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CDU boykottiert Künstler-Projekt: Maulkorberlaß für Abgeordnete?

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„Besprechung der Grundmine“ 2005 Kaispeicher B | Foto:Tranquillium,  Grundsteinlegung im Tammschen Marine-Schifffahrtmuseum: „Andacht des Hausherrn“

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CDU boykottiert Künstler-Projekt: Maulkorberlaß für Abgeordnete?

Sind die CDU Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft, ab sofort angewiesen, keine weiteren Gespräche mit KünstlerInnen und Wissenschaftlern, über das geplante Tamm Museum zu führen?

„121 Künstler übernehmen Patenschaften für 121 Abgeordnete“

Die CDU Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft werden offensichtlich angewiesen keine weiteren Gespräche mit KünstlerInnen zu führen.

„Alle weiteren Anfragen nur über die Fraktion im Rathaus“, heißt es aus dem Rathaus. Kritik kam aus der eigenen Fraktion: „Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Wer hat denn noch CDU-Abgeordnete als Paten“? (…)

Die unverhohlen tendenziösen Exponate und militaristischen Inhalte, der kriegsverherrlichenden Sammlung Tamms, sind nach Beiträgen auch öffentlich rechtlicher Sender (NDR) und weiteren Medien, nun doch zu brisant?

Aufklärung der Öffentlichkeit, soll nun durch vorher abgestimmte Erklärungen unterdrückt werden? Die/der einzelne Abgeordnete steht ab sofort, bei heiklen Fragen, nicht mehr dem Bürger zur Verfügung. Das kommt eigentlich einer Entmündigung des Abgeordneten und des Bürgers gleich. Man wimmelt und wiegelt ab, und schiebt die Verantwortlichkeit anderen Gremien, mit vermeintlich mehr Kompetenzen zu. Die Zuständigkeitsfrage, entbindet nicht die Bedeutung der Stimme, die der einzelne Abgeordnete in solch gewichtigen Fragen hat. Wenn es doch um die Entscheidung über Steuergelder zu Gunsten einer Privatperson geht. Zumal es eine öffentliche Diskussion zum Museum nicht gegeben hat. So wurde das Museum kurz vor der Auflösung der Bürgerschaft 2003 durchgepeitscht. In Anbetracht der öffentlichen Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro ein merkwürdiges Unterfangen. Zumal die Stadt kein Mitspracherecht hat, was den Inhalt oder auch die Präsentation des Tammschen Militarismus und nun des Tammschen Stiftungsbesitzes betrifft.
Das ist in der Museumsgeschichte der Freien und Hansestadt ein Novum. Zur Zweifelhaftigkeit und militaristischen Ausrichtung der Exponate, des Sammelsuriums des Herrn Tamm, liefert die Tamm-Tamm Broschüre den dokumentarischen Beweis.

Unterbrechung der Anschrift
So Christoph Ahlhaus, Jurist und Landesgeschäftsführer der CDU, drei KünstlerInnen vom institut.was, welche ihm Fragen stellen wollten, versuchten sich um einen Termin, zur Schenkung und Besprechung des Tamm-Tamm Buches. Doch kollidierten in der Geschäftsadresse der CDU arg fremde Interessenlagen.

„Der Ahlhaus, trat cholerisch mit hochrotem Kopf, den freundlich fragebereiten Gästen entgegen“: mit „Raus hier ! sofort !!!, raus hier!!!“ -zwischen schrill und brüll aus seinem Büro. Wild gestikulierend, schnaubend: Dies geschehen im ehrwürdigen Haus der CDU am edlen Leinpfad, unter den stumpfen Augen der geistigen Väter der Partei, als Flachware an der Wand harrend – was da kommen möge? Und nun kommts zum Gipfel: Demokrat Ahlhaus erteilte den Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen vor Aug und Ohr der Sekretärin, auch noch ein christliches Hausverbot.
Tamm wirds freuen: „hast fein gemacht Ahlhaus“ komm mal vorbei bekommst ’nen feinen Orden aus der Dönitzkiste“(?)

