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Nase(n)-Transporte, Mythen und andere Metamorphosen

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Der Bildhauer und Restaurator Igor Jakimow ergänzte vor der Eöffnung des Tell Halaf-Museums die Nase und Zöpfe der großen Greabskulptur sowie die obere Hälfte der Schale, die sie sie in der rechten Hand hält. Einer der Zöpfe un die Nase fanden sich unter den eingesammelten Trümmern aus der Museumsruine (Vitrine Pergamon-Museum, Berlin | Fotos: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK-Kunstarchiv)

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[Nasendiskurs°] et cetera

Warum wurde bei vielen alten Statuen die Nase abgeschlagen?
Bei den Ägyptern galt die Nase als Sitz der Lebenskraft „Ka“. da Statuen die Funktion zugeschrieben wurden, Behälter der Seelen und der Lebenskraft derjenigen zu sein, die sie verkörpern, wurden häufiger Statuen die Nase abgeschlagen, weil man dachte, damit auch die Seele der Verstorbenen zu zerstören, und ihre Wiederauferstehung unmöglich zu machen.
http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20110103141507AAS0gcZ

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„Cyrano de Bergerac“ in Recklinghausen
Von Ulrike Gondorf

Dominique Horwitz glänzt in der Paraderolle – und das Publikum ist gerührt. Das Material, aus dem Horwitz seinen „Cyrano“ entwickelt, ist zuallererst die Sprache. Eine Droge, an der sich seine Figur berauscht.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1473017/
dradio Hören: http://bit.ly/iIVxEB

Die abgeschlagene Nase der Sphinx
Ägyptologen nehmen an, dass nachfolgende Dynastien der Ägypter, der Cheops oder Chephren als Demütigung, der vorangegangen Dynastie, als eine Form der „Kasteiung“ vorgenommen haben.

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Objekt + Foto Jörg Stange

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1934–1936 In Ungnade

Nachdem Schostakowitschs erste Oper „Die Nase“, (= Gogol) eine Satire auf die russische Bürokratie, die das erste lange Schlagzeugsolo der europäischen Musik enthält und über die sich Komponisten der Gegenwart wie György Ligeti voller Bewunderung äußerten, nach 16 Aufführungen von den Bühnen verschwunden war, begann der Komponist mit seiner zweiten Oper, Lady Macbeth von Mzensk, ein Werk, das für sehr viel Aufruhr sorgen sollte. Die Uraufführung am 22. Januar 1934 in Leningrad war ein gewaltiger Erfolg. Zwei Tage später fand die zweite in Moskau statt. Zwei Jahre lang feierte das Werk einen Erfolg nach dem anderen. Die Popularität und der Ruhm Schostakowitschs nahmen zu; er wurde von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert.
https://medienwatch.wordpress.com/hamburger-musikhalle-laiszhalle-in-hamburg-von-russischer-seele%C2%B0/

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DER SCHLäFER („Sleeper“ USA, 1973)
Regie: Woody Allen | Film-Länge: 87 Min.
„Der Schläfer“ ist eine beißende Satire, nicht nur auf die Strukturen des amerikanischen Systems, sondern im Rundumschlag gleich auch auf die Anfang der 1970er Jahre aufkommenden Zukunftsvisionen. Woody Allen abstrahiert das Thema meisterhaft und karikiert es mit der „Nase“ und anderen Kuriositäten.
http://www.moviemaster.de/archiv/film/film_der-schlaefer-1973.htm

