkäufer …….. u.a. D.Sorgenfrei

Beschauer …………………. Sie

Käufer ……………………. Sie

Gast ……………………… Sie

im KÜNSTLERHAUS e i n s e i n s 22549 Hamburg, Lübbersmeyerweg 11 Bus 37 > Joachim Sahling Weg > Bus 1,22,21 > Knabeweg S-Bahn > Klein Flottbek > Bus 21

Ausstellung bis zum 21.Dezember 2003 Öffnung nach Vereinbarung: Gabi Hermsdorf 040- 439 47 51 oder D. Sorgenfrei 040- 69 45 64 37

Im Foyer:David Sorgenfrei

(digitale Bearbeitung=Objekt/Foto (oben): Stilla Seis, Udo Herzog, jst) +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

…………………………………………………………………………………….

Lieber Peter, (Peter Boue, Künstlerhaus Weidenalle) David Sorgenfrei hat mal mit Horst Papenhausen bei Euch in der Weidenallee (unten rechts) im Haus ein Atelier gehabt. Während er früher großformatige Arbeiten gemacht hat – beschäftigt er sich heute mit kleinen „skulpturalen Arbeiten“: als Zeichnung als (auch gemaltes) Bild und Objekt etc…

„Optimale Objekte“ von David Sorgenfrei Zeichnungen, Bilder, Skulpturen, Es sprechen, Eröffnung: Jörg Stange, am 10.10.03 20.oo Uhr, Finissage: Natias Neutert Ausstellung bis 24.10.03 Atelier 50, (G. von Wedingstein), tägl. 16.oo Uhr Samstag 11-14 Uhr, Geschwister-Schollstr. 8a (Hamburg-Eppendorf) Sorgenfrei hat 8 Jahre auf einer spanischen Insel gelebt. Nun lebt David Sorgenfrei wieder in Hamburg. Bekannt wurde seine Arbeit durch die Galerie Barlach und Galerie Stange in den achtziger Jahren… „seine Arbeiten sind heute ganz anders“

***(scans von Zeichnungen folgen) Über einen Freund zu sprechen fällt mir nicht schwer… Auch wenn Jahre getrennter „geosynaptischer Erfahrung“ dazwischen liegen.. Hierdurch gibt es zwar eine Lücke- durch seine Zeit auf der „Insel“ -diese „Lücke“ werden wir noch weiter -durch Gespräche in die Nähe rücken und zu überbrücken suchen Wir sind ja noch…

… Optimale Objekte Der ungemalte Hintergrund in der Zeichnung und Malerei David Sorgenfreis wirkt wie befreit oder imaginär ersetzt durch etwas Unbestimmbares (?) = durch einen Blick hinter die Malerei und ihren reflexiven Raumbegriff?, möglicherweise- an dieser Stelle von der Erfahrung eines Miros geleitet – geht, wie Sorgenfrei in etwa selbst sagt: „eine ambivalente Raumerfahrung aus“ -schon auf der Einladungskarte wird sichtbar, das der beflügelte Eindruck des scheinbar tragenden -durch >ETWAS< überwunden werden will.. Sich so die Zeichnung widerum dem >NICHTS< zu entziehen scheint und als Produkt sich selbst befragt oder genügt? Ja/Nein ? Räume des ANDEREN wovon wir nichts wissen- wo wir nicht wirklich waren? Splitter und Fraktale FORMEN gesprengt durch einen >ZWISCHENFALL< -die nun nach einer anderen – neuen Ordnung streben? Seine Objekte aus bemaltem Styropor besetzen einen anderen Architekturbegriff = und verweisen auf eine Bauweise -wie sie auch als Bauweise in microcosmischen Räumen -in unseren Blutbahnen z.B.-als neu erfundene Krankheit in geheimen Labors entwickelt -oder auch das „wünschenswertere“ -als Heilungsmittel zum genesungsvollen andocken-:: In der Quintessenz= Um zu zerstören oder heilend zu konvertieren- beides ist möglich und wird gemacht… (*mit endogenen Endungen wie künstlich gewachsene Karpilar-Systeme im „Zweiten fluoreszierendem Stadium“, die in den Raum zu fingern scheinen…) Genmaterial mutiert zu kaffkaesten Gesten geronnenen Materials irreversibel einmal in die Welt gesetzt?! Der Künstler als unüberhörbar warnende Kassandrastimme ?, Im Raum ohne Echo… [WIR gestalten ihre Zukunft°] !!!, ein Werbeslogan der Firma Thyssen= ob die Gegenwart & Zukunft so bestellt wurde -danach wird Mensch nicht gefragt.. „Wir machen die Zukunft“… klingt klinisch und zynisch- ganz ohne indikativen Spaß!

Obwohl ja eigentlich die Kunst die Kathedrale ist- sein sollte…oder besser ihre verschiedenen Gattungen: nachdem die Erkenntnis sich durchgesetzt hat -das Gott nur aus Riss und Lücke besteht…. An diese „Leerstelle“ hat man die Technologiegläubigkeit und den Turbokapitalismus gesetzt.. >Wer kauft -ist.<, -also kauft die „operative Kunst“ im Sinne Walter Benjamins, das kaufen……..

Die [FREIHEIT°] ein Mißverständnis- der falsche Schnitt- im Dauerkoma verordneter Willkür -einer scheinbar unentrinnbaren Wirklichkeit= als Regelwerk eines übergeordneten Tittitainement-Injekterats und ihrer politischen u. medialen Erfüllungsgehilfen…

Die [Einladungskarte°] Ein Flügel -assoziativ ein Verweis auf die Nike von Samothrak (?), oder der biblisch gefallene (schwarze) Engel? -erzeichnet im „kryptologischen Restraum“ von Wahrnehmung und einer Fragestellung- die sich dem normatierten Wertekatalog des globalisierten Wahnsinns definitiv entzieht -und verweigert. Um auf metaebenen trinitärer Reflexion und dualistischer Fragestellung- Sinnstiftung sichtbar zu machen ?..

Eigentlich eine Kriminalgeschichte: denkt man an Aristophanis und seine Vögel.. Die >b< [PARABASE°] >/b< die Kegel-Bühne der schon damals anderen ART… die erste politische Bühne in der Theaterlandschaft gewinnt durch philosophische Dialektik und dichterische Hinterfragung der Bauweise -für eine gerechtere lebbarere Welt…,, -mit den Mitteln der Demaskierung von Dummheit, Narzismus, Arroganz, Willkür und Beliebigkeit..

Eine Bühne auch im Heute, die in ihren Grundzügen bestehende Normen der Gleichschaltung und Beliebigkeit aus den Angeln zu heben -als Anspruch auch behaupten darf !.. Ihr IMPETUS:: – als Weg und polivalenter Zielsetzung: eine befreite Wertescala in ethisch und sozial geklärten Bezügen, eine Bühne mit transformierbarer Gestaltungshoheit für alle Bereiche- für ein mehr an Geist und Leben, scheint das treibende, auch im Leben von David Sorgenfrei -seines Kunstbegriffs zu sein… Die Grundfarben Sorgenfrei,s als immerwährende Metapher zu klärender Zustände und Unstand- für einen Ästhetik- und Gesellschaftsbegriff in dem es sich zu leben lohnt…

Der Duktus seines >DENKENS & FÜHLENS< wird zum Surrogat oder besser Transmitterstoff zeichnerischer Bewegung -bis in die Malerei hinein übersetzt -oszilliert weiterhin subtil sichtbar, seine Malweise der achtziger Jahre: die Farbsetzung ist nun radikal reduktioniert und anders -auch flächig eingebracht, – das Pastose abgelöst- durch eine „andere Schrägheit“ in der Feinheit von Bearbeitung. Der Charakter seiner Zeichnungen und Formensprache skulptural transformiert und erweitert durch Schnitt(t)echniken des Scheerenschnitts- für die Gewinnung erweiterter Wahrnehmung: ist erweiterter Raum!, der Dialog zwischen Herz und Hirn scheint im Gleichgewicht stärker akzentuiert.. Die Variablität intuitiv und intellektuell virtuos durchkomponiert::

Eine Zäsur in der Methode:: „Es kommt von hinten nach vorne raus“… wie David sagt.. und …“sein Kopf würde malend in den Fingerspitzen sitzen“….

Ein Widerspruch ?, eher nicht! Eher erotisch im Sinne Andre Bretons.. …“Seinen Intellekt gibt Sorgenfrei nicht vor dem Pinsel ab- sondern er malt ihn mit“… Vor dem Hintergrund des Blauen und des Grauen – im Restgedanken eines revolutionären Nietzsche….

Kopf und Herz sind literarisch und metaphernreich – nicht pragmatisch nur besetzt.. Wer Ihn näher kennt- wird von Beidem in ihm finden- aber nicht im Sinne einer beliebigen l’art pour l’art Auffassung und Haltung- sondern auch von der Erkenntnis getragen- das sich ethisch und sozial etwas bewegen muß… In diesem Zusammenhang möchte ich meinen Freund Gunnar F. Gerlach erwähnen: der mir persönlich nicht nur die Schule von Barbizon, am Beispiel Courbet aufklärerisch in einen anderen und vor allem deutlicheren (kunst)historischen Kontext setzte -der noch heute Gültigkeit und frische besitzt. …

Die Vehemenz seiner früheren Bilder und Haltung, wird eher abgelöst -durch eine Raumauffassung die transformierbar -auch auf andere Gattungen der Künste angelegt ist.. -so mein Eindruck… Der [ungemalte Hintergrund°] ist kein Grund ohne Grund -in gewöhnlichem Sinne, sondern läßt zumindest für mich -unter anderem, unverstellt den Blick frei -auf sein eigenes engagiertes Leben -im zumeist fremdbestimmten Raum.. Als Stichworte seien die berühmte Haynstr. 1 und die „anderen Häuser“ genannt -die er mit Freunden und Freundinnen in vehementer und sugsessiver Gestaltungskraft -der Gewinnsucht und damit der sozialen Kälte abtrotzte – damit es ein bißchen wärmer wurde/wird -näher am richtigen Leben eben..

Im allgemeinen werden Ausstellungen in der Besprechung auf die Farbe, Form und Komposition beschränkt.. das konnte hier kein Anliegen sein… Alle weiteren Einlassungen hier im Raum, -will ich mit einem Zitat von Marcel Duchamp ansprechen: „Die Kunst findet im Kopf des Betrachters statt“….

(Hätte ich diese „Installations-Einstellung“- bereits vorher gesehen- als sozusagen fertiges Produkt, -hätte ich auch den Begriff „skulpturale Feldforschung“ eingebracht oder extra erfunden um näher besprechen zu können…)

In diesem Sinne einen operativen Abend… und Gedankenreichtum und eine „eingreifende Sinnlichkeit“, -wider die Täuschung —ohne Ende…

…“Die Zeichnung befindet sich oben, Malerei befindet sich im Keller …die Bar ist oben geöffnet“ Bitte bedienen sie sich… :: (Rioja) :: Wein aus E und Wasser aus D

(*) Textstelle in der bei der Rede (vor Ort)- improvisierte Gedanken eingewebt wurden -welche bei in Netzstellung unberüchtigt geblieben sind.

Jörg Stange g.f.o.k. © 2003

· Diskurs: Didaktischer Kegel © Dr. Ferdinand Herget 2003
© Dr. Ferdinand Herget 2003

Der folgende Text ist das unkorrigierte Manuskript des Vortrages. Zitation nur mit Quellenangabe erlaubt. Einsichtiges Lernen und Unterrichtsmethoden Einleitung Seit gut 80 Jahren belegen viele empirische Untersuchungen, daß Schülerinnen und Schüler sehr häufig träges Wissen erwerben. Sie lernen die Inhalte nur auswendig und scheitern beim Transfer des Wissens auf neue Situationen. Sie kennen die Regel, aber verstehen nicht, was sie bedeutet: Ihr Wissen ist nicht lebendig. Warum ist das so? Wessels schreibt dazu: In der Didaktik »… ist ein überaus wichtiger Aspekt von Unterricht außer Acht gelassen worden, nämlich der des Lernens. … Es soll gelernt werden, aber wie das Lernen im Unterricht stattfindet, das wird in keiner Didaktik ausgeführt.« Werden reale Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern nur am Rande berücksichtigt, eröffnen sich jeder pädagogisch-didaktischen oder methodischen Planung unbegrenzte Horizonte und zwar unabhängig davon, was im Kopf des Schülers tatsächlich passiert.(1) Wer nicht blind planen will, sollte wissen 1. wie Schüler und Schülerinnen lebendiges, also einsichtiges Wissen erwerben und 2. wie der Unterricht den Erwerb lebendigen Wissens anregen und fördern kann. Hierzu kann die Gestaltpsychologie m.E. wichtige Beiträge liefern. Im ersten Teil stelle ich das derzeit übliche Unterrichtsverfahren des gelenkten Unterrichts dar. Der zweite Teil entfaltet die gestaltpsychologischen Prinzipien des produktiven Denkens, soweit sie für die Unterrichtspraxis bedeutsam sind. Im dritten Teil stelle ich die Folgen für die Organisation des Unterrichts dar. Im vierten Teil formuliere ich einige weiterführende Forschungsfragen. Ich beginne den Gepflogenheiten folgend mit Teil 1: 1. Der ‚gelenkte Unterricht‘ als Standardmethode Der ‚gelenkte Unterricht‘ ist das noch heute weithin gebräuchliche Unterrichtsverfahren, auch wenn sein Gewand moderner geworden ist. Sein Kennzeichen ist der anweisungsgesteuerte Dreischritt »Vormachen – Nachmachen – Wiederholen«. Er geht wesentlich auf den Lernbegriff Johann Friedrich Herbarts (+1841) und die daraus abgeleitete Formalstufenlehre zurück. Herbart erklärt Lernen als das assoziative Verknüpfen von Elementen auf Grund oftmaliger Wiederholung. Das Unterrichten ist daher ein vom Lehrer gesteuerten Verknüpfungsprozeß von Wissenselementen. Dabei gibt der Lehrer zuerst die neuen Elemente anschaulich vor, damit sie im Bewußtsein des Schülers präsent sind. Dann hält der Lehrer die Elemente so lange im Schülerbewußtsein, bis die Elemente sich verknüpft haben. Schließlich festigt der Lehrer die Verknüpfung, indem er die Schüler mehrere Aufgaben gleichen Typs bearbeiten läßt. Der Unterricht verläuft linear in zeitlich und inhaltlich fest definierten Schritten ab. Max Wertheimer hat im produktiven Denken dieses Verfahrens dokumentiert und seine Auswirkungen auf Schüler dargestellt. Kritisch ist zum gelenkten Unterricht zu sagen: 1. Die drillmäßige Gewöhnung an ein Lösungsverfahren führt zur Rigidisierung des Denkens, also zu trägem Wissen. 2. Die Konzentration auf Elemente stört das Erfassen von Sinnzusammenhängen und behindert so das Gewinnen von Einsichten. 3. Die weitgehende Abhängigkeit von den Anweisungen des Lehrers blockiert das eigenverantwortliche Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der nahezu vollkommenen organisatorischen Beherrschbarkeit des Unterrichts und der generalstabsmäßigen Planbarkeit der Vermittlungsdauer des Stoffes. Ein solches Modell entspricht daher vor allem den Bedürfnissen einer planwirtschaftlich denkenden Schulverwaltung. 1. Die gestaltpsychologische Lehre vom produktiven Denken Aus gestaltpsychologischer Sicht ist Lernen ein Sonderfall des produktiven Denkens. Sowohl das produktive Denken wie das Lernen bezwecken den Erwerb lebendigen oder einsichtigen Wissens. Im Unterschied zum produktiven Denken ist Lernen das individuelle Nacherfinden bereits gewonnener Erkenntnisse. Produktives Denken ist ein Problemlöseprozeß, bei dem der Denkende 1. wesentliche strukturelle Zusammenhänge erstmals entdeckt und 2. weiß, warum dies die wesentlichen sachlichen Bezüge sind, also Einsichten gewinnt. Im folgenden skizziere ich einige für die Unterrichtsorganisation wichtige Komponenten des produktiven Denkens, nämlich 1. die dynamisch wirksamen Faktoren, die 2. Operationen des Denkens und 3. die heuristischen Methoden Dunckers als Strategien zur Durchdringung von Problemsituationen. 1. Ziel/Aufgabe, Material und Lösungsablauf als dynamisch wirksame Faktoren in Problemlöseprozessen Das produktive Denken bewegt sich im allgemeinen um die drei Pole Ziel/Aufgabe, Material und Lösungsablauf: 1. das Ziel und die Aufgabe: Das Ziel ist, was man erkennen, erreichen, wissen oder verwirklichen will. Die Aufgabe oder das Aufgabenspektrum sind die aus dem Ziel abgeleiteten Forderungen, die aufzeigen, was zu tun ist, um das Ziel zu erreichen. 2. das Material: Das Material ist alles, was Gegenstand des Tuns aufgrund der Forderungen der Aufgabe werden muß. 3. der Lösungsablauf: Beim Lösungsablauf werden Inhalt und Abfolge der einzelnen Lösungsschritte geplant, realisiert und mit der Aufgabe abgeglichen. Zentral für das produktive Denken ist seine aufgaben- und problembezogene Arbeitsweise. Es bewegt sich nichtlinear und dynamisch zwischen Aufgabe, Material und Lösungsablauf hin und her. Das Denken schreitet von oben nach unten, von der Klärung der Aufgabe, des Materials und des Lösungsablaufs die einzelnen Stufen bis zur Lösung hinab. Aber auf jeder Stufe kann sich ein Problem auftun: Das Verständnis der Aufgabe, des Materials oder des Lösungsablaufs kann unzureichend sein. Dann wechselt das Denken nach oben zur Aufgabe zurück und versucht unter erneuter Abklärung ihrer Forderungen, das Problem zu bewältigen. Das Denken verändert so beim Lösen von Problemen häufig die Richtung, um die Forderungen der Aufgabe an das Material, die Eigenschaften der Mittel und Verfahren und den Ablauf des Lösungsprozesses wiederholt zu kontrollieren. 1. Die Operationen des Denkens als strukturelle Veränderungen des Gegebenen Beim Problemlösen vollziehen sich strukturelle Änderungen am Gegebenen, die sogenannten Operationen des Denkens. Diese phänomenalen Eigenbewegungen der Sache sind nicht vom Denkenden machbar. Ich nenne hier nur zwei, die Zentrierung/Umzentrierung und den Funktionswechsel: – Zentrierung/Umzentrierung: Zentrierung bezeichnet die Auffassung einer Gesamtlage nach bestimmten Schwerpunkten. Die Zentrierung bestimmt das Eigenschaftsrelief einer Situation. Bei der Umzentrierung wird die Sachlage unter einem neuen Gesichtspunkt ins Auge gefaßt. Meist wandelt sich dabei das Eigenschaftsprofil der Sachlage grundlegend. Beispiele für Umzentrierungen sind — der Wechsel vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild. — der Wechsel von der DM zum Euro. – Funktionswechsel: Teile üben in einem Ganzen und für das Ganze bestimmte Funktionen (Aufgaben) aus. Gehen Teile in ein neues Ganzes ein, übernehmen sie oftmals völlig neue Funktionen. Das Umfunktionieren findet sich in unterschiedlichsten Bereichen: Z.B. beim Gebrauch eines Buches als Briefbeschwerer oder beim Wort »persona« vom bühnentechnischen (Maske) zum philosophisch-theologischen terminus technicus (Person). 1. Problemelösetechniken: Die ‚heuristischen Methoden‘ Dunckers als Strategien zur Durchdringung von Problemsituationen Das Problemlösen kann durch sogenannte ‚heuristische Methoden‘, wie sie etwa Karl Duncker beschrieben hat, unterstützt werden. Die heuristischen Methoden befreien den Denkenden von Fixierungen auf die Sachlage und erleichtern ihm u.U., Lösungswege zu finden. Der Denkende versucht sich gewissermaßen einen neuen Überblick über die Sachlage zu verschaffen. Duncker unterscheidet die Zielanalyse, die der Klärung der Aufgabe dient, und die Situationsanalyse, die – als Konfliktanalyse fragt, warum eine Lösung derzeit unmöglich ist, – als Materialanalyse nach geeigneten Mitteln zur Lösung sucht und – als Verfahrensanalyse die Abfolge der Lösungsschritte klären will. Zusammenfassung: Vor allem drei Merkmale des Problemlösens sind bedeutsam 1. die zielbezogene, dynamische und variable Arbeitsweise des Denkens 2. die phänomenale Eigenbewegung der Sache und 3. die Förderung des Problemlösens durch den aktiven Umgang mit dem Problem. Alle drei Aspekte sind für die Organisation des Unterrichts maßgeblich. 1. Einsichtiges Lernen und die Organisation des Unterrichts Aufgabe der Organisation des Unterrichts ist es, Schülerinnen und Schüler zum einsichtigen Lernen anzuregen. »Organisation des Unterrichts« bezeichnet die Gestaltung der Lehr/Lernprozesse durch die Strukturierung des Lernstoffes, durch die Verwendung von Erarbeitungs- und von Interaktionsformen. Auf gestaltpsychologischer Grundlage erwächst – im Vergleich zum gelenkten Unterricht – daraus ein völlig neues Verständnis der Unterrichtsorganisation. Sie soll Verstehensprozesse anregen und fördern und nicht lenken oder gar machen. Daher determinieren die Denkprozesse der Schülerinnen und Schüler die Organisation des Unterrichts und nicht umgekehrt. Im folgenden werde ich zuerst wesentliche Komponenten des Unterrichts darstellen und dann im didaktischen Kegel den Zusammenhang zwischen diesen Komponenten und den genannten Komponenten des Problemlösens aufzeigen. Generell sind drei Komponenten für die Unterrichtsorganisation wesentlich: 1. der Lerninhalt 2. der Stundenverlauf und 3. die die Erarbeitung und die Interaktion organisierenden Maßnahmen. 1. Der Lerninhalt und seine Strukturierung Die inhaltliche Gestaltung umfaßt vor allem die Auswahl und Strukturierung des Lernstoffs. Ihre Ziele sind u.a. den Stoff für den Schüler geistig faßbar zu machen und den Stoff so zu gestalten, daß Schüler darin eine Aufgabe entdecken können. 1. Die Auswahl des Stoffes ist in der Regel durch den Lehrplan festgelegt. 2. Die Strukturierung des Lernstoffes dagegen liegt in der Hand des Lehrers. Die Strukturierung umfaßt u.a. die Aspekte der Komplexität, des Abstraktionsgrades und der Anmutungsweise des Inhalts: – Komplexität bezeichnet die strukturelle Dimensionalität des Stoffes, also die Vielfalt der Hierarchieebenen, der Teile und ihrer Funktionen. Je mehr Gesichtspunkte miteinander verwoben sind, desto komplexer ist der Lernstoff. Beispielsweise stellen moralische Dilemma-Aufgaben sehr komplexe Gebilde dar, weil sie sich unter sich ausschließenden Strukturgesetzen ordnen lassen. – Abstraktionsgrad meint das graduelle Absehen von Besonderem und Hinwenden zu Allgemeinerem. So kann die Frage nach dem Verbot des Lügens anhand eines konkreten Beispiels oder anhand des kategorischen Imperativs von Kant behandelt werden. – Anmutungsweise bezeichnet die Wirkung eines Inhalts auf den Schüler. Ein Sachverhalt kann als interessant, abstoßend, langweilig, bereits bekannt usw. erlebt werden. Die Anmutungsweise stellt für einen Schüler oft ein bedeutendes Hindernis dar, sich mit der wirklichen Struktur der Sache zu beschäftigen. 3. Variabilität-Konstanz: Die Umwandlung eines problemarmen in ein problemhaltiges Feld, das Schüler zum Mitdenken anregt, basiert im allgemeinen auf dem Erfassen einer Abweichung (Variabilität) von einer Konstanten. Sie ermöglicht den für jedes Denken grundlegenden Vorgang des Vergleichens und des Feststellens einer bislang unerklärten Veränderung. Das Vorbereiten einer Variabilität-Konstanz-Situation ist heikel, weil die Lehrkraft – in gestaltpsychologischer Diktion – das Nullniveau des Bezugssystems des Schülers vorwegnehmen muß, um von dorther eine Variation festzulegen. (Beispiel) 1. Der Stundenverlauf und der Denkfortschritt der Schüler Die geistige Auseinandersetzung mit dem Lernstoff bestimmt den Verlauf einer Unterrichtsstunde. Die Fragen und Probleme der Schüler und ihre Zugangsweise zum Lerninhalt bestimmen, was in einer Schulstunde geschieht. Deshalb ist der Stundenablauf variabel und nicht völlig planbar. Um die Denkprozesse trotzdem sachgerecht anzuregen, muß die Lehrkraft den aktuellen Verlauf der Denkprozesse der Schüler anhand ihrer Äußerungen und Handlungen beobachten und beschreiben können. Heuristisches Mittel dafür können die Komponenten eines Problemlöseprozesses sein. Der Unterrichtsverlauf kann so unter den Gesichtspunkten – der dynamischen Komponenten, also Ziel/Aufgabe, Material, Lösungsablauf – der Operationen des Denkens, also des strukturellen Gegebenseins der Inhalte beim Schüler und – der heuristischen Methoden analysiert und geklärt werden. 1. Die organisierenden Mittel: Sozial- und Handlungsformen Die dritte Komponente des Unterrichts sind die organisierenden Mittel, die die Erarbeitung der Inhalte und die Interaktion der am Unterricht beteiligten Personen regeln. Dazu zählen die sogenannten Sozial- und Handlungsformen: – Sozialformen bezeichnen die Interaktionsformen zwischen Lehrern und Schülern und Schülern untereinander. Dazu zählen z.B. der Frontalunterricht, die Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit oder das Unterrichtsgespräch. – Handlungsformen heißen nach bestimmten Regeln durchgeführte Lernsequenzen im Unterricht. Sie beschreiben die Art und Weise, wie die Inhalte erarbeitet werden. Dazu zählen Vortrag, Diskurs, Problemerarbeitung, Aufgabenformulierung usw. Eine Lehrkraft hat im Sinne des demokratischen Verfahrens von Kurt Lewin vor allem beratende Funktion. Die Art und Weise der Beratung wirkt sich auch auf die Denkprozesse von Schülern aus. So können Fragen die Aufmerksamkeit von Schülern in angemessener oder unangemessener Form lenken. Ähnliches gilt für die Organisation der Zusammenarbeit der Schüler. Wie lassen sich die genannten Komponenten des produktiven Denkens und die Komponenten des Unterrichts miteinander verbinden? 1. Der ‚didaktische Kegel‘: Zur Koordination von Lernprozessen und Organisation des Unterrichts Im folgenden wird der Zusammenhang zwischen einsichtigem Lernen und didaktischer Organisation formalisiert und im didaktischen Kegel dargestellt. Zweck dieser Formalisierung ist einerseits, auf weiterführende denkpsychologische und unterrichtsmethodische Forschungsfragen aufmerksam zu machen. Andererseits kann dies ein Instrument für die Hand des Lehrers sein, das ihm eine präzisere Beurteilung der Denkfortschritte eines Schülers ermöglicht. Die aus der gestalttheoretischen Analyse produktiven Denkens und der didaktischen Beschreibung der Organisation des Unterrichts gewonnenen Faktoren sind hierarchisch und funktional aufeinander bezogen. Sie werden hier in einem siebenstufigen didaktischen Kegel angeordnet (s.Abb.: 2): 1. Denkinhalt: Der Denkinhalt ist das, was Gegenstand des Denkens ist, also die Ziel/Aufgabe, das Material und der Lösungsverlauf. 2. Denkziel: Das Denkziel ist das, was im Hinblick auf den Denkinhalt erreicht werden soll, nämlich das Erfassen des Strukturgesetzes (des Sinnes eines Ganzen), das Analysieren der Struktur (Teil-Teil-und Teil-Ganzes-Beziehungen), der Vergleich mit einer anderen Struktur oder das Erzeugen einer neuer Struktur. 3. Operationen des Denkens: Die Denkoperationen sind Wandlungen am Gegebenen, also die phänomenalen Veränderungen des Denkinhaltes, z.B. das Umzentrieren. 4. Heuristische Fragen: Der eben genannte Wandlungsprozeß kann durch Problemlösetechniken unterstützt werden. 5. Handlungsformen: Die Handlungsformen legen fest, wie der Stoff erarbeitet wird. 6. Sozialformen: Die Sozialformen bestimmen die Zusammenarbeit zwischen Schülern oder zwischen Schülern und Lehrern. 7. Strukturierung des Stoffes: Der Lernstoff ist so zu gestalten, daß er das produktive Denken anregt. Dazu sind Komplexität, Abstraktionsgrad und Anmutungsweise zu berücksichtigen. Jede Stufe ist horizontal in verschiedene, inhaltlich definierte Komponenten eingeteilt (s.Abb.: 3). Zwischen den Stufen des Kegels herrscht ein dynamisch-hierarchisches Verhältnis im Sinne von Forderung und Erfüllung. Die Stufen des Denkinhalts, der Denkziele und der Denkoperationen laufen im Schüler ab und sind nur erkennbar, wenn ein Schüler sie benennt oder darstellt. Daraus, wie der Denkinhalt gegeben ist, etwa das Verständnis der Aufgabe, leiten sich Forderungen an die Denkziele ab im Hinblick auf das präzisere Erfassen der Struktur oder das bessere Erfassen des Strukturgesetzes. Diesem sind Denkoperationen zugeordnet, also jene Veränderungen, die der Gegenstand im Laufe seiner geistigen Durchdringung erfährt. Das Eindringen in den Sachverhalt, das Erfassen des Strukturgesetzes und der Struktur kann durch heuristische gefördert werden. Hat ein Schüler das Lernen gelernt, wird er mit diesen Fragen selbständig arbeiten. Sie können auch vom Lehrer gestellt werden. Den jeweiligen Denkzielen können entweder vom Lehrer oder Schüler spezifische Handlungsformen zugeordnet werden. Dazu zählen u.a. das Erzählen, das Vortragen, der Diskurs, aber auch die Meditation oder das Spielen. Muß sich der Schüler in seinem Denken auf den Sachverhalt einspielen, können meditative Verfahren oder Formen der Bildbetrachtung wichtig sein. Ist die Struktur zu klären, werden Handlungsformen gewählt, die das Strukturieren in den Mittelpunkt stellen, etwa der Diskurs, der Vortrag oder das Erzählen. Sind Schüler geübt, können sie die Handlungsformen selbständig wählen. Den Handlungsformen können nun sachlich gebotene Sozialformen zugeordnet werden: Es ist klar, daß die meditative Betrachtung vor allem eine Aufgabe des Einzelnen ist, während der Diskurs eine Gruppe voraussetzt. Die Strukturierung des Stoffes hinsichtlich seiner Komplexität, etwa der Anzahl der Hierarchieebenen, oder seines Abstraktionsgrades, z.B. lebenspraktische Problemdarstellung, ist im Hinblick z.B. auf die Forderungen der Analyse des Materials vorzunehmen. Sind Schüler in der Materialanalyse geübter, kann z.B. die Komplexität des Materials erhöht werden, sind sie weniger geübt, dann kann sie verringert werden. Jeder Ebene des didaktischen Kegels können Leitfragen zugeordnet werden, die der Analyse der Denkergebnisse und Denkschwierigkeiten dienen (s. Tabelle I). Ebene Leitfrage Denkinhalt Was bedenkt der Schüler gerade? Erarbeitet er die Aufgabe, das Material oder den Lösungsablauf? Denkziel Was muß er im Hinblick auf den Denkinhalt leisten? Ist ihm die Aufgabe klar? Hat er deren Sinn erfaßt? Stimmt die von ihm beschriebene Struktur mit der Struktur der Sache überein? Muß er eine neue Zielstruktur entwickeln? Kann er die Zielstruktur mit der Materialstruktur vergleichen und so mögliche Lücken entdecken? Operationen des Denkens Wie strukturiert er den Denkinhalt? Wie zentriert, gliedert usw. er die Sachlage? Heuristische Fragen Welche Problemlösetechniken setzt er ein, welche sollte er einsetzen? Sozialformen Welche Formen der Zusammen- oder Einzelarbeit sind jetzt angemessen. Wie sollten Schüler und Lehrer jetzt zusammenarbeiten? Ist z.B. ein Klassengespräch besser, um eine Aufgabenstellung zu entdecken? Handlungsformen Welche Handlungsformen können die Klärung der Denkinhalte unterstützen? Ist z.B. eine fragende oder darbietende Arbeitsphase notwendig. Strukturierung des Stoffes Wie komplex ist der Stoff? Welche Teile und Funktionen erfaßt ein Schüler, welche Hierarchieebenen? Wie wirkt der Stoff auf den Schüler? Der Zusammenhang zwischen den Leitfragen und den Ebenen des didaktischen Kegels verdeutlicht, daß auch intrapsychische Prozesse durch genaue Beobachtung der Schüleräußerungen und des Schülerverhaltens hinreichend genau erschlossen werden können, um den Unterricht schüler- und sachangemessen organisieren zu können. 1. Ausblick: Forschungsfragen Der hier vorgestellte didaktische Kegel ist bislang nur ein heuristisches Modell, das den Zusammenhang zwischen Unterrichtsorganisation und den Prozessen des einsichtigen Lernens zu formalisieren versucht. Er kann verdeutlichen, daß die Anregung einsichtigen Lernens eine komplexere Aufgabe ist als es das bloße Vermitteln von Merkstoff darstellt. Ich bin mir bewußt, daß bislang emotionale und volitonale Faktoren hier noch nicht integriert wurden. Das ist weiterer Forschungsarbeit vorbehalten. Erlauben Sie mir die Formulierung einiger künftiger Aufgaben und Forschungsfragen. – Lehrer sollten befähigt werden, die Gesetzmäßigkeiten des produktiven Denkens auf die Unterrichtsplanung anzuwenden. Das setzt die systematische Ausbildung von Lehramtsanwärtern in den Bereichen des Problemlösens, der Problemlösetechniken und der Analyse von Denkprozessen voraus. Dafür wären Curricula zu entwickeln. – Die Beobachtung und Analyse der Denkprozesse von Schülerinnen und Schüler gehört zu den wesentlichen Aufgaben eines Lehrers. Besonders schwierig ist dabei die Unterscheidung von Gesagtem und Gemeintem. Schüler behelfen sich oft mit ungenauen Umschreibungen, weil ihnen die Fachsprache fehlt. Das macht es schwierig, den sachlichen Gehalt ihrer Aussagen richtig zu beurteilen. Das richtige Deuten von Schüleräußerungen wird bislang in der Lehrerbildung nur sporadisch geübt. Dafür Kriterien und Techniken zu entwickeln, wäre eine wichtige Aufgabe der Unterrichtsforschung und der Psychologie. Nur hinzuweisen ist hier darauf, daß bislang das Verhalten von Schülern beobachtet wird, um Rückschlüsse auf Denkprozesse zu ziehen. — Hier kann vor allem die Erforschung von Bezugssystemen besondere Bedeutung erlangen. Sinnvoll wäre es unter formaler Perspektive, die Lehre von den Bezugssystemen unter dem Aspekt der kognitiven Entwicklung auszubauen und zu vertiefen. In gleicher Weise verdiente die materiale, also inhaltliche Erforschung der Bezugssysteme von Kindern und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit. Die bislang aus dem Bereich der Strukturtheorie vorgelegten Stufenmodelle scheinen – wenn man z.B. die Bereiche der Moralentwicklung oder der religiösen Entwicklung anschaut – weniger von den inneren Möglichkeiten des Heranwachsenden gedacht als von der Norm eines augenblicklich vorherrschenden Menschenbildes. – Eine wesentliche Aufgabe einer Lehrkraft ist es, das Interesse von Schülern für eine Sache zu wecken, also »Varibilität-Konstanz-Situationen« zu erzeugen bzw. ein problemarmes in ein problemhaltiges Feld zu verwandeln. Bislang gibt es dafür vor allem die pädagogischen Experten geläufigen Vorschläge wie die von Martin Wagenschein, Friedrich Copei oder Maria Montessori. Im Grunde haben ihre Hinweise die universitäre Lehrerbildung nur begrenzt erreicht. Das liegt einerseits daran, daß eine Systematisierung und Erforschung der hier zugrundeliegenden psychischen Gesetzmäßigkeiten und ihre Beziehungen zur Organisation des Stoffes nocht nicht hinreichend geklärt sind. Andererseits befassen sich diese Vorschläge mit wenigen Ausnahmen mit naturwissenschaftlichen Fächern. Vergleichbare Überlegungen sollten für geisteswissenschaftliche Fächer wie Deutsch, Geschichte, Religion oder Philosophie oder für berufspraktische Fächer an beruflichen Schulen erstellt werden. Die Gestaltpsychologie kann m.E. wichtige Beiträge zur Verbesserung der Lehr/Lernprozesse liefern. Vor allem die Befunde ihres ureigensten Gebietes, der Erforschung des produktiven Denkens, könnten helfen, die Lernprozesse bei Schülern besser zu verstehen. Das scheint mir unverzichtbar, um das bei uns derzeit so heftig kritisierte Lernen in der Schule auf einer substantiellen Ebene zu verbessern. Sie darauf hinzuweisen und anzuregen, Forschungskapazitäten dafür zur Verfügung zu stellen, wäre eine der schönsten Früchte meines Vortrags. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. Einsichtiges Lernen und Unterrichtsmethoden 1 Einleitung 1 1 Der ‚gelenkte Unterricht‘ als Standardmethode 2 2 Die gestaltpsychologische Lehre vom produktiven Denken 3 2.1 Ziel/Aufgabe, Material und Lösungsablauf als dynamisch wirksame Faktoren in Problemlöseprozessen 3 2.2 Die Operationen des Denkens als strukturelle Veränderungen des Gegebenen 4 2.3 Problemelösetechniken: Die ‚heuristischen Methoden‘ Dunckers als Strategien zur Durchdringung von Problemsituationen 5 3 Einsichtiges Lernen und die Organisation des Unterrichts 6 3.1 Der Lerninhalt und seine Strukturierung 6 3.2 Der Stundenverlauf und der Denkfortschritt der Schüler 7 3.3 Die organisierenden Mittel: Sozial- und Handlungsformen 8 3.4 Der ‚didaktische Kegel‘: Zur Koordination von Lernprozessen und Organisation des Unterrichts 8 4 Ausblick: Forschungsfragen 12 1. Man wäre fast versucht zu sagen: »Die Schule würde wunderbar funktionieren, wenn es bloß die Schüler nicht gäbe.« Vollständiger Text= http://www.einsichtiges-lernen.de/x3.htm

· Kunst-Platzen
.. und vor allem für Menschen die nicht unbedingt „KÜNSTLER,s°“ -werden wollen, sondern auch Gesellschaft&Kunst hinterfragen bzw. immer schon eine weitereichende SICHT zum Kunst-Begriff (Künstler etc.) hatten:: l’art pour l’art ist heute eher was für „ästhetisierende Zwangsjacken“ -ohne Verbindung zum wirklichen Leben… Zumindest sollte der Impetus dann doch soviel SPUREN in der Gesellschaft hinterlassen bzw. einleiten: das das „Schöne“ nicht nur im Museum getötet und zur geschmäcklerischen Kontemplation sprich zur „WohlfühlKrankheit“ mißbraucht wird: und die konnten noch malen etc…. und sich der BETRACHTER doppelt aus der gesellschaftlichen Verantwortung stehlen kann -in aller Eitelkeit und Selbstbezüglichkeit der doch armen verkannten Genies der Vergangenheit und posthum geheuchelter Betroffenheit.. Der Genie-Begriff scheint mit Picasso gestorben.. – aus dem Begriff und seinem klischeehaften -im Widerhall von beliebiger Ausdeutung, auf das vermeintlich schöne reduziert… da gibt es eine Menge interessanter Beispiele… (Bei allen GROßEN wie KLEINEN K,s) siehe unter anderm Hans Platschek: ich kenne keine STARS – nur den GRÜNEN und den GRAUEN!!! („Engel bringt das gewünschte“, – oder Maler wie Courbet und Constable:: (die Schule von Barbizon) :: …“Die Verherrlichung der Natur und des einfachen ländlichen Lebens hatte einen sozialkritischen Unterton, der sich gegen die Moderne industrielle Entwicklung und das künstliche, hektische Leben der Großstädte richtete. Ihre republikanischen Sympathien zeichneten einen gewissen ERfolg nach der Revolution von 1848 als der REalismus die romantischen Sujets verdrängte“… (Zitat Ende) -für ein „anderes“ ARKADIEN:: reflexive des „Erfinders“ des Surrealismus= Andre Breton, Max Ernst, Mondrian, Malewitsch, Duchamp da fängt die Fragestellung doch erst an..etc.pp) was sich daran nicht reflektiert – ist eigentlich Pille Palle = K-P Brehmer :: …“eigentlich bin ich Surrealist“… © 2003 Jörg Stange

· BaliSOS (Harry Bleckert u.a.)
Om Swastiastu, For the 2nd time now BaliSOS‘ „authority to request public financial reports from all Bali Recovery Groups“ was questioned in public. This is a saddening experience, since the answer is simple: The authority to request financial reports for publishing, or to receive information where to find these reports published on the Web, the authority to ask for reviewing accounts of social aid groups and Bali related NGOs is nothing but what you consider the authority implied by universal Ethics and the authority of the general public and of myself as being part of the Community on Bali. If one does not consider public interest in the finances of social aid organisations justified, then BaliSOS has no right to request any financial reports. It must be assumed that those organizations who refuse publishing detailed reports have reason to hide financial facts. Indonesia and hence Bali is regarded as Top Ten in globalk corruption. Many people do not trust social organisations and assume corruption and misuse. Hence it is not sufficient to pay auditors (they maybe corrupt or not), publish 20 big numbers in print media and invite top players to 5-star hotel buffets. Transparency, detailed public reports and open accounting is required to deserve trust! In the midst of pain, grief and destaster following the Kuta bombings we shared a wonderful experience: Thousands of individuals here on Bali, native Balinese, indonesian transmigrants and foreigners living here alike, rushed to Kuta bomb site or to Sanglah hospital because they felt an urge to help the wounded and to care for the families of the murdered, felt obliged to do whatever they could to help. Thousands were refused as helpers, more than 1,000 volunteers where accepted by their acts or by „coordinators“ and helped for many days. In the beginning it was mainly individuals, not groups and organizations, who donated their time and energy, who suffered in the morgue and at the bomb site, who donated food to victims and volunteers. It was some NGOs and other social aid organizations, some diplomats and corporate executives, who made sure their contributions were registered by media and praised in public. Most of the volunteers were not aware of any of these organizations being as such actively helping immediately after the bombing. It was organizations who received donations and funding, much of it being sent from or raised outside of Bali. Everyone should praise non-profit social organizations who often do not pay salaries but rather depend on volunteer work. They assessed and organized medium and long term aid to bomb victims. They supported and continue to support victims untill today and continue to do so many beneficial things for the people of Bali. All NGOs who joined under the umbrella of the Bali Recovery Group in October 2002, agreed to provide complete transparency and publish reports. The public is waiting for these reports! Non-profit organizations should never ever question anybody’s authority to request their financial reports or to review their accounts. Lawyers who do not understand „What type of legal capacity/position/authority that BALI SOS has, that enable it to request such a „financial report“ from all Bali Recovery groups“ should according to their religion seek spiritual guidance and need to open dictionaries to read about ethics and morals. Please proof me wrong or support the cause of transparency and help block corruption and misuse! Contact responsible persons in social aid organizations and pledge them to open their accounting to the public! Help NGOs to eradicate any possibility of misuse or corruption and unjust considerations by urging them to publish detailed reports! Last not least: GUS supplied financial reports yesterday. Thanks Norm! That raises the number of reports to be published on BaliSOS website to 4. Yayasan Ibu Peduli’s request regarding BaliSOS‘ financial reports: BaliSOS received donations only for the period from Oct. 16 – Oct. 22, 2002, when BaliSOS guranteed Food, beverages and uitilities for all victims, families and volunteers in Sanglah hospital. The financial report October 2002 covers this period. The complete accounting was published on http://www.BaliSOS.com on Nov. 1, 2002 and shows that donations did not cover expenses. Other than that, BaliSOS is, was and shall be 100% self funded. Publishing financial reports for other periods would only explain BaliSOS self sponsored total expenses. BaliSOS will not spent anything on advertisement, auditors and hotel buffets to prove BaliSOS‘ accounting right. Everyone with doubts is invited to review receipts in our office. Ibu Lala from Yayasan Ibu Peduli reviewed all receipts of BaliSOS already in October 2002, received a copy of the report and collected copies of all purchase receipts. Question to Ibu Peduli: May BaliSOS publish Ibu Peduli’s report as received here on November 3, 2002 ? Greetings Made Sambu (Harry Bleckert) PS: Please see some related mail messages as pasted below in chronological order This mailing list includes about 500 mail addresses of responsible individuals, non-profit organizations, diplomatic agencies, government departments and journalists. Please click here if you want to be removed from this list Coordinator BaliSOS Group Please visit BaliSOS.com frequently Jl. Raya Seminyak 14, Seminyak, Kuta, 80361 Bali Phone Hotline: +62 (361) 731-130 or +62 (818) 357-726 —– Original Message —– From: BaliSOS To: Norm van’tHoff Sent: Wednesday, October 08, 2003 17:41 Subject: Re: Request for Financial Reports Om Swastiastu Norm, Thanks again for sending your reports and supporting the cause of transparency and honesty. I just opened the files you attached. We shall publish them on the respective section of http://www.BaliSOS.com Later today BaliSOS will send another mail to the big recovery group mailing list. Some basic considerations about financial reports will be outlined there. There are absolutely no limits on size of documents or other content on BaliSOS website. Please do provide more detailed information. Complete lists of donors (name, date, purpose, amount) seem to be most important, as they enable every single donor to validate contributions hence make it clear that the published amount of donations is not missing anything. Complete accounting details would also be helpful, at least on some exemplary accounts. We will publish updates on BaliSOS after October 12, whereafter BaliSOS will be supported by two additional very motivated fulltime balinese members. Greetings I Made Sambu (Harry) for BaliSOS Group —– Original Message —– From: Norm van’tHoff To: BaliSOS Sent: Wednesday, October 08, 2003 13:44 Subject: Re: Request for Financial Reports Hello Harry, I’ve attached some more financial reports – not too detailed, but still usefull I hope. Complete financial records contain a lot of information, so perhaps we should focus on those pieces of information most frequently sought. I’ve been thinking about it, and it occurs to me that one of the things people might like to know, is what % of aid grants have gone to administration ie to GUS. With this in mind, I’ll get our book-keepers to put together some information showing exactly what has gone where. Give me a couple of days for this, we’re really busy right now with new AUSaid projects, our regular programs and the Kuta Karnival. I’m interested in your suggestions on this subject (publishing financial reports on the internet)… what are we trying to achieve, and how do we best achieve it? For eg, I could do a brief story on each major project, with a photo (?), and a brief breakdown of the total grant from (say) USaid, with how much went to admin, how much to capitol works, materials etc etc. I assume however, that there’s a limit on the ammount of information we can post on (your site), so perhaps you could give me some guidance on this. tks and regards Norm —– Original Message —– From: Norm van’tHoff (on behalf of GUS) To: BaliSOS Sent: Tuesday, October 07, 2003 15:23 Subject: Re: Request for Financial Reports Dear Harry, I’m embarrassed that I didn’t follow up on this a long time ago. I think it’s proper for all of us (NGO’s, LSM’s) to be fully accountable, and anything we can do to encourage transparency is worth doing. I have a lot of respect for Bali Hati, and Viebeke from Parum Samigita also advised me, some time ago, that this is an appropriate thing to do. Our policy in GUS is one of complete transparency – and we are building an accounting system, and a culture which supports this principle. Please find attached, an ‚at a glance‘ summary of our finances plus a brief summary of our projects and programs. I had a more complete financial summary prepared for you, but it’s (temporarily) dissappeared into computer-land. We’ll get it back, and send it to later today or tomorrow at the latest. Thank you for providing this service, as far as I can see, it can only help us build trust with potential supporters and donors, in the future. yours, Norm – on behalf of GUS Subject: Fwd: Re Wanted: Financial Reports for publishing on the Web Dear All, A Lawyer friend of mine saw this e mail, A question arised; What type of legal capacity/position/authority that BALI SOS has, that enable it to request such a „financial report“ from all Bali Recovery groups? Did all groups give a legal authority to Bali SOS? If that’s what happened, than it is true that all groups are obliged to give their financial report to BALI SOS. If that’s not the case, then we may perceive Bali SOS’s request as a reminder for all parties, including BALI SOS, to publish a full financial report (verified by a chartered public accountant) in a national/international printed media. Regards Ibu Peduli Bali Note: forwarded message attached. —– Original Message —– From: Geoff Thwaites (zero-to-one foundation) To: BaliSOS Sent: Sunday, October 05, 2003 14:35 Subject: Re: Financial Reports ???? Hi Made, I undestand your good intentions. By what authority do you assume review of accounts. I understand that the authority for this matter is the DEPSOS. Sri advised me that she had made monthly and sometimes weekly reports to DEPSOS. The other authorities relating to Zero to One Foundation are, The Australian Tax Office, Sate charity registration offices. Internaly, Zero to One Foundation reports to a Board of Directors who are responsible for its activities. Auditors for this foundation are KPMG who report to the Australian Government. Regards Geoff —– Original Message —– From: Tropical Building Systems (Mark Keatinge for YKIP) To: BaliSOS Cc: YKIP ; Ian White Sent: Sunday, October 05, 2003 01:15 Subject: Re: Wanted: Financial Reports for publishing on the Web Dear Harry, You obviously didn’t look very hard…….. what a pity. Please re examine YKIPS website and you will see the following auditors report and financial statements for YKIP for the previous financial year clearly available. Go to the drop down box at the top marked donations and you will find: http://www.ykip.org/dnt_acc_auditorsreport.asp and http://www.ykip.org/dnt_acc_finstatements.asp which have been there for some months Not only are these reports very complete and up to date to June 30, 2003, but they also are backed by a registered auditors report for the financial year ending 31 December, 2002. What more do you want????? It is certainly far more complete than your own financial report at Bali SOS Group and compares favourably with Bali Hati’s published report. To avoid any unwarranted criticisms of YKIP, I believe that it would be appropriate for you to re send your email to all the original recipients identifying this oversight of yours in your original criticism. regards Mark Keatinge YKIP KIDS —– Original Message —– From: BaliSOS To: Bali Recovery Group Sent: Saturday, October 04, 2003 01:12 Subject: Wanted: Financial Reports for publishing on the Web Subject: Financial Reports for Publishing on the Web Om Swastiastu Dear Friends of Bali, We would appreciate your assistance with NGOs and foundations being active on Bali, to help them understand the importance of transparency and of publishing detailed financial reports. Here on Bali, part of Indonesia, known to be top ranking in global coruption statistics, we must insist on a maximum of transparency and openess. Where can we find your financial reports for 2002 and if possible some reporting for this year ? To our best knowledge, Bali Hati Foundation and BaliSOS Group are the only NGOs who already published detailed Financial Reports. We failed to find any financial reports of NGOs being active on Bali at other websites. The reports should at least specify total amount of donations or other funds received and total spendings, with separate section for administrative and operative spendings (Cash Flow Report). Your reports will be linked to or published on BaliSOS.com . Greetings Made Sambu (Harry Bleckert) Coordinator BaliSOS Group Please visit BaliSOS.com frequently Jl. Raya Seminyak 14, Seminyak, Kuta, 80361 Bali Phone Hotline: +62 (361) 731-130 or +62 (818) 357-726 —– Original Message —– From: BaliSOS To: Bali Recovery Group Sent: Thursday, May 22, 2003 00:29 Subject: Request for Financial Reports To all Organisations engaged in Bomb Victim Care or other Bali Recovery Activities: Please let us have your Financial Reports for Publication on http://www.BaliSOS.com . BaliSOS is dedicated to help make all recovery related activities more transparent thus preventing any potential for missuse of donated funds. Please email reports to: admin@BaliSOS.com Greetings Made Sambu (Harry Bleckert) Coordinator Bali SOS Group

