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Erderwärmung made by men + Kunstwissenschaft ist Klimaforschung

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l. Gunnar F. Gerlach (Prof. für philosophische Ästhetik, Kunstwissenschaft)

r. Mojib Latif (Prof. für Klimatologie, Meeresforschung)

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Eine interdisziplinäre Performance im Altonaer Museum

Beide Wissenschaftler besprechen das Klima und die Athmos-Sphäre aus ihrer jeweiligen Sicht und Standpunkt(en). Beide finden dialektisch-transformativ – diskursiv Ansätze, wissenschaftlicher „Handlungs- und Haltungsverwandschaft“ – bei der Befragung des multiplen Materials. Klimaforschung könnte eine interdisziplinär, sinnstiftende, (auch erschreckend) erkenntnisreiche und erotische° Betrachtungsweise sein. Wie u.a. am Beispiel Courbets „l’origine du monde“ und Nicolas Poussin zu erfahren war.

Arkadien ist seit Vergil schon anders verortet und es wird zunehmend (k)arger.

Das Abschmelzen der Pole ist in vollem Gange. Der Druck zur „Änderung“ muss intensiviert werden. Die Bereitschaft muss aber auch „von unten“ wachsen, so der international geachtete Klimaforscher Prof. Mojib Latif. Erst dann bestünde noch eine gewisse Hoffnung, ein Umdenken zugunsten regenerativer Energien. Insbesondere in „geistigen Erkenntnis-Werte-Kontexten“ sei es zu bewirken (Gerlach). Aber eben auch ganz pragmatisch: Kriege ums Öl würden obsolet. Das wirkt sich selbstverständlich auch kulturell auf ein anderes offeneres, gerechteres und freieres gesellschaftliches Klima zwischen den Kulturen aus. Jörg Stange

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Nicolas Poussin: ‚Et in Arcadia ego‘

Klicke, um auf hosch_2015_poussin.pdf zuzugreifen

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°Im Sinne André Breton: „Ein Kunstwerk ist erotisch oder es ist kein Kunstwerk.

„Erotik und Surrealismus“

„Wenn das Leben sich langweilt“, schrieb Jacques Prévert, „ist der Tod sein Zeitvertreib“.

http://www.deutschlandfunk.de/ars-erotica.700.de.html?dram:article_id=81335

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KunstHasserStammTisch* der noroomgallery präsentiert:

Arche & Archive

ein Klimaabend mit Mojib Latif und Gunnar Gerlach

Donnerstag, 16. April 2009 um 19.00 Uhr

Im Altonaer Museum

Incl. einer Führung durch die Archive des Altonaer Museums mit dessen Direktor Torkhild Hinrichsen ein zweiter Einlass ist um 19.45 Uhr möglich

Klimaszenarien werden mittlerweile viele ausgemalt. Bei manchen Prognosen würden zum Beispiel von der Elbphilharmonie, im nächsten Jahrhundert nur noch die Spitzen aus dem Wasser ragen …

Welchen Bildern wir hier vertrauen können und sollten, erläutert der Klimaforscher Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften und der Kunsttheoretiker Gunnar Gerlach: “Kunstwissenschaft ist Klimaforschung, denn nur wer das Klima erforscht, kann Aussagen über Kunst und Kultur machen.”

Es stellen sich generelle Fragen nach Determinanten der Natur- und Kulturproduktion genauso, wie die Frage von Krisen und ihren spezifischen Bewältigungsstrategien. Beim Klimaabend werden der Klimaforscher Mojib Latif und der Kunsttheoretiker Gunnar Gerlach Kunst und Klimaforschung eng führen. Um sich so der Herausforderung einer Krise gemeinsam zu nähern. Denn die Krisen der Gegenwart – selbst die in der Kunst – sind auch das Ergebnis von “gestörten Atmosphären”.

Mojib Latif
Meteorologe und seit 1985 Klimaforscher am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Studierte zunächst Betriebswirtschaft und anschließend Meteorologie an der Universität Hamburg. Promovierte und habilitierte (1989) im Fach Ozeanographie. Seine Doktorarbeit schrieb er über das weltumspannende Wetterphänomen El Nino. Nach mehreren Aufenthalten an Instituten im Ausland erfolgten die Promotion und zusätzlich noch die Habilitiation im Fach Ozeanographie. Er ist Professor am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel. Daneben war er auch Herausgeber der wissenschaftlichen Fachzeitschriften “Monthly Weather Review” und “Journal of Climate” (1999-2003) sowie Mitarbeiter mehrerer internationaler Komitees und Organisationen, z. B. als Mitglied der CLIVAR Working Group on Global Coupled Modelling.

Gunnar Gerlach
Prof. u. Doz. für Kunstwissenschaft und philosoph. Ästhetik; Gastprofessur(en) u.a. an der China Academy of Fine Arts. Zahlreiche Publikationen und Vorträge im In- und Ausland; freier Kurator u.a. für Museen und Kunstvereine. Forschungsschwerpunkte: Kunst, Kulturphilosophie und Politik vom 19. Jh. bis zur Gegenwart (u.a.: E. Delacroix, J. Beuys, KP Brehmer, Bogomir Ecker). Zum Thema ‘Kunstwissenschaft und Klimaforschung’ hat er seit Mitte der 80er Jahre im Hinblick auf eine politische Kunstpraxis Forschungsthesen publiziert (u.a. in: taz, Kunstforum, Hamburger Rundschau u. Katalogbeiträgen), die die Atmosphäre des ‘natürlichen und kulturellen’ Umfeldes als Basis von Forschung und Gestaltung sehen.

*der KunstHasserStammTisch der noroomgallery ist eine Plattform für performative Kunstkritik

http://www.noroomgallery.com/

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noroomgallery-prasentiert-arche-archive-ein-klimaabend-mit-mojib-latif-und-gunnar-gerlach/

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Erderwärmung made by men

Von Alex Rühle

Auf seiner Internetseite zur Klimadebatte beschert Dennis Dutton den Leugnern des Klimawandels täglich neu eine Niederlage.

„Friedrich Nietzsche spottete einmal, Philosophen seien Menschen, die einen Stein hinter einem Baum verstecken und ihn dann selbst suchen. Soll heißen: Sie wissen meist vorher, worauf sie hinauswollen, ihre vermeintlich argumentativ gefundenen Wahrheiten sind nichts als Vorurteile“

„Ein weiterer Dauergast auf Duttons Seite ist der Londoner Journalist Fred Pearce, der kürzlich in Nature beschrieb, was für katastrophale Folgen es haben wird, wenn tatsächlich das Methan in den subpolaren Permafrostböden großflächig auftaut, ein Text, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt“

Bitte Link benutzen: http://www.sueddeutsche.de/kultur/nachrichten-aus-dem-netz-erderwaermung-made-by-men-1.449022

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Extremwetterkongress

Erderwärmung ist schneller als erwartet

Auf dem Extremwetterkongress in Bremerhaven warnen Experten vor einem schnellen Klimawandel. Sie fordern Solarstrom aus Afrika. VON SARAH MESSINA

„Eine Fläche der Sahara in der Größe des Saarlandes würde bereits ausreichen, um mit solarthermischen Kraftwerken den gesamten Strombedarf Deutschlands zu decken“ [Fairsolar: Hierbei müsste auch der Bedarf der Dritte Weltländer gedeckt werden. Ausserdem könnte der Raumbedarf durch „intelligente Kon(e)struktionen“ stark reduziert werden. jst]

Der Klimaforscher Mojib Latif forderte von der Bundesregierung, „jährlich 20 Milliarden Euro für erneuerbare Energien“ bereitzustellen (…)

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http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/erderwaermung-ist-schneller-als-erwartet/
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Philosoph + Klimaforscher = denisdutton.com/

