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Archive for the ‘Aktuelle Berichte zur Situation in Gaza’ Category

Ban Ki Moon ordnet Untersuchung israelischer Angriffe auf UN-Einrichtungen an

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Am Dienstag hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Untersuchung der israelischen Angriffe auf Gebäude der Vereinten Nationen angeordnet. Das unter der Leitung des Briten Ian Martin stehende Gremium soll seine Arbeit unverzüglich aufnehmen und ihm binnen eines Monats einen detaillierten Bericht über das Ausmaß der Zerstörungen und die Ursachen sowie Zusammenhänge vorlegen.

Während seiner israelischen Aggressionen im Gaza-Streifen habe Israel nach Angaben des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) mehr als 50 Einrichtungen der Vereinten Nationen beschädigt oder zerstört.

Außerdem forderte der Generalsekretär Israel erneut auf, umgehend die Grenzübergänge zu dem Gaza-Streifen zu öffnen. Ein Großteil der Gesamtbevölkerung sei auf internationale Versorgung angewiesen. Derzeit öffnet Israel nur einen Übergang für die Hilfstransporte, sodass täglich höchstens 30.000 Menschen mit Lebensmitteln und Wasser versorgt werden können. Besonders dramatisch sei die Situation für Hunderte Verletzte, für die es ohne Nachschub von Außen weder Medikamente, Verbandszeug noch andere medizinische Hilfsmittel gebe.

http://www.palaestina.org/news/nachrichten/zeigeNachricht.php?ID=6572

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Besatzungssoldaten schießen auf friedliche Demonstration – Siedler greifen 15-Jährigen an

Israelische Besatzungstruppen haben am Dienstagnachmittag bei Hebron eine friedliche Demonstration beschossen. Der Protest der Einwohner des Dorfes Thna richtete sich gegen den Bau der illegalen Apartheidmauer sowie gegen die rechtswidrige Annektierung ihrer Ländereien. Verletzte wurden nicht vermeldet.

Vier Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 23 Jahren wurden nach Razzien israelischer Besatzungssoldaten willkürlich verhaftet. Der Aufenthaltsort der aus den Dörfern Sa’ir und Al-Shyoukh, nördlich von Hebron, kommenden Jungen ist bis heute unbekannt.

Am späten Montagabend schossen wahllos israelische Siedler auf einen palästinensischen Jungen. Augenzeugen berichteten, dass die Siedler in das Dorf Hussan, südlich der Stadt Bethlehem, eindrangen und auf den auf der Straße spielenden Ali Hammamrah schossen. Der 15-Jährige erlitt Schußverletzungen am linken Bein und konnte zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus in Bethlehem gebracht werden.

Fast täglich greifen Siedler die palästinensische Zivilbevölkerung an. Dies geschieht oftmals in Anwesenheit israelischer Besatzungssoldaten, die tatenlos zusehen.

Weitere Truppen zerstörten am Montagabend bei Tarrama, südlich der Stadt Hebron, Dutzende Bäume. Die Oliven- und Mandelbäume seien Hindernisse auf der Zufahrtstraße zu der israelischen Militärbasis Al-Majnuna, so die Begründung Israels.

http://www.palaestina.org/news/nachrichten/zeigeNachricht.php?ID=6571

Auch Hamas ruft Waffenstillstand aus

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Israels Armee beginnt mit dem Rückzug aus dem Gazastreifen

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Januar 20, 2009 at 09:00

Israel | Gaza : Operation Straffreiheit + Der Kern des Konfliktes liegt in der Blockadepolitik

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Operation Straffreiheit

Israel radiert Palästina Schritt für Schritt von der Landkarte: Zu seiner Rechtfertigung produziert der Staatsterrorismus Terroristen, sät Haß und erntet Alibis Von Eduardo Galeano |

Seit 1948 sind die Palästinenser zu einer lebenslangen würdelosen Unterwerfung verurteilt. Nicht einmal atmen dürfen sie ohne Genehmigung. Sie haben ihre Heimat verloren, ihr Land, ihr Wasser, ihre Freiheit, ihr alles. Ihnen wird nicht einmal zugestanden, die eigene Regierung zu wählen. Wenn sie diejenigen wählen, die sie nicht wählen dürfen, dann werden sie bestraft. Gaza wird bestraft. Der Landstreifen ist zu einer Mausefalle geworden, seitdem die Hamas in sauberer Weise die Wahlen im Jahr 2006 gewonnen hat. Etwas Ähnliches geschah 1932, als die kommunistische Partei die Wahlen in El Salvador gewonnen hatte. In ein Blutbad getaucht, so haben die Salvadorianer ihr ungehöriges Betragen sühnen und seitdem unter Militärdiktaturen leben müssen. Demokratie ist ein Luxus, den nicht alle verdienen.

