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Israel | Gaza : Alles auf A wie Avnery & Alles auf Z wie Zuckermann

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jüdische Intellektuelle sind gegen Rassismus, Unterdrückung und Ungerechtigkeit überall auf der Welt. Es ist jedoch unannehmbar – ja für einige fast ein Akt von Ketzerei – dagegen zu sein, wenn Israel der Unterdrücker ist. Dieses Messen mit zweierlei Maß muss ein Ende haben. Sara Roy

[Gedankenskizze= Dieser Text ist im wesentlichen unter dem Eindruck der Bilder etc. während des  GAZA-Kriegs entstanden.]

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Israel: Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer (Goya)

medienwatch | 10.02 2009 | Entgegen jüngster Verlautbarungen, dass nur die Falken “im Tausch gegen Land” einen Friedensprozess einleiten können, vertritt der international geachtete israelische Philosoph und Historiker Moshe Zuckermann, eine diametral andere Auffassung- zeigt aber ein gewisses Verständnis für diese Einschätzung°. Auch Uri Avnery sieht den Friedensprozess eher blockiert nach der aktuellen Wahl, als positive Signale daraus erkennen zu können. Auch er baut wie Zuckermann auf die USA: „Die US-Politik wird sich langsam ändern. Ich erwarte nichts dramatisches: Wenn sich ein riesiges Schiff wie Amerika dreht, braucht es einen großen Bogen“.. Die Hoffnung liegt auch hier auf einen Paradigmenwechsel in der Nahostpolitik der USA, die hier nachhaltigen Einfluss geltend machen könnte. Sollte es die politische Konstellation, im Machtzirkel, perspektivisch wirklich möglich machen…

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Der Druck der “neoliberalen Welt-Werte-Gemeinschaft” und die wachsende Kritik in den intern. Medien würden das bisher Unmögliche möglich machen bzw. beschleunigen. Auch die “Muster-Regierungen” westlicher Länder sollten hier umdenken, denn ohne Frieden in der Region ist auch die Sicherheit Israels nicht zu verorten. Die tragische Situation der Menschen in Gaza ist schon fast kein Thema mehr, hier wird weg geschaut, aus falsch verstandener Loyalität, mit einer Regierung die auf Bomben setzt und auch noch offensichtliche Kriegsverbrechen ihrer Militärs zu decken sich anschickt- weil sie selbst Teil der Deckung ist. Moshe Zuckermann und viele kritische israelische Intellektuelle weltweit – und die jewish Bewegung in den USA fordern die Öffnung Gazas und eine grundsätzlich andere Haltung und Handlung in dieser Frage.

Gegenwärtig läuft eine in den USA entstandene Kampagne mit bereits zigtausenden Unterschriften. Von der künftigen Regierung in Tel Aviv wird erwartet, dass sie auf Augenhöhe mit den Palästinsensern redet -die Hamas ist ein Ergebnis der kriegerischen und drangsalierenden Handlungen von israelischer Seite mit einseitiger Unterstützung medial-israel. Propaganda. Die verheerenden Selbstmordanschläge der Vergangenheit als Antwort der Millitäraktionen Israels konterkarieren diese unerträgliche Situation für beide Seiten.

Die Kritik israelischer Intellektueller, die seit Jahrzehnten als „(Selbst)-Hassjuden“ diffamiert werden, ihre Ansichten und Einstellungen -sowie Vorschläge zur Lösung des Problems, werden medial nur am Rande positioniert. Als Haltung einer Minderheit eingestreut und in kleinen inhaltlichen Dosen transportiert oder gleich ganz ignoriert. Schnell vergessen geht man wieder über zum Hauptgeschäft des Mainstreamjournalismus: nähmlich Nebelkerzen werfen und einseitige Israel-Propaganda als Dauerfeuer zu Gunsten der Hardliner im Lande.

Und die ausländischen Freunde? Freunde verhalten sich anders wie bereits sublim zu vernehmen war. Freunde dürfen auch kritisieren, sie müssen es sogar um sich besser zu verstehen, um eine vertrauensvollere Tiefe an Nähe und Verlässlichkeit zu entwickeln und zu festigen. Der Maler und Autor Arie Goral-Sternheim warf den westlichen Poltikern Zeit seines Lebens oberflächlichlichen “Philosemitismus” vor. Die Dominanz liegt auch hier, bei den opportunistisch “embedded People” und Heuchlern in der Scheinobjektivität angesiedelt, abgesichert im Pool lobbyverschränkter Investitionen der Mainstreamsanktionierer.