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Blau Zimmer für Kunst und andere (Gunnar F. Gerlach u.a.):

http://www.blau-zimmerfuerkunst.de/100Jahre_BLAU.pdf

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | Bildarbeit: jst

Kulturszene Hamburg: Kampfansage + mehr

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Es wird angenommen, dass die feindliche Übernahme der Schiffesammlung des Altonaer Museums, zugunsten der tammschen Stiftung geplant ist. Die ehemalige Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte stellte seinerzeit fest, dass die Qualität der Schiffe-Sammlung Tamms, im neuen „Internationalen Schifffahrtsmuseum“ in der Hafencity, bei Weitem nicht, an die der öffentlichen Museen in Hamburg heranreichen würde: „Loyalität“ seitens des neuen Bürgermeisters lässt grüßen? Es kursierte seinerzeit das Gerücht, die Tamm-Stiftung werde um die Sammlung aufzupeppen, Schiffe aus dem Altonaer Museum etc. überstellt bekommen… Es wird inzwischen unter Künstlern und Medienleuten die Frage diskutiert, ob die Immobilien Firma Dahler & Company, in der die Frau des Bürgermeister Franchising mit hochwertigen Immobilien betreibt, für die Immobilie Altonaer Museum vermittlerisch zuständig wird oder bereits ist?  jst,  Fotos: Jörg Stange, gfok

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Kulturszene Hamburg

Kampfansage

Von Till Briegleb | 24.09.2010, 09:01
Während die reiche Stadt Hamburg wieder in Champagnerlaune ist, drohen dem Altonaer Museum und dem Schauspielhaus die Schließung. Ein groteskes Vorgehen.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/kulturszene-hamburg-kampfansage-1.1003963

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Spardebatte | 11.10.2010

Schauspielhaus droht mit Pleite

Kultursenator findet, das Schauspielhaus könnte auch mit weniger Produktionen und Regisseuren arbeiten. Das Theater hält das für realitätsfremd. VON PETRA SCHELLEN
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/schauspielhaus-droht-mit-pleite/

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Protest

Thalia wird politisch

Das Theater ruft zum Widerstand gegen die Sparpläne der Kulturbehörde auf: Es holt die Betroffenen auf die Bühne. VON Daniela Barth | 08.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/thalia-wird-politisch/
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„Hey Stuth, don’t make it bad“

Von Birgit Reuther | 9. Oktober 2010, 07:24 Uhr
Vom Gängeviertel bis zur Staatsoper demonstrierte Hamburgs Kultur am Thalia-Theater Geschlossenheit gegen die Sparpolitik des Senats
http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1657350/Hey-Stuth-dont-make-it-bad.html


Kulturpolitik

Protest, Wut und Tränen – Hamburgs Kulturkrise

Hamburg (dpa) – «Ich bin jetzt Anwalt für Kultur!»
Künstler gehen auf die Barrikaden und viele stellen die kulturelle Kompetenz des 54-jährigen Fliegenträgers infrage.
http://www.zeit.de/news-102010/7/iptc-bdt-20101007-167-26714328xml

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Fotos: Jörg Stange

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Solidarität mit dem Altonaer Museum und dem Hamburger Schauspielhaus

Mit großer Bestürzung und Sorge haben die Freundeskreise der Hamburger Kunsthalle und des Museums für Kunst und Gewerbe von den geplanten Sparmaßnahmen im Kulturbereich erfahren.
Dr. Ekkehard Nümann, Vorsitzender des Vorstands der Freunde der Kunsthalle: „Ich bin sprachlos. Mit der Schließung des Altonaer Museums und der Etatkürzung am Schauspielhaus werden Dämme brechen, die das Hamburger Kulturleben zu verwüsten drohen.“ Peter Voss-Andreae, Vorsitzender der Justus Brinckmann Gesellschaft, warnt eindringlich vor den Folgen dieser drastischen Einschnitt „Schon sehr bald werden wir unsere Stadt nicht wieder erkennen. Geschichte, Kunst und Theater müssen künftig Großevents und Marketing-Aktionen weichen.“
Die Vorstände erklären sich uneingeschränkt solidarisch mit den betroffenen Institutionen und werden ihre Mitglieder aufrufen, sich den Protesten gegen diese phantasielose Form von Kulturpolitik anzuschließen. | 24.9.2010

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Kontakt:
Dr. Ekkehard Nümann
Vorsitzender des Vorstands der
Freunde der Kunsthalle e. V.
c/o Notariat Spitalerstraße
http://www.freunde-der-kunsthalle.de
mail(at)notariatspitalerstrasse.de Tel. 040 / 32 32 42 – 0

Dr. Kathrin Erggelet Geschäftsführerin Freunde der Kunsthalle e. V. Glockengießerwall 20095 Hamburg Tel. 040 / 428 54 – 3214 Fax  040 / 428 54 – 3207 Mail  erggelet(at)freunde-der-kunsthalle.de | Peter Voss-Andreae Vorsitzender des Vorstands der Justus Brinckmann Gesellschaft e. V. Freunde des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg http://www.justusbrinckmann.org pvossandreae(a)gmx.de Tel. 040 / 24 52 91.

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Pressemitteilung

Hamburger Sparpläne bedrohen die kulturelle Grundversorgung

Deutscher Kulturrat fordert den Hamburger Senat auf, eine Kehrtwende einzuleiten

Berlin, den 24.09.2010. Nach dreitägiger Beratung hat der Hamburger Senat sein Sparpaket vorgelegt. Im Kulturetat sollen im kommenden Jahr allein ca. 6,8 Millionen Euro eingespart werden.

Diese drastischen Einsparungen schlagen sich auf die Kulturlandschaft der Elbmetropole dramatisch nieder. Das Altonaer Museum steht kurz vor der Liquidierung. Der Senat erhofft sich so Einsparungen von 3,5 Millionen Euro. Eine Milchmädchenrechnung, denn Personalkosten laufen aufgrund der Verträge zuerst einmal weiter.

Weitere Millionenkürzungen kommen auf die Bücherhallen zu, Privattheater und Elbphilharmonie sehen finanziell schweren Zeiten entgegen. Und auch das Schauspielhaus wird mit erheblichen Kürzungen konfrontiert. 1,2 Millionen Euro werden im nächsten Jahr gestrichen. Neben diesen massiven Einschnitten im Bereich der Kultur soll die sogenannte „Kulturtaxe“ dafür sorgen, dass Geld in die leeren Kassen gespült wird. Die Verantwortlichen versprechen sich jährliche Einnahmen von 10 Millionen Euro.

Die Einnahmen durch die „Kulturtaxe“, gespeist aus einem Zuschlag auf Übernachtungsgebühren in Hamburger Hotels, sollen zu drei Vierteln u.a. in Festivals oder Ausstellungen fließen. Ein Viertel soll zur Verbesserung des Marketings und des Kulturtourismus genutzt werden. Während die kulturelle Grundversorgung in Hamburg stark zurückgefahren wird, investiert die Stadt in den Tourismus.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Was in Hamburg passiert, ist nicht nur grob fahrlässig, es ist der systematische Ausverkauf von Teilen der Kultur. Kürzungen in dieser Höhe und die Schließung eines Traditionsmuseums in der Stadt kommen einem Kultur-Harakiri gleich. Das Aushängeschild des Altonaer Museums sind Angebote für Kinder und Jugendliche. Die Schließung dieses Hauses ist daher besonders unverständlich. Kulturangebote, die sich an eine breite Bevölkerungsschicht richten, werden buchstäblich weggespart. Projekte, die für den Tourismus attraktiv sind, werden begünstigt. Mit dieser Strategie beendet der Senat seine bisherige Schwerpunktsetzung auf das Thema kulturelle Bildung.“  25.09.2010

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Anmerkungen zum Sparkurs in Norddeutschland

Von Annette Schneider

Das Altonaer Museum in Hamburg wird geschlossen. Die Weserburg in Bremen verkauft 53 ihrer Bilder, darunter ein auf 8 Millionen Euro geschätzten Gerhard Richter. Damit werden innerhalb weniger Tage gleich zwei Tabus bisheriger staatlicher Museumsarbeit gebrochen: Anmerkungen zum Sparkurs in Norddeutschland | Von Annette Schneider

dradio Hören: Museumslandschaft verramscht

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Deutscher Museumsbund ist gegen geplante Gemälde-Auktion durch Weserburg-Museum aus Kostengründen

Der Präsident des Deutschen Museumsbunds, Volker Rodekamp, kritisiert die Entscheidung des Bremer Museums Weserburg, zwei seiner wichtigsten Gemälde auf dem internationalen Auktionsmarkt anzubieten, um laufende Kosten zu decken:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1279454/

dradio Hören: „Da wird die Substanz aufs Spiel gesetzt“

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WIR SIND DAS ALTONAER MUSEUM!