Kinder der Ohnmacht (…)

Eduardo Galeano, uruguayischer Schriftsteller und Journalist, ist Autor von »Die offenen Adern Lateinamerikas«, »Erinnerungen des Feuers« und »Spiegel – fast eine universelle Geschichte«

junge Welt, 17. Januar 2009

hier bitte weiterlesen:

http://www.jungewelt.de/2009/01-17/035.php

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Eduardo Galeano

Eduardo Galeano auf der Feria del Libro in Madrid, 2008

Eduardo Hughes Galeano (* 3. September 1940 in Montevideo, Uruguay) ist ein Journalist, Essayist und Schriftsteller. Mit zwanzig Jahren wurde er stellvertretender Chefredakteur der MARCHA, einer Zeitschrift für Kultur und Politik in Montevideo. Später war er leitend bei mehreren linksgerichteten Zeitschriften tätig; 1976 ging er ins spanische Exil, wo er bis zum Ende von Uruguays Militärdiktatur 1985 verblieb. 1971 erschien die erste Fassung seines wichtigsten Werkes Las venas abiertas de América Latina (dt. Die offenen Adern Lateinamerikas), welches sich mit der Geschichte Lateinamerikas, insbesondere den Kolonialherrschaften alter und neuerer Prägung auseinandersetzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Eduardo_Galeano

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Der Kern des Konfliktes liegt in der Blockadepolitik

Norman Paech
Liebe Freundinnen und Freunde,
Liebe palästinensische Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich kann mich kaum an einen derart schrecklichen Jahreswechsel wie diesen erinnern. Mit einem Krieg in Palästina, der ein Massaker unter der Bevölkerung des Gazastreifens angerichtet hat, ohne dass ein Ende dieses furchtbaren Gemetzels abzusehen ist. Schrecklich war dieser Jahreswechsel aber nicht nur für die Menschen im Gazastreifen. Er ist es auch schrecklich und beschämend für Israel, die ganze arabische Welt, die Europäer und die US-Amerikaner, denn sie haben seit Jahren – seit Jahrzehnten – keine ernsthaften Bemühungen unternommen, einen dauernden Frieden zwischen den beiden Völkern im Nahen Osten zu sichern.

Die Regierungen können sich nicht länger etwas vormachen. Die Wahrheit ist, dass die sog. Friedenskonferenzen von Madrid über Oslo, Camp David, Taba bis Annapolis zu nichts anderem geführt haben, als zu immer gewalttätigeren Konfrontationen zwischen Juden und Arabern und schließlich auch zwischen den Arabern selbst.

Der jüngste Luftkrieg gegen den Gazastreifen ist ein von langer Hand vorbereiteter Angriff, der nicht etwa eine spontane Reaktion auf die Raketen der Hamas ist. Der Zeitpunkt ist genau kalkuliert: es ist nicht das erste Mal, dass ein Krieg die Wahlchancen der härtesten Kriegstreiber verbessern sollen – und in Israel stehen Neuwahlen unmittelbar bevor. In den USA ist der alte Präsident auf dem Rückzug aus dem Amt und der neue Präsident Obama ist noch nicht im Amt. Der alte steht voll hinter dem israelischen Krieg und der neue ist ganz offensichtlich unentschlossen. Er vermeidet es, sein Wahlversprechen zu bekräftigen, dem Völkerrecht wieder den ihm zukommenden Platz in der US-Außenpolitik einzuräumen. Das ist kein gutes Zeichen für die zukünftige Nahost-Politik der Obama-Administration. Gerade jetzt ist es notwendig, das israelische Militär von weiteren massiven Völkerrechtsverstößen abzuhalten.