Die Menschen sind es zunehmend leid, das gesellschaftliche Klima ist schweratmig und bedrückend in Parallelität der Kriegs-Spiegelungen, als Ausdruck einer letargischen aber auch beängstigenden Stimmung im Freundesländle. In Wahrheit ist es wohl die Staatsräson, als Freundschaft umgedeutet und die druckerzeugenden Haupteinbringer die hiesigen, europäischen und intern. Rüstungsagenturen und ihre skrupellosen Geschäfte.

Auch hier gibt es ein anderes offenes Potential in der Gesellschaft, das Freundschaft anders denkt und fühlt. Das gilt es zu verstärken, und als Substance für kritische Freundschaft zu implementieren – inkl. notwendige Kritik an den massiven Kriegsgebaren der Protagonisten des verheerenden Blutzolls, von Frauen und Kindern in Gaza. Das berührt weltweit die Menschen. Da müssen aufklärende Ermittlungen und ersatzweise (Theater-)Tribunale laufen – wie gegen Bush und andere Kriegsverbrecher. Auch hier jongliert man mit den Bürgerrechten und zeichnet künftigen Terror als Begründung vor.

Aufklärung und Aufrichtigkeit, ist ja keine Erfindung des sogenannten Bösen sondern indiziert “Schutz und Heilung” im dialektisch-diskursiven Doppel und das ganz umsonst. Es ist ja niemandem, insbesondere auch nicht der israelischen Bevölkerung zum Vorteil gereicht, durch diese verheerenden „Kurz-Kriege“ weltweiten Verlust an Zuneigung der Freunde und Partnerländer zu erfahren. Vor diesem Dilemma kann sich niemand hinwegtäuschen. “Bush ist weg” aber andere kriegerische “Entwürdigungs-Adapten” befinden sich im Hohheitsbereich der Einflussebenen und sind mit ihrem Machtpotential weiterhin fleißige Strippenzieher: Die Rüstungslobby auch hier bei uns: es ist ja nicht nur Lockheed & Martin die sich im Kontext der Kriegspolitik lobbymässig bereichern. Und bereits über den Slogan „Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus“ hunderte Milliarden Dollar aufs Konto laden konnten. Auch Israel ist Großkunde bei der deutschen Rüstungsindustrie und ihrer „politischen-Lobby-win-win-Elite“.

Das immer wieder aufbrechende Dauertraumata und die zutiefst dramatische Erinnerung, in jedem Spalt den Abgrund zu sehen, ist nur allzu verständlich. Den jüdischen Menschen schon als Kinder eingebrannt in die Seele jüdischer Existens und Leiderfahrung, durch die Verfolgung im Holocaust, darf dennoch nicht die politische Handlung der millitärischen Handlung überstellt werden. Als Rechtfertigung “Recht für Unrecht” ins definitiv schizophrene Gegenteil verkehrt, als Transfer sozusagen cholerisch-irrational in die Gegenwart zu transformieren und missliebige Kulturen abzustrafen.

Die Palästinenser empfinden sich verständlicher Weise als „Opferersatz“ in dieser Geschichte.

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Die Vernunft wird nicht nur ausgehebelt sondern auch zur Kriegsbegründung willkürlich umgedeutet – in der Erkenntnisfähigkeit missdeutet folgt man den Thesen Thomas Hobbes ins desastriös chaotische konterkarierend. Waffen die abschrecken und im Verteidigungsfall schützen sollen, werden widersinnig durch ihren Einsatz, gegen ein tragisch hochstilisiertes Feindbild eingesetzt. Es spiegelt die politische Ohnmacht -aber auch eine „kalkulierte Veranwortunglosigkeit“ der Verantwortlichen wider. – Nicht wenige Kritiker sehen darin eine angewandte Strategie der Landnahme. Auch der Iran soll ja schon geographisch neu unterteilt sein. Die auch profilaktische Indikation zur Operation von Paracelsus: “Dosis sola fecit venenum” oder frei übersetzt „ob etwas „Heilung“ ist oder lebensbedrohliches Verhalten, gilt fürwahr, in allen Lebenslagen und Fragen. Der “Clash der Kulturen” scheint definitives Programm zu sein.

