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2 x Hamburger Kammerspiele: Halpern & Johnson | Alte Freunde

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halpernjohnson02Foto: Sepp Gallauer [flashfoto]

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Halpern & Johnson

von Lionel Goldstein

Regie: Herbert Föttinger

Mit Helmuth Lohner und Otto Schenk

Am Anfang steht eine Beerdigung, und am Ende vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Joseph Halpern hat nach über fünfzig Jahren Ehe seine Frau Flo verloren. Einsam steht er an ihrem Grab und sieht irritiert, wie ein Fremder mit einem Blumenstrauß an ihn herantritt. Der Mann stellt sich als Dennis Johnson vor, Buchprüfer im Ruhestand, und fremd ist er nur für Halpern…

Ein klassisches „Well-made Play“ für ein älteres Schauspielerduo geschrieben, das in pointierten Dialogen gekonnt die Balance zwischen Drama und Komödie hält: „Feelgood“-Theater, ganz in der Tradition von Stücken wie „Ich bin nicht Rappaport“ oder „Besuch bei Mr. Green“.

Pressestimmen:

Föttingers Inszenierung mit Lohner und Schenk ist eine gelungene, bisweilen berührende und aufwühlende Einführung in den deutschen Sprachraum, die die Latte für zukünftige Produktionen ziemlich hoch legt. Viel

Applaus beendete den Abend. (…) Wieder einmal ist es Rolf Langenfass, der mit seinem schlichten, aber umso stimmigeren Bühnenbild eine Kulisse geschaffen hat, die ohne aufdringlich zu sein den Grundton des Stücks reflektiert. (APA)

Grandioses Solo für zwei Giganten des Theaters. (…) Es zeigt sich die große Meisterschaft eines Helmuth Lohner und eines Otto Schenk. Trocken gesetzte und nie billig geholte Pointen, perfekte verbale Scharaden, aber auch zutiefst humane Regungen – Lohner und Schenk spielen virtuos auf der Klaviatur der Gefühle, entwickeln feinsinnige Charaktere, die man sehr bald ins Herz schließt. Helmuth Lohner und Otto Schenk sind ein kongeniales Duo, sorgen für viele Lacher und Zwischentöne. (…) Regie sehr zurückgenommen, konzentriert und tadellos. (Kurier)

Herbert Föttinger erweist sich als Regisseur, der zwei große Komödianten zu hoher Diskretion bändigt und aus einem Gebrauchsstück eine kleine Kostbarkeit macht. Kostbar auch die Ausstattung von Rolf Langenfass, die aus Herbstlaub besteht – raschelndes Herbstlaub dicht am Boden, Herbstlaub auch als Himmel über die beiden herbstlichen Männerleben gespannt: schön. (…) Otto Schenk ist Joe Halpern, jüdisch durch und durch, ohne dass er es irgendwie betonen oder ausspielen müsste. Die Erfahrung, dass seine Frau einen anderen Mann in ihrem Leben hatte (auch wenn sie nach der Hochzeit absolut „treu“ blieb), erschüttert ihn spürbar. (…) Es ist wunderbar, Mr. Halpern zu begegnen. Und Mr. Johnson nicht minder. Helmuth Lohners Johnson ist nobel distanziert (wenn man ihn nicht reizt) und doch innerlich berührt, von Halperns Emotionen mitzureißen und am Ende zu einer wunderbaren Freundschaft bereit (…). Schenk und Lohner rollen mit Föttingers Hilfe zwei ganz normale Leben auf, deren Verbindung sich von Erkenntnis zu Erkenntnis steigert. Brillanten nuancierter, nie vordergründiger Schauspielkunst, zwei scheinbar handlungslose, aber innerlich hochspannende Stunden, ganz im Dienst der Menschendarstellung. Und wie ökonomisch: Minimaler Aufwand mit maximaler Wirkung… (Merker)

Bravouröses Spiel. Der grandiose Auftritt zweier Altmeister. (Standard)

Halpern (Otto Schenk) schreit, grantelt, spart nicht mit Kraftausdrücken und peinlichen Bekenntnissen von Zehn-Minuten-Sex in der Lagerhalle mit seiner jüngeren Geliebten bis zu seinem lädierten besten Stück. Seine köstlichsten Momente hat er im Zorn, wenn er jede noch so banale Vertraulichkeit zwischen Johnson und seiner „Flo“ als Indiz dafür wertet, dass da doch mehr war als zugegeben. Helmuth Lohner begeistert als

Johnson: Seine wachsende Grandezza weiß er immer souveräner einzusetzen. Nur einmal bricht die stoische Maske dieses im Stillen glühenden Zahlenmenschen – als Halpern ihm beichtet, wie er Florence betrog. (…) Wunderschön: Rolf Langenfass´ Herbstlaub-Bühnenbild. (Presse)

Helmuth Lohner ist brillant als Dennis Johnson*, der dem Witwer mit buchhalterischer Boshaftigkeit etliche Details seiner zunächst sexuellen, später platonischen Liaison mit Flo beibringt. Und Otto Schenk arbeitet in Herbert Föttingers Inszenierung einfühlsam die Bestürzung Joseph Halperns* heraus. (…) Viel Applaus und Jubel. (Österreich)

Premiere: 16. September 2009 | Vorstellungen bis 20. September

Hamburger Kammerspiele

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genealogisch / etymologisch

Stamm

Halpe(rn) English = Stamm Stammtisch

Johnson ist ein Familienname

Johnson ist ein Patronym des englischen Vornamens John (deutsch: Johannes)

Patronym

Ein Patronym oder Vatersname (griechisch πατρονυμικόν patronymikon, Plural: Patronymika) ist ein Name, der angibt, wie der Vater des Namensträgers mit Vornamen heißt. Nimmt der Name auf die Mutter Bezug, so nennt man ihn ein Metronym (zu μήτηρ mētēr) oder latinisiert Matronym (zu mater).

In der Grammatik bezeichnet Patronymikon die Ableitung von Personennamen, die den Nachkommen (Sohn oder Tochter) bezeichnet.

Magritte

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Pressemeldung:

Alte Freunde

(Cloaca)

Deutschsprachige Erstaufführung

Von Maria Goos

Regie: Dietmar Pflegerl

Mit Boris Aljinovic, Rufus Beck, Josef Bilous, Hans-Werner Meyer, Alexandra Lowygina

Eine Produktion des Renaissance-Theaters Berlin in Zusammenarbeit mit den Hamburger Kammerspiele. Gefördert durch die Rusch Stiftung.

Vier Männer Mitte vierzig, seit langem Freunde, müssen feststellen, dass ihre Lebensentwürfe ins Wanken geraten. Sie erneuern ihren Treueschwur aus Studienzeiten und versprechen einander, sich immer zu helfen. Doch als es ernst wird, ist sich jeder selbst der Nächste…

Probenfotos: Oliver Fantitsch

Foto: Iko Freese drama-berlin.de

Wiederaufnahme: 4. bis 15. November 2009

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Hamburger Kammerspiele

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[Dank an Simone Schmidt Marketing, Hamburger Kammerspiele]


Written by medienwatch & metainfo

September 18, 2009 at 21:56