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Not in our name, Marke Hamburg

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neon-gfok

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Wir haben schon verstanden:

Wir, die Musik-, DJ-, Kunst-, Theater- und Film-Leute, die kleine-geile-Läden – Betreiber und ein-anderes-Lebensgefühl-Bringer, sollen der Kontrapunkt sein zur „Stadt der Tiefgaragen“ (Süddeutsche Zeitung). Wir sollen für Ambiente sorgen, für die Aura und den Freizeitwert, ohne den ein urbaner Standort heute nicht mehr global konkurrenzfähig ist. Wir sind willkommen. Irgendwie. Einerseits. Andererseits hat die totale Inwertsetzung des städtischen Raumes zur Folge, dass wir – die wir doch Lockvögel sein sollen – in Scharen abwandern, weil es hier immer weniger bezahlbaren und bespielbaren Platz gibt. Mittlerweile, liebe Standortpolitiker habt ihr bemerkt, dass das zum Problem für euer Vorhaben wird. Doch eure Lösungsvorschläge bewegen sich tragischer Weise kein Jota außerhalb der Logik der unternehmerischen Stadt. Eine frische Senatsdrucksache etwa kündigt an „die Zukunftspotenziale der Kreativwirtschaft durch Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu erschließen“. Eine „Kreativagentur“ soll zukünftig u.a. „Anlaufstelle für die Vermittlung von Immobilienangeboten“ sein. Wer sich die Mieten nicht leisten kann, muss sich als „künstlerischer Nachwuchs“ einsortieren lassen und bei der Kreativagentur um „temporäre Nutzung von Leerständen“ ersuchen. Dafür gibt es sogar einen Mietzuschuss, allerdings nur, wenn „die Dringlichkeit des Bedarfs und die Relevanz für den Kreativstandort Hamburg“ gegeben sind. Unmissverständlicher kann man nicht klarstellen, was „Kreativität“ hier zu sein hat: Nämlich ein profit center für die „wachsende Stadt“.

Und da sind wir nicht dabei. Wir wollen nämlich keine von Quartiersentwicklern strategisch platzierte „Kreativimmobilien“ und „Kreativhöfe“. Wir kommen aus besetzten Häusern, aus muffigen Proberaumbunkern, wir haben Clubs in feuchten Souterrains gemacht und in leerstehenden Kaufhäusern. Unsere Ateliers lagen in aufgegebenen Verwaltungsgebäuden, und wir zogen den unsanierten dem sanierten Altbau vor, weil die Miete billiger war. Wir haben in dieser Stadt immer Orte aufgesucht, die zeitweilig aus dem Markt gefallen waren – weil wir dort freier, autonomer, unabhängiger sein konnten. Wir wollen jetzt nicht helfen, sie in Wert zu setzen. Wir wollen die Frage „Wie wollen wir leben?“ nicht auf Stadtentwicklungs- Workshops diskutieren. Für uns hat das, was wir in dieser Stadt machen, immer mit Freiräumen zu tun, mit Gegenentwürfen, mit Utopien, mit dem Unterlaufen von Verwertungs- und Standortlogik.

Wir sagen: Eine Stadt ist keine Marke. Eine Stadt ist auch kein Unternehmen. Eine Stadt ist ein Gemeinwesen. Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch eine Frage von Territorialkämpfen ist. Es geht darum, Orte zu erobern und zu verteidigen, die das Leben in dieser Stadt auch für die lebenswert machen, die nicht zur Zielgruppe der „Wachsenden Stadt“ gehören. Wir nehmen uns das Recht auf Stadt – mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein. Wir solidarisieren uns mit den Besetzern des Gängeviertels, mit der Frappant-Initiative gegen Ikea in Altona, mit dem Centro Sociale und der Roten Flora, mit den Initiativen gegen die Zerstörung der Grünstreifen am Isebek- Kanal und entlang der geplanten Moorburg-Trasse in Altona, mit No-BNQ in St. Pauli, mit dem Aktionsnetzwerk gegen Gentrifizierung und mit den vielen anderen Initiativen von Wilhelmsburg bis St. Georg, die sich der Stadt der Investoren entgegenstellen.

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METRO*POLE*. AUTONOMIE, PREKARITÄT UND GESCHLECHTERVERHÄLTNISSE IN EUROPÄISCHEN GROSSSTÄDTEN

„Recht auf Stadt“ — ja, aber wie und für wen?

Angesichts der gleichnamigen Bewegung sowie der aktuellen Proteste gegen die Zumutungen der Haushaltssanierung werden wir uns in dieser Veranstaltungsreihe mit Fragen befassen, die in der stadtpolitischen Bewegung der Bundesrepublik bislang kaum diskutiert und artikuliert worden sind. Inwiefern wird die Dynamik dieser Bewegung durch die Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse bestimmt? Was bedeuten Geschlechterverhältnisse im Kampf um den öffentlichen Raum? Wer spricht in der „Bewegung“ und in welchen Sprachen? Was kann „Aktivismus“ in Zeiten der „Aktivierung“ sein? Welche politischen und / oder kulturellen Strategien sind helfen uns im Kampf für ein „Recht auf Stadt“? Was bedeutet in diesem Zusammenhang „Autonomie“ und wie kann sie entwickelt und verteidigt werden?