· Ist Hopi drin?
Die Re:ANIMA des PARAprinzips: nicht nur bei den HOPI auch über den Peyote-Kult =“Artaud,s Reise zu den Mayas“= (Als Regisseur und Autor Anschluß an die Surrealisten) http://www.kokhavivpublications.com/kuckuck/review/kkk1314_33.html Aby Warburg,s: Mnemosyme= Hopi-Kult= HeilungsTanz wurden über den Philosophen und Kunstwissenschaftler Gunnar F. Gerlach durch VORuptexte in den >SPUREN< u.a (Verlag in Regensburg Produktion Hfbk Hamburg) aufgearbeitet und als mediale SteilVORlage transformiert (eine gewisse mediale Diskurshoheit ist hier (WOHL) zu vermelden und NESS als BOHREN.de ..:: Alles muß sich ändern“ zwischen „ALLES und NICHTS“ = und was ist das eigentlich das NICHTS?…(UNIversal-Diskurs durch Universal-Skulptur (Cone a Kegel)= denken zwischen RIß & LÜCKE etc. pp) Ausstellung nein eher Einstellung im Westwerk etc, des letzten Monats- und in den letzten Jahren im WOANDERS: wo wars denn noch(?) aber leeesBAR: LESBAR als TRANS und Transzendens geistiger Stringenz der ANIMA.. Ein MorseMet der anderen Art, wider entleerter Konzeptkastenkunst sozusagen und wenn Intuition im Sinne Joseph Beuys,sens Intuitions-Kasten- des erweiterten und nun auch noch mal extra gesprengten traditionellen Kunstbegriffs-:: Die reanimierte und in ihren Kontexten übergreifend iin Reminizenz an Serge Tretjakovs und Walter Benjamin, Brecht etc… „operative Kunst“ wider dem eingefahrenen Produktionsbegriff und ihrer Mittel der Hinterfragung von umbettet People vorm Hintergrund gleichgeschalteter „lullischer sensorischer Deprivation“: geleitet zu einem anderen Gestaltungsbegriff -als KonterGarant sozusagen wider des Maut u. Mainstream des „KAUFT MICH“ =es den Menschen vorzugaukeln suchen…:: „Also kaufen wir uns das KAUFEN“ und nehmen gleich das ganze Kaufhaus als Ready-Made in der ANDEREN Abfrage (Marcel Duchamp: siehe Duchamp und Gerlach im Internet)= ist alles eine Frage der ÜBERSETZUNG und vieles mehr Meer… Die „Kunst als alchemistische und (schamanistische) Kathedrale“ und eingreifendes Zeichenbrett der Wahrnehmung… Puh… kann man so sagen, oder? Wie kommst du eigentlich zu den Hopi? Über Kinder- und JugendAugen? Die Gefahr besteht ja auch immer das um den eigenen Bauchnabel kreisende „Esoteriker“ -wie im Gästebuch (der HopI ) mitschwingt eine völlig irrige Sicht von indianischen Kulturen oder anderen (REST)-Kulturvölkern bräsig vermischen und verklären- da wird KAKTUS zum Weichei und Kupfer zur falschen Kegelschnecke… und zum falschen DOPPEL(T)… Und ein „mythischer STEIN“ zum Well-NESS-Gipfel verklärter Sinnlichkeit?¿… (Die Wohl-Fühl-Krankheit: Roy Lichtenstein=Spiegel-Titel) Hoffe!-habe Dich/Euch damit nicht gelangweilt… und pssst!!! nicht weitersagen… es sein denn gegen Beliebigkeit und WILLKÜR in Amt und Pseudo-WÜRDEn politischer DEKADENZ und ARROGANZ.. ©° ist 2003

· Ist Hopi drin ? (II)
Imaginäre Welten im virtuellen Ge(h)flirre… ist ::? hi jor, > natürlich hast du recht, ein gästebuch beeinflusst die homepage, und es sollte > in der westlichen welt erlernbar sein zwischen den zeilen zu lesen / hören. > die tatsache ist jedoch das in unserer kultur das alles schnee von gestern > ist. > meine seite soll den betrachter dahingehend zurückführen, sich zu erinnern was > einst mal da gewesen war, weil ich der meinung bin das uns ein grosser teil > an intuition verloren gegangen ist. > die lebensweise der indianer scheint mir dafür genau die richtige zu sein. > meine site ist bestimmt nicht das richtige für rationalisten – bin der meinung > das man solchen menschen, die kultur und auch die anderer völker, für > spinnerrei halten, auf solchem wege nicht zu helfen ist. aber schau dich mal > in deutschland um — > viele rennen in die kirche, ihren glauben zu bezeugen, -manche tuns nur um ein > akzeptabeler teil der gesellschaft zu werden / bleiben. und würde vor der > kirche ein obdachloser sitzen, so würde bestimmt mehr als deei hälfte der > gläubigen an ihm vorbeilaufen – die armut in deutschland wächt aus einem > missstand heraus – wir haben nicht begriffen wie weit die > zwischenmenschlichen beziehungen gehen können / dürfen, aber wir denken, wir > seien fertig mit diesem thema. > deutschlands motto. „machst geld – biste wer “ / „haste keins – gibts dich > nicht“ angespornt von der „reichen überheblichkeit“ sind wir nicht anderes > als nachahmungstäter. > das herz ist lediglich noch das organ was uns am leben hält. es regiert der > kopf. > gruß stefan Hi Stefan, der globalisierte Wahnsinn – die kapitale Indoktrination als Krankheit- und signifikantes Lügen-Gebäude ?, verschleierter Hintergründe in Unterschlagung eigentlicher ABsichten.. (u.a. Profit over Poeple= Noam Chomsky: auch auf Deutsch) durch Narzismus, Gleichschaltung und Beliebigkeit, Egomanie und Ausbeutung als ERgebnis= sind Grundbegriffe dieses Zustandes… (Händler der Armut, Buchtitel 80ziger Jahre) Der gegenwärtige DIsKURS ausgehend von „frei assoziierten Kräften“ in Wissenschaft, (Film)-Kunst, Theater, die „operative Oper“, Literatur, (politischer) Philosophie, (-verstärkt durch >operativ-investigativer Gestaltungskraft in allen Kategorien<, um diesen Begriff des investigativen an dieser Stelle mal genannt zu haben= als multinationale Restbewegung eines „ethischen Auftrags“ (!)-versuchen -subversiv (im Sinne von Aufklärung ! übers Vor&Zurück) …ein bißchen mehr „fürs wirkliche LEBEN eben“, zu leisten – zu ÄNDERN -.. medial über erweiterte Zeichensysteme (semantisch-semiotisch) mit verknüpften (sinnstiftenden) Inhalten (in allen Formaten incl. „operativ-mediale Einsprengsel“ bis in die TAlk Show u. der „Berliner Puppenkiste“ in ECHTZEIT.. möglichyxst produktiv am Thema bleibend, Hintergründe auslotend- mit Wiedererkennungszeichen als transformierte „DoppelHelix“ als Meta-Billard von der „TORTE bis zur TINTE“ von der ROSE bis zum RÜSSEL etc. (Was verstanden?, oder immer doch NICHTS verstanden?¿) Was hat der Kölner Dom mit der ägyptischen Pyramide zu tun?,- mit dem KIliMAnscharo; mit Pinokio, mit der Büroklammer, der SicherHeitsNadel auf/am DAch der WElt im Keller der Kelten, des Kaspars Tassen und Flaschen-Sammlung?¿ ParziWahl als PutzMittel und SPRUNG der Geschichte? Der SPINNER mit SEidenstraße- Baumwolle mit (FUß)-BALL …der Hutmacher mit POlitik am böhmischen BECKEN?= ,, -Es kommt (fern&nah) immer auf die SCHNITTMENGE an- fürs deutlichere des (temporären) Abgrunds und seiner ERhebung im VORwege … (Austausch braucht Zeichen- Zeichen brauchen Austausch= eingreifende Zeichensysterne) z.B. in der Moderation Fußball: „die Vorbereitung zum TOR war krumm und kriminell wie eine Banane“ etc -wird sozusagen als (KUNST)-Banane verbal gedrechselt -über „Bande“ gespielt.. die Werbung mit AMBIVALeNTEN Slogans unterlaufen..Die WErbung als Transportmittel= manchmal etwas schräger „zwischenzwinkernd“ und GEKLAMMERT -aus der „Kegel-Perspektive“ der „anderen GipfelDeutung“ und „DOPPEL-ÖHRIGKEIT“ erst auf den zweiten BLick oder der zweiten HASENNASE (MÖHRENbewußstein ist auch KLIMaforschung) …. War da was??:…“Nö! Bin schon Blöd merk nichts mehr“…. Frag DU mal den Architekten am Bau von EIGENzeit?… Dora Doris Dorie= Mensch&Landschaft mal anders: über das Leben abgefragt….: z.B. Max Liebermann mit seinen Netzflickerinnen nicht nun mal mehr einfach über Komposition und Farbe abhaken : sondern wie gings ihm politisch vor dem Hintergrund seines LEBENS&FREUNDESKREISkreis. Was hatte seine Kunst mit POlitik zu tun ??? als ein Beispiel etc.pp =Bei einer TASSE Kaffee oder Tee jeweils eine völlig andere VORaussetzung : im osszilieren der unterschiedlichen Stimmungs und Schwingungszustände= verwandter Büschelkiemer der SPRACHE und ihr AusDruck der Polivalenz an Gerinnungskraft?¿ …“Mein SteckenPferd heißt= DIES&DAS im Namen aller HÖRNER – zum TEUFEL noch mal- eh Nein ! eh BUDDHa eh oh oo „KUnzZT“ Und manchmal ein Häuptling ein Medizinmann und hält sich mit zwei Fingern die Ohren zu ZU -und das ElfenBein und die Form ?, Hörner? ists ein Elfer im „politischen Fußball“ -was sind Elfen für Geister -oder die ELF oder sowas mal sowas, etymologisch(?) in der Wortwanderung von da nach da durch das wo des AlpHorn-Blues? was?Was=Wasser.. Wase(r) tatsächlich nicht nur möglicherweise.. Als GESTALTUNGSKRAFT: Etymos Amen! Aber mal ehrlich, wer denkt schon darüber nach (VOR)- das die Klapperschlange als ero(T)ikatoxicologisches Wesen auch ein mediales Zeichenspiel sein könnte? Mit kooperierenden Textstellen? Als GLASperlenSPIEl (Hermann hESSE) =“Man versucht,s auch da wo sie nicht weglaufen wollen- können“: in der SeifenOPER.. ist „(H)Opi“ drin ?¿… © ist 2003

· ..schwarzsauer auf sülze
Fragen wir die „Toilettenfrau/Mann“ (?) der Hausherren latente Frauenbordell- weil Er/Sie sich nicht beteiligt hat -und das für die Stadt und seine BürgerInnen geborene Kind so einfach im Stich gelassen hat? So funkt in aller Trägheit oder eben seltenst in aller Aufrichtigkeit >die andere Befragung< -manchmal Platt manchmal dokumentarisch oder surmediAll- manchmal wird auch ein FUßFILM daraus.. An das Protokollrad: sammelts doch einfach mal die Gründe und auffälligen Abfälligkeiten punktuell und fragt übers NetzRad die Rechtsabteilung DIREKT der Senatskanzlei – die arbeitet doch auch für Hamburg.de (Sparkasse) wider die Beschleunigung im Interessenkonflikt?! und der Vor(lese)verzögerung ohne Verlagswesen -aber als indifferentes Korsett (?) mit falschen KuhTipps und TippExe- VORschlägen wegen u.a. „flätiger Begriffswelten“ an der HochGlanz-Fassade? Sorry! mußte mal raus als FraGen… Nur Sechzig Fragen -mehr oder weniger (!) sind doch bei eurer Agronomie leicht zu händeln, oder? Damit dieses leidige Thema sich auflöst -oder endlich relative Bewältigung erfährt und mehr Raum fürs eigentliche DENKEN FÜHLEN und HANDELN läßt… Als LEXIKON un/verbesserlicher Krnakheiten im Optimaten-Gehege… Ists heute Mittwoch? Nein ! Bits Bytes Geh-Triebe der Uneigentlichkeit mit VORverlegter Deprivation… schon eher wesentlich -im Möglicherweise der Mikrowelle.. Damit die Pharmacie (italienisch gesprochen!) noch Krankheit mehr katalogisieren kann … Das „Bits and Bytes Syndrom“ leicht gemacht schwerlich zu entsorgen- auch kaufen leicht gemacht -bevor wirs euch selber tun in diskreter DIStanz… Schon der Lehrer Schieles (Gustave Moreau) hat durch seinen ehemaligen Schüler (zum Thema) akribischer Detailtreue erkannt : …“hätte ich weniger die Details obsessioniert -wäre ich weiter gekommen“… Juristen lernen auch in der Hauptsache von ihren Probanten -überlassen wir ihnen die Detailtreue?… : Hätte Moreau Mondrian oder Malewitsch mitreflektieren können -hätte die Erkenntnis auch noch gestimmt…. Malewitsch ist ganz nah : Die Schweriner Sammlung im Schweriner Schloß: http://www.museum-schwerin.de das schwarze und das weiße Quadrat war auch in der Hamburger Kunsthalle und der Revolutionsturm von Tatlin in Museum für Kunst und Gewerbe politischer Billard incl…. nicht all zu weit vom PC entfernt: Bewegungsfreiheiten erfordern alle Gliedmaßen…. Ist manchmal so… sollte öfter sein- ab ins Theater in die engaierte OPER u.s.w. Der Kopf wird freier und das HERZ wird weiter… Wiiirklich!!! Ein Plädoyier für eine „Lebens-Versicherung“ Bewegungsgebeutelter User wäre sonst Fazit:- eine neue Krankheit? Pharma erfindet Krankheit und die passende UserPille?!- jedes Detail ein/kein Delikt? Erst süchtig machen lassen und dann keine alternativen Hostessen im Park-nur Porn.O auf 0190: „Gebt Leben zurück“? Das Leben am Haken der Garderobe aus Bits und Bytes- aber weiter kommt KEINER (!) -virtuelle Bannmeile..STOP STOP und dann der tiefe Fall- weil sich in Wirklichkeit nichts bewegt- bis auf den Verlust des Sinnlichen in der VirulentenSuppe… (Comik)-Pausen sind Abstände sind Freiräume–Nichts im Anderenräume= sollte so?! Inhaltlich und konstruktiv auch poetisch (kommt ja vor) gibt es doch wirklich ab und an- vielleicht doch noch was EXTRA tun – ein BRIEF als kritisches Gestalt-SuPPen(e)strata? könnte immer öfter? von den „RICHTIGEN“ also aufrichtigen (Journalisten) gelesen= Aber die werden ja auch gekürzt in der URsprünglichen Fassung! Dennoch bleibt etwas hängen und mäandert sich mit auch mehr oder minder in dem Summserum-möglicherweise- doch auch tatsächlich!!!…. In der Quote als Quinte denn auch leider in der Regel: für den ZeitWolf und als AUSBEUTUNG des medial-strategischen-pseudo-Diskurses -eher als Lästig neben dem Mautstream (?) ein bißchen Schwimmen-von allen Ungereimtheiten ablenkendes(?) weil uns nichts mehr einfällt? Stimmt das? Ein bißchen RE:volvolution spielen?! Was ist eigentlich EIGENZEIT???… Was ist was? für die meisten ein unlesbares Zeichenbrett… für angehauchte FREIDENKER: aber auch paralell mindestens doppelt lesbar bei den zwischen den Zeilen-lesern…. DA gibt ES auch Gewandgewundenes und die wabernde Wabe und gültig Honig(Bier) auch MET genannt als multiples EingreifTruppen-Gehtränk als substanzielles durch u.a. DIE Band verflüssigt für den TRANSport und den GerinnungsGrad im Bau -wider die Beliebigkeit und Stupidität am P(O)OL (Willy Nelson und Jonny Cash,s= >one million dollars<= für die Wunde am Arm in Vietnam RE: 19967-1997-2003 TV) -manchmal schon ein bißchen Licht und Wärme hinter der WegBiegung des was siehst du-(?)-NICHTS beim (neuen) wiederhören… ALLES Täuschung?, ja/nein alles Täuschung???!!! beim flanieren -durchs Flanell gebrochen- PREISelBeeren im Dutzend billiger!! PREIset Preiset lieber Riß & Lücke -und reintun= das andere TORE schießen!!!….. Meinungen oder Behauptungen etc. retten nichts… Wer hat eigentlich das Schwarz geboren? FrustFaktor: Warum überhaupt ? Für WEN ? für WAS? Wofür? ist doch sowieso alles BELIEBIG: wachsene Stadt ?für WEN? etc. :Zweifelorden? Keiner DA? Unterlassungsorden? ethisch religiös im höheren Sinne ? Fehlanzeige! -in Politik und (BLUT) saugend-gängelder Wirtschaft??? Aber Empfind- und Befindlichkeiten pseudosozial egomanisch über die Bande gelogen : Taschenbillard für geadelte Doppel-Namen und eigentlicher oportuner Heimzöglinge auf den Hauptseiten einer geistig zunehmend verwaisenden MetroMegaPole des organisierten WAHnSINNS?.. Was ist das ? Bei Dudel geh Daddel geht nach 20zig Minuten der ganz normale TÜR-Fenster-Film los -repräsantativ für den Rest des Landes? … Bei KuhTipp Nietzsche fragen!!! sagt keiner mit geltungssüchtigem Doppel-Syndrom und Profil-Neu_ROSE: Einerseits Lügen Andererseits Immobilien sammeln in den VORstandsetagen? Was ist noch unschärfer oder undeutlicher an plakativer Verhonepeopelung??? übers merz.com unlauterer Frohlockungen der KONZERNE.. Im MÄRZEN die Bauern…-wir warten sind ja noch jung im MerzZoo… aber mittlerweile Schwarz-Sauer auf Sülze © ist 2003

· MENSCHENBILDER aus dem >clair-obscur< Birgit Dunkel
* EINLADUNG ZUR AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG *

MENSCHENBILDER aus dem >clair-obscur< von Birgit Dunkel Fotografien und Zeichnungen aus 2 Jahrzehnten

*** ERÖFFNUNG am FREITAG, den 17. OKTOBER ab 19 Uhr *** Die Ausstellung findet in meinem bisherigen Atelier statt: Weidenallee 10 b (III.Stock) Künstlerhaus Hamburg, 20357 Hamburg Die künstlerische Produktion verläuft nicht linear, es gibt konzentrische Kreise, Überlagerungen, plötzliche Eruptionen und lange Schleifen. „Das Dunkle hellt sich auf, das Helle wird fleckig. Die Wirklichkeit ist gemischt, helldunkel.“ (Hannes Böhringer)

Die Ausstellung umfasst Arbeiten von 1983 – 2003, das sind frühe, z.T. nie gezeigte Zeichnungen und Fotografien, sowie Arbeiten aus den großen Zyklen „Blanche“ und“Madonnen“. Ein großer Querschnitt in einem kleinen Raum …

· GEDENK-BETON IN BERLIN [ST. DEGUSSA°]
„Gedenk-Beton in Berlin“ [ST. DEGUSSA°] Zum einen =Tradition ist älter als man selber ist! (man beachte hierzu den DEGUSSA Werbe-Slogan -benannt in der sueddeutschen Zeitung. dort gibt es im Archiv einen bemerkenswerten Artikel von Hans Leyendecker) Zum anderen gibt es keine positiven Belege darüber das sich die DEGUSSA in der „Verhältnismäßigkeit dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit“ adäquat auffällig zB. kulturfördernd in den gesellschaftspolitischen Kontext oder besser „sinnstiftenden Gestaltungsprozeß“ in nachvollziehbarer Kontinuität eingebracht hätte? Gewinnmaximierung heißt das Allheilmittel oder eher Gewaltenmittel…

Der systematisierte Massenmord an 6 Millionen Menschen in pervertierter Gleichschaltung des gesamten NS-Systems von massenhaft funktionierenden Funktionsträgern und ihren Erfüllungsgehilfen als Mittäter ist so ohne Beispiel..

Angesichts dieser barbarischen „Mitschuld“ am dahin Morden von massenweise Menschen einschließlich Kinder -um eiskalten Profit zu machen, -ist es doch wohl heute klar, vor dem „SPIEGEL der WELT“ sozusagen, das das mindeste was die DEGUSSA in der Moralität von „Vergangenheitsbewältigung“ tun konnte -in eine Stiftung einzuzahlen! Die Idee wurde nicht von der DEGUSSA geboren und das Geld auch nicht, das wurde „erarbeitet“! Das muß von dem Architekten nicht gefeiert werden! Die „political correctness“ als Waffe zur Relativierung oder als „Schlußstrichmöglichkeit“ oder nunmehr als „anders Behandlung“ weil das ein neoliberaler Diskurs mit Tittitanment-Injekterat als „PresetPoeple“ im Hintergrund des Mainstreams mitverlangt? (siehe „Postmoderne Strategien des Vergessens“= Burkhard Schmid) Das Herr Eisenman sich für die Firma so ins Zeug legt- macht ihn eher fragwürdig- als Architekt- für einen derartigen Auftrag? Ist dieser deshalb gescheitert? Die Degussa wird nicht nur heute -wohl auch in nachfolgenden Generationen daran gemessen werden müssen- was die FIRMA für die Gesellschaft tut bzw. umweltpolitisch betrachtet gegen/für sie tut- und das Erste nicht nur Imagemäßig und das Zweite wirklich anders weltweit….

Die „Kriegsverlierer“ toppten den „Verlust ohne Reue“ auf den Verlust: den (Angriffs)-KRIEG, „ja leider verloren zu haben“, das war immer der Tenor!… Der verblendeten angepassten und sich selbst bedauernden „Altgedienten“ im soldatischen Ehrenkodex… Bis hin zum zusammenknüppeln „68 ziger Schüler und Studenten“, da gehört auch die POlizei in diesen KOntext…..

Wer will oder kann denn auch schon Angesichts einer solchen mitinzenierten Tragödie von Schuld und Verdrängung vor ein „weltliches“ oder sonstwie Gericht weiterarbeiten als wäre nichts geschehen? Verdrängung und Überlebenskampf waren „Bindemittel“ und ist es bei einigen noch Heute… Diese Frage ist prinzipiell nicht zu überwinden indem man auf Zahlungen verweist! Die moralische Immanenz von zu rettender Rest-Moralität für die Gegenwart und Zukunft lassen diesen „Schutz“ so nicht zu!: („Die UN/Fähigkeit zu Trauern“, Alexander Mitscherlich)

Einige Verantwortliche haben sich durch Suizit der ungeheuren uneinlösbaren Verantwortung und ihrem „Restgewissen“ gegenüber der Verantwortlichkeit entzogen.. Eigentlich durchgängig wurden Firmen einfach nur umbenannt- (incl. Atomschlüssel) aber die Köpfe waren in der Regel die Alten… Mental konnte sich von der ignoranten Einstellung her betrachtet- der Virus durch Verdrängung über Jahrzehnte sublimieren und in seiner ursprünglichen Rigorosität auf Gewinnsucht transformieren bzw. extrahieren… (MetaMaske) Alte Liegenschaften weltweit operierend sich ausdehnend mit dem Impetus auf Gewinnmaximierung und Ausbeutung von Landschaft auf Bodenschätze (Strabag u.a. im Konsens = Zertörung des Regenwalds=Vertreibung der Ureinwohner=Aluminium etc.) ohne die nötigen Umwelt-Standarts erfüllen zu müssen ?…

Eindeutig, die Menschen die heute bei DEGUSSA beschäftig sind, tragen keine Verantwortung an dem was ihre Väter oder die seinerzeit Verantwortlichen an Schuld auf sich geladen haben.. Aber die Verantwortung dazu das so etwas nicht in Vergessenheit gerät, die reicht in der LOgistik vom Zulieferer (als Tochter) und dem Pförtner der die Tür auf und zu macht!

Wenn Mensch denn auch „nur“ ins Familien oder Firmen ALBUM guckt, würde dem ein oder anderen nicht auch heute noch schlecht und würde sich nicht alles in ihm aufbäumen?, – hätte er die gleiche „präpositionierte Anlage“ -möglicherweise, dass er auch so hätte funktionieren können?, die Gefahr bestünde bei Verdrängung und Ignoranz.. Und wo guckt er Heute weg- und will nichts wissen?! Nun verdrängt soll ja offensichtlich hier nicht werden, aber die Art und Weise scheint schon NS-Kitsch und Beliebigkeit zuzulassen.. „Oh das war aber eine schicke Uniform und diese Abzeichen-Auszeichnungen“ ..und ich hab da noch nen echten Kompass (mit präjustierter OST-Nadel etc.pp)…

Das DEGUSSA-Buch ist als Buch allein geduldig- und wo ist es überhaupt? einen Werbefeldzug zur Aufklärung und billigen Erwerb ist mir nicht aufgefallen?! Wenn nicht auch Innere & Äußere Bearbeitung anders noch erfahrbar gemacht würde: „Ob die Aufsichtsräte in der Vergangenheit und Gegenwart, die Orte des Verbrechens aufgesucht haben -ist auch eine interessante Frage“.= Der „BETRIEBSAUSFLUG“…? Vielleicht ist das geschehen?

Die 540 000 Euro als „Vorzugspreis“ -dann als Sponsering zu verkaufen allerdings, wer will das verstehen?- da stößts einem komisch auf? Da kann man auch nicht mehr von „Fingerspitzengefühl“ sprechen, dass ist ein kapitales Possenspiel der besonderen Art? 540 000 Euro für einen Anti-Graffitty Schutz als Sponsering scheinen wie eine posthume Verhonepoepelung, in dieser FRagestellung überhaupt.. Die haben nichts verstanden, ist ein mögliches Fazit?! Das die DEGUSSA sich nun zurückziehen- hätte doch im VORWEGE Gegenstand der inneren Verfassung und Diskussion sein müssen- um „Schaden von der Firma“ abzuwenden?

Die Berliner Senatsverwaltung und andere Verantwortliche in dieser Sache sind in ihrer geistig verkrümmten Hornhaut auch nicht zu überbieten, da weis der eine nicht wie er hätte Denken & Handeln sollen? Freiwillige Ethik plus Geschichts-Seminare, sind tatsächlich mal anzudenken. Weiter sollte geprüft werden, an welcher Stelle die Beamten schon in der Vergangenheit „auffällig/abfällig“ oder einfach nur ignorant agiert haben… Wer prüft so was mal sowas und prüft das Prüfen überhaupt? Ein Petitionsausschuß ist damit überfordert… Das ist doch eigentlich symptomatisch für fast alle Verwaltungen!

Warum hat man nicht eine Farben-Firma beauftragt die im Sinne „heutiger MOralität“, ausschließlich umweltverträgliche Farben produziert??? Wäre das nicht auch ein Zeichen zum Zeichen des Zeichens?

Der Architekt ist in seiner „Sensibilität“ auch nicht zu überbieten, wenn das so stimmt- was an der medialen Oberfläche von ihm transportiert wird… Wenn das stimmt !, ist seine architektonische Sensibilität auf das Projekt bezogen und was die Stelen und „seine Kunst“ betrifft – offensichtlich schon im KERN des Betons gescheitert?, und er sollte sich seine 1000 BETON-Beton in seinen eigenen Vorgarten stellen? Da kann er dann Agent-Orange (heute unter anderm Namen getarnt, der neue Titel fällt mir im Moment nicht ein) gegen wildwucherndes EFEU einsetzen.. (Sorry, Herr Eisenman -aber das kam mir assoziativ-reflexiv in Anbetracht des „political correctness“ Einwurfes so in den Sinn! Alles so schön beliebig und dann aufgelöst?) Das wäre dann aber auch nicht ihre Sache, sondern ein Fall für die UMweltbehörde= apropo Eine Umweltbehörde der geistigen Planung als Gestaltungsfrage?.. Aber das der Stiftungsrat hier auch derart versagt hat -irretiert den Leser… Warum wurden solche „Details“ nicht im Vorwege geklärt? Materialität und Produktionsbedingungen gehören hier doch wirklich mit rein! Versiegelte Landschaft gibt es auch genug!! Ist das -Oberflächlichkeit oder darf der Paranoiker einen anderen Verdacht ergründen? Im LOch der Löcher im Laken? Auch dieser viele BETON-Beton? oh, Oh…

Fragt man die Überlebenden sind alle eindeutig gegen diese Definition von Umgang und Material-Einsatz zur Aufarbeitung von Geschichte – an solch expliziter Stelle Berlins als ein „Zeichen“ gegen dieses gigantische Verbrechen gegen die Menschlichkeit -an einer zentralen symbolischen Stelle als „sinnliches Zeichen“ und Signal für die Welt.. Gedenk-Beton und Degussa= schöne Material- und Erinnerungskunde! (siehe „Haus des Widerstands“= „Aktives Museum“ 1991, Kampnagel 24 Seiten= „Aktive Archive“ mit engagierten Menschen= Theater und „KUNST“ Philosophie und Schule- für eine sinnstiftende Transformation für die Gegenwart, blieb unerhört! (artbase-Projekt-Labor in Kooperation mit Philosophie, Politik und Kunst & Literatur 91) An diesem ORT es dann auch nicht nur symbolisch sondern auch inhaltlich feinfühlig und reflexiv in Gemahnung und Aufklärung als ein aufrichtiges Implizit und Prozedere zu gehen muß… Das kann und will ich Ihnen nicht absprechen.. Vielleicht haben sie sich das auch gefragt?, und schlaflose Nächte und Albträume bezüglich des Materials gehabt?

Zyankali (Zyklon B=Zyankali) wird übrigens immer noch von DEGUSSA eingesetzt = zB. bei der „Goldwäsche“ und der TRennung nicht nur in sogenannten Scheideanstalten sondern auch in der „freien Natur“ mittelbar mit unmittelbaren Folgen!!!

Unlängst ist eine deutsche Großbank- auf massiven Protest der einheimischen Bevölkerung und aufgrund aufklärender Berichterstattung -von einem der vielen „Zyankalieinsätze“ weltweit, bei einem industriellem Vorhaben der „ST. DEGUSSA“ in der Türkei als Geldgeber und Teilhaber zur Ausbeutung der Landschaft auf Bodenschätze, zurückgetreten.. In der Gegend um Bergamont und drumherum soll sich eine „große Goldader“ befinden… Die weltweiten Proteste konnten zumindest bis jetzt- soweit mir bekannt ist- das vergiften der Flüsse und die Zerstörung einer ganzen Infrastruktur -die vom Tourismus lebt- bisher zumindest immerhin verhindern, aber noch nicht wirklich stoppen?

Als es in den 90 zigern darum ging eine Mahnplatte am Gebäude der Zyankaliproduzierenden Tochter DEGUSSAs anzubringen, konnte die öffentliche Entrüstung darüber verhindern, -dass dieses „versteckt“ geschah… Die „Gedenk-Tafel“ sollte nicht für vorübergehende Passanten sichtbar sein…

ist ©2003 (dieser Text kann unter Bennung der Urheberschaft verwendet werden)

_________________ signum signale

Protest von Architekt Eisenman Das Mahnmal als „Geisel der political correctness“ Im Streit um den Ausschluss des Chemieunternehmens Degussa vom Bau des berliner Holocaust-Mahnmals hat sich nun dessen Architekt Peter Eisenman mit einer erstaunlichen Bemerkung zu Wort gemeldet: „Wäre das Projekt schon im Geist der `Correctness` begonnen worden, hätte ich nie mitgewirkt.“ http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/551/20531/

bearbeiteter Brief & määär(z) =

Hier weitere Beiträge zum Thema=

http://www.netzdraht.de/bhh/forum/viewtopic.php?t=265

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Original-Fundstück= (by „RubberStone“-Dadadrom inc.)

RSN-Antigraffiti ist eine gebrauchsfertige selbstgrundierende Opferschicht die als vorbeugender Graffiti-Schutz verwendet wird; für alle saugfähigen mineralischen Baustoffe wie Beton, Ziegel, Kalksandstein, Natur-u. Kunststein obiger Text ist ein Zitat::Original-Fundsache auf der Homepage von= http://www.ruberstein.de Ruberstein erscheint im „Zusammenhang“ mit Degussa als Fördermitlied einer Sanierungsfirma (Mörtel/Putz sowie auch- so die Firma: „Injektionen“ bei historischem Gemäuer u. Gebäuden) ev. in Potsdam in der Suchmaschine Google.. Man wird den „Verdacht“ nicht los, das nicht Degussa (wie von Degussa medial verbreitet!) dieses Mittel im „Sponseringsgebrauchsgedanken“ entwickelte sondern die internat. operierende (u.a. Brasilien) Firma Ruberstein GmbH aus Lichtenstein/ BRD?

(„aus der Liebe zur Landschaft umz Lichtenstein“) Nach oben

· >EBENHOLZTRÄNEN< Heiner Blumenthal / Peter Boué / Michael Deistler
EBENHOLZTRÄNEN Heiner Blumenthal / Peter Boué / Michael Deistler Eröffnung am Donnerstag, den 6.November um 19 Uhr Ausstellung 7. – 16.11.2003 Öffnungszeiten täglich von 18 – 20 Uhr, SA und SO 13 – 17 Uhr

Die Ausstellung EBENHOLZTRÄNEN präsentiert ausschliesslich Zeichnungen. Die Arbeitsweisen der beteiligten Künstler sind jedoch höchst unterschiedlich. Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass in ihren Arbeiten das Wahrnehmbare reduziert ist auf den Restbestand von Darstellung, ohne dass man hier von dem alten Gegensatzpaar abstrakt – gegenständlich reden wollte. Alle entscheiden sich hier gegen die Farbe – Beschränkung lässt sich das nicht nennen, denn schwarz-weiss ist reichhaltig genug – und werden in ihrer Ausstellung ein Geflecht von möglichen Verbindungen zeigen, ohne dass die individuelle Position damit zurückgehalten wird. Sie arbeiten alle basic; das bedeutet am Nachbild der Erscheinungen:

Heiner Blumenthal, der mit sparsam umrissener, aber dennoch sehr grossformatiger Malerei bekannt geworden ist, zeigt seine auf kleinem Format minimal anmutenden Zeichnungen. Sie kommen Chiffren von reduzierter Bewegung auf engstem Raum gleich, gerade noch Form wie die Spur einer Monade. Peter Boué setzt dem mit seinen formatfüllenden Fettstiftzeichnungen das erkennbar Gegenständliche gegenüber. Seine dunklen Landschaften im Zeitalter ihrer Observation zeigen ein medial vermitteltes Bild des Gesehenen. Michael Deistler präsentiert schliesslich seine durch viele Überarbeitungen gegangenen Kugelschreiberzeichnungen. Sie basieren zwar auf einer rationalen Gitterstruktur, haben jedoch mit Stilübungen konkreter Kunst nichts zu tun, sie erscheinen im Gegenteil wie filmische Sequenzen – ihre Raster sind expressiv und funktionieren dazu als ihr eigener Kommentar.

WESTWERK. Admiralitätstrasse 74 20459 Hamburg

Abbildungen unter: http://www.westwerk-hamburg.de

· NO!-ON SHOW (BERLINER KUNSTPROJEKT)
Here are two items we are presenting in Berlin this month. See attached announcement of our newest and second space in Berlin which will be inaugurated this week November 8th. Thanks for all your support. Abraham Lubelski (www.nyartsmagazine.com) PRESS INFORMATION

———————- NO!-ON SHOW @ Gallery BERLINER KUNSTPROJEKT

Gneisenaustr. 33, 10961 Berlin, 1. yard/ 3. floor Phone 030-69 56 57 50 # berliner-kunst@t-online.de from November 8th till 29th, 2003 Opening on Friday November 7th at 6 p.m. Film screening from November 8th til 12th, 7 to 9 p.m. Finissage on Saturday November 29, 2003 at 6 p.m. Open: Wednesday till Saturday, 1 to 6 p.m. ————————————

Next Friday November 7th, 2003 there will be the opening of the first NO!-ON SHOW of the NO!art movement in Berlin in the space of the gallery BERLINER KUNSTPROJEKT. The following artists are in the show: Boris Lurie (New York), Clayton Patterson (New York), Seth Tobocman (New York), Aldo Tambellini (Cambridge), Amikam Goldman (Tel Aviv), Jean-Jacques Lebel (Paris), Frank-Kirk Ehm-Marks (Berlin), Blalla W. Hallmann (Windsbach), Hansk (Berlin), Harry Hass (Berlin), Dietmar Kirves (Berlin), Enzo Mastrangelo (Berlin), Stu Mead (Berlin), Peter Meseck (Berlin), Bruno S. (Berlin), Naomi T. Salmon Salmon (Weimar), Reinhard Scheibner (Berlin), Lars Schubert (Berlin), Klaus Theuerkauf (Berlin), Friedrich Wall (Freienbrink), Mathilda Wolf (Berlin), Natalia E. Woytasik (Berlin), Miron Zownir (Berlin).

NO!art occupies the strategic juncture where artistic production and socio-cultural action meet. The NO!art movement was created in New York in 1959 by Boris Lurie, Sam Goodman and Stanley Fisher. NO!art is based on the historical experiences of the Second World War and struck root in the early sixties, as a product of armies, concentration camps and lumpenproletariat artists. It’s targets are the hypocritical intelligentsia, capitalist culture manipulation, consumerism and their Moloch’s. Aim of the NO!art is total unabashed self-expression in art leading to social involvement. Collective confrontation artists, no lighthearted Duchampesque, Dadaists, Neodadaists, or“pop-artists,“ no consumerism’s middleclass nor Noveau Riche Liberals background makers. But believers in the unfashionable notion of the Art. NO!-ON SHOW asks to have the courage to change the course of the steering wheel into the essential progressive direction of humanity and amental-spiritual future.

more informations > http://www.no-art.net

Curator: Dietmar Kirves, Berlin > no-art@on-art.de

· Stubnitz-info (welcome on Board)
Stubnitz info, Mon 20031103

For Your pleasure: Events on the MS Stubnitz.

You have opted to recieve information 1 day in advance of events for your chosen styles.

In addition you also recieve your weekly update today +++Wed 05.11 21:00 Y2003 Culture Club Eintritt Frei !

+++Wed 05.11 22:00 Y2003 Los Natas(Arg) + Coogans Bluff(HRO) Los Natas: Argentinische Stoner rock, Coogans Bluff(HRO) Heavy Rock ’n roll \nEintritt Frei !

+++Thu 06.11 21:00 Y2003 Semestereinstandsparty +++Fri 07.11 0: Y2003 Ship Rock Kersosin (Berlin): kerosin.org \nFamous Black House (Rostock) \nFreakore (Rostock): freakore.de

+++Fri 07.11 21:00 Y2003 Kerosin KEROSIN \n„Musik ist für mich Berufung und die schönste aller Künste“ sagt Maks, der eher introvertierte Singer/Songwriter und Gitarrist von Kerosin, der Band, die 2002 im Spaziergang den 1. Platz des Emergenza-Finales in Berlin und den 2. Platz beim Europafinale belegte. Zuschauer und Jury waren sich mehr als einig, diese Jungs bestechen durch Charakter und eine abgedrehte

+++Sat 08.11 23:00 Y2003 Technology Control Laderaum4: (Techno/Elektro) Live: Christian Gleinser (Lasergun/Pocketgame, Friedrichshafen) Roman Fischer (pchfrequenz/Funkraum Plau, Schwerin) M:SX (Electric Underground, Hamburg) Vince NT (Electric Underground, Rostock) Pult (fallen beatz/tonfall, Rostock)

Vorschiff: (Techno) STR vs. Tim Tycoon (Pocketgame, Rostock) Oliver Herzig (fallen beatz/tonfall, Rostock) A-Core (Electric Underground, Rostock) S.E.T.I. (Electric Underground, Rostock)

http://www.stubnitz.com

All the best and welcome on board.

· [Soziologie der Soziologie°] (Re:Kurs=Bourdieu)
Text-Fragment=

Soziologie der Soziologie

Es wäre nun fahrlässig, die Gemeinsamkeiten der beiden Theorieanlagen zu übertreiben, aber auf gleicher Augenhöhe treffen sie sich zumindest dort, wo sie sich selbst in ihrem Gegenstandsbereich vorfinden. Beide Theorien zwingen zu einem soziologischen Verständnis von Soziologie: Soziologie als gesellschaftliche Selbstbeschreibung der modernen Gesellschaft, die zugleich Fremdbeschreibungen anderer Funktionssysteme oder Felder anfertigt, die sich selbst ganz anders beschreiben. Wie Luhmanns Systemtheorie legt Bourdieus Theorie der Praxis eine multizentrische Gesellschaft nahe, deren zentrale – etwa: politische – Repräsentation ausgeschlossen ist und deren Dynamik und Gleichzeitigkeit sich intervenierender Steuerung im klassischen Sinne weitgehend entzieht. Beide Theorien sind in diesem Sinne entzaubernd, desillusionierend, enttäuschend.

Aber wiewohl sich Bourdieu selbst bisweilen als Entzauberer und Enttäuschender stilisiert hat, hat er selbst und mit ihm seine Theorie diese Selbststilisierung immer wieder konterkariert. Wo die Leistungsfähigkeit der Luhmannschen Theorieanlage in der Verfremdung und abstrakten Kälte liegt, kommt Bourdieu mit erheblich eingängigerem Charme daher. Denn Bourdieus Verfremdung mutet nicht fremd an. Wir kennen das Schema alle: Es geht um den alltäglichen Kampf um knappe Güter, Chancen und Möglichkeiten. Bourdieus kontraintuitive Idee der ökonomischen Verfremdung ist letztlich nicht kontraintuitiv. Und sie enthält nach wie vor einen kämpferischen Stachel. Sie vermag ihre Diagnosen zu skandalisieren, sie kann eine Idee der Unangemessenheit für angemessen halten und damit das ökonomische Begriffsschema noch antikapitalistisch wenden.

Von dieser Möglichkeit hat Bourdieu in seinen letzten Lebensjahren zunehmend Gebrauch gemacht. Seine große Arbeit „Das Elend der Welt“, in der er Betroffene sprechen lässt, ebenso wie sein Engagement als Globalisierungskritiker und seine Versuche der Mobilisierung Intellektueller haben seine wissenschaftliche Diagnose der multizentrischen Gesellschaft konterkariert. Letztlich tut Bourdieu etwas, das der Logik der Felder zuwiderläuft, er bemüht sich um Repräsentation des Ganzen, er will Gesellschaft als Gesellschaft adressierbar machen und die Politisierung der Felder vorantreiben. Es ist vielleicht dies die illusio Bourdieus, der Soziologie doch so etwas wie eine privilegierte Position zuschreiben zu wollen, eine Beobachterin zu sein, die vielleicht als Einzige von ihren Restriktionen weiß und ihnen gerade deshalb auf den Leim geht. (…)

Bitte hier den vollständigen Beitrag lesen (ursprünglich erschienen in der TAZ) = http://www.homme-moderne.org/societe/socio/bourdieu/mort/taz2601.html

· Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus. (Gunnar F. Gerlach)
Auszug aus einem Vortrag von Gunnar F. Gerlach Ort: Gustav Heinemann – Bildungsstätte; Vortrag gehalten im Rahmen einer Tagung der „Erich Mühsam Gesellschaft“ (Lübeck) 1996

Gunnar F. Gerlach

Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus Überlegungen zum Verhältnis von Kunst und Politik.

„Wie lange wollen Sie noch beim ersten Schritt bleiben?“ (Joseph Beuys)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, gemäß dem von mir gewählten Titel dieses Vortrages möchte im Folgenden ein Modell der Operativen Kunst in Theorie und Praxis für die gegenwärtige Lage in den bildenden Künsten und der Gesellschaft entwickeln. Neben einer Erläuterung der Begriffe und des Zusammenhanges von Avantgarde und Anarchismus werde ich versuchen meine Thesen zu begründen, was heute eine politische, soziale und revolutionäre Leistung der bildenden Kunst ist und sein könnte. Die Schlußfolgerungen vollziehen sich dann auf der Folie einer problematischen, gegenwärtigen Situation zwischen der Medien – Technologischen Gesellschaft und den Versuchen der Rest-Avantgarden in der bildenden Kunst mit ihnen subversiv umzugehen und zu argumentieren. Die Praxis schließlich unmittelbarer, eingreifender Kommunikations-Akte scheint mir auch zwei Jahre nach Hoyerswerda, Hünxe, Rostock, Lübeck, Magdeburg und Solingen eine adäquate Antwort zu sein, als jede hermetische Gralsuche nach einer wirklich endgültigen und erlösenden Faschismustheorie. In diesem Sinne ist auch eine „House-Aktie“ zu verstehen und unterstützenswert: eine aktive Regulation verfehlter Sozial – Politik mit den Mitteln der künstlerischen Arbeit zu leisten.

Wenn über das Verhältnis von Kunst und Politik reflektiert wird, ist meist ein Problem schon übersehen worden: die künstlerische Tätigkeit ist seit der Renaissance auf individuelle Praxis ausgerichtet, die politische Arbeit orientiert sich an dem gesellschaftlichen Gefüge. Selbstdarstellungen und Narzißmen sind unleugbare Tatsachen auf beiden Seiten, haben aber mehr mit Psychologismen und den jeweiligen, medialen Verwertungs-Systemen und ökonomischen Interessen, Marktorientierungen zu tun. Ginge man davon aus, den Freiheitsbegriff ins Zentrum der Diskussionen zu stellen, ergäbe sich hier eine ganz andere, überraschende Verbindung: das historische Ringen um Freiheit markiert das Engagement von sehr vielen gesellschaftlichen Gruppen, aber ganz besonders jenes von Künstlern und politisch denkenden Menschen oder Politikern. So wird auch verständlich, warum in relevanten, künstlerischen und politischen Theorien, Äußerungen und Handlungen der Begriff Freiheit stehts zentral thematisiert wurde. Heinrich Böll formulierte das Problem bereits vor Jahren wie folgt: „Das ist es, was die Gesellschaft mit der Kunst macht: mit dem Markt erdrücken, Freiheiten in Freiheiten zerteilen.“ Dahinter verbirgt sich auch latent die Kritik an einer historischen Konstruktion, die am Anfang mit dem schillernden Wort Freiheit lockt, um sie am Ende dem gesellschaftlichen Rahmen, dem Markt, als oberster Rationalität einzuverleiben.Bakunin erkannte dieses Dilemma: „Im System der Materialisten, das allein das Natürliche ist, schafft erst die Gesellschaft, weit entfernt davon, die Freiheit zu verringern und zu beschränken, die Freiheit der menschlichen Individuen.

Sie ist die Wurzel, der Baum der Freiheit und ihre Frucht. Deshalb hat der Mensch zu jeder Zeit seine Freiheit nicht am Anfang, sondern am Ende der Geschichte zu suchen, und man kann sagen, das die tatsächliche und vollständige Befreiung des Menschen das große Ziel, das erhabene Ende der Geschichte ist.“ Diese Gegen-Konstruktion zur bürgerliche Logik hat zwei sehr elementare Metaphern bei sich: Wurzel, Baum und Frucht der Freiheit sind auf Natur hingedacht, und die lernende Praxis am Anfang ist Bedingung der Möglichkeit zur Freiheit am Ende zu gelangen. Nach Ernst Bloch ist Freiheit die Möglichkeit zur Auswahl, also zur distinkten und differenzierten Wahrnehmung, als Basis des individuellen Vernunft-, Geschmacks- und Werturteils. Die Wahrnehmung wird so über den Körper gedacht und vollzieht sich über die innere Formung und Vorstellungskraft: Mit dem Körper Sehen, heißt es z.B. für den anderen offenen Werkbegriff bei Franz Erhard Walther. Hand führt zur Handlung. Auch in den Künsten ist es möglich über ein breitgefächertes Handwerk zu verfügen, um sich dem Urteil einseitig klassen- und gruppenspezifischer Geschmacksurteile zu entziehen. Erst der nach Schiller im Spiel zu sich und seiner Freiheit gelangene Mensch, kann mit der Kunst angemessen und frei seine Mittel und Wirkung erzielen. So werden Hand und Handlung zu einer auf Freiheit und Offenheit gerichteten Haltung – politisch wie künstlerisch. Zwei Künstler, haben in Theorie und Praxis in unserem Jahrhundert am deutlichsten und intelligentesten eine Verbindung von sensiblem, künstlerisch-philosophischem Bewußtsein mit politischer Wirkkraft verbunden und gelebt; André Breton, der Kopf der surrealistischen Bewegung, und Joseph Beuys, der erst die Republik und dann die halbe Welt mit seinen Aktionen und Statements herausforderte.

Breton Satz: „Einzig das Wort ist die Freiheit vermag mich noch zu begeistern“, zieht die Konsequenz aus künstlerischer und politischer Theorie und Praxis, Joseph Beuys erkennt das Freiheitsprinzip generell in Akten der formenden und gestaltenden Tätigkeit und thematisiert hier vollkommen logisch gedacht das schöpferische in jedem Menschen als zentrale Frage aller individuellen und gesellschaftlichen Handlungen und Veränderungen: „… denn Kreativität, das heißt Schöpferkraft, die unfrei wäre, wäre ein Widerspruch in sich selbst. Also ist wahre Wissenschaft der Kreativität prinzipiell Freiheitswissenschaft.“ Dieser Gedanke führt konsequent zur Vorstellung einer „Sozialen Plastik“ der Gesellschaft als einer gestaltbaren Form, als einen in sich arbeitenden, energiegeladenen Organismus. Der schöpferische Widerspruch selbst liegt nach Hegels Dialektik natürlich auch darin, denn nach ihm bewegt sich nur, hat Trieb und Tätigkeit, was „in sich selbst einen Widerspruch hat“. Dieser Widerspruch ist die Kunst selbst; individuelle Obsession und soziale Wirksamkeit unter einen Hut zu bringen; das ist unlogisch, aber wem es gelingt, der macht wirksame Kunst. Denn Kunst, Können kommt aus dem altmittelhochdeutschen und heißt der Trick oder der Dreh etwas darzustellen. Als eine Spielart der Zauberei galt das Bild oder das Abbild also nicht umsonst als magisch aufgeladen und hatte rituellen Charakter. Mit dem Wandel der Zeiten, wandeln sich die Materialien, Techniken und Wertsysteme und ihre „kommunizierenden Röhren“. Es ist eine historische Tatsache, daß der Kampf um und für Freiheit und Gerechtigkeit eine Leidensgeschichte ist. Hier begegnen sich künstlerisches Bewußtsein und politische Utopie erneut – im inneren und äußeren kreativen Umgang mit dem Leid.

Hier begegnen sich künstlerisches Bewußtsein und politische Utopie erneut – im inneren und äußeren kreativen Umgang mit dem Leid. Religion, von lateinisch religio, bedeutet das „Zurückgebundensein“ in frommer Scheu. Was bedeutet dies anderes, als sich seiner eigenen Ein-Gebundenheit im gesamten Netz der Vielheiten in Natur und Kultur bewußt zu sein, die Anderen und Fremden Mitmenschen in ihrem spezifischen So-Sein erkennen und achten zu lernen. Die fromme oder heilige Scheu vor den schöpferischen Möglichkeiten der Anderen ist Bedingung für Dialog und Multilog. Edgar Wind, Kulturhistoriker aus dem Panofsky-Kreis bezieht sich in seinem Aufsatz und gleichnamigen Buch „Kunst und Anarchie“ nicht umsonst auf den Begriff der „heiligen Scheu“: „Im allgemeinen fürchten Künstler nicht so sehr den Verlust der Phantasie als ihr Übermaß…/… und doch mit gleicher Stärke, eine heilige Scheu vor der Phantasie, die ihrer Dichtung leben verlieh.“ Wind bezieht sich hier auf Goethe und Baudelaires Praxis der innneren Disziplin. Der Begriff der heiligen Scheu stammt von Platon und kein Philosoph hat den göttlichen Wahnsinn der dichterischen Eingebung- z.B. die Welt retten zu wollen – beredter gepriesen als er; und doch hat er ihn mit Argwohn verfolgt. Dahinter steht die Annahme, der Mensch könne durch seine Vorstellungsgebilde verwandelt werden. Und so sah Platon in der Kunst der Nachahmung ein gefährliches Spiel das zu verwerflichen Charakteren führt.

