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Archive for the ‘Operativer Journalismus’ Category

ARD Sportschau transportiert über Kinder „nationalistische Kakophonie“ zur Fussball WM

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Neonationalismus aus dem Braunkammergut als FWM-Feldversuch?

ARD Sportschau transportiert über inszenierten Singsang, instrumentalisierter 10-12 jähriger Kinder, „nationalistische Kakophonie“ zur WM aus Sinsheim: „Steht auf wenn ihr Deutsche seid -steht auf wenn ihr Deutschland seid“

Wer zeichnet denn hier verantwortlich? Wer die Kids dazu missbrauchte bleibt ungenannt. Erst gestern war in der Anmoderation im ZDF zu hören: „Das muss für Klose wie ein innerer Reichsparteitag gewesen sein“.

Der Sprechchor: „Steht auf, wenn ihr für Deutschland seid“ wird leider gelegentlich in ein fruchtbar-nationalistisches „Steht auf, wenn ihr Deutsche seid“ verdreht, das unsere Fans aus aller Welt ausschließt. Wichtig ist daher die klare Betonung des „ihr für Deutschland“. Alternativ: „Olé, Olé, Olé, Olé“ oder „So ein Tag. so wunderschön…“

http://direkteaktion.over-blog.de/article-wm-ohne-nationalismus-51761198.html

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„Bündnis für Toleranz“ gegen vermehrte Nazipräsens im Raum Sinsheim

Sinsheim hat ein Naziproblem. Und zwar ein Naziproblem, das laut verschiedener linker Gruppierungen der Öffentlichkeit unbekannt ist oder von ihr ignoriert wird.

Dies war neben einer Kundgebung der NPD in Sinsheim am Freitag, dem 12. März und vermehrten Angriffen von Neonazis auf Linksextreme der Grund, warum sich am vergangenen Donnerstag Mitglieder verschiedener linker Vereinigungen trafen, um dieses Problem zu bekämpfen.

Angehörige der Jusos Sinsheim, der Linken, des DGB, der IGMetall, der AIKO sowie des Bündnis 90/Die Grünen und auch der evangelischen Kirche waren am Abend im Büro der IGMetall in Sinsheim zusammengekommen, um das „Bündnis für Toleranz“ zu gründen.

Dieses Bündnis setzt sich ein gegen Faschismus, Rassismus und Intoleranz. Anfangs kam es zu einer Diskussion über das vermehrte Auftreten von nationalsozialistisch motivierten Gruppierungen in und um Sinsheim.

Hierbei wurde darauf hingewiesen, die Bürger, vor allem Migranten, über angekündigte Kundgebungen von NPD oder anderen Vereinigungen der rechten Szene zu informieren, um sie zu schützen.

Es wurde weiter bemerkt, dass auch durch 1899 Hoffenheim und einige rechte Fanclubs die Nazipräsens in Sinsheim gestiegen sei. Außerdem wurde das Ordnungsamt Sinsheim in der Hinsicht kritisiert, dass es die Erlaubnis für einen Aufmarsch der Nazis gegeben hatte.

Laut den Mitgliedern des Bündnisses für Toleranz würden rechte Aktivisten immer wieder Aktionen in Sinsheim planen, wenn es einmal erlaubt sei. Da es nötig sei, dies zu verhindern, wurde der Monat Mai zum Aktionsmonat ernannt.

Die erste offizielle Veranstaltung ist für den achten Mai, den Befreiungstag, festgesetzt. Es ist ein Fest der Freiheit geplant:

http://www.buendnis-fuer-toleranz-sinsheim.de/index.php/home/aktuelles/2-mitteilungen/7-erstes-treffen-und-gruendung-qbuendnis-fuer-toleranzq

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DFB-Team begeistert Sinsheimer Kids

Die Sinsheimer Nachwuchsfußballer sind begeistert vom ersten Auftritt der deutschen Nationalmannschaft. Paula, Loris, Lothar, Marcel, Janick, Maxi, Clemens und ihre Freunde, drücken Klose & Co auch für das Spiel gegen Serbien die Daumen:

ARD Sportschau Video Sinsheimer Kids: Entweder ist aufgrund der hohen Zugriffsrate das Video nicht erreichbar oder der Clip wurde aufgrund von Protesten abgeschaltet?
http://www.sportschau.de/sp/layout/jsp/komponente/mediaseite/index.jsp?fifawm2010=true&fifawm2010=true&fifawm2010=true&datum=2010-06-14&sw=FIFA-WM-2010

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Dieser LInk funktioniert noch:

http://www.sportschau.de/sp/layout/jsp/komponente/mediaseite/index.jsp?fifawm2010=true&fifawm2010=true&datum=2010-06-14&id=99510#mbContent

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PRESSE  | MITTEILUNG

Ultimate Fighting – BLM-Fernsehausschuss beschließt: DSF muss Programm ändern

Der Fernsehausschuss der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat in seiner Sitzung am 18. März 2010 die Genehmigung für die Formate „The Ultimate Fighter“, „UFC Unleashed“ und „UFC Fight Night“ im Programm des Deutschen SportFernsehens (DSF) aufgehoben. Die drei Formate müssen durch andere, genehmigungsfähige Programminhalte ersetzt werden. Der Beschluss soll in Absprache mit dem Anbieter schnellstmöglich umgesetzt werden.

Die drei Formate werden seit März 2009 im Programm des Deutschen SportFernsehen jeweils samstags zwischen 23:00 und 06:00 Uhr ausgestrahlt.

Der Fernsehausschuss hält die genannten Formate durch die Massivität der gezeigten Gewalt für nicht akzeptabel. Die darin stattfindenden Tabubrüche, wie das Einschlagen auf einen am Boden liegenden Gegner, widersprechen dem Leitbild eines öffentlich-rechtlich getragenen Rundfunks nach Art. 111a der Bayerischen Verfassung, in dem u.a. gegenseitige Achtung (Art. 111a Abs.1 Satz 5) und das Verbot der Verherrlichung von Gewalt (Art. 111a Abs. 1 Satz 6) vorgegeben sind.

Zuständig für die Programmentscheidung ist der Medienrat oder ein nach der Geschäftsordnung des Medienrats zuständiger Ausschuss. Im Medienrat wirken die bedeutsamen politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Gruppen mit, wie von Art. 111a Abs. 2 Satz 2 der Bayerischen Verfassung für Rundfunk und in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft vorgeschrieben:
http://www.blm.de/de/pub/aktuelles/pressemitteilungen.cfm?eventPress=press.DisplayDetail&pressrelease_ID=1484

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Interview mit dem Soziologie Prof. Vinnai
Es geht wieder los. Seit dem 11. Juni ist wieder WM. Straßenzüge und Autos sind beflaggt, die Leinwände für das Public Viewing aufgestellt, all dies lässt schlimmes erahnen – und Kritik findet sich leider nur vereinzelt statt. Um dennoch ein kleines Licht der Aufklärung erstrahlen zu lassen haben wir mit Professor Vinnai gesprochen. Bis 2005 war Herr Vinnai Professor für analytische Sozialpsychologie an der Universität Bremen. 1970 veröffentlichte er sein Buch „Fussballsport als Ideologie“. Auch danach hat er sich kritisch mit dem Fussball auseinandergesetzt.
Der Beitrag beruht auf einem Interview.

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=34598

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Wissen, was Klose fühlt #

Innerer Reichsparteitag bei Müller-Hohenstein

Katrin Müller-Hohenstein gerät in der Halbzeitpause des Spiels Deutschland gegen Australien zu stark in Verzückung. Für Miroslav Klose sei sein Tor „ein innerer Reichsparteitag“ gewesen, plappert die ZDF-Moderatorin. Und wie reagiert Oliver Kahn?
http://www.tagesspiegel.de/sport/fussball-wm2010/innerer-reichsparteitag-bei-mueller-hohenstein/1858658.html

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ZDF, WM und Müller-Hohenstein Der „innere Reichsparteitag“ der Netzgemeinde

14.06.2010, 13:38
Ein Kommentar von Lars Langenau

Für ZDF-Moderatorin Müller-Hohenstein war Kloses Tor gegen Australien ein „innerer Reichsparteitag“. Im Netz gab es Proteste – doch die Kirche sollte im Dorf bleiben:
[..] ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz – der Satz sei „eine sprachliche Entgleisung im Eifer der Halbzeitpause“, die „nicht wieder vorkommen“ werde [..]
http://www.sueddeutsche.de/sport/zdf-wm-und-mueller-hohenstein-der-innere-reichsparteitag-der-netzgemeinde-1.958922