Die Politik der letzten Jahre hat nie ein ernsthaftes Anzeichen für einen wirklichen Friedenswillen erkennen lassen. Ja, sie ist kriminell, wenn wir die Folgen der Luftangriffe sehen, die zu einem Massaker unter der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen geführt haben. Sie sind durch kein Recht auf Selbstverteidigung oder Notwehr legitimiert, wie es Noch- Präsident Bush und Bundeskanzlerin Merkel behaupten. Das sind eindeutige Kriegsverbrechen, eine vollkommen unverhältnismäßige Reaktion auf die Raketen der Hamas. Der Gazastreifen ist mit 365 km² kaum halb so groß wie Hamburg mit 755 km². Er hat aber mit 1,5 Mio. Menschen fast so viele Einwohner wie Hamburg mit 1,7 Mio. Er ist das am dichtesten besiedelte Land der Welt. Kein Luftangriff kann die von dem Kriegsvölkerrecht geforderte Unterscheidung zwischen geschützten Zivilisten und legitimen Kampfgegnern gewährleisten. Der Vorwurf der israelischen Armee, die Hamas-Kämpfer würden sich hinter den Zivilisten verstecken und diese als Schilde missbrauchen, ist angesichts der Bevölkerungsdichte und der Unmöglichkeit, sich durch Flucht den Angriffen zu entziehen, nur zynisch. Es ist schon eine Verhöhnung des Rechts, wenn die Unzahl der zivilen Toten und Verletzten, die Zerstörung der Wohnungen und zivilen Einrichtungen mit der Selbstverteidigung gerechtfertigt werden. Und es ist eine zynische Haltung, gegen die Fortsetzung der Luftangriffe und die Weigerung der israelischen Regierung, mit der Hamas über einen Waffenstillstand zu sprechen, faktisch nichts zu unternehmen und stattdessen die Leistung von medizinischer und humanitärer Hilfe zu fordern.

Die Sicherheit Israels wird durch diesen barbarischen Akt der Bestrafung nicht gefördert sondern weiter gefährdet. Er provoziert die Radikalität des Gegners und heizt die Eskalation der Gewalt an. Vieles spricht dafür, dass dies auch so gewollt ist, weil die politisch Verantwortlichen in Israel den von ihnen in Friedensverhandlungen geforderten Abzug aus den besetzten Gebieten nicht akzeptieren wollen.

Betrachten wir die Realität: Seit 1967 hält Israel das Westjordanland und den Gazastreifen besetzt. Es hat zwar vor drei Jahren seine Truppen und Siedler aus dem Gazastreifen zurückgezogen, hat aber die volle Kontrolle über das kleine Territorium zu Wasser, in der Luft und zu Land behalten. Seit dem Wahlsieg der Hamas im Januar 2006 bestraft Israel mit der Unterstützung der EU und USA die Bevölkerung durch eine unmenschliche Abriegelung und wirtschaftliche Blockade des Gazastreifens. Die UNO spricht von einer „tiefen Krise der Menschenwürde“ und Uri Avnery bezeichnet die Blockade als einen Akt des Krieges, der das ganze Leben im Gazastreifen paralysiert hat: „Diejenigen, die die Grenzübergänge geschlossen haben – unter welchem Vorwand auch immer – wussten, dass es unter diesen Bedingungen keinen wirklichen Waffenstillstand geben kann.“ Seit dem Beginn der Blockade beklagt der UNMenschenrechtsausschuss immer gravierendere Verstöße der Abriegelungspolitik gegen die Menschenrechte. Das sind schwerwiegende Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das haben im Dezember vergangenen Jahres US-amerikanische Anwälte Ministerpräsident Ehud Olmert zu Recht in einer Strafanzeige beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vorgeworfen.