Goethes Aussage, daß, wer keine Religion habe, möge wenigstens Kunst haben, bezieht sich darauf: in Form gebrachte, gezügelte Vorstellungskraft aus dem Inneren für das Äußere als einem sozialen Raum.

Dies entsprach zudem nahezu prophetisch der Entwicklung in unserem Jahrhundert. Nachdem Nietzsche Gott sterben ließ, und damit unverschuldet der Einseitigkeit instrumentalisierter Vernunft das Begründungsfeld ebnete, ersetzte die Kunst die Kirche. Innerlichkeit als Freiheitsbegriff wurde sukzessive abgeschafft. Shaftesburys „inward form“ beeinflußte die deutschen Geisteswissenschaftler und Künstler. Herder, Humboldt und Hegel folgten ihr genauso wie Caspar David Friedrich und Phillip Otto Runge. Der Rationalismus, besagte instrumentalisierte Vernunft, gegen die Adorno und Horkheimer mit ihrer kritischen Theorie u.a. ankämpften, führte nun in den Terror von Industrie, Technologie, der Kultur-Industrie und ihrer Agenten. Von ihnen leitet sich der gegenwärtige Verdummungs- und Abstumpfungsfeldzug in den Mediengesellschaften ab. Kultur-Technologie ersetzt die Reflexion über eine Korrelation und Relationalität von Form und Inhalt durch technologische Lösungen in einer Kommunikation, die den vom Inhalt befreiten Diskurs über abstrakte Zeichen produziert. Diese Art der instrumentalisierten Vernunft macht KZ´s erst denk- und vorstellbar; losgelöst von innerer Formung, Emotion und Reflexion wird alles einfacher. Technische Lösungen waren noch nie das Problem der Menschheit. Die ökonomischen, emotionalen, ethischen und ästhetischen Probleme sind jedoch bis heute einer Verflüssigung nicht viel näher gekommen. Und so, wie die in ein übergreifendes Herrschaftssystem eingebettete Religion als Kirche in ihr emotionales Gegenteil geführt wurde – von deren inneren Schau als Befreiung zur veräußerlichten, bloßen Form als Unterdrückungs- und Machtinstrument, hat sich auch die Funktion der Künste für die Gesellschaft gewandelt, Museen sind heute Staats- und Markt-Kathedralen ökonomischer, und damit politischer, Kräfte.

Mit ihnen schreibt man die Geschichte des Kapitals auf perfideste Weise fort. Sie repräsentieren nicht mehr Erkenntnisse der philosophischen, sozialen und ästhetischen Reflexion, sondern ein Wertesystem von Shareholder Values, und könnten auch „Dow Jones Memorials“ oder „Gebäude zum Dax“ genannt werden. D.h. auch: der Begriff postmoderne Willkür ist schon wieder ein Gespenst, denn willkürlich ist da nichts. Nur sind es nun die Werte des angeblich freien Marktes, die den Tausch eines vermeintlich bohemiantischen Lebensgefühls gegen Börsenaktien tauschen lassen. Abstraktionswert Geld gegen einen seiner Inhaltlichkeit, Geschichtlichkeit und Geistigkeit beraubten Geschmackswert. Aber über Geschmack läßt sich gerade deshalb köstlich streiten, weil Geschmacksurteile abhängig sind von der Freiheit zur Auswahl, und die ist nun einmal bis heute eine Frage der ökonomischen Möglichkeiten. Geschmacksfragen sind im heutigen Jargon Fragen der Schichten und Zielgruppen – Also doch: Klassenfragen. Aber die Hoffnung, die in der Kunst sich manifestiert, ist auf freie Entfaltung des frei entfalteten Individuums gerichtet, daß sich seiner gesellschaftlichen Bedingt- und Verhältnismäßigkeiten sensibel und intelligent bewußt ist. Freie Assoziation der frei Assoziierten, so hieß es bei Karl Marx immer so schön. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg hat nicht von ungefähr seinen berühmten Bilderatlas zum Fortleben der Antike „Mnemosyne“ benannt. Mneme ist der aus dem griechischen stammende Terminus für Gedächtnis, Erinnerung. Die mythologische Gestalt der Mnemosyne, Tochter des Uranos und der Gäa, die von Zeus geschwängerte Mutter der Musen; der Künste also. Sie ist die Personifikation von Gedächtnis und Erinnerung. So wird die Betrachtung der Kunstentwicklung bei Warburg aus dem lebensnotwendigen „Zurückgebundensein“ an Gedächtnis und Erinnerung gleichzeitig zur Dokumentation einer Leidgeschichte der Menschheit.

Es ist das Ringen um Freiheit und Ausdruck, daß in jeder Gesellschaft ständig bedroht ist. Besonders dann, wenn art bzw. kunstferne Kategorien ihre erkenntnistheoretischen und praktischen Ergebnisse negieren und als Frage von Angebot und Nachfrage in ein heuchlerisches System transformieren. Um Kunst als Basis, als geistige Ernährungsgrundlage verwirklichen zu können, bedarf es einer Gesellschaft, die eine auf historischer Wahrhaftigkeit basierende Ethik besitzt. Dann könnten nicht nur emotionale, ethische und ästhetische Konzeptionen zu Geschwistern werden. Gesellschaftliche Gestaltung könnte aus der Unmittelbarkeit individueller Formung und seinem Anrecht auf Ausdruck zu einem verwirklichten sozialen Körper wachsen. Der sich seiner Selbst- und Fremdverantwortung bewußte Mensch würde über seine innere Proportionierung im Multilog mit den Experiementen und Ergebnissen der Anderen Mitmenschen ins Offene und Freie aus Vertrauen gehen können. Die Entwicklung einer als Unterstützung für ein soziales Projekt gedachten „House-Aktie“(*) ist an dieser Stelle eine glückliche Übereinkunft von moralischer Phantasie, künstlerischer Innovation und konkreter Hilfeleistung vor Ort.

· Forum ::: Netzdraht-Thread = Fellgeschichten & Höh(l)enzeichen
Selbstverwaltetes Forum des Bürgernetz Hamburg (noch unbearbeitet=Fotos fehlen! etc.) Foren der Hamburger Bürger & Stadtteile FAQ Suchen Mitgliederliste Benutzergruppen Profil Du hast keine neuen Nachrichten Logout [ metasynapse ] Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen Selbstverwaltetes Forum des Bürgernetz Hamburg Foren-Übersicht -> Graffiti Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen Autor Nachricht metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Okt 23, 2003 9:30 am Titel: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— (…) Mit Verlaub, Kolleginnen von Avanti: Das ist doch ein Trick, das sagt ihr doch nur, um gutwillige Männer an den Herd zu locken, damit ihre Gattinnen Zeit haben, Fußball zu spielen oder Wollnashörner zu jagen. Andererseits, so rätselhaft, wie Frauen sind, ist die aphrodisierende Wirkung eines Mannes in Küchenschürze nicht ausgeschlossen. Wer bisher mit Rosen und einer Flasche Barolo bei der Angebeteten erschien, ohne den erhofften Erfolg zu haben, tut gut daran, es mit dem Staubsauger zu probieren. Und was das Theater betrifft, so wäre der Fall Romeo und Julia glaubwürdiger, wenn der junge Mann, statt am Balkon Süßholz zu raspeln, mal ordentlich bei den Capulets durchgefegt hätte. „Das wilde Blut, das in den Wangen flattert“, seufzt Julia. Solche Leidenschaften kann nur ein Hausmann entfachen. http://www.sueddeutsche.de/sz/streiflicht/red-artikel1083/Nach oben spurensucher Gast Verfasst am: Do Okt 23, 2003 8:51 pm Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— höhlenmenschen dialogik! Zu Fellgeschichten fällt mir nur Brunner auf dem Bärenfell ein. Cyberpolitics begins @ Bits and Bytes!Nach oben CyberDschini Anmeldungsdatum: 17.10.2003 Beiträge: 16 Verfasst am: Fr Okt 24, 2003 6:02 pm Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen von „OZ“ b ———————————————————————— OOPS! Das Hamburger Abendblatt http://www.abendblatt.de meldet im Ticker: „Hamburger Polizei nimmt Graffitisprayer «OZ» fest“ Unter dem Bild ist von 120 000 „OZ“-Graffittis in Hamburg die Rede. http://www.abendblatt.de/z/newsticker/p/OZ_4977274.onlineBild.jpg Frage: Was bedeutet dieses „OZ“ Zeichen an der betonierten Höhlenwand? Schon mal nachgedacht? OOPS! —————————————————– Sollten Lehrerinnen im Unterricht ein Kopftuch tragen? Natürlich! Gute Beispiele gibts von Maria bis Theresa http://www.graffiti.org/la/madreteresawall.jpg _________________ x oriente luxNach oben Enternetkonsument Gast Verfasst am: Do Okt 30, 2003 4:36 am Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen von „OZ“ – ———————————————————————— CyberDschini hat folgendes geschrieben: OOPS! Das Hamburger Abendblatt http://www.abendblatt.de meldet im Ticker: „Hamburger Polizei nimmt Graffitisprayer «OZ» fest“ Unter dem Bild ist von 120 000 „OZ“-Graffittis in Hamburg die Rede. Unser KNAST soll bunter werden! Für den Sprayer „OZ“ gibts sicher „Drinnen“ auch genug Wände. Klüger wäre es jedoch endlich großformatige Leinwand zu benutzen, um die Bilder auch auf dem Kunstmarkt anzubieten zu können „Der Zauberer von OZ“ ?Nach oben stadt Gast Verfasst am: Do Okt 30, 2003 1:43 pm Titel: Na was gebs DA? ———————————————————————— Gute Malzeit! Habe gelauscht< ist die UNI< ist die UNIKunst< sanft ins Leben zurückholt“ ———————————————————————— Streiflicht …) Eine schöne kleine Geschichte ist das, wie das Leben sie öfters schreiben sollte – weil sie die Kunst in eben dieses Leben sanft wieder zurückholt und die arbeitende Bevölkerung in die Kunstwelt einlässt. Und weil sie endlich einen Berufsstand rehabilitiert, der bislang vor allem mit einer Aura des Destruktiven assoziiert ist, der Verweigerung, der Verhinderung, der Ausschließung. Der große Kafka hat ihm den Zugang zur Liste der ehrenwerten Berufe gnadenlos verbaut, durch die tendenziöse Darstellung in seiner Erzählung „Vor dem Gesetz“. In ihr wird ein Bittsteller so lange hingehalten vor dem Zugang zum Gesetz, bis er schließlich kindisch wird, die Flöhe im Pelzkragen des Türhüters studiert, sie bittet, ihm zu helfen und den Türhüter umzustimmen. Auch Gil Perez wäre fast auf einer kafkaesken Kontorslaufbahn gelandet, hätte er nicht plötzlich den Drang an die Plaza gespürt, wo er nun Christie’s Türdrücker bedient. Am Dreh- und Angelpunkt der Kunstwelt, darüber entscheidend, wer drinnen ist und wer draußen. Was Power ist, darüber mag man ruhig weiter diskutieren – Glück aber ist eindeutig, wenn man von Gil Perez erkannt und beim Aufschwingen der Tür mit seinem Vornamen begrüßt wird. Bitte den vollständigen Artikel lesen http://www.sueddeutsche.de/sz/streiflicht/red-artikel337/Nach oben ohne (T)orte Gast Verfasst am: Do Nov 06, 2003 10:24 am Titel: Re: „wie die >Kunst< sanft ins Leben zurückholt&q ———————————————————————— Altonaer Museum (Quelle: x-cards http://www.altona-web.de ) Nach oben ?n Gast Verfasst am: Fr Nov 07, 2003 12:46 am Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— ?? Musik http://www.donga.com/music/korea/k_list.php ?n look http://www.dreamtouch.co.kr/manha/general/general-swf/0201001004.swfNach oben Radio Hel[l]sinki Gast Verfasst am: Fr Nov 07, 2003 10:29 am Titel: Re: [Tittitainment°] ———————————————————————— ?? hat folgendes geschrieben: ?? Musik http://www.donga.com/music/korea/k_list.php ?? look http://www.dreamtouch.co.kr/manha/general/general-swf/0201001004.swf Tittitainment-service http://mrs-lee.com/art/Radiotipp/radiotipp.htmlNach oben Trillerich Gast Verfasst am: Sa Nov 08, 2003 8:38 pm Titel: Tirilierende Teutonen (Vogel-Futter) ———————————————————————— …) Tirilierende Teutonen Deutschland, das Volk der Dichter und Denker? Von wegen. Es ist wohl eher das der kleinen Lichter und Autolenker. Zu dem Ergebnis muss man jedenfalls kommen, wenn man die „Liste der 100 besten Deutschen“ studiert, die Bild und ZDF stolz präsentieren. „Millionen von Lesern“ bestimmten „unsere Besten“, und siehe da: Brecht, Hölderlin, Grass, Hegel – alle nicht dabei. Dafür Solitäre des Geistes wie Dieter Bohlen, Michael Schumacher und Daniel Küblböck. Überhaupt die Musiker: Heino, Campino von den Toten Hosen und ein Kerl namens Wolle Mozart, von dem es aber schon lange keine neue Single mehr gab, gehören alle zu den Besten. (…) http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel1062/Nach oben Sittich Gast Verfasst am: Sa Nov 08, 2003 10:55 pm Titel: Re: Tirilierende Teutonen (Vogel-Futter) ———————————————————————— Trillerich hat folgendes geschrieben: „Millionen von Lesern“ bestimmten „unsere Besten“, und siehe da: Brecht, Hölderlin, Grass, Hegel – alle nicht dabei. Dafür Solitäre des Geistes wie Dieter Bohlen, Michael Schumacher und Daniel Küblböck. http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel1062/ E=mc Zitat: Wenn ich mit meiner Relativitätstheorie recht behalte, werden die Deutschen sagen ich sei Deutscher, und die Franzosen ich sei Weltbürger. Erweist sich meine Theorie als falsch, werden die Franzosen sagen, ich sei Deutscher und die Deutschen, ich sei Jude. Eine Stadt liest ein Buch! – „Die Entdeckung der Currywurst“ http://www.hamburgliesteinbuch.de/Nach oben metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Nov 13, 2003 1:37 pm Titel: Von Falten [Roll]-Möpsen und Vögeln… ———————————————————————— Vicco von Bülow alias Loriot wird achtzig: Alles hat sich so ergeben, unter der Hand gewissermaßen Unter Möpsen und Menschen Wenn im offiziell Nichtigen das Geltende und im offiziell Geltenden das Nichtige sichtbar wird – Besuch bei dem Schöpfer einer ganz speziellen Welt Von Hermann Unterstöger Münsing, 11. November – „Wenn Sie“, bittet mit leiser Stimme Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow, der von seinen Freunden Vicco genannt wird, von der fühlenden Menschheit aber Loriot, „wenn Sie einen lächerlichen Garderobefehler entdecken, dann sagen Sie es mir bitte.“ Es geht um ein Foto, und obwohl kein Garderobefehler, schon gar kein lächerlicher, an dem alten Herrn zu entdecken ist, streift ihm seine Frau Romi ebenso sorgsam wie resolut Hemdbrust und Haare glatt. Man müsse wissen, fährt Loriot fort, dass ihm, wann immer er für Filmaufnahmen in der Ecke des berühmten Sofas Platz nahm, das Jackett von hinten sechs- oder siebenfach mit Fäden festgezurrt wurde, damit es nur ja keine Falten warf. (…) Hier bitte hier entknöpfen= http://www.sueddeutsche.de/sz/seitedrei/red-artikel1557/ Gruß an runterhandeln auf 20 biß 40zig und an T-Höhle von Bad an klare Parabase -wie immer nichts… und an all die anderen investigativen -subversiv aufrichtigen Sagas und Sængers…= welche das Achten (?) achten in pfleglicher Distanz möglichst ohne Schleudertrauma falsch verorteter Vernunft = Slow slow am PI der EIN/AUSlaßstelle manches ist poröser -bei näherer Betrachtung der ER/SIEfühlBARkeiten in Hochzeiten des Augenblicks von Projektion und Utopi(e) beim Denken&Schreiben – hämmernd erlesend die Tasten des anderen ABC……. des schon wieder weg…. und des doch noch da?, in aller Parallelität des parablen SEINs -um ein Wort zu finden das dem „subversiv-anderen“ Flügel verleiht im Wurzelstock entrückter Stockwerke mit Fenster ins Nichts -zu erarbeitender Hoffnung -des immer viel zu KURZ-LANG im JETZT des JETZT… und dann in aller Plötzlichkeit des Prozesses: was heißt eigentlich später?, wir warten?… oh oh = worauf warteten all die anderen= Sumserums??? substanziell sublimierende sub-Suppenhöfe verwarteter Wartung= warten gibts nicht ES tut immerfort im Über-Unterall… Da wo alle sagen: da geht nichts mehr -fängt die eigentliche Gestaltung erst an… das wußten schon die (jungen) ALTEN.. da muß keiner am ALT operieren… Dieser Erkenntnis-Gewinn ist schon paralell zu nehmen- der hat an Gültigkeit nichts eingebüßt… Da frohloggs unter der Hand immer wieder anders… Dafür lohnts sich dann auch >ALTER< zu sagen.. Da kommt Freude auf… Herzlichen Glückwunsch!, wider die Haartracht und dem falschen Faltenwurf willkürlicher Behauptungen und Rechtfertigungen in der Logistik des Gesamtmodell,s… Da bricht einems ja die Nagel ab.. _________________ signum signaleNach oben NeuBauten Gast Verfasst am: Mo Nov 17, 2003 10:58 am Titel: Sponsert from NICHTS ———————————————————————— Stubnitz info, Mon 20031117 For Your pleasure: Events on the MS Stubnitz. You have opted to recieve information 1 day in advance of events for your chosen styles. In addition you also recieve your weekly update today +++Wed 19.11 21:00 Y2003 Culture Club+++ +++Fri 21.11 23:00 Y2003 Bombus+++ The human beat machine! Vier Schlagzeuger der Einstürzenden Neubauten, Madonna Hip Hop Massaker, Sandow und der Weltrekordler Neugebauer bilden den Kern einer virtuosen Performance, die live durch Dj, Sängerin, Gastmusiker und weitere Schlagzeuger bereichert wird. Live-Drumming, -Programming und -Performing, Hände, Füße und Maschinen im Zusammenspiel. Extrem tanzbar! \nBOMBUS (Tinnitus aurium): störende, ton- oder geräuschartige endogene Schallempfindung, entweder als Wahrnehmung ohrnaher Muskel- u. Gelenkgeräusche, von Sekretknistern,Vibrationen etc. oder aber als rein subj. Empfindung (Brummen, Rauschen, Klingen, Pfeifen) infolge inadäquater Rezeptorenreizung. Vork. v. a. bei gestörter Schalleitung (Zerumen, Otitis, +++Sat 22.11 23:00 Y2003 POLVOROSA (HH, Barcelona) Elektro-Latino Live mit: Puente Daniel (lead voc, g), Trillian (back.voc), Jankowski Norman (dr) +++Sat 22.11 24:00 Y2003 Erobique (HH) Carsten Meyer aka EROBIQUE, Mitglied von INTERNATIONAL PONY, möchte sich nicht den Spaß nehmen lassen, weiterhin mit einem Fender Rhodes und einer Rhythmusbox voller betörender Discoloops die heißen Parties der Republiken zu beglücken. Sein Album „Erosound“ (Deck 8/Zomba) fand \nauch im Ausland Anerkennung –es wurde von Acid Jazz in England veröffentlicht, \njapanische Popsternchen forderten Remixe an, New Yorker DJ-Legenden wie \nRoger Sanchez spielten seine Maxis und er wurde eingeladen auf dem legendären \nJazzfestival in Montreux aufzutreten. +++Sun 23.11 22:00 Y2003 Blurt konzert: BLURT/Ted Milton \n \nTed Milton ist zurück mit seiner Band Blurt, die Anfang der 80er zerrissene hypnotische no wave-hymnen schrieb und Punk damit den Rückweg abschnitt. Für alle Fans von Tuxedomoon / Wire / o.ä ein Muss! \n \n +++Dada-Avan+++ http://www.stubnitz.comNach oben metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Nov 20, 2003 1:39 pm Titel: >AltBauten< = „Die schönen Augen sinds“ ———————————————————————— Die schönen Augen sind’s, die mir das Herz durchdringen… Wozu dient eine nachträgliche Verewigung der Vergangenheit? Bei Padua wurde das Grab Francesco Petrarcas geöffnet (…) Wir treten ein ins zweite Zeitalter der Reliquien: Knochen entfalten, jenseits der symbolischen Pietät, auf einmal wieder eine magische Wirksamkeit kraft ihrer materialen Gegenwart. Während in der Basilika von Padua noch die Pilger den Sarkophag des heiligen Antonius berühren, damit ihre Gebete in Erfüllung gehen, haben nun Wissenschaftler der Universität Padua die Gebeine Francesco Petrarcas, des ersten Poeten der Neuzeit, aus seinem Grab in Arquà Petrarca entnommen. Sie erhoffen sich Aufschluss darüber, wie sein Gesicht aussah und ob er wirklich, wie berichtet wird, die für seine Zeit phänomenale Höhe von 1,84 m erreichte. Es ist auf diese Weise bereits gelungen, die Gesichtszüge des Evangelisten Lukas zu rekonstruieren (wenn er es denn wirklich sein sollte). Computergestützte Methoden machen es möglich, einem altgehüteten Skelett ganz neue Aufschlüsse abzugewinnen. (…) (…) Ein zwiespältiges Gefühl bleibt doch zurück vor so viel nachträglich verewigter Vergangenheit. Wie wird die Computergrafik die Augen Petrarcas wiedergeben? Es wird ihr kaum mehr gelingen als eine starre Notlösung, eine schauerlich untote Totenmaske. Die Augen, knochenfrei, vergehen spurlos, sterblichster Teil des Menschen und Spiegel seines unsterblichen. Niemand wusste das besser als Francesco Petrarca, der schrieb: „Die schönen Augen sind’s, die allerwegen / Lassen, was da mein Herr beginnt, gelingen, / Vor allem, wenn es gilt, mein Herz zu brechen. / Die schönen Augen sind’s, die mir durchdringen / Allorts das Herz mit ihrer Flammen Segen, / Dass ich nie müde bin, davon zu sprechen.“ (…) http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel565/ (*** SEITE DREI ***) BOWLING IN EIGENER SACHE (¿?) Er schmeichelt seinen Zuhörern, wird gefeiert für seine Attacken gegen Bush ˆ und versteht es wie kaum ein anderer, alles …= (Pommesfrites, Roland Barthes?¿ = („Mythen des Alltags“= Politische-Pommes-Parameter= >:::< = ¡Bitte/Danke!)= >DaDaDrom Graffiti Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde Seite 1 von 1 Bei Antworten zu diesem Thema nicht mehr benachrichtigen Gehe zu: GoDu kannst Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum mitmachen. Impressum Powered by phpBB 2.0.6 © 2001, 2002 phpBB Group

· operative Probleme mit Beuys & kegeln bei Kant
http://www.oben.de/go/history/20j/stasi_14.htm

Im AffBau= Im Kegel des Kleinkarierten bis Pep-Pieta

(…) O b diese satyrische Ueberschrift auf dem Schilde jenes holländischen Gastwirths, worauf ein Kirchhof gemalt war, die M e n s ch e n überhaupt, oder besonders die Staatsoberhäupter, die des Krieges nie satt werden können, oder wohl gar nur die Philosophen gelte, die jenen süßen Traum träumen, mag dahin gestellt seyn. Das bedingt sich aber der Verfasser des Gegenwärtigen aus, daß, da der praktische Politiker mit dem theoretischen auf dem Fuß steht, mit großer Selbstgefälligkeit auf ihn als einen Schulweisen herabzusehen, der dem Staat, welcher von Erfahrungsgrundsätzen ausgehen müsse, mit seinen sachleeren Ideen keine Gefahr bringe, und den man immer seine eilf Kegel auf einmal werfen lassen kann, ohne, daß sich der [3/4] w e l t k u n d i g e Staatsmann daran kehren darf, dieser auch, im Fall eines Streits mit jenem sofern consequent verfahren müsse, hinter seinen auf gut Glück gewagten, und öffentlich geäußerten Meynungen nicht Gefahr für den Staat zu wittern; – durch welche C l a u s u l a s a l v a t o r i a der Verfasser dieses sich dann hiemit in der besten Form wider alle bösliche Auslegung ausdrücklich verwahrt wissen will. [4/5]

Erster Abschnitt,

welcher die Präliminarartikel zum ewigen Frieden unter Staaten enthält. (…)

Hier gehts weiter=

http://www.philosophiebuch.de/ewfried.htm

· Gemischte Gruppe Installation von Stilla Seis [Bürgerservice°]
http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/bezirke/eimsbuettel/aktuelles/termine-und-veranstaltungen/ausstellung-gemischte-gruppe/start.html

»gemischte Gruppe«

Installation von Stilla Seis im Bürgerservice / Bezirksamt Eimsbüttel

vom 20.11.03 bis 31.12.03 Eröffnung: Donnerstag, 20.11.03, 15.00 Uhr Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch 7.00-14.00 Uhr; Donnerstag 12.00-18.00 Uhr

Die Ausstellung ist im:

Raum des Bürgerservices im Bezirksamt Eimsbüttel, Eingang Grindelberg 66 (EG) in 20139 Hamburg zu sehen.

Aufbau:

Reihung von 14 Colorfotografien auf KodakDuratransmaterial im Format 20x30cm an den Innenseiten der Glaswände des Eckgebäudes; die Bildflächen sind auf den Innenraum ausgerichtet.

Titel:

»gemischte Gruppe«

Die Bilder sind aus Fotografien einer gemischten Gruppe – Frauen und Männern unterschiedlichen Alters – entstanden; vorerst ist keine Ursache für die Zusammensetzung der Gruppe zu sehen. Bildausschnitt und Vergrößerungsmaßstab lassen zunächst keine Identifizierung zu; lediglich die persönliche Bekanntschaft mit einer der Personen ermöglicht, aus der Kenntnis von streng persönlichen Details, ein Wiedererkennen.

Geschichte:

Betrachter, die sich im Raum aufhalten, mischen sich mit der sie umgebenden Schar. Die Zusammensetzung der Besucher des Bürgeservices, also der möglichen Betrachter, scheint ähnlich grundlos, wie die Zusammen-setzung der ursprünglich abgelichteten Personen. Darin verbirgt sich der grundsätzliche Unterschied: während jeder Besucher am Empfang ein persönliches Anliegen hat, verbindet die dargestellte Schar ein gemeinsames Ziel. Jeder Besucher wird angeregt, seine Wahrnehmung in Bezug auf bekannte und unbekannte Personen seines sichtbaren Alltags zu sensibilisieren. Es kann die Frage entstehen, mit wem wir es tagtäglich zu tun haben.

gemischte Gruppe

Installation von Stilla Seis im Bürgerservice vom 20.11. bis 31.12. 2003

Raum des Bürgerservices im

Bezirksamt Eimsbüttel, 20139 Hamburg, Eingang Grindelberg 66, EG, montags, dienstags, mittwochs 7.00 – 14.00 Uhr , donnerstags 12.00 – 18.00 Uhr. Telefon 040/42801-21.00

· Wasser-Rechte= Nestle,s Ice Mountain Bottling Operation
http://michiganimc.org/

News: [Water Rights°]

Judge Orders Halt to Nestlé’s Ice Mountain Bottling Operation by Lou Blouin Email: louie (at) waterissweet.org 25 Nov 2003 Modified: 02 Dec 2003 Michigan Citizens for Water Conservation’s landmark suit against Nestlé Waters North America has ended in a court order to halt all spring water withdrawals from a site in Mecosta County, Michigan. Judge Lawrence Root handed down the order for Nestlé to terminate its spring water withdrawals earlier today in a markedly personal 68-page written decision. “I am holding that Nestlé’s pumping operations at the Sanctuary Springs must stop entirely,” Root wrote. “Further, I am unable to find that a specific pumping rate lower than 400 gallons per minute, or any rate to date, will reduce the effects and impacts to a level that is not harmful.” [ Summary and Order by Judge Root ] Read the full article… (8 comments) http://michiganimc.org//

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^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ ………………………………………………………………………………….^…….. News: Civil Liberties Police repression in Miami; two Michigan IMC reporters arrested by FTAA-Miami IMC 26 Nov 2003 Modified: 05:31:46 PM On Friday, November 21, around 200 activists gathered at the Miami-Dade County Jail to hold a peaceful protest and demand the release of those who had been arrested the day before. In what has become a hallmark example of the extreme repression that global justice activists faced this past week, the police demanded that the protesters disperse. Those who had gathered began walking away and moving down the street, where they were surrounded by the over 500 riot police that had surrounded the protesters. The police then attacked the dispersing crowd, chasing about 30 people into a corner. They shoved them to the ground and beat them. They gassed them at close range. The police arrested around 60 people, including journalists, legal observers, and medics. Two Michigan IMC journalists were arrested while doing news coverage of this event for the FTAA-Miami IMC. Coverage of police repression in Miami:

· Vom [Scheitern im Scheitern°]
Diese Inhalte sind Auszüge aus dem Buch „sch“, das im Oktober 2003 erscheint. Die Kunst des Scheiterns „Mit jeder Erfindung, ist der Unfall, das Scheitern mit erfunden.“ (Paul Virilio) von Nina Mayrhofer Kunst entzieht sich einer Definition. Das heißt einer einzigen Definition. Umso mehr entsteht hier ein Spannungsfeld zwischen dem so genannten Kunstmarkt und der Kommerzialisierung auf der einen und der „freien“ Hingabe des Künstlers aus Überzeugung an der Sache auf der anderen Seite. Kunst will Kunst und besteht auf ihrer Zweckfreiheit. Die Sinnhaftigkeit ergibt sich aus dem Werk und der Interaktion mit dem Betrachter. Oder auch nicht. Klare Abgrenzungen, wer denn nun ein Künstler sei, ist eben ein langes Kapitel einer unendlichen (Kunst-)geschichte. Das Klischee des frierenden Künstlers in der Dachkammer steht dem Bild eines Künstlers entgegen, der sich und seine Seele verkauft hat und dessen Werk der Kommerzialisierung anheim gefallen ist. Diese Schwarz-Weiß-Malerei ist aber im Grunde nicht mehr vorhanden. Fronten verschwimmen und Definitionen machen nur für ein begrenztes Publikum Sinn. Das Scheitern ist der Kunst implizit. Ein Künstler, der aus einem negativen Ereignis sein kreatives Potential schöpft, ist interessanter und griffiger als eine Person aus der „heilen Welt“, einer Kunstschule beispielsweise. Joseph Beuys Werk etwa lässt sich vielseitig durch seinen privaten Hintergrund erklären. Ein Flugzeugabsturz, die Rettung – Filz und Fett, das ihn vor dem Erfrierungstod bewahrte. Das Unglück, das Hinfallen mit Herzblut und scharfen Wunden ist nicht nur als Potential für produktive Kraft zu sehen. Das Scheitern, oder milder gesagt, das Misslingen im Prozess des Erschaffens liegt gerade in der Kunst auf dem Weg zu einem Ergebnis. Zehnmal schief gegangen, einmal Meisterwerk. „Solche Kunstwerke, wie sie heute üblich sind, kann ich gar nicht fertigstellen. Dazu fehlen mir Könnerschaft und Unverschämtheit. Ich beließ es daher besser bei gelegentlichen Bierdeckelskizzen und kletterte doch lieber wieder kunstlos durch die Irrenhäuser Hegels, anstatt im Kreis durch doofe Galerien.“ (Kapielski) Umsetzung seines Bildes im Kopf in ein für ihn gerechtes Medium. Dann das vollendete Werk. Das immer noch am Kunstmarkt an seiner Verkäuf-lichkeit scheitern kann. Ob van Gogh nur deswegen Berühmtheit erlangte, weil sich seine Bilder erst nach seinem Tode verkaufen ließen? Sozusagen das Ableben als Bedingung für das Aufstreben am Markt. Von diesem Erfolg konnte er nichts mehr mitbekommen und deswegen ist wohl sein Ziel ein ernst genommener Künstler zu werden fehlgeschlagen. Aus subjektiver Sicht. Das kann man heutzutage bestimmt nicht behaupten. Natürlich ist van Gogh erfolgreich. Das heißt, sowohl der Faktor Zeit als auch das individuelle Lebensziel und die Einstellung des Umfeldes gegenüber dem Produkt und dem Selbst sind die Kriterien für ein (erfolgreiches) Scheitern. Jedoch: Ist es mehr Misserfolg, wenn sich das Produkt verkaufen lässt, oder ist es dann ein wichtiges Werk einer Avantgardebewegung, die sich gegen die bis dahin geltenden Regeln und Gesetze sträubt? Nicht beantwortbar. Die Notwendigkeit des Scheiterns für eine Haltung abseits vom Main-stream gilt vielleicht als natürliche Ingredienz von Avantgarde bewegungen. Etwa der Dadaismus oder auch die Surrealisten waren zu ihrer Zeit nur für einen engeren ausgewählten interessierten Kreis zugänglich. Zugang im Sinne von Verständnis. Die konventionelle Sicht mag auch diese Kunstformen zu der Zeit als gescheitert angesehen haben. Vor allem was ihre tatsächliche Wirkung und ihren Einfluss auf sie umgebende Systeme – seien es politische oder gesellschaftliche – betrifft, mögen sie weitgehend ohne Erfolg gewesen sein. „Die Zeit heilt alle Wunden“ ist eine Floskel, die für das Scheitern im Bereich der Kunst eben die Rückkopplung eines Erfolges schaffen kann. Kunstgeschichte, und somit wohl eine Wertung des Erfolgspotentials eines Kunstschaffenden kann meist nur rückwirkend oder zeitverschoben passieren. Das bringt uns zurück von dem zu Lebzeiten wenig Geschätzten zu dem im Nachhinein hochgefeierten Kreativen. Die Bereiche der Kunst, die sich mit dem Scheitern schneiden, enthalten somit vielfältige Perspektiven. Einmal die erwähnte Spannung zwischen Künstler und seinem Produkt – das mehr oder weniger geschlossene System der Ideenfindung, Umsetzung oder Konzeption und des Schaf-fensprozesses. Andererseits die Sicht des Marktes auf Künstler und Produkt. „Unfertige“ Konzepte und Werke haben ihre Rechtfertigung selbst in diesem Stadium als Endprodukt und finden in eben diesem Kontext ihre eigenen Räume und Ausstellungen. Hier eröffnet sich die Möglichkeit der Offenheit des Kunstwerkes und des erweiterten Kunstbegriffes. Das Unvollendete bedeutet aber nicht zwingend ein Scheitern am Ausgangspunkt. Es gibt eine Transformation des Prozesses, die an einem selbstgewählten Punkt endet. Die Thematisierung des Scheiterns in der Kunst selbst liegt nahe an der Ebene des abgebrochenen Schaffens. Gerade aber das Unvollkommene erlangt das Interesse der Öffentlichkeit – etwa vor kurzem in der Ausstellung in Österreich „Fehlschläge? – Ein Exkurs über das Scheitern“ – und zeigt die mögliche Publizität des Unfertigen. Ein Blick auf Werke zwischen Gelingen und Misslingen und Misserfolg als Motor des Lernens. Der positive Auftrieb nach dem Fall als kreative Erweiterung und Lehre. Scheitern als „das große moderne Tabu“, wie der Soziologe Richard Sennett es beschreibt, ist hier wohl hinfällig. Die Thematik erfährt geradezu eine aufstrebende Popularität. Eben im Bereich der Kunst ist die Tragik von Geschichten und Leben hinter Werk und Künstler ein pushender Effekt. Die Ausweitung der persönlichen Geschichte des Künstlers, die Auslegen der Biografie auf seine Werke ist für ein Kunstverständnis problematisch. Durch Geschichten, Bilder in der Geschichte der Persönlichkeit, können sich Bilder im Kopf beim Betrachter und Rückschlüsse auf Intentionen des Künstlers ergeben. Interpretation eben. Das erleichtert das Verständnis ungemein, kann aber vielerseits zu groben Miss-interpretationen der tatsächlichen Intention führen. Und hier wird die Unvollkommenheit interessant. Perfektion ist zu glatt, zu einfach im Sinne von geradlinig. Daher sind „unvollkommene“ Werke auch so spannend. Sie scheinen Einblicke in die Arbeitsprozesse zu gewähren. Der Moment des Scheiterns liegt auf kurvigem Weg. Undefi-nierbarkeit macht vieles schwerer. Aber deshalb umso spannender. Definitionen sind Rettungsreifen. Kunst bezieht Definitionen. http://www.scheitern.de/

· Gunnar F. Gerlach >OHNE METAPHER< KP BREHMER
Gunnar F. Gerlach OHNE METAPHER – KP Brehmer, oder: Wie einer auszog „ein bißchen über das richtige Leben“ zu lehren

„Es gibt keinen anderen Weg, den sinnlichen Menschen vernünftig zu machen, als daß man denselben zuvor ästhetisch macht.“

Friedrich Schiller

„Ein weiterer Aspekt des „Readymades“ ist sein Mangel an Einmaligkeit weil die Replik eines „Readymades“ die gleiche Botschaft übermittelt;…“

Marcel Duchamp

„Weiter vor allem wurde aus der modernen Technik die künstlerische Montage gezogen, als Hilfsmittel in einer keineswegs mehr fertig oder eindeutig ge- schichteten Welt. Es ist eine Auswechslung, die bisher nur in der Groteske bekannt war, nun aber reicht sie vom frühen Photoklebebild (…) bis in die jähsten Verfremdungs-Einsätze, aus scheinbar wo ganz anders her, bei Brecht.“ Ernst Bloch

Worte können nur schwer das visuelle Werk eines Künstlers beschreiben der in visuellen und geistigen Zwischenreichen surreal agierte. (1) Wenn sie sich auch noch zu einer nachrufenden Erzählung über den Lehrer und die Lehre eines Künstlers verdichten sollen, der 21 Jahre – seit 1976 – an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg zwischen Künstler-Kollegen, Studenten, Kunstwissenschaftlern, Freunden (2) und der von ihm initiierten Galerie Vorsetzen kommunikative Netze knüpfte, können nur zentrale Aspekte Erwähnung finden.

Am 16. Dezember 1997 verstarb der Künstler und HfbK-Professor für Freie Kunst, KP Brehmer, plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Herz- und Hirnschlages. Geboren am 12. 9.1938 in Berlin, wurde er bereits in jungen Jahren bekannt und zu einem der wichtigsten Vertreter einer sich politisch artikulierenden Kunst. Als einer der Hauptvertreter der „Grafik des Kapitalistischen Realismus“ neben Sigmar Polke und Gerhard Richter entwickelte der gerlernte Reprotechniker und Klischeeätzer nach weiteren Ausbildungen an der Kunstgewerbeschule in Krefeld und Kunstakademie Düsseldorf eine aus der dem Surrealismus von Max Ernst und der Pop Art á la Richard Hamilton entwickelte, ganz eigene Formensprache, die in dauernden Zwischenzuständen oszillierte. Er nahm den optischen Menschen ernst und entlarvte zugleich die Suche nach Sinn, in dem er mit Farbskalen und ihren vermeintlichen Bedeutungen surreales Spiel trieb: seine „Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung“ legte bereits 197O frei, was jetzt globale Vernichtungs-Bedrohung ist: Das Großkapital in leuchtendem gold-gelb nimmt nimmt 7/8 der installierten Fahne ein. Spitzfindig wurde das dem alltäglichen Blick entgehende – z.B. die ideologische Bedeutung von Briefmarken als „Deutschen Werten“ – mit visuellen Mitteln enttarnt, wie die „Braunwerte“ am Beispiel des Testbildes im deutschen Fernsehen. KP Brehmer entsprach damit jenem von Herbert Read in seinem Buch „Erziehung durch Kunst“ analysiertem „optischen Typus“, der dem einfühlenden und integrierten Typus gleichgestzt werden kann: „…;er geht von der Umwelt aus und baut aus seinen optischen Erfahrungen eine synthetische Darstellung seiner Einzelwahrnehmung auf“. Dabei arbeitete er immer wieder mit den Möglichkeiten medialer Transformationen um zwischen Museums-, Sammler- und Volks-Ausgaben zu differenzieren, denn das „sind verschiedene Wege, Vertriebswege in dem Medienkomplex, als den ich den ganzen Kunstbereich betrachte“, formulierte er bereits 1971 bei seiner ersten großen Einzel-Ausstellung im Hamburger Kunstverein weitsichtig. Das handwerklich und technisch erlernte muß in Beziehung stehen zu den jeweiligen gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen, medialen Transformationen und der Notwendigkeit einer über alle Klassen und Schichten hinausweisenden Praxis.

Die verständnissinnigen Medienschichten zwischen Trivialität und Bedeutung, Schein und Tiefe, verwiesen bei ihm auf das zweigeteilte Goethesche Glück, wo die höchste Höhe einzig zu finden sei in der nächsten Nähe. Und dies wiederum fand seinen unmittelbaren Niederschlag im Umgang mit Menschen. Die Kunst reguliert und verbessert im Idealfall die gegebenen Bedingungen, hin zu intensiverer und genauerer Beobachtung in der eine innere und äußere qualitative Wahrnehmungssteigerung zu finden ist: Die „ideale Landschaft“ meditiert sich jeder Betrachter selbst zusammen. Den Zustand einer die Natur nicht mehr intuitiv begreifenden Gesellschaft ironisierend, überließ, es KP Brehmer der Statistik, hieraus Schlüße zu ziehen: das auf Zahlen reduzierte Gefühl wird zum Emblem der Unfähigkeit die Sinne in einem auf die tatsächliche, dialektische Realität zu richten. In der provozierten Ironie des sich selbst auf statistische Werte reduzierenden Menschen erscheint zugleich ein Hoffnungsstrahl, der auf die Möglichkeiten der Künste zielt. Sie dürfen mit beiden Seiten spielerischen Umgang pflegen. Schiller ließ freundlich grüßen und Ernst Bloch, der deutsch-deutsch-wißbegierige und literarisch philosophierende Großgeist, interpretierte „Goethes Zeichnung > Ideallandschaft <“ als einen Schriftzug Goethes im Geiste der „glücklichen Küsten mit feenhaften Bauten“ von Claude Lorrain: “ Hier lernt man atmen. Dies Blatt wirkt körperlich ein. Nur einer mit breiter Brust konnte das hinsetzen. Die Sonne, der Tempel bedienen sich des Raums….Im Bild ist etwas gut geworden.“ Geprägte Form, die lebend sich entwickelt, verweist hier auf jene wohl überlegte Mitte, über die Bloch sagt: „Das Bild lehrt viel, nicht zuviel.“ Hierin ist der von seiner Kriegs- und Nachkriegs-Erfahrung geprägte, strebende und lebende Mensch, Freund und Lehrer KP Brehmer wiederzuerkennen.

Am Naturmaß, am Umgang mit dem in seinen Widersprüchen und im Kapitalismus zum Überleben notwendigen Schizophrenien, wie Deleuze und Guattari dies analysierten, zeigt sich der Mensch genauer und tiefer – zwischen der Intuition zur Natur, dem analytischen Verstand (erlernbarem Wissen) zur Technik und der synthetischen Leistung, die für die Kunst als Erfindung von spezifischen Form-Inhalts-Korrelationen unabdingbar ist. In die Kurve gehen wie ein junger Hirsch, sagt der Volksmund. Zwischen den Extremen ein „bißchen das richtige Leben“ spüren und stiften. Dies vermittelte er stets mit großem Einfühlungsvermögen für die jeweils herauszuarbeitenden Qualitäten von Studenten und Freunden. Kleine Hinweise, ein kurzes, fast beiläufiges Herüberschieben einer Literatur, eines Kataloges, einer Abbildung oder eines musikalischen Werkes, trafen zumeist zielsicher das Interesse des Adressaten. Ohne jegliche Besserwisserei, als Gleicher unter Gleichen, war damit ein Rat gegeben, womit sich das Gegenüber beschäftigen sollte, um dem individuell erwünschten Ergebnis näher zu kommen. Hierin wurde KP Brehmer die Möglichkeit einer sozial gelingenden, intensiveren Kommunikationsebene in den letzten Jahren zunehmend wichtiger, als die letztlich doch nur auf Ding- und Warenfetischismus, Machtkampf und Eitelkeit hinauslaufende, individuelle Kunstproduktion.

„3o Jahre Arbeit in Kunst“ und „Schamanismus mit Klangbeispielen“ waren in den frühen 90er Jahren zwei von ihm gewählte Ausstellungstitel in der Galerie Vorsetzen in Hamburg mit programmatischem Charakter. Die Kunst als Arbeit definiert, entzerrt sie von hierarchischen und auf Ausgrenzungen abzielenden, bürgerlichen Bestimmungen. Die Natur des Klanges, kombiniert mit der Erinnerung an sozial notwendige Rituale für Auge und Ohr, wird zu einer Heilungsmetapher. Idealistisch und realistisch in Einem, drückte sich darin ein praktischer Eingriff ins Leben aus: die Realität des Scheiterns erkennen, aber nicht darin (selbst-) verliebt sein, sondern auf Veränderung setzen. Die Dinge der Welt sind von Menschenhand gemacht, also kann die Handlung mit Herz und Hirn positiv verändernd einwirken. Das erinnerte stets an die Überlegungen des sowjetischen Revolutionärs Sergej Tretjakov und seine Überlegungen zu einer operativen Kunst: „Wir haben keine Veranlassung, die Erzeugnisse der Kunst trotz all ihrer Verschiedenartigkeit und ihres spezifischen Charakters aus der Reihe der Dinge herauszugreifen. Die Erzeugnisse der Kunst sind die Instrumente zur Bearbeitung der menschlichen Emotionen. Das Erzeugnis der Kunst ist das Werkzeug für die direkte oder indirekte soziale Handlung.“

Die indirekte soziale und kommunikative Handlung drückte sich bei KP Brehmer als eine Art Lehre in und an der Natur aus. Die Einladungen an Studenten und Freunde aufs Land in seine Datscha in Vietze (Landkreis Lüchow-Dannenberg) dienten dazu in entspannter Atmosphäre das Wahrnehmen wieder ernst zu nehmen: als ein Wahrnehmen des wahrnehmens ohne normative Vorgaben. Der Moment des individuellen Entscheidens kreiert das Ich und gebiert durch repressionslose, freiwillige Auswahl den auch sinnlich vernünftigen Menschen. Hierin war KP Brehmer Rationalist. Angemessenes Verhalten und Handeln bis hin zum Kleiden verlangen ein Höchstmaß an präziser Wahrnehmung. Toleranz genüber dem anderen und fremden wird dann ein Gebot der Vernunft. Gleichermaßen muß zur Regulierung und Herstellung „des richtigen Lebens“, über das man „ein bißchen reden“ kann und muß, Einfühlungsvermögen und Intuition mit in den Hauptstrom einfließen. Ohne Sinnlichkeit, verstanden als aktive Arbeit an der für die Erkenntnis notwendigen Naivität und Sentimentalität (Friedrich Schiller!), kommen Mensch, Ding und Kunst nicht in ein ausgewogenes Maß. Die Liebe zur Natur, zu Pflanze, Kreatur und Mensch, ist dabei ein Glück des Empfangens. Deshalb muß die Freude des Gebens und Abgeben könnens dem Nehmen zur Seite gestellt werden. Die KP Brehmer auszeichnende Großzügigkeit im materiellen und immateriellen basierte damit stets auf dem Vertrauen und dem Wissen um die im Individuum ruhenden Selbstheilungskräfte, die durch soziale Handlungen in Bewegung gebracht werden müßen.

Der als Gärtner verkleidete Künstler hegt und pflegt sich selbst und die anderen. Und dazu gehörten wie selbstverständlich auch die berauschenden, die Sinne anregenden, Stoffe der Natur: „KP Brehmer ohne vin rouge gibt es nicht!“ Einer dieser klassischen, mit Augenzwinkern ausgesprochenen Sätze eines Künstler, der mit Aby Warburg – dessen Bilderatlas „Mnemosyne“ er bewunderte – um die Notwendigkeit des situationistischen Ein- und Ausschwingens wußte. Die Herstellung einer Atmosphäre bestimmt das Klima in dem sich etwas entwickelt. In diesem Sinne ist Klimaforschung Kunstwissenschaft.

Das Vetrauen in Menschen, denen er stets mit Neugier, Wärme, Verständnis und Solidarität begegnete, charakterisierte seine Lehre. Nur in der Transformation des Scheins erscheint die subversive Energie der Kunst: zwischen Subjektivität und Objektivität steht der noch erst werdende Mensch. Zwischen diesen Zeilen ist das „Leben ein bißchen zu lesen“. Dieses sich scheinbar einer objektiven Beschreibung entziehende „Gefühl“ ist jenes „zwischen den Fingerkuppen“, wie einer seiner berühmten Aufsteller (Nr.25, 1967) auf orale und taktile sexuelle Bedürfnisse aufmerksam machte. Das Freilegen von Stoff und Medienschichten animierte ihn auch dazu seine Aktivitäten auf das Reisen und Sammeln von chinesischer und afrikanischer Kunst zu lenken, denn für ihn gab es genauso wie für Johann Gottfried von Herder keine unterdrückenden Hierarchien in den Künsten, sondern historisch-gesellschaftliche Bedingtheit und Gleichzeitigkeit ästhetischer Erfahrungen. Dabei ist der eigentliche Mutterboden aller Kunst das Volk und Volksnähe ist ein künstlerisches Wertekriterium. Alle Völker sind künstlerischer Leistungen von Weltrang fähig und die Theorie von der linearen Abkunft der europäischen Hochkultur Versailler Prägung ist eine teleologische, volks- und kunstfeindliche Vergewaltigung der Geschichte. Kunst ist ein Welt- und Menschenphänomen, das wir in wechselseitiger Achtung, Verantwortung und Verpflichtung uns selbst und dann den anderen gegenüber leben lernen können. Die Märchenerzähler in Afrika sagen über eine Geschichte, die etwas ist, das sie allen gehört. Und so ist eine Erzählung von KP Brehmer, dem Menschen, Freund, Künstler und Lehrer vielleicht bezeichnend für seine Auffassung von den künstlerischen Räumen zwischen und über der Realität.

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in einem Doppelröhren-Bunker aus dem II. Weltkrieg in Hamburg-Eppendorf (Mai 1995), der „Sub-Bühne“, erzählte er unter dem Titel „Braunkohlen in Berlin“ die Geschichte seiner Rettung aus dem Keller des Hauses, in dem er als Kind wohnte. 1945 sollte das Haus durch sowjetische Soldaten gesprengt werden. Seine Mutter suchte verzweifelt ihren kleinen Sohn, und erinnerte sich daran, daß sich der kleine KP eine Höhle in den Braunkohlen gebaut hatte. Als sie im Keller ankam, wollte ein Soldat das Haus schon sprengen. Die Mutter erinnerte (!) plötzlich – und wie von Geisterhand gelenkt – ein paar polnische Worte ein, die sie selbst von ihrer Großmutter kannte und die nun in dieser panischen Situation wieder aufschienen. Der russische Soldat verstand glücklicherweise die polnischen Wort-Brocken, erkannte die Situation und half beim Suchen des kleinen Kindes. Sie fanden den kleinen KP hinter den Braunkohlen schlafend, dort, wo er so gerne spielte und konnten ihn rechtzeitig retten. In dem Moment, da der Soldat aus seiner eigenen Realität heraustrat und durch menschliches Verständnis, Mitleidsfähigkeit und Vetrauen in einen Zwischenraum über der Realität hineintrat, war eine Rettung möglich. So erst versteht man den von KP Brehmer noch acht Tage vor seinem Tod ausgesprochenen Satz: „Eigentlich bin ich ein Surrealist:“ Diese Energie wird über den Tod hinaus bei Kollegen, Studenten und Freunden im Gedächtnis bleiben.