Und wir bleiben es auch!

Liebe Freunde des Altonaer Museums,

die Herren im Hamburger Senat haben beschlossen, das Altonaer Museum zu schließen. Wir haben beschlossen, das zu verhindern. Die geplante Schließung des Museums als symbolischer Akt einer restriktiven Sparpolitik stellt einen regelrechten Skandal dar. Ein seit mehr als hundert Jahren bestehendes Haus mit einer einzigartigen Sammlung und Geschichte darf nicht den kulturfeindlichen Zielen des Hamburger Senats zum Opfer fallen.

Wir brauchen deshalb jede nur mögliche Unterstützung, damit dieser katastrophalen Entwicklung Einhalt geboten werden kann:

Unterschriftenlisten

Mit Ihrer Unterschrift können Sie gegen die Beschlüsse des Hamburger Senats protestieren. Anbei sende ich Ihnen eine Unterschriftenliste. Legen Sie diese bitte an möglichst vielen Stellen aus, sammeln Sie Unterschriften und geben Sie die Listen im Altonaer Museum ab!

Demonstration für das Altonaer Museum am 25. September ab 11 Uhr

Treffen am Bahnhof Altona unter dem Motto:

Alle wollen das Selbe, Bürgermeister Aalhaus in die Elbe!

Altonaer Museum und SEFA bleiben!

Wir fordern alle Hamburger auf sich unserem Aufruf gegen die irrwitzigen Sparpläne des Senats anzuschließen und dies gemeinsam Kund zu tun. Wir wenden uns gegen die geplante Schließung des Altonaer Museums und rufen alle interessierten Hamburger auf empört euch und macht mit. Am Samstag den 25. September rufen wir zu einer Demonstration gegen den Sparhammer aus dem Senat auf. Die Forderung nach Denkmalsschutz für die SEFA kann mit wenigen Klicks auf der Homepage von Anna Elbe von jedem selbst in die Hand genommen werden. Macht mit! Treffen 11:00 vor dem ehemaligen Bismarckbad, heute Burger King. Weiter gehen wir zum Altonaer Museum und zur Seefahrtschule an der Rainvilleterrasse nahe Elbchaussee. Veranstalter sind die Partei Die Linke und die Gewerkschaften.

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Solidaritätsfest am 03. Oktober ab 10 Uhr im Altonaer Museum

Am 03. Oktober werden wir im Altonaer Museum ab 10 Uhr ein Solidaritätsfest mit Führungen durchs Museum, einer Podiumsdiskussion und einem kulturellen Begleitprogramm veranstalten. Auf diese Weise möchten wir den Hamburgern noch einmal zeigen, was sie mit den Beschlüssen des Senats verlieren.

Wir möchten Sie herzlich zu diesem Soli-Fest einladen! Bringen Sie Ihre Familien und Ihre Freunde mit!

Ihr Team des Altonaer Museums

Wir sind das Altonaer Museum!
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Stiftung Historische Museen Hamburg

Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte

PR und Marketing

Matthias Seeberg

Museumstraße 23

22765 Hamburg

Tel. 040 428 135 2678

Fax 040 428 135 1913

matthias.seeberg(at)altonaermuseum.de

http://www.altonaermuseum.de

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Feuerloescher TV war am 25. September 2010 in Altona unterwegs und konnte sich von verschiedenen Protesten und Protestformen ein paar Bilder machen und Statements einfangen.

Mit Statements von u.a. Fette Mieten Party – Initiative Recht auf Wohnraum, dem Direktor vom Altonaer Museum, dem frühreren Direkor vom Museum für Hamburgische Geschichte, von annaelbe Aktivisten, Bezirkspolitikern und KünstlerInnen.
Es geht darum, die steigenden Mieten für Wohnraum und die damit verbundene Verdrängung der ursprünglichen Bevölkerung durch die perverse Vermarktung der Immobilienhaie endlich zu stoppen und sich seiner Rechte zu besinnen.

Sogar die Stadt selbst behauptet, die Miete für ihre eigenen kulturellen Betriebsstätten nicht mehr aufbringen zu können?!
Anstatt dem Treiben der Immobilienwirtschaft und den Banken mit ihren Zinsen endlich mal ein Ende zu machen, verkaufen sie einfach mal eben alles an dieselben. Ist das ein Symptom von Schizophrenie oder ein typisches, psychopathologisches Phänomen in unserer Gesellschaft?

Traditionell lassen sich die Altonaer ja nichts gefallen, desshalb sollten wir uns also lieber auf einen heissen Herbst gefasst machen…

Es kann doch nicht angehen, daß momentan die letzten städtischen, öffentlichen Gebäude und das Gemeinwesen in Altona und wahrscheinlich sogar nicht nur in Altona – privatisiert werden soll und wir gucken bei dieser Enteignungswelle einfach nur zu?

SO NICHT! WIR WISSEN WIE DAS GEHT!
Eingestellt von Feuerloescher TV
http://feuerloescher-tv2.blogspot.com/2010/09/proteste-in-altona.html

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Musikstadt. Kunsthalle. Schauspielhaus. Elbphilharmonie. Große Ziele, leere Kassen. In Hamburg steht die neue kulturpolitische Führung unter Senator Stuth vor schwierigen Aufgaben. Und der größte Teil der Kulturszene fragt sich, wie es weitergeht. Was wird geschehen: Folgt man weiterhin dem kulturökonomischen Ansatz der Creative City Richard Floridas? Wie löst man das Problem der Flächenkonkurrenz zwischen Immobilienentwicklern und Kreativen? Kann ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen punktuellen und medienwirksamen kulturpolitischen Interventionen hergestellt werden?

Die internationale Konferenz ‚Music City. Hamburg?! Musikalische Annäherungen an die kreative Stadt‘ versucht Antworten auf diese aktuellen Fragen im Hinblick auf die vielschichtigen Schnittpunkte von Musik und Stadt zu finden. Im Rahmen von Vorträgen und Diskussionen international renommierter Wissenschaftler auf den Gebieten der Musiksoziologie, Kulturgeografie und kultureller Stadtentwicklung gilt es, aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungen kritisch unter die Lupe zu nehmen und anhand des Beispiels Hamburg zu diskutieren.

Das dreitägige Programm umfasst neben der theoretischen Einführung die thematischen Schwerpunkte ‚Stadt, Musik & Creative Diversity‘, ‚Performing & Marketing‘, ‚Politics & Policies‘ und die Vorstellung empirischer, auf die Stadt Hamburg bezogene, Forschungsergebnisse. Vortragstitel wie ‚Bauen für Musik. Die Elbphilharmonie aus kulturgeschichtlicher Sicht‘, ‚Wie klingt die Stadt wenn sie vermarktet wird? Zum Zusammenhang von urbanen Musikpraktiken, Ortmythen und Werbung’ oder ‚Musik als Standortfaktor: Die ökonomische Sichtweise‘ zeigen die breite thematische Anlage.

