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FRISE Künstlerhaus Hamburg präsentiert: Vom Ursprung der Welten

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Die Ausstellung “Vom Ursprung der Welten” in der FRISE erlaubt einen eher privaten Einblick in das Schaffen KP Brehmers, das von (Selbst-)ironischer Distanz geprägt war und den Gestus des Künstlers zu Gunsten einer inhaltlich, politischen Botschaft abzustreifen suchte. Sie widmet sich den Hintergründen für den Werkkomplex “Seele und Gefühl eines Arbeiters”, den er auch in eine musikalische Partitur übersetzte, den (Vor-)zeichnungen zu seinen Editionen und Auflagen aus den 70ziger und den 80ziger und den Filmtagebüchern aus den 80ziger Jahren.
KP Brehmer lehrte von 1971 bis 1997 an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.

Ursprünglich sollte “Vom Ursprung der Welten” eine geplante umfangreiche Werkschau in der Kunsthalle ergänzen, die aber aus Kostengründen verschoben werden musste. Wir haben uns entschlossen die Ausstellung trotzdem zu realisieren – gewissermaßen als Vorspann. “Vom Ursprung der Welten”, ist ein Anfang im Künstlerhaus FRISE und wir freuen uns darauf, dass es in Hamburg hoffentlich bald mehr von einem Werk zu sehen gibt, dessen erstaunliche Aktualität und politische Hellsichtigkeit in den Jahren seit KP Brehmers Tod 1997 nicht verloren gegangen ist.

Die Forderung nach einer Demokratisierung der Kunst, die ihr Bewusstsein veränderndes Potential als Instrument des kritischen Widerstands begreift, hat im vergangenen Jahr in Hamburg eine Renaissance erlebt. Mit dem Untertitel “Kunst – Politik und was daran persönlich ist”, soll diese Ausstellung auch eine Verbindung zum aktuellen, (kunst-)politischen Diskurs in Hamburg herstellen. Ausgerechnet hier haben die Künstler mit ihrer Forderung “Recht auf Stadt” im vergangenen Jahr vehement politisch Stellung bezogen. Auch bei der Istanbul Biennale im vergangenen Jahr ging es unter dem Titel der :“Denn wovon lebt der Mensch”, um die politische Dimension der Kunst. Kein Zufall wohl, das die Werkgruppe “Seele und Gefühl eines Arbeiters” und andere Werke KP Brehmers dort wegweisend vertreten waren.

KP Brehmers Versuch die kommerziellen Strukturen der Kunstverwertung durch unlimitierte oder falsch deklarierte Auflagen, Andrucke und Sonderausgaben zu unterwandern, soll in dieser Ausstellung weitergeführt werden. Analog zu der Kunstpostkarten Edition von 1964/66: Serie I., in der es heißt: “Meinen Freunden in´s Poesiealbum geschreiben, nicht Eurem Kunstproduct sondern dessen Abbildung gehört die Zukunft. Werft Eure Paletten auf den Misthaufen. Laßt Eure Producte in Druckmaschinen rotieren. Die Kunstpostkarte in jedes Haus! Chagall, Beuys, Vostell über alle Mädchenbetten! (Aus den kleinen Manifest der Kunstpostkarte)… wird zu der Ausstellung im Künstlerhaus FRISE eine Edition von 12 Kunstpostkarten zu einer Werkfassung des Komplexes: “Seele und Gefühl eines Arbeiters” (undatiert) herausgegeben.

Ganz im Sinne des Erfinders lassen sich die 12 Karten im “do it yourself” Verfahren zu einem Werkblock KP Brehmers zusammenstellen. Unser Dank gilt besonders: Sebastian Brehmer, Anna Brenken, Gunnar F. Gerlach und allen, die an dieser Ausstellung mitgewirkt haben.

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Zu dem Werkkomplex “Seele und Gefühl eines Arbeiters” werden wir eine Postkarten-Edition mit einer Auflage von 50 Stück herausgeben, die 12 Karten ergeben zusammen gesetzt eine Arbeit.