Anmerkungen

1) KP Brehmer liebte das übermäßige zitieren und die daraus resultierenden Anmerkungen in Texten nicht, deshalb verzichte ich hier darauf. 1994 sagte er einmal zu mir:“Laß das doch lieber mit dem zitieren Deiner Lieblinge Adorno und Bloch. Du brauchst das gar nicht. Wenn ich die lesen will, verdiene ich genug Geld, um mir deren Zeugs zu kaufen. Ich will Dich lesen. Denk´mal drüber nach.“

2) Mein Dank geht an jene Freundinnen und Freunde, mit denen ich bis heute über den von mir als sehr schmerzhaft empfundenen Tod des Freundes KP sprechen konnte und die mir geholfen haben, die Dinge angemessen zu sehen: Anna Brenken, Claus Böhmler, Bogomir Ecker, Achim Hoops, Ernst Kretzer, Shan Fan, Jörg Stange, Julia Sudeck, Maria Tokyo und Chrisdian Wittenburg.

http://www.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-gerlach.html

· Prof. Sauerbier KP BREHMER
„Sicht-Agitation!“ Schlüsselbilder und Bilderschlüssel Die Reproduktion ist das Original ist die Reproduktion Von S. D. Sauerbier

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Die Nationalfarben gehören zu gesellschaftlich verbindlichen Zeichen, ihre Codierung ist konventionalisiert, historisch tradiert und formalisiert. Da man vor dem Staat nun mal nicht strammstehen kann, ist ein ‚Unterpfand‘, ein Medium, ein magisches Objekt vonnöten. Ehrbezeugung gegenüber der Flagge, das Hissen bei Trauer und Gedenken sind ritualisierte Handlungen und damit auch gesellschaftlich vereinbarte und überkommene Verhaltensweisen, deren regelhaft wiederholte Ausführung in gleicher Form obligatorisch ist.

Seinen Korrekturen der Nationalfarben wie anderen Arbeiten (Braunwerte oder Investitionsklima) hat Brehmer Legenden hinzugefügt, bekannt aus der graphischen Semiologie von Landkarten, Diagrammen, Schaubildern … Als Voraussetzung erforderlich ist, daß das Bild (und selbstverständlich die zu übertragende Botschaft) schon einmal codiert und daß Codes als Zuordnungsvorschriften ebenso wie Botschaft bekannt sind, sowohl als codierte wie als umcodierte Informationen. Als Code verstehen wir die „Vorschrift für die Zuordnung der Zeichen zi eines Zeichenvorrats, zu den Zeichen zj eines anderen Vorrats, mit dem dieselben Informationen wiedergegeben werden können“ .

Die frühere, von ihm interpretierte und die neue Botschaft Brehmers in seiner Korrektur der Nationalfarben gehören unterschiedlichen Bezugssystemen der Repräsentation an — und Repräsentation hat dabei unterschiedliche Bedeutungen: — Staat / Frankfurter Nationalversammlung — Weimarer Republik — BRD — DDR , — Politische Ökonomie / Klassen — Schichten …

Auch mit den Farbengeographien (1969-71) liegen mehrfach codierte Bilder vor. Entsprechend der Botschaft aus dem früheren Bezugssystem — von Brehmer verändert und umgedeutet, alsdann in ein Bild übertragen —, sind neue Anleitungen und Vorschriften gegeben, die als zweiter Code zur Verknüpfung der vorhandenen Elemente zugeordnet werden. Mitunter kombinierte Brehmer (um-)codierte Bilder und Texte mit Dingen des Alltags, etwa in seinen Aufstellern oder Schachteln. Wird die Codierung von Botschaften vermindert oder aufgelöst, so gehen Betrachter mehr und mehr von bloßer Wahrnehmung ‚unmittelbar‘ zu Benutzung oder Verarbeitung über — und bei zunehmender Unbestimmtheit ist mehr und mehr die Phantasietätigkeit des Betrachters gefragt. Der jeweilige Schüssel der Codierung von Farben ist von der vermittelten Information zu unterscheiden. Zudem müssen unterschiedliche historische Kenntnisse und heraldisches Wissen vom Betrachter ins Bewußtsein gerufen werden, selbst wenn es sich um so bekannte Sujets wie Briefmarken handelt — notwendig besonders bei subversiver Agitation, etwa im 3. Reich, für die oftmals Briefmarken benutzt wurden. Für gewöhnlich erscheinen Briefmarken in der Funktion von Geld, als Belege für entrichtetes Beförderungsentgelt. Ein anderer Aspekt: Briefmarken sind heutzutage wohl die beliebtesten Sammelobjekte, darin ähneln sie Kunstwerken. Ästhetischer und ökonomischer Wert haben in unserer Gesellschaft tatsächlich so gut wie nichts gemein — sie korrelieren allein durch Knappheit als Waren und ihrer Nachfrage. Briefmarken sind öffentliche, allgemein bekannte, konventionalisierte Zeichen. Werden sie zu Sujets von Kunstwerken und mit Kunstwerken verglichen, ist der Witz: sie unterscheiden sich dabei in ökonomischer Hinsicht überhaupt nicht von Kunst. Womöglich waren aus solchen Erwägungen gerade Briefmarken ein so beliebtes Motiv bei Fluxus-Leuten.

Kunst als Speicher — sinnliches Geschichtsbewußtsein Brehmer verglich die Aufbrüche der ‚Antikunst‘ mit ihrer späteren Nobilitierung. „Betrachte ich die Gegenwart und rufe mir die Lage vor 20 Jahren ins Gedächtnis, dann kann ich feststellen: Musealisierung hat oft Zerstörung bedeutet. — Kunst als gesellschaftliches Gedächtnis darf aber nicht verscherbelt oder mumifiziert werden.“ „Viele der kritischen Erzeugnisse sind historisch geworden und haben dokumentarischen Wert bekommen und behalten. Aber die Entfernung aus der Geschichte nimmt zu.“ Brehmer war sich über die restaurativen Momente in der BRD seit den 70er Jahren im klaren; das begann nicht erst mit dem Radikalenerlaß und reichte über den Deutschen Herbst bis zum Verteufeln und ‚Totbeten‘ alles Linken nach dem Fall der Mauer. Bürokratismus und Imperialismus sind zumindest zu Teilen erledigt, abgehakt — sind sie auch von der Linken bewältigt? Müßte nicht gerade jetzt eine Basis gegeben sein, um wenigstens einen Rest von dem durchzusetzen, was seit der Großen Französischen Revolution noch immer nicht verwirklicht ist und linke Intellektuelle wie KP Brehmer ertrotzen wollten?! „Gewiß ist man in der Minorität. Die gemeinsamen Ausgangspunkt und Ziele sind längst aus den Augen verloren, man hat sich auseinanderdividiert.“ Nach dem Untergang der DDR wurde endlich alles Linke in einen Sack gesteckt — und hohnlachend der DDR hinterhergeworfen. Alle Kritik der Linken am staatsbürokratischen Sozialismus schien vergessen, als hätte es je ‚real existierender Sozialismus‘ gegeben — schon in der Bezeichnung ist der Widerspruch frappant; die Behauptung zeigt gerade die Irrealität an.

Wahrnehmung und Aufbewahrung Von Interessen — wie wahr „Künstler werden zur Herrschaftsverstärkung heute nicht mehr oder noch nicht wieder gebraucht. Aber Kunst ist doch auch Aufbereitung kollektiven sinnlichen Gedächtnisses.“ Selbstverständlich war Brehmer Ideologe — nämlich Ideenforscher. Und ebenso selbstverständlich hat es Kunst nach Brehmers Auffassungen mit Fragen der Wahrheit zu tun. Das sagt sein schön paradoxer Satz „Alle Künstler lügen.“ Kunst gehörte für Brehmer unbedingt zum ideellen gesellschaftlichen Reichtum. Aufbewahrung — wahr ist darin nicht zufällig enthalten. Wenn der historische Prozeß auf eine veränderte Stufe gestellt wurde, so hieß das auch: jene Forderungen wachzuhalten, die historisch nicht eingelöst worden sind — und solche Forderungen betreffen die sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse ebenso wie die ideologischen Entsprechungen. Bei unserem letzten Gespräch ging es um solche Fragen, Brehmer konnte in Rage geraten: „Jeder Künstler muß ein Funktionär sein und dem Volke dienen“ — für mich schon lange nicht mehr gehörte Worte. Sozialistischer Realismus war Brehmer verabscheuenswert. „Die DDR erreichte Weltniveau im Abmalen. Aber einen gesellschaftlichen Auftrag, eine gesellschaftliche Verpflichtung verspürt doch ein jeder Künstler!“ Was aber Graphiker wie Staeck und Brehmer als Künstler unterscheidet: Brehmers ästhetische Strategie war nicht bloß Instrumentalisierung von ‚populären‘ Formen der Bildsprache, dem politischen Künstler ging es immer auch um die Thematisierung der Mittel und Medien, der Kommunikationsformen und Aneignungsweisen. In dieser Hinsicht betrieb Brehmer gleicherweise Kunst für Künstler — nach Walter Benjamins Devise: „Wer seine Kollegen nichts lehrt, lehrt niemanden etwas.“ Leicht einzusehen auch aus anderen Gründen: Brehmer kam als Reprotechniker selbst aus der Produktion — insofern immer ein Zunftgenosse aus der ’schwarzen Kunst‘ der Druckerei. Aus der druckgraphischen Produktion übernahm er technisch bestimmte Formen: Proben oder Raster, sogenannte Passer und — wie selbstverständlich — Farbskalen oder Farbtafeln Bemerkenswert ist hier desgleichen der Wechsel von Mittel und Gegenstand. Keinesfalls sind daher die Werke, die sich auf Landkarten, Schaubilder, Bilder-Statistiken beziehen, bloß didaktisch. Nicht wenige von Brehmers ‚Botschaften‘ erscheinen vorerst unausgesprochen. Und gar nicht selten ist Ironie im Spiel, wo Brehmer das Gegenteil dessen sagt, was er meint. Was bei Satirikern und Karikaturisten nur Mittel zum Zweck ist, hat Brehmer zudem als Gegenstand bearbeitet; betrieb er doch zugleich Information über das Medium und Aufklärung des Mediums. Aus den nämlichen Gründen hat Brehmer Rezeptionshandlungen zum Sujet gemacht, Aktivitäten, die mit Wahrnehmen, Ausdeuten und Schlußfolgern verbunden sind — der Künstler ist letztlich ja der erste Rezipient seiner Arbeit und Stellvertreter aller folgenden Rezipienten, wie andererseits wir an seine Stelle treten. Aufmerksamkeit und Wahrnehmung — Augenmerk — sind in etlichen Werken ein Thema für sich: etwa das Sehen anhand des Motivs Auge in Eye-Cream oder Augenfilm, aufblasbar (beide 1967) bis hin zu den Malereien Wie mich die Schlange sieht / Wie ich die Schlange sehe (1985). Mit den Aquarellen Mona für Paul (1985) nahm Brehmer Bezug auf die Ambivalenz der Rasterung von Bild-Schemata und -Mustern, wie sie inzwischen zum Medienalltag gehören. Solche Rasterung dient entgegengesetzten Zwecken: sowohl dem schnellen Wiedererkennen von ferne wie dem Unkenntlich-Machen, zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten — zudem als Experimentier-Material, um unser Vermögen zu untersuchen und zu erproben, ob mit gröbster Rasterung und Musterbildung wiedergegebene Objekte noch zu identifizieren sind. Mischung der Nationalfarben (1971) — ja was ergibt die Mischung wohl? Probleme der Wahrnehmung zeigen sich an der Doppeldeutigkeit und Mehrwertigkeit von Rastern; sie sind nicht nur für den Reprotechniker ein vertrautes Mittel — doch wird es für sich kaum in Betracht gezogen: in Farbmuster (Visualisierung politischer Tendenzen) (1971), auch Visualisierung politischer Tendenzen (Farbwerte) genannt. Kurzgeschlossen werden zwei Kontexte des Alltags — einerseits Exempel der Produktionssphäre, andererseits der Ideologie und Politik. Farbmuster und Farbwerte sind noch keine Bilder — und politische Tendenzen sind für sich noch keine Bildgegenstände, sie können nur übertragen ins Bild gesetzt werden. Beide Bereiche kommen zusammen in dem Aspekt der Werte; ironisiert und in Frage gestellt wird damit gleichfalls die vorgebliche Neutralität von Begriffen — hier in mehrfacher Bedeutung von ‚Werten‘: TV-Braunwerte bzw. Testbild II (TV-Braunwert) (1970). Werteverlust und Werteverschiebung ist anhaltend Thema der Erörterung. Nicht nur mit Blick auf Brehmers Trivialgrafik — allgemeiner mit Blick auf das Verhältnis der Künste und ihrer ‚Werte‘ — fragt sich: wie es bestellt ist mit dem Verhältnis von ‚High and Low‘, von Erhabenheit und Trivialität. Ästhetik hatte für Brehmer Bedeutung und Geltung als Lehre vom Wahrnehmen — aber eben auch Wahrnehmen von Interessen. Er nahm bildnerisch Bezug auf inner-ästhetische Widersprüche zwischen unterschiedlichen Disziplinen, Medien und Sinnen: zwischen Musik, Sprache und Bildender Kunst, zwischen auditiver, verbaler und visueller Kommunikation. Bilder einer (anderen) Ausstellung Bezeichnend erscheint, daß Brehmer sich lange Zeit mit Bilder einer Ausstellung befaßte, einer bedeutenden Komposition der Programmusik. Die Auseinandersetzung mit Modest Mussorgski markiert die Position KP Brehmers zu grundsätzlichen Fragen von Darstellung, Wiederholung und Nachahmung, von Reproduktion und Übertragung in der Kunst der Gegenwart — und zum Verhältnis der Künste. Zu seinem vielteiligen Werk in mehreren Versionen schreibt Brehmer: „Vorlage: 1874 vertonte Mussorgski zehn Bilder seines Freundes Viktor Hartmann. Die ‚Tongemälde‘ beruhen auf der sehr einfachen Fünftontechnik. Für jedes der zehn Bilder hat Mussorgski ein typisches musikalisches Motiv verwendet. Die einzelnen ‚Bilder‘ sind teilweise durch sogenannte Promenaden verbunden, die den Weg des Betrachters durch die Ausstellung schildern. Ausführung: 1. Version 1972/75 realisiert in New York 1975 (durch höhere Gewalt zerstört) 10 Tongemälde und akustische Installation Für dieses Projekt wurden Mussorgskis ‚Bilder‘ mittels elektronischer Verfahren (Sonagramme) ins Visuelle rückversetzt. Diese ‚Vorbilder‘ wurden die Vorlage für eine zehnteilige Malerei. Die Promenaden behielten ihre musikalische Form und wurden über Kassettenrekorder, die auf Sockeln entsprechend plaziert waren, reproduziert. Im idealen Fall sollte das Ausstellungspublikum durch die Promenaden durch die Ausstellung geführt werden. 2. Version 1976 graphische Blattfolge in Mappenform Die ‚Vorbilder‘ (Sonagramme) wurden nach graphischen Prinzipien als Radierungen umgesetzt. Die zehn Radierungen haben den New Yorker Komponisten Phil Corner zu einer erneuten musikalischen Umsetzung der ‚Bilder‘ angeregt. 3. Version 1979 Hier wurden für die Herstellung der ‚Vorbilder‘ neuere Techniken verwendet. Mittels Bildschirmwandler wurden konstruktive Formen entwickelt, die sich von der ersten, etwas expressiven Version wesentlich unterscheiden. Die akustische Installation ist mit der ersten identisch. Die elektronische Umsetzung der musikalischen Motive erfolgte unter der Mithilfe von Prof. Krause, TU Berlin.“ ‚Man muß nicht heiter gestimmt sein, um ein Scherzo zu komponieren.‘ „Der schöpferische Geist des verstorbenen Hartmann führt mich zu den Schädeln und ruft sie an: die Schädel leuchten sanft auf“ — so wird Mussorgski heute um des Schauders willen zitiert. Nicht nur naive Gemüter sind auf Nachahmung kapriziert, jeden Tag erwarten wir Wiederholungen von Bekanntem, wir suchen geradezu das vorgeblich Wiedererkennbare. Und diese Erwartungen konterkariert Brehmer mit Bilder einer Ausstellung. In der Programmusik kommt das sogenannte Bekannte aus anderen Medien und entstammt anderen Sinneswahrnehmungen, aber schließlich auch aus der Musik selbst als ‚Musik über Musik‘. Nach traditioneller Auffassung ahmen Programmusiker alles nur Mögliche im Bereich der Klänge und Geräusche nach: Olivier Messiaen den Vogelgesang, Claude Debussy das Meer oder Ludwig van Beethoven den Kriegslärm in „Wellingtons Sieg. Die Schlacht bei Vittoria“. Neben dem Hörbaren bezieht sich Programmusik in Analogie auf Sichtbares: Licht, Dunkelheit und Farbe und alle Arten und Grade von Bewegung. Doch ahmt Programmusik nicht nur außenweltliche Objekte oder Ereignisse nach, sondern ebenso innerseelische Realität; Programmusik ‚beschreibt‘ nicht nur Sinneseindrücke von Sachen und Vorgängen, sie drückt gleichfalls Empfindungen, Gefühle und Gedanken aus (zu Beginn dieses Jahrhunderts wird sie mit ‚Seelenmalerei‘ sowie mit ‚Körpermalerei‘ gleichgesetzt). All dies kommt in Mussorgskis Komposition vor: Geräusche und Klänge aus der Natur; Klänge aus der Außenwelt oder aber Schilderung von Bildern (sie haben diese ‚Außenwelt‘ bereits zum Gegenstand); schließlich Eindrücke Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Viktor Hartmanns respektive die Empfindungen und Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Werke. Bilder einer Ausstellung entstand 1874, ein Jahr nach dem Tode seines Freundes Hartmann, nach dem Besuch einer Gedächtnisausstellung. Wie Mussorgski auf Bilder, so haben viele Maler dann wiederum auf seine Musikstücke Bezug genommen. Etliche Arbeiten Wassily Kandinskys, wie z. B. Der gelbe Klang befassen sich mit Problemen der Synästhesie. Und Kandinsky hat 1928 Mussorgskis Komposition in Dessau als szenische Aufführung interpretiert. Unter den Orchestrierungen des Werks gilt die Maurice Ravels als Meisterwerk nach einem Meisterwerk. Die Rockmusiker Keith Emerson, Greg Lake und Carl Palmer machten zu Beginn der 70er Jahre Mussorgskis Komposition als Unterhaltungskunst populär; neben anderen Adaptionen gibt es eine ‚elektronische Version‘ der Komposition Mussorgskis von Isao Tomita. Musikgeschichtler nennen das Werk „gleichsam ‚vertonte Bilder'“, zehn Teile „programmatisch-deskriptiven Inhalts“, die Mussorgski „in musikalische Ausdrucksbereiche übertrug“. Die eingefügten ‚Promenaden‘ sind anscheinend die intimsten Teile der Komposition und stellen Empfindungen Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Hartmanns dar, Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Bilder. Die ‚Promenaden‘ Mussorgskis gelten als „Selbstporträt, wie er in (hörbar) wechselnden Stimmungen die Ausstellung durchschreitet“ . Mussorgski selbst schrieb sogar, daß in ihnen „mein geistiges Abbild erscheint“. Daß er die ‚Promenaden‘ für den geneigten Betrachter beibehält, wirft ein Licht auf KP Brehmer. Bilder einer Ausstellung weisen vielfältige Wechsel von Medien, Funktionen und Strukturen auf. Wiederholt lösen die Autoren bzw. Produzenten einander ab. Der Bilderzyklus selbst läßt eine Kette von Interpretationen erkennen. Mehrmals gibt es einen Austausch von Stoffen, Inhalten und künstlerischen Medien. Auch ein mehrfacher Wechsel der Funktion von Gegenstand und Mittel der unterschiedlichen Werke tritt klar zutage. Und es gibt Austausch und Übergänge zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen oder Teil-Systemen des ‚Kommunikationssystems Kunst‘. Mit Blick auf die verschiedenen Systeme von Zeichenträgern ist der Wechsel von artistischem und technischem Medium zu konstatieren. Schließlich läßt sich die Alternation von unterschiedlichen Sinneskanälen feststellen. Von Interesse sind dabei die Übergänge zwischen homogenen resp. heterogenen Medien. Beethovens Schlacht bei Vittoria zeigt innerhalb homogener Medien den Austausch von Hörbarem mit Hörbarem auf. Mussorgski wechselt von Sichtbarem zu Hörbarem, zwischen heterogenen Medien. Bei Brehmer findet mehrfacher Transfer zwischen heterogenen Medien statt: von Sichtbarem ® Hörbarem ® Sichtbarem ® Sichtbarem. Visuelle Vorlagen Mussorgskis sind die Bilder von Viktor Hartmann — Mussorgskis Klaviersuite, orchestriert von Ravel, ist auditive Grundlage für die Sonagramme, Gegenstände von Brehmers Aneignung. Brehmer malt nicht ’nach‘ Musik, sondern überträgt technische Aufzeichnungen von Musik in Malerei; die Musik bleibt ‚indirekter‘ Gegenstand der Interpretation durch Brehmer. Modest Mussorgski war mit Fragen der Synästhesie und der ‚Chronoästhesie‘ befaßt, Synästhesie als Verknüpfung oder Übergang zwischen unterschiedlichen Sphären der Sinne und der Medien. Gleichzeitigkeit und ‚Nachzeitigkeit‘ oder Abfolge von Sinnesreizen, die zueinander in Beziehung treten, beschäftigten Komponisten in seiner Nachfolge. Programmusik vermittelt zwischen unterschiedlichen Realitäten. Ist schon bei Mussorgski der Grad der Vermittlung hoch, so nimmt sie graduell mit Brehmers Interpretation rapide zu. Will man von der Natur als einer ‚Stufe 0‘ ausgehen, so erscheint am Ende die Natur, wenn überhaupt, nur äußerst vermittelt: Mussorgski: Kunst ® Kunst ® Natur KP Brehmer: Kunst ® Technik ® Kunst ® Kunst ® Natur. Medien als Trägersysteme von / für Zeichen sind zu unterscheiden in — natürliche Zeichenträger; zumeist einseitig, nur vom Wahrnehmenden als Zeichen interpretiert, nicht mit der Absicht der Mitteilung gesetzt, — technische Zeichenträger auf naturwissenschaftlicher Basis, zunächst nur Signale, — und artistische Zeichenträger, insbesondere der Künste. Es seien einige Stufen beim Wechsel, Austausch und Übergang von Medien, Funktionen und Strukturen benannt: — Skizzen zu den Bildern, denen Hartmann nachgearbeitet hat, — die realen Bilder Hartmanns, die Mussorgski vor sich hatte, — mögliche Sujets für den Komponisten sind Reproduktionen nach Gemälden. — Zu den Bildern lassen sich mögliche schriftliche Kommentare annehmen. Weitere Stufen der Interpretation: — die Musik, ihre Notationen und ihre Wiedergaben — ebenfalls in Stufen der Interpretation, — Mussorgskis Partitur, Ravels Orchestrierung als weitere Interpretation, — Aufführungen von Mussorgskis Stücken, — technische Aufnahme von Stücken des Komponisten. Die ‚Vorlagen‘ für die Bilder von Brehmer waren Standbilder von Sonagrammen zu Mussorgskis Musik — und damit bereits Umcodierungen von einem auditiven in ein visuelles Medium. Brehmers Gemälde nach den technischen Re-/Produktionen sind selbst wiederum Gegenstand von technischen Reproduktionen von Bildern; am Ende stehen die technischen Reproduktionen nach Brehmers Gemälden hier im Katalog der Ausstellung … Interpretation ist immer auch Zeichenersetzung — das aktuell ap/perzipierte Zeichen wird in unserem Geist durch ein Zeichen entsprechend unseren Kenntnissen und Erfahrungen abgelöst. Im einzelnen mag der Betrachter die Äquivalente beim Übergang bestimmen: Ist es bei Mussorgski ein buchstäblicher, wortwörtlicher Übergang oder eine Art Metaphorisierung? Wie hat er seine Eindrücke im Ausdruck des Eindrucks von der Malerei ‚wiedergegeben‘? Etwa jeweils seinen Eindruck vom Ausdruck der Malerei? Kunst-Druck: Die Kunst unter Druck gesetzt Was seine Stellung zu Bestrebungen angeht, die Kunst zu bekämpfen, so entwickelte KP Brehmer in den 60er Jahren eine Haltung „aus taktischen Gründen“ : er wollte indes die Kunst nicht „entmythologisieren“: „Wir sind zur Zeit darauf angewiesen, die vorgegebenen Institutionen — Kunstvereine, Museen, Galerien usw. — zu benutzen.“ Als Parole hatte er ein schönes Wort gewählt: „Sichtagitation!“ Kein ‚Marsch durch die Institutionen‘ schwebte ihm vor — er setzte auf Unterwanderung. Sollte die Wirkung „vom Inhalt her passieren“, so war er doch der festen Überzeugung: „Die Wirkung einer Botschaft wird immer von der Qualität des Transportes bestimmt sein.“ Hatte er bei Versuchen, massenwirksame Kunst zu schaffen, bei der massenhaften Vervielfältigung angesetzt, um „mit Massenauflagen so etwas wie Volkstümlichkeit“ erreichen zu können, so nahm er diese Auffassung Anfang der 70er Jahre zurück: „Ich habe am Anfang hauptsächlich Klischeedrucke gemacht, die absolut authentisch reproduzierbar waren.“ Und er beschloß dann: „Rückzug; diese ganze Geschichte mit der absoluten Reproduzierbarkeit liegen lassen …“ Schließlich schien ihm „die Sache mit der Massenauflage, eigentlich ein Witz, eine Utopie“. Seine Stellung zu Fragen von Darstellung, Abbildung oder Zurschaustellung und Demonstration verallgemeinerte Brehmer zu „Visualisierungsproblemen“: „zum Beispiel das Problem, ästhetische Prozesse analog realen Prozessen darzustellen“. Entscheidend war für ihn dabei „der Symbolwert, nicht der psychologische; und die Darstellung eines Prozesses. Die Skala ist eine gute Möglichkeit, um Bewegung zu demonstrieren. Das Bild hat ja einen Nachteil: Es kann nur eine bestimmte Situation abbilden. Wenn ich verschiedene Dinge anbiete, indem ich sie nebeneinander stelle, kann ich zum Beispiel durch die verschiedenen Farbsprünge, indem ich Symbolwerte durch die ästhetische Veränderung präsentiere, Tendenzen und Prozesse visualisieren“. „Entpersonalisierung, Anonymisierung, Entsubjektivierung!“ forderten in den 60er Jahre nicht wenige Künstler, und sie verlangten, sich nicht als Künstlergenie zu gebärden, sondern sich möglichst unkenntlich zu machen. Wie weit sind diese Ideen von denen der heutigen gernegroßen ‚Malerfürsten‘ entfernt, den ‚Herren der Ringe‘?! „Eigentlich habe ich sehr selten eine Sache ganz allein gemacht; es sind meistens Dinge, die übernommen wurden. Ich versuche, die Dinge möglichst objektiv zu machen und mich selbst rauszuhalten. Das andere bleibt nachher beim Betrachter.“ — „Ich kann ihm nur Material liefern. … und im Idealfall wird er sich äußern oder er wird selber aktiv werden.“ Zunächst sind es buchstäbliche Handlungen, die er mit seinen Aktionsgrafiken vorsieht. Alsbald reduziert er sie allerdings auf ‚ideelle Handlungen‘ — Meditationswand ist ein Beispiel aus der Reihe der Idealen Landschaften. Brehmer propagierte keineswegs, sich in Beschaulichkeit zu versenken, kein In-sich-Kehren, keine Kontemplation, die Benjamin dem ‚auratischen Kunstwerk‘ zugeschrieben hatte — im Gegensatz zur ‚Zerstreuung‘, die dem „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ angemessen sei. Dergestalt dargestellt. Fragen der Darstellung Brehmer stellt fest, Brehmer verdoppelt, Brehmer hält dem Betrachter den Spiegel vor — zur Reflexion, Brehmer dokumentiert, Brehmer untersucht, Brehmer interpretiert, Brehmer deutet, Brehmer kritisiert, Brehmer verstärkt, Brehmer karikiert — aber eben immer in einem anderen Kommunikationssystem. Gegenstand oder Objekt von Darstellung sind Dinge, Menschen und Ereignisse — ebenso Situationen und Beziehungen usw., es sind vergangene, gegenwärtige und zukünftige, mögliche und irreale Gegenstände. Brehmers Position kann mit einem Begriff von Darstellung ermittelt werden, der sich an Hans Heinz Holz orientiert. Daraus geht hervor, daß Gegenstand von Darstellung nicht bloß das abgebildete / wiedergegebene Objekt, und zudem nicht nur der Eindruck von diesem Objekt, sondern daß Gegenstand von Darstellung die Stellungnahme des Darstellenden zu seinem Eindruck von diesem Objekt ist. Schon die abgebildeten ‚Objekte‘ bei Brehmer sind vielfach gar keine Dinge / Menschen / Situationen / Ereignisse in der Außenwelt, sondern in der ‚Welt der Zeichen‘: bereits abgebildete Dinge / wiedergegebene Menschen / schon aufgezeichnete Situationen / längst geschilderte Ereignisse … Auch ist Brehmer keinesfalls mit der Nachahmung eines Eindrucks von einem Objekt befaßt — vielmehr sind die Aufzeichnungen von solchen Eindrücken, Empfindungen oder Gefühlen seine Gegenstände, Sujets, Motive. Und vielfach ist er gar nicht mit der Nachahmung einer Stellungnahme zu einem Eindruck von einem Objekt selbst beschäftigt — statt dessen eröffnet er oftmals den Betrachtern erst Möglichkeiten zur eigenen Stellungnahme. Brehmer überschreitet einerseits Darstellung, besonders mit seinen Verweisungen, Legenden und Anweisungen — andererseits unterbietet er Darstellung mit dem Zurschaustellen von bloßen Sachen, insbesondere mit den Aufstellern und den Aktionsgrafiken. Farbmusterbuch oder Druckfarbenmuster — schon die Bezeichnungen Brehmers verweisen auf eine Haltung, Kunstwerke als brauchbare / nützliche / zweckgemäße Mittel aufzufassen. Nicht die Attitüde des Antiprofessionalismus eines George Maciunas findet hier Ausdruck, sondern eher die Auffassung, dem Rezipienten selbst auf Grund der eigenen Erfahrung die Kompetenz zur Begutachtung zuzugestehen und die Dignität des ‚Experten‘ in Frage zu stellen. Gründlich ändern sollte sich die Haltung des Rezipienten. TV-Braunwerte (1970), auch Testbild II (TV-Braunwert) genannt, weist auf solche Intentionen hin. Die Probe aufs Exempel machen …, den alltäglichen Faschismus ermitteln … Aus dem inzwischen nicht mehr gesendeten Fernseh-Testbild-Muster war ohne große Mühe ein Hakenkreuz ‚herauszulesen‘. Die Haltung des Betrachters gegenüber dem reproduzierbaren Kunstwerk ist, Walter Benjamin zufolge, die des Testenden — und nicht mehr die kontemplative Haltung des Sich-Versenkenden, sondern des Begutachtenden. Dementsprechend dienen einzelne Felder zum Eintragen durch die Betrachter. Interpretation kann man — vor jeder Ausdeutung und Bewertung — zunächst als Ersetzen und Austauschen von Zeichen auffassen. Damit wir überhaupt etwas wahrnehmen und verstehen können, müssen wir die außenweltlichen Signale in bewußtseinsinterne überführen; jede Wahrnehmung ist insofern bereits ein Ersetzen und Austauschen — umso mehr ist das Aufnehmen und Verarbeiten von Zeichen Interpretation. Brehmer machte diese Problematik exemplarisch zu seinem Thema, er führte Wechsel und Austausch von Medien durch, demonstrierte Übergang und Ablösung von Zeichensystemen, bildnerisch und sprachlich Verschlüsselung und Umcodierung. Mit einfacher Nebeneinanderstellung oder ‚Juxtaposition‘ (Susan Sontag), mit kruden Dingen und Ereignissen oder aber mit bloßen Ideen waren viele der gleichzeitig arbeitenden Fluxus-Leute befaßt. Bei ihnen war der Aufbau von Zeichen zu beobachten, wenn etwa bloße Sachen zu Bildzeichen oder Sprachtexten werden, und andererseits die Verminderung von Bildern oder Sprache auf einfache Dinge und Handlungen, vor allem aufs Bild als Objekt: er dagegen führt vor — Mittel sind ihm dabei etwa Löcher in der Bildoberfläche wie in Klassische Skala, Farbmuster (1969), die Durchblick auf die Wand des Ausstellungsraumes bieten; oder er präsentiert Arbeiten als Boden-Stücke wie Braunwerte 68-73 (1969) oder Briefmarken-Bögen (1967). Über die Bilder. (Bilder ansehen; Über Bilder reden; Über Bilder mit Händen und Füßen reden) (1979) vermindern die Bilder um Sprache — Brehmer zeigt Gemälde nach gerasterten Aufnahmen von Hirnaktivitäten beim Sprechen über diese Bilder: Reduzieren von Metasprache bei gleichzeitigem Medienwechsel. Die verschiedenen Medienübergänge in den Werken Brehmers verlaufen aufsteigend oder absteigend: auch läßt sich der Aufbau von Zeichen, die Generierung feststellen ebenso wie der Abbau, die Degenerierung von Zeichen. Er führte sie gleichsam auf einer mittleren Ebene durch: vorgefundene ideologische Codes, gegebene Zeichensysteme, im gesellschaftlichen Alltag verbreitete Muster der Aufmerksamkeit und Notiznahme, alltägliche Modelle der Wahrnehmung (im engeren Sinne des Identifizierens und Vergleichens) und oftmals triviale Schemata der Interpretation (bis hin zu Bewertung und Übergang zu Handlungen). Brehmer wechselt die Bezugnahme von Bild- oder Sprachzeichen: tauscht Referenz-Objekte und -Aspekte aus. Er setzte zunächst an bei Übergängen zwischen homogenen Medien, z.B. Bild ® Bild oder Sprache ® Sprache; und er gelangte zu Austausch, Transfer und Ablösung zwischen heterogenen Medien, z.B. zwischen Sprache, Bildern und Dingen, Handlungen und Ereignissen, schließlich zu Übergängen von natürlichen über artistische zu technischen Medien. So findet schließlich die wechselseitige Thematisierung von Medien selbst statt, und Brehmer setzt Medien in Verhältnisse von Gegenstand und Mittel, von Objekt- und Metazeichen.

Der obige Text ist nur ein Fragment bitte hier weiter lesen= http://www.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-sauer.html

· Umberto Eco [Die Kunst der Provokation] Kauft das Kauf
Titel: Umberto Eco+[kauft das kaufen°]+Die Kunst der Provokation+

———————————————————————— Ein genialer Verkäufer

Das System Berlusconi funktioniert in Italien perfekt – und ist nur mit den eigenen Waffen zu schlagen / Von Umberto Eco

(…) Wenn es wahr ist, dass die noch nicht von Berlusconi kontrollierten Medien nur die sowieso schon Überzeugten erreichen und der größte Teil der Öffentlichkeit den ihm hörigen Medien ausgesetzt ist, bleibt nichts anderes übrig, als diese Medien zu ignorieren. Auf ihre Art waren die girotondi bereits ein Element einer neuen Strategie, aber wenn ein oder zwei Umkreisungen von Parlaments- oder Gerichtsgebäuden Aufsehen erregen, wecken tausend Demonstrationen dieser Art nur noch Überdruss. Wenn ich sagen soll, dass die Tagesschau eine Nachricht unterdrückt hat, kann ich das nicht in der Tagesschau sagen. Ich muss auf Taktiken wie das Verteilen von Flugblättern oder Videokassetten zurückgreifen, auf Straßentheater, Tamtam im Internet, Kommunikation über mobile Bildschirme, die an verschiedenen Punkten der Stadt aufgestellt werden, und was sonst noch alles die neue Phantasie des Virtuellen ersinnen mag. Da man die desinformierten Wähler nicht durch die herkömmlichen Medien ansprechen kann, muss man eben neue erfinden. (…)

Bitte den vollständigen Text lesen: http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/240/20220/

· Max Jacob [Gedichte = „Ein Dichter-Vordenker der Surrealisten“]
Max Jacob

Einige Gedichte aus Le cornet à dés

Deutsch von Johannes Beilharz Die Bettlerin von Neapel

Als ich in Neapel lebte, stand an der Tür meines Palastes eine Bettlerin, der ich stets vor dem Einsteigen in den Wagen Kleingeld zuwarf. Erstaunt, weil nie ein Dank kam, schaute ich die Bettlerin eines Tages an. Als ich sie so betrachtete, sah ich, daß das, was ich für eine Bettlerin gehalten hatte, ein grün angestrichener Holzkasten war, der rote Erde und einige halb verfaulte Bananen enthielt.

(La mendiante de Naples)

Das Opfer Abrahams

Zur Zeit der Hungersnot in Irland sagte ein Anbeter leidenschaftlich zu einer Witwe: »Ein Schnitzel von Euch, meine Göttin!« – »Nein!« sagte die Witwe, »ich möchte diesen Körper, den zu bewundern Sie die Gnade haben, nicht verunstalten.« Aber sie ließ ihren Sohn kommen und schnitt ihm ein schönes blutiges Stück aus der Schnitzelgegend heraus. Behielt der Junge eine Narbe zurück? Ich weiß es nicht; er heulte biblisch, als er ins Schnitzel geschnitten wurde.

(Le sacrifice d’Abraham)

http://www.jbeilharz.de/jacob/cornet.html

· Verteidigung der Gegenwart >DIE ZEIT< Nr.48 (metasynapse im Kontext)
Selbstversöhnung

Verteidigung der Gegenwart

Auch im Internet streiten Deutsche über ihre Vergangenheit. Mit Möllemann und Walser kämpfen sie gegen die Political Correctness der 68er

Von Christian Staas

Ob sich die Deutschen nun tatsächlich mit sich selbst versöhnen, sei dahingestellt – debattenmüde sind sie jedenfalls nicht. In den Online-Foren von Spiegel, Tagesschau und Süddeutscher Zeitung, auf unabhängigen Web-Seiten und bei Anbietern wie freenet.de diskutieren sie über den Umgang mit der deutschen Geschichte, als hätten sie das Thema gerade erst entdeckt. Da geht es um Hohmanns „Tätervolk“-Rede, um das Holocaust-Mahnmal in Berlin und um das geplante Zentrum gegen Vertreibungen. Selbstversöhnung wird, je nach Standpunkt, entweder herbeigewünscht oder befürchtet; die Auseinandersetzung selbst ist unversöhnlich: „Wenn ich Lust auf Diskussionen mit Fundis habe, dann fliege ich zu den Originalschauplätzen in Kandahar.“ – „Ihre Argumentation pegelt sich immer mehr auf Streetgang-Niveau ein.“ – „Lernen Sie erst mal lesen!“

Anhand von zufällig ausgewählten Netzdebatten auf „die Deutschen“ zu schließen, ist natürlich ein Problem. Die wenigen, denen man im Internet beim Streiten zusehen kann, bilden ein undurchschaubares Kollektiv: Sie nennen sich „Baguette“, „metasynapse“ oder „Walhalla2“, sind wahrscheinlich überdurchschnittlich informiert, in der Regel männlich, zwischen 25 und 40 Jahre alt und mitteilungsbedürftiger als der Rest. Repräsentativ sind ihre Gespräche mit Sicherheit nicht. Immerhin aber geben sie einen groben Einblick in den deutschen Selbstfindungsdiskurs, wie er, so oder so ähnlich, auch in WG-Küchen, Kneipen oder zu Hause am Esstisch geführt wird.

(…) Hier bitte weiterlesen:

http://www.zeit.de/2003/48/Internet

DIE ZEIT 20.11.2003 Nr.48

· Selbstbeschränkung – eine unmögliche Notwendigkeit? [Peter Dürr]
Selbstbeschränkung – eine unmögliche Notwendigkeit?

Ökologische Herausforderungen an die Berliner Republik Hans-Peter Dürr

Auftaktveranstaltung der Projektgruppe „Grüne Akademie“ in der Heinrich-Böll-Stiftung am 16./17. Juni in Berlin

(,,,,,,) Die Lebendigkeit auf dem untersten Niveau wird auf Ebene unserer Lebenswelt nicht mehr sichtbar, weil sie ausgemittelt ist. Das ist ungefähr so, wie wenn Sie einen Ameisenhaufen aus großer Entfernung ansehen. Er sieht dann wie ein starrer Kegel aus. Aber wenn Sie näher herangehen, dann sehen Sie, da ist ein Haufen Leben. Doch so genau schauen Sie gar nicht hin. Oder wenn Sie das Leben einer Stadt statistisch betrachten, dann entgeht Ihnen, was mit dem Leben der einzelnen Individuen zu tun hat. Wenn wir also eine große Ansammlung von diesen Wesenheiten (ich will sie absichtlich nicht Teilchen nennen) haben, kommt diese Determiniertheit heraus, die wir aus der „klassischen Physik“ kennen – aber nur im statistischen Mittel. Alles muß dabei gut durchgemischt sein, damit es zu dieser Konsequenz führt. (……..)

http://oeko-net.de/kommune/kommune10-98/b-duerr.htm

· Graffiti-Kongress [Peter Gorson]
Peter Gorsen:

„Graffiti und Art Brut“

(;;;;) Es geht im folgenden nicht darum, Graffiti durch einen Vergleich mit der Kunst der Irren oder der Bildnerei der Geisteskranken zu pathologisieren. Dies wäre heute schon wegen der stattgefundenen Integration des Graffito in die nicht mehr schönen Künste und ihre ästhetischen Grenzüberschreitungen, wie Arbeiten von Fautrier, Mathieu, Wols, Dubuffet, Tapies, Twombly, Penck, Vautier zeigen können, völlig absurd. Außerdem ist das Graffito aus der Vor- und Frühgeschichte der bildenden Kunst nicht wegdenkbar. Es geht im folgenden auch nicht darum, dass eingekerkerte oder hospitalisierte psychotische Menschen in ihrer visuellen Umgebung gelegentlich Graffiti hinterlassen haben und dies bis heute illegal oder legal in eigens vorgesehenen Ateliers und auf kontrollierten Flächen tun. Spontane Kratz- und Kritzel-Graffiti sind in der Art Brut von Gaston Chaissac bis August Walla häufig anzutreffen. Hier wie dort geht es um Direktheit und Schnelligkeit der Ausdrucksübertragung ohne komplizierte, technische Präparation des Untergrundes. Zur Kultur der Grundierung trugen eher ungewollt die Ordnungsbehörden mit ihren Reinigungsprozeduren bei. Viel mehr interessiert uns, ob und wie Graffitisten und Artbrutisten in einer vergleichbaren Position der kulturellen Ausgegrenztheit wirken und kreativ werden. Beide, Graffitisten und Artbrutisten, arbeiten nicht in der Konvention der Stilkunst. Ihre Stiladaptionen sind selektiv und transformativ, wenn man beispielsweise an die Einflüsse der Pop Art denkt, die mehr aus der Ästhetik des Alltagslebens als aus der Kunstgeschichte schöpfte. Graffitisten und Artbrutisten sind durch keinen Kunststil gebunden. Diese Unabhängigkeit und dieses Außenseitertum gilt es zu beleuchten. Jean Dubuffet hat erstmals 1947 zwei Ordnungen in der Kunst festgestellt: Es gibt die gewohnte Kunst (oder die geschliffene) (oder die vollkommene) (sie wurde, je nach der Mode der Zeit, klassische, romantische, barocke Kunst oder wie auch immer getauft, aber es ist immer die gleiche, und es gibt Art Brut, Kunst in der Rohform (die ungezähmt und flüchtig ist wie ein Reh). Verstanden werden darunter Werke von Personen, die unberührt von der kulturellen Kunst geblieben sind, bei denen also Anpassung und Nachahmung gegenüber den Traditionen von Stil und Volkskunst gleichermaßen kaum eine oder gar keine Rolle spielen. Die Autoren dieser Kunst beziehen also alles (Themen, Auswahl der verwendeten Materialien, Mittel der Umsetzung, Rhythmik, zeichnerische Handschrift usw.) aus ihrem eigenen Inneren und nicht aus den Klischees der klassischen Kunst oder der gerade aktuellen Kunstströmung.“

Dubuffet hatte seine intensive Sammeltätigkeit der für Art Brut erkannten Werke in den folgenden Jahren zu einer Kritik am damals inflationären Informell und Tachismus erweitert. Es kam darüber hinaus zu einer prinzipiellen Verurteilung aller institutionalisierten Formen der Kunst und der Kunstmarkt-Kunst, denen er die aus eigenem Antrieb entstandene Art Brut, ein subversives Potential kulturell unabhängiger Phantasien gegenüberstellte. Dubuffet hielt dieses Potential wie überhaupt die Antriebe zum künstlerischen Schaffen nicht für ein Privileg außergewöhnlicher Individuen, sondern sie seien in allen Menschen reichlich vorhanden. Die herrschende Kunstszene sei von anerkannten Mythen, sozialen und kulturellen Leitbildern viel zu sehr konditioniert und verunstaltet. Ziel unseres Unternehmens ist die Suche nach Werken, die dieser Konditionierung so weit wie möglich entgangen sind und aus denen wirklich neue geistige Auffassungen hervorgehen, grundsätzlich verschieden von dem, was wir gewohnt sind. So avancierte die Art Brut zum Modellfall und Vorbild einer gesellschaftlich unangepassten, kulturkritischen bis kulturfeindlichen Einstellung. Dubuffet verbindet mit seinem Playdoyer für die Unangepasstheit ein echtes schöpferisches Bedürfnis (in das sich kein Konkurrenzdenken, kein Streben nach Applaus und sozialem Fortkommen mischt) und das insofern wertvoller erscheint als die Werke von professionellen Künstlern. Die Artbrutisten werden zu Meister(n) der Nichtanpassung par excellence, zu Bannerträger(n) des persönlichen und nicht konditionierten Denkens stilisiert. Die Quelle ihrer Inspirationen, zunächst noch das eigene Innere, wird nun lebensphilosophisch für alle potentiell kreativen Menschen verallgemeinert und Dubuffet macht sich zu ihrem Sprecher: Ich sehne mich nach einer Kunst, die direkt aus unserem gewöhnlichen Leben wächst, einer Kunst, die von diesem gewohnten Leben ausgeht und unmittelbar aus unserem wirklichen Leben und unseren wirklichen Stimmungen strömt.

(:::)

Bitte hier weiterlesen= http://graffiti.netbase.org/kongress/gorsen.htm

· Gesellschaft für operative Kunst [Einführung]
Gesellschaft für operative Kunst

– Zur Einführung –

„Wir haben keine Veranlassung, die Erzeugnisse der Kunst trotz all ihrer Verschiedenartigkeit und ihres spezifischen Charakters aus der Reihe der Dinge herauszugreifen. Die Erzeugnisse der Kunst sind die Instrumente zur Bearbeitung der menschlichen Emotionen. Das Erzeugnis der Kunst ist das Werkzeug für die direkte oder indirekte soziale Handlung.“

Sergej Tretjakov

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Die Gesellschaft für operative Kunst ist ein freier, assoziativer Zusammenschluß von geistigen und gestalterischen Energien und Kräften, denen die Kunst als Präsenten an der Wand und im definierten Kunstraum zu sehr die doppel-moralisch bildungsbürgerliche Attitüde der missverstandenen Macht repräsentiert und ihr desavouierender Nährboden geworden ist. Die eingreifende, operierende künstlerische Erkenntnis und Handlung hingegen in tatsächlichen individuellen und gesellschaftlichen Systemen und Fiktionen ist experimentell eher geeignet gestalterische und reflexive Tätigkeiten zwischen Sinnlichkeit und Reflexion ( die Künste, die Philosophie, der Schamanismus) als konkret heilende Bewußtwerd ung und Konstruktive Vergessens-Seinsweise gleichgewichtig zu integrieren. Das zur Tat gewordene Wort und Bild versucht dabei alle möglichen, un-möglichen und para-möglichen Erkenntnisse sinnlicher und theoreischer Differenzierungen sensibel , sensitiv und surreal in einen Prozeß zu überführen, der in den flutenden und fruchtbaren Strom von realistischen und DaDa-istischen Haltungen mündet. Die Operationen sind dabei Ausdruck, Denk- und Sinnbild eines Dreistromlandes von Theorie, Praxis und Traum, die gemeinsam im Fluß sind – fluktuierende Dialektik. In diesem Zusammenhang beruft sich die „operative Kunst“ auf eine wissenschaftliche, historische, philosophische, anthropologiache und kunstwissenschaftliche Verknüpfung und Assoziation, die u. a. von Goya, Courbet und Morris über Tretjakov, Benjamin, Brecht und Breton zu Duchamp, Beuys, Böhmler, Brehmer und Hiltmann führt ( um hier nur einige Namen anzuführen die in dem von Gunnar F. Gerlach (kunst)historisch, wissenschaftlich-philosophischen Diskurs betont werden). Die Gesellschaft für operative Kunst wurde von Gunnar F. Gerlach als Ergebnis seiner philosophischen und Kunstwissenschaftlichen Arbeiten als Dozent, Kurator, Kritiker, Autor und Performer ( u.a. SOFI) 1998 gegründet. Durch das Zusammentreffen und wirken mit Jörg Stange (artbase, Kunst-Notdienst), dem 1997 verstorbenen Documenta-Künstler und Professors KP Brehmer, sowie die Zusammenarbeit mit dem Beuys-“Bruder“ Henning Christiansen und dem „SPUREN“-Herausgeber (initiiert von Ernst und Carola Bloch; Joseph Beuys), Schanmanismus-Forscher und Filmkünstler Jochen Hiltmann (Prof an der HfbK Hamburg; Vize-Präsident) formte sich der Gedanke einer geistigen und gestalterischen Mobilen-Eingreif-Truppe (MET) . Die konstruktiven Diskussionen und wechselseitigen Anregungen mit dem Philosophen und Musiker Roger Behrens, sowie Gerlachs und Behrens Philosophie-Lehrer , dem Cassirer-Spezialisten Heinz Paetzold, sorgten dann für die offizielle und inoffizielle ( zum Teil auch namenlose) Konkretion der Aktion. Mittlerweile sind die Generationen übergreifenden Kräfte aus Musik, Kunst, Philosophie, Sozialwissenschaft, Film, Theater, Bühnenbild, Design und Literatur in China, Korea, Japan, Frankreich, Island, Österreich, Schweiz, Dänemark, England, Schweden, Bulgarien, Rußland, Nicaragua und den USA als Operateure auf dem Spielfeld (s. „Mash“ von Robert Altman):

„Erwacht das Erz als Posaune, so liegt die Schuld keineswegs an ihm“ Arthur Rimbaud

„Eigentlich bin ich Surrealist“ KP Brehmer“

„Zeichen brauchen Austausch und Austausch braucht Zeichen“

Gunnar F. Gerlach

http://www.operative-kunst.de/einf.html

· „Aufatmen“ -aber: die Verzweiflungen wechseln [Presseerklärung]
Presseerklärung Kultur-/Feuilleton-Redaktion,

Zur Ausstellung mit Performance-Aktionen „Aufatmen – Die Verzweiflungen wechseln…“ laden wir Sie herzlich ein zum Schauen, mit uns sprechen und vielleicht in Ihrem Medium zu berichten.

