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Vorwerkstift: WIR SIND WOANDERS #3 Abschluss-Fest Film

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Pressemitteilung

WIR SIND WOANDERS #3

Öffentliches Abschluss-Fest
mit Präsentationen, Performances, (essbaren) Exponaten sowie Spielen
und musikalischer Begleitung der Band „Hunger“

Die Künstlerinitiativen aus dem WIR SIND WOANDERS Kreis feiern ihre Rückkehr aus dem Ausland. Am 04.06.2010 werden im Vorwerkstift bei einem ebenso opulenten wie delikaten Festmahl die besuchten Orte – darunter Accra, Belgrad, Detroit, Hörnum, Krakau, Lüneburg, New York, Zürich – und die dort realisierten Projekte durch kurze Präsentationen, Aktionen und Exponate vorgestellt. Es wird eine lange Tafel geben, Organigramme, eine Strecke aus Fotos, ein Gesellschaftsspiel und eine Band: die legendäre Gruppe „Hunger“.

WIR SIND WOANDERS/WSW ist seit 2006 ein Programm der Hamburger Kunsträume, das in künstlerischen Veranstaltungsreihen aktuelle kulturpolitische Schwerpunkte und die Vielfalt künstlerischen Arbeitens thematisiert. Vor einem Jahr, im Mai 2009, begann mit WSW #3 ein Veranstaltungszyklus, der das Motto des Programms zum Handlungskonzept macht. Zu einer Zeit, in der Artist-run Spaces, Freie Kunst und nicht-kommerzielle Projekte zunehmend unter dem Imperativ der Öffentlichkeitswirsamkeit stehen, entschieden sich 25 Initiativen, Hamburg mit gezielten Aktionen zu verlassen. Sie stellten damit dezidiert die Erwartungen in Frage, die immer wieder an die Gegenwartskunst herangetragen werden: Publikumswirksamkeit, Vermittlung und Erschließung neuer Zielgruppen, Quartiersentwicklung, Leerstandsmanagement, City Branding als Ziele der Kunst?

Die Erfahrungen aus den Anfängen von WIR SIND WOANDERS hatten gezeigt, dass künstlerische Ideen zu willkommenen Appetizern im Menü von Stadtentwicklung und  Marketing avancierten und der Appetit darauf sogar noch stetig wächst. Gleichzeitig stellte sich das kulturpolitische Versprechen einer stabilen Verankerung der unabhängigen Kunstszene in der Hamburger Kulturlandschaft als wenig dauerhaft heraus. Denn mit der steigenden Nachfrage nach „Kreativität“ geht eine in erster Linie kurzfristige, temporäre Verwertungsabsicht einher.

WSW #3 steht aber für künstlerische Formen, die prozesshaft, verstreut und multidisziplinär sind, die soziale und wahrnehmungsbezogene Konventionen sprengen, die sich schwer verkaufen lassen, aber gerne übernommen werden. Das Konzept, WIR SIND WOANDERS wörtlich zu nehmen und auf Reisen zu gehen, nutzten die teilnehmenden Kunstorte und Initiativen, um zum Beispiel bestehende Kontakte im Ausland zu pflegen oder auch das Fremde in der Nähe aufzusuchen. Das Fest soll Gelegenheit bieten, von den Erfahrungen zu berichten und Gespräche über die verschiedenen Arbeitsansätze ermöglichen. Presse und Gäste sind ab 21 Uhr geladen, sich mit an den Tisch zu setzen. Die Organisation bittet um Anmeldung bis zum 15.05.2010 bei Michel Chevalier 040-63671160.

Sämtliche Reiseprojekte sind auf der gemeinsamen Website http://www.wirsindwoanders.de dargestellt.

