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Archive for the ‘Deutsche Bank: Preisverleihung an russischen Neofaschisten’ Category

Kritik an Deutscher Bank: Faschistischer russischer Künstler ausgezeichnet°

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Montag, 22. Dezember 2008 [dradioKultur]

Dieser Fall von Kunstsponsoring könnte am Image der Deutschen Bank kratzen. Der von dem Geldinstitut finanzierte Kandinsky-Preis – die wichtigste Kunst-Auszeichnung Russlands – ist an den umstrittenen Maler Alexej Beljajew-Gintowt verliehen worden. Er gehört der neo-faschistischen Jugendorganisation der ‚Eurasier‘ an. In seinem Werk arbeitet Beljajew-Gintowt mit antiken und religiösen Klischees und beschwört eine stalinistische Zukunft. In der deutsch-russischen Preis-Jury war die Entscheidung umstritten – viele Mitglieder waren gegen Beljajew-Gintowt. Den Ausschlag gab nach Angaben der ‚F.A.Z.‘ das Votum des Kurators der Kunstsammlung der Deutschen Bank, Friedhelm Hütte*, der für den umstrittenen Maler stimmte. [..]

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protest.

[medienwatch] Anatoly Osmolovsky der vorherige Kandinsky-Preisträger protestierte mit zahlreichen Künstler-Kollegen während der Preisverleihung in Moskau. Beljajew-Gintow würde aus den nationalen Minderwertigkeits-Komplexen Kapital schlagen, dahinter steckt keinerlei Kunst und das sei eben das Problem! – so Anatoly Osmolovsky. Wassily Kandinsky war alles andere als ein Nationalist er war ein Kosmopolit und trat für die Freiheit der Kunst ein. Schon Nationalismus bedeutet genau das Gegenteil. Beljaew-Gintowt gehört laut dradio der neo-faschistischen Jugendorganisation der ‘Eurasier’ an. Wenn das stimmt, sollte die Deutsche Bank „international abgemahnt“ werden.

Die intern. Nachrichtenagentur dpa berichtet diametral entgegengesetzt, – kann man den Bildern in der TV Doku (oben) vertrauen: Beljaew-Gintowt verwendet wie einige andere der Preisträger Symbole von Diktaturen in seiner Kunst. Gegen diese politisierte Kunst protestierten am Rande der Veranstaltung linksextreme Jugendliche, die Beljaew-Gintowt die Propagierung des Faschismus und eine Ästhetisierung des Grauens vorwarfen“. dpa-Zitat Ende. Da stimmt doch was nicht ?! Anatoly Osmolovsky als letzter Preisträger der Deutschen Bank ein Linksextremist ? Ist das eine gewollte politische Eskalationststrategie und Propagandaform in der Preisvergabe über den Rücken von Künstlern? – Oder von Kunst und Pseudokunst? Liest man den Standard noch dazu drängt sich dieser Eindruck exemplarisch auf. Es ist ja immerhin Kandinsky, der hier über die Deutsche Bank postum missbraucht wird. Man kann ja nicht glauben, dass das alles purer Beliebigkeit und Naivität geschuldet ist! | Jörg Stange

Kunst für Stalins „Brüder und Schwestern“
[standard] Bei der Vergabe des Kandinsky-Preises für russische Kunst an den rechtsextremen Künstler Beljaew-Gintowts kam es zum Eklat – Aktivist der „Eurasischen Jugendunion“

Eine zunehmende Faschisierung der „herrschenden Klasse“ Russlands sei offensichtlich, sagen Kritiker.

http://derstandard.at/?url=/?id=1227288946531

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Kindheit und Ausbildung

Wassily Kandinsky war der Sohn einer wohlhabenden Teehändlerfamilie aus Moskau, die aber bald nach Odessa zog. (…)

1889 unternahm Kandinsky eine Expedition in das nördliche Ural-Gebirge, um dort das Rechtssystem der Syrjanen zu studieren. Ihn faszinierten die mythischen, abstrakten Bemalungen der Trommeln dieses Urvolkes. Der Einfluss dieser Eindrücke ist in Kandinskys Frühwerk deutlich zu erkennen. (…)

Eine Berufung an die estnische Universität in Dorpat lehnte er im Jahr 1896 ab, entschied sich für die Malerei und zog nach München, wo er zunächst von 1897 bis 1899 an der privaten Malschule von Anton Ažbe, ab 1900 an der Kunstakademie München bei Franz von Stuck studierte.

(…) Die Verhältnisse in der neuen Sowjetunion, die Einschränkungen der Kunstfreiheit durch die neuen Machthaber, wurden für ihn zunehmend unerträglich, so dass er 1922 gerne dem Ruf von Walter Gropius folgte, am Bauhaus in Weimar als Lehrer tätig zu werden. Er konnte legal ausreisen, konnte aber seine Bilder nicht mitnehmen.(…)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wassily_Kandinsky

* dradio vergleiche Originaltext dradio: (Friedhelm) Hütte statt Schütte

Taz vom 23.12.2008

Neofaschistische Bildpropaganda

Der Skandalpreis von Moskau

Ein Künstler, der führendes Mitglied einer faschistischen Jugendorganisation ist, erhielt in Moskau den „Kandinsky-Preis“. Hauptsponsor ist die Deutsche Bank. VON ANNA RIEGER-BELYKH

http://www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/der-skandalpreis-von-moskau/



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Written by medienwatch & metainfo

Dezember 22, 2008 at 14:50