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BLAU zimmer für kunst und andere |«o»| Arthur Boskamp-Stiftung

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BLAU zimmer für kunst und andere

Zum Galerienrundgang der Admiralitätsstrasse zeigen wir eine Videoperformance der in Wien lebenden Künstlerin Anna Witt. Ihre Arbeit „Einsatzübung“ entstand 2006 am Flughafen Dublin. „Ich patrouillierte am Flughafen Dublin.

Ein paar Leute warteten auf ihren Flug und aus den Augenwinkeln konnten sie vielleicht eine ungewohnte Bewegung erspähen, während ich Action-Stunts für meinen „großen Einsatz“ trainierte.

In meiner Performance spielte ich die Rolle einer narrativen Figur, einem einsamen heroischen Security Guard, der seine Aufgabe etwas zu ernst nimmt. Niemals wissend woher die unsichtbare Gefahr kommt, versuche ich diese im Stil eines Actionhelden zu bekämpfen, aber es schwingt immer auch der Gestus des Versagens, der Langweile und der Unsicherheit mit.“

Admiralitätstraße 71, Hinterhof 1.Stock, 20459 Hamburg, info(at)blau-zimmerfuerkunst.de http://www.blau-zimmerfuerkunst.de
Einladung zur Videoperformance von Anna Witt während des Galerienrundgangs am 09.09.2010, 19 Uhr
Anna Witt (geb. 1981) hat an der Akademie der Bildenden Künste München bei Magdalena Jetelova und an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Monica Bonvicini studiert. In 2010 nahm sie u.a. an der Berlin Biennale teil, sowie an Gruppenausstellungen in der Wiener Secession, im Museum Ludwig Köln und im Grazer Kunstverein.

http://www.annawitt.net

http://www.galerie-wiesehoefer.de/www.galerie-wiesehoefer.de

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BLAU – zimmer für kunst und andere – wird gefördert von der Hamburger Behörde für Kultur, Sport und Medien.

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Ruth Ewan: Damnatio Memoriae

Ruth Ewan (geb. 1980 in Aberdeen) beschäftigt sich in ihrem aktuellen Projekt „Damnatio Memoriae“ in verschiedenen historischen Kontexten mit Strafpraktiken sowie mit Strategien von Erinnern und Vergessen. Umfassende Recherchen und partizipative Workshops sind der Anfang einer künstlerischen Auseinandersetzung, die sich unter Verwendung von gefundenen Materialien wie z.B. von Postkarten, Zeitungsartikeln, Postern und Filmen realisiert.

Zwei ungleiche Objekte, ein frühneuzeitlicher Maulkorb und eine seltene Tomatensorte, sind für Ewans Projekt „Damnatio Memoriae“ Anlass der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gedächtnis. Unzählige schwarz-rote Tomaten verwandeln die Halle des M.1 in ein großes Gewächshaus. Die dunkel getönte Frucht ist benannt nach dem afroamerikanischen Sänger und Schauspieler Paul Robeson (1898-1976). In den 40er und 50er Jahren wurde er aufgrund seines politischen Kampfes gegen Rassismus massiven Repressionen ausgesetzt und seine künstlerische Existenz durch Zensur skrupellos ausgelöscht.

Der Hexen als Prototypen der Verfolgten wird hingegen bis heute in Form von zahlreichen schaurigen Abbildungen gedacht. Diese Variante des kollektiven Gedächtnisses, das durch verschiedene populäre Quellen gespeist wird, beschäftigt Ruth Ewan nicht weniger als das aktive Vergessen bei Robeson. Gemeinsam mit Jugendlichen hat die in London lebende Künstlerin gedächtnisprägendes Bildmaterial diskutiert, manipuliert und neu gedeutet. Ausgangspunkt für die Untersuchung war besagter Maulkorb, den man u.a. Frauen anlegte, die der Hexerei verdächtigt wurden, um sie brutal zum Schweigen zu bringen. Beide Seiten von Ewans Projekt, das Auslöschen und Stigmatisieren von Existenz, setzen sich mit der Kontrolle von Information aufgrund vermeintlicher moralischer oder politischer Verwerflichkeit auseinander.

Das M.1 der Arthur Boskamp-Stiftung erlaubt mit Ruth Ewans erster deutscher Einzelausstellung einen Einblick in ihre konzeptionellen Arbeitsstrategien und deren unterschiedliche Medien.

Kuratiert von Katja Schroeder

Mit freundlicher Unterstützung des British Council

Begleitprogramm zur Ausstellung, zusammengestellt von Ruth Ewan
02. Oktober, 17 Uhr, Dokumentarfilm:
Paul Robeson – Here I Stand, 1999
24. Oktober, 17 Uhr, Lesung: E. A. Poe,
Die schwarze Katze; 18 Uhr, Stummfilm: Hexen, 1922

Wenn Sie zur Eröffnung mit dem Zug aus Hamburg oder Berlin anreisen, steht um 14.00 und um 15.20 ein Shuttle zum M.1 am Bahnhof Itzehoe bereit. Um 16.10 und um 17.10 bringt Sie ein Shuttle vom M.1 zum Bahnhof Itzehoe.

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Written by medienwatch & metainfo

September 7, 2010 um 08:57

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