Wer hier das Feindblild auf die Hamas reduziert, reproduziert im Opferdiskurs durch die Tötung von exorbitant in der Hauptsache Zivilisten, dass genaue Gegenteil dieser abzuleitenden Maxime. Die Eskalation scheint geplant und zielt strategisch auf den Iran.

Doch zurück zu Gaza: In einem so dicht besiedelten Land ohne Fluchtmöglichkeit ist zielgenaues auf „kompatible Feinde“ schiessen absurd und eine Behauptung die nicht plausibel ist. Die Erfahrung ist aber nicht neu, man hat es offensichtlich nicht nur billigend in Kauf genommen – schon im Libanon. Das kommt nicht gut an -nicht in der arabischen Kultur noch im Rest der Welt. Die wirklichen Absichten werden transparent, schaut man sich die unten angefügte Landkarte -ganz ohne Augensalbe an.

Einen ernstzunehmenden Dialog auf Augenhöhe hätte es gebraucht und nicht einen permanenten Scheindialog, als Tarnung suksessiver völkerrechtswidriger Landaneignung. Der notwendige „Selbsterkennungssprozess“ wird eingemauert und durch Krieg unterdrückt. Keine gute Wahl für kritische Weltbeschauer in Film und Fernsehen, da musste viel geschnibbelt werden. Weiß aber inzwischen trotzdem jeder, dass klappt eben auch nicht -man findet die Bilder dennoch im Netz und in der Vorstellungskraft der Menschen weltweit. Auch den embedded Journalisten liest man ihre Unterlassungssünden im Text heraus. Der Verstand ersetzt das Bild, “Leerstellen und Textbrüche”.

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Das Internet ist nicht wirklich zu zensieren. Wenn man „distanzierende Bildtransporte“, die Bombenkrater abgleicht und das Phosphor über den Städten zusammendenkt, ergibt sich ein schreckliches Massaker: Brennende Menschen, Frauen und Kinder versorgen den nächtlichen Alp. Das ist auch nicht mit Seifenopern in der westlichen Berieselungsanlage aufzulösen.

Die Hamas wurde zudem was sie ist, durch die Kriegshandlungen der Hardliner-Regierungen in Tel Aviv und Rüstungskreisen in den USA und Europa. Die Hamas hatte sich über die soziale Aufgabe, zu Gunsten der Menschen in Gaza der Bevölkerung in Gaza gegenüber beliebt machen können. Ein grosses  (!) Versäumnis in der Entscheidungshoheit auf israelischer Seite. Oder Absicht zur weiteren Generierung des Feindbilds. Hier haben offensichtlich auch die „verbündeten Freunde“ eindeutig versagt, es Kritik- und widerspruchlos geschehen lassen. Dem gegenüber wurde die israelische Bevölkerung medial in Verachtung, gegenüber widerständiger Palästinenser (Hamas etc.), eingestimmt und auf Krieg präpariert, das berichten kritische jüdische WissenschaftlerInnen, die in Palästina als Journalisten lebten, jetzt von Universitäten Amerikas aus, an die Adresse reaktionärer Israelis zur Aufklärung an die Welt gerichtet.

In jeder Gesellschaft gibt es kritische, unkritische, reaktionäre – ultrarechte , Rechtsextremisten bis faschistoide Formierungen auch Israel bildet keine Ausnahme. Vom A -loch, (wie bei uns) über freundliche unfreundliche, schweigende angepasste, Opportunisten, Ignoranten, Arrogante hell, dunkel, klug nicht so klug – eben die ganze menschliche Palette von Un/Zulänglichkeiten, Leidenschaften, achtenswertes, verächtliches, liebenswertes. In der israelischen Gesellschaft ist alles vertreten die ganze Palette Mensch sozusagen… Über Liebe, Hass, Abneigung und alles dazwischen sowas x: sowas bis hin zum kriegstreibenden Hardliner und Ultrarechten, der jüdische Einwanderer aus Russland wie z.B. A. Lieberman, ist durch seine extremen (anti-)zionistisch*- nationalistischen Ansichten äußert umstritten unter den Israelis selbst. Das ist keine unerhebliche Konkurrenz für die beiden sich um die Macht streitenden Parteien.