Wie jedes Volk unter rechtswidriger Besatzung haben auch die Palästinenser ein Recht auf Widerstand. Für eine rechtswidrige Besatzung gibt es aber kein Recht auf Verteidigung, sondern nur die Verpflichtung, die Besatzung vollständig aufzuheben. Während der letzten sieben Jahre sind 14 Israelis zumeist durch Raketen vom Gazastreifen getötet worden. In der gleichen Zeit wurden mehr als 5000 Palästinenser mit Waffen getötet worden, die auch aus den modernsten Arsenalen der US-Armee stammen. Und während keine Raketen vom Westjordanland aus abgeschossen wurden, starben dort allein dieses Jahr 45 Palästinenser von israelischer Hand. Das ist die Realität der Besatzung, in der jede Art von Waffenstillstand nur dann einen Sinn macht, wenn die Besatzung selbst verschwindet.

Wer hingegen eine Politik der Strangulierung und Entwürdigung verfolgt, darf sich nicht wundern, wenn aus der Verzweiflung und Ohnmacht der Opfer Terrorakte entstehen, die die israelische Bevölkerung in der Nachbarschaft des Gazastreifens treffen. Hamas hat das Ruhen der Waffen angeboten. Die israelische Führung ist jedoch dazu nicht bereit. Es nutzen daher auch keine abgewogenen Appelle an beide Seiten, die Waffen ruhen zu lassen. Denn der Kern des Konfliktes liegt in der Blockadepolitik, die das Ergebnis der freien und fairen Wahlen von 2006 nicht akzeptieren will. Diese unverantwortliche Politik haben auch die Regierungen der EU und der USA im Widerspruch zu ihren eigenen Prinzipien zu vertreten. Es ist eine Schande, dass sie diese Politik immer noch nicht revidiert haben, sondern die Weigerung Israels zu jeglichem politischen Kontakt mit Hamas auch noch unterstützen. Damit sind auch sie für den militärischen Exzess der vergangenen Tage mit verantwortlich.

Wir fordern daher:

  • Sofortiger Stopp der Luftangriffe auf den Gazastreifen.
  • Verhinderung der angekündigten Bodenoffensive.
  • Aufgabe der Blockade und Abriegelung des Gazastreifens.
  • Sofortige Aufnahme von Verhandlungen mit Hamas, um den Raketenbeschuss einzustellen.
  • Beendigung der israelischen Besatzung.

Nur eine politische Lösung auf dem Weg der Verhandlungen vermag für beide Seiten die Sicherheit ihrer Existenz und einen dauerhaften Frieden zu schaffen.

* Rede auf der vom SCHURA Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V., SCHURA Islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein e.V. und der Palästinensischen Vereinigung Hamburgs PHV e.V. veranstalteten Demonstration am Freitag, den 2. Januar 2009.


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http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Gaza/paech-ruf.html

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Januar 18, 2009 at 13:12

Israel: Zwei Kriegsdienstverweigerinnen inhaftiert

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Pressemitteilung vom 16. Januar 2009

Vor zwei Tagen wurden die Kriegsdienstverweigerinnen Raz Bar-David Varon und Maya Yekhieli-Wind zu jeweils 14 Tagen Militärarrest verurteilt. Beide weigern sich, den Militärdienst abzuleisten. Für Raz Bar-David Varon ist dies bereits die vierte Haftstrafe. Das teilte die Gruppe der Shministim gestern gegenüber Connection e.V. mit. „Die gegenwärtige Gewalt ist ein Ergebnis jahrzehntelanger Besatzung sowie einer Abriegelung des Gaza seit dem Rückzug aus diesen Gebieten“, erklärte Maya Yekhieli-Wind vor ihrer Inhaftierung angesichts des aktuellen Krieges in Gaza. „Die sinnlose Besatzung von Millionen führt nur zu einer Radikalisierung ihrer Positionen, zu Hass und der Eskalation der Gewalt. Gewalt ist ein Kreislauf, der sich selbst nährt. Dieser Kreislauf wird nicht enden, bis jemand aufsteht und sich ohne Kompromisse weigert, daran teilzunehmen. Das ist es, was ich heute tue.“ In Israel sind alle jüdischen Frauen und Männer wehrpflichtig und werden mit 18 Jahren einberufen. Die Dauer des Militärdienstes beträgt für Männer drei Jahre, für Frauen 20 Monate. Nach Ablauf des regulären Militärdienstes leisten Männer bis zu ihrem 50. Lebensjahr mindestens einmal jährlich für etwa 30 Tage einen Reservedienst ab. Ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung wird praktisch nicht gewährt. Anfang der Woche wurde der erste Reservist zu 14 Tagen Arreststrafe verurteilt, nachdem er sich dem Kriegseinsatz im Gazastreifen verweigert hatte. Raz Bar-David Varon und Maya Yekhieli-Wind gehören einer Gruppe von 60 Abiturientinnen und Abiturienten an, die sich im Sommer 2008 als Shministim zusammengeschlossen haben. Gemeinsam hatten sie, Frauen und Männer, gegenüber dem israelischen Verteidigungsminister erklärt, dass sie sich gegen die „Besatzungs- und Unterdrückungspolitik der israelischen Regierung“ wenden. „Wir werden uns deshalb weigern, an den Aktionen teilzunehmen, die vom israelischen Militär in unserem Namen durchgeführt werden.“ Bislang wurden acht von ihnen zumeist mehrfach inhaftiert. Connection e.V. ruft zur Unterstützung der israelischen Verweigerer auf. Über die Website http://december18th.org/ der Shministim können Protestschreiben an den israelischen Verteidigungsminister gesandt werden.