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Fotos: Jörg Stange, gfok

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Eröffnungsrede Gunnar F. Gerlach (Fragment)

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«Tagebuchfilm» KP Brehmer

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.Claus Böhmler

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Super 8 Überblendung: Carl Vogel zu Besuch bei KP Brehmer in seiner Datscha in Vietze

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Oskar Schlemmer, Triadenballet

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»Tagebuchfilm« KP Brehmer, Datscha in Vietze

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«Chat Noir» KP Brehmer

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Vogel-Notation(en)

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KP Brehmer …eigendtlich bin ich Surrealist.

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KP Brehmer

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Kunst – Politik und was daran persönlich ist

KP Brehmer

Eröffnung: Mi. 3. März ab 20 Uhr _ es spricht Gunnar F. Gerlach
Ausstellung vom 3. März 2010 – 28. März 2010
Öffnungszeiten: Sa & So, 16-19 Uhr und nach Absprache
Filmabend: Mittwoch, den 10. März 20 Uhr
KP Brehmers Filmtagebücher und andere Filme, mit einer Einführung von Gunnar F. Gerlach und einem anschließenden Gespräch.
Gesprächsrunde: Mittwoch, den 24. März 20 Uhr
“Kunst und Politik und was daran persönlich ist…” Positionen des aktuellen, politischen Engagements der Künstlerinnen in Hamburg.
Eine Gesprächsrunde mit Christine Ebeling, Michel Chevalier u. a.

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Gustav Courbet: Ursprung der Welt => [::]

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Judith Hamann, Sabine Mohr, Christine Ebeling, MIchel Chevalier

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Michel Chevalier | durch anklicken lesbar

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vergrössern: anklicken

Auf der „Dadamesse“ waren Dadaisten aus Köln, Dresden, Zürich und Paris beteiligt. => [::] MoMa =>[::]


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Michel Chevalier

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.durch anklicken lesbar

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http://www.frise.de/cms/3-0-Aktuell.html

Homepage: www.kpbs.de
Kontakt: Sabine Mohr
Tel.: 040 – 45 55 (14 Uhr)

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Vortrag Gunnar F. Gerlach

[Filmabend: Mittwoch, den 10. März 20 Uhr | Teil 2]

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Weiteres BildMaterial wird eingestellt. (Vortrag Gunnar F. Gerlach in Bearbeitung)

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Weiterführende LInks:

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“Sicht-Agitation!“ = Schlüsselbilder und Bilderschlüssel + Ohne Metapher + etc.

https://medienwatch.wordpress.com/2009/05/26/sicht-agitation-schlusselbilder-und-bilderschlussel/

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Das Was ist das Schwierigste

https://medienwatch.wordpress.com/gerhard-richter-das-was-das-schwierigste-ist/

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Kritisches Denkvermögen gefordert

Von GUNNAR F. GERLACH – Er war ein politischer Künstler im besten Sinne: KP Brehmer. Dies würdigte schon die documenta 1972 in Kassel, als sie ihn im Eingangsbereich des Museums Fridericianum präsentierte – mit seiner für Furore sorgenden Arbeit „Korrektur der Nationalfarben“ (gemessen an der Vermögensverteilung):

https://medienwatch.wordpress.com/kp-brehmer-kritisches-denkvermogen-gefordert/

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https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/13/klimaabend-noroomgallery-prasentiert-arche-archive-ein-klimaabend-mit-mojib-latif-und-gunnar-gerlach/

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Richard Hamilton: Die Welt neu ordnen

[::] Im Geiste Duchamps entstanden reziproke Readymades. Wahrnehmungs-Umkehrungen und Kontext-Verschiebungen sind auch das Thema der druckgrafischen Bearbeitung. Damit wählte Hamilton Techniken, die seinen Analysen und Inhalten bis heute entsprechen. Das erklärt, warum er für Künstler Vorbildcharakter erhielt. Künstler, für die Gestaltung stets ein Synonym von Politik war, wie u. a. KP Brehmer, konnten ihre Haltungen von der Reflexionslinie Duchamp-Picabia-Hamilton-Cage ableiten. Der Eingriff in die Wahrnehmung bezieht sich dennoch mit Achtung und Selbstironie auf die Geschichte der Kunst selbst. Hamiltons Bearbeitungen des Nordirland-Konflikts bezeugen das so nachdrücklich wie seine Studien zu Velazquez’ “Las Meninas”, die er durch den analytisch-kubistischen Blick Picassos bricht und erweitert [..]