Die Eröffnung ist am Samstag, den 24. Januar 2004 um 18.00 Uhr im ArToll Kunstlabor, Haus 6 der Rheinischen Kliniken in Bedburg-Hau.

Einführende Worte zum Thema „Identität – Globalisierung – Wahnsinn?“ spricht Herr Gunnar F. Gerlach (Prof. f. philosoph. Ästhetik und Kunstwissenschaft Hamburg), der das themen- gebundene Künstler-Symposium aktiv begleitet (Performance; Katalog).

Der Ausstellungstitel stammt von dem Initiator des Projektes, dem Künstler Uwe Schloen (Wangersen) und bezieht sich auf das mögliche, kurzweilige Glück des Sysiphos im Sinne des französischen Existentialisten Albert Camus. Wennder stetig wieder auf den Berggipfel geschobene Stein wieder zurückrollt:

„Aufatmen“ – aber: die Verzweiflungen wechseln nur, denn wir wissen mit Theodor W. Adorno, daß es kein richtiges Leben im Falschen gibt. Aber auch ein „richtiges Leben“ setzt verbindliche Werte und Normen für die Entscheidungs- und Differenzierungs- fähigkeit voraus. Und so ist der Ort derAusstellung im Rahmen der psychiatrischen Anstalt der Rheinischen Kliniken (Haus 6, ArToll) Herausforderung und Anschauung genug, um mit künstlerischen, musikalischen und philosophisch-literarischen Mitteln nach den Grenzlinien von Richtig und Falsch, Normal und Anormal, Innen und Außen zu forschen. Dies zumal in einer wertelosen (bzw. wertefreien) Zeit des neo-liberalisierten Globalismus (Totalitarismus?).

Geistig krank oder gesund als Entscheidung zu markieren wird zu einer paradoxen Reflektion auf dieser Folie. So rollen die beteiligten Künstler der Stein der Verzweflung als verdrahtete Käfig-Zelle durch den offenen Raum (Dini Thomsen, Anja Middelkoop; beide Holland) oder nehmen ihre tierische Ursprungs-Identität wieder an und reflektieren ihre Geschichte (Corinna Korth, Hamburg in ihrer Mischwesen-Erscheinung zwischen Wolf und Mensch). Erschrecken vor dem eigenen Antlitz und seinen Gesten zwischen Clown und Wahn thematisiert Uwe Schloen: des Menschen Tragik liegt u.a. in der Erkenntnis, daß er sich immer nur „falsch“ herum im Spiegel sehen kann, wie der französische Psychologe und Philosoph Jacques Lacan feststellte. Die Problematisierung der trennenden Linien, Mauern und Grenzen zwischen den Extremen erkunden die malerischen, fotografischen und plastischen Arbeiten von Georg Janthur (Wuppertal), Frank Röseler (Hamburg), Ralf Timm (Hamburg)

und Gudrun Schuster (Bad Kreuznach). Die ästhetisch-psychotische Auslotung des Raumes der Ideen, der Glücksmomente und Verzweiflungen zwischen Wahnwitz und Wahnsinn betreiben Toon Elfrink (Holland) und Gunnar F. Gerlach (Hamburg).

Das Kunst- und Wissenschaftslabor „Aufatmen“ ist für Sie vom 25.-28. 1. zwischen 14.00 und 18.00 Uhr geöffnet. Bei Nachfragen und Interview- od. Material-Wünschen wenden Sie sich bitte an Herrn Schloen (0160/ 72 00 973) od. Herrn Gerlach (0171/ 6476758) bzw. Frau Thomsen(02821/ 811 500). Wir bedanken uns für Ihr Interesse und freuen uns auf Ihren Besuch.

· Wasserturm 25.01 2004
http://www.netzdraht.de/bhh/forum/viewtopic.php?p=2886#2886

· MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04
MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04 ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlich willkommen zu unserem ersten Newsletter im Jahr 2004. Wir möchten Sie besonders auf die Gottesdienstaktion am 21. März 2004 sowie auf die Indienberichte hinweisen. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen, das Team der Wasserkampagne Danuta Sacher und Bernhard Wiesmeier

Die Themen

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: (1) Aktionstag zum Tag des Wassers (2) Weltsozialforum in Mumbai (3) Peoples World Water Movement gegründet (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser (7) Aktuelles JEP-Wasserheft (8) Neue Wasserstudie über RWE (9) Film „Kampf ums Wasser“

Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden:

http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf (1) Aktionstag zum Tag des Wassers ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Die Wasserkampagne von „Brot für die Welt“ hat angeregt, anlässlich des Weltwassertags am 22. März Gottesdienste zum Thema Wasser am Sonntag davor (21. März) durchzuführen. Der Vorschlag ist, in möglichst vielen Kirchengemeinden Wassergottesdienste zu feiern, um auf die zentrale Bedeutung des Wassers in unser aller Leben aufmerksam zu machen und die Forderung nach dem Menschenrecht auf Wasser zu unterstützen. Selbstverständlich sollen auch nochmal viele Postkarten für die Flaschenpost an den Bundeskanzler gesammelt werden. Die Flasche wird rund um Pfingsten 2004 an die Bundesregierung übergeben. Kirchengemeinden und Pfarrer, die einen solchen Gottesdienst planen, können sich bei „Brot für die Welt“ das aktuelle Werkheft Gottesdienste sowie die Texte zur Meditationsfahne „Dürsten nach Gerechtigkeit“ bestellen oder hier weitere Informationen abrufen:

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18085 (2) Weltsozialforum in Mumbai ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

100.000 Menschen kamen in der indischen Metropole zum Weltsozialforum zusammen, um gemeinsam nach Alternativen für die neoliberale Globalisierung zu suchen. Eines der wichtigsten Themen war dabei das Wasser. „Brot für die Welt“ veranstaltete gemeinsam mit FIAN International, dem Council of Canadians und der indischen Partnerorganisation Vikas Adhyayan Kendra einen zweiteiligen Workshop zum Thema Menschenrecht Wasser. Unter anderem äußerte sich der UN-Special Rapporteur for Housing optimistisch, dass der General Comment Nr. 15 (Recht auf Wasser) für viele Menschen von großer Bedeutung sein werde. Mehr Informationen dazu unter= http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17888

(3) Peoples World Water Movement gegründet

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Im Vorfeld des Weltsozialforums fand in New Delhi vom 12. bis 14. Januar 2004 das erste People’s World Water Forum statt. Rund 300 WasseraktivistInnen aus über 60 Ländern berieten dort auf Einladung und unter Mitwirkung namhafter WasseraktivistInnen wie Vandana Shiva, Maude Barlowe und Riccardo Petrella über indigene Wasserrechte, das Menschenrechtskonzept und ökologische und gemeindegestützte Alternativen zur Privatisierung. Die Konferenz konstituierte sich als Peoples World Water Movement und beschloss, den Austausch untereinander künftig zu intensivieren. Ausserdem wurde eine internationale Kampagne gegen den französischen Wasserkonzern Suez und Coca-Cola vereinbart. Als nächster internationaler Höhepunkt sind Aktivitäten im Umfeld desWeltwasserforums in Mexiko 2006 angedacht.

(4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Gemeinsam mit FIAN International führte „Brot für die Welt“ im Vorfeld des Weltsozialforums eine Fact Finding Mission in Indien durch. Insgesamt drei internationale Teams waren im Einsatz, um Fälle zu dokumentieren, bei denen das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird oder bedroht ist. Dabei waren die Teams in den Bundesländern Delhi, Uttar Pradesh, Uttaranchal, Orissa, Tamil Nadu und Kerala im Einsatz. Alle Teams mussten in ihren vorläufigen Berichten feststellen, dass das Menschenrecht auf Wasser auf vielfältige Weise verletzt wurde. In fast allen Fällen fehlte die angemessene Partizipation der Bevölkerung sowie die Transparenz in der Wasserpolitik, wie sie in dem General Comment Nr. 15 vorgesehen ist (vgl. dazu: http://www.menschen-recht-wasser.de/downloads/4_2_un_comment.pdf).

Die Ergebnisse der Mission werden in einem Bericht dokumentiert, der bei der kommenden Sitzung der Menschenrechtskommission in Genf vorgestellt werden soll.

(5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der

Heinrich-Böll-Stiftung

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Am 26./27. März 2004 findet das Dritte Forum über globale Entwicklungspolitik statt. Veranstalter sind „Brot für die Welt“ und die Heinrich-Böll-Stiftung. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Frage „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“. Zu der zweitägigen Veranstaltung werden Beiträge von UN-Experten, Weltbank-Funktionären und VertreterInnen von Partnerorganisationen aus dem Süden erwartet. Die TeilnehmerInnen werden gemeinsam mit den ReferentInnen darüber diskutieren, wie die weltweite Wasserkrise gelöst werden kann und wie dem Menschenrecht auf Wasser weltweit Geltung verschafft werden kann. Nähere Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18159

(6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Auf der letztjährigen Sommeruniversität in Ratzeburg haben die TeilnehmerInnen eine Erklärung zum Schutz der Wasserresourcen verabschiedet. So fordert das „Ratzeburger Manifest“, dass das Gemeingut Wasser ein Gemeingut bleiben muss und wünscht mehr Respekt und Sensibilität für die Welt. Konkret mahnen die Unterzeichner mehr Anstrengungen in der Umweltpädagogik an, um ein vernetzteres und ökologisches Denken zu verbessern. Zu den Unterzeichnern des Manifestes gehören Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, Professor Udo E. Simonis sowie Professor Hans-Rudolf Bork vom Ökologie-Zentrum der Universität Kiel. Nähere Informationen zur Sommeruniversität unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17896

(7) Aktuelles JEP-Wasserheft

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Das Journal für Entwicklungspolitik (JEP) hat seine Ausgabe 19 (4) 2003 dem Wasser gewidmet. Darin finden sich Beiträge zur Situation in Afrika, ein Bericht über den Widerstand gegen die Wasserprivatisierung in Cochabamba sowie eine Analyse indigener Rechte im Zusammenhang mit der Wasserprivatisierung. Das Heft kann für 9,80 Euro bezogen werden bei GVA Gemeinsame Verlagsauslieferung

Postfach 2021, 37010 Göttingen (e-mail: krause@gva-verlage.de)

(8) Neue Wasserstudie über RWE

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Frank Kürschner Pelkmann und KOSA haben eine neue 72-seitige Broschüre über die Rolle der RWE auf dem internationalen Wassermarkt herausgegeben. „Imagine…sauberes Trinkwasser für alle?“ heißt die Publikation, die die Aktivitäten des deutschen Konzerns vornehmlich im Wasserbereich unter die Lupe nimmt. ISBN 3-934645-09-7, Preis 3,50 Euro zzgl. Versandkosten.

KOSA (Koordination Südliches Afrika) hat dazu noch zwei weitere Publikationen zum Thema Wasser und Privatisierung herausgebracht: „Vulamanzi! Beteiligungen privater Unternehmen an öffentlichen Wasserwerken und die Rechte armer Verbraucher“ untersucht die Bezahlbarkeit von Wasserdienstleistungen insbesondere der armen Haushalte und „Das Gold der Zukunft? Nachhaltige Wassernutzung im Südlichen Afrika und in Deutschland“ fasst die Ergebnisse zweier Seminare zum Thema Wasserversorgung zusammen. Nähere Informationen zu diesen Publikationen findens Sie unter

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18086 (9) Film „Kampf ums Wasser“ :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Der Film „Kampf ums Wasser“ zeigt am Beispiel einer Familie in Mozambique , unter welch schwierigen Bedingungen der Alltag gemeistert werden muss, wenn das Wasser knapp wird. Der Film begleitet die Frau auf ihrem verzweifelten Weg, die Wasserversorgung für sich und ihre Familie sicherzustellen, wobei Konflikte nicht ausbleiben. Der Film kann beim evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Bildungsarbeit (EZEF) in Stuttgart ausgeliehen werden: EZEF Kniebisstraße 29 70188 Stuttgart Nähere Informationen zu diesem und anderen Wasser-Filmen finden Sie unter

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18087 Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf

© „Brot für die Welt“ 2003 http://www.brot-fuer-die-welt.de http://www.menschenrechtwasser.de

MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04 :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlich willkommen zu unserem ersten Newsletter im Jahr 2004. Wir möchten Sie besonders auf die Gottesdienstaktion am 21. März 2004 sowie auf die Indienberichte hinweisen. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen, das Team der Wasserkampagne Danuta Sacher und Bernhard Wiesmeier

Die Themen

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: (1) Aktionstag zum Tag des Wassers (2) Weltsozialforum in Mumbai (3) Peoples World Water Movement gegründet (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser (7) Aktuelles JEP-Wasserheft (8) Neue Wasserstudie über RWE (9) Film „Kampf ums Wasser“

Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf (1) Aktionstag zum Tag des Wassers :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Die Wasserkampagne von „Brot für die Welt“ hat angeregt, anlässlich des Weltwassertags am 22. März Gottesdienste zum Thema Wasser am Sonntag davor (21. März) durchzuführen. Der Vorschlag ist, in möglichst vielen Kirchengemeinden Wassergottesdienste zu feiern, um auf die zentrale Bedeutung des Wassers in unser aller Leben aufmerksam zu machen und die Forderung nach dem Menschenrecht auf Wasser zu unterstützen. Selbstverständlich sollen auch nochmal viele Postkarten für die Flaschenpost an den Bundeskanzler gesammelt werden. Die Flasche wird rund um Pfingsten 2004 an die Bundesregierung übergeben. Kirchengemeinden und Pfarrer, die einen solchen Gottesdienst planen, können sich bei „Brot für die Welt“ das aktuelle Werkheft Gottesdienste sowie die Texte zur Meditationsfahne „Dürsten nach Gerechtigkeit“ bestellen oder hier weitere Informationen abrufen: http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18085 (2) Weltsozialforum in Mumbai :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: 100.000 Menschen kamen in der indischen Metropole zum Weltsozialforum zusammen, um gemeinsam nach Alternativen für die neoliberale Globalisierung zu suchen. Eines der wichtigsten Themen war dabei das Wasser. „Brot für die Welt“ veranstaltete gemeinsam mit FIAN International, dem Council of Canadians und der indischen Partnerorganisation Vikas Adhyayan Kendra einen zweiteiligen Workshop zum Thema Menschenrecht Wasser. Unter anderem äußerte sich der UN-Special Rapporteur for Housing optimistisch, dass der General Comment Nr. 15 (Recht auf Wasser) für viele Menschen von großer Bedeutung sein werde. Mehr Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17888 (3) Peoples World Water Movement gegründet :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Im Vorfeld des Weltsozialforums fand in New Delhi vom 12. bis 14. Januar 2004 das erste People’s World Water Forum statt. Rund 300 WasseraktivistInnen aus über 60 Ländern berieten dort auf Einladung und unter Mitwirkung namhafter WasseraktivistInnen wie Vandana Shiva, Maude Barlowe und Riccardo Petrella über indigene Wasserrechte, das Menschenrechtskonzept und ökologische und gemeindegestützte Alternativen zur Privatisierung. Die Konferenz konstituierte sich als Peoples World Water Movement und beschloss, den Austausch untereinander künftig zu intensivieren. Ausserdem wurde eine internationale Kampagne gegen den französischen Wasserkonzern Suez und Coca-Cola vereinbart. Als nächster internationaler Höhepunkt sind Aktivitäten im Umfeld des Weltwasserforums in Mexiko 2006 angedacht. (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Gemeinsam mit FIAN International führte „Brot für die Welt“ im Vorfeld des Weltsozialforums eine Fact Finding Mission in Indien durch. Insgesamt drei internationale Teams waren im Einsatz, um Fälle zu dokumentieren, bei denen das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird oder bedroht ist. Dabei waren die Teams in den Bundesländern Delhi, Uttar Pradesh, Uttaranchal, Orissa, Tamil Nadu und Kerala im Einsatz. Alle Teams mussten in ihren vorläufigen Berichten feststellen, dass das Menschenrecht auf Wasser auf vielfältige Weise verletzt wurde. In fast allen Fällen fehlte die angemessene Partizipation der Bevölkerung sowie die Transparenz in der Wasserpolitik, wie sie in dem General Comment Nr. 15 vorgesehen ist (vgl. dazu: http://www.menschen-recht-wasser.de/downloads/4_2_un_comment.pdf). Die Ergebnisse der Mission werden in einem Bericht dokumentiert, der bei der kommenden Sitzung der Menschenrechtskommission in Genf vorgestellt werden soll. (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Am 26./27. März 2004 findet das Dritte Forum über globale Entwicklungspolitik statt. Veranstalter sind „Brot für die Welt“ und die Heinrich-Böll-Stiftung. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Frage „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“. Zu der zweitägigen Veranstaltung werden Beiträge von UN-Experten, Weltbank-Funktionären und VertreterInnen von Partnerorganisationen aus dem Süden erwartet. Die TeilnehmerInnen werden gemeinsam mit den ReferentInnen darüber diskutieren, wie die weltweite Wasserkrise gelöst werden kann und wie dem Menschenrecht auf Wasser weltweit Geltung verschafft werden kann. Nähere Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18159 (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Auf der letztjährigen Sommeruniversität in Ratzeburg haben die TeilnehmerInnen eine Erklärung zum Schutz der Wasserresourcen verabschiedet. So fordert das „Ratzeburger Manifest“, dass das Gemeingut Wasser ein Gemeingut bleiben muss und wünscht mehr Respekt und Sensibilität für die Welt. Konkret mahnen die Unterzeichner mehr Anstrengungen in der Umweltpädagogik an, um ein vernetzteres und ökologisches Denken zu verbessern. Zu den Unterzeichnern des Manifestes gehören Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, Professor Udo E. Simonis sowie Professor Hans-Rudolf Bork vom Ökologie-Zentrum der Universität Kiel. Nähere Informationen zur Sommeruniversität unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17896 (7) Aktuelles JEP-Wasserheft :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Das Journal für Entwicklungspolitik (JEP) hat seine Ausgabe 19 (4) 2003 dem Wasser gewidmet. Darin finden sich Beiträge zur Situation in Afrika, ein Bericht über den Widerstand gegen die Wasserprivatisierung in Cochabamba sowie eine Analyse indigener Rechte im Zusammenhang mit der Wasserprivatisierung. Das Heft kann für 9,80 Euro bezogen werden bei GVA Gemeinsame Verlagsauslieferung Postfach 2021, 37010 Göttingen (e-mail: krause@gva-verlage.de) (8) Neue Wasserstudie über RWE :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Frank Kürschner Pelkmann und KOSA haben eine neue 72-seitige Broschüre über die Rolle der RWE auf dem internationalen Wassermarkt herausgegeben. „Imagine…sauberes Trinkwasser für alle?“ heißt die Publikation, die die Aktivitäten des deutschen Konzerns vornehmlich im Wasserbereich unter die Lupe nimmt. ISBN 3-934645-09-7, Preis 3,50 Euro zzgl. Versandkosten. KOSA (Koordination Südliches Afrika) hat dazu noch zwei weitere Publikationen zum Thema Wasser und Privatisierung herausgebracht: „Vulamanzi! Beteiligungen privater Unternehmen an öffentlichen Wasserwerken und die Rechte armer Verbraucher“ untersucht die Bezahlbarkeit von Wasserdienstleistungen insbesondere der armen Haushalte und „Das Gold der Zukunft? Nachhaltige Wassernutzung im Südlichen Afrika und in Deutschland“ fasst die Ergebnisse zweier Seminare zum Thema Wasserversorgung zusammen. Nähere Informationen zu diesen Publikationen findens Sie unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18086 (9) Film „Kampf ums Wasser“ :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Der Film „Kampf ums Wasser“ zeigt am Beispiel einer Familie in Mozambique , unter welch schwierigen Bedingungen der Alltag gemeistert werden muss, wenn das Wasser knapp wird. Der Film begleitet die Frau auf ihrem verzweifelten Weg, die Wasserversorgung für sich und ihre Familie sicherzustellen, wobei Konflikte nicht ausbleiben. Der Film kann beim evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Bildungsarbeit (EZEF) in Stuttgart ausgeliehen werden: EZEF Kniebisstraße 29 70188 Stuttgart Nähere Informationen zu diesem und anderen Wasser-Filmen finden Sie unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18087 Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf Datenschutz und Abmelden :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Datenschutz und Abmelden: © „Brot für die Welt“ 2003 http://www.brot-fuer-die-welt.de http://www.menschenrechtwasser.de

· 3. Subversive Utopien, gebrochene Fluchtlinien (Foucault) =Kollektiv-Maske Anonymität
3. Subversive Utopien, gebrochene Fluchtlinien

(…)

Wenn die Anzahl der Entsprechungen zwischen theoretischer und praktischer Auseinandersetzung mit Herrschaftsverhältnissen das verifikative Gewicht einer Analyse ausmacht, so kann das Verschwinden von Künstlerinnen als Potenzial sozialen Wandels angesehen werden. Ästhetische Widerstandsformen reterritorialisieren auf soziale Gefüge, um der Selbstreferentialität zu entfliehen und über ihr Kunst-Sein hinaus zu gehen, und so tendenziell ihre eigene Abschaffung zu betreiben.

Aber Kunst ist nie ein Ziel, sie ist nur ein Mittel, um Lebenslinien zu ziehen, das heißt, all jene Arten des wirklichen Werdens, die nicht einfach in der Kunst zustandekommen, all die aktiven Fluchtbewegungen, die nicht darin bestehen, in die Kunst zu flüchten, sich in die Kunst zurückzuziehen. [166]

Diese Funktion, von Deleuze / Guattari der Kunst als solche zugeschrieben, tritt in ihrer Verbindung mit Wunschmaschinen des sozialen Wandels deutlich hervor, und wird genutzt von der ‚Verschwindenden Meute‘ im Spät-Kapitalismus. Die Mannigfaltigkeit der Meute, so hat Kapitel 2 gezeigt, verfügt über ein hohes affektives Potenzial, welches die Kollektivierung und Anonymisierung durch das Wachstum der Meute voran treibt. Ihre tendenzielle Opposition zu dem in Kapitel 0 geschilderten Stand der Pop-Plateaus beruht auf ihrem grundsätzlich als Störung empfundenen Verhältnis zur Ordnung (sozialer, ökonomischer, ästhetischer et. al.). [167] Ihr Potenzial zur Störung und Opposition liegt in ihrer Entstehung aus der Mitte der Ordnungsgefüge, aus dem stillen Auge ‚Pop‘ des Hurricanes Gesellschaft begründet, und erst in dem Wunsch nach Entgrenzung dieser Ordnungen finden sie ihre oppositionelle Realität und bilden einfache Maschinen aus. (Die Begriffsentlehnung ‚Meute‘ aus der Fauna muss kritisch gesehen um die emotionalen und sozialen Fähigkeiten, welche den Menschen unterscheiden, erweitert werden, um in diesem stark verkürzenden Gebrauch den Irrwegen des biologistischen Determinismus vorzubeugen.)

Deleuze / Guattaris Maschinen der Tausend Plateaus lassen sich an den Rändern sozialer und ästhetischer Schichten finden, an welchen sie aus den Grenzen der Herrschaft ausbrechen, und wo die Spuren ihrer Bewegungen Fluchtlinien erkennen lassen, aber auch deren Auseinanderdriften, Brüche und ihre Richtungswechsel. Es handelt sich bei ihnen um einfache Wunschmaschinen, aus Wunschströmen hervor gegangen, und in der Synthese von Wünschen produziert. Im Falle der Residents und GYBE! wurden und werden sie vorläufig geformt aus Dividuen und Relationen und oszillieren zwischen den Aggregatzuständen Macht und Ohnmacht. Sie lassen die Intensitäten des Ästhetischen strömen, um in verschiedenen Akten des sensorischen und emotionalen overload immer neue Territorien zu erschließen und zu besiedeln, ohne genaue Vorgaben über die Richtungen zu machen, weder durch ihre symbolische Repräsentanz in den kapitalistischen Verwertungszusammenhängen noch in der Konzertsituation.

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Der vorliegende Text kann als Kupplungsversuch angesehen werden, sich dem Strömen auszusetzen und treiben zu lassen, zu testen, ob man in der Tat nicht zweimal in den selben Fluss / Strom steigen kann . . . für kurze Zeit Anteil zu nehmen und zu haben an der Produktion und Gestaltung eigener Wunsch-Räume; kann als Bericht angesehen werden; für eine kurze Strecke auf eine der Maschinen aufgesprungen, sich an den Richtungs- und Geschwindigkeitsreglern zu schaffen gemacht, einen neugierigen Blick in das Logbuch geworfen, von den Bauplänen lediglich das Titelblatt verstanden, und schließlich durch diverse Kollisionen aus der Kanzel geschleudert worden, um die Maschine weiter vorwärts stolpern zu sehen. Staub aus der zerrissenen Hose klopfen, Gedächtnisprotokoll anfertigen. Das Strömen suchen . . .

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Die Erkenntnis, dass die Verlockungen dieser allegorischen Metadiskursivität erst in dem zu analysierenden semantischen quasi-Vakuum entstanden sind trägt dazu bei, beiden Band-Konzepten eine Wirkungsmächtigkeit zuzuschreiben, welche ihre Protagonisten unter Umständen vehement ablehnen würden. Entgegen einer Ablehnung aus Furcht vor der Verantwortung gegenüber möglichen Ergebnissen handelt es sich um den Wunsch, nicht als zentrale Institution definiert zu werden, sondern sich die Flexibilität und nomadische Freiheit der Divergenz zu bewahren, wobei die Vehemenz, mit welcher diese Freiheit eingeklagt wird, zu einem determinierenden Muster verkürzt werden könnte. Die Selbstreferentialität der GYBE!-Interviews als Diskursmuster birgt daher die Prinzipien des Zweifels und des Scheiterns in sich, und legt die daraus entstehenden Dilemmas offen, doch ‚No Logo‘ und ’no easy call to arms‘ werden in einer von widerständigen Bewegungen getragenen Umgebung schnell zu Slogans stilisiert und als verkürzende Sicherungen und Beschreibungen der eigenen Positionen genutzt, ohne jenen diskursinhärenten Selbstzweifel zu übernehmen. Um der Starre einer solchen unerwünschten, da als unproduktiv erachteten, Aneignung vorzubeugen scheint es angebracht, die Fluchtlinien auf die Schichten der dominanten Kultur und der Pop-Plateaus zu richten, um deren divergente Energien frei zu setzen. Dort zeichnen sich die deutlichsten Überlagerungen mit den Schichten der Neuen Sozialen Bewegungen der 1980er und 1990er Jahre ab.

Bei den vorgefundenen Referenzen zur dominanten Kultur handelt es sich in ihren kritischen Varianten um Ablehnungen jener kulturellen und ökonomischen Praxen, welche mit der Sicherung und Forcierung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen ineinsgesetzt werden. Die Nähe zu Foucaults Macht-Diskurs wird weiter unten analysiert, doch zuvor seien verschiedene kritische Interventionen der Cultural Studies erwähnt.

Zu berücksichtigen ist, dass jeder Deterritorialisierung immer eine Reterritorialisierung auf die attackierten oder bereits überwunden geglaubten Verhältnisse innewohnt. (…)

http://www.glocalweb.de/joerg/html/mag/sub1.htm

HauptSeite= http://www.glocalweb.de/joerg/index.htm

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Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus. (Gunnar F. Gerlach)
Auszug aus einem Vortrag von Gunnar F. Gerlach Ort: Gustav Heinemann – Bildungsstätte; Vortrag gehalten im Rahmen einer Tagung der „Erich Mühsam Gesellschaft“ (Lübeck) 1996

Gunnar F. Gerlach

Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus Überlegungen zum Verhältnis von Kunst und Politik.

„Wie lange wollen Sie noch beim ersten Schritt bleiben?“ (Joseph Beuys)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, gemäß dem von mir gewählten Titel dieses Vortrages möchte im Folgenden ein Modell der Operativen Kunst in Theorie und Praxis für die gegenwärtige Lage in den bildenden Künsten und der Gesellschaft entwickeln. Neben einer Erläuterung der Begriffe und des Zusammenhanges von Avantgarde und Anarchismus werde ich versuchen meine Thesen zu begründen, was heute eine politische, soziale und revolutionäre Leistung der bildenden Kunst ist und sein könnte. Die Schlußfolgerungen vollziehen sich dann auf der Folie einer problematischen, gegenwärtigen Situation zwischen der Medien – Technologischen Gesellschaft und den Versuchen der Rest-Avantgarden in der bildenden Kunst mit ihnen subversiv umzugehen und zu argumentieren. Die Praxis schließlich unmittelbarer, eingreifender Kommunikations-Akte scheint mir auch zwei Jahre nach Hoyerswerda, Hünxe, Rostock, Lübeck, Magdeburg und Solingen eine adäquate Antwort zu sein, als jede hermetische Gralsuche nach einer wirklich endgültigen und erlösenden Faschismustheorie. In diesem Sinne ist auch eine „House-Aktie“ zu verstehen und unterstützenswert: eine aktive Regulation verfehlter Sozial – Politik mit den Mitteln der künstlerischen Arbeit zu leisten.

Wenn über das Verhältnis von Kunst und Politik reflektiert wird, ist meist ein Problem schon übersehen worden: die künstlerische Tätigkeit ist seit der Renaissance auf individuelle Praxis ausgerichtet, die politische Arbeit orientiert sich an dem gesellschaftlichen Gefüge. Selbstdarstellungen und Narzißmen sind unleugbare Tatsachen auf beiden Seiten, haben aber mehr mit Psychologismen und den jeweiligen, medialen Verwertungs-Systemen und ökonomischen Interessen, Marktorientierungen zu tun. Ginge man davon aus, den Freiheitsbegriff ins Zentrum der Diskussionen zu stellen, ergäbe sich hier eine ganz andere, überraschende Verbindung: das historische Ringen um Freiheit markiert das Engagement von sehr vielen gesellschaftlichen Gruppen, aber ganz besonders jenes von Künstlern und politisch denkenden Menschen oder Politikern. So wird auch verständlich, warum in relevanten, künstlerischen und politischen Theorien, Äußerungen und Handlungen der Begriff Freiheit stehts zentral thematisiert wurde. Heinrich Böll formulierte das Problem bereits vor Jahren wie folgt: „Das ist es, was die Gesellschaft mit der Kunst macht: mit dem Markt erdrücken, Freiheiten in Freiheiten zerteilen.“ Dahinter verbirgt sich auch latent die Kritik an einer historischen Konstruktion, die am Anfang mit dem schillernden Wort Freiheit lockt, um sie am Ende dem gesellschaftlichen Rahmen, dem Markt, als oberster Rationalität einzuverleiben.Bakunin erkannte dieses Dilemma: „Im System der Materialisten, das allein das Natürliche ist, schafft erst die Gesellschaft, weit entfernt davon, die Freiheit zu verringern und zu beschränken, die Freiheit der menschlichen Individuen.

Sie ist die Wurzel, der Baum der Freiheit und ihre Frucht. Deshalb hat der Mensch zu jeder Zeit seine Freiheit nicht am Anfang, sondern am Ende der Geschichte zu suchen, und man kann sagen, das die tatsächliche und vollständige Befreiung des Menschen das große Ziel, das erhabene Ende der Geschichte ist.“ Diese Gegen-Konstruktion zur bürgerliche Logik hat zwei sehr elementare Metaphern bei sich: Wurzel, Baum und Frucht der Freiheit sind auf Natur hingedacht, und die lernende Praxis am Anfang ist Bedingung der Möglichkeit zur Freiheit am Ende zu gelangen. Nach Ernst Bloch ist Freiheit die Möglichkeit zur Auswahl, also zur distinkten und differenzierten Wahrnehmung, als Basis des individuellen Vernunft-, Geschmacks- und Werturteils. Die Wahrnehmung wird so über den Körper gedacht und vollzieht sich über die innere Formung und Vorstellungskraft: Mit dem Körper Sehen, heißt es z.B. für den anderen offenen Werkbegriff bei Franz Erhard Walther. Hand führt zur Handlung. Auch in den Künsten ist es möglich über ein breitgefächertes Handwerk zu verfügen, um sich dem Urteil einseitig klassen- und gruppenspezifischer Geschmacksurteile zu entziehen. Erst der nach Schiller im Spiel zu sich und seiner Freiheit gelangene Mensch, kann mit der Kunst angemessen und frei seine Mittel und Wirkung erzielen. So werden Hand und Handlung zu einer auf Freiheit und Offenheit gerichteten Haltung – politisch wie künstlerisch. Zwei Künstler, haben in Theorie und Praxis in unserem Jahrhundert am deutlichsten und intelligentesten eine Verbindung von sensiblem, künstlerisch-philosophischem Bewußtsein mit politischer Wirkkraft verbunden und gelebt; André Breton, der Kopf der surrealistischen Bewegung, und Joseph Beuys, der erst die Republik und dann die halbe Welt mit seinen Aktionen und Statements herausforderte.

Breton Satz: „Einzig das Wort ist die Freiheit vermag mich noch zu begeistern“, zieht die Konsequenz aus künstlerischer und politischer Theorie und Praxis, Joseph Beuys erkennt das Freiheitsprinzip generell in Akten der formenden und gestaltenden Tätigkeit und thematisiert hier vollkommen logisch gedacht das schöpferische in jedem Menschen als zentrale Frage aller individuellen und gesellschaftlichen Handlungen und Veränderungen: „… denn Kreativität, das heißt Schöpferkraft, die unfrei wäre, wäre ein Widerspruch in sich selbst. Also ist wahre Wissenschaft der Kreativität prinzipiell Freiheitswissenschaft.“ Dieser Gedanke führt konsequent zur Vorstellung einer „Sozialen Plastik“ der Gesellschaft als einer gestaltbaren Form, als einen in sich arbeitenden, energiegeladenen Organismus. Der schöpferische Widerspruch selbst liegt nach Hegels Dialektik natürlich auch darin, denn nach ihm bewegt sich nur, hat Trieb und Tätigkeit, was „in sich selbst einen Widerspruch hat“. Dieser Widerspruch ist die Kunst selbst; individuelle Obsession und soziale Wirksamkeit unter einen Hut zu bringen; das ist unlogisch, aber wem es gelingt, der macht wirksame Kunst. Denn Kunst, Können kommt aus dem altmittelhochdeutschen und heißt der Trick oder der Dreh etwas darzustellen. Als eine Spielart der Zauberei galt das Bild oder das Abbild also nicht umsonst als magisch aufgeladen und hatte rituellen Charakter. Mit dem Wandel der Zeiten, wandeln sich die Materialien, Techniken und Wertsysteme und ihre „kommunizierenden Röhren“. Es ist eine historische Tatsache, daß der Kampf um und für Freiheit und Gerechtigkeit eine Leidensgeschichte ist. Hier begegnen sich künstlerisches Bewußtsein und politische Utopie erneut – im inneren und äußeren kreativen Umgang mit dem Leid.

Hier begegnen sich künstlerisches Bewußtsein und politische Utopie erneut – im inneren und äußeren kreativen Umgang mit dem Leid. Religion, von lateinisch religio, bedeutet das „Zurückgebundensein“ in frommer Scheu. Was bedeutet dies anderes, als sich seiner eigenen Ein-Gebundenheit im gesamten Netz der Vielheiten in Natur und Kultur bewußt zu sein, die Anderen und Fremden Mitmenschen in ihrem spezifischen So-Sein erkennen und achten zu lernen. Die fromme oder heilige Scheu vor den schöpferischen Möglichkeiten der Anderen ist Bedingung für Dialog und Multilog. Edgar Wind, Kulturhistoriker aus dem Panofsky-Kreis bezieht sich in seinem Aufsatz und gleichnamigen Buch „Kunst und Anarchie“ nicht umsonst auf den Begriff der „heiligen Scheu“: „Im allgemeinen fürchten Künstler nicht so sehr den Verlust der Phantasie als ihr Übermaß…/… und doch mit gleicher Stärke, eine heilige Scheu vor der Phantasie, die ihrer Dichtung leben verlieh.“ Wind bezieht sich hier auf Goethe und Baudelaires Praxis der innneren Disziplin. Der Begriff der heiligen Scheu stammt von Platon und kein Philosoph hat den göttlichen Wahnsinn der dichterischen Eingebung- z.B. die Welt retten zu wollen – beredter gepriesen als er; und doch hat er ihn mit Argwohn verfolgt. Dahinter steht die Annahme, der Mensch könne durch seine Vorstellungsgebilde verwandelt werden. Und so sah Platon in der Kunst der Nachahmung ein gefährliches Spiel das zu verwerflichen Charakteren führt.

Goethes Aussage, daß, wer keine Religion habe, möge wenigstens Kunst haben, bezieht sich darauf: in Form gebrachte, gezügelte Vorstellungskraft aus dem Inneren für das Äußere als einem sozialen Raum.

Dies entsprach zudem nahezu prophetisch der Entwicklung in unserem Jahrhundert. Nachdem Nietzsche Gott sterben ließ, und damit unverschuldet der Einseitigkeit instrumentalisierter Vernunft das Begründungsfeld ebnete, ersetzte die Kunst die Kirche. Innerlichkeit als Freiheitsbegriff wurde sukzessive abgeschafft. Shaftesburys „inward form“ beeinflußte die deutschen Geisteswissenschaftler und Künstler. Herder, Humboldt und Hegel folgten ihr genauso wie Caspar David Friedrich und Phillip Otto Runge. Der Rationalismus, besagte instrumentalisierte Vernunft, gegen die Adorno und Horkheimer mit ihrer kritischen Theorie u.a. ankämpften, führte nun in den Terror von Industrie, Technologie, der Kultur-Industrie und ihrer Agenten. Von ihnen leitet sich der gegenwärtige Verdummungs- und Abstumpfungsfeldzug in den Mediengesellschaften ab. Kultur-Technologie ersetzt die Reflexion über eine Korrelation und Relationalität von Form und Inhalt durch technologische Lösungen in einer Kommunikation, die den vom Inhalt befreiten Diskurs über abstrakte Zeichen produziert. Diese Art der instrumentalisierten Vernunft macht KZ´s erst denk- und vorstellbar; losgelöst von innerer Formung, Emotion und Reflexion wird alles einfacher. Technische Lösungen waren noch nie das Problem der Menschheit. Die ökonomischen, emotionalen, ethischen und ästhetischen Probleme sind jedoch bis heute einer Verflüssigung nicht viel näher gekommen. Und so, wie die in ein übergreifendes Herrschaftssystem eingebettete Religion als Kirche in ihr emotionales Gegenteil geführt wurde – von deren inneren Schau als Befreiung zur veräußerlichten, bloßen Form als Unterdrückungs- und Machtinstrument, hat sich auch die Funktion der Künste für die Gesellschaft gewandelt, Museen sind heute Staats- und Markt-Kathedralen ökonomischer, und damit politischer, Kräfte.

Mit ihnen schreibt man die Geschichte des Kapitals auf perfideste Weise fort. Sie repräsentieren nicht mehr Erkenntnisse der philosophischen, sozialen und ästhetischen Reflexion, sondern ein Wertesystem von Shareholder Values, und könnten auch „Dow Jones Memorials“ oder „Gebäude zum Dax“ genannt werden. D.h. auch: der Begriff postmoderne Willkür ist schon wieder ein Gespenst, denn willkürlich ist da nichts. Nur sind es nun die Werte des angeblich freien Marktes, die den Tausch eines vermeintlich bohemiantischen Lebensgefühls gegen Börsenaktien tauschen lassen. Abstraktionswert Geld gegen einen seiner Inhaltlichkeit, Geschichtlichkeit und Geistigkeit beraubten Geschmackswert. Aber über Geschmack läßt sich gerade deshalb köstlich streiten, weil Geschmacksurteile abhängig sind von der Freiheit zur Auswahl, und die ist nun einmal bis heute eine Frage der ökonomischen Möglichkeiten. Geschmacksfragen sind im heutigen Jargon Fragen der Schichten und Zielgruppen – Also doch: Klassenfragen. Aber die Hoffnung, die in der Kunst sich manifestiert, ist auf freie Entfaltung des frei entfalteten Individuums gerichtet, daß sich seiner gesellschaftlichen Bedingt- und Verhältnismäßigkeiten sensibel und intelligent bewußt ist. Freie Assoziation der frei Assoziierten, so hieß es bei Karl Marx immer so schön. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg hat nicht von ungefähr seinen berühmten Bilderatlas zum Fortleben der Antike „Mnemosyne“ benannt. Mneme ist der aus dem griechischen stammende Terminus für Gedächtnis, Erinnerung. Die mythologische Gestalt der Mnemosyne, Tochter des Uranos und der Gäa, die von Zeus geschwängerte Mutter der Musen; der Künste also. Sie ist die Personifikation von Gedächtnis und Erinnerung. So wird die Betrachtung der Kunstentwicklung bei Warburg aus dem lebensnotwendigen „Zurückgebundensein“ an Gedächtnis und Erinnerung gleichzeitig zur Dokumentation einer Leidgeschichte der Menschheit.

Es ist das Ringen um Freiheit und Ausdruck, daß in jeder Gesellschaft ständig bedroht ist. Besonders dann, wenn art bzw. kunstferne Kategorien ihre erkenntnistheoretischen und praktischen Ergebnisse negieren und als Frage von Angebot und Nachfrage in ein heuchlerisches System transformieren. Um Kunst als Basis, als geistige Ernährungsgrundlage verwirklichen zu können, bedarf es einer Gesellschaft, die eine auf historischer Wahrhaftigkeit basierende Ethik besitzt. Dann könnten nicht nur emotionale, ethische und ästhetische Konzeptionen zu Geschwistern werden. Gesellschaftliche Gestaltung könnte aus der Unmittelbarkeit individueller Formung und seinem Anrecht auf Ausdruck zu einem verwirklichten sozialen Körper wachsen. Der sich seiner Selbst- und Fremdverantwortung bewußte Mensch würde über seine innere Proportionierung im Multilog mit den Experiementen und Ergebnissen der Anderen Mitmenschen ins Offene und Freie aus Vertrauen gehen können. Die Entwicklung einer als Unterstützung für ein soziales Projekt gedachten „House-Aktie“(*) ist an dieser Stelle eine glückliche Übereinkunft von moralischer Phantasie, künstlerischer Innovation und konkreter Hilfeleistung vor Ort. Gunnar F. Gerlach

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interessanter Link im Con(e)text:

3. Subversive Utopien, gebrochene Fluchtlinien

Wenn die Anzahl der Entsprechungen zwischen theoretischer und praktischer Auseinandersetzung mit Herrschaftsverhältnissen das verifikative Gewicht einer Analyse ausmacht, so kann das Verschwinden von Künstlerinnen als Potenzial sozialen Wandels angesehen werden. Ästhetische Widerstandsformen reterritorialisieren auf soziale Gefüge, um der Selbstreferentialität zu entfliehen und über ihr Kunst-Sein hinaus zu gehen, und so tendenziell ihre eigene Abschaffung zu betreiben.

Aber Kunst ist nie ein Ziel, sie ist nur ein Mittel, um Lebenslinien zu ziehen, das heißt, all jene Arten des wirklichen Werdens, die nicht einfach in der Kunst zustandekommen, all die aktiven Fluchtbewegungen, die nicht darin bestehen, in die Kunst zu flüchten, sich in die Kunst zurückzuziehen. [166]

Diese Funktion, von Deleuze / Guattari der Kunst als solche zugeschrieben, tritt in ihrer Verbindung mit Wunschmaschinen des sozialen Wandels deutlich hervor, und wird genutzt von der ‚Verschwindenden Meute‘ im Spät-Kapitalismus. Die Mannigfaltigkeit der Meute, so hat Kapitel 2 gezeigt, verfügt über ein hohes affektives Potenzial, welches die Kollektivierung und Anonymisierung durch das Wachstum der Meute voran treibt. Ihre tendenzielle Opposition zu dem in Kapitel 0 geschilderten Stand der Pop-Plateaus beruht auf ihrem grundsätzlich als Störung empfundenen Verhältnis zur Ordnung (sozialer, ökonomischer, ästhetischer et. al.). [167] Ihr Potenzial zur Störung und Opposition liegt in ihrer Entstehung aus der Mitte der Ordnungsgefüge, aus dem stillen Auge ‚Pop‘ des Hurricanes Gesellschaft begründet, und erst in dem Wunsch nach Entgrenzung dieser Ordnungen finden sie ihre oppositionelle Realität und bilden einfache Maschinen aus. (Die Begriffsentlehnung ‚Meute‘ aus der Fauna muss kritisch gesehen um die emotionalen und sozialen Fähigkeiten, welche den Menschen unterscheiden, erweitert werden, um in diesem stark verkürzenden Gebrauch den Irrwegen des biologistischen Determinismus vorzubeugen.)

http://www.glocalzine.de/joerg/html/mag/sub1.htm

Written by medienwatch & metainfo

Juli 22, 2009 at 10:36

Meta-Memo(s): Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus Überlegungen zum Verhältnis von Kunst und Politik

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Vortrag von Gunnar F. Gerlach, Ort: Gustav Heinemann – Bildungsstätte; Vortrag gehalten im Rahmen einer Tagung der „Erich Mühsam Gesellschaft“ (Lübeck) 1996

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Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus Überlegungen zum Verhältnis von Kunst und Politik.

„Wie lange wollen Sie noch beim ersten Schritt bleiben?“ (Joseph Beuys)

Gunnar F. Gerlach

Meine sehr geehrten Damen und Herren, gemäß dem von mir gewählten Titel dieses Vortrages möchte im Folgenden ein Modell der Operativen Kunst in Theorie und Praxis für die gegenwärtige Lage in den bildenden Künsten und der Gesellschaft entwickeln. Neben einer Erläuterung der Begriffe und des Zusammenhanges von Avantgarde und Anarchismus werde ich versuchen meine Thesen zu begründen, was heute eine politische, soziale und revolutionäre Leistung der bildenden Kunst ist und sein könnte. Die Schlußfolgerungen vollziehen sich dann auf der Folie einer problematischen, gegenwärtigen Situation zwischen der Medien – Technologischen Gesellschaft und den Versuchen der Rest-Avantgarden in der bildenden Kunst mit ihnen subversiv umzugehen und zu argumentieren. Die Praxis schließlich unmittelbarer, eingreifender Kommunikations-Akte scheint mir auch zwei Jahre nach Hoyerswerda, Hünxe, Rostock, Lübeck, Magdeburg und Solingen eine adäquate Antwort zu sein, als jede hermetische Gralsuche nach einer wirklich endgültigen und erlösenden Faschismustheorie. In diesem Sinne ist auch eine „House-Aktie“ zu verstehen und unterstützenswert: eine aktive Regulation verfehlter Sozial – Politik mit den Mitteln der künstlerischen Arbeit zu leisten.

Wenn über das Verhältnis von Kunst und Politik reflektiert wird, ist meist ein Problem schon übersehen worden: die künstlerische Tätigkeit ist seit der Renaissance auf individuelle Praxis ausgerichtet, die politische Arbeit orientiert sich an dem gesellschaftlichen Gefüge. Selbstdarstellungen und Narzißmen sind unleugbare Tatsachen auf beiden Seiten, haben aber mehr mit Psychologismen und den jeweiligen, medialen Verwertungs-Systemen und ökonomischen Interessen, Marktorientierungen zu tun. Ginge man davon aus, den Freiheitsbegriff ins Zentrum der Diskussionen zu stellen, ergäbe sich hier eine ganz andere, überraschende Verbindung: das historische Ringen um Freiheit markiert das Engagement von sehr vielen gesellschaftlichen Gruppen, aber ganz besonders jenes von Künstlern und politisch denkenden Menschen oder Politikern. So wird auch verständlich, warum in relevanten, künstlerischen und politischen Theorien, Äußerungen und Handlungen der Begriff Freiheit stehts zentral thematisiert wurde. Heinrich Böll formulierte das Problem bereits vor Jahren wie folgt: „Das ist es, was die Gesellschaft mit der Kunst macht: mit dem Markt erdrücken, Freiheiten in Freiheiten zerteilen.“ Dahinter verbirgt sich auch latent die Kritik an einer historischen Konstruktion, die am Anfang mit dem schillernden Wort Freiheit lockt, um sie am Ende dem gesellschaftlichen Rahmen, dem Markt, als oberster Rationalität einzuverleiben.Bakunin erkannte dieses Dilemma: „Im System der Materialisten, das allein das Natürliche ist, schafft erst die Gesellschaft, weit entfernt davon, die Freiheit zu verringern und zu beschränken, die Freiheit der menschlichen Individuen.

Sie ist die Wurzel, der Baum der Freiheit und ihre Frucht. Deshalb hat der Mensch zu jeder Zeit seine Freiheit nicht am Anfang, sondern am Ende der Geschichte zu suchen, und man kann sagen, das die tatsächliche und vollständige Befreiung des Menschen das große Ziel, das erhabene Ende der Geschichte ist.“ Diese Gegen-Konstruktion zur bürgerliche Logik hat zwei sehr elementare Metaphern bei sich: Wurzel, Baum und Frucht der Freiheit sind auf Natur hingedacht, und die lernende Praxis am Anfang ist Bedingung der Möglichkeit zur Freiheit am Ende zu gelangen. Nach Ernst Bloch ist Freiheit die Möglichkeit zur Auswahl, also zur distinkten und differenzierten Wahrnehmung, als Basis des individuellen Vernunft-, Geschmacks- und Werturteils. Die Wahrnehmung wird so über den Körper gedacht und vollzieht sich über die innere Formung und Vorstellungskraft: Mit dem Körper Sehen, heißt es z.B. für den anderen offenen Werkbegriff bei Franz Erhard Walther. Hand führt zur Handlung. Auch in den Künsten ist es möglich über ein breitgefächertes Handwerk zu verfügen, um sich dem Urteil einseitig klassen- und gruppenspezifischer Geschmacksurteile zu entziehen. Erst der nach Schiller im Spiel zu sich und seiner Freiheit gelangene Mensch, kann mit der Kunst angemessen und frei seine Mittel und Wirkung erzielen. So werden Hand und Handlung zu einer auf Freiheit und Offenheit gerichteten Haltung – politisch wie künstlerisch. Zwei Künstler, haben in Theorie und Praxis in unserem Jahrhundert am deutlichsten und intelligentesten eine Verbindung von sensiblem, künstlerisch-philosophischem Bewußtsein mit politischer Wirkkraft verbunden und gelebt; André Breton, der Kopf der surrealistischen Bewegung, und Joseph Beuys, der erst die Republik und dann die halbe Welt mit seinen Aktionen und Statements herausforderte.

Breton Satz: „Einzig das Wort ist die Freiheit vermag mich noch zu begeistern“, zieht die Konsequenz aus künstlerischer und politischer Theorie und Praxis, Joseph Beuys erkennt das Freiheitsprinzip generell in Akten der formenden und gestaltenden Tätigkeit und thematisiert hier vollkommen logisch gedacht das schöpferische in jedem Menschen als zentrale Frage aller individuellen und gesellschaftlichen Handlungen und Veränderungen: „… denn Kreativität, das heißt Schöpferkraft, die unfrei wäre, wäre ein Widerspruch in sich selbst. Also ist wahre Wissenschaft der Kreativität prinzipiell Freiheitswissenschaft.“ Dieser Gedanke führt konsequent zur Vorstellung einer „Sozialen Plastik“ der Gesellschaft als einer gestaltbaren Form, als einen in sich arbeitenden, energiegeladenen Organismus. Der schöpferische Widerspruch selbst liegt nach Hegels Dialektik natürlich auch darin, denn nach ihm bewegt sich nur, hat Trieb und Tätigkeit, was „in sich selbst einen Widerspruch hat“. Dieser Widerspruch ist die Kunst selbst; individuelle Obsession und soziale Wirksamkeit unter einen Hut zu bringen; das ist unlogisch, aber wem es gelingt, der macht wirksame Kunst. Denn Kunst, Können kommt aus dem altmittelhochdeutschen und heißt der Trick oder der Dreh etwas darzustellen. Als eine Spielart der Zauberei galt das Bild oder das Abbild also nicht umsonst als magisch aufgeladen und hatte rituellen Charakter. Mit dem Wandel der Zeiten, wandeln sich die Materialien, Techniken und Wertsysteme und ihre „kommunizierenden Röhren“. Es ist eine historische Tatsache, daß der Kampf um und für Freiheit und Gerechtigkeit eine Leidensgeschichte ist. Hier begegnen sich künstlerisches Bewußtsein und politische Utopie erneut – im inneren und äußeren kreativen Umgang mit dem Leid.