DONNERSTAG, 25. NOVEMBER 2010, 20:00, GÄNGEVIERTEL, VALENTINSKAMP

*DIE AUTONOMIE UND IHRE GRENZEN. SOZIALE ZENTREN IN KOPENHAGEN UND HAMBURG
*Die Besetzung des Gängeviertels hat die stadtpolitische Situation in Hamburg seit August 2009 massiv verändert. Die zwölf Häuser sind ein Versuch, selbstorganisierte künstlerische Praxis mit der Kritik an der sozialen Ungleichheit in der Metropole zu verknüpfen. Die derzeitige Stadtregierung hat diesen Versuch zunächst akzeptiert. Doch nicht unweit entfernt ist das wohl älteste soziale Zentrum Hamburgs, die Rote Flora, noch immer besetzt und noch immer bedroht. Was bedeutet „Autonomie“ in der „wachsenden Stadt“? Wie können wir sie verteidigen, auf welchen Wegen kann sie verloren gehen? Und welche Erfahrungen gibt es mit diesen Fragen in Kopenhagen, wo die Ungdomshus-Bewegung 2006/2007 die Stadtpolitik ebenso herausgefordert hat wie aktuell die Konflikte
um ein „Recht auf Stadt“ in Hamburg.

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ES DISKUTIEREN EINE SPRECHERIN DER /ROTEN FLORA/, /HANNAH KOWALSKI /(GÄNGEVIERTEL) UND /ASK KATZEFF /VON DER FORSCHUNGSGRUPPE OPENHAGEN, KOPENHAGEN.

VERANSTALTERINNEN: „KOMM IN DIE GÄNGE“ & ROSA LUXEMBURG STIFTUNG, HAMBURG

EINE ÜBERSICHT ÜBER DIE WEITEREN VERANSTALTUNGEN FINDET SICH HIER:
http://kommunalpolitik.blog.rosalux.de/2010/11/03/metropole/

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Gängeviertel

Ver.di: Manifest auf die Tagesordnung im Senat setzen!

2. November 2009, 06:00 Uhr

Das Manifest „Not in our name, Marke Hamburg“ von Hamburger Kulturschaffenden, das das Abendblatt in der Wochenend-Ausgabe dokumentierte, löste unterschiedliche Reaktionen in der Stadt aus.

[…] Ver.di-Landeschef Wolfgang Rose (SPD) forderte den Hamburger Senat auf, das Künstler-Manifest auf die Tagesordnung einer Senatssitzung zu setzen:

http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1254000/Ver-di-Manifest-auf-die-Tagesordnung-im-Senat-setzen.html

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Sportart(en)

Stockspringen, als sinnstiftende Erfahrung für Jung + Matt

mopo (noch) offline: aktuell 3.11.09 =

VON RENATE PINZKE

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[…] Ole von Beust: Zur Forderung von Ver.di-Chef Wolfgang Rose, das Manifest auf die Tagesordnung der nächsten Senatssitzung zu setzen, sagte von Beust: „Die drängenden Fragen sind zur Zeit, wie wir mit den Minder-Steuereinnahmen umgehen und wie wir die enormen Umsatzrückgänge im Hafen verkraften können. Aber zum richtigen Zeitpunkt nach sorgfältiger Vorbereitung werden wir uns dann auch intensiv mit den Themen Stadtentwicklung und Immobilienverwertung beschäftigen. Ich nehme jede Kritik ernst, aber ich springe nicht sofort über jeden Stock, der mir hingehalten wird.“ […]

http://www.mopo.de/2009/20091103/hamburg/politik/das_sagt_der_buergermeister.html

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06.11.2009

Gentrifizierung in Hamburg

Alster, Michel, Protest

Von Sebastian Hammelehle

Eine breite Front von Künstlern und Aktivisten wehrt sich in Hamburg gegen Luxusquartiere, Abriss von Altbauten und Vertreibung Unterprivilegierter aus dem Zentrum – selbst das Bürgertum hat sein Herz für Hausbesetzer entdeckt. Die Politik reagiert ratlos.

[…] Nun aber haben sich genau jene Kreativen gegen die herrschende Politik gewandt: „Not In Our Name Marke Hamburg“ heißt ihr Manifest. Zu den Verfassern gehören der Schauspieler Peter Lohmeyer, Ted Gaier, Musiker bei den Goldenen Zitronen, und Rocko Schamoni, erfolgreicher Romanautor und seit Jahren eine der Zentralfiguren des Kiez-Undergrounds. Zusammen mit rund 260 weiteren Erstunterzeichnern wehren sie sich gegen eine Vereinnahmung durch Regierende und Marketing: „Viele europäische Metropolen konkurrieren heute darum, zum Ansiedlungsgebiet für die kreative Klasse zu werden. Es geht darum, ein bestimmtes Bild in die Welt zu setzen: Das Bild von der pulsierenden Metropole.“ Dieses Bild aber sei, so die Autoren, lediglich ein Mittel zum Zweck: „Kultur soll zum Ornament einer Turbo- Gentrifizierung werden.“ […]

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,659383,00.html

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Not In Our Name, Marke Hamburg – Rückzugsgefechte der Kreativen Klasse

http://blog.daremag.de/2009/10/not-in-our-name-marke-hamburg/

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Richard Florida.