https://medienwatch.wordpress.com/2009/02/02/richard-hamilton-die-welt-neu-ordnen/

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KUNST
Deutsche Werte | Spiegel  21.06.1971
Der Berliner Graphiker KP Brehmer, der mit seiner Kunst eine „Visualisierung politischer Prozesse“ anstrebt, wird erstmals in einer großen Einzelausstellung vorgestellt:

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Herbert Marcuse (1955)

dradio-Wissen = Hör-Bar/Hör-Saal:

»Gleichgültigkeit der Kultur«

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arte-tv | foto: jst-gfg gfok

Montag, 12. April 2010 um 23.40 Uhr

Wiederholungen:
15.04.2010 um 04:25

Der Ursprung der Welt

ARTE F
Regie: Jean-Paul Fargier

Die Dokumentation erzählt, wie eines der geheimnisvollsten Werke der westlichen Kunst entstand, verschwand und wieder auftauchte.

1866 malte Gustave Courbet das „nackteste Nacktbild“ der Kunstgeschichte, den Schoß einer Frau. Der detailliert dargestellte Torso einer liegenden Frau, die weibliche Genitalregion im Zentrum des Bildes schockierte den Kunstbetrieb bis ins Mark, ein solch obszönes Manifest eines schonungslosen Realismus hätte man selbst dem realistischen Großmeister Courbet nicht zugetraut. Folgerichtig verschwand das Bild für lange Jahre vor den Augen der Öffentlichkeit. 1995 wurde es in die Sammlung des Pariser Musée d’Orsay aufgenommen, und auch wenn es nicht mehr in dem Maße schockiert, es provoziert nach wie vor.
http://www.arte.tv/de/programm/242,dayPeriod=evening.html#anchor_3111160

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arte-tv | foto: jst-gfg gfok

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Montag, 12. April 2010 um 00.10 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen

Gustave Courbet, die Ursprünge seiner Welt

(Frankreich, 2007, 52mn)
ARTE F
Regie: Romain Goupil
Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Diese Dokumentation spannt den Bogen von Courbets großem Genrebild „Ein Begräbnis in Ornans“ bis zu seinem wohl bekanntesten Gemälde „Der Ursprung der Welt“. Sie beleuchtet die Auseinandersetzungen mit seinen Feinden und Neidern ebenso wie sein Engagement in der Pariser Kommune. Dabei stellt das filmische Porträt den „Maler des Wahren“ in den Mittelpunkt, den Künstler, der mit den ästhetischen Regeln seiner Epoche brach und die Kunst von der ihr zugewiesenen Rolle freimachte.

Schritt für Schritt zeichnet diese Dokumentation über den französischen Maler Gustave Courbet dessen Hinwendung zur realistischen Darstellung nach. Sie versucht das Wesen seiner Malerei zu erfassen, indem sie in einzelnen Werken inhaltlichen wie materiellen Details nachspürt. Sie sucht die Orte auf, die Courbet prägten, und verdeutlicht parallele Entwicklungen in der bildlichen Darstellung wie Daguerreotypie und Fotografie. Ähnlich wie der Maler, der mit diesen Verfahren zu jonglieren wusste, seine Modelle fotografierte und seine Gemälde serienweise reproduzierte, benutzt Filmemacher Romain Goupil Karikaturen und Stiche, die Courbet als Figur des öffentlichen Lebens zeigen.
Wie ein roter Faden zieht sich eine Stimme aus dem Off durch den Film, die Zitate aus Courbets zahlreicher Korrespondenz liest. Darin verleiht er immer wieder seinen Zweifeln und Schwierigkeiten Ausdruck, erläutert seinen künstlerischen Standpunkt, fordert und beklagt sich, äußert seine Hoffnungen und rühmt sich seiner Erfolge.
Eine zweite Stimme kommentiert Courbets kunst- und gesellschaftskritische Positionen. Zwar nimmt der heutige Betrachter den bilderstürmerischen Elan des Malers kaum noch wahr. Doch Courbet brach mit den künstlerischen Konventionen, indem er sich ihrer ebenso gekonnt, wie ironisch bediente. Damit befreite er die Kunst von der ihr zugewiesenen Rolle. Auch die Geschichte des aufsehenerregenden Bildes „Der Ursprung der Welt“, die Polemik um dieses Gemälde und sein Schicksal werden behandelt. Darüber hinaus geht es um Courbets Engagement in der Pariser Kommune und die anschließenden juristischen Konsequenzen.
Eine dritte Off-Stimme macht sich zum Sprachrohr der Angriffe, denen der Maler ausgesetzt war. Von seiner Ankunft in Paris bis zu seinem Tod war er immer wieder Zielscheibe heftiger Anfeindungen. Diese Tatsache weist indirekt auf die Tragweite der von Courbet bewirkten Veränderungen in der Malerei hin.