Als Referenten treten u.a. auf: Adam Krims (University of Nottingham), Bastian Lange (Humboldt Universität Berlin), Martin Cloonan (University of Glasgow), Malte Friedrich (ISoMe Berlin), Andreas Gebesmair (Institut Mediacult Wien) und Alexander Grimm (Goethe-Universität Frankfurt/Main).

Als Ergänzung zu den eher wissenschaftlich orientierten Vorträgen diskutieren kontrovers besetzte Roundtables mit Akteuren des Hamburger Kulturlebens die Themen ‚Kulturelle Vielfalt in Hamburg‘, ‚Vermarktung der Musikstadt Hamburg‘ und ‚Förderung und politische Strategien‘ am Beispiel der Hansestadt. Hierbei sind u.a. vertreten: Egbert Rühl (Kreativgesellschaft), Alexander Steinhilber (BKSM), Christoph Twickel (Journalist und Autor), Andrea Rothaug (RockCity e.V.), Kurt Reinken (STEG), Kai-Michael Hartig (Körber-Stiftung), Katja Scheer (Netzwerk Musik von den Elbinseln), Fahrid Müller (GAL) und Andy Grote (SPD).

Die Ergebnisse der Konferenz sollen 2011 in Buchform erscheinen.
Programm und Informationen zur Teilnahme findet Ihr im angehängten Programm.

Robin Kuchar, M.A.
Institut für Kulturtheorie, Kulturforschung und Künste
Scharnhorststraße 1, Raum C1.113
21335 Lüneburg
Fon. 04131-677 1306
Mail. robin.kuchar(at)leuphana.de

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metainfo & medienwatch
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Financial Times Paul Krugman: Verrückte an der Macht

Europas Marsch in die nächste Wirtschaftskrise

Bereits im Sommer sprach Paul Krugman, der im vergangenen Jahr mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet wurde, von „Verrückten“, die sich an der Macht befänden – insbesondere in Europa – und die Wirtschaft in die nächste Krise steuerten, um damit die gefürchtete „Double-Dip-Rezession“ auszulösen. Die Entwicklung in den neuen Niedergang beschreibt aktuell auch in der Financial Times der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Gustav Horn: „Die Konjunktur ist nur fit gespritzt“.
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Wie auch von uns in früheren Beiträgen ausgeführt, bemüht sich die deutsche Wirtschaftspolitik – und ihr folgend die Regierungen vieler EU-Staaten – die Fehler zu wiederholen, die bereits zur Zeit der großen Depression zu Beginn der 30er-Jahre in den Ruin (und zum Aufstieg des Nazi-Regimes in Deutschland) führten: damals war es Reichskanzler Brüning, der mit immer neuen Notverordnungen und Sparmassnahmen die Wirtschaftstätigkeit nahezu zum Stillstand brachte, sie quasi zu Tode sparte.
Dieser ruinöse Ansatz wird heute in Europa wiederholt, begründet damit, dass die überschuldeten Staatshaushalte saniert werden müssten. In extremer Form wird die wirtschaftliche Strangulierung dabei praktiziert gegenüber den von der Finanzkrise besonders getroffenen Ländern, wie Griechenland, Spanien und Irland, aber auch in den vergleichsweise finanziell stabilen Staaten, wie Deutschland und Frankreich wird die Austrocknung der Ökonomie – mit Ausnahme der Exportwirtschaft – durch Sparmassnahmen voran getrieben.
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Dass diese Wirtschaftspolitik zur Selbstkannibalisierung führt wurde inzwischen von verschiedenen Ökonomen erklärt: besonders das Zurückfahren öffentlicher Investitionen durch Sparmassnahmen sowie die weitere Dämpfung der Binnennachfrage, des Konsums der Bevölkerung bewirken negative Effekte auf die Entwicklung der Wirtschaft, weiter einbrechende Steuereinnahmen und konterkarieren damit das Sparziel der Haushaltssanierung: die Schulden vergrößern sich in dieser Abwärtsspirale, während die Wirtschaft weiter schrumpft.
Gustuv Horn erklärt entsprechend, es sei aktuell der falsche Zeitpunkt zum Sparen.
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Nach den Einschätzungen verschiedener Ökonomen, wie Krugman und anderen, verdankt sich die aktuell positive Wirtschaftsentwicklung, wie sie in Deutschland zu spüren ist, insbesondere den Effekten staatlicher Konjunkturprogramme, die seit dem Ausbruch der Krise aufgelegt wurden – hierunter etwa die deutsche Abwrackprämie – von denen aber keine nachhaltige Wirkung zu erwarten sei.
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Deutschland: parasitäre Scheinblüte

Insbesondere schwimmt dabei die deutsche Wirtschaft quasi parasitär auf den Konjunkturmassnahmen anderer Länder: die Konjunkturmassnahmen etwa in China, dessen Wirtschaftsoutput dem deutschen ungefähr vergleichbar ist, umfassten mehr als den 20-fachen Betrag des deutschen Konjunkturpakets und halfen damit unter anderem der deutschen Automobilindustrie wieder auf die Beine.
Auch in den USA war ein sehr viel umfassenderes Konjunkturpaket aufgelegt worden. Allerdings versandete hier ein Großteil der Mittel im Terrain der maroden Finanzindustrie, ihrer Zombie-Banken und -Konzerne.
Da große Teile dieser Konjunkturspritzen insbesondere von den jeweiligen Oberschichten / der wirtschaftlichen Elite abgeschöpft wurden, konnte die deutsche Automobilindustrie, die besonders das Segment der S-Klasse bedient, dadurch neue Geschäftserfolge verbuchen, nachdem der Effekt der Abwrackprämie verraucht war.
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Desinformationskampagnen zur Ablenkung von den tatsächlichen Ursachen

Bei der Diskussion über die Notwendigkeit der Haushaltssanierung und der hier gezogenen Schlussfolgerung, dass durchgreifende Sparmassnahmen unabwendbar seien, wurde gleichzeitig von Politikern und Medien durchweg ausgeklammert, wodurch der vielfach hohe Schuldenstand verursacht wurde: so war auch durch eine Studie der EU festgestellt worden, dass die finanziellen Schwierigkeiten Griechenlands nicht, wie etwa in der Kampagne der BILD-Zeitung behauptet, verursacht waren durch Schlendrian, mangelnde Arbeitsdisziplin der Bevölkerung und allgemein unsolides Geschäftsgebaren oder Korruption; fraglos waren auch diese Faktoren dort im Spiel, jedoch nicht in nennenswert höherem Umfang, als in vielen anderen Staaten der EU. Die Hauptursache hingegen bestand offenbar in den extensiven Massnahmen der Bankenrettung im Zusammenhang der Finanzkrise, und damit ähnlicher Bedingungen, wie sie aktuell in Irland zu konstatieren sind.
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Auch in Deutschland werden die Sparzwänge insbesondere durch den hohen Aufwand der Bankenrettungsmassnahmen forciert. Dieser Hintergrund wird gleichzeitig von den Medien praktisch durchweg verschwiegen und stattdessen der Eindruck erzeugt, der Schlendrian, die Neigung zur hemmungslosen Verschuldung sei beim Staat zu suchen, bei Ausgaben für Klimaschutz, für Soziales, für Renten und anderen Budgetposten, die der breiten Bevölkerung zugute kommen.
Während weitere 40 Milliarden, die von der Hypo Real Estate beansprucht werden, um damit die Deutsche Bank und andere Gläubiger abzufinden, als selbstverständlich und unumgänglich abgebucht werden, wird gleichzeitig damit als nur wenig kritikwürdig sondern mehr oder weniger unumgänglich hingenommen, dass dies gegenfinanziert wird, indem durch die Streichung des Elterngeldes für alleinerziehende ALG2-Empfänger diese noch weiter in die Armut getrieben werden.
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Förderung der prekär-krisenhaften Entwicklung durch die Medien

Diese zunehmend krassen Unverhältnismäßigkeiten werden ermöglicht durch eine Medienlandschaft wie in Deutschland, die hier Bundeskanzlerin Merkel in Anbetracht ihrer Banken- und konzernfreundlichen politischen Ausrichtung meist nur milde kritisiert und die wesentliche Hintergundinformationen – etwa zum Verbleib immenser Beträge aus öffentlichen Mitteln zur Bankenrettung – ausblendet und insgesamt Argumentationszusammenhänge im Sinn der großen Banken und Konzerne herstellt.