Auf den Barrikaden in Hamburg

Interview mit Richard Florida (engl.)

Kultur fördert das Image einer Stadt, so propagiert der US-Ökonom Richard Florida. Im Fall Hamburg aber begrüßt er den Protest der Künstler gegen ihre Vermarktung durch die Stadtpolitik. Florida fordert Unterstützung für die Kreativen – „not just mow them down with a bulldozer“. [Video]

Video

Rocko Schamoni.

Auf den Barrikaden in Hamburg

„Es ist bizarr, was hier abgeht“

Künstler in Hamburg fühlen sich als Marketing-Objekt und Lockvogel für Investoren missbraucht – und alles andere als unterstützt. Seit Wochen besetzen sie Häuser und wehren sich gegen Quartiersneubauten. aspekte hat mit Rocko Schamoni – Musiker, Schriftsteller und eine der Zentralfiguren des Kiez-Undergrounds – über die dicke Luft in der Hansestadt und plötzliche „Umarmungen der Politik“ gesprochen. [Video]

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memo =

http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/000170.html


http://blog.daremag.de/2009/10/not-in-our-name-marke-hamburg/

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http://www.ad-hoc-news.de/stadt-marketing-hamburger-kuenstler-und-kreative-fordern–/de/Politik/20653375

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http://byte.fm/magazin/blog/2009/10/29/not-in-our-name-marke-hamburg/

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Not in our name, Marke Hamburg

Ein Gespenst geht um in Europa, seit der US-Ökonom Richard Florida vorgerechnet hat, dass nur die Städte prosperieren, in denen sich die „kreative Klasse“ wohlfühlt. „Cities without gays and rock bands are losing the economic development race“, schreibt Florida. Viele europäische Metropolen konkurrieren heute darum, zum Ansiedelungsgebiet für diese „kreative Klasse“ zu werden. Für Hamburg hat die Konkurrenz der Standorte mittlerweile dazu geführt, dass sich die städtische Politik immer mehr einer „Image City“ unterordnet. Es geht darum, ein bestimmtes Bild von Stadt in die Welt zu setzen: Das Bild von der „pulsierenden Metropole“, die „ein anregendes Umfeld und beste Chancen für Kulturschaffende aller Couleur“ bietet. Eine stadteigene Marketing-Agentur sorgt dafür, dass dieses Bild als „Marke Hamburg“ in die Medien eingespeist wird. Sie überschwemmt die Republik mit Broschüren, in denen aus Hamburg ein widerspruchfreies, sozial befriedetes Fantasialand mit Elbphilharmonie und Table-Dance, Blankenese und Schanze, Agenturleben und Künstlerszene wird. Harley-Days auf dem Kiez, Gay-Paraden in St. Georg, Off-Kunst-Spektakel in der Hafencity, Reeperbahn-Festival, Fanmeilen und Cruising Days: Kaum eine Woche vergeht ohne ein touristisches Megaevent, das „markenstärkende Funktion“ übernehmen soll.

Wir sagen: Aua, es tut weh. Hört auf mit dem Scheiß. Wir lassen uns nicht für blöd verkaufen. Liebe Standortpolitiker: Wir weigern uns, über diese Stadt in Marketing- Kategorien zu sprechen. Wir wollen weder dabei helfen, den Kiez als „bunten, frechen, vielseitigen Stadtteil“ zu „positionieren“, noch denken wir bei Hamburg an „Wasser, Weltoffenheit, Internationalität“, oder was euch sonst noch an „Erfolgsbausteinen der Marke Hamburg“ einfällt. Wir denken an andere Sachen. An über eine Million leerstehender Büroquadratmeter zum Beispiel und daran, dass ihr die Elbe trotzdem immer weiter zubauen lasst mit Premium-Glaszähnen. Wir stellen fest, dass es in der westlichen inneren Stadt kaum mehr ein WG-Zimmer unter 450 Euro gibt, kaum mehr Wohnungen unter10 Euro pro Quadratmeter. Dass sich die Anzahl der Sozialwohnungen in den nächsten zehn Jahren halbieren wird. Dass die armen, die alten und migrantischen Bewohner an den Stadtrand ziehen, weil Hartz IV und eine städtische Wohnungsvergabepolitik dafür sorgen. Wir glauben: Eure „wachsende Stadt“ ist in Wahrheit die segregierte Stadt, wie im 19. Jahrhundert: Die Promenaden den Gutsituierten, dem Pöbel die Mietskasernen außerhalb.