http://www.connection-ev.de/

http://www.facebook.com/group.php?gid=25987424652&ref=ts

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Reservisten verweigern Einsatz im Gazastreifen

Die israelische Organisation Courage to Refuse (Mut zum Verweigern) rief gestern mit einer Anzeige in der Tageszeitung Ha’aretz zur Verweigerung des Einsatzes im Gazastreifen auf: „Wir, Offiziere und Kampfsoldaten der israelischen Armee, rufen die Soldaten dazu auf, sich zu weigern, auf Gaza zu schießen. Der Beschuss und die Bombardierung dicht besiedelter Wohngebiete ist ein Kriegsverbrechen und setzt Israels Moral und Sicherheit aufs Spiel. Nichts wurde erreicht, außer einer Zunahme der Zahl der Raketen, die aus Gaza auf den Süden Israels abgeschossen werden – und eine Steigerung des Hasses und der Gewalt der Palästinenser gegenüber Israel. Es ist das Recht und die Pflicht jedes Soldaten, sich zu weigern, das Blut unschuldiger Zivilisten zu vergießen.“ Ein weiterer Aufruf von „Jüdinnen und Juden aus der ganzen Welt“ fordert israelische Soldaten und Soldatinnen ebenfalls zur Verweigerung auf: „Die ein Gewissen haben, müssen die israelische Kriegsmaschinerie stoppen. Das könnt nur Ihr tun – und Ihr müsst es tun.“ Courage to Refuse berichtete zugleich, es gebe erste Verweigerer des Kriegseinsatzes in Gaza. Etwa ein Dutzend Reservisten hätten sich bislang der Einberufung verweigert. Mit der Anzeige in Ha’aretz riskiert Courage to Refuse strafrechtliche Verfolgung. So wurde bereits gegen die Organisation New Profile, die in Israel KriegsdienstverweigerInnen berät, ein Strafverfahren eröffnet mit dem Vorwurf der „Anstiftung zur Militärdienstentziehung“. Kriegsdienstverweigerin heute aus der Haft entlassen – weitere Inhaftierung befürchtet Schon seit einigen Monaten werden junge Männer und Frauen, die sich in der Gruppe der Shministim (AbiturientInnen) zusammengeschlossen haben, wegen ihrer Kriegsdienstverweigerung verfolgt. Heute endet die dritte Arreststrafe von Raz Bar-David Varon. Insgesamt war sie bislang 43 Tage in Haft. In Israel sind alle jüdischen Frauen und Männer wehrpflichtig und werden mit 18 Jahren einberufen. Die Dauer des Militärdienstes beträgt für Männer drei Jahre, für Frauen 20 Monate. Nach Ablauf des regulären Militärdienstes leisten Männer bis zu ihrem 50. Lebensjahr mindestens einmal jährlich für etwa 30 Tage einen Reservedienst ab. Ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung wird praktisch nicht gewährt. Raz Bar-David Varon droht, wie allen anderen VerweigerInnen, erneute Inhaftierung. Dennoch bleibt sie ihrer Überzeugung treu: „Ich wurde nicht geboren, um als Soldatin zu dienen, die ein anderes Land besetzt, und der Kampf gegen die Besatzung ist auch mein Kampf. Es ist ein Kampf für Hoffnung, für eine Zukunft, die manchmal so weit weg zu sein scheint. Ich habe eine Verantwortung für diese Gesellschaft. Meine Verantwortung ist es, zu verweigern.“