Während dabei kritische Informationen zum Geschäftsgebaren der Großkonzerne und Banken meist milde vorgetragen und relativiert werden, ist andererseits festzustellen, dass gern Gelegenheiten wahrgenommen werden, um verschiedene Gruppen der Bevölkerung gegeneinander auszuspielen nach dem bekannten Muster „divide et impera“.
So werden Beschäftigte in Gegensatz gebracht zu „arbeitsscheuen“ Arbeitslosen, „fleißige“ Deutsche gegen „faule“ Griechen, Deutsche Einheimische gegen Muslime usw.
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Divide et Impera

Dies Spiel der Medien gestaltet sich in Deutschland (etwa in Form der Kampagnen der BILD-Zeitung, durch extensive Publizität zugunsten spaltender Populisten, wie Thilo Sarrazin und andere) sehr erfolgreich und verhindert damit, dass sich die Bevölkerung solidarisch verhält gegenüber Politikern, Banken und Großkonzernen, die die öffentlichen Kassen, das Gemeinwesen plündern, einen insgesamt prekären Zustand herstellen, den sie wiederum ausnutzen, um mit den so erzielten Notlagen weitere Geschäfte zu machen und Gewinn zu erzielen. – 24.09.10 1518 | gw

http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:aufschwung-die-konjunktur-ist-nur-fit-gespritzt/50167356.html
http://krugman.blogs.nytimes.com/2010/06/07/madmen-in-authority
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32635/1.html
http://www.heise.de/tp/blogs/8/147792
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33359/1.html

Metainfo: Originalartikel bzw. ergänzende Info hier

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„Kunstwissenschaft ist Klimaforschung“ Kunst und Wissenschaft im Altonaer Museum 2009 Gunnar F. Gerlach, Mojib Lativ noroomgallery => [::]

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Written by medienwatch & metainfo

September 27, 2010 at 06:43

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„Feindliche Übernahme“ der Schiffesammlung des Museum Altona, zugunsten der tammschen Stftung geplant? Die ehemalige Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte stellte seinzerzeit fest, dass die Qualität der Schiffe-Sammlung Tamms, im neuen „Internationalen Schifffahrtsmuseum“ in der Hafencity, bei Weitem nicht, an die der öffentlichen Museen in Hamburg heranreichen würde: „Loyalität“ seitens des neuen Bürgermeisters lässt grüßen? Es kursierte seinerzeit das Gerücht, die Tamm-Stiftung werde, um seine Sammlung aufzupeppen, Schiffe aus dem Altonaer Museum etc. überstellt bekommen… jst,  Fotos: Jörg Stange, gfok

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Kulturszene Hamburg

Kampfansage

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Solidarität mit dem Altonaer Museum und dem Hamburger Schauspielhaus

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Dr. Ekkehard Nümann, Vorsitzender des Vorstands der Freunde der Kunsthalle: „Ich bin sprachlos. Mit der Schließung des Altonaer Museums und der Etatkürzung am Schauspielhaus werden Dämme brechen, die das Hamburger Kulturleben zu verwüsten drohen.“ Peter Voss-Andreae, Vorsitzender der Justus Brinckmann Gesellschaft, warnt eindringlich vor den Folgen dieser drastischen Einschnitt „Schon sehr bald werden wir unsere Stadt nicht wieder erkennen. Geschichte, Kunst und Theater müssen künftig Großevents und Marketing-Aktionen weichen.“
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http://www.freunde-der-kunsthalle.de
mail(at)notariatspitalerstrasse.de Tel. 040 / 32 32 42 – 0

Dr. Kathrin Erggelet Geschäftsführerin Freunde der Kunsthalle e. V. Glockengießerwall 20095 Hamburg Tel. 040 / 428 54 – 3214 Fax  040 / 428 54 – 3207 Mail  erggelet(at)freunde-der-kunsthalle.de | Peter Voss-Andreae Vorsitzender des Vorstands der Justus Brinckmann Gesellschaft e. V. Freunde des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg http://www.justusbrinckmann.org pvossandreae(a)gmx.de Tel. 040 / 24 52 91.

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Anmerkungen zum Sparkurs in Norddeutschland

Von Annette Schneider

Das Altonaer Museum in Hamburg wird geschlossen. Die Weserburg in Bremen verkauft 53 ihrer Bilder, darunter ein auf 8 Millionen Euro geschätzten Gerhard Richter. Damit werden innerhalb weniger Tage gleich zwei Tabus bisheriger staatlicher Museumsarbeit gebrochen: Anmerkungen zum Sparkurs in Norddeutschland | Von Annette Schneider

dradio Hören: Museumslandschaft verramscht

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Deutscher Museumsbund ist gegen geplante Gemälde-Auktion durch Weserburg-Museum aus Kostengründen

Der Präsident des Deutschen Museumsbunds, Volker Rodekamp, kritisiert die Entscheidung des Bremer Museums Weserburg, zwei seiner wichtigsten Gemälde auf dem internationalen Auktionsmarkt anzubieten, um laufende Kosten zu decken:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1279454/

dradio Hören: „Da wird die Substanz aufs Spiel gesetzt“

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WIR SIND DAS ALTONAER MUSEUM!

Und wir bleiben es auch!

Liebe Freunde des Altonaer Museums,

die Herren im Hamburger Senat haben beschlossen, das Altonaer Museum zu schließen. Wir haben beschlossen, das zu verhindern. Die geplante Schließung des Museums als symbolischer Akt einer restriktiven Sparpolitik stellt einen regelrechten Skandal dar. Ein seit mehr als hundert Jahren bestehendes Haus mit einer einzigartigen Sammlung und Geschichte darf nicht den kulturfeindlichen Zielen des Hamburger Senats zum Opfer fallen.

Wir brauchen deshalb jede nur mögliche Unterstützung, damit dieser katastrophalen Entwicklung Einhalt geboten werden kann:

Unterschriftenlisten

Mit Ihrer Unterschrift können Sie gegen die Beschlüsse des Hamburger Senats protestieren. Anbei sende ich Ihnen eine Unterschriftenliste. Legen Sie diese bitte an möglichst vielen Stellen aus, sammeln Sie Unterschriften und geben Sie die Listen im Altonaer Museum ab!

Demonstration für das Altonaer Museum am 25. September ab 11 Uhr

Treffen am Bahnhof Altona unter dem Motto:

Alle wollen das Selbe, Bürgermeister Alhaus in die Elbe!

Altonaer Museum und SEFA bleiben!

Wir fordern alle Hamburger auf sich unserem Aufruf gegen die irrwitzigen Sparpläne des Senats anzuschließen und dies gemeinsam Kund zu tun. Wir wenden uns gegen die geplante Schließung des Altonaer Museums und rufen alle interessierten Hamburger auf empört euch und macht mit. Am Samstag den 25. September rufen wir zu einer Demonstration gegen den Sparhammer aus dem Senat auf. Die Forderung nach Denkmalsschutz für die SEFA kann mit wenigen Klicks auf der Homepage von Anna Elbe von jedem selbst in die Hand genommen werden. Macht mit! Treffen 11:00 vor dem ehemaligen Bismarckbad, heute Burger King. Weiter gehen wir zum Altonaer Museum und zur Seefahrtschule an der Rainvilleterrasse nahe Elbchaussee. Veranstalter sind die Partei Die Linke und die Gewerkschaften.