Und deshalb sind wir auch nicht dabei, beim Werbefeldzug für die „Marke Hamburg“. Nicht dass ihr uns freundlich gebeten hättet. Im Gegenteil: uns ist nicht verborgen geblieben, dass die seit Jahren sinkenden kulturpolitischen Fördermittel für freie künstlerische Arbeit heutzutage auch noch zunehmend nach standortpolitischen Kriterien vergeben werden. Siehe Wilhelmsburg, die Neue Große Bergstraße, siehe die Hafencity: Wie der Esel der Karotte sollen bildende Künstler den Fördertöpfen und Zwischennutzungs-Gelegenheiten nachlaufen – dahin, wo es Entwicklungsgebiete zu beleben, Investoren oder neue, zahlungskräftigere Bewohner anzulocken gilt. Ihr haltet es offensichtlich für selbstverständlich, kulturelle Ressourcen „bewusst für die Stadtentwicklung“ und „für das Stadt-Image“ einzusetzen. Kultur soll zum Ornament einer Art Turbo-Gentrifizierung werden, weil ihr die die üblichen, jahrelangen Trockenwohn-Prozesse garnicht mehr abwarten wollt. Wie die Stadt danach aussehen soll kann man in St. Pauli und im Schanzenviertel begutachten: Aus ehemaligen Arbeiterstadtteilen, dann „Szenevierteln“, werden binnen kürzester Zeit exklusive Wohngegenden mit angeschlossenem Party- und Shopping Kiez, auf dem Franchising-Gastronomie und Ketten wie H&M die Amüsierhorde abmelken.

Die Hamburgische Kulturpolitik ist längst integraler Bestandteil eurer Eventisierungs- Strategie. Dreissig Millionen Euro gingen an das Militaria-Museum eines reaktionären Sammlerfürsten . Über vierzig Prozent der Ausgaben für Kultur entfallen derzeit auf die „Elbphilharmonie“. Damit wird die Kulturbehörde zur Geisel eines 500-Millionen-Grabes, das nach Fertigstellung bestenfalls eine luxuriöse Spielstätte für Megastars des internationalen Klassik- und Jazz-Tourneezirkus ist. Mal abgesehen davon, dass die Symbolwirkung der Elbphilharmonie nichts an sozialem Zynismus zu wünschen übrig lässt: Da lässt die Stadt ein „Leuchtturmprojekt“ bauen, das dem Geldadel ein Fünf-Sterne-Hotel und 47 exklusive Eigentumswohnungen zu bieten hat und dem gemeinen Volk eine zugige Aussichtsplattform übrig lässt. Was für ein Wahrzeichen!

Uns macht es die „wachsende Stadt“ indessen zunehmend schwer, halbwegs bezahlbare Ateliers, Studio- und Probenräume zu finden, oder Clubs und Spielstätten zu betreiben, die nicht einzig und allein dem Diktat des Umsatzes verpflichtet sind. Genau deshalb finden wir: Das Gerede von den „pulsierenden Szenen“ steht am allerwenigsten einer Stadtpolitik zu, die die Antwort auf die Frage, was mit städtischem Grund und Boden geschehen soll, im Wesentlichen der Finanzbehörde überlässt. Wo immer eine Innenstadtlage zu Geld zu machen ist, wo immer ein Park zu verdichten, einem Grünstreifen ein Grundstück abzuringen oder eine Lücke zu schließen ist, wirft die Finanzbehörde die „Sahnelagen“ auf den Immobilienmarkt – zum Höchstgebot und mit einem Minimum an Auflagen. Was dabei entsteht, ist eine geschichts- und kulturlose Investoren-City in Stahl und Beton.

Wir haben schon verstanden: Wir, die Musik-, DJ-, Kunst-, Theater- und Film-Leute, die kleine-geile-Läden –Betreiber und ein-anderes-Lebensgefühl-Bringer, sollen der Kontrapunkt sein zur „Stadt der Tiefgaragen“ (Süddeutsche Zeitung). Wir sollen für Ambiente sorgen, für die Aura und den Freizeitwert, ohne den ein urbaner Standort heute nicht mehr global konkurrenzfähig ist. Wir sind willkommen. Irgendwie. Einerseits. Andererseits hat die totale Inwertsetzung des städtischen Raumes zur Folge, dass wir – die wir doch Lockvögel sein sollen – in Scharen abwandern, weil es hier immer weniger bezahlbaren und bespielbaren Platz gibt. Mittlerweile, liebe Standortpolitiker habt ihr bemerkt, dass das zum Problem für euer Vorhaben wird. Doch eure Lösungsvorschläge bewegen sich tragischer Weise kein Jota außerhalb der Logik der unternehmerischen Stadt. Eine frische Senatsdrucksache etwa kündigt an „die Zukunftspotenziale der Kreativwirtschaft durch Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu erschließen“. Eine „Kreativagentur“ soll zukünftig u.a. „Anlaufstelle für die Vermittlung von Immobilienangeboten“ sein. Wer sich die Mieten nicht leisten kann, muss sich als „künstlerischer Nachwuchs“ einsortieren lassen und bei der Kreativagentur um „temporäre Nutzung von Leerständen“ ersuchen. Dafür gibt es sogar einen Mietzuschuss, allerdings nur, wenn „die Dringlichkeit des Bedarfs und die Relevanz für den Kreativstandort Hamburg“ gegeben sind. Unmissverständlicher kann man nicht klarstellen, was „Kreativität“ hier zu sein hat: Nämlich ein profit center für die „wachsende Stadt“.