http://www.koeln.paxchristi.de/new/index.html

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Newesletter 0ct. 2009

For three weeks, Maya Wind and Netta Mishly, both from Israel, have been explaining to audiences across the country why they refuse. They refuse to rule over an occupied people. They refuse to detain Palestinians without charge. They refuse to guard checkpoints, to enforce a siege, to usher in a humanitarian disaster.

Speaking to hundreds of students at the University of Arizona, these two women reminded them, „Your tax dollars are going toward our Occupation!“ They gave their personal accounts of how they came to be Shministim – Israeli youth who have signed a letter stating their refusal to join the Israeli army. This was not a decision they came to lightly as they knew they would pay a price – military prison.

You can learn why they paid that price, because they will be speaking at several locations in the DC area starting Thursday, October 8!

Help us publicize these events by forwarding this e-mail widely; you can also visit our tour website at www.WhyWeRefuse.org where you can find out when the Shministim will be in other cities. Don’t forget to pass the site along to your friends, family, coworkers, e-mail lists, and affiliated organizations.

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Shministim in Greater DC


Thursday, October 8

►American University, Main Campus
2 PM ♦ Butler Boardroom ♦ 4400 Massachusetts Ave. NW, DC

►University of Maryland, College Park
6 PM ♦ Jimenez Hall 0220 ♦ Click here for directions


Friday, October 9

►Howard University
5
PM ♦ Blackburn Building – Digital Auditorium ♦ 2400 Sixth St. NW, DC


Saturday, October 10

►Busboys and Poets
5 PM ♦ 14th and V St. NW, DC ♦ $10 suggested donation; no one turned away for lack of funds.


Sunday, October 11

►Greenfestival
11 AM ♦ Washington Convention Center ♦ 801 Mount Vernon Pl. NW, DC


Got Facebook? Join the Cause


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Jewish Voice for Peace

The Why We Refuse Tour is a joint project of Jewish Voice for Peace and CODEPINK

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Gaza-Konflikt: Verlierer und Sieger

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Tausend(e) Tote, Verletzte und Traumatisierte: Ein Waffenstillstand in Gaza ist nah, weil der Preis für den Krieg zu hoch geworden ist. Ein Kommentar von Christiane Schlötzer

Mehr als 1100 Tote, mehr als 5000 Verletzte, Tausende Traumatisierte, dazu zerstörte Schulen und UN-Gebäude aber sind ein hoher Preis für einen wenig spektakulären Sieg. Die Hamas in Gaza ganz zu vernichten, konnte sich Israel gar nicht leisten. Auch nach dem Krieg muss jemand für Ordnung im Chaos sorgen, Israel aber will die Verantwortung für die 1,5 Millionen Menschen in dem Küstenstreifen keinesfalls übernehmen. Deshalb dürften die Truppen nach Beginn des Waffenstillstands bald abziehen, schließlich werden die Israelis kaum mit der Hamas gemeinsam patrouillieren wollen.

Was hat der Krieg noch gebracht? Israels Waffengang hat die arabische Welt noch tiefer gespalten, und Israels Feinde in der Region werden entschlossener aufrüsten als bisher schon. Europa und Amerika haben spät, aber doch ihre Hilfe angeboten, einen Waffenstillstand abzusichern.

Frieden aber sieht anders aus. Der wird nicht in Schlachten errungen, sondern nur an Konferenztischen. Ägypten, das sich nun als geschickter Vermittler erwies, sollte damit gleich weitermachen. An diesem Tisch aber müssen dann viele sitzen: Israel, der Palästinenserpräsident, Syrien dazu, und wie jetzt, im Nebenzimmer, wieder auch die Hamas.“ [::]

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http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/politik/259/454939/text/

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Januar 17, 2009 at 13:51

Israel bombardiert UN-Hauptquartier + Krankenhaus in Gaza-Stadt

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Israel bombardiert UN-Hauptquartier, Gebäude des Roten Halbmondes und Krankenhaus in Gaza-Stadt

[palestina.org] 15.01 2009 | Am Donnerstagmittag beschoss Israel die UN-Zentrale in der Stadt Gaza und bombardierte das Gebäude des Flüchtlingshilfswerkes UNRWA mit drei mutmaßlichen Phosphorbomben. Diese Vermutung äußerte auch UN-Sprecher Chris Gunness. Viele Einwohner berichteten auch über Atembeschwerden, ein weiterer Hinweis für den Einsatz von Phosphorbomben.