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Das Vorwerkstift als Ort für das Fest ist aus solidarischen Gründen gewählt worden, mehr unter http://www.wirsindwoanders.de Teil der lustvollen Menüfolge ist auch die Buchvorstellung des druckfrischen WSW- Readers mit der Dokumentation des internationalen Festivals WIR SIND WOANDERS #2, an dem über 50 Artist-run Spaces aus dem europäischen Ausland in Hamburg beteiligt waren, und einer Reflexion gegenwärtiger kultur- und kunstpolitischer Entwicklungen (ca. 250 Seiten, Textem Verlag).

am 04.06.2010 von 16 Uhr bis open end.

im Vorwerkstift
Vorwerkstraße 21, 20357 Hamburg

http://www.wirsindwoanders.de
Pressekontakt: Michel Chevalier, Anmeldungen: 040-63671160

„WIR SIND WOANDERS“
ISBN 978-3-938801-32-1
Textem Verlag

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Ein Aktualitätenfilm vom 4. Juni 2010 mit Impressionen und Statements zur Abschlussveranstaltung von

WSW#3 im Vorwerkstift. Mit Musik von ZERSTOERER – ein Film von Skrollan Alwert – im Auftrag von wirsindwoanders

http://feuerloescher-tv2.blogspot.com/2010/06/wir-sind-woanders-3.html.

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Künstlerhaus Vorwerkstift im Reißwolf der Ideologen

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Künstlerhaus Vorwerkstift im Reißwolf der Ideologen

Die stille Fortsetzung der Schillschen Säuberungsmaßnahmen

Es kursiert eine Erklärung der Bewohner des hamburger Künstlerhauses „Vorwerkstift“, die das Haus nach Drangsalierungen durch den Trägerverein nun in letzter Not „erneut“ besetzt haben. Das Vorwerkstift wurde vor 20 Jahren nach einer (anderen) Hausbesetzung den Künstlern zur Verfügung gestellt. Jahrelang gab es keine Probleme. Ein neuer Vorstand versucht nun jedoch, einseitig fremde Interessen durchzusetzen.

Das Vorwerkstift wird seit ein paar Monaten strukturell umgebaut. Es soll ein Stipendienhaus entstehen, das bei nur kurzer Verweildauer der Mieter einen hohen Output an verwertbarer Kultur abwerfen soll. Dies entspricht nicht der Geschichte des Hauses. Dies entspricht dem Kunstverständnis von Leuten wie von Welck. Die Schill-Dräger-Entwicklung, die im Karoviertel mit der Vertreibung der Bambule begonnen hat, wird unter Schwarz-Grün fortgesetzt. Dies ist deshalb nicht verwunderlich, da die CDU „ihr“ Stadtentwicklungskonzept einst von der GAL abgekupfert hatte. (Man erinnere sich an den legendären Streit in der Bürgerschaft über diesen Punkt…)

Die eingeleiteten „Maßnahmen“ im Künstlerhaus erinnern in vielen Punkten an die Säuberung, die an der Kunsthochschule „HFBK“, mit einem Höhepunkt im Jahre 2007, durchgeführt wurde. Die Wohnlichkeit der Räume sollte herabgesetzt werden, hausmeisterliche und bürokratische Spitzfindigkeiten wurden benutzt, um möglichst wenig Freiraum zu geben. Im Falle der HFBK wurde – ohne gesetzlichen Zwang! – ein Kontrollsystem mit Modulen und Credit Points installiert. Die Hochschulleitung hat über ein dreiviertel Jahr einen Rechtsstreit gegen Studierende geführt, obwohl juristisch absehbar war, dass dieser nicht gewonnen werden konnte (weshalb der Gerichtstermin von Seiten der HFBK zwei Tage davor auch abgesagt wurde).