Solidaritätsfest am 03. Oktober ab 10 Uhr im Altonaer Museum

Am 03. Oktober werden wir im Altonaer Museum ab 10 Uhr ein Solidaritätsfest mit Führungen durchs Museum, einer Podiumsdiskussion und einem kulturellen Begleitprogramm veranstalten. Auf diese Weise möchten wir den Hamburgern noch einmal zeigen, was sie mit den Beschlüssen des Senats verlieren.

Wir möchten Sie herzlich zu diesem Soli-Fest einladen! Bringen Sie Ihre Familien und Ihre Freunde mit!

Ihr Team des Altonaer Museums

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Wir sind das Altonaer Museum!
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Stiftung Historische Museen Hamburg

Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte

PR und Marketing

Matthias Seeberg

Museumstraße 23

22765 Hamburg

Tel. 040 428 135 2678

Fax 040 428 135 191

matthias.seeberg(at)altonaermuseum.de

http://www.altonaermuseum.de

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Fotos: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach Gfok-Kunstarchiv

seite im Aufbau

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Musikstadt. Kunsthalle. Schauspielhaus. Elbphilharmonie. Große Ziele, leere Kassen. In Hamburg steht die neue kulturpolitische Führung unter Senator Stuth vor schwierigen Aufgaben. Und der größte Teil der Kulturszene fragt sich, wie es weitergeht. Was wird geschehen: Folgt man weiterhin dem kulturökonomischen Ansatz der Creative City Richard Floridas? Wie löst man das Problem der Flächenkonkurrenz zwischen Immobilienentwicklern und Kreativen? Kann ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen punktuellen und medienwirksamen kulturpolitischen Interventionen hergestellt werden?

Die internationale Konferenz ‚Music City. Hamburg?! Musikalische Annäherungen an die kreative Stadt‘ versucht Antworten auf diese aktuellen Fragen im Hinblick auf die vielschichtigen Schnittpunkte von Musik und Stadt zu finden. Im Rahmen von Vorträgen und Diskussionen international renommierter Wissenschaftler auf den Gebieten der Musiksoziologie, Kulturgeografie und kultureller Stadtentwicklung gilt es, aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungen kritisch unter die Lupe zu nehmen und anhand des Beispiels Hamburg zu diskutieren.

Das dreitägige Programm umfasst neben der theoretischen Einführung die thematischen Schwerpunkte ‚Stadt, Musik & Creative Diversity‘, ‚Performing & Marketing‘, ‚Politics & Policies‘ und die Vorstellung empirischer, auf die Stadt Hamburg bezogene, Forschungsergebnisse. Vortragstitel wie ‚Bauen für Musik. Die Elbphilharmonie aus kulturgeschichtlicher Sicht‘, ‚Wie klingt die Stadt wenn sie vermarktet wird? Zum Zusammenhang von urbanen Musikpraktiken, Ortmythen und Werbung’ oder ‚Musik als Standortfaktor: Die ökonomische Sichtweise‘ zeigen die breite thematische Anlage.

Als Referenten treten u.a. auf: Adam Krims (University of Nottingham), Bastian Lange (Humboldt Universität Berlin), Martin Cloonan (University of Glasgow), Malte Friedrich (ISoMe Berlin), Andreas Gebesmair (Institut Mediacult Wien) und Alexander Grimm (Goethe-Universität Frankfurt/Main).

Als Ergänzung zu den eher wissenschaftlich orientierten Vorträgen diskutieren kontrovers besetzte Roundtables mit Akteuren des Hamburger Kulturlebens die Themen ‚Kulturelle Vielfalt in Hamburg‘, ‚Vermarktung der Musikstadt Hamburg‘ und ‚Förderung und politische Strategien‘ am Beispiel der Hansestadt. Hierbei sind u.a. vertreten: Egbert Rühl (Kreativgesellschaft), Alexander Steinhilber (BKSM), Christoph Twickel (Journalist und Autor), Andrea Rothaug (RockCity e.V.), Kurt Reinken (STEG), Kai-Michael Hartig (Körber-Stiftung), Katja Scheer (Netzwerk Musik von den Elbinseln), Fahrid Müller (GAL) und Andy Grote (SPD).

Die Ergebnisse der Konferenz sollen 2011 in Buchform erscheinen.
Programm und Informationen zur Teilnahme findet Ihr im angehängten Programm.

Robin Kuchar, M.A.
Institut für Kulturtheorie, Kulturforschung und Künste
Scharnhorststraße 1, Raum C1.113
21335 Lüneburg
Fon. 04131-677 1306
Mail. robin.kuchar(at)leuphana.de

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metainfo & medienwatch
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Financial Times Paul Krugman: Verrückte an der Macht

Europas Marsch in die nächste Wirtschaftskrise

Bereits im Sommer sprach Paul Krugman, der im vergangenen Jahr mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet wurde, von „Verrückten“, die sich an der Macht befänden – insbesondere in Europa – und die Wirtschaft in die nächste Krise steuerten, um damit die gefürchtete „Double-Dip-Rezession“ auszulösen. Die Entwicklung in den neuen Niedergang beschreibt aktuell auch in der Financial Times der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Gustav Horn: „Die Konjunktur ist nur fit gespritzt“.
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Wie auch von uns in früheren Beiträgen ausgeführt, bemüht sich die deutsche Wirtschaftspolitik – und ihr folgend die Regierungen vieler EU-Staaten – die Fehler zu wiederholen, die bereits zur Zeit der großen Depression zu Beginn der 30er-Jahre in den Ruin (und zum Aufstieg des Nazi-Regimes in Deutschland) führten: damals war es Reichskanzler Brüning, der mit immer neuen Notverordnungen und Sparmassnahmen die Wirtschaftstätigkeit nahezu zum Stillstand brachte, sie quasi zu Tode sparte.
Dieser ruinöse Ansatz wird heute in Europa wiederholt, begründet damit, dass die überschuldeten Staatshaushalte saniert werden müssten. In extremer Form wird die wirtschaftliche Strangulierung dabei praktiziert gegenüber den von der Finanzkrise besonders getroffenen Ländern, wie Griechenland, Spanien und Irland, aber auch in den vergleichsweise finanziell stabilen Staaten, wie Deutschland und Frankreich wird die Austrocknung der Ökonomie – mit Ausnahme der Exportwirtschaft – durch Sparmassnahmen voran getrieben.
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Dass diese Wirtschaftspolitik zur Selbstkannibalisierung führt wurde inzwischen von verschiedenen Ökonomen erklärt: besonders das Zurückfahren öffentlicher Investitionen durch Sparmassnahmen sowie die weitere Dämpfung der Binnennachfrage, des Konsums der Bevölkerung bewirken negative Effekte auf die Entwicklung der Wirtschaft, weiter einbrechende Steuereinnahmen und konterkarieren damit das Sparziel der Haushaltssanierung: die Schulden vergrößern sich in dieser Abwärtsspirale, während die Wirtschaft weiter schrumpft.
Gustuv Horn erklärt entsprechend, es sei aktuell der falsche Zeitpunkt zum Sparen.
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Nach den Einschätzungen verschiedener Ökonomen, wie Krugman und anderen, verdankt sich die aktuell positive Wirtschaftsentwicklung, wie sie in Deutschland zu spüren ist, insbesondere den Effekten staatlicher Konjunkturprogramme, die seit dem Ausbruch der Krise aufgelegt wurden – hierunter etwa die deutsche Abwrackprämie – von denen aber keine nachhaltige Wirkung zu erwarten sei.

Deutschland: parasitäre Scheinblüte

Insbesondere schwimmt dabei die deutsche Wirtschaft quasi parasitär auf den Konjunkturmassnahmen anderer Länder: die Konjunkturmassnahmen etwa in China, dessen Wirtschaftsoutput dem deutschen ungefähr vergleichbar ist, umfassten mehr als den 20-fachen Betrag des deutschen Konjunkturpakets und halfen damit unter anderem der deutschen Automobilindustrie wieder auf die Beine.