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Die Nase + mehr

Die Erzählung vermischt reale Alltäglichkeiten mit Absurdem: Der Barbier Iwan Jakowlewitsch findet beim Frühstück in seinem Brot eine Nase, die dem Kollegienassessor Kowaljow gehört, den er immer mittwochs und sonntags rasiert. Voller Angst verpackt er die Nase und wirft sie von einer Brücke in die Newa. Entsprechend stellt jener Kowaljow beim Erwachen fest, dass ihm seine Nase fehlt. Als er sich deswegen auf den Weg macht, um dies beim Polizeipräfekten zu melden, trifft er unterwegs in der Uniform eines Staatsrates seine eigene Nase. Er verfolgt sie fassungslos, spricht sie an, wird aber von ihr abgewiesen. Den Polizeipräfekten trifft er nicht an, eine Zeitung lehnt eine Anzeige über die Nase ab. Kowaljow kehrt ratlos nach Hause zurück, als ihm gemeldet wird, dass die Nase in dem Augenblick, da sie den Postwagen nach Riga besteigen wollte, festgenommen worden sei, weil sie einen gefälschten Pass besitze. Der Polizist, der die Nase festgenommen hat, wickelt sie in ein Stück Papier und bringt sie Kowaljow. Die Freude ist aber nur kurz, denn die Nase will an ihrer alten Stelle nicht haften, alle Versuche schlagen fehl, auch der Arzt kann nicht helfen. Inzwischen hat sich das Gerücht über eine Nase, die täglich auf dem Newski-Prospekt spazieren gehe, verbreitet. Aber eines Tages erwacht Kowaljow wieder mit seiner Nase im Gesicht, als ob nichts gewesen wäre.

Deutung

In dieser Erzählung hat Gogol absolute Absurditäten mit ganz alltäglichen Begebenheiten verbunden. Das absurde Geschehen wird wie eine normale Banalität erzählt. Die Erzählung ist vielfach und verschieden gedeutet worden. Sie ist aber sicher ein Beispiel für Gogols Weltverständnis: so geht es zu in einer Welt, in der der Teufel am Werke ist. Der Mensch wird durch den Verlust seiner Nase aus seiner Geborgenheit gerissen und verliert seine Sicherheit. Durch das groteske Geschehen wird die Wirklichkeit entstellt. Der schöne Schein, die Fassade ist zerstört. Doch wo auch viele russische Autoren in der Deutung scheiterten, erkennt der nachdenkliche Leser, dass alles nur ein grotesker Traum war. Die Erzählung gilt als erstes surrealistisches Prosastück.
Adaptionen

* Die Nase, Oper in drei Akten von Dimitri Schostakowitsch (op. 15, 1927/28)
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Nase

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Pergamon-Museum, Berlin | Foto: Jörg Stange

 

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Augen, Ohren, Nase und Mund

[..] Der Zusammenhang von Material-Bestimmung und Auslotung im Verhältnis zu sinnlich reflektierten Wahrnehmungsformen, die zu (auch sozialen) Handlungen im Raum führen und damit auch Haltung dokumentieren: geistig, sinnlich, sozial, politisch und philosophisch. Gegen die normativ gebundenen und gefesselten, einseitigen Ordnungssysteme zumeist der herrschenden Moral, die selten die Moral der Herrschenden ist, sind für sich Bild, Relief, Plastik, Installation, Architektur zudem ein Verweis auf darin zu entbergende Aktions- und Handlungs-Möglichkeiten, die auch Humor, Spott, Satire und Surrealität vertragen müssen: ein in durchschaubares, farbiges Fruchtgummi gegossener Menschenkopf wird bei Dir zur Tischlampe – verweist auf den Kopf als Ort der Einheit von substanzieller Sinneswahrnehmung und Reflektion und des Nach-denkens als Vor-denken: In der innersten Struktur der Synapsen und Transmitter voller Bewegung, außen jedoch in scheinhafter, fester Form. Augen, Ohren, Nase und Mund sind jedoch gestisch begabt und dienen der Kommunikation über visuelle und akustische Zeichen. Sinne und Denken können sich jedoch untereinander in ihren Erkenntnisformen widersprechen. In Glas und Gummi gearbeitet wird deutlich: das Gehirn, die Tischlampe, leuchtet, weil es sich in Widersprüchen und Gegensätzen – auch des Materials – bewegt. Und dies heißt auch, mit den Worten von Charles William Morris: „Überzeugendsein eines Zeichens ist nicht dasselbe wie seine Wahrheit oder Zuverlässigkeit.“ So, wie wir der Zeichen symbolisch, lieber „bolisch“, bedürfen für den sozialen Austausch, braucht Austausch eben auch Zeichen! Du hast dies bei einer unserer Aktionen sinnfällig formuliert:“ Begriffe manifestieren sich in Dingen und die sind ja aus Material geschaffen…Begriffe tauchen auf, sind da und doch nicht. Und in dem Moment fängt unser Denken an und Sprache bildet sich.“ [..]
https://medienwatch.wordpress.com/texte-diskurse-gunnar-f-gerlach/.