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Montag, 14. Juni 2010

Kloses „innerer Reichsparteitag“ ZDF entschuldigt sich

In die Euphorie über das 4:0 zum WM-Auftakt über Australien mischt sich Unmut über ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. Die stellt in ihrer Halbzeitanalyse fest, für Miroslov Klose sei sein Tor „ein innerer Reichsparteitag“ gewesen. Das ZDF spricht von einer bedauerlichen „Entgleisung“:

http://www.n-tv.de/sport/FussballWM/Meldungen/ZDF-entschuldigt-sich-article920842.html

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Spiegeln in der Kommunikation – symmetrisch und antisymmetrisch

Diese in der Geometrie geläufige Unterscheidung (siehe dazu Hargittai Istvàn und Magdolna) erweist sich auch in der Psychologie als wertvoll. In einer symmetrischen Spiegelung werden Form und Inhalt identisch gespiegelt: ein weißer Schwan spiegelt sich weiß im Wasser. In einer antisymmetrischen Spiegelung wird die Form identisch gespiegelt, während ihr Inhalt in das Gegenteil verkehrt wird. Ein weißer Schwan erschiene in der Spiegelung schwarz, weshalb man auch von einer Spiegelung von Gegensätzen spricht. Fotonegative sind Beispiele für natürliche antisymmetrische Spiegelungen.

Carl Rogers Methode baut auf symmetrischen Spiegelungen sowie das Spiegeln von Gestik und Mimik im Sinne von Heinz Kohut. Frank Farrelly, ein direkter Schüler von Carl Rogers, hat aus dessen Ansatz die Provokative Therapie entwickelt, deren Instrumentarium aus vielen antisymmetrischen Spiegelungen besteht.

Beispiel: Große Passivität kann zur Folge haben, dass ein Mensch viele Chancen verpasst und sich über Verlust an Qualität in seinem Leben beklagt. Eine typische Antwort von Farrelly hebt an dieser Stelle gegensätzliche Folgen hervor: so spricht er gerne anerkennend von Gewinnen, die andere auf Kosten dieser Person haben.

Man provoziert einen Menschen damit nur dann effektvoll zu vermehrter Aktivität, wenn man ihm wohlgesinnt, mit Einfühlung, Herz und Humor begegnet. Gekonnte Anwendung antisymmetrischen Spiegelns erweitert die Möglichkeiten der Kommunikation erheblich, ist jedoch noch kaum erforscht und nirgends Gegenstand von Schulung. [::]

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fotos + bildbearbeitung: jst,gfok

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Juni 16, 2010 at 12:30

Israel | Gaza : Operation Straffreiheit + Der Kern des Konfliktes liegt in der Blockadepolitik

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Operation Straffreiheit

Israel radiert Palästina Schritt für Schritt von der Landkarte: Zu seiner Rechtfertigung produziert der Staatsterrorismus Terroristen, sät Haß und erntet Alibis Von Eduardo Galeano |

Seit 1948 sind die Palästinenser zu einer lebenslangen würdelosen Unterwerfung verurteilt. Nicht einmal atmen dürfen sie ohne Genehmigung. Sie haben ihre Heimat verloren, ihr Land, ihr Wasser, ihre Freiheit, ihr alles. Ihnen wird nicht einmal zugestanden, die eigene Regierung zu wählen. Wenn sie diejenigen wählen, die sie nicht wählen dürfen, dann werden sie bestraft. Gaza wird bestraft. Der Landstreifen ist zu einer Mausefalle geworden, seitdem die Hamas in sauberer Weise die Wahlen im Jahr 2006 gewonnen hat. Etwas Ähnliches geschah 1932, als die kommunistische Partei die Wahlen in El Salvador gewonnen hatte. In ein Blutbad getaucht, so haben die Salvadorianer ihr ungehöriges Betragen sühnen und seitdem unter Militärdiktaturen leben müssen. Demokratie ist ein Luxus, den nicht alle verdienen.