Religion, von lateinisch religio, bedeutet das „Zurückgebundensein“ in frommer Scheu. Was bedeutet dies anderes, als sich seiner eigenen Ein-Gebundenheit im gesamten Netz der Vielheiten in Natur und Kultur bewußt zu sein, die Anderen und Fremden Mitmenschen in ihrem spezifischen So-Sein erkennen und achten zu lernen. Die fromme oder heilige Scheu vor den schöpferischen Möglichkeiten der Anderen ist Bedingung für Dialog und Multilog. Edgar Wind, Kulturhistoriker aus dem Panofsky-Kreis bezieht sich in seinem Aufsatz und gleichnamigen Buch „Kunst und Anarchie“ nicht umsonst auf den Begriff der „heiligen Scheu“: „Im allgemeinen fürchten Künstler nicht so sehr den Verlust der Phantasie als ihr Übermaß…/… und doch mit gleicher Stärke, eine heilige Scheu vor der Phantasie, die ihrer Dichtung leben verlieh.“ Wind bezieht sich hier auf Goethe und Baudelaires Praxis der innneren Disziplin. Der Begriff der heiligen Scheu stammt von Platon und kein Philosoph hat den göttlichen Wahnsinn der dichterischen Eingebung- z.B. die Welt retten zu wollen – beredter gepriesen als er; und doch hat er ihn mit Argwohn verfolgt. Dahinter steht die Annahme, der Mensch könne durch seine Vorstellungsgebilde verwandelt werden. Und so sah Platon in der Kunst der Nachahmung ein gefährliches Spiel das zu verwerflichen Charakteren führt.

Goethes Aussage, daß, wer keine Religion habe, möge wenigstens Kunst haben, bezieht sich darauf: in Form gebrachte, gezügelte Vorstellungskraft aus dem Inneren für das Äußere als einem sozialen Raum. Dies entsprach zudem nahezu prophetisch der Entwicklung in unserem Jahrhundert. Nachdem Nietzsche Gott sterben ließ, und damit unverschuldet der Einseitigkeit instrumentalisierter Vernunft das Begründungsfeld ebnete, ersetzte die Kunst die Kirche. Innerlichkeit als Freiheitsbegriff wurde sukzessive abgeschafft. Shaftesburys „inward form“ beeinflußte die deutschen Geisteswissenschaftler und Künstler. Herder, Humboldt und Hegel folgten ihr genauso wie Caspar David Friedrich und Phillip Otto Runge. Der Rationalismus, besagte instrumentalisierte Vernunft, gegen die Adorno und Horkheimer mit ihrer kritischen Theorie u.a. ankämpften, führte nun in den Terror von Industrie, Technologie, der Kultur-Industrie und ihrer Agenten. Von ihnen leitet sich der gegenwärtige Verdummungs- und Abstumpfungsfeldzug in den Mediengesellschaften ab. Kultur-Technologie ersetzt die Reflexion über eine Korrelation und Relationalität von Form und Inhalt durch technologische Lösungen in einer Kommunikation, die den vom Inhalt befreiten Diskurs über abstrakte Zeichen produziert. Diese Art der instrumentalisierten Vernunft macht KZ´s erst denk- und vorstellbar; losgelöst von innerer Formung, Emotion und Reflexion wird alles einfacher. Technische Lösungen waren noch nie das Problem der Menschheit. Die ökonomischen, emotionalen, ethischen und ästhetischen Probleme sind jedoch bis heute einer Verflüssigung nicht viel näher gekommen. Und so, wie die in ein übergreifendes Herrschaftssystem eingebettete Religion als Kirche in ihr emotionales Gegenteil geführt wurde – von deren inneren Schau als Befreiung zur veräußerlichten, bloßen Form als Unterdrückungs- und Machtinstrument, hat sich auch die Funktion der Künste für die Gesellschaft gewandelt, Museen sind heute Staats- und Markt-Kathedralen ökonomischer, und damit politischer, Kräfte.

Mit ihnen schreibt man die Geschichte des Kapitals auf perfideste Weise fort. Sie repräsentieren nicht mehr Erkenntnisse der philosophischen, sozialen und ästhetischen Reflexion, sondern ein Wertesystem von Shareholder Values, und könnten auch „Dow Jones Memorials“ oder „Gebäude zum Dax“ genannt werden. D.h. auch: der Begriff postmoderne Willkür ist schon wieder ein Gespenst, denn willkürlich ist da nichts. Nur sind es nun die Werte des angeblich freien Marktes, die den Tausch eines vermeintlich bohemiantischen Lebensgefühls gegen Börsenaktien tauschen lassen. Abstraktionswert Geld gegen einen seiner Inhaltlichkeit, Geschichtlichkeit und Geistigkeit beraubten Geschmackswert. Aber über Geschmack läßt sich gerade deshalb köstlich streiten, weil Geschmacksurteile abhängig sind von der Freiheit zur Auswahl, und die ist nun einmal bis heute eine Frage der ökonomischen Möglichkeiten. Geschmacksfragen sind im heutigen Jargon Fragen der Schichten und Zielgruppen – Also doch: Klassenfragen. Aber die Hoffnung, die in der Kunst sich manifestiert, ist auf freie Entfaltung des frei entfalteten Individuums gerichtet, daß sich seiner gesellschaftlichen Bedingt- und Verhältnismäßigkeiten sensibel und intelligent bewußt ist. Freie Assoziation der frei Assoziierten, so hieß es bei Karl Marx immer so schön. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg hat nicht von ungefähr seinen berühmten Bilderatlas zum Fortleben der Antike „Mnemosyne“ benannt. Mneme ist der aus dem griechischen stammende Terminus für Gedächtnis, Erinnerung. Die mythologische Gestalt der Mnemosyne, Tochter des Uranos und der Gäa, die von Zeus geschwängerte Mutter der Musen; der Künste also. Sie ist die Personifikation von Gedächtnis und Erinnerung. So wird die Betrachtung der Kunstentwicklung bei Warburg aus dem lebensnotwendigen „Zurückgebundensein“ an Gedächtnis und Erinnerung gleichzeitig zur Dokumentation einer Leidgeschichte der Menschheit.

Es ist das Ringen um Freiheit und Ausdruck, daß in jeder Gesellschaft ständig bedroht ist. Besonders dann, wenn art bzw. kunstferne Kategorien ihre erkenntnistheoretischen und praktischen Ergebnisse negieren und als Frage von Angebot und Nachfrage in ein heuchlerisches System transformieren. Um Kunst als Basis, als geistige Ernährungsgrundlage verwirklichen zu können, bedarf es einer Gesellschaft, die eine auf historischer Wahrhaftigkeit basierende Ethik besitzt. Dann könnten nicht nur emotionale, ethische und ästhetische Konzeptionen zu Geschwistern werden. Gesellschaftliche Gestaltung könnte aus der Unmittelbarkeit individueller Formung und seinem Anrecht auf Ausdruck zu einem verwirklichten sozialen Körper wachsen. Der sich seiner Selbst- und Fremdverantwortung bewußte Mensch würde über seine innere Proportionierung im Multilog mit den Experiementen und Ergebnissen der Anderen Mitmenschen ins Offene und Freie aus Vertrauen gehen können. Die Entwicklung einer als Unterstützung für ein soziales Projekt gedachten „House-Aktie“(°) ist an dieser Stelle eine glückliche Übereinkunft von moralischer Phantasie, künstlerischer Innovation und konkreter Hilfeleistung vor Ort. Gunnar F. Gerlach

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(°) „Hausaktie, House-Aktie“ (jst-gfg-gfok 1996)

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de

Written by medienwatch & metainfo

Juli 21, 2009 at 14:08

Veröffentlicht in

Westwerk: »Die silberne Stadt«

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WESTWERK

Ausstellung: 10. bis 19. Juli 2009
Mo—Fr 15—19 Uhr | Sa 12—16 Uhr | So 14—18 Uhr

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Gunnar F. Gerlach

Gebastelte Gebilde und gebildetes Gebastel

Eine Ideenskizze zu den plastischen (Kunst)Geschichten von Nils Knott

„Er versicherte mir, daß ihm die Pantomimik dieser Puppen viel Vergnügen machte, und ließ nicht undeutlich merken, daß ein Tänzer, der sich ausbilden wolle, mancherlei von ihnen lernen könne.“ Heinrich von Kleist, „Über das Marionettentheater“

„Darunter zeigte das zweite Relief dieselbe Unbekannte, wie sie in einem prächtigen Saal saß und aus der aufgetrennten Naht eines reich bestickten Kissens eine rosarot kostümierte Puppe zog, der ein Auge fehlte.“ Raymond Roussel, „Locus Solus“

Die ideologisch verklärte, rational-technoid bestimmte Gegenwart mit ihren, auch brutalen, ökonomischen und politischen Konsequenzen für alle menschlichen Bereiche, schreit nahezu nach Gegenentwürfen – besonders aus dem Geist der Künste (Musik, bildende Kunst etc.). Die im folgenden aufscheinenden Ideen zu der Kunst von Nils Knott, gehen aus von dem Staunen über seine plastischen Erzählungen und Erfindungen im Gewande der Kunst und der formschlüssigen Spiel- und Erfindungsfreude doppeldeutigen Maskenspiels zwischen Tragik und Kömmödie, Ironie und satirischer Energie. Die vielgestaltige und vielgesichtige Welt der Plastiken, Arrangements und Szenarien des 1973 in Münster geborenen Künstlers geben Auskunft von einer grenzüberschreitenden Kunstform, der tatsächlich jedes „Ding“ als Experimentier-, Spiel- und Assoziationsmaterial dienen kann. Diese individuelle Spiel- und Kunstform der neo-surrealen und assoziativen Kunsterzählungen, speist sich aus unterschiedlichsten Quellen, sowohl des Materials, als auch des erzählerischen und gestalterischen Formwillens: traditionelle, handwerkliche Bestimmungen aus der Kunstgeschichte treffen dabei auf grenzüberschreitende Maßnahmen seit der Kunst der 60er Jahre, integrieren den Spirit und die Ästhetik von avantgardistischer Rockmusik genauso, wie Impulse aus DaDa, Collage, Comic, POP und Politik.

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Foto: Jörg Stange

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Gebastelte Gebilde

In den plastisch gebastelten Gebilden kommt schon mal zusammen, was vermeintlich nie zusammen gehören wollte und sollte und es verschmelzen mit alchimistischem Humor und Spott extreme (Material und Gedanken) Gegensätzlichkeiten. Das Wunder-bare wird so auch zum Wunderlichen: da sitzt ein kleines Teufelchen Rock-E-Guitarre spielend in einem als Renn-Auto umgebauten und getunten Holzschuh mit folkloristisch-kitschiger Bemalung, oder ein Arm wird zu einem Bein, ein Sieb auf dem Kopf fungiert als Antennen-Hut und eine fröhliche Wolke entsteht aus einem geschnitzten ‚Tchibo-Yoga-Meditations-Kissen‘. Analog den Maximen des reinen psychischen Automatismus surrealistischer Provenienz ruft hier assoziativ eine Form die andere schlüssig hervor, bis ein Eindruck von Einheit entsteht, oder bis es möglich wird, weiter zu basteln ohne zu zerstören, zu brechen oder gar kleben zu müßen. Der geistige Ge- und Inhalt einer Plastik ist nicht zwangsläufig mit seiner Bezeichnung verknüpft, sondern gibt der subjektiven Weitererzählung des Betrachters seine berechtigte Freiheit und Poesie. Diese Ästhetik oszilliert zwischen Realismus und Surrealismus, Wirklichkeit und Wahn und dem Wahn(Sinn) der Wirklichkeiten.

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Foto: Jörg Stange

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Gebildetes Gebastel

Sprengten DaDa und Surrealismus einst die Ketten normativer Ästhetiken und Bildkontrollen durch radikale In-Frage-Stellung eines einseitig nach Machtkriterien funktionalisierten und instrumentaliserten Vernunftbegriffes, wie es Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in der „Dialektik der Aufklärung“ freilegten, so wird in dem Gebastel von Nils Knott die frei flottierende Phantasie wieder zu einem gestalterischem Instrument mit unvorhersehbarem Ausgang. Ausgangspunkte und Inspirationsquellen liefern dabei durchaus heterogene Traditionen der Bild- und Kunstgeschichte und der künstlerischen Techniken und visuellen Strategien: legendäre Plattencover der avantgardistischen Blues-und Rockmusik, wie u.a. Captain Beefhearts (Don van Vliet ist Musiker und Maler) „Strictly Personell“ (1968) oder Niobes „Voodooluba“ (2004) werden mit der volkskundlich hochwertigen Ästhetik der Kunst aus Grönland (Inuit) oder den schon von den Surrealisten bewunderten, indianischen Kachina-Figuren zusammengedacht. Das stilistische Prinzip der Collage als Verbindung unterschiedlichster Materialien, Techniken und Genres wird zum Spiel über die Bande und erinnert an collagierte Comix von Neil Gaiman und Dave McKean („Die tragische Kommödie oder komische Tragödie des Mr. Punch“). Die so entstehende subjektive Ästhetik der Narration bleibt aber anfangs- und endlos und ist „Still Under Konstruktion“, wie auf der Web-Site des Künstlers zu sehen und zu lesen ist.

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Foto: Jörg Stange

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Ausblick

Diese auch aus der avantgardistischen Rock- und Jazz-Rock-Musik entwickelte Ästhetik sich brechender und schneidender, synkopierter und geschichteter Rhythmen und (Farb)Töne basiert so auf den Erkenntnissen revolutionärer, normative Grenzen sprengender Avantgarden des 20.Jahrhunderts und ist durchaus auch als politische Kritik, Satire und Forderung zu deuten. In dem Szenario der „vergangenen Stadt“ aus mit gesprühtem Silberlack überzogenen Korb-Gebilden (Gebäuden) in der Wüste (des unmenschlich gewordenen Alltags) erkennen wir die Strategie des Künstlers: assoziativ verbundene (zumeist gesteckte und genähte), surreale und satirische Linien, die sich zu neuen Szenarien des Irrsinns und Sinns zugleich verbinden – als Spiegel eines Wahnsinns, der in der sogenannten Wirklichkeit selbst wurzelt. Eben die tragische Komik und komische Tragik des Lebens als „großes Gebastel“ für „fiese Viecher“. Gunnar F. Gerlach

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„Die Dadaisten hatten kein formuliertes Programm. Arp nannte mit Hinweis auf die „Schlächtereien des Weltkrieges“ das Ziel, die verlogenen und scheinheiligen Werte und Ideale der bürgerlichen Gesellschaft zu enttarnen und zu zerstören“ (iw)

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Dada ist die Sonne, Dada ist das Ei. Dada ist die Polizei der Polizei

Richard Huelsenbeck

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Silver City eine Odyssee durch die Moderne

Eine Odyssee durch die epochale Absurdität des doppeltverspiegelten Wahns reflexive seiner Produkte. Der Verlust von Wahrung als substanzielles Rhizom – als Baustoff wider der Uniformität gehypter Verlustigung. Humboldt als Dürer – als Eichörnchen durch monochromen Anst(r)ich gleichgeschalteter Bedeutungsebenen vereinna(h)mtet?, die sogenannte (aufgeklärte) Moderne, durchkreuzt dialektisch die Geschichte falsch verstandener barbarischer Aneignung.

Ein neodadaistisches Flechtwerk von Liebe & Anarchie als Überwindungsforderung im Subtext. Fatalistische Verkitschung zur Demaskierung ästhetisierter und synästetisierender Flachstromwelten, embeddeter Beliebigkeit im (Schein)Dialog mit der Dummheit: in den Schichtungen scheinbar eruptierender Oberfläche, zur Liquidierung von Restwahrnehmung im System auf Erfolg angelegt, generiert hier zum dialektischen Widerstand.

Kein Horizont, – jeder Horizont ist künstlich wie Gunnar F. Gerlach, auf dem Zweimaster SS Catherina für den Weymar Film „G(ebt) 8(cht) zum Segeln und Kegeln“ vor Heiligendamm, im wirklichen Leben zur Erkenntnis gereichte. Die „versilberte Stadt“ als Metapher der Wirklichkeit, lässt an Alfred Kubins „Die andere Seite“ denken, hier Massenprodukte des korrumpierten Zauberbergs durch verbeamtete Hütchenspieler aus Politik und Kulturindustrie. Der Berg beispielsweise besetzt durch Kunststoff: Polypropylen aus sich synthetisch selbst reproduzierenden Propyleneinheiten kontakarieren mit organischen Stoffen wie Weide (Flechtwerk), Wolle (Webwerk), Bordüre (Ornament)* – Bändern und Verweise auf verlustierte Utopien mit direktem Lebensbezug zum Einze(l)lwesen, decodiert als domestiziertes Produkt verschwurbelter Synästhetik aus der Todespirale. Eine Landschaft künstlicher Errungenschaften: „Silver-City“ ist keine Metapher, die Stadt, sie zeigt ihr verdecktes Sein im degradiert individuellen einer „Petit Maison“ zur „Grand Maison“ der Moderne auf eine „Halma-Mikado-Gaga-Welt“ reduziert und globalisiert – so das die Verkörperung von Gegenentwürfen die Welt nicht neu erfinden, aber doch aus der Welt des Fake in eine andere „Welt-(T)raum-Sicht“ eintreten möge, um Wirklichkeit sinnstiftend erfahrbar und lebbar zu gestalten. Eine einleitende Idee: Schickt Eichhörnchen an die Front! – Aber artgerecht! Jörg Stange

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Foto: Jörg Stange

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Nils Knott

»Die silberne Stadt«

Installation, Objekte

Großes Gebastel, fiese Viecher, raumgreifende collagenhafte Szenarien, geschnitzte Figuren, alles dreidimensional. Bei Nils Knott spielen comicartige Charaktere die Hauptrollen. Sowohl als Miniatur wie auch (über)lebensgroß. Gebastelt oder aus Holz geschnitzt.

Die Szenarien tragen Titel wie »Verfolgungsjagd mit gigantischer Kunstlederhandtasche« oder »Die neue kugelsichere Anlage«. Kaum ein Gefährt, das hier nicht an Düsenantrieb leidet. Trendfarben nehmen euch in den Arm. Ein Bein findet das andere, zusammen gehen sie die formschlüssige Verbindung suchen. Die Teekanne staunt nicht schlecht, als im Regal nur noch Bremsspuren quietschen. Dann wird ihr warm ums Herz. Selbstredend, dass hier weltbewegende Themen behandelt werden.

http://www.westwerk.org/Westwerk/Willkommen.html

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knott-figuren-explorerFoto: Jörg Stange

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http://www.westwerk.org/Westwerk/Willkommen.html

http://www.nilsknott.de/

http://www.nilsknott.de/nilsknott_home.html

http://www.oelfrueh.org/2007/NilsKnott.htm

http://www.fundus-theater.de/plan_stuecke.htm

http://artblog.twoday.net/

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1914-18

Dada

Am 5. Februar 1916 gründete der Poet und Philosoph Hugo Ball (1886-1927) in einer Züricher Bar das „Cabaret Voltaire“ eine Mischung aus Nachtclub und Kunstsalon. Junge Dichter und Künstler wurden eingeladen, ihre Werke vorzutragen, Bilder aufzuhängen oder selbst zu musizieren. Schon gegen Ende des Monats war klar, daß sich hier eine neue künstlerische Bewegung mit antibürgerlicher Grundhaltung formiert hatte. Der Name „Dada“ entstand angeblich beim zufälligen Blättern durch ein deutsch-französisches Wörterbuch: „Dada“, der erste verbale Ausdruck eines Kleinkindes, sollte einen Neubeginn ausdrücken, die Einfachheit darstellen und den Anfang aller Kunst symbolisieren.

Obwohl das „Cabaret Voltaire“ nur sechs Monate bestand, breitete sich die dadaistische Idee schnell international aus. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs entstanden in Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten Dada-Galerien, wurden Dada-Zeitschriften gegründet und Dada-Manifeste geschrieben. Hans Arp und Max Ernst veranstalteten in Köln dadaistische Versammlungen. Richard Huelsenbeck (1892-1974) und Raoul Hausmann gründeten einen Dada-Club in Berlin, zu dessen Mitgliedern Künstler wie George Grosz, Hannah Höch (1869-1978) und John Heartfield gehörten. Ebenfalls in Berlin fand 1920 die Erste Internationale Dada-Messe statt.

Die Dadaisten hatten kein formuliertes Programm. Arp nannte mit Hinweis auf die „Schlächtereien des Weltkrieges“ das Ziel, die verlogenen und scheinheiligen Werte und Ideale der bürgerlichen Gesellschaft zu enttarnen und zu zerstören. „Dada ist der Ekel vor der albernen verstandesmäßigen Erklärung der Welt“, so Arp. Ebenso sagten die Dadaisten den etablierten Kunstformen den Kampf an. Durch eine ironische Synthese von Primitivem, Banalem und moderner Technik versuchten sie die Sinnlosigkeit von Logik, Intellekt und bürgerlicher Kultur zu verdeutlichen. Lärmmusik, Simultanvorträge, Zufallsgedichte, Photomontagen und Collagen aus Zeitungsausschnitten, Photos und Alltagsgegenständen gehörten zu ihren Ausdrucksmitteln. (lw)

http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/kunst/dada/index.html

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John Heartfield gehörten. Ebenfalls in Berlin fand 1920 die Erste Internationale Dada-Messe statt.

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http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/o_mod/dada00.htm

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Anmk.

Seite befindet sich im Aufbau

Meta-Material: Zur Berücksichtigung „geistiger Durchdringungsfragen“:

[DADA-Mystik]

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Dieter Mersch

Im folgenden sei deshalb diese ausgelassenen anderen Seite der Avantgarde zum Thema gemacht. Sie wird in zwei differente Charaktere gegliedert: (i) das „Mystische“ und (ii) das „Politische“. Beide zusammen machen das produktive Potential der Moderne aus. Denn die Kunst der Avantgarde begnügt sich nirgends allein mit der Selbstbetrachtung von Kunst als Kunst, es handelt sich nicht ausschließlich um einen Selbstzweck, ein unverbindliches l’art pour l’art, selbst dort nicht, wo sie sich erklärtermaßen darauf beschränkt. Vielmehr geht es überall zugleich darum, neue Grundlagen zu finden, einen anderen Boden zu stiften, das Spirituelle zu tangieren oder praktisch einzugreifen, den öffentlichen Raum zu betreten und in ihm Marken, Wendepunkte einzutragen. (…)

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All dies sei also mit dem Ausdruck „das Mystische“ bezeichnet: Gewahrung der Unverfügbarkeit der Existenz als Bedingung jeglichen Denkens und Diskurses, als Bedingung auch jeder Wissenschaft und Kunst. Ich behaupte, daß der Kunst der Avantgarde, indem sie sich die Frage nach der Kunst als solche stellte, indem sie darauf reflektierte, was ein Bild, ein Objekt oder eine Skulptur sei, wo die Trennungslinien zur Plastik, zum Alltagsgegenstand, zur Nichtkunst verläuft, wieder auf einzigartige Weise konfrontiert wurde mit dem Problem der Existenz selbst – daß sie, in dem Maße, wie sie die Parameter der klassischen Ästhetik infrage stellte und Kunst als überlieferte destruierte, gleichsam an ihrem eigenen Abgrund von neuem mit dem Anderen, dem Unbestimmten und Unverfügbaren in Berührung kam. Ich möchte diese Spur aufnehmen und auflesen und vor allem in jenen Bewegungen nachzeichnen, die jenseits des Konstruktivismus oder Formalismus auf besondere Weise das Zentrum der klassischen Moderne ausmachen: Dadaismus und Surrealismus. Und sie repräsentieren zwei diametrale Positionen, wobei der Dadaismus mehr auf der Seite des „Mystischen“ steht, während sich der Surrealismus mehr in jenem Bereich aufhält, der als das „Politische“ apostrophiert werden kann. Gewiß ist diese Gegenüberstellung pointiert und überscharf. Sie scheint sogar kontraintuitiv – denn gerade der Berliner Dadaismus von Raoul Hausmann, John Heartfield und anderen reagierte direkt auf die sich zuspitzende politische Situation der 20er und frühen 30er Jahre, indem er u.a. in die antifaschistische Propaganda eingriff. Doch möchte ich mich bei meinen Betrachtungen mehr von Hugo Ball, Kurt Schwitters, Jean Arp und Marcel Duchamp leiten lassen – und letzteren weniger von seiner ironischen Seite als von seiner experimentellen nehmen. Ich wähle zudem Dadaismus und Surrealismus als die beiden herausragenden Paradigmen, weil sie erstens in den Revolten der Avantgarden eine exponierte Stellung einnehmen, und weil sie zweitens sämtliche folgenden Szenen, besonders die amerikanische Kunst der Postavantgarde nachhaltig beeinflußen und anleiten – namentlich die spirituelle Malerei des Abstrakten Expressionismus und des Minimal von De Kooning über Clyfford Still bis zu Mark Rothko und Barnett Newman, wie ebenso die Antipoden wie Josef Beuys und John Cage. Gleichzeitig bilden sie die Referenzpunkte für sämtliche späteren Aktionen, für Performance, Happening und Fluxus genauso wie für Environment, Installation und Concept-Art.

Doch seien zunächst die Überlegungen auf die Kunst des Dadaismus konzentriert,

Bitte zum weiterlesen Link benutzen

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http://nyitottegyetem.phil-inst.hu/kmfil/MERSCH/kunst_2.htm

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Dieter Mersch

3. Das Politische: Der Surrealismus

Ausgehend von der Bestimmung der Kunst der Moderne als einer Metakunst, einer Kunst über Kunst, einer ästhetischen Analyse des Ästhetischen selber haben wir zwischen einer negativen und einer positiven Seite der Avantgarde unterschieden. Die negative erfüllt sich in den Merkmalen der Destruktivität, der Selbstreferentialität und der Paradoxalität der Reflexion, die positive in den Kategorien des Mystischen und des Politischen. Dabei wurde tentativ das Mystische dem Dadaismus und das Politische dem Surrealismus zugewiesen:

http://nyitottegyetem.phil-inst.hu/kmfil/MERSCH/kunst_3.htm

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Sleeper 1973 (Musik: Nino Rota)

Im Film spielt der Regisseur Woody Allen seinen Hauptdarsteller, Miles Monroe. Dieser wurde nach einer missglückten Magengeschwüroperation in den künstlichen Tiefschlaf versetzt. 200 Jahre später erweckt ihn ein Wissenschaftlerteam zu Spionagezwecken aus einer gefundenen Kapsel. Die Welt hat sich infolge von Kriegen bizarr verändert, die Technik hat sich enorm weiterentwickelt, aber ein Führer leitet sein Volk, und Schweinshaxn und gesättigte Fette sind als gesund analysiert worden. Eine Welt, in der sich Miles Monroe als der Besitzer des vegetarischen Restaurants „Zur glücklichen Karotte“ am Broadway der 70er Jahre nicht so leicht zurechtfinden kann. Er flieht erfolglos vor der Polizei, wird zwangseingebürgert, dann von Rebellen aus seinem Dasein befreit und erfüllt schließlich doch noch den Zweck, zu dem ihn die Wissenschaftler erweckt haben. Mehr noch: Er beendet die Existenz des Führers.

Wie bei allen Woody-Allen-Filmen zeigt der Regisseur ein erfremdetes Spiegelbild der Gesellschaft, in dem er pointiert auf Ungereimtheiten hinweist:
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Bilder einer Einstellung

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Frank Zappa & Kp Beefheart

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DIE ERSTE GLOBALISIERUNG

Der Fluch des Silbers

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Von Jens Glüsing, Rio de Janeiro | 27. Juli 2009

Die Ausplünderung der Neuen Welt nach ihrer Entdeckung durch Kolumbus beschleunigte Europas Aufstieg, hat das Schicksal Lateinamerikas aber nicht so ausschließlich geprägt, wie linke Kritiker behaupten. Dennoch trägt der Kontinent bis heute schwer an seinem kolonialen Erbe:

http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/0,1518,638682,00.html

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | *wwo

Written by medienwatch & metainfo

Juli 12, 2009 at 17:48

Kultur Telegramm(e) +++ Sammlung +++ Clips etc. & mehr

with 2 comments

kompass-schlaraffenland-gfok-700Foto + Text(o)ur: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK Kunstarchiv

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Nacht

Kies und Geröll. Und ein Scherbenton, dünn,

als Zuspruch der Stunde. Augentausch, endlich, zur Unzeit:

bildbeständig,

verholzt

die Netzhaut – :

das Ewigkeitszeichen Denkbar:

droben, im Weltgestänge,

sterngleich,

das Rot zweier Münder. Hörbar (vor Morgen?): ein Stein,

der den andern zum Ziel nahm.

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Für Streichquartett (nach dem gleichnamigen Gedicht von Paul Celan)

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Foto: Jörg Stange, gfok Kaisersaal Rathaus Hamburg

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NS-Militärjustiz: Rede von Roland Sérazin im Hamburger Rathaus

https://www.youtube.com/watch?v=cXWyat8PcvQ

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FRISE RAPID RABBIT: Sonntag, 17.4. 16-18h, Fotografieausstellung von Chen Shihong

RAPID RABBIT – BESCHLEUNIGTE BILDWELTEN

Die Fotoausstellung von Chen Shihong mit Fotos aus Hangzhou sowie Animationen von Lev Yilmaz ist am Sonntag, den 17.04. von 16-18Uhr geöffnet.

Die Fotos des chinesischen Künstlers Chen Shihong weisen auf die Kluft hin, die zwischen den Vernetzten und den (noch) Ausgeschlossenen besteht – zumal in China, wo die Gegensätze unermesslich größer sind als im Westen. Die Clips des jungen Künstlers Chen Shihong stehen dabei für das ganz moderne China.

„Schlange & Löwe“, der 2.Block von RAPID RABBIT, befragt die neuen Möglichkeiten des Netzes zu künstlerischem, sozialem, politischem Austausch – ohne dabei aus dem Auge zu verlieren, dass die Global Community auch nur ein Modell ist.

Alle Infos auf http://www.raprab.net – zum Start des 2. Blocks generalüberholt und noch viel tierischer.

http://www.raprab.net/
http://www.frise.de/cms/3-0-Aktuell.html

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Hirnforscher

„Schule produziert lustlose Pflichterfüller“

Interview | Karin Riss, 15. April 2012 18:20 (Entschleunigtes Lehren)
Gerald Hüther über versaute Mathe-Karrieren – und was es braucht, dass Kinder nur ein Fünftel der Zeit in der Schule sein müssen
Video: Langfassung des Interviews mit Hirnforscher Gerald Hüther

TEXT + VIDEO Hier

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Flashmop: RT’s Adam Kokesh brutally arrested for dancing at Jefferson Memorial

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Frankfurt | 26.03.2011
+++ Diebe erbeuten „Aquarelle“ von Beuys mit Regenschirm + Schwan auf dem OP-Tisch +++
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,753364,00.html

Falsch einsortiert | 21.04.2011
+++ Deutsche Bank verbeizt(e) Beuys-Bilder +++
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,758485,00.html

+++Weltweite Ermittlungen: künftige Wertsteigerung eingebeizt +++

http://derstandard.at/1297821561653/Beuys-Bilder-aus-Deutscher-Bank-gestohlen

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Perspektiven Schwarzer Schwan ist Bild für Kontrollverlust
Von Joachim Goldberg
http://www.boerse-online.de/maerkte/meinung/goldberg/:Perspektiven–Schwarzer-Schwan-ist-Bild-fuer-Kontrollverlust/624472.html

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Kunst der kurzen Botschaft

POLIT-KUNST Picasso hat mit Plakaten für den Frieden geworben, Joseph Beuys für die Grünen. In Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg ist zurzeit eine Ausstellung über Künstlerplakate zu sehen, die viel über Kunst und Politik erzählt – und die Frage aufwirft, ob und wie beide zusammengehören VON MAXIMILIAN PROBST 09.04.2011
http://www.taz.de/1/nord/kultur/artikel/?dig=2011%2F04%2F09%2Fa0122&cHash=a6af11682c

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Jagen leicht gemacht.

https://medienwatch.wordpress.com/biographien-treibjagd-in-papendorf/

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Kin Ping Meh – Fairy Tales (early version) 1970

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Umstrittenes Diner im April 2008

Merkels Abendessen für Ackermann vor Gericht

Berlin (RPO). Das Verwaltungsgericht Berlin befasst sich am Donnerstag mit dem umstrittenen Abendessen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Bundeskanzleramt im April 2008. Die Kläger, „Foodwatch“-Chef Thilo Bode und die Berliner Rechtsanwältin Katja Pink, sehen die Feier unter Lobbyismusverdacht, wie Bode in einem Interview sagte. 06.04.2011
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Merkels-Abendessen-fuer-Ackermann-vor-Gericht_aid_984688.html

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What’s this business with Africa

Eine Biofiktion Text: Oliver Gorf Konzept und Regie: Maryn Stucken Uraufführung LICHTHOF-Produktion

„Racism is like a Cadillac. A new model every year.“ (Malcolm X)

Mit Gilbert-André Ehoulan, Sönke C. Herm, Lebo Masemola, Charlotte Pfeifer, Jens Weisser und Abi Wallenstein (Musik)

Video: Sönke C. Herm Kostüme: Sonja Kraft Bühne: Marcel Weinand Licht: Isabel Amrath Musikalische Beratung: Mücke Quinckhardt Regiessistenz: Dunja Helmig, Svenja Meier Hospitanz: Mona Siegel

Premiere Freitag, 08. April 2011 (ausverkauft)

Vorstellungen:
Samstag 09. April um 20:15 Uhr
Sonntag 10. April um 19:00 Uhr

Donnerstag 26. Mai , Freitag 27. Mai, Samstag 28. Mai* jeweils 20:15 Sonntag 29. Mai um 19:00

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Beginn Do.-Sa. 20:15 Uhr, So. 19:00 Uhr

Afrika, Sehnsuchtsort und Projektionsfläche der Europäer. Kolonialisten, Freiheitssucher, Entwicklungshelfer, Touristen, Geschäftemacher – alle hinterließen ihre trennenden Spuren. Südafrika ist das Symbol für die Überwindung der Rassentrennungen. Nelson Mandela! Rainbow Nation! Fußball-WM! Aber ist es so einfach? Eine wahre schwarz-weiße Liebesgeschichte mit einem Hauch von „Casablanca“ in Südafrika ist Angelpunkt einer Suche nach Antworten. Schmerzhafte Versuche, einander „in die Augen zu schauen“. Schauspieler, Musiker und Tänzer aus Europa und Afrika erzählen eine Geschichte jenseits von Jenseits von Afrika – mitten ins Herz der Integrationsdebatten.

Die LICHTHOF Freunde und Förderer laden ein: Am 28. Mai findet nach der Vorstellung ein Publikumsgespräch mit der Theaterkritikerin Elisabeth Burchhardt (NDR 90,3) statt.

Freitag, 08.04. Samstag, 09.04. Sonntag, 10.04. Donnerstag, 26.05. Freitag, 27.05. Samstag, 28.05.Sonntag, 29.05. | für die Termine keine Gewähr !
http://www.lichthof-hamburg.de/

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Studie der Otto-Brenner-Stiftung

Irre: BILD ist gar keine Zeitung

Ein Ex-DGB-Sprecher und ein Ex-FR-Chefredakteur haben die Euro-Berichterstattung der „Bild“-Zeitung untersucht. Sie verstößt gegen alle Regeln des Journalismus. VON Steffen Grimberg
http://www.taz.de/1/leben/taz-medienkongress-2011/artikel/1/irre-bild-ist-gar-keine-zeitung/

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„wasche meine Hände“

eine räumliche Inszenierung von Judith Haman
6. April 2011 – 30. Mai 2011

Kunst in der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg
Ärztehaus Hamburg Humboldtstrasse 56, 22083 Hamburg – http://www.kvhh.de
Mo-Do 8-16 Uhr und Fr 8-15 Uhr
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„Ja, ihr feinen Kunstrichter! Fragt nur immer, was Wahrheit ist, und greift nach der Thür, weil ihr keine Antwort auf die Frage abwarten könnt – eure Hände sind immer gewaschen, es sey, daß ihr Brodt essen wollt, oder auch, wenn ihr Bluthurtheile gefällt habt – fragt ihr nicht auch:  wodurch ihr die Natur aus dem Wege räumt?“ (Johann Georg Hamann, 1762, aus seiner  Aesthetica in nuce)

2009 wurde das Buch „Mit aller Kraft verdrängt – Entrechtung und Verfolgung nicht arischer Ärzte in Hamburg“ von Frau Dr. Anna von Villiez in der KVH vorgestellt.
„wasche meine Hände“ setzt sich mit dem Bild der Täter auseinander und versucht, sich der eigenen Haltung zur Geschichte und Gegenwart bewusst zu werden.

Eröffnung:  Mittwoch, 6. April 2011, 18.30 Uhr
Begrüssung: Dieter Bollmann, Vorstandsvorsitzender der KVH
Einführung: Rahel Puffert, Kulturwissenschaftlerin

Das Projekt wird gefördert von der Freien und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Nord

http://www.hierunda.de

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FOR IMMEDIATE RELEASE: Over 130 Artists Call for Guggenheim Boycott over Migrant Worker Exploitation

(New York, March 16, 2011) A group of leading artists, curators, writers, and others launched a boycott of Guggenheim Abu Dhabi today over the exploitation of foreign migrant workers building the museum on Saadiyat Island, the United Arab Emirates:

http://gulflabor.wordpress.com/2011/03/11/for-immediate-release-100-international-artists-call-for-a-boycott-of-the-guggenheim-abu-dhabi/

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Die Folgen des Tsunamis: Helfen in der Hölle
Trümmer, nichts als Trümmer: Das Ausmaß der Zerstörung in Japan schockiert selbst hartgesottene Katastrophenhelfer – und bringt ihre Arbeit an die Grenzen des Machbaren.
http://www.stern.de/panorama/die-folgen-des-tsunamis-helfen-in-der-hoelle-1663447.html
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Zehn Jahre Städtepartnerschaft Hamburg und Osaka
„Du triffst Deinen Traum“
https://medienwatch.wordpress.com/zehn-jahre-stadtepartnerschaft-hamburg-und-osaka/

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Vattenfall: Kabelschaden

Stromausfall im Bundestag – Toiletten gesperrt

„Achtung, hier spricht die Polizei. Wegen des Stromausfalls ist die Benutzung der Toiletten bis auf weiteres zu unterlassen.“

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„This is a Class War“: Michael Moore Calls for Renewed Pro-Democracy Movement as Anti-Union Bills Approved in Wisconsin and Michigan“:
http://www.democracynow.org/2011/3/10/this_is_a_class_war_michael

„Outrage in Wisconsin: Thousands Flood Capitol After GOP Strips Public Workers of Bargaining Rights in Surprise Senate Vote“:
http://www.democracynow.org/2011/3/10/outrage_in_wisconsin_thousands_flood_capitol

„Walkouts, Bank Boycotts and Recalls: Wisconsin Protests Intensify as Union-Busting Legislation Pushed through State Assembly“
http://www.democracynow.org/2011/3/11/walkouts_bank_boycotts_and_recalls_wisconsin

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Rüstung: Wie Deutschland Gaddafi unterstützt
https://medienwatch.wordpress.com/rustung-wie-deutschland-gaddafi-unterstutzt/

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Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes

Dokumentarfilm „Gekaufte Wahrheit“ Wissenschaftsglaube, ein wenig durchgerüttelt

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[..] Am schlimmsten für ihn war die Erkenntnis, dass viele Wissenschaftler keine Wissenschaftler sind: Als Handlager der Industrie veröffentlichen sie fadenscheinige Studien. Weil sie geldgierig sind und voller Angst [..]

http://www.zeit.de/kultur/film/2011-03/film-gekaufte-wahrheit

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Roman

Beim Künstler wird Houellebecq auf einmal weich

Michel Houellebecq hat ein Buch über den Kunstbetrieb geschrieben. Darin verabschiedet der Provokateur seine Paria-Haltung. Tilman Krause|
http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article12849907/Beim-Kuenstler-wird-Houellebecq-auf-einmal-weich.html 17.03.2011

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Mittwoch, 2. März 2011 | 20h | Filmbesprechung | Mariola Brillowska

DES TEUFELS KINDER

„Die provokativ-feministische“ Animationsfilmerin, Dichterin, Performancekünstlerin und Professorin Mariola Brillowska widmet sich in ihrer Arbeit DES TEUFELS KINDER dem Konzept der Familie und führt hierzu sechs literarische Texte zusammen. Als „Zukunftspräsidentin des Vereinigten Universums“ nimmt Brillowska den mutigen Zuschauer mit auf eine bizarre Reise von Lodz in Polen über Israel, Finnland, die Ukraine und das afrikanische Spanien zurück in den Norden nach Deutschland. Sie präsentiert ihm Geschichten von früh erwachender Sexualität, Gewalt und ambivalenten Formen der Lust.“ mehr

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Beuys über Beuys

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Man Rays Ethik des Sehens

Schirmer/Mosel veröffentlicht in Kürze einen großen Bildband zur Porträtkunst des amerikanisch-französischen Surrealisten und Hans Dampf in allen Gassen Von Jacques Schuster
http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article12785866/Man-Rays-Ethik-des-Sehens.html

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Neues aus der Anstalt

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Recht ist die Kunst des Guten und Gerechten

Recht ist die Kunst des Guten und Gerechten

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Innenbehörde erlässt Innenstadtverbot für die Kundgebung gegen Neo-Nazis auf dem
Gänsemarkt

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Songs für die Menschenrechte „Gegen Ausbeutung und Unterdrückung“: Zum 100 jährigen Geburtstag für Elsa Werner: Esther Bejarano und Band im Theater Polittbüro in Hamburg 20.02.2011

https://medienwatch.wordpress.com/polittburo-zum-100-jahrigen-geburtstag-fur-elsa-werner/


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Stéphane Hessels Pamphlet

Empört euch!

Er kämpfte in der französischen Résistance, war später Diplomat und weiß die republikanischen Ideale hochzuhalten. Und seit kurzem ist Stéphane Hessel auch Autor eines schmalen Bestsellers: Auszüge aus seinem Pamphlet „Empört euch!“, das Frankreich bewegt:
http://www.faz.net.

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Ahlhaus vertritt CDU-Minderheitsmeinung bei Kita-Gebühren, Kultur- und Sozialkürzungen

https://medienwatch.wordpress.com/ahlhaus-vertritt-cdu-minderheitsmeinung-bei-kita-gebuhren-kultur-und-sozialkurzungen/

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Plagiatsvorwurf | 16.02.2011

Guttenberg soll bei Doktorarbeit abgepinselt haben

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,745825,00.html

Plagiatsvorwurf gegen Verteidigungsminister Guttenberg soll bei Doktorarbeit abgeschrieben haben

http://www.sueddeutsche.de/politik/plagiatsvorwurf-gegen-verteidigungsminister-guttenberg-soll-bei-doktorarbeit-abgeschrieben-haben-1.1060774

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Die Les Paul füllt leere Räume: Gary Moore ist tot
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http://www.rollingstone.de/news/meldungen/article72661/Die-Les-Paul-fuellt-leere-Raeume-Gary-Moore-ist-tot.html

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Eröffnung: Freitag, 25. Februar 2011, 19 Uhr

REPROSPEKTION

// froh und frunter
Läßt sehen: Llaura I. Sünner
Läßt hören: Gunnar F. Gerlach
Eröffnung: Künstlerhaus Bergedorf

Freitag, 25. Februar 2011, 19 Uhr

https://medienwatch.wordpress.com/reprospektion-froh-und-frunter/

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BLAU – zimmer für kunst und andere | Filmabend mit Peter Sempel

Filmabend am 09.02.11, 20:00

‚Seine filmischen Arbeiten sind komplexe Gebilde, die das Medium immer wieder neu ausloten und sich an den Grenzen zwischen Dokumentarfilm, Bild- und Soundcollage bewegen. Die Filme werden auf internationalen Filmfestivals gezeigt, von ihm selbst in Programmkinos und Kunstinstitutionen vorgeführt oder auf 3sat-tv ausgestrahlt. In ‚Die Ameise der Kunst‘ begleitet er mehr als 50 Kulturschaffende und Künstler wie Jonathan Meese, Daniel Richter und Herbert Volkman in ihren Ateliers, auf Ausstellungseröffnungen, als Teil einer internationalen Kunstszene, kombiniert z.B. auch mit der Tänzerin ‚Große Arabeske, zweite Position‘ – eine Plastik von Edgar Degas aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle. Der ‚Musikfilm in Collageform‘ taucht in verschiedene Kunstwelten ein‘. –Fritz Ostermayer [::]
http://www.blau-zimmerfuerkunst.de/index.php?id=24&tx_kbeventboard_pi1[evt]=50

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Peter Sempel
Geboren 1954, wuchs in Australien auf und kehrte 1968 nach Deutschland zurück, wo er an der Universität Hamburg Literatur und Sport studierte. Seit 1981 arbeitet er als Filmemacher und Fotograf. Er lebt in Hamburg.

http://www.blacksunflower.com

BLAU – zimmer für kunst und andere – wird gefördert von der Hamburger Behörde für Kultur, Sport und Medien.

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Der Taktstock war vergiftet

Gruselig melancholische Nachtgeschichten liest aus ihrem Buch

Gisela Moes

Der Taktstock war vergiftet:

Schambes, der alte Narr

Ruhe Sanft

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Zwischen den einzelnen Geschichten ertönt mittelalterlicher Gesang von Maya Mos, begleitet von Andreas Wolf und Peter Hermsen oder Maya und die Doctores

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Kulturhaus Sternchance

Schröderstiftstrasse 7

Lesung Freitag 28. Januar 20 Uhr 2011 [ Eintritt 5 € ]

https://medienwatch.wordpress.com/gruselig-melancholische-nachtgeschichten-mit-gift-im-taktsock/

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Wortakrobaten: Autorenlesung im Theater foolsgarden

mit Gisela Moes und Maya Mos 4. 3. 2011 um 20.30 Uhr

https://medienwatch.wordpress.com/wortakrobaten-autorenlesung-im-theater-foolsgarden/

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Plagiatsvorwurf Dr. iur. a. D. von und zu Guttenberg

[…] Bleiben die verärgerten Journalisten in der Bundespressekonferenz: Statt Guttenbergs Stellungnahme bekamen sie zu hören, welche Termine die Kanzlerin in der nächsten Woche wahrzunehmen gedenkt. Als verlesen wurde, dass Angela Merkel am Dienstag Faschings-Prinzenpaare aus ganz Deutschland empfangen wird, reichte es den meisten: Sie verließen demonstrativ den Saal =
http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenberg-nimmt-zu-plagiatsvorwurf-stellung-doktor-a-d-guttenberg-1.1061966

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Ahoj Savoy : Kino in St. Georg – für das ganze Hamburg!
Die Projektinitiative zum Erhalt des Savoy-Kinos am Steindamm als kommunales Filmtheater und Stadtteilzentrum für audio-visuelle Kultur stellt sich vor
https://medienwatch.wordpress.com/ahoj-savoy-kino-in-st-georg-%E2%80%93-fur-das-ganze-hamburg/

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Video des Monats #63: Peter Sempel
KUNSTHALLE Wien | Videolounge
Bis 31. Jänner 2011

https://medienwatch.wordpress.com/kunsthalle-wien-video-des-monats-peter-sempel/


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Flyer Motiv-Wahl:  Gunnar F. Gerlach, Motiv-Montage: Franziska Nast

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Der Kunstverein St. Pauli präsentiert:

UNTER DER TARNKAPPE DER KUNST –

Gedanken und Fragen zu Kunst und Politik vom 19. Jahrhundert bis zum Recht auf Stadt

ein kleiner Vortrag von und mit GUNNAR F. GERLACH

am Freitag den 5. November 2010 ab 16:32 Uhr

VORTRAGSBEGINN 19:00 Uhr
Kunstverein St. Pauli CONTAINER
Hafenstraße 89 (Höhe: Strand Pauli)
20359 Hamburg, http://www.ferein.net
Tel. 0175/4121241 o. 0176/24010152

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Bitte beachten: Der Vortrag von Gunnar F. Gerlach muß leider aus Krankheitsgründen am Freitag, den 5.11. ausfallen, wird aber nach Genesung nachgeholt. Neuer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.


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08 2010

Tretjakow in Argentinien

Faktographie und Operativität in der Avantgarde der sechziger Jahre
Jaime Vindel

„Verum ipsum factum“ (Giambattista Vico, Dell’antichisima sapienza italica, 1710)
Die Konzepte der „Faktographie“ und der „Operativität“ waren zwei der Grundvoraussetzungen und treibenden Kräfte für die Entstehung des sowjetischen Produktivismus. Ihr Hereinbrechen bedeutete eine Veränderung der künstlerischen Praxis, die sowohl die Struktur der Werke als auch ihre soziale Funktion betraf[1]. War für erstere das „Schreiben der Geschichte“ das oberste Ziel der Kunstpolitik, so prognostizierte letztere ein neues Modell der Wirksamkeit, das danach strebte, die vom Regime der mimetischen Kunst auferlegten Restriktionen zu überwinden (Fore 2006: 3-4).

http://eipcp.net/transversal/0910/vindel/de

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»Kurze Schatten« von Gerd Roscher«

Filmabend

15. Dezember 2010, 20:30

Im Jahr 1858 fährt Albrecht Roscher von Hamburg nach Sansibar. Er hat gerade seine Doktorarbeit über die Karte des Ptolomäus und die Entdeckung der Nilquellen geschrieben und will nun, ausgestattet mit einem Stipendium des bayrischen Königs, die dort entwickelten Thesen zur Lage der Nilquellen empirisch begründen. Große Hoffnungen hatten den jungen Wissenschaftler nach Ostafrika begleitet, er könne der bedeutsamste deutsche Afrikaforscher werden. „Ich verweigere für mein Unternehmen nicht, alles aufs Spiel zu setzen.“ Den Menschen aber, so schreibt er aus Sansibar, könne „nichts so ruinieren wie Unruhe, insbesondere bei Entdeckungsreisenden, welche alles am Ende ertragen lernen, aber durch das ewige Gefühl der Unruhe aufgerieben werden.“ Er ist nur 23 Jahre alt geworden.

