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Amokprosa auf Sylt & Fettablagerung auf Stuhl

Das wahre Leben sei „grauslich, schmutzig, blutig und brutal“ = Hummer fressen Krabbe auf

Die Insel Sylt war in rauher Piratenvorzeit Versteck und Schutzraum, vor hanseatischen und skandinavischen Häschern zugleich. Die heutige „kapitale Piraterie“, macht auch vor traditionellen Fischern nicht halt. „Globalisiertes Krabbenpulen“ überlässt man sowieso den Marokkinerinnen und Asiaten etc.. Wer Sylt und seinen ursprünglichen Lister Hafen noch aus den Sechzigern kennt, trifft einen alten Bekannten wieder. Den letzten Krabbenfischer von Sylt! Auf der Insel ist Paul Walter der Krabbenfischer samt Kutter, der letzte Störenfried in der Sylter Gourmet-Idylle. Weil der von Insel-Politikern geadelte Austern und Hummerfürst, mit einer „Gourmet-Ranch“ am Hafen, auch das knapper werdende Kleingetier aus dem Meer für seine territoriale Vermarktungshoheit beansprucht. Der letzte Krabbenfischer von List: diese „Wirklichkeitsprosa“ erzählt der Fischer höchst selbst interessierten Inselgästen herzlich von Gesicht zu Gesicht.

Das eine Gruppe Männer – vermeintlich Betrunkener – ihn bezichtigten seine Krabben wären nicht frisch etc.. Das gemunkelt wurde, dass sei wiederholt eine Inszenierung gewesen, um ihn als Konkurrenz zu ruinieren und zu vertreiben.

 
30.07.08 0917

Und welche infamen Lügen inzeniert werden, um ihn von der Insel zu vertreiben: Da werden schon mal angetrunkene Hummerfreunde auf ihn angesetzt, um die frische seiner Krabben anzuzweifeln. Wer an dieser „Prosa“ interessiert ist, wird auch schon mal samt Familie mit frisch gepulten Krabben aus der Hand des Fischers als „edlen Zungenwalzer“ – direkt in den Mund gereicht und beglückt. Auch wenn die letzten Tüten bereits reserviert sind. Und dies ist keine „Anfütterung zur Korruption“, sondern geschieht aus purer Trauer und Verzweiflung, aus Liebe zum Fischerleben und wirklich alter Tradition.
Die hohen Dieselpreise besorgen den Rest und drücken den Fischer samt Schiff, aus seiner angestammten Rolle. Da kann Mensch wirklich knurrig und mehr werden. Auch die alte Fischerkneipe „Knurrhahn“ gehört zur „Ranch“ und hat ihre Seele an die Knurrhahn GmbH verloren. Jörg Stange

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Fotos: Jörg Stange 2007/2008, Goschs Hummer-Buffet, Einweihung: Lokalpolitiker u. aus Kiel sprechen zur Einweihung einer weiteren „Gosch-Gourmetmeile“ in St. Peter-Bad 2008

Politiker danken paradoxerweise Herrn Gosch, obwohl er hier nur für die Lizenzierung einem Pächter gegenüber im Geschäft ist, ehrerbietig, in Abwesenheit seiner Person.

Ministerpräsident Carstensen lässt aus der Ferne Grüßen. Wird den eher lethargischen Zuhörern noch mitgeteilt. Wer sich darüber freut ist gleich auszumachen: Ursprünglich waren alle Begehren anderer alternativer Geschäftsideen, mit dem Hinweis auf den Naturschutz abgelehnt wurden, sagten Anwohner hinter vorgehaltener Hand. Die Konkurrenzfähigkeit wurde in den Reden als notwendige Standortfrage, in den Mittelpunkt gestellt. Für gelangweilte Kinder gab es eine aufblasbare Hüpfburg und Wippkegel. Für Erwachsene, dass obligate Wegduck – und Abnicktraining zum Prozedere der Veranstaltung. Über den Verbleib von etwa 10 Millionen Euro verbauter Steuergelder, für den Bau des Stegs durchs Watt samt Holz-Haus fürs Restaurant, sei intransparent gewesen. Es gab lang anhaltenden Widerstand den Linzenz-Entwürfen gegenüber. Man munkelte eben, das gemunkelt wurde.

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Amokprosa auf Sylt

Der österreichische Autor Franzobel schlachtet die Wirklichkeit, die abfallenden Realitätspartikel fügt er zu einem Welttheater von barocken Ausmaßen. Genau der Richtige, um als Stipendiat der Stiftung „kunst:raum sylt quelle“ die Insel zu bereichern VON MICHAEL QUASTHOFF

Thomas Mann hat an diesem „erschütternden Meere tief gelebt“. Max Frisch sprang einfach hinein und „fand es herrlich“. Siegfried Jacobsohn, erstmals 1920 wegen der Bronchien angereist, wollte gar nicht mehr weg. Er lag halbe Jahre am Strand und redigierte seine Weltbühne. „Sylt“, schrieb er an Freund Tucholsky, ist „tausendmal schöner als Wangeroog“. Mehr Meer: http://www.taz.de/!834397/

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Judith Rakers trifft Insulaner und Gäste auf Sylt

Außerdem trifft Judith Rakers auf die letzten „echten“ Sylter sowie Inselliebhaber, die immer wieder hierher kommen. Von Jürgen Gosch erfährt die Moderatorin, wie der frühere Maurer einst zum Aaleverkäufer am Strand wurde und was Krabbenpulen mit Flirten gemeinsam hat. (3.6.2018)

Mehr: https://www.ndr.de/fernsehen/Sylt-und-Amrum-mit-Judith-Rakers-Inselgeschichten,sendung787996.html

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Written by medienwatch & metainfo

Mai 17, 2018 um 08:56

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