Und da sind wir nicht dabei. Wir wollen nämlich keine von Quartiersentwicklern strategisch platzierte „Kreativimmobilien“ und „Kreativhöfe“. Wir kommen aus besetzten Häusern, aus muffigen Proberaumbunkern, wir haben Clubs in feuchten Souterrains gemacht und in leerstehenden Kaufhäusern. Unsere Ateliers lagen in aufgegebenen Verwaltungsgebäuden, und wir zogen den unsanierten dem sanierten Altbau vor, weil die Miete billiger war. Wir haben in dieser Stadt immer Orte aufgesucht, die zeitweilig aus dem Markt gefallen waren – weil wir dort freier, autonomer, unabhängiger sein konnten. Wir wollen jetzt nicht helfen, sie in Wert zu setzen. Wir wollen die Frage „Wie wollen wir leben?“ nicht auf Stadtentwicklungs- Workshops diskutieren. Für uns hat das, was wir in dieser Stadt machen, immer mit Freiräumen zu tun, mit Gegenentwürfen, mit Utopien, mit dem Unterlaufen von Verwertungs- und Standortlogik.

Wir sagen: Eine Stadt ist keine Marke. Eine Stadt ist auch kein Unternehmen. Eine Stadt ist ein Gemeinwesen. Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch eine Frage von Territorialkämpfen ist. Es geht darum, Orte zu erobern und zu verteidigen, die das Leben in dieser Stadt auch für die lebenswert machen, die nicht zur Zielgruppe der „Wachsenden Stadt“ gehören. Wir nehmen uns das Recht auf Stadt – mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein. Wir solidarisieren uns mit den Besetzern des Gängeviertels, mit der Frappant-Initiative gegen Ikea in Altona, mit dem Centro Sociale und der Roten Flora, mit den Initiativen gegen die Zerstörung der Grünstreifen am Isebek- Kanal und entlang der geplanten Moorburg-Trasse in Altona, mit No-BNQ in St. Pauli, mit dem Aktionsnetzwerk gegen Gentrifizierung und mit den vielen anderen Initiativen von Wilhelmsburg bis St. Georg, die sich der Stadt der Investoren entgegenstellen.

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Unterzeichnen? Hier =

http://www.buback.de/nion/

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http://urbanshit.de/?p=474

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Pressemitteilung
Hamburg, 3.11.2009

Klarstellungen zum Manifest „Not In Our Name, Marke Hamburg“

Am 29. 11. haben wir im Gängeviertel ein Manifest vorgestellt, in dem freie Kulturschaffende und Kreative Stellung zum Thema Gentrifzierung und Stadtentwicklung beziehen. Über den massiven Support freuen wir uns sehr. Aus den cirka 260 Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichnern sind mittlerweile über 2600 geworden – die Zahl der Unterstützer hat sich in sechs Tagen verzehnfacht. Sehr in unserem Sinne ist, dass längst nicht mehr nur Menschen mit kreativen Berufen unterzeichnen.
Schließlich haben wir unsere Rolle als „Kreative“ in Gentrifizierungs- und Aufwertungsprozessen thematisiert, um zu sagen: Die Stadt gehört allen. Wir beanspruchen keine hervorgehobene Stellung, wir kämpfen um Freiräume nicht anders als andere Einwohnerinnen und Einwohner dieser Stadt.

Deshalb halten wir es für notwendig, ein paar Missverständnissen vorzubeugen, die von politischer und von Medienseite an uns herangetragen werden. Das Manifest ist kein „Künstlermanifest“, kein „Aufschrei“ oder Forderungskatalog von sich vernachlässigt fühlenden Kreativen, die von Politikern an die Hand genommen werden möchten. Wir machen keine Lobbyarbeit damit und verwahren uns gegen Versuche, uns so zu interpretieren – mögen sie auch noch so wohlmeinend sein. All das steht zwar in „Not In Our Name, Marke Hamburg“ bereits deutlich drin, aber vielleicht muss man es nochmal und in Großbuchstaben sagen:

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WIR WOLLEN KEINE GÜNSTIGEN ATELIERS ALS ALIBI EINER STADT, DIE NUR FÜR DIE BESSERVERDIENENDEN DA IST.

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Insbesondere die GAL scheint „Not In Our Name, Marke Hamburg“ aufgeschreckt zu haben. In gleich zwei Presseerklärungen zum Manifest erklärt die GAL, sie begrüße unsere Kritik, weil sie „das Problem der Gentrifizierung“ selbst „erkannt und benannt“ habe und „intensiv an Antworten darauf“ arbeite. Ehrlich gesagt: Da lachen ja die Hühner.
Die GAL hat den Bau der Vattenfall-Fernwärmeleitung durch St. Pauli und Altona durchgewunken und lässt den den dortigen Arme-Leute-Grünzug auf Kosten „nicht zukunftsfähiger“ Sozialwohnungen aufschicken. Die GAL unterstützt die Ansiedlung von Ikea in der Neuen Großen Bergstraße massiv und sorgt damit dafür, dass die letzte Arme-Leute-Fußgängerzone in der westlichen inneren Stadt verschwindet. Die GAL hat zwei Monate lang zur Besetzung des Gängeviertels geschwiegen, um nach der Zahlung durch den Investor zu vermelden, es länge jetzt „in seiner Hand zu entscheiden, welche Zukunft die Kunstschaffenden im Viertel haben.“