Avnery sieht Amerika auf “Linkskurs”, und das die neue Regierung Israels, den USA gegenüber, möglicherweise „Klein bei“ geben wird, da Israel stark von der Unterstützung der USA abhängig ist. Die Demokraten und Obama sind die Hoffnungsträger des Nahen Osten, Russlands, Chinas, Europas für die nach Freiheit und gerechte Verteilung durstende Dritte Welt.

Der NS Terror und der Holocaust, da muss ich besonders herausstellen das Mappenwerk „Schreibtischtäter“ mit dem Text des NS Widerständlers Karl-Heinz Richheimer gibt als “Geschichte eines Lebens” Auskunft über den NS Horror gegen Juden und Andersdenkende.

Das ist ohne gleichen – das ist klar – das ist mir Mahnung und Trauer zugleich. Es stellt keinen Vergleich dar – ist historischer Horror (industriell organisierter Massenmord). Das verlangt unser Gedächtnis und die Erinnerungskultur, verinnerlicht als Einstellung – verankert für eine ethische Weltsicht eines einzufordernden anderen D-Lands, für die Grundrechte von Minderheiten sich zu positionieren. Die Unversehrtheit im Kleinen – überhaupt des Menschen in seiner Würde – der Ausbau demokratischer Strukturen und eine Kultur ohne militärische „Intervention“ – im Dialog für “freie Gesellschaftsformen” ist die Herausforderung auf friedlichem Wege. (Grundgesetz)

Es gibt die Vereinten Nationen, UN Resolutionen, die Genfer Konvention und es gibt „Rechte“ und „ultrarechte“ Menschen auch in Israel. Teile der  zionistischen Bewegung in Israel sind mächtig und verfolgen Ziele, die mit dem Völkerrecht unvereinbar sind und eben auch in Israel mit den Wertvorstellungen kritischer Israelis die auf Dialog statt Krieg setzen, nicht vereinbar sind. Und sie werden von kritisch reflektierenden Juden, kritischen Orthodoxen sowie Nicht-Orthodoxen Juden, für die Kriegshandlungen auf Demonstrationen (in den USA, Israel) deutlich verantwortlich gemacht. Das ist durch Juden und unabhängige israelische Wissenschaftler klar herausgearbeitet und wurde auf Medienwatch dokumentiert. Nicht jeder Zionist steht hinter den rechtsextremen millitaristischen Forderungen für die Aufrechterhaltung der Landnahme, es gibt gemäßigte Zionisten die das verurteilen. Das sind Informationen, diese kommen aus kritischen israelischen Zeitungen, wie hier vergleichbar mit der Taz und anderen liberalen Medien. Nicht aus irgendeiner pauschalisierenden antisemitischen Hetzpresse gegen Israel. Wie sogenannte “Antideutsche” glaubhaft machen wollen. Das kann aufgeschrieben werden und steht der sachlichen Berichterstattung nicht im Wege. Das gebietet das journalistische Ethos im Auftrag der Aufklärung: jüdische Historiker, Wissenschaftler, Künstler, Autoren, Orthodoxe und nur einfach Menschen, also die sich den Blick für das Menschliche, im Sinne der Würde bewahrt haben. Der Mensch weiß eigentlich (!) auch ohne Kant an solcher Stelle- wenn es “ums Recht” geht – sich zu entscheiden.

Ein Freund – ein in der NS Zeit Verfolgter von den Nazis klassifizierter „Halbjude“ und Widerständler im Dritten Reich Karl-Heinz Richheimer sagte mir einmal: „Im Dritten Reich sah man es sich irgendwie an der Nasenspitze an – wer Dafür – oder Dagegen war – und auch die einfachen Leute, sagte er, hätten sich noch eher das menschliche bewahrt und halfen manchmal wo sie konnten – Es waren aber viel zu Wenige…:  “Die für Krieg waren waren Nazis” . Karl-Heinz Richheimer konnte im KZ Mauthausen (Mordhausen) befreit werden. (Die in Israel für Krieg sind können keine Nazis sein -aber Rechtsextreme).