Hunderte Flüchtlinge suchten Schutz auf dem Gelände der UN-Zentrale, ob sich zum Zeitpunkt des Angriffes noch Personen aufhielten, könne man wegen der starken Rauchentwicklung nicht erkennen, so Gunness. Gleichzeitig befürchte er, dass große Mengen Hilfsgüter und Tanklastwagen zerstört worden seien.

Das Gebäudekomplex umschließt das Hauptquartier des Flüchtlingshilfswerks, weitere Büros und eine Schule.
Wie der Fernsehsender Al-Jazeera berichtete, wurde auch ein Krankenhaus des Palästinensischen Rotes Halbmondes im Bezirk Tel Al Huwa mindestens vier Mal getroffen, dabei wurde der Lagerraum des Krankenhauses zerstört.

Im Krankenhaus befinden sich mehr als 500 Verletzte und Kranke. Nach Informationen von internationalen Friedensaktivisten habe die israelische Armee das Krankenhaus umstellt und lässt keine Person aus oder in das Gebäude.

Über 150 eingehende Notanrufe habe das Krankenhaus erhalten, aber durch die Umzingelung und den Scharfschützen der israelischen Armee können die Sanitäter die Verletzten und Toten nicht erreichen.

Auch ein von der Nachrichtenagentur Reuters und weiteren Fernsehsendern wie Abu Dhabi und BBC genutztes Gebäude in Gaza-Stadt wurde von einer Explosion erschüttert.

Laut Augenzeugen schossen israelische Panzer in Gaza-Stadt gezielt auf Wohnhäuser. Hunderte Familien flohen vor den israelischen Aggressionen im südlichen Stadtgebiet, Menschen riefen von Balkonen um Hilfe. Eltern liefen mit ihren in Schlafanzügen gekleideten Kindern durch die Straßen und suchten verzweifelt nach Schutz. Es brannten zahllose Wohnungen und Häuser.

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Nachrichten:
15.01.2009: Israel bombardiert UN-Hauptquartier, Gebäude des Roten Halbmondes und Krankenhaus in Gaza-Stadt
15.01.2009: Erklärung von Steinmeier und Kouchner zu Gaza

Beiträge:
15.01.2009: Auflistung des Grauens
15.01.2009: Erst schießen, dann fragen

http://www.palaestina.org/news/nachrichten/zeigeNachricht.php?ID=6539

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Januar 15, 2009 at 16:04

ZMAG Übersetzungen + Kinder im Krieg in Gaza

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Demonstration in Andalusien

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Demonstration in Andalusien

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Bilder aus Gaza

BBC http://news.bbc.co.uk/2/hi/7812979.stm

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Schwere Vorwürfe gegen Israels Armee

Der Standard | 16. Juli 2009 Schwere Zerstörungen im Gazakrieg nach einem israelischen Luftangriff auf ein Gebäude der von der radikalislamischen Hamas geführten Sicherheitskräfte im Gazastreifen. Im Gazakrieg seien Palästinenser als lebende Schutzschilde eingesetzt worden, heißt es in einem Bericht einer NGO:

http://derstandard.at/fs/1246542208840/Nahost-Konflikt-Schwere-Vorwuerfe-gegen-Israels-Armee

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Tote Kinder in Gaza
von Suzanne Baroud
Eingesperrt, ausgehungert, von Heckenschützen erschossen, erstickt, wie Schafe geschlachtet. Die Führer der freien Welt haben anscheinend nicht einen Augenblick Zeit, dies zu kommentieren.
    • 12.01.2009