Kinder der Ohnmacht (…)

Eduardo Galeano, uruguayischer Schriftsteller und Journalist, ist Autor von »Die offenen Adern Lateinamerikas«, »Erinnerungen des Feuers« und »Spiegel – fast eine universelle Geschichte«

junge Welt, 17. Januar 2009

hier bitte weiterlesen:

http://www.jungewelt.de/2009/01-17/035.php

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Eduardo Galeano

Eduardo Galeano auf der Feria del Libro in Madrid, 2008

Eduardo Hughes Galeano (* 3. September 1940 in Montevideo, Uruguay) ist ein Journalist, Essayist und Schriftsteller. Mit zwanzig Jahren wurde er stellvertretender Chefredakteur der MARCHA, einer Zeitschrift für Kultur und Politik in Montevideo. Später war er leitend bei mehreren linksgerichteten Zeitschriften tätig; 1976 ging er ins spanische Exil, wo er bis zum Ende von Uruguays Militärdiktatur 1985 verblieb. 1971 erschien die erste Fassung seines wichtigsten Werkes Las venas abiertas de América Latina (dt. Die offenen Adern Lateinamerikas), welches sich mit der Geschichte Lateinamerikas, insbesondere den Kolonialherrschaften alter und neuerer Prägung auseinandersetzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Eduardo_Galeano

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Der Kern des Konfliktes liegt in der Blockadepolitik

Norman Paech
Liebe Freundinnen und Freunde,
Liebe palästinensische Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich kann mich kaum an einen derart schrecklichen Jahreswechsel wie diesen erinnern. Mit einem Krieg in Palästina, der ein Massaker unter der Bevölkerung des Gazastreifens angerichtet hat, ohne dass ein Ende dieses furchtbaren Gemetzels abzusehen ist. Schrecklich war dieser Jahreswechsel aber nicht nur für die Menschen im Gazastreifen. Er ist es auch schrecklich und beschämend für Israel, die ganze arabische Welt, die Europäer und die US-Amerikaner, denn sie haben seit Jahren – seit Jahrzehnten – keine ernsthaften Bemühungen unternommen, einen dauernden Frieden zwischen den beiden Völkern im Nahen Osten zu sichern.

Die Regierungen können sich nicht länger etwas vormachen. Die Wahrheit ist, dass die sog. Friedenskonferenzen von Madrid über Oslo, Camp David, Taba bis Annapolis zu nichts anderem geführt haben, als zu immer gewalttätigeren Konfrontationen zwischen Juden und Arabern und schließlich auch zwischen den Arabern selbst.

Der jüngste Luftkrieg gegen den Gazastreifen ist ein von langer Hand vorbereiteter Angriff, der nicht etwa eine spontane Reaktion auf die Raketen der Hamas ist. Der Zeitpunkt ist genau kalkuliert: es ist nicht das erste Mal, dass ein Krieg die Wahlchancen der härtesten Kriegstreiber verbessern sollen – und in Israel stehen Neuwahlen unmittelbar bevor. In den USA ist der alte Präsident auf dem Rückzug aus dem Amt und der neue Präsident Obama ist noch nicht im Amt. Der alte steht voll hinter dem israelischen Krieg und der neue ist ganz offensichtlich unentschlossen. Er vermeidet es, sein Wahlversprechen zu bekräftigen, dem Völkerrecht wieder den ihm zukommenden Platz in der US-Außenpolitik einzuräumen. Das ist kein gutes Zeichen für die zukünftige Nahost-Politik der Obama-Administration. Gerade jetzt ist es notwendig, das israelische Militär von weiteren massiven Völkerrechtsverstößen abzuhalten.