Das Künstlerporträt verknüpft zwei Ebenen: zum einen die visuelle mit Gemälden, zeitgenössischen Fotografien, Selbstporträts, Karikaturen und Bildern der von Courbet gemalten Orte und zum anderen die klangliche Ebene mit Courbets Briefen, seinen theoretischen Positionen und den Argumenten seiner Kritiker.
http://www.arte.tv/de/programm/242,day=3,dayPeriod=night,week=15,year=2010.html

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arte-tv | foto: jst-gfg gfok

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FSK-Radio zum Thema | 23.07.2010

„Diktatur und Krieg haben den künstlerischen Aktivismus in Mitteleuropa, wie er mit dem Dadaismus begann, vernichtet.

Durch den Strom des Exils verschob er sich auf den amerikanischen Kontinent.
Dieser Band beleuchtet den Avantgardismus im frühen 20. Jahrhundert anhand der Fotografie, des Tanzes, surrealistischer Gruppierungen etc., um sich dann dessen Weiterentwicklungen bis in die jüngste Vergangenheit zuzuwenden.
Die Beiträger/-innen, darunter Theoretiker und Künstlerinnen aus New York, lassen die kulturellen Differenzen zwischen Europa und den USA verstehbar werden und zeigen, dass Avantgarde und politischer Aktivismus aufs Engste zusammengehören.

Lutz Hieber ist Professor für Kultursoziologie an der Leibniz Universität Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kultursoziologie, Soziale Bewegungen, Soziologische Theorie und Queer Theory.“

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1. Teil des Interviews (Hauptteil) Download Anhören
Länge 46:57 Minuten
Name/Größe 20100723-quotavantg-35201.mp3 / 44024 kB
Dateiformat MPEG-1 Layer 3, 128 kbit/s, Stereo, (44100 kHz)
Datum 23.07.2010/17:07

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2. Teil des Interviews  Download = http://www.freie-radios.net/mp3/20100723-quotavantg-35202.mp3

http://www.freie-radios.net/35201

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de

Bilder + Exponate von Anna Brenken, Sebastian Brehmer | Fotos/Videos+Ei-gif.Animation: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach gfok [aktive archive] Brehmer 1978  Filmtagebuch (4 Jahre)

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Februar 25, 2010 at 16:24

Finanzkrise: China und USA sitzen im gleichen Boot

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US-Außenministerin in Peking

China und USA sitzen im gleichen Boot

von Andreas Landwehr

Hillary Clinton schlägt neue Töne an: Nie zuvor sind bei einem Besuch einer US-Außenministerin in China wohl so viele Freundlichkeiten ausgetauscht worden. Die beiden Ländern suchen in Zeiten der Krise demonstrativ den Schulterschluss (…)

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ftd.de/politik/international/:USAin-Peking-China-und-USA-sitzen-im-gleichen-Boot