Erst gestern, konnte einem Bericht der Bildzeitung zufolge, der geneigte Leser noch vernehmen, dass eine Austellung mit beschädigten Wahlplakaten der letzten Jahre/Jahrzehnte, vom Deichtorhallen Direktor FC Gundlach am Hühnerposten gezeigt, durch „Ahlhausens Hausblatt“ verlangt, verboten und geschlossen gehöre. Die Hemmschwelle für Aufklärungsverbote liegt bei dem Herrn doch sehr niedrig, betrachtet man die tödliche Geschichte der „entarteten Kunst“ bis zum Veitstanz des Herrn Jenninger auf Polit-Plakaten von Klaus Staeck.

Als Anmerkung zum medialen Diskurs: „Die CDU und die Kunst“, offenbaren politische Entscheidungsträger der „Christlich Demokratischen Union“, ihr Demokratieverständnis – zeigen im Umgang mit Kritik ihr zunehmend desaströses Gesicht. Geben sich im Umgang mit couragiert distanzierten Künstlern, Architekten und WissenschaftlerInnen, in Amt und Würden, geradezu der Lächerlichkeit preis. Die KIP-Aktion benötigt wohl auch Psychologen, welche im Falle einer persönlichen Begegnung beruhigend auf manche Politiker-Paten einwirken können.  [Xenion°]
Die Nerven des Herrn Ahlhaus liegen bereits blank: schon bei freundlicher Konfrontation mit noch ungestellten Fragen: wer, wann, wo, wie und WAS sie sich dabei gedacht haben, im Eifer der Dienstbarkeit am „Falschen im Falschen“…

Wie damit die „unabhängige Springer Presse“, deren langjähriger Chef Tamm war, umgehen wird wird sich zeigen. Jörg Stange | 09.09.2005

Der Autor des Beitrags war mit einer Gruppe von Künstlern und Wissenschaftlern, im Tammschen Marine Institut, an der Elbchaussee, bei einer Führung anwesend.

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https://i0.wp.com/rs.net-hh.de/UserFiles/Image/museumsminen2.jpg

Foto: steinbergrecherche.com „Tamm Schifffahrtinstitut“ (Elbseite 2005)

Tamm-Museum: Rede beim „Friedensstrahl“ am 15.06.08 „Ohne Waffen wäre der Mensch nicht überlebensfähig“

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Erlebnisbericht der KiP-Delegation vom institut.was

Wo war das Zuckerbrot? Oder die Sprache, die wir verstehen!?

Hamburg, den 09.09.2005

Nach einigen förmlichen (sehr freundlichen und höflichen) Anrufen und Mails, auf die hin wir permanent von zwei netten Vorzimmerdamen abgewimmelt wurden, starteten wir heute zu einer Radtour an die Alsterarkaden 21, um unserem Abgeordneten Christoph Ahlhaus (CDU) die Tamm-Tamm Publikation zu schenken, und ihm per Anschreiben nochmals deutlich zu machen, dass wir mit ihm sprechen möchten.

Noch guter Laune kamen wir beim „Café OLE“ gegenüber dem Rathaus an, denn dort ist das Abgeordnetenbüro von Christoph Ahlhaus. Er war nicht da, denn er ist ja auch noch Landesgeschäftsführer der CDU, und somit in der Landesgeschäftsstelle anzutreffen, wie uns der nette italienisch anmutende Café Mitarbeiter sagte.

Wir radelten also, immer noch frohen Mutes, vielleicht einen Termin abmachen zu können, zum Leinpfad 76. Schöne Villa, wir klingeln, gehen rein, stellen uns Frau Siegel-Hackbusch vor, die uns ja schon vom Telefon kennt, und sollen Platz nehmen.