Die Politik der letzten Jahre hat nie ein ernsthaftes Anzeichen für einen wirklichen Friedenswillen erkennen lassen. Ja, sie ist kriminell, wenn wir die Folgen der Luftangriffe sehen, die zu einem Massaker unter der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen geführt haben. Sie sind durch kein Recht auf Selbstverteidigung oder Notwehr legitimiert, wie es Noch- Präsident Bush und Bundeskanzlerin Merkel behaupten. Das sind eindeutige Kriegsverbrechen, eine vollkommen unverhältnismäßige Reaktion auf die Raketen der Hamas. Der Gazastreifen ist mit 365 km² kaum halb so groß wie Hamburg mit 755 km². Er hat aber mit 1,5 Mio. Menschen fast so viele Einwohner wie Hamburg mit 1,7 Mio. Er ist das am dichtesten besiedelte Land der Welt. Kein Luftangriff kann die von dem Kriegsvölkerrecht geforderte Unterscheidung zwischen geschützten Zivilisten und legitimen Kampfgegnern gewährleisten. Der Vorwurf der israelischen Armee, die Hamas-Kämpfer würden sich hinter den Zivilisten verstecken und diese als Schilde missbrauchen, ist angesichts der Bevölkerungsdichte und der Unmöglichkeit, sich durch Flucht den Angriffen zu entziehen, nur zynisch. Es ist schon eine Verhöhnung des Rechts, wenn die Unzahl der zivilen Toten und Verletzten, die Zerstörung der Wohnungen und zivilen Einrichtungen mit der Selbstverteidigung gerechtfertigt werden. Und es ist eine zynische Haltung, gegen die Fortsetzung der Luftangriffe und die Weigerung der israelischen Regierung, mit der Hamas über einen Waffenstillstand zu sprechen, faktisch nichts zu unternehmen und stattdessen die Leistung von medizinischer und humanitärer Hilfe zu fordern.

Die Sicherheit Israels wird durch diesen barbarischen Akt der Bestrafung nicht gefördert sondern weiter gefährdet. Er provoziert die Radikalität des Gegners und heizt die Eskalation der Gewalt an. Vieles spricht dafür, dass dies auch so gewollt ist, weil die politisch Verantwortlichen in Israel den von ihnen in Friedensverhandlungen geforderten Abzug aus den besetzten Gebieten nicht akzeptieren wollen.

Betrachten wir die Realität: Seit 1967 hält Israel das Westjordanland und den Gazastreifen besetzt. Es hat zwar vor drei Jahren seine Truppen und Siedler aus dem Gazastreifen zurückgezogen, hat aber die volle Kontrolle über das kleine Territorium zu Wasser, in der Luft und zu Land behalten. Seit dem Wahlsieg der Hamas im Januar 2006 bestraft Israel mit der Unterstützung der EU und USA die Bevölkerung durch eine unmenschliche Abriegelung und wirtschaftliche Blockade des Gazastreifens. Die UNO spricht von einer „tiefen Krise der Menschenwürde“ und Uri Avnery bezeichnet die Blockade als einen Akt des Krieges, der das ganze Leben im Gazastreifen paralysiert hat: „Diejenigen, die die Grenzübergänge geschlossen haben – unter welchem Vorwand auch immer – wussten, dass es unter diesen Bedingungen keinen wirklichen Waffenstillstand geben kann.“ Seit dem Beginn der Blockade beklagt der UNMenschenrechtsausschuss immer gravierendere Verstöße der Abriegelungspolitik gegen die Menschenrechte. Das sind schwerwiegende Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das haben im Dezember vergangenen Jahres US-amerikanische Anwälte Ministerpräsident Ehud Olmert zu Recht in einer Strafanzeige beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vorgeworfen.

Wie jedes Volk unter rechtswidriger Besatzung haben auch die Palästinenser ein Recht auf Widerstand. Für eine rechtswidrige Besatzung gibt es aber kein Recht auf Verteidigung, sondern nur die Verpflichtung, die Besatzung vollständig aufzuheben. Während der letzten sieben Jahre sind 14 Israelis zumeist durch Raketen vom Gazastreifen getötet worden. In der gleichen Zeit wurden mehr als 5000 Palästinenser mit Waffen getötet worden, die auch aus den modernsten Arsenalen der US-Armee stammen. Und während keine Raketen vom Westjordanland aus abgeschossen wurden, starben dort allein dieses Jahr 45 Palästinenser von israelischer Hand. Das ist die Realität der Besatzung, in der jede Art von Waffenstillstand nur dann einen Sinn macht, wenn die Besatzung selbst verschwindet.