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Februar 21, 2009 at 15:38

Verstaatlichung zur Deckung von Spekulationsschulden

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HRE: 1 Billion Schulden sollen mit Steuergeldern ausgeglichen werden

meta-info.de | Die Hypo Real Estate hat nach neuesten Meldungen Schulden in Höhe von mehr als einer Billion Euro durch Derivatgeschäfte aufgehäuft. Durch die geplante Verstaatlichung sollen diese Schulden dem Gemeinwesen übertragen werden. In den vergangenen Tagen rollte bereits eine Kampagne durch alle großen deutschen Medien mit Artikeln, die vehement für die Rettung der HRE durch Verstaatlichung eintraten. Der nächste große Schritt zur Ausplünderung des Steuerbürgers wird aktuell mit komplexen Manövern, publizistischen Nebelkerzen und genereller Täuschung der Öffentlichkeit vorbereitet.

Die Kredite der HRE wurden für den Kauf von inzwischen wertlosen Derivaten eingesetzt. Aufgenommen wurden sie vermutlich überwiegend insbesondere bei dern Deutschen Bank, die die Derivate der HRE verkaufte. Nach den aktuellen Meldungen handelte es sich hier um neuere Geschäfte, die vom im vergangenen Herbst eingesetzten Chef der HRE, dem Deutsche Bank-Manager Axel Wieandt zu verantworten sind. Der CDU-Politiker Fromme, Mitglied im Kontrollgremium der SoFFin, erklärte „Wir stecken in höllischen Verträgen“. Naheliegend ist, dass auch der frühere SoFFin-Chef Merle und möglicherweise Wirtschaftsminister Glos vor diesem Hintergrund zurücktraten.

Weiterhin verharren Bürger und politische Opposition in Deutschland in der Schockstarre und blicken wie das Kaninchen auf die Schlange der sich in immer unüberschaubareren Dimensionen der Finanzkrise mit der Hoffnung, dass Merkel und Steinbrück als „Krisenmanager“ ihren Auftrag erfüllen.
Nicht gefasst sind sie bisher auf die Tatsache, dass diese „Krisenmanger“ weder in der Lage noch willens sind, angemessen auf die Krise zu reagieren.
Stattdessen zeichnet sich mit zunehmender Deutlichkeit als Kern ihrer Bemühungen der Versuch ab, das bestehende bankrotte System mit Milliarden aus den Mitteln des Gemeinwesens über Wasser zu halten und der Elite, der sie sich verbunden fühlen, den nötigen Zeitgewinn zu verschaffen, damit diese ihre Vermögen auf Kosten des Steuerbürgers in sichere Gewässer schleusen kann.

Immer deutlicher wird, dass am Ende dieser Bemühungen der Bankrott des Gemeinwesens stehen wird, das vorher geplündert wird zugunsten derer, die es noch dominieren.
Die entsprechend einem internen 17-seitigen Papier der EU bekannt gewordene Zahl von 18,1 Billionen Euro Abschreibungsbedarf europäischer Banken aufgrund fauler Papiere macht deutlich, dass die Ablösung dieser Papiere durch den Staat / die Haushalte der EU-Staaten zu deren Zahlungsunfähiglkeit führen wird.
Auf den Finanzmärkten schlägt sich diese Perspektive bereits nieder, wie der einbrechende Kurs des Euro belegt.
Die Bemühungen, die großen Banken über Wasser zu halten, verschlingen die letzten verfügbaren Reserven des Gemeinwesens. Auch Staatsanleihen, die früher als stabiles, unerschütterliches finanzielles Fundament galten, werden inzwischen mit Skepsis betrachtet und finden nur noch wenige Abnehmer.

Albrecht Müller, früher Berater Willy Brandts und Planungschef des Kanzleramts, erkennt in den Vorgängen der finanziellen Elite im Verbund mit der Bundesregierung ein betrügerisches Vorgehen gegenüber dem Gemeinwesen. Anstelle der notwendigen Neuordnung des Finanzsystems, einer Regulierung der Banken, Verbot von Geschäften mit Steueroasen und unüberschaubaren Finanzinstrumenten erfolgt stattdessen der Zugriff auf die öffentlichen Kassen zur Begleichung der Wettschulden spekulierender Banker, der Versuch einer Reparatur des globalen Spielkasinos.
Gleichzeitig werden hierfür die großen Medien eingespannt, die diese Massnahmen der Finanzpolitik, die Versuche, bodenlose Fässer mit Steuergeld zu füllen, gutheissen und als vernünftig absegnen.