Ein Wort noch zum Bürgermeister, der sich wünscht „dass diejenigen, die das unterschrieben haben, sich vorher geäußert hätten“: Zum Konzept der unternehmerischen Stadt und der Ideologie des meistbietenden Verhökerns -in Hamburg eine Erfindung der SPD und heute der ganze Stolz der CDU- gibt es seit vielen Jahren meterweise kritische Artikel, Bücher und andere Publikationen. Eine Literaturliste senden wir gerne zu.

Wer dem Manifest Forderungen ablauschen will, möge doch einfach die Solidaritätserklärung mit den diversen Initiativen und der Recht-auf-Stadt-Bewegung ernst nehmen, deren Forderungen wir uns zu eigen machen – unter anderem: Keine Moorburg-Trasse! Gängeviertel selbstverwaltet!
Kein Ikea in Altona! BNQ stoppen! Bezahlbare Wohnungen überall in der Stadt! Keine Privatisierung öffentlicher Räume! Keine Vertreibung von Hartz- IV-EmpfängernInnen aus ihren Wohnungen! Freie Wohnortwahl für Flüchtlinge!

Ted Gaier, Melissa Logan, Rocko Schamoni, Peter Lohmeyer, Tino Hanekamp und Christoph Twickel für die „Not in Our Name, Marke Hamburg“-Initiative

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etc. pp(p)

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MANIFEST DER KULTURSCHAFFENDEN RECHNET MIT DER POLITIK AB

Aufstand der Künstler

Sie sind wütend. Sie fühlen sich von der Politik benutzt. Und sie werden in rasantem Tempo immer mehr. Rund 500 (1000) Kulturschaffende in Hamburg gehen inzwischen auf die Barrikaden und fordern in einem noch nicht da gewesenen Manifest ein Umdenken der städtischen Politik. Denn diese, so die Kritik, benutze die Kultur- und Kreativszene einzig als Aushängeschild, um die „Marke Hamburg“ zu polieren – während andererseits die soziale Spaltung und kulturelle Verödung voranschreite.

http://www.mopo.de/2009/20091030/hamburg/politik/aufstand_der_kuenstler.html

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Gängeviertel

Künstler wehren sich gegen Stadtmarketing

Ein Manifest mit dem kämpferischen Titel „Not in our name, Marke Hamburg“ haben Künstler wie der Musiker Rocko Schamoni, Schauspieler wie Peter Lohmeyer und Maler wie Daniel Richter am Donnerstag unterzeichnet. Ihr Hauptkritik: Die Stadt werbe mit den Künstlern, verringere aber den Raum für deren Arbeit:

http://www.welt.de/hamburg/article5021108/Kuenstler-wehren-sich-gegen-Stadtmarketing.html

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Polemik

Die große Vereinnahmung

Die freien Kulturschaffenden wollen nicht mehr Stadtentwickler sein. Jetzt haben sie ein Manifest mit dem Titel „Not in our name“ herausgegeben – frei von Selbstreflexion. VON MAXIMILIAN PROBST

http://www.taz.de/regional/nord/hamburg/artikel/1/die-grosse-vereinnahmung/

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Gentrifzierung

Viel Lärm um alles

Die Parteipolitik treibt das Thema Gängeviertel und das dort vorgestellte Manifest gegen die Hamburger Standortlogik um. Die GAL weiß noch nicht, wo sie steht. VON MAXIMILIAN PROBST

Fein, fein: Die Stadt brodelt, und am Mittwoch wird der Streit um Gängeviertel und Kulturpolitik auch die Bürgerschaft beschäftigen. Zur aktuellen Stunde hat die CDU das Thema „Für ganz Hamburg – stadtverträgliche Entwicklung des Gängeviertels“ angemeldet. Die SPD dasselbe Thema unter dem Titel: „Gängeviertel: Stadtentwicklungspolitik nach dem Motto: Alles muss raus“. Und die GAL fragt: „Wer gegen wen? Kultur – Kommerz – Stadtentwicklung.“

http://www.taz.de/regional/nord/hamburg/artikel/1/viel-laerm-um-alles/

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Ende der Akzeptanz: „Ethik-Seminare für bad Politics“

https://medienwatch.wordpress.com/ende-der-akzeptanz-ethik-seminare-fur-bad-politics-2/

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Gängeviertel «Schrittwechsel macht Fortschritte»

https://medienwatch.wordpress.com/2009/10/12/gangeviertel-schrittwechsel-macht-fortschritte/

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metainfo

„Elles“ im Centre Pompidou

Die Kunst der anderen

Das Centre Pompidou in Paris zeigt 500 Werke von 200 Künstlerinnen aus dem Sammlungsbestand. VON GLORIA ZEIN

http://www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/die-kunst-der-anderen/

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Offener Brief an Farid Müller

Herr Farid Müller …….so entsetzt greift der eigene Kulturbegriff nicht mehr dahin wo Sie sind und damit ins Leere oder handelt es sich bei Ihrer Reaktion auf „Not in our Name“ um ein anderes auslegungsbedürftiges Orakel?