Oder Arie Goral Sternheim, flüchtete 1933 über Frankreich nach Palästina und baute mit der Dichterin Else Lasker-Schüler Kibuze in Palästina mit auf. Er sagte in einem Filmdokument, dass wir mit Schülern in einem Gymnasium drehten, den Schülern: Verzeihen kann immer nur der Mensch von persönlich zu persönlich vom DU zum DU -vor diesem Hintergrund dieses Verbrechens-wer das kann? Er sagte weiter: „Vor dieser Erfahrung geht es nicht um Verzeihung sondern um zu verstehen was geschehen ist -und wie es dazu kommen konnte“… Er sei zwar kein orthodoxer Jude aber fühle sich der Schicksalgemeinschaft der Juden zugehörig. Aber Krieg oder Gegenwehr nur zur tatsächlichen Verteidigung, war seine klare Position. Arie Goral hat wie kaum ein anderer die jüdische Geswchichte in Hamburg und darüber hinaus nachgezeichnet. Er war ein großer Weiser Jude. Bei den Osterfriedensmärschen im Nachkriegsdeutschland demonstrierte er ab der Sechziger Jahre gegen Wiederbewaffung und Vietnamkrieg -gegen alle Kriege und Menschrechtsverletzungen!

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Dias: Nachlass Arie Goral-Sternheim (Während seiner Zeit in Palästina und Israel) gfok-jst-gfg : aktive archive°

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Die Meinungsmacher, insbesondere die der dominanten israelischen und westlichen Medien stützen die eklatant falschen offenbar kolonialistischen Zielvorgaben einer Klientel, die sich in Wahrheit gegen die Interessen der israelischen Bevölkerung richten. Diese, “anderen Israelis”, wollen in friedlicher Koexistenz mit ihren arabischen Nachbarn leben. So berichten viele engagierte und gemässigte Israelis, Die sogenannten Hardliner sind damit im Hinblick auf den Re:Kurs Verursacher dieser tragischen Jahrzehnte, des andauernden menschlichen Desasters und Kriegsgrauens, aber auch des Terrors gegen Unschuldige des un/bewaffneten Widerstands, als Haltung. Fundamentalisten in den sich gegenüber stehenden Lagern. Aus reinen Machterhaltungskriterien, in der letzten Phase des noch amtierenden unsäglichen Bush und seine Kriegs-Kombattanten* wurde der Krieg im Gaza vom Zaun gebrochen – so sehen es geachtete israelische Journalisten und Friedensaktivisten. Willkürliche Kriege haben weder eine politische noch ethische Legitimation. Sie tragen den Grund des Scheiterns als Verbrechen in sich selbst- den KRIEG! und damit die Aufladung des Menschenverachtenden. Krieg bedeutet in der Konsequenz immer weitergehende Eskalation in diesem Kontext und macht in der Konsequenz auch keinen Halt vor der eigenen Bevölkerung in ihren Bürgerrechten etc.. KriegsdienstverweigerInnen, 18, 19 jährige AbiturientInnen werden ins Gefängnis gesteckt weil sie ihrem Gewissen folgen wollen und friedliche Koexistenz bereits parallel beispielhaft leben…

Auch westliche Regierungsvertreter werden „kriegsklimatisch“ von der massiven Gewalt eingeholt und konfrontiert, weil die Menschen zunehmend angewidert sind und sich zunehmend innerlich am „Scheinpolitischem“ verweigern: Wenn Politiker durch paralleles wegducken über Leid und Leichen über die eigentlichen humanistischen Erkenntnisse, nur hinter vorgehaltener Hand, hinweg Tuscheln, ist der Grundsatz des ethisch wachsamen im Körper der Gesellschaft verstört. Eine Gesellschaft die an dieser Stelle heuchelt und sich nicht eindeutig gegen Krieg und Gewalt verhält macht sich mitschuldig. Die Gründe für Kriege werden heuchlerisch mittlerweile als eigentliche Verteidigung gegen den nächst größeren Feind gerechtfertigt. Diese denken ist nicht vereinbar mit dem Grundgesetz.