Wer hingegen eine Politik der Strangulierung und Entwürdigung verfolgt, darf sich nicht wundern, wenn aus der Verzweiflung und Ohnmacht der Opfer Terrorakte entstehen, die die israelische Bevölkerung in der Nachbarschaft des Gazastreifens treffen. Hamas hat das Ruhen der Waffen angeboten. Die israelische Führung ist jedoch dazu nicht bereit. Es nutzen daher auch keine abgewogenen Appelle an beide Seiten, die Waffen ruhen zu lassen. Denn der Kern des Konfliktes liegt in der Blockadepolitik, die das Ergebnis der freien und fairen Wahlen von 2006 nicht akzeptieren will. Diese unverantwortliche Politik haben auch die Regierungen der EU und der USA im Widerspruch zu ihren eigenen Prinzipien zu vertreten. Es ist eine Schande, dass sie diese Politik immer noch nicht revidiert haben, sondern die Weigerung Israels zu jeglichem politischen Kontakt mit Hamas auch noch unterstützen. Damit sind auch sie für den militärischen Exzess der vergangenen Tage mit verantwortlich.

Wir fordern daher:

  • Sofortiger Stopp der Luftangriffe auf den Gazastreifen.
  • Verhinderung der angekündigten Bodenoffensive.
  • Aufgabe der Blockade und Abriegelung des Gazastreifens.
  • Sofortige Aufnahme von Verhandlungen mit Hamas, um den Raketenbeschuss einzustellen.
  • Beendigung der israelischen Besatzung.

Nur eine politische Lösung auf dem Weg der Verhandlungen vermag für beide Seiten die Sicherheit ihrer Existenz und einen dauerhaften Frieden zu schaffen.

* Rede auf der vom SCHURA Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V., SCHURA Islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein e.V. und der Palästinensischen Vereinigung Hamburgs PHV e.V. veranstalteten Demonstration am Freitag, den 2. Januar 2009.


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http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Gaza/paech-ruf.html

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Januar 18, 2009 at 13:12

Anmerkungen zum einseitigen Pro-Israelismus in der Politik

TELEPOLIS

Die „Moral“ von der Geschichte

Peter Bürger 07.01.2009

Anmerkungen zum einseitigen Pro-Israelismus in der Politik

Der Krieg, mit dem Israels Regierung seit Ende der Weihnachtsfeierlichkeiten die Menschen in Gaza terrorisiert, hat schon an seinen ersten Tagen die vorauseilende Zustimmung westlicher Politiker gefunden. Nicht nur George W. Bush, sondern auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel beeilten sich, die Luftangriffe der israelischen Armee als legitime Akte der Selbstverteidigung zu qualifizieren und der Hamas die Alleinschuld zuzuweisen.

Der Wortlaut war fast deckungsgleich mit den Voten dieser Politiker zu Beginn des Libanon-Krieges im Juli 2006. Damals [extern] schrieben Pfarrer Uwe Weltzien und Dr. Willy Rellecke von Beirut aus an die Kanzlerin:


Zu der Frage nach Ursache und Wirkung können die Unterzeichner mit vielen Details und eigenen Erfahrungen beitragen: hier kommt jedoch niemand zu dem Schluss, dass der anhaltende Bomben-Terror der Selbstverteidigung Israels dienen könnte.
Man wird, nachdem das Ausmaß der Leiden in Gaza stündlich wächst, in den nächsten Tagen noch mehr ratlose Appelle zu „humanitärer Hilfe“ vernehmen. Werden die voreiligen Fürsprecher des israelischen Krieges auch selbst Verantwortung für die Leiden der Palästinenser und für die Toten des Militäreinsatzes übernehmen?

Die Stunde der Bewährung?

Mit einer solchen Selbstbesinnung zum Jahresanfang ist wohl kaum zu rechnen. Die deutsche Linie der – vermeintlich pro-israelischen – Parteinahme beruht auf so genannter „Staatsräson“. Sie ist doktrinärer und nicht moralischer Natur. Die Debatte darüber wird nach diesem Krieg nicht mehr aufzuhalten sein. Ein aktueller [extern] Kommentar im Mainstreaming-Medium ARD ist mit der Überschrift versehen: „Der Grundfehler ist die pro-israelische Schlagseite.“ In vielen bürgerlichen Zeitungen, die niemand des „Antizionismus“ verdächtigt, ist von Sympathie für Israels Luft- und Bodenkrieg derzeit nichts zu lesen.
In ihrer [extern] Rede vor der Knesset hatte Angela Merkel am 18. März 2008 – mit Blick auf die Gefahr der Entwicklung einer iranischen Atombombe – gesagt:


Jede Bundesregierung und jeder Bundeskanzler vor mir waren der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels verpflichtet. Diese historische Verantwortung Deutschlands ist Teil der Staatsräson meines Landes. Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar – und wenn das so ist, dann dürfen das in der Stunde der Bewährung keine leeren Worte bleiben.
Es drängt sich die Frage auf, ob Angela Merkel zum Jahresende 2008 eine solche „Stunde der Bewährung“ als gekommen ansah. Ihr Vize-Regierungssprecher Thomas Steeg teilte der Öffentlichkeit am 29. Dezember mit, es sei das legitime Recht Israels, die eigene Bevölkerung zu schützen. Die Kanzlerin sei sich am Vortrag bei einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Ehud Olmert einig darin gewesen, dass die Verantwortung für die Eskalation „eindeutig und ausschließlich“ bei der Hamas liege. Sie wünsche allerdings, dass zivile Opfer vermieden würden. Außenminister Steinmeier hatte [extern] Deckungsgleiches schon am 27. Dezember geäußert und außerdem an Israel appelliert, „das Gebot der Verhältnismäßigkeit zu respektieren“

Über welche Informationen und Sachkenntnisse verfügt die Bundesregierung? […]

Hier bitte Weiterlesen

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29489/1.html

Peter  Bürger

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Januar 7, 2009 at 10:41

Der Untertassentheoretiker: In Deutschland bisher einmalige Studienrichtung ›Investment Banking‹

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Bildarbeit: V & B Villeroy & B(l)och | | Kill(er)roy 44 Weissware 2008 | Abtreten, wegtreten: „Weg-Tretminen versus Tellerminen“ (V & B = Tellerminen aus Porzellan im „Zweiten Weltkrieg“ produziert) | Jörg Stange | Investmentbanker Thießen: „Tellerminen“ gegen Hartz IV EmpfängerInnen)

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In Deutschland bisher einmalige Studienrichtung ›Investment Banking‹

[jw] Friedrich Thießen von der TU Chemnitz phantasierte kürzlich über einen Hartz-IV-Regelsatz von 132 Euro. Kein Wunder – seine Professur wird von der Commerzbank finanziert. Diese macht sich auch Gedanken über einen Bundeswehreinsatz in der Finanzkrise | Von Otto Köhler |

Nein, Trost, Erlösung gar, wird der Chemnitzer Lehrstuhlbesitzer Friedrich Thießen nicht finden, wenn er kommenden Mittwoch um 21.00 Uhr ins Café Weltecho an der Annaberger Straße 24 in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt stürmt. Den aus dem hessischen Dreieich importierten Professor erwartet dort die böse Botschaft: »Wenn alle Stricke reißen, kann man sich nicht mal mehr aufhängen.« So heißt das ursprünglich nicht für Thießen geschriebene Kabarettprogramm mit Marc-Uwe Kling, das an diesem Abend gegeben wird. Es ist ohnedies die Frage, ob sich Professor Thießen noch den Eintrittspreis erlauben kann. Ermäßigt, für Hartz-IV-Bezieher, beträgt er immer noch fünf Euro – das ist das Fünffache des monatlichen Kulturbudgets, das er selbst für derlei Menschen berechnet hat. Und ach, die Wissenschaft des Professors – sie heißt Investmentbanking – ist so pleite, daß Friedrich Thießen von Rechts wegen devaluiert, abgewickelt, arbeitslos sein muß. […] »

http://www.meta-info.de/index.php?newsfull=1&lid=32786&rubrik=medienwatch

Maßgeblich beteiligt am „Hartz IV-Modell“ und an der Einführung bzw. Entwicklung von Studiengebühren war die Bertelsmannstiftung und deren Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Medienwatch.de & Meta-info.de waren beim (Anti-)Bertelsmannkongress an der Uni-Hamburg und im Curio Haus involviert. Medienwissenschaftler, Soziologen, Politologen, die GEW etc. sowie Journalisten berichten seither zunehmend kritischer über „Die Krake Bertelsmann“. Hier ein weiterführender Link, über die politische und militaristische Einflussnahme des weltweit operierenden Bertelsmannimperiums, als globaler Think-Tank und neoliberaler Tonangeber.