Auch in den USA war ein sehr viel umfassenderes Konjunkturpaket aufgelegt worden. Allerdings versandete hier ein Großteil der Mittel im Terrain der maroden Finanzindustrie, ihrer Zombie-Banken und -Konzerne.
Da große Teile dieser Konjunkturspritzen insbesondere von den jeweiligen Oberschichten / der wirtschaftlichen Elite abgeschöpft wurden, konnte die deutsche Automobilindustrie, die besonders das Segment der S-Klasse bedient, dadurch neue Geschäftserfolge verbuchen, nachdem der Effekt der Abwrackprämie verraucht war.
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Desinformationskampagnen zur Ablenkung von den tatsächlichen Ursachen

Bei der Diskussion über die Notwendigkeit der Haushaltssanierung und der hier gezogenen Schlussfolgerung, dass durchgreifende Sparmassnahmen unabwendbar seien, wurde gleichzeitig von Politikern und Medien durchweg ausgeklammert, wodurch der vielfach hohe Schuldenstand verursacht wurde: so war auch durch eine Studie der EU festgestellt worden, dass die finanziellen Schwierigkeiten Griechenlands nicht, wie etwa in der Kampagne der BILD-Zeitung behauptet, verursacht waren durch Schlendrian, mangelnde Arbeitsdisziplin der Bevölkerung und allgemein unsolides Geschäftsgebaren oder Korruption; fraglos waren auch diese Faktoren dort im Spiel, jedoch nicht in nennenswert höherem Umfang, als in vielen anderen Staaten der EU. Die Hauptursache hingegen bestand offenbar in den extensiven Massnahmen der Bankenrettung im Zusammenhang der Finanzkrise, und damit ähnlicher Bedingungen, wie sie aktuell in Irland zu konstatieren sind.

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Auch in Deutschland werden die Sparzwänge insbesondere durch den hohen Aufwand der Bankenrettungsmassnahmen forciert. Dieser Hintergrund wird gleichzeitig von den Medien praktisch durchweg verschwiegen und stattdessen der Eindruck erzeugt, der Schlendrian, die Neigung zur hemmungslosen Verschuldung sei beim Staat zu suchen, bei Ausgaben für Klimaschutz, für Soziales, für Renten und anderen Budgetposten, die der breiten Bevölkerung zugute kommen.
Während weitere 40 Milliarden, die von der Hypo Real Estate beansprucht werden, um damit die Deutsche Bank und andere Gläubiger abzufinden, als selbstverständlich und unumgänglich abgebucht werden, wird gleichzeitig damit als nur wenig kritikwürdig sondern mehr oder weniger unumgänglich hingenommen, dass dies gegenfinanziert wird, indem durch die Streichung des Elterngeldes für alleinerziehende ALG2-Empfänger diese noch weiter in die Armut getrieben werden.
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Förderung der prekär-krisenhaften Entwicklung durch die Medien

Diese zunehmend krassen Unverhältnismäßigkeiten werden ermöglicht durch eine Medienlandschaft wie in Deutschland, die hier Bundeskanzlerin Merkel in Anbetracht ihrer Banken- und konzernfreundlichen politischen Ausrichtung meist nur milde kritisiert und die wesentliche Hintergundinformationen – etwa zum Verbleib immenser Beträge aus öffentlichen Mitteln zur Bankenrettung – ausblendet und insgesamt Argumentationszusammenhänge im Sinn der großen Banken und Konzerne herstellt.

Während dabei kritische Informationen zum Geschäftsgebaren der Großkonzerne und Banken meist milde vorgetragen und relativiert werden, ist andererseits festzustellen, dass gern Gelegenheiten wahrgenommen werden, um verschiedene Gruppen der Bevölkerung gegeneinander auszuspielen nach dem bekannten Muster „divide et impera“.
So werden Beschäftigte in Gegensatz gebracht zu \“arbeitsscheuen\“ Arbeitslosen, \“fleißige\“ Deutsche gegen „faule“ Griechen, Deutsche Einheimische gegen Muslime usw.
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Divide et Impera

Dies Spiel der Medien gestaltet sich in Deutschland (etwa in Form der Kampagnen der BILD-Zeitung, durch extensive Publizität zugunsten spaltender Populisten, wie Thilo Sarrazin und andere) sehr erfolgreich und verhindert damit, dass sich die Bevölkerung solidarisch verhält gegenüber Politikern, Banken und Großkonzernen, die die öffentlichen Kassen, das Gemeinwesen plündern, einen insgesamt prekären Zustand herstellen, den sie wiederum ausnutzen, um mit den so erzielten Notlagen weitere Geschäfte zu machen und Gewinn zu erzielen. – 24.09.10 1518 | gw

http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:aufschwung-die-konjunktur-ist-nur-fit-gespritzt/50167356.html
http://krugman.blogs.nytimes.com/2010/06/07/madmen-in-authority
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32635/1.html
http://www.heise.de/tp/blogs/8/147792
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33359/1.html

Metainfo: Originalartikel bzw. ergänzende Info hier

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„Kunstwissenschaft ist Klimaforschung“ Kunst und Wissenschaft im Altonaer Museum 2009 Gunnar F. Gerlach, Mojib Lativ noroomgallery => [::]

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Diese Seite wurde erweitert weitere Beiträge unter:

https://medienwatch.wordpress.com/2010/09/24/kulturszene-hamburg-kampfansage/

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de

Written by medienwatch & metainfo

September 24, 2010 at 17:32

Veröffentlicht in

Kulturszene Hamburg: Kampfansage + mehr

with 2 comments

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Es wird angenommen, dass die feindliche Übernahme der Schiffesammlung des Altonaer Museums, zugunsten der tammschen Stiftung geplant ist. Die ehemalige Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte stellte seinerzeit fest, dass die Qualität der Schiffe-Sammlung Tamms, im neuen „Internationalen Schifffahrtsmuseum“ in der Hafencity, bei Weitem nicht, an die der öffentlichen Museen in Hamburg heranreichen würde: „Loyalität“ seitens des neuen Bürgermeisters lässt grüßen? Es kursierte seinerzeit das Gerücht, die Tamm-Stiftung werde um die Sammlung aufzupeppen, Schiffe aus dem Altonaer Museum etc. überstellt bekommen… Es wird inzwischen unter Künstlern und Medienleuten die Frage diskutiert, ob die Immobilien-Firma Dahler & Company, in der die Frau des Bürgermeister Franchising mit hochwertigen Immobilien betreibt, für die Immobilie Altonaer Museum vermittlerisch zuständig wird oder bereits ist?  jst,  Fotos: Jörg Stange, gfok

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Altonaer Museum: Noch so ein Sieg, und wir sind verloren!

Hamburgs Oberbürgermeister widerruft die Schließung des Altonaer Museums. Aber das ist ein Pyrrhussieg. Nun sollen die Museen sich selbst kaputt sparen. Ein Kommentar
http://www.zeit.de/kultur/kunst/2010-10/altona-museum-kommentar

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15.11.2010
Peinliche Hamburger Kulturpolitik

Blind vor lauter Sparwut

Von Christoph Twickel
Museum dichtmachen, Schauspielhaus schleifen – Hamburgs neuer Kultursenator Reinhard Stuth hat mit seinen Sparplänen die Szene der Stadt nachhaltig verprellt. Proteste und eigene Fehler zwingen ihn jetzt zum Nachgeben. Selbst dabei macht er eine schlechte Figur.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,729159,00.html

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Countdown für den Start der Volksinitiative läuft

Montagabend (1. November) startet die  Volksinitiative „ALTONAER MUSEUM BLEIBT, als Teil der Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft“

Hierfür steht das Altonaer Theater ab 18:45 Uhr zur Verfügung (Einlass), ab 19:00 Uhr beginnt dann die Veranstaltung.