Im Vorwerkstift werden die Bewohner seit mehr als einem Jahr vom Vorstand des Trägervereins kostenintensiv mit juristischen Mitteln bedroht, während gleichzeitig Änderungen in den Verträgen und Satzungen vorgenommen werden, die die demokratische Mitbestimmung der Bewohner immer mehr einschränken. Die Entdemokratisierung, die hier vorgenommen wird, hat große Ähnlichkeit mit den Maßnahmen der Entdemokratisierung in den Hochschulen Hamburgs. Der Trägerverein will die Kontrolle über das Geschehen im Künstlerhaus sichern: Top-Down-Strukturen sollen auch hier demokratische Gepflogenheiten ersetzen, die Außendarstellung wird von einer zentralen Kommunikationsabteilung marktoptimiert.

Dabei existieren klare Vorstellungen davon, was ein Künstler zu sein hat, und wie er lebt. Im wesentlichen ist er in Hamburg ein Kleinunternehmer, der als solcher – und nur als solcher – Anspruch auf Förderung hat. Dazu muss er sich wettbewerbsorientiert verhalten. Künstler werden nicht verfolgt, solange sie sich diesem Bild anpassen. Selbstverwaltete Strukturen aber sind im schwarz-grünen Hamburg Ziel politisch motivierter Vertreibungen. All dies muss im Kontext der Stadtentwicklungspolitik gesehen werden:

Hintergrund der Stadtentwicklungspolitik ist eine Analyse, der zufolge in den nächsten Jahren eine allgemeine Verarmung der größten Bevölkerungsschichten zu erwarten ist. Lediglich eine Handvoll Metropolen wird es schaffen, die wenigen Headquaters der multinationalen Unternehmen zu beherbergen. Diesen wenigen Städten wäre damit ein allgemeiner Wohlstand beschert. Hamburg soll für den Wettkampf um die wenigen Plätze in der ersten Liga eine international schillernde Metropole werden.

„Attraktivität“ orientiert sich in diesem Szenario am Geschmack der Reichen. Es geht darum, möglichst viele möglichst reiche Menschen anzulocken. Zu diesem Zweck wird u.a. eine Philharmonie gebaut und – das darf man nicht vergessen – mit viel Geld international beworben. Oder aber ganze Stadtteile werden extra für die umworbenen Wohlhabenden neu möbliert. Das ganze geschieht in gewisser Weise zum Wohle aller: Der angestammte Bevölkerungskern muss zwar in die Vorstädte ziehen, erhält aber Arbeit im Umfeld: Ein Dienstleistungssektor rund um die Schaltzentralen der Konzerne bricht den Wohlstand für eine breitere Schicht herunter. Künstler beispielsweise sorgen für eine inspirierende bunte Kulisse, vor der sich die Manager wohlfühlen.

Diese doch etwas einseitige Ausrichtung der Stadtplanung auf Außenwirkung ist seit Jahren bestimmend in Hamburg. Bemerkenswert ist, dass für die Durchsetzung dieser Ideologie alle Mittel recht sind. Neben der paramilitärischen Vertreibung von Wagenbewohnern im Winter 2002/03, sind es meist weniger spektakuläre Akte, mit denen der Widerspruch seitens der Bevölkerung erstickt werden soll. So versucht man seit Jahren, lokalen Initiativen, die sich für den Erhalt der gewachsenen Stadtteilstrukturen einsetzen, den Hahn abzudrehen. Jüngstes Beispiel ist hier sicherlich das Centro Sociale, das mit einer Neuausschreibung konfrontiert ist, deren wettbewerbsorientierte Kriterien vor allem Beliebigkeit fördern.

An der HFBK wurden unter dem Vorwand der Bologna-Anpassungen wissenschaftlich orientierte, kritische Fachbereiche ersatzlos geschlossen. Eine ganze Generation kritischer Künstler und Wissenschaftler wurde durch beschämende Vorgänge zum Verlassen der Hochschule genötigt. Nun ist das Vorwerkstift dran, das mit ähnlichen Maßnahmen gesäubert werden soll. Doch die Bewohner wehren sich gegen diese absurden und rücksichtslosen Maßnahmen, die sich an einer ideologischen Stadtentwicklungspolitik orientieren, welche rein wettbewerbsorientiert ausgerichtet ist.