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von John Pilger
Wenn die Wahrheit durch Schweigen ersetzt wird“ sagt der sowjetische Dissident, Yevgeny Yetuvshenko, „ist das Schweigen eine Lüge.“ Es scheint so, also ob das Schweigen über Gaza hereingebrochen ist. Die Hüllen ermordeter, in Grün eingewickelter Kinder, zusammen mit Kisten, die ihre verstümmelten Eltern enthalten und die Schreie aus Kummer und Wut jedes Einzelnen dieses Todeslagers am Meer, kann man auf Al Jazeera und You Tube sehen, kurz eingeblendet auch auf der BBC. http://bit.ly/HwKmps
    • 12.01.2009

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Die Siege im Gazastreifen werden Israel einen hohen Preis kosten
von Sara Roy
Cambridge, Mass. Ich höre die Stimme meiner Freunde in Gaza so klar, als wären wir noch per Telefon verbunden – ihre Agonie hallt in mir wieder. Sie weinen und klagen über den Tod ihrer Kinder, einige, kleine Mädchen wie meine Tochter. Ihre Körper sind verbrannt und sinnlos zerstört worden. Ein palästinensischer Freund fragte mich: „Warum greift Israel genau dann an, wenn die Kinder aus der Schule kommen und die Frauen auf dem Markt sind?“
    • 11.01.2009

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Bericht aus Rafah
von Bill Quigley
Dr. Nicolas Doussis-Rassias wartet zusammen mit vielen anderen Ärztefreiwilligen seit Tagen in Rafah/Ägypten. Nicolas und die übrigen Mediziner wollen in Rafah über die Grenze nach Gaza, um jenen 3000 zu helfen, die von israelischen Bomben bzw. schweren Waffen verletzt wurden.
    • 11.01.2009

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Wie viele Divisionen?
von Uri Avnery
VOR FAST 70 Jahren wurde während des zweiten Weltkriegs in Leningrad ein abscheuliches Verbrechen begangen. Länger als tausend Tage hielten eine Gang von Extremisten, die „Rote Armee“ genannt wurde, Millionen von Einwohnern der Stadt als Geiseln und provozierte die deutsche Wehrmacht aus den Bevölkerungszentren heraus. Die Deutschen hatten keine andere Möglichkeit als die Bevölkerung zu bombardieren und sie einer totalen Blockade auszusetzen, die den Tod von Hunderttausenden verursachte.
11.01.2009

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Die Zeit der Selbstgerechten
von Gideon Levy
Jeder, der diesen Krieg rechtfertigt, rechtfertigt auch alle Verbrechen dieses Krieges. Jeder, der diesen Krieg als Selbstverteidigungskrieg sieht, hat die moralische Verantwortung für dessen Folgen zu tragen. Jeder, der heute die Politiker und die Armee ermutigt, weiterzumachen, wird nach dem Krieg ein Kainsmal tragen – eingebrannt auf der Stirn. Wer diesen Krieg verteidigt, verteidigt den Schrecken des Krieges.
    • 10.01.2009

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Eine Augenzeugin berichtet aus Gaza
von Ewa Jasciewicz
Ein israelischer Apache-Hubschrauber hatte um 15.15 Uhr angegriffen. Laut Augenzeugenberichten feuerte er zwei Raketen in die Straße von Hay al Amel, das im Osten von Beit Hanoun liegt.
    • 09.01.2009

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Die neue Kriegsmoral Israels
von Neve Gordon
Wenn man in diesen Tagen israelische öffentliche Fernsehsender (z.B. Kanal 1) einschaltet, kann dies eine verstörende Wirkung haben, so dass ich diese Gewohnheit in letzter Zeit aufgegeben habe. Nachdem wir aber mit unseren zwei Kindern für drei Tage in der Wohnung festsaßen, beschlossen meine Frau und ich, meine Mutter zu besuchen, die weiter nördlich lebt, wo unsere Kinder unbehelligt von Raketen draußen spielen können.

http://www.zmag.de/

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Die Fotos wurden medienwatch übermittelt: vielleicht tragen sie dazu bei diesen Wahnsinn zu stoppen!!!

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Haaretz: Inner-israelische Diskussion über Doppelmoral

http://de.indymedia.org/2009/01/238883.shtml

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Januar 12, 2009 at 15:29