Was für eine Vorstellung haben Sie von künstlerischen Poduktionsprozessen, von den Paradigmen der Intuition – dem leisesten Zweifel die größte Aufmerksamkeit zu schenken –
Und dann geht es um die Wurst, dass im kleinsten Ablauf alles enthalten ist, was im Großen und Ganzen leicht zu übersehen wäre, was mache ich damit, was machen Sie mit der Aussicht ein Michael Kohlhaas* werden zu können und keine Alternative zu haben, da darf man nicht mehr wählerisch sein.

Dass die Sensibelchen in ihrem Streichelzoo den harten Zugriff des gemeinen Wesens sehr wohl spüren muß ich nicht weiter erklären – aber sie haben nicht die Bereitschaft auf den Clown noch etwas doller zu treten damit er noch lauter schreit um den eigenen Ton nicht zu hören – sondern ihm das seine auch als das des anderen aufzumalen, ein Tattoo als vorübergehendes Bild unserer Gesellschaft – rein informell, geht dieser Art Erkenntnis sehr wohl unter die Haut

Nur verstehen die Zuständigen so etwas immer erst, wenn es heißt Keilschrift mitten zwischen die Augen, der Druck des Druckbuchstaben reicht nicht – oder wieviel muß er haben – damit die Pore groß genug ist Herr Müller.

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Weiß man da wo man ist ?
Die Spielregeln sind bekannt bis zur Unkenntlichkeit, direktes umbringen verboten, vorübergehendes abdrücken der Luft erlaubt – sozusagen nicht getötet aber etwas ungünstig beerdigt – die halb gezündete Endstufe, der letzte gerodete Baum – für den wir uns noch einen Ast lachen können.
Atomkraft, was solls – ich wohn nach hinten raus.

Die sogenannten armen Irren in ihren Opferrollen haben allen Grund verzweifelt zu sein, wenn sie die Komödie der Vermittlung ihrer gesellschaftlichen Ansichten zu Ende spielen wollen, dann höchstens um das Unglück müde zu machen.

Dabei machen wir alle mit der entarteten Mutation des Großhirns mangels Instrumentarium unter der Pranke des Geistes unfreiwillige Wanderungen zwischen Kernneurose und Milieuverschiebung.
Aber diese Prozesse transparent zugänglich und offen zu halten ist überlebensnotwendig für uns alle. Überflüssig in diesem Zusammenhang von DuftMARKEN zu reden, es riecht und wir sitzen nun mal dicht am Fenster. Oder um es mit poetischen Mitteln auszudrücken, die christliche Hölle wird säkularisiert; jeder Unternehmer darf sich im Nebenamt als Ablaßhändler gerieren: Tausche Wohlverhalten gegen vorläufige Weiterbeschäftigung.

Angst zerstört jede Zivilcourage, verwandelt die Gesellschaft in eine Agglomeration bindungs- und damit hilfloser, d.h. zu jeder Form von Widerstand unfähiger Individuen.

Die deutschen Eliten haben den Schierlingsbecher randvoll mit Angst gefüllt und der Gesellschaft gereicht; ob er auch der Demokratie angeboten oder sein Inhalt doch weiterhin als Kontaktgift verabreicht wird, ist noch nicht ganz entschieden.

Wenn Sie sich also von dem schönen Schreiben angefasst fühlen Herr Müller, dann doch nur weil Sie das Anliegen im innersten nicht berührt, es ärgert sie nur etwas nicht kontrollieren zu können was Sie als Lebenseinstellung nicht verstehen. Ich bin als Künstler kein sozial abartiges Exoticum, sondern ich besitze einen strukturellen Zusammenhang mit meinem Nährboden, der auch Sie sind.

Ihre Hompage Herr Farid Müller ist in künstlerischer Hinsicht betriebswirtschaftlich der reinste Offenbarungseid und das meine ich anders als Sie es verstehen.

Sie ziehen wie Wunderdoktor Little durch die Gegend alles busy und Sie verstehen so gut und machen so viel und dann abends noch ein Bier mit Corny Littmann in der Wunderbar.

David im Siegestaumel bewegt sich von der Vernunft weg, ein Künstler ist dort nie angekommen.
Mißtrauisch bis zum letzten Atemzug und vor allem auch sich selbst gegenüber.

Das Werk nimmt die Gesellschaft beiläufig mit in Kauf, und wenn wir Kontrolle über die Ohnmacht unserer Tage bekommen Herr Müller, dann ist alles verloren.

Die Position der Wahrnehmung ist diesbezüglich nicht verhandelbar, nicht wegen einer Absicht, sondern in jeder Hinsicht.