Das nun wirklich Erbärmliche an dieser Ideologie ist, dass es noch nicht mal um das zukünftige Wohl Aller geht, wofür die Bevölkerung heute das Opfer zu bringen hätte. Vielmehr geht es in der aktuell praktizierten Ideologie nur um das Überleben der Durchsetzungsfähigsten (Metropole).

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.Hamburg, 22.09.2009

Sehr geehrter Herr Dr. Jürgen Mackensen,
Sehr geehrte Mitglieder der Patriotischen Gesellschaft von 1765,

Seit fast zwei Jahren bemühen sich die Künstler und Künstlerinnen des Künstlerhauses Vorwerkstift, gegen die Politik des Vereins Stiftung Freiraum e.V. anzugehen. Stiftung Freiraum e.V. ist eine Tochter der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und ihr Vorstand – Kai Haberland und Klaus Basler – besteht aus Mitgliedern Ihrer Gesellschaft.

Am 29.09.2008 hatten wir Sie offiziell um Hilfe in diesem Anliegen gebeten, mit der Hoffnung, dass Entdemokratisierung des Projekts, die fortschreitende Entmündigung der Hausbewohner und die Ignoranz gegenüber unseren Anliegen ein Ende finden möge.

Sie gründeten zu diesem Zweck eine vielversprechende Projektgruppe, die unter der Leitung von Bertil Sander einen gemeinsamen Lösungsweg anstrebte. Im Laufe dieser Gespräche wurde klar, dass der Vorstand der Stiftung Freiraum e.V. nicht in der Lage ist, konstruktiv, sachlich und vor allem Dingen im Sinne der Satzung und dem Leitbild der patriotischen Gesellschaft an einer Lösung mitzuarbeiten.
Spätestens durch den eigenmächtigen Abbruch der Gespräche mit der Projektgruppe haben sich Kai Haberland und Klaus Basler für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Projekt Künstlerhaus Vorwerkstift e.V. disqualifiziert. Dem ist hinzuzufügen, dass diese Handlungsweise sich nahtlos in das Verhalten der letzten zwei Jahre einfügt, welches unter anderem eigenmächtige Konzeptänderungen, wiederholte Anwaltsklagen gegen Hausbewohner, Entwendung von Privateigentum, andauernde Ignoranz gegenüber Beschlüssen der Hausgemeinschaft und Behinderung des Auswahlverfahrens beinhaltet.

Es stellt sich zu diesem Zeitpunkt zwangsläufig die Frage, wie die Patriotische Gesellschaft 1765, eine Vereinigung, welche in Ihrem Leitbild „tolerantes Handeln“ mit „urbaner Haltung“ verankert hat, solche Praktiken aus den eigenen Reihen tolerieren kann:

Wie kann es sein, dass Stiftung Freiraum e.V. im Paragraphen 3 ihrer Satzung dem Vorstand alleiniges Entscheidungsrecht in allen Belangen zuspricht, ohne jegliche Intervention der Patriotischen Gesellschaft? Wie kann es sein, dass den Bewohnern monatelang versichert wird, man finde die Situation bedauerlich, aber „man könne da jetzt nichts machen“?
Wie kann sich die Patriotische Gesellschaft Projekten wie dem Hamburger Gängeviertel, der Obdachlosenzeitung Hinz&Kunzt und Themen wie Grundeinkommen und Korruption widmen, während zeitgleich anderen Menschen in dem von Ihrer Gesellschaft getragenen, fast zwanzig Jahre bestehenden Projekt, die Mitspracherechte entzogen werden und einer fortschreitenden Entdemokratisierung zugesehen wird?

