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Ahoj Savoy: Kino in St. Georg – für das ganze Hamburg!

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Ahoj Savoy : Kino in St. Georg – für das ganze Hamburg!

Die Projektinitiative zum Erhalt des Savoy-Kinos am Steindamm als kommunales Filmtheater und Stadtteilzentrum für audio-visuelle Kultur stellt sich vor

Die Fertigstellung des „Metropolis Hauses“ neben der Oper schreitet voran – im Herbst ist der Neubau bezugsfertig. Was aber geschieht mit dem Savoy-Kino am Steindamm, wenn die Kinemathek Hamburg mit dem Kommunalen Kino „Metropolis“ in dessen alte Räume an der Dammtorstraße zurückkehrt?

Einen Plan zum Erhalt des letzten Hamburger Traditionskinos in St. Georg hat eine Projektgruppe im Stadtteil gemeinsam  mit Hamburger Kino- und Filmschaffenden erarbeitet. Sie präsentiert ihn der Öffentlichkeit am 2. Februar um 19 Uhr im Savoy-Kino, Steindamm 54, mit prominenten Gästen.

Grundlage dieses Planes ist eine detaillierte Projektbeschreibung. Unter anderem heißt es in ihr:

„2008 wurde durch den Umzug des Metropolis in das zuvor lange zweckentfremdete Savoy-Filmtheater am Steindamm eine fast schon verlorene Institution der Hamburger Kino- und Stadtgeschichte wieder zum Leben erweckt. Als bau- und kulturhistorisch einzigartige Einrichtung steht das Savoy zugleich für die glanzvolle Vergangenheit des Steindamms wie auch für eine zukunftsgewandte Renaissance dieses über Jahre strukturpolitisch und ökonomisch benachteiligten Straßenzugs.

Tatsächlich konnte die Kinemathek Hamburg wichtige Impulse für das Gemeinwesen St. Georgs und die Filmkultur der Stadt setzen: Was als Ausweichquartier für das Metropolis begann, hat sich zu einem neuen, aufregenden Kino mit eigenständiger Dynamik entwickelt, das Bewohner und Initiativen des Stadtteils mit großem Interesse wahrnehmen und mitgestalten.

Ziel der Projektinitiative ist es, das Savoy als Kino und Veranstaltungsort in der Trägerschaft der Kinemathek Hamburg zu erhalten: Nur ein gemeinnütziger Kinobetrieb kann angemessen auf die besonderen Anforderungen und Belange des Stadtteils reagieren, und zugleich ein inhaltlich ausgewogenes Film- und Veranstaltungsprogramm gewährleisten.

Der Erhalt des Savoy ist für eine nachhaltige Kultur- und Stadtteilpolitik unverzichtbar: Dies ist nicht etwa nur eine Frage der ästhetischen Vielfalt, sondern vielmehr eine überaus ernstzunehmende kultur- und sozialpolitische Verpflichtung gegenüber den Bewohnern St. Georgs. Eine erneute Schließung des Kinos wäre ein fatales Signal für die gesamte Stadtteilentwicklung.

Das Savoy ist ein sozialer Raum, zu dem die Diskussion ästhetischer Fragen ebenso gehört wie interkulturelle Verständigung, gesellschaftspolitische Debatten und Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene.
Dieser Dialog soll intensiviert werden: Das Savoy will nicht nur im Rahmen von Filmprogrammen aktuelle, gesellschaftspolitischen Belange reflektieren, sondern noch stärker als bisher den Stadtteil und seine Bewohner miteinbeziehen. Dazu soll ein Beirat mit Vertretern aus den in St. Georg beheimateten religiösen und ethnischen Gemeinschaften, den vor Ort wirkenden Sozial- und Wohlfahrtseinrichtungen, den Schulen und Bildungseinrichtungen sowie Repräsentanten aus Politik und Kultur eingerichtet werden. Das Savoy kann so perspektivisch zum audio-visuellen Stadtteilzentrum wachsen, in dem verschiedenste Belange und Interessen ihren adäquaten Platz finden.

Zudem bietet die Erweiterung der kommunalen Kinolandschaft allen filmrelevanten Einrichtungen der Stadt neue Möglichkeiten: Den Festivals etwa steht ein weiterer, repräsentativer Veranstaltungsort zur Verfügung, was ihre Programmplanungen wesentlich flexibilisieren und erleichtern wird.

Durch die Wiedereröffnung des Savoy im Jahr 2008, die ursprünglich der Notwendigkeit eines Ausweichquartiers für das Metropolis geschuldet war, bietet sich heute eine einmalige Chance: Der Fortbestand des Savoy wäre eine eminente Bereicherung der urbanen Film- und Kinolandschaft, würde die sozial- und gesellschaftspolitisch verantwortungsvolle Stadtteilentwicklung in St. Georg nachhaltig befördern, und stünde über die Grenzen Hamburgs hinaus für eine nachhaltige Politik, die um den langfristigen Wert von inkludierenden, nicht-kommerziellen Kulturangeboten weiß.

Nach seiner wechselvollen Geschichte kann das Savoy somit wieder zu einer zukunftsweisenden Einrichtung werden. Und es gilt diese Zukunft gemeinsam zu gestalten: Für den Film, für die ganze Stadt und für uns alle.

