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Die Chancen gegen das Vertraute: Zum Denken der Philosophin Simone Weil

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Simone Weil glaubte an die Notwendigkeit, die Arbeit von Unterdrückung zu befreien.

Die Chancen gegen das Vertraute

Zum Denken der Philosophin Simone Weil

Von Judith Klein

Den Menschen immer wieder neu zu lesen, im Bewusstsein, dass er vielleicht völlig anders ist – dies ist das philosophische Credo von Simone Weil, die vor hundert Jahren geboren wurde. Sie befasste sich mit Fragen der religiösen Mystik und schrieb Texte zur politischen Aktion und zur Aktualisierung der Antike.

Unter dem Titel „Die Chancen gegen das Vertraute“ erinnert Judith Klein an Simone Weil, die 1943 nach aktiver Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg und in der Résistance-Bewegung starb.

Judith Klein lehrte Romanistik, Sozialwissenschaften und Judaistik an den Universitäten Marburg, Poitiers in Frankreich, Heidelberg und Paris. Seit 1998 ist sie freie Publizistin und Übersetzerin.

Die Chancen gegen das Vertraute

Zum Denken der Philosophin Simone Weil

„Ständig zu der Annahme bereit sein, dass ein anderer etwas anderes ist als das, was man in ihm liest, wenn er zugegen ist (oder wenn man an ihn denkt). Oder vielmehr: in ihm auch (und ständig) lesen, dass er gewiss etwas anderes, vielleicht etwas völlig anderes ist als das, was man in ihm liest. (…) Jedes Wesen ist ein stummer Schrei danach, anders gelesen zu werden.“ (…)

Dabei hatte Simone Weil entdeckt, dass Unterdrückung von einem bestimmten Punkt an „nicht Revolte, sondern Unterwerfung hervorruft“:

„Man ist allein mit seiner Arbeit, man könnte nur gegen sie rebellieren – oder mit Ärger arbeiten, das hieße schlecht arbeiten, folglich hungern. (…) Das Erwachen des Denkens ist schmerzhaft. (…) Ich hätte daran zerbrechen können. Es kam beinahe so weit. (…) In Angst erhob ich mich morgens, mit Furcht ging ich in die Fabrik. Ich arbeitete wie eine Sklavin; die Mittagspause war ein zerreißender Schmerz (…). Eine offenkundig unerbittliche und unbezwingbare Unterdrückung bringt als unmittelbare Reaktion keine Revolte hervor, sondern Unterwerfung.“

hier bitte weiterlesen =

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/911617/

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