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Horst Janson steht das Wasser „bis zur Nase“
Mit der Serie „Der Bastian“ und als Gesicht der „Sesamstraße“ wurde er in Deutschland berühmt. Das hilft Schauspieler Horst Janson heute wenig: Er ist bankrott.

http://www.welt.de/vermischtes/prominente/article13407141/Horst-Janson-steht-das-Wasser-bis-zur-Nase.html

Gedanken zum Gebilde und Gewirke [Tee-Almanach°] Jörg Stange 1999 Athanasius Kircher (Lauschangriff) Ausstellung:  „Wildnis Wermut, Wissenschaft“ M6 (jpg = bessere Lesbarkeit anklicken)

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– Experimentelle Kunst – Berlin – Athanasius Kircher (Lauschangriff)
http://www.floraberlin.de/soundbag/index19d.htm

ATHANASIUS KIRCHER (1602 – 1680)
http://www.mjt.org/exhibits/Gkircher.html

The Renaissance Man
http://www.companysj.com/v192/renaissance.htm

Pyramids: dead and the living
http://riowang.blogspot.com/2010/05/pyramids-dead-and-living.html

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Ingres, Bildbearbeitung jst/gfok

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Geschichtsmythen: „Napoleon und Europa. Traum und Trauma“
https://medienwatch.wordpress.com/geschichtsmythen-napoleon-und-europa-traum-und-trauma/

3. Sinfonie (Beethoven)
http://de.wikipedia.org/wiki/3._Sinfonie_%28Beethoven%29

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Mein Bassetto I
Der große Universalgelehrte der Renaissance, Athanasius Kircher (1602-1680)
Athanasius Kircher (1602-1680): Chelys major – Violone
hat in seiner bedeutenden musiktheoretischen Schrift „Musurgia Universalis“ (1650) die Stimmung des Kontrabasses (Violone) mit G-D-A-E (zwei Oktaven unter der Violine) angegeben. Kircher beschrieb den Violone als das Bassinstrument der Violin-Familie, während er die sechssaitige „Chelys hexachorda“ (in QuartTerz-Stimmung) als Gamben-Bass definierte [..]
http://bit.ly/kyywEq

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»Diese globale Nase muss stimmen«
Ver.di: Kunst+Kultur = Printausgabe mit Anton Stankowski | Foto: Karl Duschek

http://www.kunstundkultur-online.de/printausgabe.html

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Autor: Elmar Kreker | 17.11.2011
Tom Sawyer und Huck Finn schippern auf der Havel
Mark Twains Abenteuer „Tom Sawyer“ spielt jetzt in Brandenburg. Mit dabei: Benno Führmann als Bösewicht und Heike Makatsch als sehr unpollyhafte Polly.
Diese Nase! Ein Gesichtserker. Ein gewaltiges, geradezu gewalttätiges Ding. Gewalttätig wie der Kerl, dem es aus dem Gesicht steht. Ein furchtbarer Kerl. Joe heißt er, Indianer Joe. Benno Fürmann im wirklichen Leben.
http://www.welt.de/kultur/kino/article13719831/Tom-Sawyer-und-Huck-Finn-schippern-auf-der-Havel.html

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Seitenstruktur, Inhalte etc. im Aufbau

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Ägyptenreise

„Schwarze Sklavinnen, zerfetzt von Tätowierungen“

Vor Langeweile metzelten sie Vögel: 1849 reiste der französische Romancier Gustave Flaubert nach Ägypten. Jetzt kommt seine Reisebeschreibung auf den Markt.