Alles in allem enthebt sich auch das Fundament als Selbstverständniss, dass auf dem dem verfassungsgemässen Gesellschaftsbegriff basiert: Würde und Respekt allen Nachbarn und Kulturen gegenüber zu praktizieren ins abstruse. Den Dialog hochzustellen muss der unzweideutige dringende Apell an die Israelische Regierung sein, ist der einzulösende verfassungsgemäss verbriefte und ganz pragmatische Auftrag:

“- Nicht die Einforderung moralischen Verhaltens primär sichert das Funktionieren des Staates, sondern das rationale Nutzenkalkül und die Furcht, wieder in den Zustand der unkontrollierten Gewalt zurückzufallen. Bloß rationales Kalkül wäre faktisch für die Menschen ein zu schwaches Motiv, deshalb muss die Furcht hinzukommen. Die Furcht selbst muss aber immer rational vermittelt sein, blinde Furcht führt wieder in das Chaos der Gewalt zurück statt davor zu bewahren. Ethische Motive werden auf Interessen zurückgeführt, Werte als Mittel im Kampf um Macht angesehen.” und weiter: “Die Furcht um sein Leben drängt den Einzelnen dazu, einen Zustand des Friedens mehr zu wollen als einen Zustand unkontrollierbarer Gewalt, und seine Vernunft zeigt ihm den Weg, wie dauerhafter Friede möglich ist“

Nach Thomas Hobbes besteht die einzige Möglichkeit darin, dass die Menschen übereinkommen (durch eine Art Vertrag), auf ihre Freiheit und Eigenständigkeit, d. h. genauer auf ihr Recht, ihre Selbsterhaltung selbst und ohne Beschränkung zu betreiben”. Thomas Hobbes [1588-1673] => :: <= Millitärseelsorge

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Das Ziel ist hier offensichtlich strategisch ein anderes, der Blick auf die geographische Situation des Gazastreifens, spiegelt den Prozess der widerrechtlichen Landaneignung wieder. Die Landkarte (unten) seit 1946 bis ins Jahr 2000: Aufklärung und Widerstand hat nichts mit Antisemitismus an der “skythischen Mütze” -wenn Aufklärung denn aufrichtig ist und nicht von vordergründigen oder auch latent niederen Interessen geleitet ist. Diese Karte ist jüdischen Friedenaktivisten bekannt und wurde bisher nicht in Frage gestellt- soweit der Autor des Textes es überblicken konnte. Dieser Beitrag ruft nach dem Dialog der Kulturen und steht für die friedliche Koexistenz aller Menschen.

Diese Karte (unten) wird lediglich in kritischen Foren und Blogs transportiert. Wäre diese Landkarte ein “LossFake”, wäre der Medienmainstream sicher um Aufklärung nicht verlegen – dann selbstverständlich zu recht. jörg stange

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[dradio] Moshe Zuckermann: Möglicher Rechtsruck nach Wahl in Israel
Israelischer Historiker warnt vor Stagnation des Friedensprozesses im Nahen Osten

Der israelische Historiker Moshe Zuckermann fürchtet eine Stagnation des Friedensprozesses im Nahen Osten. Der nach der Wahl in Israel wahrscheinliche Rechtsruck in der Knesset werde in eine Sackgasse führen, sagte der Professor für Geschichte und Philosophie im Deutschlandradio Kultur.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/917070/

http://www.stern.de/politik/ausland/:Wahlen-Israel-Obama-Rechten/653768.html

http://www.iacenter.org/palestine/jewsinsolidarity/#signon

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Moshe Zuckermann

Debatte Wahlen in Israel

Zionismus in der Sackgasse

13.02.2009 | Nach den Wahlen wird in Jerusalem ein breiter rechter Block ins Parlament einziehen. Israels Linke hat diesen Rechtsruck nicht nur mitvollzogen, sondern mit verschuldet. http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/zionismus-in-der-sackgasse/

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22.02 2009 | Kunst & Kultur

Stimmen zur Situation und ein substanzieller Beitrag von Moshe Zuckermann (PDF)

http://www.kunstundkultur-online.de/titelthema.html

Moshe Zuckermann: Entsetzt blickt der Engel der Geschichte – Opfer und Opfer-Ideologie: Lustgewinn und Mittel ideologischer Selbstdarstellung

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Fotos: Nachlass Arie Goral-Sternheim ((Während seiner Zeit in Palästina und Israel)) [gfok: aktive archive°]

Was es alles so gibt:

*Kombattanten sind nach dem humanitären Völkerrecht Personen, die unabhängig von der Rechtmäßigkeit des Konflikts zu Kriegshandlungen berechtigt sind. Sie haben Anspruch auf eine Behandlung nach den Regeln der Genfer Konventionen. Sie können allerdings bestraft werden, wenn sie Kriegsverbrechen begehen. Sie verlieren den geschützten Kombattantenstatus, wenn sie nicht unterscheidbar von Zivilpersonen kämpfen, ihre Waffen nicht offen tragen oder die Uniform des Kriegsgegners tragen. In diesem Fall steht ihnen aber dennoch ein humanitärer Schutz zu, unter anderem ein faires Gerichtsverfahren und menschliche Behandlung, so, wie es für Strafgefangene in einer zivilisierten Rechtsordnung auch gilt [1]. Was Kombattanten bekämpfen dürfen, und wie sie selbst bekämpft werden dürfen, unterliegt Beschränkungen. Wird ein Kombattant gefangengenommen, wird er Kriegsgefangener. [::]

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(anti-)zionistisch* siehe im Text oben. (geändert 22.April)

[..] Der Netanjahu-Regierung warf Bauer vor: “Das ist Anti-Zionismus. Ich bin ein Zionist und ich will, dass das jüdische Volk in einem jüdischen Mehrheitsstaat mit Gleichberechtigung der nicht-jüdischen Minderheit seine Eigenartigkeit entwickelt.” Mit einem Doppelstaat sei das nicht zu erreichen [..]

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1441531/

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dradio Kultur,

Israelische Intellektuelle fordern Palästinenserstaat

Yehuda Bauer: Nur Zwei-Staaten-Lösung kann Frieden sichern
Zu den Unterzeichnern der Petition für einen Palästinenserstaat gehört der ehemalige Leiter der Forschungseinrichtung von Yad Vashem, Yehuda Bauer. Er wirft der israelischen Regierung vor, im Westjordanland eine “eigenartige” Diktatur einrichten zu wollen:
http://bit.ly/hPdnRQ
http://bit.ly/fgeiVm

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Die Geschichte beginnt nicht mit den Qassams

von Amira Hass
14.01.2009 — Ha’aretz
— abgelegt unter: Naher Osten, Krieg in Gaza (2009)

Die Geschichte beginnt nicht mit den Qassamraketen. Aber für uns, die Israelis beginnt die Geschichte immer dann, wenn die Palästinenser uns verletzen und dann ist der Schmerz völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Wir denken, wenn wir den Palästinensern viel größeren Schmerz verursachen, dann werden sie eine Lektion lernen. Manche nennen dies einen „Erfolg“.

Trotz allem bleibt die „Lektion“ für die meisten Israelis abstrakt. Die israelischen Medien geben Informationen auf sehr niedrigem Niveau, Diät für ihre Konsumenten mit Wahrheit auf niedrigem Niveau …Sie sind bescheiden und rühmen sich nicht unserer Leistungen: die getöteten Kinder und die Leichen, die unter den Ruinen verwesen, die Verwundeten, die zu Tode verbluten, weil unsere Soldaten auf die Sanitäter schießen, die kleinen Mädchen, deren Beine wegen schrecklicher Wunden von neuer Munition amputiert werden mussten, von erschütterten Vätern, die bittere Tränen weinen, die Wohnviertel, die vernichtet wurden, die schrecklichen von weißem Phosphor verursachten Brände, und der Mini-Transfer – Zehntausende Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben und sind noch immer vertrieben und nun zusammengedrängt in anderen Wohnvierteln, die immer kleiner werden und die ständig bombardiert und beschossen werden:

hier bitte weiterlesen =
https://medienwatch.wordpress.com/2009/01/20/die-geschichte-beginnt-nicht-mit-den-qassams/.

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Israels wahre Gefahr: die Besatzung

Von Jörg Lau 14. März 2012 um 12:52 Uhr
Kürzlich traf ich in Jerusalem den Historiker Gershom Gorenberg. Ich hatte sein Buch “The Unmaking of Israel” gelesen und war fasziniert. Es ist eine packende Schilderung des Siedlungsprojekts, das nach dem Sieg von 1967 begann, nicht nur die Westbank, sondern Israel zu verändern.  Es soll bald auch auf Deutsch erscheinen (Campus). Ich bat Gorenberg, ein Oped für die ZEIT zu schreiben. Hier ist es, aus der morgigen Ausgabe der ZEIT:
http://blog.zeit.de/joerglau/2012/03/14/israels-wahre-gefahr-die-besatzung_5509.

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de

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