Nur vergleichsweise selten werden sriöse Massnahmen diskutiert, wie die vom US-Ökonomen Galbraith vorgeschlagene Insolvenz der großen Banken, verbunden mit der Sicherung der Spareinlagen, Austausch des Managements aber ohne die Übernahme der immensen Schuldenlasten durch die Öffentlichkeit.

Das französische Wirtschaftsforschungsinstitut, das seit einem Vierteljahrhundert Prognosen für Wirtschaft und Politik erstellt und dabei im Jahr 2006 die aktuelle Krise ankündigte, erwartet nun für den wahrscheinlichen Fall, dass die gegenwärtige Politik fortgesetzt wird, für den Herbst des Jahres den Zerfall der öffentlichen Ordnung nach dem vorausgegangenen Zusammenbruch der Strukturen des Systems und der Zahlungsunfähigkeit der großen Industriestaaten. gw

http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Kredite-ueber-eine-Billion-Euro
http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/finanzen/421/459067/text/
http://www.telegraph.co.uk/finance/financetopics/financialcrisis/4590512/European-banks-
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3730
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,596717,00.html
http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3743
www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29006/1.html
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3722
http://www.meta-info.de/?lid=32944

http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/banksandfinance

http://www.fxstreet.com/news/forex-news/article.aspx?StoryId=4ab9df5f
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de

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Februar 20, 2009 at 16:02

FAZ | Geld und Sinn: Die Krise hat erst begonnen

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Geld und Sinn

Die Krise hat erst begonnen

Von Nils Minkmar

Island schickt seine Regierung nach Hause


faz.net | Am Donnerstagabend war Nicolas Sarkozy an der Reihe, live aus dem Elyséepalast. Er beruhigte. Er drohte. Er versprach, „alle zu beschützen“. Er ratterte Zahlen herunter wie ein Manager und beschrieb Einzelschicksale wie ein Geistlicher. Einmal, er hatte gleichzeitig die Abschaffung der Gewerbesteuer und die Erhöhung der Zuschüsse für Minijobs versprochen, knurrte er einen skeptisch murmelnden Journalisten an: „Wollen Sie mir mitteilen, mein Beruf sei nicht einfach? Danke, das wusste ich schon.“ Doch Sarkozy hatte am Donnerstag ebenso wenig einen Plan wie am Mittwoch oder heute. Die Krise frisst sich mit nicht nachlassender Geschwindigkeit in die Fundamente der Gesellschaft, die Arbeitslosigkeit steigt, weitere Demos sind angekündigt. Sein historischer Auftritt hat sich längst versendet (…)

Gefahr kommender sozialer Krisen

Unsere Milliarden, die diversen Pakete, Schirme und Spritzen hätten die Krise längst beeindrucken müssen. Aber Pustekuchen. „Fast täglich“, schreibt Nobelpreisträger Paul Krugman über die dilettierenden Politiker, „kramen sie eine neue Fahne hervor, die sie den Mast emporziehen, um zu testen, ob jemand salutiert.“ Nichts passiert (…)

Politiker haben diese Krise nicht angezettelt und keinen Plan, sie zu stoppen. Alle anderen schauen zu, geduldig und nett, wie wir postmodernen Menschen heute sind. Es ist viel zu ruhig (…)

http://www.faz.net

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Hypo Real Estate

Kredite über eine Billion Euro müssen laufend refinanziert werden

Die Lage bei Hypo Real Estate ist nach Angaben von Finanzexperten des Bundestages noch weitaus dramatischer als bisher angenommen: Der Münchener Finanzkonzern hat knapp eine Billion Euro verliehen.