© GEBRUEDER BEETZ FILMPRODUKTION 2005

Gerd Roscher

Geboren 1943, Studium der Germanistik und Philosophie in München und Frankfurt (bei Negt, Adorno). Seit 1972 Professor für Dokumentarfilm und Video an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. In dieser Funktion Betreuer vieler heute bekannter FilmemacherInnen.

http://www.gerdroscher.net
http://www.blau-zimmerfuerkunst.de/

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Hamburger werden „unfassbar langweilig“ Dradio Hören

Maler Daniel Richter attackiert Kulturpolitik in der Hansestadt

Daniel Richter im Gespräch mit Britta Bürger

Er hat Hamburg den Rücken gekehrt – aus Frust über die Kulturpolitik: Der renommierte Maler Daniel Richter klagt über die „Logik der Kapital-Akkumulation“ in der Hansestadt und prophezeit fade Zeiten für die Hamburger Kulturszene.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1352123/

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Der andere Designbegriff mehr

Gun Collection gegen Rüstungsproduktion

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Argentinien: Fabriken ohne Chef

2000 Unternehmen gingen in Konkurs, das Geld schmolz den Unternehmern und den kleinen Sparern unter den Händen weg.
Von Laurent Cibien, Alain Guillon und Claude Clorennec ARTE GEIE – Frankreich 2009
ARTE Reportage

http://videos.arte.tv/de/videos/argentinien_fabriken_ohne_chef_-3236562.html

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Ein Leben wie eine Autobahn

Die Mezzosopranistin Karolina Gumos
Von Vera Block

Als Karolina Gumos an die Hanns-Eisler Musikhochschule in Berlin kam, war sie vor allem vom Selbstbewusstsein ihrer Kommilitonen überrascht. Die junge Polin war nämlich von Hause aus gut geschult in Sachen Understatement. Mittlerweile gehört die Sängerin zum festen Solistenensemble der Komischen Oper.
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/profil/1346678/

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Christoph Grau:

Pantheon Projekt

Eine Serie von 47 knappen Texten, begleitet von sehr, sehr vielen, teils merkwürdigen Abbildungen, die das Rund des Pantheons in Rom umkreisen, mal fortschweifend sich weit entfernend, mal im Kuppelauge des Gebäudes um die eigene Achse kreisend.

Ein seltener Fall von Gebäude-Minne, denn wer (sieht man von Architekturhistorikern einmal ab) trägt zu einem kolossalen Steinhaufen über 35 Jahre lang Gedanken zusammen, ohne je deutliche Zeichen von Gegenliebe zu erwarten.

Freunde, Kinder, streunende Hunde und Schüler werden in einer Art Initiationsritual vom unermüdlichen Autor Christoph Grau ins Pantheon nach Rom geschleppt, welches die unterschiedlichsten Ansteckungsszenarien der nämlichen Faszination zeitigt.

Der größte Zentralraum der antiken Baukunst, der von einem einzigen Zyklopenauge in der Kuppel erhellt wird, als Seelenarchitektur. Ja, es handelt sich bei diesem Buch durchaus auch um eine Autobiografie – nein, ein kleiner Saal hätte es nicht getan – man muss die Informationen nur hinter den Säulen hervorjagen, sie neigen allerdings dazu, sich in die Kuppel hinauf zu verflüchtigen.

Ständig erneut befeuert durch DAS kugelförmige Gebäude wird in diesen Text-Bild-Kombinationen von Christoph Grau das Im-Kreis-Denken zum größten Vergnügen, welches jeden Leser auf je eigene, neue, universale, alberne oder gar philosophische Umlaufbahnen schicken wird.

Christoph Grau: Pantheon Projekt
Hardcover mit Lesebändchen
600 Seiten mit unzähligen farbigen Abbildungen
ISBN: 978-3-941613-30-0
Textem Verlag 2011
28 Euro

Bestellen unter versand(at)textem.de
Auslieferung für Buchhändler: SOVA, Frankfurt

Dienstag, 30. November, ab 19 Uhr
Buchpräsentation des Textem Verlags
Dorothea Schlueter
Galerie, Nobistor 36
22767 Hamburg

http://textem-verlag.de

http://dorotheaschlueter.com/

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Julian Assange (Foto: Espen Moe) Text-Collage + sw-modus jst

https://medienwatch.wordpress.com/2010/12/07/annan-rettet-assange-oder/?preview=true&preview_id=20009&preview_nonce=66e615e1d8

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Denn sie wissen nicht, was sie tun

Hamburgs Kulturpolitiker lassen selbst Flaggschiffe wie Kunsthalle und Schauspielhaus bloss noch dümpeln | 6. Dezember 2010
In vielen Städten ist die Kultur von Sparzwängen bedroht. Als besonders unangenehm jedoch fällt auf, wie Hamburg damit umgeht. Konzeptlose Kulturpolitik und verblasenes Stadtmarketing bilden eine Allianz der Fachfremden. Joachim Güntner
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/denn_sie_wissen_nicht_was_sie_tun_1.8572122.html

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TIME MASTERS: Dream of Lake

Linn Schröder & Katharina Fengler
4. – 19. Dezember 2010

*DJ Rudi Aquarell (live), Karotten-Ingwer-Suppe, Bar und Lagerfeuer
Mit ihrer Installation Dilettanten der Zeit initiierten Katharina Fengler und Linn Schröder 2009 ihre Zusammenarbeit als Time Masters: „Ein kurzzeitiges Asyl für die Dilettanten der Zeit, welche verschollen im beschleunigten Raum Ruhe finden können – um gleich wieder fortgerissen zu werden, von den Zeichen, die nicht ihre sind.“ (Armin Digging aus: Zeitsetting, Hamburg 2009)

Für die Ausstellung im Künstlerhaus Sootbörn werden jene „Zeichen, die nicht ihre sind“ erneut verkehrt; aus dem bekannten Lake of Dreams in Las Vegas wird die Installation Dream of Lake. Der Titel, welcher eigentlich ein Versprecher ist, lässt annehmen, dass mit „Lake“ nicht irgendein See gemeint ist, sondern etwas mit der Logik der Sprache nicht Fassbares, eine Leerstelle, die einen Namen bekommt, eine vergessene Person oder ein Ort, dem kein Punkt auf keiner Landkarte zuzuweisen ist. Die Installation der beiden Künstlerinnen zeigt ein virtuoses Zusammenspiel von Werken, die teils getrennt entstanden sind und teils gemeinsam erstellt wurden und nicht nur unterschiedliche Schaffensprozesse, sondern auch verschiedene Ebenen des Bewusstseins widerspiegeln.

Linn Schröders Fotografien der Serie To Bejewel erzeugen eine unheimliche Vertrautheit und wirken dabei wie Szenen eines Roadmovies, gepaart mit Alfred Hitchcock und Alice im Wunderland. Sie entstanden in Las Vegas, einer Stadt, bei der man schon nach kurzem Aufenthalt Gefühl für Raum und Zeit verliert. Katharina Fenglers Tintenkleckszeichnungen der Serie Island of Kindness wirken hypnotisch, lassen archetypische Formen erkennen, um sich im gleichen Moment wieder jeglicher Definition zu entziehen.

Darauf treffen grotesk wirkende, großformatige Malereien, die sich an Filme wie Suspiria (1977) oder Get Him to the Greek (2010) anlehnen und von beiden Künstlerinnen gemeinsam in einem experimentellen Arbeitsprozess geschaffen werden. Alles zusammen verschmilzt zu einem liebevoll angelegten, fantastischen Unbehagen, und wandert die Aufmerksamkeit des Besuchers einmal auf den Boden, fallen ihm vielleicht die Pfützen auf, die aus Tür und Heizkörper quellen …

Katharina Fengler, geb. 1980, lebt und arbeitet in Zürich, Berlin und Hamburg. Neben der Realisation von Mixed-Media-Installationen arbeitet sie mit performativen Aspekten, wie bei dem Kino-Event „Dead We Act in Molecules“ im Kino Metropol 1 in Zürich (2008) oder „First Days of Disco“ im Ausstellungsraum ‚ywao‘ in Zug (2010) .

Linn Schröder, geb. 1977, lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin. Die Bilder der Serie „To Bejewel“ werden parallel bis zum 23.1.2011 in der Ausstellung „Die Stadt. Vom Werden und Vergehen“ im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern in München gezeigt. Außerdem vom 14.1.2011 bis 27.2.2011 in der Galerie Charles de Jonghe in Brüssel.

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Vernissage: Freitag, 3. Dezember 2010 ab 18h*
Künstlerhaus Sootbörn, Hamburg
Sootbörn 22
22453 Hamburg

U2 bis Niendorf-Markt, Metrobus 5 bis Vogt-Cordes-Damm
http://linn.katharina.in

http://www.kuenstlerhaus-sootboern.de/3.htm

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Peinliche Fragen wegen Fritzenkötter

NEUWAHL SPD-Opposition setzt Senat mit Fragen zu den Aufgaben des Ahlhaus-Beraters unter Druck | 04.12.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/?dig=2010%2F12%2F04%2Fa0140&cHash=e1e5ae5623

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„Auferstanden aus Ruinen“ versus „Deutschlandlied“

Betr.: CDU-PR Mann Andreas Fritzenkötter. Peinlicher Zwischenfall: Rollen – pardon (!) Bänder(ver)tausch bei einer Wahlkampfveranstaltung mit dem Bundeskanzler Helmut Kohl

Spiegel MEMO 12.11.1990

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13503025.html

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Geschichtsmythen

„Napoleon und Europa. Traum und Trauma“

Eine deutsche Ausstellung demaskiert Napoleon I.
Der Korse brachte nicht nur den Code Civil, sondern auch millionenfachen Tod. Frankreich zögert und zeigt die Ausstellung später. Stefan Koldehoff | 17.12.2010

http://www.welt.de/kultur/history/article11670192/Eine-deutsche-Ausstellung-demaskiert-Napoleon-I.html

http://www.bundeskunsthalle.de/

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ero(T)icatoxicologia / dradiokultur:

… und Beethoven radierte !

https://medienwatch.wordpress.com/geschichtsmythen-napoleon-und-europa-traum-und-trauma/

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Lotterbett und Revolution

KUNST Eine deutsch-französische Ausstellung im Wolfsburger Kunstverein nimmt sich der neuen Lust an der Gemeinschaft an und entdeckt deren Vielseitigkeit: Mal wirkt sie kuschelig-affirmativ, mal subversiv :  BETTINA MARIA BROSOWSKY
Die Ausstellung Communauté / Gemeinschaft ist noch bis zum 6. 2. 2011 im Kunstverein Wolfsburg zu sehen
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2010/12/01/a0032&cHash=9e1914a7f0

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Wikileaks-Gründer: Julian Assange – Der Gegenverschwörer

„Hier ist nun die Wahrheit, die Sie frei machen wird. (…) Und angesichts dieses Gefühls Segensworte zu sprechen für die Profite und Propheten der Wahrheit, für die Befreier und Märtyrer der Wahrheit, für die Voltaires, Galileos und Principias der Wahrheit, für die Gutenbergs, Marconis und Internets der Wahrheit, für die Serienmörder der Täuschung, jene brutalen, getriebenen und besessenen Bergleute der Wirklichkeit, die jedes vermoderte Gebäude zerschmettern, zerschmettern, zerschmettern, bis alles in Ruinen liegt, für die Saat des Neuen.“ Julian Assange, letzter Eintrag in seinem Blog iq.org, 29. August 2007, Wikileaks

“[C]ast blessings on the profits and prophets of truth, on the liberators and martyrs of truth, on the Voltaires, Galileos, and Principias of truth, on the Gutenburgs, Marconis and Internets of truth, on those serial killers of delusion, those brutal, driven and obsessed miners of reality, smashing, smashing, smashing every rotten edifice until all is ruins and the seeds of the new.”

Assoziation an Comte Lautréamont: „Der schwarze Engel Maldoror“

http://pajamasmedia.com/michaeltotten/2010/11/30/an-engine-of-chaos/

http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-gruender-julian-assange-der-gegenverschwoerer-1.1031477

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Hören: WikiLeaks – Willkommen auf Island

Die krisengeschüttelte Insel kann Aufklärung gut gebrauchen

Von Philipp Boerger

WikiLeaks-Gründer Julian Assange wird international gesucht, kann sich offenbar vorstellen, in Island Asyl zu beantragen – und Island freut sich darüber: Denn die Aufklärung von Korruption und Misswirtschaft tut Not:

[..] Nach der Finanzkrise hatte die isländische Regierung beschlossen, die freiheitlichsten Mediengesetze der Welt zu entwickeln – damit Korruption und Misswirtschaft in Zukunft früher aufgedeckt werden [..]

“ … Where is Julien today?“ – „Well that’s a mystery. No comment“. – „You are in touch with him?“ – „Yes.“

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1333721/

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»Es versteht sich von selbst, dass das eigentliche Lebenselixier der Informationsgesellschaft die Freiheit ist. Erst durch diese Freiheit können Menschen in allen Teilen der Welt von Wissen profitieren, Journalisten ihre wertvolle Tätigkeit ausüben und Bürger ihre Regierungen zur Rechenschaft ziehen. Ohne das Recht, mittels Medien über Grenzen hinweg nach Informationen und Ideen zu suchen, sie zu empfangen und mit anderen zu teilen, wird sich die Informationsrevolution nicht entwickeln können. Und die angestrebte Informationsgesellschaft wird reines Wunschdenken bleiben.«
Kofi Annan, Generalsekretär der Vereinten Vationen von 1997 bis 2006 = Impressum medienwatch

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Stuttgart 21: Schlichtung und Wahrheit

Heiner Geißler – wenig Mumm

Von Andreas Zielcke
Die Stuttgarter Tafelrunde war nur der Versuch, die Ohnmächtigen mit ihrer Niederlage zu versöhnen. Heiner Geißler hatte viel Chuzpe, aber wenig Mumm. Ein schlechteres Modell demokratischer Konfliktlösung kann es kaum geben.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/heiner-geissler-und-stuttgart-die-lizenz-zur-vollstreckung-1.1031587

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Parteienlandschaft in Deutschland

Die Grünen sind die neue CDU

Ein Kommentar von Heribert Prantl | 26.11.2010

Grün ist die gesellschaftspolitische Leitkultur der Bundesrepublik. Der Naturbezug hat offenbar die Religiosität abgelöst und die Grünen sind die neue CDU. Nichts scheint der Partei zu schaden. Solange sie nicht an der Macht ist:
http://www.sueddeutsche.de/politik/parteienlandschaft-in-deutschland-die-gruenen-sind-die-neue-cdu-1.1028484

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»Another Decade of California Color: Charles Arnold & The Missing i«

Es geht um eine Fälschung. In einem Katalog zur Ausstellung »A Decade of California Color« in der New Yorker Pace Gallery vom November 1970 fand sich eine Seite, die einen Künstler namens Charles Arnold und ein ihm zugeschriebenes Kunstwerk zeigt, die beide nicht in dieser Ausstellung vertreten waren. Eine Retusche auf dem Umschlag der Katalogmappe hatte das »i« von Charles Arnoldi verschwinden lassen, welcher damals der »wahre« Teilnehmer der Ausstellung war.

Das verschwundene »i« war Ausgangspunkt für die Recherche der dreiköpfigen Künstlergruppe Galerie C&V, die im Mai 2010 nach Los Angeles und zu einigen der 1970 an der Ausstellung beteiligten Künstlern führte. Die Ergebnisse dieser Spurensuche bilden den Kern der Ausstellung »Another Decade of California Color« in der Galerie Dorothea Schlueter, die auf den Tag genau 40 Jahre nach der Ausstellung in der Pace Gallery stattfindet.

Ausgehend von der Retusche eines einzelnen Buchstabens, reflektiert die Ausstellung »Another Decade of California Color«, wie eine leicht verschobene Mikrogeschichte kalifornischer Kunst der 1970er Jahre hätte aussehen können. Dabei treffen sich drei Blickrichtungen: die zeithistorische von 1970, die sich erinnernde der damals Beteiligten und der Blick einer heutigen Generation, welcher sich den 1970ern nur als Teil der Kunstgeschichte nähern kann.

Die lose Gruppe der Künstler der historischen Ausstellung »A Decade of California Color« zeichnete sich durch ihre Vorliebe für makellose, handgefertigte Oberflächen und die damals neuen Materialien wie Kunstharz, Polyester oder auch Sprayfarben aus. Seit kurzem erlebt diese kalifornische Kunst, oft als »light and space art« oder »finish fetish« bezeichnet, ein Revival und wird in zahlreichen Retrospektiven gezeigt. So haben einige der Künstler begonnen, Repliken ihrer Arbeiten von vor 40 Jahren herstellen zu lassen. Erste Adresse für die Produktion kalifornischer Kunst ist dabei die Werkstatt von Jack Brogan. Galerie C&V hat nun in ebendieser Werkstatt, die Anfertigung des auf dem gefälschten Künstlerblatt von Charles Arnold abgebildeten Kunstwerks »Untitled, 1970, colored wax on glass« in Auftrag gegeben und befragt mit der Rekonstruktion der Arbeit des fiktiven Künstlers Charles Arnold das heikle Thema Autorschaft und Authentizität.

Als weitere Bestandteile der Ausstellung wird in einem Super-8-Film nicht ohne Ironie über mögliche Produktionsweisen bei der Herstellung des Kunstwerks von Charles Arnold spekuliert. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Klischee des surfenden Künstlers, das mit der kalifornischen Kunst der frühen 70er Jahre untrennbar verbunden ist.
Ein Video verbindet Fragmente aus Gesprächen mit Zeitzeugen und Beteiligten der Ausstellung »A Decade of California Color« zu fiktiven Gesprächen, die ausgehend von der Person Charles Arnold auch Themen wie die Selbstdarstellung von Künstlern damals oder das Rauchen als Vernebelungstaktik verhandeln.
Von dem Fotografen Jerry McMillan, der Wegbegleiter der damaligen kalifornischen Künstlerszene war, sind Kontaktabzüge zu sehen, die sich in Nuancen unterscheiden von jenen, die durch ihre Veröffentlichung in Zeitschriften wie Artforum zu Ikonen wurden.
Zur Eröffnung erscheint ein Faksimile-Reprint der gefälschten Katalogmappe. Diese Lose-Blatt-Mappe wird, als Edition in kleiner Auflage, im weiteren Verlauf der Spurensuche durch kommentierende Blätter anwachsen.

Als Galerie C&V arbeiten Alexander Mayer, Jo Zahn und Jörn Zehe seit 2008 zusammen. Die Gruppe entstand nach der gemeinsamen Organisation des Ausstellungsprogramms zum Thema »Copieren und Verfälschen« im Künstlerhaus Frise, Hamburg. 2009 führte Galerie C&V diese Reihe mit der Ausstellung »Kommentar als selber was« in der Kunsthalle Exnergasse (Wien) fort.
Zum Ausstellungsende hat Galerie C&V eine Auswahl von Filmausschnitten über die West Coast sowie ihren Blick auf die Kunst zusammengestellt. Der ‚Finish Fetish Remix‘ beginnt am Samstag um 18 Uhr.

….ist verlängert und bis zum Samstag, 27. November 2010, geöffnet.

http://www.c8v.de/missing_i/missing_frameset.html

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Weitere Informationen:
http://www.dorotheaschlueter.com oder http://www.the-missing-i.com

DOROTHEA SCHLUETER
GALERIE, NOBISTOR 36
22767 HAMBURG

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KunstHasserStammTisch* der noroomgallery präsentiert

Die fremde und seltsame Welt des Sakropop

Ein Abend mit und von Frank Apunkt Schneider (monochrom)

Freitag, 26. November 2010, 20.00 Uhr
Kirche der Stille, Helenenstraße 14a, Altona

Die Geschichte des Sakropop berichtet von der langen, zähen und tragikomischen Integration von Pop in die Kirche. Sakropop ist »neue Kirchenmusik mit Stilmitteln moderner Popularmusik«, so Martin Bubmann, der Diedrich Diederichsen der Szene. Er hat die zahllosen Widersprüche zwischen religiösem Dogmatismus und popkulturellem Freiheitsversprechen in sich aufgenommen und in eine adäquate Form gebracht: die möglicherweise am weitesten entfremdete Form von Pop überhaupt. Und damit natürlich schon wieder: Meta-Pop! Sakropop ist das vermutlich bizarrste Sub-Genres von Pop, praktiziert lediglich innerhalb einer beinahe unsichtbaren und völlig unvermittelbaren Subkultur. Eben: Incredibly strange music.
Frank Apunkt Schneider wird Höhepunkte seiner umfangreichen SakropopSammlung vorspielen und erläutern.

Frank Apunkt Schneider
*1969, lebt zurzeit als unfreier Autor, unfreier Lektor und unfreier Künstler
in Bamberg. Mitglied bei der KünstlerInnengruppe »monochrom« in Wien.
Darüber hinaus Autor von primär-, sekundär- und tertiärliterarischen Texten, schreibt u. a. für »testcard«, »Bad Alchemy« und »Intro«.

Bekleidungstip
In der Kirche ist es kühl, bitte wärmer anziehen, und es empfiehlt sich, dicke Socken zu tragen, da Schuhe in der Kirchenvorhalle bleiben müssen.

*der KunstHasserStammTisch der noroomgallery ist eine Plattform für performative Kunstkritik

Mit freundlicher Unterstuetzung der Behoerde fuer Kultur und Medien der Hansestadt Hamburg

http://www.monochrom.at
http://www.noroomgallery.com
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LEMMY

05.dez. in CONTRA-sportsbar, Contastr.1, Eimsbuttel, 20:15
15.dez. im INDRA, Gr.Freiheit 64, St.Pauli, 21:15

100 min, von Peter Sempel
Lemmy Kilmister, Saenger und Bassist mit seiner band Motoerhead, specialguests u.a. Doro, Slim Jim, Brian May, Dieter Meier, Corey Parks, Nina C.Alice, Uriz v.Oertzen, Girlschool, und seine fans…)
Dieser Film zeigt Lemmy, wie man ihn kennt, laut, wild, humorvoll, politisch, genialsingend, und aber auch still und nachdenklich. Auf der Buehne, dahinter, davor, im Studio, in seinem Stammladen Rainbow,L.A., in seiner Wohnung, beim Spiel; ebenso Szenen seiner genialen Mitstreiter Phil Campbell an der Gitarre, und Drummerovermeister MikkeyDee.
(Drehs: L.A., Hamburg, Brakel, Berlin, Rostock, Belgien…, von 1998 bis 2005)
Songs u.a.:
Ace Of Spades, Overkill, Civil War, Born To Raise Hell, Orgasmatron, RAMONES, Sacrifice, 1916, Love Me Forever,…
http://www.sempel.com/sempel.html

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London: Hinweis = Plakat im Hintergrund neben Fahrstuhl: Axel Hoedt, Deichtorhallen etc. Fas(t)nacht:  Mythen + Masken [:: ] [::]

https://medienwatch.wordpress.com/2010/12/04/eipcp-europaische-kulturpolitiken-vorausdenken/

Mythos und Ambivalenz der Bilder zwischen Wirklichkeit, Wahrheit und Wahn
https://medienwatch.wordpress.com/mythos-und-ambivalenz-der-bilder-zwischen-wirklichkeit-wahrheit-und-wahn/

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-DAS KOMBINAT-

PSP | Malte Steiner

Installation
Finissage 26.11.2010  !!!!18h!!!!
Dauer der Ausstellung: 04.- 26.11.2010
geöffnet donnerstags + freitags 17 – 20h u.n.V.

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Pressetext hybrid

PSP | Malte Steiner – DAS KOMBINAT – präsentiert im EINSTELLUNGSRAUM e.V. zum gleichnamigen Jahresthema der OFF-Galerie  seine Ideen, beeinflußt von neuesten Gentechnikerkenntnissen und japanischen Splatterfilmen.
Es geht ihm -ähnlich früheren Filmen wie „Ironman“ oder „Bubblegum Crisis“- um Exoskelette, die in Japan und den USA entwickelt wurden, welche nämlich die Bewegungen des Trägers unterstützen, bzw. verstärken, sodass der Mensch zu einem Hybriden mit organischer und gleichzeitig mechanischer Kraft wird. Ein Exoskelett ist eine Stützstruktur, die eine stabile äußere Hülle um einen Organismus oder einen Körperteil bildet.
Interdisziplinär und medienübergreifend reflektiert DAS KOMBINAT über diese Zukunftsvision.
Die Ergebnisse werden in Form von diversen Medienkunstinstallationen gezeigt. Wie sieht ein hybridbetriebener Fußgänger aus? Welche Möglichkeiten und Gefahren beinhaltet das Zusammenfügen, Kombinieren von Mensch und Technik, auch in der Prothetik und Nanotechnologie?
DAS KOMBINAT ist das Hamburger Duo Malte Steiner und PSP, gegründet als Musikprojekt, z.Zt. vor allem als Medienkünstler tätig. Die letzte Vinylveröffentlichung Haushalt und Technik liegt bereits einige Jahre zurück und war seinerzeit ein Favorit in der Münchner DJ-Scene.
DAS KOMBINAT, 2010
www.block4.com/

http://www.einstellungsraum.de/archiv_news12.html

Logo
EINSTELLUNGSRAUM e.V.
FUER KUNST IM STRASSENVERKEHR
Vermittlung von Projekten zwischen Autofahrern und Fußgängern

Wandsbeker Chaussee 11
22089 Hamburg

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Terrorwarnung in Deutschland Hysterie, die Himmelangst macht

Ein Kommentar von Heribert Prantl | 19.11.2010
Die Reaktionen auf die Terrorwarnung machen Angst. Denn dem Terrorismus standzuhalten verlangt: an den Grundsätzen des Rechtsstaats festzuhalten. Ein starker Staat ist der Staat, der seine Regeln verteidigt und nach ihnen handelt – nicht aber der, der sie schon bei der ersten Terrorwarnung in Frage stellt:
http://www.sueddeutsche.de/politik/terrorwarnung-in-deutschland-hysterie-die-himmelangst-macht-1.1025799

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Nat Tate war ein Malergenie – und eine Erfindung

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article10801880/Nat-Tate-war-ein-Malergenie-und-eine-Erfindung.html

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Extraschrot

„Von oben sieht alles kleiner aus“

Der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit von Extraschrot ist die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlich- und politisch relevanten Themen wie Gewalt, Macht, Waffen und Krieg. Sie möchten auf Widersprüche im menschlichen Verhalten und Handeln hinweisen, die durch nicht hinterfragte, nicht reflektierte, somit womöglich simpel adaptierte Moral- und Wertevorstellungen entstehen.

In ihrer Ausstellung im Projekthaus „Von oben sieht alles kleiner aus“ sinnieren die Künstler über Verhältnismäßigkeiten. Die Frage ist, was unser Leben wirklich beeinflußt und ausmacht.
Es werden Jahrhundertereignisse wie 9/11 oder der erste Atombombentest gegen banale Dinge wie Viagra und Gehhilfen gestellt. Die Skyline von NY vor dem 11. Sept, also mit Twintowers, leuchtet in Rot wie eine Weihnachtsdekoration, ein Atombombenpilz entsteht immer wieder in 3 Schritten, rot, gelb, weiß und leuchtet im Dunkeln. Der Raum ist von Bachs Suite No 3 erfüllt, der Musik zu dem Video „I Love NY“. Ein Zusammenschnitt aus 18 Filmen in denen NY zerstört wird.

Eröffnung am Sonnabend den 20.November um 20.00 Uhr

24. 11. – 18. 12. zu unseren Öffnungzeiten und bis 13. Januar nach Vereinbarung

Katharina Arndt und Gero Neumeister sind Extraschrot.

www.extraschrot.com

projekthaus, U.FO Kunstraum
Bahrenfelder Str. 322
22765 Hamburg
Kontakt: G. Follina
Tel.: 040 5113426
info(at)projekthaus-hh.de
http://www.projekthaus-hh.de

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Home » LobbyPlanet Berlin

LobbyPlanet Berlin

*** Die aktuellen Stadtführungstermine ***
Cover des Lobby Planet Berlin

Verbesserte 3. Auflage erschienen!!

Schätzungsweise 5.000 Lobbyisten tummeln sich in Berlin. Sie nehmen Einfluss auf Entscheidungen, die jeden und jede betreffen. Ob es um die Finanzmärkte geht, um Klimaschutz oder die Lebensmittel, die wir essen – überall hinterlassen Lobbyisten ihre Spuren, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.

Der Lobby Planet Berlin führt anhand von 55 Stationen anschaulich in den Berliner Lobbydschungel ein. Er stellt Ihnen zahlreiche Lobbyorganisationen, Kampagnen und Netzwerke vor und erläutert ihre Methoden und Tricks.

Dabei geht es nicht zimperlich zu. Beispiele von der Finanzlobby über die Tabakindustrie bis zur Klimapolitik zeigen, wie unethische Lobbypraktiken, privilegierte Zugänge und Machtungleichgewichte demokratische Prozesse untergraben.

“Wer die Touren abläuft, hat danach ein ganz neues Bild von Deutschland.” (sueddeutsche.de)

http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/schwerpunkte/lobbyplanet-berlin/

https://medienwatch.wordpress.com/?s=Lobbyismus

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08.11.2010

Debatte
Der verletzte Stolz

Von Peter Sloterdijk

Über die Ausschaltung der Bürger in Demokratien

Wann immer Politiker und Politologen sich über den Zustand einer modernen res publica Gedanken machen, drängen Reminiszenzen an das alte Rom sich auf. Das widerfuhr auch jüngst dem glücklosen deutschen Außenminister, als er, um den in seinen Augen allzu üppigen Sozialstaat unseres Landes zu kritisieren, auf den Gedanken verfiel, die heutigen Verhältnisse mit den Niederungen der römischen Dekadenz zu vergleichen:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,727904,00.html

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Gustave Courbet Selbstporträt Der Verzweifelte (1843–1845)

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(Ap:probiert-) Drucken + Versenden  | 25.10.10

Deutschland und Frankreich – wie ein altes Ehepaar [?]

Der deutsche Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge beleuchtet in Paris das Verhältnis von Marianne und Germania.

[..] Foto N°6 „Szenen einer Beziehung“: Umgekehrt verhehlt Sarkozy nicht eine gewisse Bewunderung für seine „chère Angela“ Gustave Courbet: „Ich male nur, was ich sehe. Also male ich keine Engel, denn ich habe ja noch nie einen Engel gesehen.“ [..]

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article10520320/Deutschland-und-Frankreich-wie-ein-altes-Ehepaar.html

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Gustave Courbet

Was für eine Pfeife, dieser Maler!

[..} Deshalb verstand Courbet seine Bilder auch nicht als Orte des Rückzugs, gar als Aufforderung zu privatistischer Selbstbespiegelung. Er selbst war ja ein politischer Feuerkopf und verkämpfte sich keineswegs nur für künstlerische Autonomie und Subjektivität. Als Kommunarde war er 1871 bei den Aufständen in Paris beteiligt, eine Zeitlang agierte er sogar als eine Art Kulturminister – und landete dafür später erst im Gefängnis und noch später im schweizerischen Exil [..]
http://www.zeit.de/2010/43/Courbet?page=1

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Hören Bazon Brock: Orakel oder Bestimmung der Zukunft »Prophets in Residence«

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Oberhafenkantine

Des Kaisers neue Kleider: SCHERENSCHNITTE III

Zum dritten Mal in diesem Jahr haben die Hamburger Künstlerinnen Kathrin Wolf und Magdalena Sadziak eine Gruppenausstellung zum Thema Scherenschnitt initiiert. Rund 40 Kunstschaffende aus Hamburg, Berlin, Dresden, Warschau, Helsinki, Paris, Prag, Shanghai und New York sind eingeladen, in den Räumen der Halle an der Oberhafen Kantine ihre Arbeiten zu zeigen. Eigens für dieses Projekt setzen sich die meisten dieser Künstler zum ersten Mal mit der traditionell besetzten Scherenschnitt-Technik auseinander.
Der Scherenschnitt findet Entsprechungen in anderen künstlerischen Bereichen wie Film, Bildhauerei, Malerei, Zeichnung, Performance und Mode. Dabei entstehen mitunter ortsspezifische Arbeiten und neue künstlerische Kollaborationen. Am Vernissage-Abend freuen wir uns neben der Band Elbis Rever aus Warschau / New York / Bilbao auf den Auftritt der Gruppe Bone, Pierre Nightmare & Eric Clapton on Drums aus Nürnberg / Trier, die zur Eröffnung der Ausstellung ein Scherenschnitt-Album veröffentlicht.

Eröffnung:
Freitag 12. November 2010
20 Uhr
https://medienwatch.wordpress.com/des-kaisers-neue-kleider-scherenschnitte-iii/?preview=true&preview_id=19495&preview_nonce=0f324b9f8e

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27th Dokfest Kassel & Kasseler Kunstverein: Monitoring

27th-dokfest-kassel-kasseler-kunstverein-monitoring/?true&preview_id=19581&preview_nonce=a64

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Schwarzbuch | Wurmkur

Steuerzahlerbund kritisiert Berliner Verschwendung

Freitag, 29. Oktober 2010 08:26  – Von Jan Hildebrand

Teure Politiker-Füller und nutzlose Würmer – Der Steuerzahlerbund bemängelt in seinem neuen „Schwarzbuch“ die Geldverschwendung des Staates. Fünf Fälle betreffen auch Berlin.

http://www.morgenpost.de/politik/article1435898/Steuerzahlerbund-kritisiert-Berliner-Verschwendung.html

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Schwarzbuch 2010

Bund der Steuerzahler Hamburg erstattet Strafanzeige

Schwarzbuch-Fall muss Konsequenzen haben
Der Bund der Steuerzahler hat Strafanzeige gegen das team.arbeit.hamburg (Arge), namentlich gegen den Geschäftsführer, wegen des Verdachts auf Begünstigung gestellt. Es ist das erste Mal in der 60jährigen Geschichte des Verbandes, dass Rechtsmittel im Kampf gegen die Verschwendung von Steuergeld in der Freien und Hansestadt Hamburg eingesetzt werden.

Der Bund der Steuerzahler hat das 38. Schwarzbuch vorgestellt, in dem sich über 100 ausgewählte Beispiele für verschwenderischen, unwirtschaftlichen oder fahrlässigen Umgang mit Steuergeldern finden. Für die Freie und Hansestadt Hamburg wurden drei Fälle ausgewählt, die strukturelle Fehlentscheidungen von Politik und Verwaltung dokumentieren. „Die dramatische Haushaltslage zwingt den Senat, die zum Teil strukturell vorgegebene Verschwendungsproblematik in die Konsolidierungsbemühungen mit einzubeziehen. Eine einfache Aufgabenkritik reicht dazu nicht aus“, so Frank Neubauer, Vorsitzender.

Die Hamburger Fälle sind:
1. Planungschaos beim Kreuzfahrtterminal in Altona
2. Errichtung der Ostbake auf Neuwerk
3. „Miet-Betrug“ auf Steuerzahlerkosten

Der dritte Fall ist besonders gravierend und muss Konsequenzen haben. Weiterlesen: http://www.steuerzahler-hamburg.de/Bund-der-Steuerzahler-Hamburg-erstattet-Strafanzeige/34169c41202i1p1420/index.html

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HSH-Nordbank: Kapitaler Krimi »Steilvorlage als Steuerporno«
Die Welt: 07:59 Bewerten | Drucken | Versenden

Die Angst der Nordbank vor dem Finanzamt

„Chronos“, „Guitar“ oder „Athena“ hießen die Projekte, mit denen das Institut Steuern sparen wollte. Von Per Hinrichs
http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article10660274/Die-Angst-der-Nordbank-vor-dem-Finanzamt.html

Die Welt

Die sieben Leben des Nordbank- Chefs

Dirk Jens Nonnenmacher steht seit Monaten unter Beschuss. Nun scheinen die Eigentümer der HSH die Nase voll zu haben – das heißt aber noch lange nicht, dass es zu einem Rauswurf kommt. Von Sebastian Jost
http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article10659786/Die-sieben-Leben-des-Nordbank-Chefs.html

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Hamburg

„Leerstand zu Wohnraum“

Demo 23.10.10, 13:00 Uhr Unicampus

„Ohne Abweichung von der Norm ist Fortschritt nicht möglich.“ (Frank Zappa)

Die Mieten in Hamburg steigen kontinuierlich. In den innerstädtischen Vierteln ist es kaum noch möglich, eine Wohnung unter 10 Euro/qm zu finden. Gleichzeitig stehen zahlreiche Gebäude leer, der Leerstand an Büroflächen beträgt momentan 1,17 Mio. Quadratmeter und trotzdem wird immer mehr Büroraum gebaut. Die Wohnungsnot in Hamburg, die vor allem auf Kosten sozial schwächerer Menschen geht, ist aber kein tragisches Schicksal, sondern Ergebnis eines kapitalistischen Immobilienmarktes und einer Wohnungspolitik des Hamburger Senats, die einseitig die Interessen von Unternehmen und VermieterInnen vertritt.

In den vergangenen Jahren sind die durchschnittlichen Wohnungspreise in Hamburg von 8 auf heute 10,25 Euro pro Quadratmeter angestiegen. Insbesondere in den von beschleunigter Aufwertung (Gentrifizierung) betroffenen Stadtteilen sind die Mieten rasant gestiegen – in Altona-Altstadt in den letzten vier Jahren um 12 % und in St. Pauli sogar um 28 %! Die steigenden Mieten und der zunehmende Bau von Eigentumswohnungen bringen es mit sich, dass sich immer weniger Menschen ihre Wohnungen leisten können und zunehmend aus den innerstädtischen Vierteln verdrängt werden.

Gleichzeitig stehen besagte 1,17 Millionen Quadratmeter Büroflächen in Hamburg leer. Und es wird immer weiter gebaut: Trotz einer Leerstandsquote von ca. 10% wurden im Jahr 2009 237.000 Quadratmeter Büroraum fertig gestellt. In der Presse wird mit dem Bau von weiteren 600.000 Quadratmetern für die nächsten Jahre gerechnet. Der Hintergrund dieser absurden Vorgänge ist, dass sich Leerstand für viele Firmen lohnt und dieses Geschäftsmodell zudem gesetzlich verankert ist. Leerstehende Gewerbeflächen können nämlich als Verluste von der Steuer abgeschrieben werden. Anders als bei Wohnraum besteht keine Verpflichtung, den Raum zu vermieten. Mit dem Bau von immer neuen Gewerbeflächen wird gleichzeitig verhindert, dass Wohnraum entstehen kann. Die Knappheit an Wohnraum treibt wiederum die Mieten in die Höhe.

Ein herausragendes Beispiel für die Absurdität des kapitalistischen Immobilienmarktes ist der Astraturm auf St. Pauli, der nach seiner Fertigstellung 2007 bei einer Gesamtfläche von rund 11.300 Quadratmetern heute zu über 70% leersteht.

Aber wie wäre es denn, wenn dieser Raum einfach genutzt wird? Wenn leere Büros für Wohnungslose offen stehen? Wenn Menschen, die seit Monaten auf Wohnungssuche sind, einfach in eine der zahlreichen ungenutzten Büroetagen ziehen? Wenn Studierende sich zum Anfang des Semesters den fehlenden Wohnraum nehmen? Wenn soziale, kulturelle und politische Einrichtungen auch mal in Neubauten ziehen? Wenn der gute Ausblick nicht nur Hintergrund zum Arbeiten bleibt? Wenn Apfelbäume auf den Flachdächern über der Stadt wachsen? Wenn…

Gegen den Irrsinn aus massiver Wohnungsnot und steigenden Mieten bei gleichzeitigem Leerstand setzen wir ein Recht auf Wohnraum. Der vorhandene Leerstand an Büroraum würde Platz für rund 40.000 Wohnungen bieten.

Am 23. Oktober werden wir deshalb mit einer großen und bunten Demonstration zum Astraturm ziehen, um unserer Kritik an der Hamburger Wohnungspolitik Ausdruck zu verleihen. Nicht nur der Astraturm steht leer. Seid kreativ, bringt Möbel, Topfpflanzen, Kopfkissen etc. mit.

Es ruft auf das Büdnis „Leerstand zu Wohnraum“ unterstüzt durch:

8DMAtribe + Abbildungszentrum + AG Mieten im Netzwerk Recht auf Stadt + AG-Altona-St.Pauli + AKU – Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg + Ambulante Hilfe Hamburg e.V. + Andere Umstände + annaelbe + Antirakneipe + Anwohnerini-Schanzenviertel + Apfelbaum braucht Wurzelraum + ASP-Linse e.V. + AStA der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie Hamburg + ASta der HAW + ASta der HCU + AStA der HFBK + Bambule + BellaStoria Film + Bramfelder Kulturladen e.V + Brandshof bleibt + Brot&Rosen. Diakonische Basisgemeinschaft + BUKO Hamburg Gruppe StadtRaum + Café Knallhart + Centro Sociale + die leute:real + Die Linke Landesverband Hamburg + DIE LINKE.SDS Uni Hamburg + Druckerei im Gängeviertel + Einwohnerverein St. Georg von 1987 e.V. + elbdeich e.V. + Es regnet Kaviar – Aktionsnetzwerk gegen Gentrification + Fachschaftsrat Germanistik + Fanladen St.Pauli + FAU Hamburg + Freizeithaus Kirchdorf-Süd + Gängeviertel + GEW Studis Hamburg + Gewerkschaftliche Hochschulgruppe (GSHG) Hamburg + GWA St. Pauli e.V. + HafenVokü + Hamburger Arbeitskreis Asyl e.V. + Hart Backbord + Hedonistische Internationale Hamburg + Hinz & Kunzt + HUDE – Jugendsozialarbeit in Hamburg-Nord + IG Metall Studis Hamburg + Initiative Nüßlerkamp + Initiative Recht auf Wohnraum + Initiative Rock gegen Rechts + Insel-Lichtspiele e.V. + Isebek-Initiative + Kein IKEA in Altona! + KEMENATE Tagestreff für wohnungslose Frauen + Kinderhaus am Pinnasberg + Kirchengemeinde Altona-Ost + Landesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung Hamburg e.V. + LINDA e.V. + LOMU + medibüro hamburg + Mietshäuser Syndikat HH + Monkeydick-Productions + Moorburg forever + nachtspeicher23 e.V. + Nautilus Buchhandlung + Netzwerk Recht auf Stadt + No BNQ + Not In Our Name, Marke Hamburg + Noya Hamburg + Plenum Hafenstraße + Plenum Rote Flora + PoKoBi + Punkrock St. Pauli + quartieren.org + Regenbogen/Alternative Linke Uni Hamburg + Rote Szene Hamburg + Rotzige Beatz + Schlupfloch – Gästewohnungen für obdachlose Jugendliche in Rahlstedt + Schröderstift + SOPO -Sozialpolitische Opposition Hamburg + Spielplatzverein Baschu e.V. + St. Pauli-Archiv e.V. + Stadtteilbüro in Mümmelmannsberg + Stadtteilladen Eimsbüttel + Straßensozialarbeit Rahlstedt + Supra Magazin + Tanzinitiative Hamburg e.V. + T-Stube + ver.di Fachbereich Besondere Dienstleistungen + Verlag Assoziation A + Wasserturm-Ini + Wohnprojekt Eschenhof + Wohnprojekt FS 115 + Wohnprojekt Ludwigstrasse + Wohnprojekt Parkhaus

23. October 2010 – 13:00

Von-Melle-Park 6, Hamburg, Hamburg, Hamburg, Hamburg 20146, Germany

http://wba.blogsport.de/2010/09/28/hamburg-23-10-demoaktionstag-leerstand-zu-wohnraum/

weiteres ab 23/24.10 hier:

https://medienwatch.wordpress.com/2010/10/22/23-10-demoaktionstag-%e2%80%9eleerstand-zu-wohnraum%e2%80%9c/

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Foto: Jörg Stange

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Hermann Scheer ist tot

Der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer ist im Alter von 66 Jahren an Herzversagen gestorben. Bekannt wurde er insbesondere wegen seines Engagements für die Solarenergie – Präsident von EUROSOLAR

Deutschlandradio Kultur · Ortszeit | Hören: Hier

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/10/15/drk_20101015_1226_8d8aedcb.mp3

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metadiskurs

Saarland: Grüne unterstützen AKW-Laufzeitverlängerung [?]

https://medienwatch.wordpress.com/saarland-grune-unterstutzen-akw-laufzeitverlangerung/?

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Beim Petitionsausschuss des Bundestages läuft eine Petition gegen die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke (über 2023 hinaus).

Sie kann unter:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=13587

eingesehen und mitgezeichnet werden.

Wenn die Petition bis 22. Oktober 2010 von mindestens 50.000 Menschen gezeichnet wird, muss sie parlamentarisch behandelt werden und würde erneut offenbaren, dass die von der Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung von großen Teilen der Bevölkerung nicht mitgetragen wird.

Aktuell haben gerade einmal rund 20.000 Bürger diese Petition unterstützt! Die Petition droht zu scheitern, was nicht nur eine Niederlage für zukunftsfähige Energiekonzepte wäre, sondern auch eine Blamage für die Anti-AKW-Bewegung!

Wir haben in Deutschland das Instrument der Petition, also sollten wir es auch nutzen! (besonders, wenn man nur noch mitzeichnen muss) http://de.wikipedia.org/wiki/Petition

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-DAS KOMBINAT-

Pressetext:  Die neunte Ausstellung zum Jahresthema hybrid

PSP | Malte Steiner – DAS KOMBINAT – präsentiert im EINSTELLUNGSRAUM e.V. zum gleichnamigen Jahresthema der OFF-Galerie  seine Ideen, beeinflußt von neuesten Gentechnikerkenntnissen und japanischen Splatterfilmen.

Es geht ihm -ähnlich früheren Filmen wie „Ironman“ oder „Bubblegum Crisis“- um Exoskelette, die in Japan und den USA entwickelt wurden, welche nämlich die Bewegungen des Trägers unterstützen, bzw. verstärken, sodass der Mensch zu einem Hybriden mit organischer und gleichzeitig mechanischer Kraft wird. Ein Exoskelett ist eine Stützstruktur, die eine stabile äußere Hülle um einen Organismus oder einen Körperteil bildet.

Interdisziplinär und medienübergreifend reflektiert DAS KOMBINAT über diese Zukunftsvision.

Die Ergebnisse werden in Form von diversen Medienkunstinstallationen gezeigt. Wie sieht ein hybridbetriebener Fußgänger aus? Welche Möglichkeiten und Gefahren beinhaltet das Zusammenfügen, Kombinieren von Mensch und Technik, auch in der Prothetik und Nanotechnologie?

DAS KOMBINAT ist das Hamburger Duo Malte Steiner und PSP, gegründet als Musikprojekt, z.Zt. vor allem als Medienkünstler tätig. Die letzte Vinylveröffentlichung Haushalt und Technik liegt bereits einige Jahre zurück und war seinerzeit ein Favorit in der Münchner DJ-Scene.

DAS KOMBINAT, 2010

Eröffnung 04.11.2010  19h

Dauer der Ausstellung: 04.-26.11.2010

geöffnet donnerstags + freitags 17 – 20h u.n.V.

http://www.block4.com/

Die neunte Ausstellung zum Jahresthema hybrid ‘10 im EINSTELLUNGSRAUM e.V.

EINSTELLUNGSRAUM e.V.

info(at)einstellungsraum.de

http://www.einstellungsraum.de

TelFax: (040) 251 41 68

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Afrika: Unabhängigkeit – Entwicklung – Migration

Im Jahr 2010 feiern 17 afrikanische Staaten ihre Unabhängigkeit:

Benin, Burkina Faso, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Gabun, Elfenbeinküste, Madagaskar, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Republik Kongo, Senegal, Somalia und Togo.

AFRIKA 50 möchte mit seinen Beiträgen sowohl das historische, als auch das aktuelle Verhältnis zwischen Afrika und Europa erläutern, um die Zusammenhänge zwischen Kolonialgeschichte, Unabhängigkeit, Entwicklung und Migration transparent zu machen. Afrika 50 bietet erstmals zu diesem speziellen Anlass ein ausgewähltes Filmangebot, eine Foto- und Videoausstellung zeitgenössischer afrikanischer Fotografen und eine Tagung an.

Afrika50

http://www.afrika50.de

Kal Touré – Joe McIntyre – Claudia Jansen

jamcintyre(at)uni-hamburg.de

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Thalia Theater protestiert mit Jelinek-Aufführung

Aktion gegen die Sparpolitik des Senats

Hamburg. Nach den umstrittenen Kürzungen in der Hamburger Kulturpolitik zeigt das Thalia Theater eine überarbeitete Version von Elfriede Jelineks “Die Kontrakte des Kaufmanns“:

http://www.tageblatt.de/db/main.cfm?DID=1836838

„Sie werden nie gewinnen, Sie werden nichts gewinnen außer Ihrer Freiheit, nichts zu gewinnen, aber die werden Sie gewinnen!“ Elfriede Jelinek

Ausgehend von den Skandalen im Kontext der Weltwirtschaftskrise entwirft Jelinek das Panoptikum des freien Marktes. Sie zeigt Getriebene nach dem Platzen der Blase: uns alle – den Kleinanleger als Opfer und Täter zugleich. Die Lust am Spekulieren ist vorerst aufgebraucht, die Gier dem Zorn, der Klage gewichen. Das Materielle hat gesiegt und alle in den Abgrund gerissen. Die Geschichtsschreibung, d.h. der Sprachnotstand, setzt ein. Nur die Sprache bleibt, um die eigene Haut zu retten: Wer ist Opfer, wer Täter? Und: Ist das überhaupt die Frage?

Thalia Theater in Koproduktion mit Schauspiel Köln.

Uraufführung am 2. Oktober 2009 im Thalia Theater

http://www.thalia-theater.de/programm/repertoire/detailansicht/stueck/die-kontrakte-des-kaufmanns-1/

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Zur besseren Lesbarkeit: Doppelklick!

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Kunst ist kein Marketing-Hit

Ein Kommentar von DG Reiß zur »Kreativität« und den Kampagnen zur »Kultur- und Kreativwirtschaft«.

Von Hamburger Politikern werden die neuen Kreativinstanzen oftmals als kulturelles Allheilmittel verstandenen, auch und gerade für die bildende Kunst. Im Hamburger Abendblatt vom 19./20. Juni 2010 war ein Interview mit dem Hamburger Maler Daniel Richter zu lesen, in dem es unter anderem um die neu gegründete „Kreativagentur“ (jetzt: „Hamburg Kreativ Gesellschaft“) ging:

Richter: „Tja. Das sind so Versuche, etwas zu institutionalisieren. Schon dieser Name. Das sind doch keine Danone-Berater! Das ist der Versuch, etwas zu verwalten, von dem man gar keinen Begriff hat. Kreativität ist etwas für Werber, Grafiker und Fotografen, die hat mit Kunst erst mal nichts zu tun. Der Akt des Schaffens als Künstler ist ein anderer als der eines Auftragnehmers für einen Konzern oder Sportverein. Dass man immer noch denkt, Kreativität und Kunst seien die gleiche Mischpoke, ist totaler Quatsch. Die Logik dahinter: Kunst ist immer erst interessant, wenn sie bereits durchgesetzt ist …“ Abendblatt: „… und vermarktbar …“

In dem Nachschlagewerk »Meyers Großes Lexikon« (1983) findet sich zu dem Begriff Kreativität die »Fähigkeit, produktiv zu denken und die Ergebnisse dieses Denkens v. a. originell, als neue Verarbeitung existierender Informationen zu konkretisieren, etwa in Form einer neuen Erfindung oder eines Kunstwerkes.«

Insofern sind Künstler selbstverständlich auch kreativ. Nur: die Art und Weise, wie seit einigen Jahren mit dem Begriff Kreativität umgegangen wird, stößt bei den Künstlern immer mehr auf Unverständnis, sorgt für Unbehagen. Von der Stadt in Auftrag gegebene Studien wie die der Unternehmensberatung Roland Berger zur »Talentstadt Hamburg« empfehlen, die »Kultur- und Kreativwirtschaft« im Sinne eines Image-Gewinns für die Stadt stärker zu fördern. Unter Kreativität wird in dieser Art Studien alles irgendwie »Künstlerische« gefasst. Vor allem effektvolle, öffentlichkeitswirksame Bildsprachen und Strategien sind gemeint. Unter diesem Begriff von Kreativität finden sich Bildende Künstler verständlicherweise nur ungern eingeordnet. Kunst ist kein Marketing-Hit. Das passt einfach nicht zum Wesen von künstlerischer Forschung, visueller Reflektion und anderen Fragestellungen, die die Arbeit von Künstlern im Kern ausmachen.