Die Hausbewohner des Künstlerhauses Vorwerkstift haben zu jeder Zeit offen und demokratisch gehandelt, um auch auf diese Weise das Projekt im eigentlichen Sinne zu erhalten. Stiftung Freiraum e.V. spricht eine andere Sprache – die Sprache von Anwälten. Anwälte, die Klageschriften verfassen, basierend auf Konzepten, welche die Stiftung Freiraum e.V. ohne Mitsprache der Hausbewohner erfunden hat.
Der Vorstand der Stiftung Freiraum e.V. ist auf dem besten Wege, das Projekt Künstlerhaus Vorwerkstift zu zerstören, und zwar im Sinne undemokratischer neoliberaler Umstrukturierungsmaßnahmen – und das nicht nur auf stadtplanerischer, sondern auch auf geistig-moralischer Ebene, gegen welche sich die Patriotische Gesellschaft mit ihren zahlreichen, oben genannten Projekten ja ausdrücklich engagiert.

So traurig es für Sie klingen mag – aber durch Ihr Nicht-Eingreifen geben Sie diesem Vorstand Rückendeckung. Zugleich lassen Sie dadurch auch Ihr politisches Leitbild und Ihre liberalen Grundsätze unglaubwürdig werden.
Wir fordern Sie deshalb auf, Position zu beziehen und sich jetzt öffentlich zu bekennen – zu den von Ihnen postulierten Grundsätzen oder zu den undemokratischen Praktiken von Herrn Haberland und Herrn Basler.
Da es zu befürchten ist, dass wir durch den Boykott der Nutzungsentgeldzahlungen in Kürze mit weiteren Räumungsklagen durch Stiftung Freiraum e.V. behelligt werden, ist es erforderlich, dass Sie bis zum 1.10.2009 den Vorstand der Stiftung Freiraum e.V. offiziell absetzen. Sollte dies nicht geschehen, würde sich die Patriotische Gesellschaft 1765 für jede einzelne Räumung sowie für die Zerstörung des Projektes mitverantwortlich zeigen.

Eine weitere Verschiebung des Problems oder ein alternativer Lösungsansatz ist aufgrund der zeitlichen Gegebenheit nicht möglich, zumal nun monatelang in Ihren Reihen erfolglos nach einer Lösung gesucht wurde.
Weitere Informationen zu Hintergründen entnehmen Sie bitte auch der Internetplattform des Vereins Vorwerk e.V., welche die Interessen der Hausbewohner vertritt (www.artist- residence-hamburg.de).
Kopien dieses Schreibens gehen an uns bekannte Mitglieder der patriotischen Gesellschaft, an deren verbundene Organisationen, die Presse und an die Emailadressen vieler tausend Menschen, welche uns in den vergangenen Wochen unterstützt haben.

Gerne publizieren wir dann Ihre Antwort am 1.10.2009 an die selbigen Empfänger und auf unserer Internetseite.

Wir bedauern, dass es notwendig ist, dieses Schreiben überhaupt zu verfassen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Im Namen der Künstler und Künstlerinnen
Vorwerk e.V.
Vorwerkstr. 21 20357 Hamburg

http://www.artist-residence-hamburg.de/

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[PDF]

Erklärung der BewohnerInnen des Künstlerhauses Vorwerkstift

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Veranstalterinfo | Künstlerhaus Vorwerkstift

http://www.kunstecho-hamburg.de/files/cal_profil.php?veranstalter=91

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Der Vorstand des Trägerverein Stiftung Freiraum e.V wurde seitens medienwatch angefragt. Eine Stellungnahme steht noch aus. Der Vorstand wird die Anfrage im Verein besprechen und ggf. Stellung beziehen. Stand 17. Juli 2010 bis heute keine Stellungnahme.

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Liebe Echoliste, der Vorstand der FRISe hat folgenden Brief an die Patriotische Gesellschaft e.V. und an die Senatorin geschrieben, es wäre schön wenn sich auch andere Künstlergruppen, WSW etc. in ähnlicher Weise öffentlich äußern würden.


