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Boehringer darf Schweine impfen + mehr

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Protestcamp von Polizei geräumt

Dann rollten die Bulldozer an

Die Besetzung des geplanten neuen Boehringer-Impfstoff-Labors endet nach sechs Wochen gewaltsam. Die Polizei nimmt einige Besetzer in Gewahrsam. VON MICHAEL QUASTHOFF

(…) Die jungen Tierversuchsgegner hatten sechs Wochen lang auf dem Areal campiert. Boehringer nahm es hin, denn das bunthaarige Trüppchen weiß sich einig mit den Anwohnern im Akademiker-Stadtteil Kirchrode. Zu beängstigend ist die Vorstellung, demnächst in unmittelbarer Nachbarschaft von mehr als 1.000 Schweinen leben zu müssen, die täglich mit unbekannten Krankheitserregern traktiert werden. Direkt um die Ecke liegen ein Therapiezentrum für autistische Kinder, ein soziales Wohnprojekt, ein Krankenhaus und ein Altersheim (…)
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/dann-rollten-die-bulldozer-an/

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Heute forscht Boehringer Ingelheim weltweit an den Standorten Biberach an der Riß, Ridgefield (Connecticut), Laval (Québec, Kanada) und Wien an innovativen Arzneimitteln für die Indikationen Erkrankung des zentralen Nervensystems, Erkrankungen der Atemwege, Stoffwechselkrankheiten, Virologie, Immunerkrankungen und Onkologie. Mit dem Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien ist das Unternehmen auch in der Grundlagenforschung aktiv.

Für die Zukunft ist in Hannover die Errichtung eines firmeneigenen Europäischen Forschungszentrums für die Entwicklung von Schweine- und Rinder-Impfstoffen geplant. Das geplante Forschungszentrum ist wegen seiner Lage mitten im Stadtgebiet umstritten. Die „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten e.V.“ wendet sich insbesondere gegen den geplanten Hochsicherheitsstall mit Platz für bis zu 1.000 infizierte Jungschweine. Derzeit läuft das Verwaltungsverfahren. Im Herbst 2009 entscheidet der Stadtrat endgültig über die Ansiedlung. Tierrechtsaktivisten halten das Gelände in Hannover besetzt. Ihr Ziel ist es, die Baupläne durch gewaltfreie Art zu durchkreuzen.

# 1952 kam es in Hamburg-Moorfleet zu einem schweren Unfall, an dem 30 Arbeiter an einer Chlorakne erkrankten.
# Bei Thomae in Biberach nimmt das Biotechnikum als erster biotechnologischer Herstellungsbetrieb in Deutschland die Produktion auf.
# Im Dezember 1984 schließt Boehringer das Werk in Hamburg-Moorfleet. Bereits im Juni wurde die Produktion eingestellt, nachdem das Verwaltungsgericht Hamburg die Lagerung von dioxinhaltigen Abfällen auf dem Betriebsgelände untersagte und auch die Umweltbehörde mehrere Auflagen machte.
# Statistische Untersuchungen weisen für die ehemalige Belegschaft der Firma C. H. Boehringer-Sohn im 1984 stillgelegten Werk Hamburg-Moorfleet ein im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöhtes Krebsrisiko aus.

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Kritik

Im Zusammenhang der von Boehringer Ingelheim hergestellten AIDS-Medikamente wird dem Hersteller vorgeworfen, den Zugang zu diesen Medikamenten durch patentrechtliche Maßnahmen zu erschweren. So hat Boehringer Ingelheim z. B. in Indien einen Patentantrag auf den von ihnen entwickelten Wirkstoff gestellt – entsprechende Medikamente werden dort zur Zeit noch zum Viertel des von Boehringer Ingelheim verlangten Preises hergestellt. In Kenia drohte die Firma Apotheken und Medikamentengroßhändlern mit rechtlichen Schritten, sollten diese weiterhin das kostengünstigere indische Präparat importieren.[4]

Das Unternehmen verweist darauf, dass keinerlei Lizenz- oder andere Gebühren erhoben werden und der Zugang zu kostengünstigen AIDS-Medikamenten so nicht behindert wird. Dieser Sachverhalt wurde mittlerweile auch von den Initiatoren der Kampagne bestätigt. Diese soll dennoch weitergeführt werden, da Boehringer Ingelheim nicht grundsätzlich auf das geistige Eigentum an seinem Wirkstoff verzichten möchte und so in der Zukunft vielleicht doch irgendwann Gebühren erheben könnte.

Laut einem Artikel des Nachrichtenmagazins Der Spiegel von 1991 lieferte Boehringer 1967 eine Menge von 720 Tonnen Trichlorphenolatlauge an das in Neuseeland ansässige Unternehmen Dow Watkins, ein Tochterunternehmen von Dow Chemical. Die Chemikalie diente zur Herstellung des Herbizids Agent Orange:

http://de.wikipedia.org/wiki/Boehringer_Ingelheim

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Indymedia | In der Nacht vom 1.7 auf den 2.7. schlichen circa 25 engagierte Tierrechtsaktiven in Hannover auf das Gelände des vom Pharmakonzern Boehringer Ingelheim geplanten (Massen-)Tierversuchslabor, in dem ab 2011 jährlich Impfstoffe an über 1000 Schweinen getestet werden sollen. Diese sollen hauptsächlich in de Massentierhaltung verwendet werden. Seit drei Tagen beleben sie das wunderschöne wild bewachsene Gelände in großen und kleinen Zelten. In einer alten Eiche wurde eine Plattform in luftiger Höhe errichtet. Die akute Räumungsgefahr ist erstmal überstanden – Boehringer sieht von einer Anzeige ab:

http://de.indymedia.org/2009/07/255340.shtml

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Demonstration nach Räumung:

http://boehringerbesetzung.blogsport.de/

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Was so alles passiert

US Pharmakonzern Baxter, versandte laut dem US Nachrichtenmagazin Bloomberg im Februar 2009 versehentlich (!) falsch deklarierte Vogelgrippeviren als Menschengrippeviren an Tierversuchsanstalten nach Tschechien, Slowenien und Deutschland: Wussten sie davon?

https://medienwatch.wordpress.com/2009/07/29/schweinegrippe-who-anschlag-auf-schweiz/

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Written by medienwatch & metainfo

August 13, 2009 um 06:30

Eine Antwort

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