[::] Keine Spur ist hier von den weiblichen Zügen, die spätere Besucher am Sphinx von Gizeh wahrgenommen haben: „Er liegt gerade nach der aufgehenden Sonne zu, sein Kopf ist grau, die Ohren sind sehr groß und stehen ab wie bei einem Neger, sein Hals ist verwittert und dünner geworden; vor seiner Brust ist ein großes Loch im Sande, das ihn frei macht; die fehlende Nase erhöht die Ähnlichkeit, weil er dadurch stumpfnasig aussieht. Übrigens war er sicher äthiopischer Herkunft; die Lippen sind dick.“ Ulrich Baron 11-03-13:04

http://www.welt.de/kultur/history/article13912294/Schwarze-Sklavinnen-zerfetzt-von-Taetowierungen.html

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Gustave Flaubert

Leidenschaft und Tugend

Philosophische Erzählung

Thou canst not speak of that thou dost not feel.

Shakespeare, Romeo und Julia, III. Akt.

[::] Oh, ~~

Ich bin eine Darmsaftmaschine

Was ist denn die Gleichheit anderes als die Verneinung aller Freiheiten, alles Höheren und der Natur selbst? Die Gleichheit ist die Sklaverei. Gustave Flaubert 1821-1880

[::] Der Aktualkonflikt zum Zeitpunkt von Flauberts Brief (für den Orientfreund Flaubert — mit der oftbekundeten Neigung, sich Sklaven zu halten — von besonderem Interesse) bestand darin, daß Guizot die Entente Cordiale arg strapazierte, indem er die londoner Übereinkunft zur Unterdrückung des Sklavenhandels, die England das (im übrigen wechselseitige) Recht eingeräumt hätte, französische Handelsschiffe zu kontrollieren, nicht unterzeichnete.

http://www.salmoxisbote.de/Bote33/Flaubert.htm

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Nicht alles ist dumm

Hans-Horst Henschens Übersetzung von Flauberts „Universalenzyklopädie der menschlichen Dummheit

[::] Viele Zitate aus dem Werk de Maistres sind in der Tat geeignet, Befremden hervorzurufen. Doch zuweilen hilft Flaubert nach, so z. B. wenn er unter dem Stichwort „Moral. Lob der Sklaverei“ notiert: „Rechte Ordnung wird erst herrschen, wenn die Sklaverei oder die Religion wieder eingeführt sind.“ Der ursprüngliche Kontext ist differenzierter: Es geht um das von katholischer Seite häufig vorgetragene Argument, das Christentum habe die Sklaverei abgeschafft. „Überall da“, so de Maistre, „wo eine andere Religion herrscht als die unsere, ist die Sklaverei rechtens, und überall da, wo diese Religion sich abschwächt, wird die Nation, im genau entsprechenden Verhältnis, immer weniger für die allgemeine Freiheit tauglich. Wir haben gerade gesehen, dass der Sozialstaat bis in seine Grundfesten erschüttert ist, weil es zu viel Freiheit in Europa und nicht genug Religion gab. Es gibt noch andere Erschütterungen, und die rechte Ordnung wird erst dauerhaft wiederhergestellt sein, wenn die Sklaverei oder die Religion wieder aufgerichtet ist.“ Gewiss, das klingt in liberalen Ohren unerfreulich; doch es ist ein Lob der Kirche, nicht der Sklaverei und wird zur Dummheit erst durch grobe Verkürzung.

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=8053

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Written by medienwatch & metainfo

Juni 3, 2011 um 07:34

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