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Bankenrettung: Medien im Gleichschaltungsmodus

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Reparatur des Spielcasinos mit dem Segen der Presse

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medienwatch | Während in der zurückliegenden Woche harte Debatten darüber entbrannten, wie das neoliberale System auf einen neuen Kurs zu bringen sei, und zum Teil marxistische Ansätze Platz fanden in den Leitartikeln und Kommentaren, sind dieselben Medien nun erfüllt vom Hosianna, das angestimmt wird für die Verabschiedung der diversen „Rettungspakete“, die das globale, neoliberale Spielcasino, das aus dem Ruder gelaufen war, wieder in die Balance bringen sollen.
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Mit dem nun gleichgeschalteten Kurs der Mainstreammedien mit Hinblick auf ihre Berichterstattung zur Bankenrettung, in der jedes kritische Wort nun verstummt ist, soll offenbar ein Druck auf die Abgeordneten der Parlamente erzielt werden, der diesen keine andere Wahl lässt, als dieser jede bekannte Dimension sprengenden Selbstentmachtung zugunsten der Großbanken bzw. des bekanntlichermaßen ihnen sehr gewogenen Bundesfinanzministers zuzustimmen.
Vielfach wird derzeit in den großen Medien zwar schwadroniert über die Notwendigkeit, die Verursacher der Krise zur Verantwortung zu ziehen, die Banken an die kurze Leine zu nehmen und ähnliche moralisch motivierte Vorkehrungen zu treffen.
In keinem Fall wird aber das vorliegende Gesetzespaket oder andere konkrete Vorhaben der Bundesregierung in diesem Kontext unter die Lupe genommen, um abzugleichen, inwieweit derlei wohlmeinenden Kurskorrekturen vorgesehen sind: die Suche wäre nämlich aussichtslos und der jeweilige Journalist müsste hier ein Vakuum konstatieren.

Die Initiatoren der Rettungspakete nutzen selbst zur Förderung ihres Vorhabens geschickt die Mechanismen der Erpressung aus, die ihnen die Dynamik der Finanzkrise bietet: Bundesfinanzminster Steinbrück drohte der Öffentlichkeit unheilvoll damit, es sei „Gefahr im Verzuge“. Jeder, der sich also nun widersetzt, wird somit als Feind der Interessen des Gemeinwohls (das offenbar gleichzusetzen ist mit dem Wohlergehen der großen Banken) gebrandmarkt.

Ein großer Schritt zum Abbau der demokratischen Ordnung wird damit im Eilverfahren über die Bühne gebracht.
Inwieweit die PR-Strategen der involvierten und nun mit ungeheuren Summen gesponsorten Großbanken mit geeigneten Vorgehensweisen das Werbebudget ihrer Institute einsetzen, um damit eine vorteilhafte, von Kritik befreite, Berichterstattung der Medien zu erkaufen, ist unserer Redaktion nicht bekannt. Wohl aber, dass andernfalls festzustellen bliebe, dass derartige Massnahmen der geschäftsfördernden Einflussnahme den Regelungen geltender Gesetze nicht widersprechen.
Vor diesem Hintergrund wird sich also niemand Sorgen machen müssen, dass irgendetwas „anbrennen“ könnte. gw

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/59/313960/text/

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/5/313907/text/

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Der-Tag-danach-Hilfspakete-lassen-Investoren-durchatmen/425941.html

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Die-Ereignisse-vom-13-Oktober-Steinbr%FCck-erfreut-%FCber-Marktreaktionen/425335.html

weitere Beiträge zum Thema  auf http://www.meta-info.de

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Bankenrettungspaket zur Reparatur des globalen Casinos

Ein Ermächtigungsgesetz für Finanzminister Steinbrück

http://www.meta-info.de/?newsfull=1&lid=32771&rubrik=politik

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medienwatch.de | medienwatch.wordpress.com | „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ = Francisco de Goya 1746-1828 | Foto | Bildarbeit: «Embedded» Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK Aktive Archiv(e)

Written by medienwatch & metainfo

Januar 23, 2009 at 09:45