http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Kredite-ueber-eine-Billion-Euro-

http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Kredite-ueber-eine-Billion-Euro
http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/finanzen/421/459067/text/
http://www.telegraph.co.uk/finance/financetopics/financialcrisis/4590512/European-banks-
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3730
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,596717,00.html
http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3743
www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29006/1.html
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3722
http://www.meta-info.de/?lid=32944

http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/banksandfinance

http://www.fxstreet.com/news/forex-news/article.aspx?StoryId=4ab9df5f
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc

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Februar 19, 2009 at 17:36

Le Monde + Taz : Philosoph Badiou = Das Reale dieses Krisenspektakels

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KP Brehmer | 1970 »Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung« Foto: jst|08 Museum-Fridericianum Kassel: Ktlg. 1998, Schwarz = Mittelstand | Rot = restl. Haushalte | Gold = Grosskapital

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„Totaler Bruch mit dem Kapital-Parlamentarismus, nah am Realen der Völker erfundene Politik, Souveränität der Idee: alles ist da, das uns vom Krisenfilm freimacht und uns der Fusion lebendigen Denkens und organisierter Aktion übergibt“

Das Reale dieses Krisenspektakels

Der französische Philosoph Alain Badiou polemisiert gegen die Moral des Kapitalismus: Manager müssten sich wie „Raubtiere“ benehmen, die jetzige Ordnung basiere auf „Banditentum“. VON ALAIN BADIOU

Der Kapitalismus-Kreuzer versinkt: Spektakel oder Wirklichkeit?

So wie man sie uns präsentiert, ähnelt die globale Finanzkrise einem dieser schlechten stereotypen Filme, der von der Erfolgsfabrik ausgeheckt wurde, die man heute das „Kino“ nennt. Nichts fehlt, inklusive der überraschenden Wendungen, die für Angst und Schrecken sorgen: Unmöglich ist es, den Schwarzen Freitag aufzuhalten , alles bricht zusammen, alles wird zusammenbrechen? Aber die Hoffnung bleibt. Im Vordergrund, verstört und zusammengedrängt wie in einem Katastrophenfilm, die Schar der Mächtigen, die Feuerwehrmänner des Finanzbrands – Sarkozy, Paulson, Merkel, Brown, Trichet und andere -, die tausende Milliarden in das Loch stecken. „Rettet die Banken!“ Dieser edle, humanistische und demokratische Ruf schallt aus der Brust jedes Politikers und Journalisten. Ein Happy End, ich glaube und fühle es, ist für die direkten Akteure des Films, das heißt für die Reichen, ihre Dienerschaft, ihre Parasiten, für diejenigen, die sie beneiden, und für diejenigen, die sie beweihräuchern, sowohl in Anbetracht der Welt als auch der Politiken, die sich in ihr entfalten, unausweichlich.
Wenden wir uns vielmehr den Zuschauern dieser Show zu, der sprachlosen Masse, die das Halali der in Bedrängnis geratenen Banken wie einen weit entfernten Lärm vernimmt, die von den wirklich ermüdenden Wochenenden der kleinen glorreichen Truppe der Regierungschefs eine bloße Ahnung hat. Sie sieht die astronomischen und unverständlichen Summen an sich vorbeiziehen und vergleicht sie automatisch mit den eigenen Ressourcen, oder sogar, bei einem sehr beachtlichen Teil der Menschheit, mit der eindeutigen Nichtressource, die den bitteren und zugleich tapferen Boden ihres Lebens ausmacht. Ich behaupte, dass dort das Reale ist und dass wir zu ihm nur Zugang haben werden, wenn wir uns von der Leinwand des Spektakels abwenden, um die Masse jener zu berücksichtigen, für die der Katastrophenfilm samt seinem kitschigen Ausgang (Sarkozy küsst Merkel und alle Welt weint vor Glück) niemals etwas anderes als ein Schattenspiel war. (…)
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Bitte LInk benutzen

http://www.taz.de/1/archiv/dossier-finanzkrise

Aus dem Französischen von Frank Ruda.

Der Text erschien ursprünglich in der Tageszeitung „Le Monde“.

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medienwatch.wordpress.com | Gesellschaft für operative Kunst (gfok)

Written by medienwatch & metainfo

Dezember 31, 2008 at 09:41