Hier liegt ein Missverständnis vor, und ein weiteres schließt sich dem gleich an. Es geistert durch die Köpfe derer, die von Kreativität reden, nämlich dass sie zwangsläufig neue Geschäftsmodelle und damit verbundene Gewinnaussichten kreiert. Gegen Gewinn ist überhaupt nichts einzuwenden, ich möchte da nicht missverstanden werden. Aber Kunst funktioniert nun mal nicht unbedingt so. Gegenüber dem Finanzamt alljährlich die erforderliche »Gewinnerzielungabsicht« nachzuweisen, ist vielen Künstlerinnen eine wohl bekannte Hürde.

Müssen wir uns von den fundamentalen Kriterien des »Kunst-Machens« verabschieden? Müssen wir Kunst umwidmen wegen einer politischen Leitlinie, einer städtischen Werbestrategie? Die bildenden KünstlerInnen fordern zu Recht, dass der Besonderheit künstlerischer Tätigkeit Rechnung getragen wird und die Begriffe von Kunst und Kreativität künftig in der politischen und öffentlichen Diskussion differenzierter verwendet werden.

Unter solchen Vorzeichen würden wir eine »Kreativ-Gesellschaft« prinzipiell begrüßen: Kunstförderung nicht als Alimentation, sondern als wichtige Investition für die Zukunft der Gesellschaft zu begreifen. Zwischen dem, was so auch der Geschäftsführer der »Hamburg Kreativ Gesellschaft«, Herr Egbert Rühl, kürzlich in einem Interview in der Zeitung »Die Welt« äußerte, und uns Künstlern gibt es gar keinen Dissens. Doch wird hier wirklich eine neue Lobby für Kunst und Kultur entstehen? Wie kann die Bildende Kunst tatsächlich davon profitieren? Wo sind die tauglichen Konzepte?

Bereits bestehende Maßnahmen und Initiativen – seien es die Förderprogramme der Behörde für Kultur, Sport und Medien, das Engagement der Off-Räume oder die Arbeit der Fachgremien, der Kunst fördernden Vereine und nicht zuletzt des Berufsverbandes – müssten in der politischen Wahrnehmung als vielschichtiges Ganzes verstanden werden. Nur so kann eine nachhaltige Strategie, eine zukunftstaugliche Politik entwickelt werden, wie sie seit langem vermisst wird.

Das Kunstwerk, die Kunstaktion als unverzichtbarer Begleiter durch den Alltag, als geistige und emotionale Bereicherung: Ideen aus den 1980er Jahren, Forderungen wie »Kunst für alle«, wären durchaus geeignet, die Kulturpolitik wieder glaubhaft zu machen und sie nicht hinter Kreativverwaltung zu verschanzen. Einige der damaligen „Erfindungen“ wären mit Sicherheit heute mehr denn je brauchbar. Eine neue »Woche der  bildenden Kunst« zum Beispiel oder gute Voraussetzungen für engagierte Stadtteilgalerien, dies wären erkennbare Zeichen im Stadtraum und eine niedrigschwellige Erweiterung des Kunstfelds. Wären das vielleicht sogar Zielrichtungen, die mit der ebenfalls neu gegründeten »Initiative Kultur- & Kreativwirtschaft« der Bundesregierung und ihrer Suche nach neuen »Geschäftsideen« vereinbar sind? Die »Hamburg Kreativ Gesellschaft« könnte tatsächlich als Schnittstelle wirken, um einen Dialog zwischen Kunst, Politik – und letztlich auch der Wirtschaft effektiv einzuleiten. DG Reiß

PS: Zur Erinnerung und als Diskussions-Grundlage, noch ein Zitat aus »Meyers Großes Lexikon«, diesmal zum Stichwort Kunst: Es bezeichnet »die Gesamtheit des von Menschen Hervorgebrachten, das nicht durch eine Funktion eindeutig festgelegt oder darin erschöpft ist, zu dessen Voraussetzungen hohes und spezifisches Können gehört und das sich durch seine gesellschaftliche Geltung auszeichnet als Ausdruck von Besonderheit. Bei der Beurteilung der Kunst gelten in der jeweiligen Gesellschaft und Epoche unterschiedliche, von den historischen Bedingungen abhängige Maßstäbe, mit denen Wert, Funktion, und Bedeutung des Kunstwerkes bestimmt werden. Kunstwerke setzen eine kognitive (die Erkenntnis betreffend) praktisch sinnliche Aneignung der Welt voraus, diese Aneignung geschieht dadurch, dass die Welt wahrgenommen, gedeutet (d.h. in einem für die jeweilige Gesellschaft bedeutsamen Sinnzusammenhang gestellt) und im Vollzug willentliche Einwirkung Umwandlung und Bearbeitung gestaltet wird. Soweit in dieser Gestaltung die Kunst auf Erkenntnisse bezogen ist, eignet ihr ein Anspruch auf Wahrheit, der – im Falle seiner Unterdrückung – das kritische Potenzial von Kunst, das sich gegen diese Unterdrückung wendet, deutlich und wirksam werden lässt. Andererseits besagt dieser Bezug der Kunst zu existenzieller Wahrheit, dass saturierte, akademische  oder von Staats wegen offizielle Kunst, Pseudo-Kunst bleiben muss. Die Freiheit der Kunst, zumindest von totaler Reglementierung, ist eine ihrer Existenzbedingungen; in der BRD ist sie ausdrücklich garantiert, Art.5 GG.«

P.S: Die Hamburg Kreativ Gesellschaft lädt Akteure aus dem Bereich der Bildenden Kunst ein: Kantine der Phoenix-Werke, Hannoversche Straße 88, 21079 Hamburg, 20. Oktober 2010 um 19:00 Uhr

https://medienwatch.wordpress.com/dg-reis-kunst-ist-kein-marketing-hit/

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Manipulation durch Medieninformation: die vergiftete Mischung

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Stummfilm live vertont am Fr. 8.10. um 20:00 (Einlass)

Fritz Lang : SPIONE von 1928

in der SOULKITCHEN-Halle, Industriestraße 101, 21107 Hamburg-Wilhelmsburg

Eintritt 5 Euro

Trautonia Capra: Theremin, Gesang, Effekte

Tristan von Neumann: Analoger Synthesizer, Digitales Klavier

Deutschland, 1928, 145 Minuten, Regie: Fritz Lang

„Spione“ ist ein fantastischer Agentenfilm von Fritz Lang nach dem Drehbuch von Thea von Harbou. Er hatte am 22. März 1928 in Berlin Premiere. „Spione“ wurde zwischen 2003 und 2004 von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restauriert. Als Grundlage diente erhaltenes Filmmaterial aus Filmarchiven in Tschechien, Österreich, Australien, Frankreich und Russland.

Der skrupellose Bankier Haghi versucht, durch dunkle Machenschaften, und mit Hilfe modernster Technologie in den Besitz geheimer Informationen zu kommen.

Als der Geheimdienst den Meisterspion Nr. 326 auf ihn ansetzt, kontert er mit der kongenialen, schönen Sonja. Als die beiden sich in einander verlieben, und Sonja sich weigert, weiter Haghis dunkle Pläne auszuführen, spitzt sich die Lage bedenklich zu.

Trautonia Capra und Tristan von Neumann untermalen die Science Fiction der 20er Jahre mit modernster und feiner Vintage-Technologie, live ohne Netz und doppelten Boden.

Anfahrt: 13er Bus von S-Veddel oder S-Wilhelmsburg bis Veringstrasse Mitte,  dann 200m Neuhöfer Strasse gen Westen (an Tanke vorbei, übern Veringkanal). Nächste Straße (Industriestraße) rechts und dann keine 100m.

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und sonst:

Sa. 9.10 20h Konzert : Jonkanu – Reggae & Ska  //  Fr. 15.10 19h Anti-Atom Soli-Party mit Dead Country Coolboys, Hula Punk, Volc & Kurzwelle, Graswurzel TV und lekker Essen  //  So. 17.10 19h 50 Jahre SYNTHEZISER Vortrag Matthias Schuster  //  Fr. 22.10 20h AFRIKA : Reiseberichte und Filme  //  Sa. 23.10 20h Konzert : Sambaboys  //  So. 24.10 15h Laut & Lustig : Classic Rock & Pop Titelraten  //  Fr. 29.10. 20h 2 Jahre Sweet Home  //  Sa. 6.11 ab 18h Herbstfolkfest & Folksession-Nighter. folk inn, 20vor8, torpus & the art directors… //  Sa. 13.11 18h Livemusiklauschabend Debsters / Oskar / Fenja / Hoppetosse / Cats n fruits  // Sa. 27.11 21h Robinson Krause & the Gays of Thunder + Big Banders & the Hoccitus  //  Sa. 4.12 20h Oldschool Goa  //  Di. 7.12 20h Di Grine Kuzine + 20vor8 anschließend dj max‘ quintenzirkus  //  Fr. 10.-So.12.12 & Fr. 17.-So.19.12 Wintervergnügen: Baumschmücken, PublicPainting, Musik, Kulinarisches & Punsch und Musik …

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mehr oder weniger regelmäßig:

Rolfis Rezept / kulinarische Weltreise jeden Do. 20h, 20 Plätze / Anmeldungen bis spätestens Dienstag an rolf(at)pure-stuff.de ca. 8-10 €  //  Swing Kitchen-offener Tanzabend jeweils Dienstag 19h  12.10, 26.10  //  Spätlese LIVE Texte gelesen von Bernhard Ludwig mittwochs 19h:  27.10, 24.11, 22.12  //  Spätlese: Hörspiel Krimi, Drama & Geschichten mittwochs 19h 13.10, 10.11, 8.12  //  Musikalisches Filmkabinett: wechselnde Themen mittwochs 19h:  20.10, 3.11, 17.11, 1.12, 15.12.

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PAROLE HOCHFORMAT

ein Projekt von Bildwechsel Hamburg

Vom 8.10. bis 17.10. lädt Bildwechsel ein zu Spaziergängen quer durch Hamburg in die unterschiedlichsten Kunst / Kultur und Off – Orte. Zehn Tage lang, zehn Orte, zehn  Monitore, zehn Querformat-Programme. ein Hochformat – Sampler.

Eine unerwartete Zusammenstellung von experimentellen, performativen, dokumentarischen und filktionalen Sichtweisen, die aufs angenehmste die Vorstellung vom „normalen“ Blick auf Videos und Filme verwirbeln.

Im Projekthaus:

„Self Storage“ Geschichten vom Aufbewahren – Ingrid Molnar · New York · 2001 · 59 min.

Torfkopp – Lily Besilly · Berlin · 2002 · 12 min und natürlich der Sampler Parole: Hochformat · 2010

Zum ausgesuchten Programm bei einem Tee: Am Freitag ist die Filmemacherin Ingrid Molnar anwesend.

BILDWECHSEL als Archivort hat eine Schatzkammer mit über 7.000 Filmen/Videos mit dem Schwerpunkt auf Arbeiten von Video/Filme Macherinnen/Künstlerinnen und angeschlossene Sammlungen mit Videos/Filmen ihrer Szenen und Communities seit 1979. Als Zeitgemäßes archivieren gibt es bei Bildwechsel die grundsätzliche Haltung, die gesammelten Videos/Filme in immer neuen Formaten in aktuelle Diskussionen zu bringen – als audiovisuelles Gedächtnis zum Mitdenken.

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Wir öffnen Freitag 16 bis 19.00 Uhr

Und nächste Woche: Mi – Fr 16 bis 19.00 Uhr und Sa 13 bis 16.00

Informieren Sie sich über das gesamte Programm hier: http://bildwechsel.org/hochformat/index.html

projekthaus, U.FO Kunstraum

Bahrenfelder Str. 322

22765 Hamburg

Kontakt: G. Follina

info(at)projekthaus-hh.de

http://www.projekthaus-hh.de

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Filmabend mit Volko Kamensky

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Am 05.10.2010, 20.30 Uhr

Volko Kamensky ist geboren im Jahre 1972 und studierte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg von 1994-2001.

Er arbeitet als Filmemacher, bildender Künstler und Szenenbildner.

Volko Kamensky zeigt drei Filmarbeiten:

ORAL HISTORY

Eine Reportage aus dem Land der Gebrüder Grimm Film,

22 Minuten, 35 mm, Farbe, 1:1,66, Dolby SR, Deutschland 2009.

Deutsch mit englischen und französischen Untertiteln.

SYNOPSIS

Gibt es ein kollektives Gedächtnis und falls ja, kann man es abbilden?

Es befragen? Selbstredend ja, behauptet Volko Kamensky.

Eine Reportage aus dem Land der Gebrüder Grimm.

DIVINA OBSESIÓN

28 Minuten, 16 mm, Farbe, 1:1,37, Mono, Deutschland 1999.

Deutsch mit englischen, französischen und spanischen Untertiteln.

SYNOPSIS

In nicht einmal zehn Jahren wurden auf Frankreichs Straßen hastig 14000 Kreisverkehrsplätze errichtet, um den Verkehr zu verlangsamen. 1996 macht sich ein Filmemacher auf den Weg dieses Phänomen zu ergründen. Den Blick fest auf die Mitte gerichtet und entschlossen den Kern der Sache zu erfassen, startet er eine Reise von der Straßenverkehrstechnik ins Metaphysische.

ALLES WAS WIR HABEN

22 Minuten, Super 8 auf Video, Farbe, 4:3, 5.1 Surround-Ton, Deutschland 2004. Deutsch mit englischen, französischen und japanischen Untertiteln

SYNOPSIS

Rotenburg/Wümme, eine Kleinstadt in der Nordheide.

Seit Jahrzehnten repräsentiert hier eines der ersten Heimatmuseen Niedersachsens vortrefflich die Geschichte seiner Stadt. Einer Stadt, die in vergangenen Jahrhunderten dreizehn Flächenbrände erdulden musste

und die nun ein Heimatmuseum beheimatet, das zum vierten Mal durch Brandstiftung vernichtet wurde. Dank tiefgreifender Auflösungserscheinungen inszeniert sich hier das Authentische als Phantasma.

Blau  – Zimmer für Kunst und andere

Admiralitätstraße 71, Hinterhof 1.Stock, 20459 Hamburg, info(at)blau-zimmerfuerkunst.de http://www.blau-zimmerfuerkunst.de

BLAU – zimmer für kunst und andere – wird gefördert von der Hamburger Behörde für Kultur, Sport und Medien.

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Elbphilharmonie bis Gänsemarkt

Menschenkette in Hamburg

In Hamburg sind die öffentlichen Ausgaben ungleich verteilt. Während auf der einen Seite Milllionen in Prestigeprojekte wie z.B. die Elbphilharmonie gebuttert wird, kürzt man bei Kitas drastisch. Nach der Menschenkette wird auf dem Gänsemarkt eine Abschlusskundgebung stattfinden. Alle Bürger sind aufgerufen an dieser Protestaktion im Rahmern der Kampagne „Gerecht geht anders“ teilzunehmen.

Weitere Informationen: http://www.gerecht-geht-anders-hamburg.de

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Carsten Benger / Yann-Vari Schubert

Installation

14.- 29.10.10

Eröffnung: 14.10.10  19h

Einführung: Dr. Thomas Piesbergen

geöffnet do + frei 17-20h u.n.V.

„Hybrid“ ist das Thema, mit dem sich der EINSTELLUNGSRAUM e.V. in seiner diesjährigen Ausstellungsreihe beschäftigt und „hybrid“ wird die Vorstellung von diesem Begriff, wenn er durch meinen Kopf geistert. Dann kommen plötzlich Dinge im Kopf zusammen, die ansonsten nie zusammengehören.

Und genau genommen heißt „hybrid“ ja auch nichts anderes, als dass etwas zusammenkommt, von dem man vorher nicht einmal geahnt hat, dass es jemals zusammen kommen könnte: Populärstes Beispiel ist wahrscheinlich die Symbiose aus Elektro- und Verbrennungsmotor. Dann wäre da noch das neben- und miteinander verschiedener Kulturen, das Smartphone, der Hybridbrief und nicht zu vergessen das Weißbier mit Bananensaft.

Dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Außer vielleicht ein paar „Kleinigkeiten“ – Yann-Vari Schubert und Carsten Benger, beide Studierende an der HFBK bei Matt Mullican, stellen diese vor.

Carsten Benger 2010

Die achte Ausstellung zum Jahresthema HYBRID des EINSTELLUNGSRAUM e.V.

EINSTELLUNGSRAUM e.V.

info(at)einstellungsraum.de

http://www.einstellungsraum.de

TelFax: (040) 251 41 68

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DIESES WOCHENENDE:

Sa., 2. Okt., 17 Uhr

High Tea des Verlags Philo Fine Arts

WIE KOMISCH IST DIE MODERNE KUNST?

Zur Konjunkturgeschichte des Kunstwitzes.

Ein Vortrag von Walther Grasskamp mit Diapositiven

So, 3. Okt., 18 Uhr

–– LETZTER AUSSTELLUNGSTAG »Du kannst die Polizei belügen, aber nicht mich« von Stefan Panhans und Andrea Winkler, 11 – 18 Uhr

–– DOPPEL-RELEASE: Panhans/Winkler »Du kannst die Polizei belügen, aber nicht mich«, Publikation zur Ausstellung & Axel Loytved »Works«, Textem 2010, 18 Uhr

–– PREVIEW von Stefan Panhans neuem Video »Sorry«, 2010

»Sorry«

Eine eigenartig beklemmende, überfüllte Zugfahrt von Menschen unterschiedlicher Professionen und Missionen zu einem unbekannten Ziel – erschöpfte VIP-Doubles, Soldaten, SEK-Beamte in voller Montur, eine Frau im Dirndl, ein Zombie im Jogging-Outfit… ebenfalls mit an Bord: Jede Menge XXL-Coffee-to-Go Becher und Gepäck aus mehreren Jahrzehnten.

Kunstverein Harburger Bahnhof

über Gleis 3 & 4

Hannoversche Straße 85

21079 Hamburg

Telefon: 040 76753895

nähere Informationen: http://www.kvhbf.de

AKTUELLE AUSSTELLUNGEN

»Du kannst die Polizei belügen, aber nicht mich« von Panhans/Winkler

»… last three cars to Poppenbüttel« von Katrin Ströbel im MAGAZIN

VERLÄNGERTE ÖFFNUNGSZEITEN

vom 9. September bis 3. Oktober 2010

Mi – Do 14 – 19 Uhr, Fr – So 11 – 19 Uhr

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r a d [i] a l e

Claudia Hoffmann

Ottmar v. Poschinger

Llaura I. Sünner

Zur Eröffnung der Ausstellung Freitag den 22. Oktober 2010 um 20.00 Uhr

Begrüßung: Richard Stratenschulte, Museen der Stadt Dresden

Dauer der Ausstellung: vom 23. Oktober bis 4. Dezember 2010

Kunsthaus Raskolnikow e. V. · Galerie · Info: Iduna Böhning

Böhmische Str. 34 · 01099 Dresden · Tel./Fax 0351 8045708

http://www.galerie-raskolnikow.de · galerie[at]raskolnikow.de

Bürozeiten: Dienstag – Freitag 10.00 – 16.00 Uhr

Galerie: Mittwoch – Freitag 15.00 – 18.00 Uhr Sonnabend 11.00 – 14.00 Uhr

Die Galerie ist auch zu den Bürozeiten zugänglich.

Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Dresden Amt für Kultur und Denkmalschutz

https://medienwatch.wordpress.com/%C2%BBr-a-d-i-a-l-e%C2%AB-im-kunsthaus-dresden-mit-claudia-hoffmann-ottmar-v-poschinger-llaura-i-sunner

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Floating Volume # 1

Eröffnung: Fr. 1.10.2010, 20 h. / 2.10–14.10.2010

Emine Şahinaz Akalın, Volkan Aslan, Claudia Behling, Elmas Deniz, Şakir Gökçebağ, Pınar Öğrenci, Eva Riekehof, Per Schumann, Malte Zacharias

Einführung: Gerrit Jöns-Anders, Kommunikationswissenschaftler

Floating Volume # 2

Eröffnung: Fr. 22.10.2010, 20 h. / 23.10–4.11.2010

Nancy Atakan, Anja Cocilius, Antonio Cosentino, Uli Fischer, Hinrich Gross, Gül Ilgaz, Julia Münz, Helene Oldenburg, İz Öztat, Erich Pick, Youssef Tabti, Mehmet Ali Uysal

Einführung: Kathrin Wildner, Stadtethnologin

Die Ausstellungen sind während der Abendveranstaltungen geöffnet.

Ausstellungen in Istanbul in 5533

Floating Volume # 1: Eröffnung 2.11.2010, 20 h. 3.11–13.11.2010

Mit Emine Şahinaz Akalın, Volkan Aslan, Claudia Behling, Anja Cocilius, Elmas Deniz, Sakir Gökçebag, Pınar Öğrenci, Eva Riekehof, Per Schumann, Malte Zacharias

Floating Volume # 2: Eröffnung 23.11.2010, 20 h. 24.11–4.12.2010

Mit Nancy Atakan, Antonio Cosentino, Uli Fischer, Hinrich Gross, Gül Ilgaz, Julia Münz, Helene Oldenburg, İz Öztat, Erich Pick, Youssef Tabti, Mehmet Ali Uysal

Gefördert durch die Behörde für Kultur, Sport und Medien, Hamburg

http://www.frise.de/cms/3-0-Aktuell.html

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Titelbild: Michael Deistler

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Kultur & Gespenster Nr.11: »Drogen & Drogen«

Heft-Präsentation mit Hans-Christian Dany und Max Hinderer

Freitag, 24. 9. 2010

20.30 Uhr bei Pro qm, Almstadtstraße 48-50, Berlin.

Party ab 23 Uhr im KIM, Brunnenstraße 10, Berlin.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kreidefresser, Kettenraucher, Koffeinsüchtler, die elfte Ausgabe des Kultur & Gespenster-Magazins zum Thema Drogen kommt nach Berlin.

Leider war es uns nicht möglich, das Druckpuder, was beim Ausschießen der Bögen zwischen die Seiten geblasen wird, damit diese nicht aneinanderkleben, in großen Mengen im gebundenen Heft zu halten, andernfalls hätten Sie zusätzlich zum Lesevergnügen außerdem noch eine physische Idee von den Staubwolken erhalten, in die man seine Selbstgewissheit seit Längerem zu hüllen pflegt.

Seis drum. Hans-Christian Dany und Max Hinderer haben sich um die Zusammenstellung der Texte verdient gemacht. Das Spektrum reicht vom Milieu über den Selbstversuch bis ins Krankenhaus, alles huldvoll ummäntelt von der sogenannten Kontrollgesellschaft.

Gottlob! Für alle Nebenwirkungen der Konzentration, des Untergangs oder der unterlassenen Hilfeleistung gibt es Tabletten. In einer Gewinnerwelt, in der sich angeblich keiner Fehler leisten kann und alle einander ständig damit behelligen, wie viel sie arbeiten, werden Drogen nur selten »einfach so« genommen. Einen solchen Luxus kann sich kaum jemand leisten – wobei sich wesentlich mehr einbilden, sie würden es tun. Ja, ganz recht, die Illusion individueller Freiheit trägt das System.

Denken wir überhaupt über unseren Drogenkonsum nach, geht es meist um die Frage, was jetzt gerade das Mittel der Wahl sein könnte. Die Nervosität runterrauchen, Kopfschmerzmittel+C, mal eine Nacht ausklinken auf E oder einen schmuddeliger Ausflug mit H aus der bereinigtenWelt. Genau genommen nehmen wir selbstverständlich keine Drogen, sondern jeder tut es für sich allein.

Das Recht auf Rausch zu fordern heißt also bloß, am Wahnsinn der Normalität teilzuhaben. Was Drogen als solche auslösen, ist im Vergleich dazu eher aufgeräumter Natur. Ein Dossier über Selbstversuche, Überwachungsgesellschaften und die Intensität der Arbeit. Von Kliniken, Placebos, Chemotherapien, dem Individualisierungs- und Flexibilitäts-Normalismus, der Kontrolle von Sichtbarkeit, und auch über metaphysische Sozialisten und Junkies.

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass Kultur & Gespenster wohl das erste Magazin mit einer Leckstelle ist. Durch das Lecken werden aus dem Magazin Mineralien herausgelöst, die Sie auf diese Weise aufnehmen und damit ihren Mineralstoffhaushalt ausgleichen. Bleibt noch zu betonen, dass wir über jede Form der Empfehlung selbstredend entzückt wären, besonders natürlich über ausführliche Rezensionen nicht unter 20.000 Zeichen.

Herzliche Grüße, die Redaktion

Weitere Release-Termine:

Zürich, Corner College, 19. November 2010

Wien, Akademie, 3. Dezember 2010

http://kulturgespenster.de

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Sydney, Dallas, Sofia, Los Angeles, Ottensen: dieses Projekt geht seit 2006 um die Welt.

ON-OFF-Artprojects zeigt:

FLAG METAMORPHOSES

Myriam Thyes u. a. – Eine Installation mit 6 Video-Projektionen.

Ausstellung 29. September – 15. Oktober, 15 – 20 Uhr, außer Mo., u. n. V.

Die brasilianische Flagge zerfällt in ihre Einzelteile: der Schriftzug fliegt davon, es wächst ein Urwald aus Sojabohnen im Hintergrund.

Erntemaschinen färben die Felder rot, auf denen sich die Sterne der brasilianischen Flagge zur chinesischen Flagge neu anordnen. So sieht die Schweizer Künstlerin Myriam Thyes in einem ihrer Film-Beiträge die realen Beziehungen.

37 Animationsfilme von 27 KünstlerInnen aus 14 Ländern verlebendigen starre National-Flaggen. Sie setzen diese Symbole in Beziehung zueinander, verwandeln sie – mittels Flash-Animationen – und bringen Szenen der Geschichte und der Kulturen dieser Länder zum Vorschein.

ON-OFF-Artprojects zeigt diese Arbeiten als Multi-Screen-Installation in ehemaligen Werkshallen mitten im Hamburger Stadtteil Ottensen. Das morbide Gebäude, zum baldigen Abriss vorgesehen, unterstreicht Veränderungen und den steten Wandel.

Vernissage 28. September, 18 Uhr

Spritzenplatz 5-7

Hamburg-Ottensen

http://www.on-off-artprojects.de/de/site/spritzenplatz/index.xml

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Stephen Hawking

Der große Entwurf: Nie gesehene Schönheit

Wer die Weltformel findet, der braucht keinen Schöpfer mehr: Der Physiker Stephen Hawking hat in seinem neuen Buch die Existenz Gottes widerlegt.

Der Rezensent ist Schriftsteller und Doktor der theoretischen Physik. Sein letzter Roman“Die Entdeckung des Lichts“ ist vergangenes Jahr im DuMont Buchverlag in Köln erschienen. Lesen Sie hier Auszüge aus der Süddeutschen Zeitung vom 24.9.2010.

[,,] Höchst wahrscheinlich hatte er das Buch schon 1889 in Händen, als die Familie Einstein in München-Schwabing die ersten elektrischen Straßenlampen installierte, wo man künftig vor lauter Licht jenen Nachthimmel nicht mehr sehen konnte, der den Menschen die Gottesfurcht einflößte [..]

Stephen Hawking: Der große Entwurf M für Mysterium

[..] Wenn man sich über die mittlerweile noch schöneren Formeln beugt, um physikalische Aussagen über Teilchen auch lange nach dem Urknall zu machen, fühlt man sich, als stünde man in Unterhose mit rohen Eiern in der Hand auf der Kegelbahn. Viele Tricks sind nötig, um überhaupt etwas näherungsweise ausrechnen zu können, wenn ein Teilchen eine Masse hat [..]

http://www.sueddeutsche.de/kultur/stephen-hawking-der-grosse-entwurf-das-geheimnis-des-seins-1.1004090

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Andreas Pfitzmann ist gestorben

[..] Viele Mitglieder des Chaos Computer Clubs verlieren mit ihm einen Freund und langjährigen Begleiter. Unsere Gedanken sind nun bei seiner Familie, der wir unser tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken.

http://www.ccc.de/de/updates/2010/trauer-um-andreas-pfitzmann

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Andreas Pfitzmann ist tot

von Daniel

[…]  es ging mir darum, dass die Karlsruher Richter bei ihrer Entscheidung die künftigen Entwicklungen berücksichtigen. Und ein Teil dieser Zukunft werden eben auch mehr Computer in unseren Körpern sein. In einer alternden Gesellschaft gibt es das Interesse und den Markt für medizinische Implantate. Nicht nur Herzschrittmacher, auch Geräte, die selbsttätig Medikamente abgeben, oder Hörgeräte [..]

http://blogs.taz.de/ctrl/2010/09/25/andreas_pfitzmann_ist_tot/

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Prof. Dr. Andreas Pfitzmann war Leiter der Datenschutz- und Datensicherheitsgruppe an der TU-Dresden und beforschte Datenschutz und multilaterale Sicherheit hauptsächlich in Kommunikationsnetzen, Mobilkommunikation und verteilten Anwendungen. Er entwickelte datenschutzfördernde Technologien, wie bspw. den JAP zur Herstellung einer Anonymität gewährleistenden Infrastruktur (http://anon.inf.tu-dresden.de/) oder Prototypen zum Identitätenmanagement und war ein vielgefragter Berater und Gutachter. Vorlesungsvideos zu Datensicherheit, Kryptografie und Sicherheit in Rechnernetzen sind verfügbar unter http://www.inf.tu-dresden.de/index.php?node_id=2624&ln=de.

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Andreas Pfitzmann verstarb im Septempber 2010. Das Interview führte Martin Rost.

https://www.datenschutzzentrum.de/interviews/pfitzmann/

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„Brache Kulturpolitik – Ein Förderplan in 10 Punkten“

ein performativer Vortrag (1. Schritt) von FRONTBILDUNG

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„Die Unterbrechung der Kühlkette“

Live-Musik von David Wallraf

„unlimited liability“

Norderstr. 71 ug

20097 Hamburg

Sonntag, 26.09.2010, 20 Uhr

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„Brache Kulturpolitik – Ein Förderplan in 10 Punkten“

Seit Jahren beobachten Kulturschaffende und besorgte Bürger wie sich der Hamburger Senat  hilflos und kurzsichtig an einem sinnvollen kulturpolitischen Konzept abarbeitet.

Jetzt hat FRONTBILDUNG – eine 2007 gegründete, dreiköpfige Künstlergruppe aus Hamburg – sich diesem drängenden Thema angenommen. Nach der „First Lecture“, einer performativen Analyse der Hamburger Kulturlandschaft in Belgrad (2009), der  jüngsten Videoproduktion „Netzwerken 2010“ wendet sich FRONTBILDUNG jetzt den konkreten kulturpolitischen Rahmenbedingungen zu. Mit ihrem 10 Punkte-Plan entwickeln die drei Protagonistinnen ein ebenso visionäres wie realisierbares  Szenario.  Eine erste Kostprobe stellen sie zu Gast bei unlimited liability vor.

Für ein musikalisches Intermezzo sorgt David Walraf mit

„Die Unterbrechung der Kühlkette“

David Wallraf macht seit 15 Jahren experimentelle elektronische Musik und verzichtet dankend auf folgende Adjektive: subversiv, grenzgängerisch, subtil, diskursiv, spektakulär, neurotisch, suggestiv, abstrakt, melancholisch, funktional, popkulturell, eskapistisch, souverän und künstlerisch

Die ca. 30minütige live Komposition „Die Unterbrechung der Kühlkette“ besteht aus persönlichen Wahrnehmungen von Urbanität sowie Hamburger Lokal-, Sicherheits- und Kulturpolitik.

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DAS PROJEKT unlimited liability (bis zum 23.10.10)

Kunstsammelnde Oberschicht unerwünscht!

100 internationale KünstlerInnen/-gruppen in kunstpolitischer Subvertierung des Status quo

Wir kennen Künstler, die die Welt in Frage stellen, ohne – ernsthaft – die Welt der Kunst in Frage zu stellen. Letzteres tut „unlimited liability“ und versucht, ideale Präsentations- und Vertriebsbedingungen für Kunstproduktionen, die politisch agieren, bereitzustellen zum vierten Sommer in Reihenfolge. Der Ladenbetrieb „unlimited liability“, in dem ein breites Spektrum an Kunstprojekten und Multiples von 100 ProduzentInnen zum Verkauf angeboten wird, basiert auf einem eigens hierfür entwickelten ökonomischen Modell. Grundlage dieses Modells und jeder Transaktion ist ein Vertrag. „unlimited liability“ stellt die ’normale‘ Welt der Kunst (Kunstmarkt + Vermittler und Macher, die friedlich mit ihm koexistieren) in Frage. ‚In Frage stellen‘ ist hier nicht rein diskursiv oder selbstinszenierend, sondern performativ gemeint. „unlimited liability“ benutzt ein Mittel mit realen Konsequenzen: das Vertragsrecht.

Jeder kann „unlimited liability“ besuchen, sich an den Arbeiten erfreuen, DVDs anschauen, Platten und CDs anhören. Allerdings können nur diejenige, die weniger als 50.000 EUR Aktivkapital besitzen, dank eines mit einem Anwalt erarbeiteten Vertrages, diese Dinge auch mit nach Hause nehmen. Der Vertrag regelt ebenfalls, dass der WeiterverkaufVerkaufserlöses der Dinge nur in Absprache mit dem jeweiligen Künstler erfolgen kann, der in diesem Fall 60% des Verkaufserlöses erhält.

„unlimited liability“ verkauft Kunst als Produktion, nicht Kunst als Ware.

Öffnungszeiten:

Do-Fr, 15-20h

Sa-So, 13-19h

unlimited liability

Norderstr. 71 ug

20097 Hamburg

http://targetautonopop.org

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Wasserbetriebe müssen „Tacheles“-Nutzer nicht mit Trinkwasser versorgen

Das VG Berlin hat entschieden, dass die Nutzer des Kunsthauses „Tacheles“ gegenüber den Berliner Wasserbetrieben keinen eigenen Anspruch auf Versorgung mit Trinkwasser haben.

Das Grundstück in der Oranienburger Straße steht seit Februar 2008 unter Zwangsverwaltung. Nachdem der Eigentümer im Einverständnis mit dem Zwangsverwalter des Grundstücks den Wasserlieferungsvertrag zu Ende Mai 2010 gekündigt hatte, hatten die Berliner Wasserbetriebe die Beendigung der Trinkwasserversorgung angekündigt, die Belieferung aber zunächst auf gerichtliche Bitte fortgesetzt.

Das VG Berlin hat nun den Eilantrag abgelehnt, mit dem die Nutzer eine weitere Belieferung hatten erreichen wollen.

Nach Auffassung des Gerichts haben nach dem Berliner Betriebegesetz grundsätzlich nur der Grundstückseigentümer oder ein Erbbauberechtigter ein Benutzungsrecht und damit einen Lieferanspruch. Der tatsächliche Besitz oder ein Untermietverhältnis mit einer dritten Person genügten nicht, um einen eigenen Lieferanspruch für Trinkwasser zu begründen. Nach den Bedingungen der Berliner Wasserbetriebe könne ein Versorgungsvertrag zwar ausnahmsweise auch mit Nutzungsberechtigten wie z.B. Mietern abgeschlossen werden; dies gelte aber nur, wenn der Grundstückseigentümer zustimmt und sich mitverpflichtet. Das sei hier nicht der Fall, weil Eigentümer und Zwangsverwalter dies ausdrücklich abgelehnt haben. Ebenso wenig lasse sich der geltend gemachte Anspruch aus dem Umstand ableiten, dass die Berliner Wasserbetriebe die Antragsteller zunächst auf Kulanzbasis weiter beliefert haben. Schließlich seien die Berliner Wasserbetriebe nicht wegen ihrer Monopolstellung zum Vertragsschluss verpflichtet. Das Benutzungsrecht sei nämlich abschließend im Berliner Betriebegesetz geregelt. Die Antragsteller müssten sich gegebenenfalls vor den Zivilgerichten gegen den Eigentümer oder den Zwangsverwalter des Grundstücks wenden, falls ihnen miet- oder besitzrechtliche Ansprüche zustehen sollten.

Gegen den Beschluss ist die Beschwerde beim OVG Berlin-Brandenburg zulässig.

http://www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA100902617&wt_mc=pushservice&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp

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Claude Chabrol

Der Blick des Bösen

Ein Nachruf von Fritz Göttler

[..] Nicht politische Filme machen, hat Godard einst gefordert, sondern Filme politisch machen. Chabrol ist bei den politischen Filmen geblieben. Man kann die Gesellschaft nur auf zwei Weisen angehen, hat er gesagt, entweder revolutionär und radikal, oder, wie ich das mache, durch Versuche, nicht die Welt zu verändern, sondern zu zeigen, warum sie sich nicht ändert [..]

http://www.sueddeutsche.de/kultur/claude-chabrol-der-blick-des-boesen-1.998854

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Wie sich Frankreich vor Claude Chabrol verbeugt

Von Sascha Lehnartz | 17.09.10

{..] Isabelle Huppert nannte Chabrol in ihrer Rede, mit der sie weite Teile des Publikums zu Tränen rührte, einen Mann der „allen treu war, die er liebte und allen, mit denen er arbeitete“. Für Chabrol sei die Zusammenarbeit mit Menschen „eine Art zu lieben“ gewesen, sagte die Schauspielerin. Sie habe nie gewusst, warum er sie geliebt habe, sie hätten sich wohl einfach gefunden, und sich danach nur gelegentlich verlassen, um wieder besser zu einander zu finden [..]

http://www.welt.de/kultur/kino/article9705937/Wie-sich-Frankreich-vor-Claude-Chabrol-verbeugt.html

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Tucholsky-Lesung auf Kampnagel: „Er konnte ohne Mikrophon, eine Halle zum schwingen bringen“ Tucholskys Geist wurde durch Gerlach Fiedler beseelt: Gerlach Fiedler hatte eine, in die Poren des Mauerwerks der Fabrik, tief eindringende Stimme“. Unvergesslich! jst

Regisseur und Synchronsprecher Gerlach Fiedler: Am Mittwoch im Alter von 86 Jahren gestorben

Obelix und das Krümelmonster verdanken ihm seine Stimme, selbst hat er Kekse aber nie wirklich gemocht: Der Synchronsprecher und Regisseur Gerlach Fiedler ist jetzt im Alter von 86 Jahren gestorben.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,717898,00.html

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ARD Dokumentation Film ist Online zu sehen:

Zocken bis der Staat hilft: Reißt uns die Finanzindustrie in den Abgrund?

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5398260

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Wie der Wohlstand verteilt ist, bleibt ein Geheimnis

Ein Land guckt weg

KOMMENTAR VON ULRIKE HERRMANN | 26.08.2010

Geld ist ein scheues Reh. Dieses Bild ist abgegriffen, aber wahr. So gehört es zu den deutschen Statistikwundern, dass zwar erfasst ist, dass es 2007 exakt 69 Theaterorchester gab – doch sehr unklar ist, über wie viel Vermögen und Einkommen die reichen Bundesbürger verfügen.

http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/ein-land-guckt-weg/

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Kurzfilm: „weitersagen“

China Town St.Pauli

Von Gerd Stange

Kurzfilm über das ehemalige China Town St.Pauli Hamburg 1900 – 1945, Gert Beschütz-Aufzeichnungen.

Eine kleine Geschichte über das Chinesenviertel auf St.Pauli. Bolzplatz Schmuckstraße, ein Erinnerungsfußballspiel…

Der Film wurde gefördert von der Hamburgischen Kulturstiftung und der Kunststiftung Prof. Dahlmann. Die Uraufführung war am 27.9.2006 im Metropoliskino Hamburg.

Außerdem liest Charlotte Böhm die Aufzeichnungen von Gert Beschütz (ehemals Zeitzeuge) und Gerd Stange spielt die kleine chineschische Blume auf dem Klavier.

Eröffnung: 7.09. 2010 19 Uhr

Klavier Knauer Holstenstraße 167 22765 Hamburg, Blauroter Stühlesaal

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SHELTER

Finisage am Sonntag, 19. September 2010, 19 Uhr

Die Ausstellung SHELTER von Valeria B. Vizioli, Gesa Lange und Dorothea Heinrich läuft noch bis Sonntag 19. September 2010.

Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag 17-19 Uhr

Finisage: 19. September 2010, 19 Uhr

FRISE Künstlerhaus Hamburg e.V. & Abbildungszentrum e.V.

Arnoldstr. 26-30

22765 Hamburg

http://www.frise.de

Dorothea Heinrich

diplomierte Künstlerin, Fotografie

http://www.dorotheaheinrich.de

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Hamburg: Mietenpolizei statt Reiterstaffel

mehr

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Stuttgard 21, Hamburg-Altona, Lübeck = Bürgerproteste

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BLAU zimmer für kunst und andere

Zum Galerienrundgang der Admiralitätsstrasse zeigen wir eine Videoperformance der in Wien lebenden Künstlerin Anna Witt. Ihre Arbeit „Einsatzübung“ entstand 2006 am Flughafen Dublin. „Ich patrouillierte am Flughafen Dublin.

Ein paar Leute warteten auf ihren Flug und aus den Augenwinkeln konnten sie vielleicht eine ungewohnte Bewegung erspähen, während ich Action-Stunts für meinen „großen Einsatz“ trainierte.

In meiner Performance spielte ich die Rolle einer narrativen Figur, einem einsamen heroischen Security Guard, der seine Aufgabe etwas zu ernst nimmt. Niemals wissend woher die unsichtbare Gefahr kommt, versuche ich diese im Stil eines Actionhelden zu bekämpfen, aber es schwingt immer auch der Gestus des Versagens, der Langweile und der Unsicherheit mit.“

Admiralitätstraße 71, Hinterhof 1.Stock, 20459 Hamburg, info(at)blau-zimmerfuerkunst.de http://www.blau-zimmerfuerkunst.de

Einladung zur Videoperformance von Anna Witt während des Galerienrundgangs am 09.09.2010, 19 Uhr

Anna Witt (geb. 1981) hat an der Akademie der Bildenden Künste München bei Magdalena Jetelova und an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Monica Bonvicini studiert. In 2010 nahm sie u.a. an der Berlin Biennale teil, sowie an Gruppenausstellungen in der Wiener Secession, im Museum Ludwig Köln und im Grazer Kunstverein.

http://www.annawitt.net/www.annawitt.net

http://www.galerie-wiesehoefer.de/www.galerie-wiesehoefer.de

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BLAU – zimmer für kunst und andere – wird gefördert von der Hamburger Behörde für Kultur, Sport und Medien.

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Ruth Ewan: Damnatio Memoriae

Ruth Ewan (geb. 1980 in Aberdeen) beschäftigt sich in ihrem aktuellen Projekt „Damnatio Memoriae“ in verschiedenen historischen Kontexten mit Strafpraktiken sowie mit Strategien von Erinnern und Vergessen. Umfassende Recherchen und partizipative Workshops sind der Anfang einer künstlerischen Auseinandersetzung, die sich unter Verwendung von gefundenen Materialien wie z.B. von Postkarten, Zeitungsartikeln, Postern und Filmen realisiert.

Zwei ungleiche Objekte, ein frühneuzeitlicher Maulkorb und eine seltene Tomatensorte, sind für Ewans Projekt „Damnatio Memoriae“ Anlass der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gedächtnis. Unzählige schwarz-rote Tomaten verwandeln die Halle des M.1 in ein großes Gewächshaus. Die dunkel getönte Frucht ist benannt nach dem afroamerikanischen Sänger und Schauspieler Paul Robeson (1898-1976). In den 40er und 50er Jahren wurde er aufgrund seines politischen Kampfes gegen Rassismus massiven Repressionen ausgesetzt und seine künstlerische Existenz durch Zensur skrupellos ausgelöscht.

Der Hexen als Prototypen der Verfolgten wird hingegen bis heute in Form von zahlreichen schaurigen Abbildungen gedacht. Diese Variante des kollektiven Gedächtnisses, das durch verschiedene populäre Quellen gespeist wird, beschäftigt Ruth Ewan nicht weniger als das aktive Vergessen bei Robeson. Gemeinsam mit Jugendlichen hat die in London lebende Künstlerin gedächtnisprägendes Bildmaterial diskutiert, manipuliert und neu gedeutet. Ausgangspunkt für die Untersuchung war besagter Maulkorb, den man u.a. Frauen anlegte, die der Hexerei verdächtigt wurden, um sie brutal zum Schweigen zu bringen. Beide Seiten von Ewans Projekt, das Auslöschen und Stigmatisieren von Existenz, setzen sich mit der Kontrolle von Information aufgrund vermeintlicher moralischer oder politischer Verwerflichkeit auseinander.

Das M.1 der Arthur Boskamp-Stiftung erlaubt mit Ruth Ewans erster deutscher Einzelausstellung einen Einblick in ihre konzeptionellen Arbeitsstrategien und deren unterschiedliche Medien.

Kuratiert von Katja Schroeder

Mit freundlicher Unterstützung des British Council

Begleitprogramm zur Ausstellung, zusammengestellt von Ruth Ewan

02. Oktober, 17 Uhr, Dokumentarfilm:

Paul Robeson – Here I Stand, 1999

24. Oktober, 17 Uhr, Lesung: E. A. Poe,

Die schwarze Katze; 18 Uhr, Stummfilm: Hexen, 1922

Wenn Sie zur Eröffnung mit dem Zug aus Hamburg oder Berlin anreisen, steht um 14.00 und um 15.20 ein Shuttle zum M.1 am Bahnhof Itzehoe bereit. Um 16.10 und um 17.10 bringt Sie ein Shuttle vom M.1 zum Bahnhof Itzehoe.

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Otto & Jabs & Tiedtke

Nur die Kunst ist künstlich, alles andere ist Theater

Die Malereien von Gitte Jabs, Egle Otto und Johanna Tiedtke verbindet eine gemeinsame Suche nach dem Motiv ihrer Malerei. Wenngleich sie darin verschiedenen Interessen nachgehen, ist Ihnen die Frage gemein, was ein Motiv eigentlich erst zu einem Motiv werden lässt, das im Hier und Jetzt von Relevanz ist. Lediglich diesen Anspruch lassen die Künstlerinnen als ihre Motivation gelten, Kunst zu machen.

Die Ausstellung lädt zu einer Auseinandersetzung mit diesem Anspruch ein. Ihre Bilder sind immer auch Abbilder, Symbole und Stellvertreter ihrer Intentionen, ihrer Umgebung und ihrer Zeit. Doch für Gitte Jabs, Egle Otto und Johanna Tiedtke liegt die Faszination der Kunst in ihrer Künstlichkeit, denn sie schafft einen Ort – im Bild oder in der Ausstellung – an dem sich Kunst und Leben, Wirklichkeit und Vorstellung, Realität und Darstellung treffen können. Kunst schafft Begegnungen, die nur dann existentiellen Wert haben, wenn man sie vom Rest der Welt unterscheidet, wenn man sie nicht als Aufführung begreift, sondern als Einführung in ein Gedankengerüst, das stets auch mit seiner eigenen Fragilität spielt. Somit fordern die Künstlerinnen mit ihrer Ausstellung den Betrachter eigentlich wieder dazu auf, das Privileg der Kunst zu erkennen, das schon Adorno formulierte: „Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein.” (Text: Wiebke Gronemeyer)

Kuratiert von Wiebke Gronemeyer

Malerei

Vernissage:

Mi. 8. September 2010 19:00

Finissage:

Mi. 22. September 2010 19:00

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http://oelfrueh.org/

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Pressemitteilung des AStAs der Hochschule für bildende Künste vom 25.08.2010, Hamburg

Pfändungsbedrohte Studierende drängen zusammen mit den Oppositionsparteien auf die sofortige Abschaffung der Studiengebühren

„Hamburg gibt Millionen aus für Prestigeprojekte wie die Elbphilharmonie und stopft die Haushaltslöcher dann über der Allgemeinheit auferlegte Abgaben wie Studiengebühren, welche die ohnehin schon mittellosen Schichten noch weiter belasten – das ist sozial nicht gerecht!“ beschwert sich Hannah A., eine der boykottierenden Studierenden der Hochschule für bildende Künste, die jüngst von Vollstreckungsbeamten der Kasse Hamburg Besuch erhalten hat. „Wie in anderen Bundesländern, muss die Campus-Maut auch in Hamburg wieder abgeschafft werden. Ich denke es stünde der neu gebildeten Regierung gut zu Gesicht, hier ein Zeichen für die Wahrung des sozialen Friedens zu setzen“ [..] mehr

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.SOUND DEPT KONTEXT 2

ANDREA PARKINS / New York

“FAULTY (BROKEN ORBIT)” / Soundinstallation

objects, feedback, drones

Die New Yorker Künstlerin, Komponistin und Elektro-Musikerin Andrea Parkins präsentiert ihre SoundInstallation „Faulty (Broken Orbit)“ – eine eindringliche Audio-Arbeit aus mikrophonierten Flächen und verstärkten Alltagsgegenständen, in Bewegung gesetzt und geschichtet mit elektronischem Feedback – Dinge drohen auseinanderzufallen, heikle Zustände werden deutlich.  [..]

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SOUND DEPT KONTEXT 2

Idee und Konzept von Jens Röhm

Sound Dept Kontext 2 ist die Fortsetzung einer Reihe von Soundlectures und Performances, eine Schnittmenge aus den Bereichen autonome Musik, sogenannte Klangkunst, Soundinstallationen, Theorie und Formen künstlerischer Forschung und Intervention.

Sound als Begriff einer Wechselwirkung von hörendem Körper und umgebender Welt, als materielles Phänomen und als individueller Erfahrungsspeicher [..]

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Eröffnung: Mi 25.8.2010, 20 Uhr

Ausstellung: 25.8.-1.9.2010

Freitag – Sonntag 17-19 Uhr

Finissage und Konzert: Mi 1.9.2010 Uhr

live performance: Andrea Parkins (objects, electronic, el. Acc.), solo and with Nelly Boyd (Hamburg)

http://www.frise.de/cms/137-0-Sounddept+Parkins.html

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Das Schlagloch | 24.08.2010

Konservatismus gesucht  | Das Neue ist schon da

KOLUMNE VON MATHIAS GREFFRATH

Im politischen Spektrum Deutschlands gibt es seit […] Helmut Kohl ein Vakuum auf der Rechten“, schreibt Norbert Bolz in einem Beitrag zur „Konservatismusdebatte“ der CDU (Tagesspiegel vom 12. 8.). Ein Vakuum im Spektrum? Nun ja, das Turbodenken fordert eben seinen Tribut.

http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/konservatismus-gesucht/

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Willkürprozesse nach dem Klimagipfel | 22.08.2010

VON REINHARD WOLFF

Die gefährliche Pappwaffe

In Dänemark gehen die Prozesse rund um den Kopenhagener Klimagipfel 2009 weiter. Auf der Anklagebank sitzen Umweltaktivisten, aber auch der dänische Staat.

http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/die-gefaehrliche-pappwaffe/

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Wanderausstellung

freedom roads!

koloniale straßennamen | postkoloniale Erinnerungskultur

Geschichte, Kunst und Beteiligung

http://www.freedom-roads.de/frrd/willkom.htm

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Lungenkrebs: Christoph Schlingensief ist gestorben

Jelinek: „Es kann keinen wie ihn mehr geben“

21. August 2010, 21:01

Literaturnobelpreisträgerin: „Schlingensief war einer der größten Künstler, die je gelebt haben“

http://derstandard.at/1282273308657/Reaktionen-Jelinek-Es-kann-keinen-wie-ihn-mehr-geben

Der Himmel kann warten + mehr

Schlingensief initiiert Operndorf REMDOOGO mehr

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Durch die Nacht mit Schlingensief und Friedman (1/7)

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Elliott Sharp

Der Stachel der Avantgarde

Elliott Sharp mit der Band Terraplane jazzt im Frankfurter Palmengarten. Kompendiumsartig zitiert seine Musik diverse Epochen – ohne in Traditionalismus zu verfallen.

http://www.fr-online.de/kultur/musik/der-stachel-der-avantgarde/-/1473348/4575504/-/index.html

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Ten Years After – I’d Love to Change the World

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