Kontakt:
Initiative „Ahoj Savoy! Kino in St. Georg – für das ganze Hamburg“
c/o Kinemathek Hamburg

Rita Baukrowitz
rita[at]kinemathek-hamburg.de
Steindamm 52-54
20099 Hamburg
Tel. +49-40-34 23 53
Fax +49-40-35 40 90
http://www.metropoliskino.de

http://www.filmmuseum-hamburg.de/640.html

http://www.filmvorfuehrer.de/topic/7064-savoy-hamburg-1-deutsches-todd-ao-kino/page__st__20

Savoy(en)

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Written by medienwatch & metainfo

Januar 24, 2011 um 13:41

6 Antworten

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  1. Grundsätzlich befürworte ich die Initiative das Savoy Kino nach dem Auszug des Metropolis am Leben zu erhalten. Ich selbst habe ein Konzept hierfür erarbeitet.
    Allerdings sehe ich das nicht unter der Federführung der Kinemathek und Herrn Aust, sondern eher als Stadtteilkino mit Arthouse-Filmen, Klassikern und auch Erstaufführungen auf komerzieller Basis.
    Am besten natürlich in Kooperation mit der naheliegenden Hochschule und den Stadtteilgruppen.

    Dirk

    Februar 2, 2011 at 23:22

    • Das kann man nur befürworten. Wenn ich dann aber in der Presse lese, dass die Pacht jährlich 200.000€ (ohne Nebenkosten??) kostet, dann kann ich mir kaum vorstellen, daß ein Stadtteilkino mit Arthouse-Filmen und Klassíkern und eventuell ein paar Erstaufführungen das einspielen kann.

      Heinz

      Februar 5, 2011 at 00:32

      • Einfach wird es sicher nicht sein, mit dem einen Saal Kosten deckend Programm machen zu können. Vor allem, wenn man bedenkt, dass andere Kinobetreiber, die vielleicht die gleichen Erstaufführungen spielen (wollen), etwas gegen einen erfolgreichen Betrieb des Savoy haben könnten.

        In der Podiumsdiskussion wurde allerdings im Konzept gesagt, das Savoy solle auch für die Anwohner sein, „die einfach mal wieder ins Kino gehen wollen“.

        Nun bezweifle ich, dass Leute, die einfach mal wieder ins Kino gehen wollen, iranische, brasilianische oder ugandische Originalfassungen mit Untertiteln oder finnische Originalfassungen mit englischen Untertiteln oder Semidokumentarische Filme über die deutsche Treuhand oder den Lebensweg von Birgit Breuel*** im Sinn haben, wenn sie sich nach einem anstrengenden Tag im Kino entspannen wollen.

        Ein solches Programm stellt allerdings den überwiegenden Teil des Programms der Kinemathek / Metropolis dar, das – so denke ich – noch weniger kosten deckend sein kann.

        Dieses Programm ist sicherlich kulturell hochwertig, spricht aber weder den gemeinen Kinogänger noch die angrenzend lebenden Immigranten sondern eine kulturell interessierte Elite, die eher eine Minderheit darstellt.

        Das Metropolis ist hierfür ganz sicher der optimale Kinosaal, ein 400-Plätze Saal mit der zweitgrößten Leinwand Hamburgs scheint mir da überdimensioniert.

        ***alle Filme im Februar 2011 Programm zu finden

        Dirk

        Februar 6, 2011 at 18:28

    • Dann mach was!

      Der Hamburger senat hat wegen der sch… Elbphilharmonie seine Unterstützung zurück gezogen.
      Somit ist jetzt Ende oktober 2001 Schluss für Metropolis im Savoy.
      die Gefahr, dass Hamburgs schönster Kinosaal abgerissen wird ist größer denn je, weil sich gierige Hotels und Architekten das Areal aneignen wollen. wenn dass passiert, wird das Savoy abgerissen…..

      Setfan

      September 7, 2011 at 11:08

  2. Das Savoy würde grössere Chanksen haben, wenn es non Stob Spielen würde, dass ging auch im Atlantik am Steindamm auf, es fehlt in Hamburg so ein Kino

    s. wulf

    Mai 8, 2011 at 06:29

  3. Als erstes müssen die Sneak-Previews in das Savoy!
    Dann erlangt es auch wieder einen größeren Bekanntheitsgrad. Es ist nach wie vor eines der schönsten Kinos in Hamburg. Wenn der riesige Vorhang zur Seite rauscht und die große, leicht gekrümmte Leinwand frei gibt, dann ist es Gänsehaut pur. Nur eben dann nicht, wenn da Filme laufen, die zeigt, wie die Jugend in Steilshoop aufwächst. Das ist sicher wichtig, aber nicht in so einem Kino.

    In das SAVOY gehört der GROßE Kinofilm!

    Schön wäre ein Mix aus (englischsprachigen) Erstaufführungen und Programmkino, wo dann auch Filme wieder aufgeführt würden, die die große Leinwand brauchen, weil sie zuhause auf dem TV nicht wirken, so wie „der mit dem Wolf tanzt“, die Star Wars Saga, Die Herr der Ringe Trilogie, und und und…

    Hoffentlich bleibt das SAVOY, für mich das schönste Kino in Hamburg, weil es WIRKLICH noch ein Kino ist und nicht eine sellenlose Abspielstätte…

    Stefan

    Mai 16, 2011 at 08:24


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