.„Urbane Haltung bedeutet, tolerant zu sein. Wer tolerant ist, sieht im anderen keinen Gegner oder gar Feind, sondern sucht ein Miteinander auf der Grundlage von Ebenbürtigkeit und Verständigung.
Alle Menschen sind untereinander gleich berechtigt. Das gibt ihnen zugleich das Recht auf Anderssein. Die starke und aktive Form der Toleranz, die sich nicht lediglich mit Duldung zufrieden gibt, ist bestimmt durch Offenheit für Unterschiede und deren Anerkennung. Im Gegensatz zur Gleichgültigkeit gegenüber anderen Verhaltens- und Denkweisen erfahren tolerante Bürgerinnen und Bürger in den Ansichten und Lebensweisen anderer möglicherweise Zumutungen, halten diese aber aus. Tolerantes Handeln endet dort, wo Menschen Ungleichheit, Unfreiheit und undemokratische Gesellschaftsformen vertreten. In diesen Fällen gilt es
Stellung zu beziehen und solchen Einstellungen aufklärend und argumentativ entgegen zutreten.

(Zitat: Leitbild der Patriotischen Gesellschaft e.V.)

Hamburg, den 22. September 2009

Sehr geehrte Damen und Herren der Patriotischen Gesellschaft e.V., ganz im Sinne Ihres Leitbildes wenden wir uns jetzt an Sie.

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Als Vorstand des Künstlerhauses Hamburg e.V. (FRISE) verfolgen wir besorgt, den inzwischen lang anhaltenden Konflikt zwischen den KünstlerInnen des Künstlerhauses Vorwerkstift und dem Vorstand des
Vereins Stiftung FREIRAUM.

Durch die Neubesetzung des Gebäudes der KünstlerInnen / BewohnerInnen am 1. September 2009 ist dieser Konflikt nun zum offenen Ausbruch gekommen. Eine Verschärfung der Situation könnte im schlimmsten Fall die KünstlerInnen an den Rand der Legalität treiben und/oder zu weiteren juristischen Auseinandersetzungen führen, womit sicherlich niemandem gedient wäre.

Die Gründe für die Auseinandersetzung, die Benennung des Konfliktstoffs und die daraus folgenden Forderungen seitens der KünstlerInnen des VORWERKSTIFTS werden von diesen klar und öffentlich benannt, u. a. auf deren Webseite, siehe: http://www.artist-residence-hamburg.de.

Ganz im Gegensatz zu dem Verein Stiftung FREIRAUM von dessen Seite bis jetzt jegliche öffentliche Stellungnahme fehlt. Auf dessen Webseite findet man unter der Rubrik: „Aktuelles“ nur: „Keine Neuigkeiten.“ Sollte es auf dieser Seite an Problembewusstsein fehlen?

Da wir wissen, dass das Projekt Vorwerkstift lange Jahre erfolgreich junge KünstlerInnen auf ihrem Weg in die
Professionalisierung begleitet hat, und um einen weiteren Imageschaden von diesem, so wichtigen Projekt abzuwenden, möchten wir Sie bitten in diesem Konflikt zu vermitteln.

Wäre es möglich, die Beteiligten und/oder ein bis zwei VermittlerInnen ihrer Wahl an einen Tisch zu bitten, um eine
„urbane“ Lösung im Sinne des Leitbildes der Patriotischen Gesellschaft anzustreben?

Gleichzeitig haben wir in einem ähnlichen Brief die Senatorin Frau Karin von Welck gebeten, in diesem Konflikt zu vermitteln.

Wir würden uns sehr über eine positive Stellungnahme der Patriotischen Gesellschaft e.V. freuen und bieten unsererseits
Vermittlungshilfe an.

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand

Künstlerhaus Hamburg e.V. (FRISE)

Sabine Mohr, Stefan Moos, Chrisdian Wittenburg

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Künstlerhaus Hamburg e.V. FRISE Arnoldstr. 26 D-22765 Hamburg
Kontakt: Tel.: 040 45 55 14 binemohr(at)aol.com
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Written by medienwatch & metainfo

September 4, 2009 at 13:45