So sitzen wir mit zweimal Ludwig Erhard und einmal Helmut Kohl in der Eingangshalle und warten ab. Möglicherweise können wir ja doch gleich mit ihm sprechen? Oder kommt Frau Giebel und wimmelt uns ab?

Nach einer Viertelstunde reißt dann überraschenderweise Christoph Ahlhaus die Tür auf und kommt aus seinem Büro geschossen. Ein Mitglied unserer Delegation stand zufällig gerade vor seiner Tür, erkennt ihn, setzt an ihn zu begrüßen und ihm die Hand zu geben………

Es gab kein Zuckerbrot, es gab gleich die Peitsche: Die Lautstärke tat seiner Stimmlage nicht so gut, und so überschlug sie sich unangenehm, roter Kopf, Adrenalinausstoß und Angstschweiß auf der Stirn.

Er schrie was von TERROR gegen ihn und die anderen Abgeordneten, er riss immer wieder den Arm hoch und wies uns die Tür, „RAUS! SOFORT RAUS HIER!“ Es folgte noch ein HAUSVERBOT, ach und die POLIZEI wollte er auch noch rufen.

Das war ganz und gar nicht die Sprache, die wir verstehen. Wir stammelten nur irgendwas von einer fragwürdigen Terrordefinition, und versuchten, in normalem Ton mit ihm zu reden und ihm das Buch zu überreichen. Aber Christoph Ahlhaus war schlicht und ergreifend außer sich.

Wir wissen nicht, was er während der Viertelstunde, die wir vor seinem Zimmer saßen gemacht hat. War das spontan, und weil Anti-Terror, Null-Toleranz, und gewaltsames Durchgreifen zu seiner Politik gehören, kann er einfach nicht mehr anders?

Eins ist für uns nun klar: die Sache mit Christoph Ahlhaus ist gelaufen, informieren muss man den nicht mehr; tut wohl nicht so gut die Arbeit in den Kontrollgremien für Wohnraumüberwachung, Verfassungsschutz und Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis, das ist vielleicht zu viel der Informationen.

Unsere Diagnose: Verschwörungs- und Verfolgungswahn.

Zu der Zeit, in der Christph Ahlhaus sich lächerlich machen durfte,

erreichte uns eine e-mail, die sicherlich alle cdu-Paten bekommen haben: Es gibt nun eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, die allein für die Aktion KiP zuständig sein soll.

… der offizielle Erlebnisbericht der KiP-Delegation vom institut.was

Janin Bredehöft
Anja Riese
Ulrike Peil

http://news.web-hh.de/?newsfull=1&lid=22646&rubrik=Hamburg

http://tamm-tamm.info

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Umschiffte Probleme

Zur Protestaktion „TAMM TAMM Künstler informieren Politiker“ (KiP).
Rahel Puffert
http://igkultur.at/igkultur/kulturrisse/1143541391/1143566824

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….Der Vorsitzende der Heidelberger Altstadt-CDU, Christoph Ahlhaus, der dem Vernehmen nach die Verbindungen in einem Brief aufgefordert hat, das Maisingen wieder aufzunehmen. „Viele Bürger der Stadt“, so Ahlhaus, sehen in dem braunen Spuk „ein gutes Stück liebgewonnener Heidelberger Tradition.“….
http://unimut.fsk.uni-heidelberg.de/aktuell/987691204

http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Ahlhaus

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Betr.: Christoph Ahlhaus | Spielcasino etc.
https://medienwatch.wordpress.com/2009/07/03/das-wort-vom-casinokapitalismus-abschied-vom-sozialstaat/

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Internationales Maritimes Museum
NATO-Oberbefehlshaber James G. Stavridis zu Besuch bei Tamm
http://www.lifepr.de/pressemeldungen/internationales-maritimes-museum/boxid-164568.html

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Written by medienwatch & metainfo

Mai 11, 2010 um 17:01

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