Wenn jemand wie Sie dann behauptet, ich war doch immer für eure Interessen da, meint der einen anderen Ort. Sie haben ein wählbares Verhältnis zur Gesellschaft und ,sagen wir mal so, müssen wohl auch flexibel sein, aber was auch immer, im tieferen Sinne ist im kulturellen Bereich nicht von leichtfüßigkeit auszugehen wenn es um die letzte kritische Masse einer Gesellschaft geht.

Auch Unterhaltung hat etwas mit Unterhalt, mit Schulden zu tun, das etwas zurückgegeben wird. Ich kann aber deshalb mein Verständnis zur Gesellschaft nicht variieren, da sie selbst mein Handeln mitbestimmt. Da bleibt nur berühren und zu ergreifen, die empfindlichste Stelle, weil es keinen anderen Zugriff gibt. – Unsere Wirtschaft unsere Banken, – haben die Republik in dem Augenblick in die Hand genommen wo Politiker ihre nicht aufgehalten haben, ganz legal, diese Kreise, lassen sich ungern stören, aber deshalb muß ich doch nicht an der Biegung des Flusses sitzen bleiben bis die Leiche meines Feindes vorbeifließt.

Schließlich machen sie aus unserem Land ihr eigenes, ein Scheinreich, sie schreiben es liebe und sprechen es loben . Mit wem wollen sie da noch reden, dafür ist außer Psychiatrie keiner zuständig; das nennt man ansonsten schizophren machende Faktoren in der Familiengruppendynamik.

Vielleicht bekommen Sie jetzt ein gewisses Frontgefühl für den Arbeitsstatus als kunstschaffender.
Es wurden in der Geschichte Ihrer Partei für die Karriere einzelner auch schon ganze Idee geopfert, natürlich holt so etwas ein, aber wer hört schon auf andere wenn er sich selbst meint.

Mit Ihrem Kulturbegriff wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als mit einer romantischen Kulisse im Koordinatenkreuz weiter den Dienstbotenaufgang der Sonne zu gehen.

Wir brauchen Räume, verschaffen Sie uns Räume in denen wir unsere Arbeit tun können, Räume für Kunst, ist Raum für Leben, wo jeder Zugang zu seinen unbegreiflichen Seiten bekommt, ist er mit Beliebigkeiten nicht in den Griff zu kriegen, wir brauchen für unser Land solche Menschen, ansonsten werden wir wie Stuckrad Barre mal gesagt hat, „alle in einem Meer von Marshmallows und Coca Cola ertrinken“.

Nur die Analogie Herr Müller wir hätten mit dem Hinzug in die Viertel selbst für die Gentrifizierung gesorgt, – nein – ein echter Zombie aus dem Grab der Ideen, uns für die Weiterungen anderer verantwortlich zu machen, ist, wie Jesus als Zimmermann mit den Fertigungsmöglichkeiten für ein Kreuz selbst dafür gesorgt hätte, an selbiges auch geschlagen zu werden; ab da verkehre ich im Dialog mit Ihnen an der nächsten Ampel auch nach dem Kreuzigungsrecht.

Es grüßt

Wilhelm Fischer-Dango

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Leserbrief, veröffentlicht hier:

https://medienwatch.wordpress.com/2009/10/30/not-in-our-name-marke-hamburg/

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[Heinrich von Kleist]

Der historische Kohlhaas

Hauptartikel: Hans Kohlhase
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Hans Kohlhase lebte im 16. Jahrhundert als Kaufmann in Cölln an der Spree, im Brandenburgischen. Am 1. Oktober des Jahres 1532 begab er sich auf eine Reise zur Leipziger Messe. Auf dem Weg dorthin wurden ihm jedoch auf Geheiß des Junkers von Zaschwitz zwei seiner Pferde als Pfand für die Durchreise nach Dresden abgenommen. Kohlhase versuchte, juristisch dagegen vorzugehen, scheiterte jedoch. Aus diesem Grund erklärte er 1534 die Fehde und brannte Häuser in Wittenberg nieder. Auch ein mahnender Brief Martin Luthers konnte ihm keinen Einhalt gebieten. Er beging weitere Verbrechen. Schließlich wurde er ergriffen und am 22. Mai 1540 in Berlin öffentlich durch Rädern hingerichtet.
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Politischer Hintergrund

Um 1800 sorgten sowohl die außenpolitischen Misserfolge (Niederlage im Krieg gegen Napoleon), als auch die unklaren innenpolitischen Verhältnisse (unterschiedliches Verhalten deutscher Fürsten gegenüber Napoleon) für Unzufriedenheit in Preußen.

Kleist stellt sich klar gegen Frankreich, seine Haltung war reformbestimmt. Seine rechtlich-politischen Forderungen drückt er durch die Person Kohlhaas’ aus und äußert seine Meinung, ohne dabei politischer Agitation verdächtig zu werden […]

http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Kohlhaas

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Written by medienwatch & metainfo

Oktober 30, 2009 um 21:14

2 Antworten

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  1. […] . Foto: Jörg Stange, ExxonHouse: Gentrify your Neighbourhood (Dia Installation Kimberly Horton, Gängeviertel, Speckstrasse/Caffamacherreihe https://medienwatch.wordpress.com/not-in-our-name-marke-hamburg/ […]


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