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Degas: Chronist der Großstadt | „Vorlagen, weiter nichts.“

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Chronist der Großstadt

Vor 175 Jahren wurde der Maler und Zeichner Edgar Degas geboren

Deutschlandradio-Kultur | Von Björn Stüben

Edgar Degas fand die Motive für seine Werke im Alltag der Menschen in der Großstadt. In Momentaufnahmen, die wie durch das Kameraauge eines Fotografen beobachtet wirken, hielt er Tänzerinnen fest, die Gestrandeten von Paris und die feine Gesellschaft der Stadt. Heute vor 175 Jahren wurde Edgar Degas geboren.

Kritiker sahen in ihnen „Geisteskranke“ oder „Kunstkaspern“, die offenbar auf ihren Leinwänden lediglich „Impressionen“ der Natur abbilden wollten. Degas wurde zu einem der führenden Köpfe der Gruppe der Impressionisten. Doch die Natur interessierte ihn wenig. Max Liebermann, der 1899 eine erste Abhandlung über seinen französischen Kollegen verfasste:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kalenderblatt/999845/

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Edgar Degas. Intimität und Pose

6. Februar bis 3. Mai 2009
Hubertus-Wald-Forum

Zeitlebens schuf der französische Impressionist Edgar Degas (1834-1917) neben seinen bekannten Pastellen und Gemälden auch zahlreiche Plastiken, die er jedoch der breiten Öffentlichkeit vorenthielt. Erst kurz nach seinem Tod konnten die Tänzerinnen, Badenden und Rennpferde, die er aus Wachs modelliert hatte, gesichert und 1919 in Bronze gegossen werden. Die Ausstellung Intimität und Pose zeigt den kompletten Bestand der 73 Originalabgüsse. Zu seinen Lebzeiten hatte Degas nur eine der Wachsfiguren präsentiert: Die Kleine Tänzerin von 14 Jahren erregte 1881 auf der sechsten Impressionisten-Ausstellung mit ihrem ungewöhnlichen Naturalismus großes Aufsehen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Degas’ einzigartige Perspektive auf den weiblichen Körper. Denn anders als viele seiner Zeitgenossen richtete der Bildhauer Degas seinen Blick nicht primär auf die inszenierte Pose, sondern auf die Körperhaltungen und Bewegungen im unbeobachteten Moment. Das Resultat seiner Arbeit sind „intime Posen“: Tänzerinnen, die Ballettpositionen proben, ihre Schuhe schnüren oder ihre Füße betrachten, und Frauen beim Kämmen oder Waschen.

Degas zeigt die Frauen vor allem hinter der Bühne und bei der Toilette und befasst sich mit der Arbeit, die sie vor dem Auftritt in der Öffentlichkeit in ihren Körper investieren müssen. Die Pflege und Disziplinierung der Körper, aber auch entspannte Momente werden so sichtbar. Diese für seine Zeit außergewöhnliche, zuweilen Betrachter und Kritiker schockierende Sicht auf den ungeschönten Körper und seine Herrichtung wird auch in der reichen Auswahl an Zeichnungen, Pastellen und Gemälden behandelt, die die Bronzeskulpturen ergänzen.

Degas hat über seine Frauendarstellungen einmal bemerkt: „Bislang ist der Akt immer in Posen dargestellt worden, die ein Publikum voraussetzen, aber diese Frauen sind ehrbare, einfache Menschen, die sich allein für ihren körperlichen Zustand interessieren. Es ist, als ob man durch ein Schlüsselloch schaut.“ Die Intimität des Augenblicks ist jedoch in seinem Werk keineswegs entblößend. Mit distanziertem Blick hält Degas vielmehr den besonderen Ausdruck der Posen fest. Der Verzicht auf die Inszenierung des Weiblichen zugunsten der Ästhetik der Skulptur und des Bildes trägt revolutionäre Züge.

Kuratoren der Ausstellung: Prof. Dr. Hubertus Gaßner und Dr. des Dorothee Gerkens

Die Ausstellung war von Oktober 2008 bis Januar 2009 in etwas kleinerem Umfang in der Fundación MAPFRE in Madrid zu sehen, wo sie von Pablo Jiménez Burillo kuratiert wurde.

Die Skulpturen sind Leihgaben des Museu de Arte de São Paulo Assis Chateaubriand, São Paulo, Brasilien.

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | Foto: Degas Hängung in der Wandelhalle, Hbf Hamburg, Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK Archiv

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Written by medienwatch & metainfo

Juli 19, 2009 um 21:39

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