Die Tonangeber = Prof. Rudolph Bauer:

http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-tonangeber

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Auch Otto Köhler berichtete:

Otto Köhler
„Wir sind Deutschland und Du bist Bertelsmann“
KOMMANDANTUR IN BERLIN […]

Tagesspiegel (Berlin)

Macht ohne Mandat

Die Experten der Bertelsmann-Stiftung sind in der deutschen Politik allgegenwärtig: Von den Kommunen bis zum Kanzleramt, von den Hochschulen bis zur Sozialhilfe. Die entscheidende Frage: Beraten sie die Politiker nur – oder machen sie selbst Politik? Harald Schumann

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/macht-ohne-mandat/755580.html

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Zitat: “Die Hühner fühlten sich plötzlich verpflichtet, statt Eier Apfeltörtchen zu legen.”  von Erich Kästner

https://medienwatch.wordpress.com/2011/10/19/munchen-unternehmen-universitat-bertelsmann-macht-hochschule/

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Broschüre gegen Ökonomisierung und Bertelsmann
https://medienwatch.wordpress.com/2009/08/23/broschure-gegen-okonomisierung-und-bertelsmann/

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„Nationale Notfälle“ und „Staatsfeinde“

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Wie die US-amerikanische Regierung ihre Bevölkerung überwacht

Im Mai dieses Jahres erschien in der von einem ehemaligen Mitarbeiter der „New York Times“ gegründeten Zeitschrift „Radar Magazine“ ein aufschlussreicher Artikel unter der Überschrift [extern] „The Last Roundup“ Gestützt auf Aussagen einer Reihe von aktiven und ehemaligen Regierungsmitarbeitern und Militärangehörigen, beleuchtet der Autor ein Beispiel des Machtmissbrauchs der Regierung Bush, welches einen kurzen Blick in die finsteren Abgründe polizeistaatlicher Maßnahmen in den USA ermöglicht.

Christopher Ketcham, ein freier Journalist aus New York, der u.a. für die Zeitschriften „Harper’s“ und „Mother Jones“ arbeitet, beginnt seinen Artikel mit der Beschreibung eines Zwischenfalls, der sich im März 2004 ereignete. Der derzeitige Justizminister John Ashcroft lag mit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung im Krankenhaus, als zwei damalige Mitarbeiter Präsident Bushs, sein Rechtsberater (und späterer Justizminister) Alberto Gonzales und der Stabschef des Weißen Hauses, Andrew Card, versuchten, den geschwächten und unter Medikamenteneinfluss stehenden Ashcroft zur Unterzeichung eines Dokumentes zu bewegen.

Ashcrofts Stellvertreter James Comey, der im Vorfeld davon unterrichtet wurde, eilte mitten in der Nacht, begleitet von einem Trupp Personenschützer des Secret Service, ins Krankenhaus, in dem Ashcroft gegenüber Gonzales und Card durchblicken ließ, dass er nicht gewillt sei, in seinem Zustand irgendwelche Dokumente zu unterschreiben. Er verwies beide an seinen Stellvertreter Comey, woraufhin Gonzales und Card ohne weitere Kommentare davon stürmten […]

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28910/1.html

Fotografie | Bildarbeit: Jörg Stange | 2007 Kiel-Heiligendamm-Rostock 2007 | KunsttrifftG8

Originalartikel bzw. ergänzende Info hier
weitere Artikel:
US-Heimatschutz-Behördensprecher geht Ermittlerin in die Falle
(SPON) US-HEIMATSCHUTZ
Ministeriumssprecher wegen Kinder-Sex-Affäre verhaftet

Er war einer der höchsten Beamten der Superbehörde, die Amerika vor Terror und organisierter Kriminalität schützen soll. Gestern wurde Brian Doyle, stellvertretenden Sprecher des US-Heimatschutzministeriums verhaftet.

Written by medienwatch & metainfo

November 15, 2008 at 16:20

Veröffentlicht in Operativer Journalismus

Memo: Wert des Werks = Hack’s Überlegungen zum Verhältnis von Kunst und Ökonomie

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ballon-zeitung-sonne-medienwatch600

[medienwatchblog open] fotografie & bildbearbeitung: jörg stange, gfok | titeltext

Written by medienwatch & metainfo

November 7, 2008 at 10:59

Veröffentlicht in Operativer Journalismus