Der Anschein ist falsch, dass der Kulturgipfel ein ehrliches Zugehen auf die Beteiligten und Erreichung eines tragfähigen Kompromisses gewesen ist.

Die Bürger und auch die Presse lassen sich nicht durch Taschspielertricks der Kommunikationsberater des Senats täuschen.

Es ist an der Zeit, zur Kenntnis zu nehmen, dass der Spardruck gegenüber den Museen in vollem Umfang, einzig relativiert durch eine zeitliche Streckung aufrechterhalten bleibt.

„Ja, noch so ein Kultursparbeschluss, und Hamburgs Historische Museen sind futsch! Armes siegreiches Altonaer Museum!“ DIE ZEIT

Dem werden wir uns widersetzen und die vier Haupthäuser in ihrem Bestand gegen dieses schwarzgrüne Ansinnen verteidigen. Jede Kompromissbereitschaft endet bei der Infragestellung der lebensnotwendigen Substanz einer dieser vier Haupthäuser!

Hauptreferent des Abends wird der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Gerhard Strate sein, der den Gesetzesentwurf der Volksinitiative vorstellen und begründen wird.

Weitere RednerInnen kommen aus dem Altonaer Museum, dem Freundeskreis des Museums, der Bürgerinitiative ALTONER MUSEUM BLEIBT, dem Schauspielhaus und den Hamburger Bücherhallen. Für eine musikalische Umrahmung ist gesorgt.

Dr. Elisabeth von Dücker wird Prof. Dr. Torkhild Hinrichsen interviewen.

Am Ende der Veranstaltung werden die für die Sammlung der Unterschriften notwendigen Listen ausgegeben.

Die Bürgerinitiative will den Zeitgewinn von drei Monaten nutzen, um eine Volksinitiative auf den Weg zu bringen, die das Altonaer Museum dauerhaft in der Gemeinschaft mit den anderen Hamburgischen Museen absichert. Dem dient eine im Gesetzentwurf vorgesehene Bestandsgarantie (Nr. 1 des Gesetzentwurfs). Da dies nicht in einer Einzelregelung für das Altonaer Museum geschehen kann, sieht der Gesetzesentwurf eine Bestandsgarantie für alle durch das Museumsstiftungsgesetz in landesunmittelbare Stiftungen des öffentlichen Rechts überführten (ehemals) staatlichen Museen vor.

http://www.altonaermuseumbleibt.de

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Die Freude nach dem Kulturgipfel vom Mittwoch ist verhalten

Probleme verlagert

KOMMENTAR VON PETRA SCHELLEN

Die Freude nach dem Kulturgipfel vom Mittwoch ist verhalten, und das aus gutem Grund: Zwar haben alle ihren Willen zum Gespräch bekundet, das schon lange fällig war. Andererseits sind die messbaren Erfolge für die Kulturinstitutionen zu klein, um Triumphgesänge anzustimmen. 28.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/probleme-verlagert/
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Kulturpolitik

Gipfel der kleinen Schritte

Verhaltener Optimismus nach dem runden Tisch: Das Altonaer Museum schließt vorläufig nicht, Schauspielhaus und Bücherhallen werden entlastet. VON PETRA SCHELLEN  28.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/gipfel-der-kleinen-schritte/

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KULTURGIPFEL

Stuth: Düpiert und demontiert

Showdown im Kampf zwischen Kultur und Senat, Spar-Diskussionen bis in die Nacht. Mittendrin: Kultursenator Reinhard Stuth (CDU). Der Kulturgipfel hätte seine große Stunde werden können. Es wurde: ein Desaster. VON CHRISTOPH HEINEMANN  29.10.2010
http://www.mopo.de/2010/20101029/hamburg/kultur/stuth_duepiert_und_demontiert.html

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Eine Museumsschließung aus Spargründen in Hamburg ist vorerst abgewendet

http://www.ndr.de/regional/hamburg/kulturgipfel107.html
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Altonaer Museum wird nicht geschlossen

Das Altonaer Museum ist gerettet. Entegegen der ursprünglichen Pläne des Hamburger Senats wird es nicht zum 1. Januar 2011 geschlossen, sondern bekommt ein neues Konzept.
http://www.mopo.de/2010/20101028/hamburg/panorama/altonaer_museum_wird_nicht_geschlossen.html

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Betr.: Deutsches Schauspielhaus etc.

Widerstand in Haltung und Handlung bedingt erfolgreich

Warum entschuldigen sich, die politisch Verantwortlichen nicht (mit einer gewissen Demut)  bei dem aus diesen, nun abgefederten Gründen, zurückgetretenden „Exilintendanten“ Friedrich Schirmer und bitten Herrn Schirmer,  die Intendanz im Schauspielhaus wieder aufzunehmen? Das hätte etwas mit Anstand und Aufrichtigkeit zu tun, als sich quasi als Retter der Häuser ins Rampenlicht zu stellen. Zudem niemand der Verursacher dieses Skandalons, aus innerer Einsicht von der Schließung und den rigorosen Kürzungsplänen abgerückt ist, sondern aufgrund des Drucks öffentlicher Proteste!  Der städtisch grossangelegte Gentrifizierungpoker, kann nun an anderen weniger spektakulären Orten unbehelligt vorangetrieben werden? jst

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Das Signal ist klar: Die Kuschelphase mit der GAL ist vorbei

Schluss mit Kuscheln

[..] Und dann ist da noch eine politische Ebene: Offenbar ist Ahlhaus auf eine angriffslustigere Spielart von PR aus, als sie in seinem Haus bisher betrieben wird. Dass das erste Opfer dieser neuen Gangart der grüne Koalitionspartner ist, spricht Bände [..] KOMMENTAR VON JAN KAHLCKE | 26.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/schluss-mit-kuscheln-1/

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Jobwechsel

Eine Personalie mit Sprengkraft

Mit dem früheren Bauer-Verlagssprecher Andreas Fritzenkötter soll ein Mann Hamburger Medienkoordinator werden, der einst Kohl beriet und mit Schill feierte. VON MARCO CARINI | 26.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/eine-personalie-mit-sprengkraft/

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Pressemeldung der deutschen Sektion des internationalen Kunstkritikervrbandes aica (Association internationale des critiques d’art)

Schließung des Altonaer Museums in Hamburg

Die deutsche Sektion der aica begrüßt die Bereitschaft des Hamburger Senats, an einem „Runden Tisch“ die angekündigte Schließung des 1863 gegründeten Altonaer Museums noch einmal zu überdenken. Auch wir wissen, dass kulturelle Einrichtungen nicht per se sakrosankt sind. Doch die Schließung des seit 1901 am jetzigen Ort befindlichen Hauses mit seinen weit in die norddeutsche, ehemals dänische Region hinausgreifenden Sammlungen wäre nicht nur ein Verlust an Kultur, Geschichte und Identität am Standort, dem erst 1938 zu Hamburg gekommenen Stadtteil, sondern auch über Hamburg hinaus ein kulturpolitisch verheerendes Zeichen. Zudem darf bezweifelt werden, dass die angestrebten 3,5 Mio. Einsparungen durch die simple Maßnahme der Schließung zu erzielen sind, genießt doch das Personal Kündigungsschutz und die etwa 640Tausend Objekte sind weiter zu bewahren, Bauernstuben und originalgroße Gebäude sind in das Museum fest eingebaut.

Zudem ist der Vorgang in seiner fast diktatorischen Rigidität anzuprangern: Binnen drei Monaten soll entgegen den jahrelang ausgetüftelten Regeln und Gesetzen der Hamburgischen Museumsstiftungen und unter gänzlichem Mangel an notwendiger Absprache unter völliger Missachtung  eines gerade begonnenen Verbesserungs- und Wandlungsprozesses und nach gerade erst erfolgten Investitionen in die Infrastruktur (3 Mio. für den neuen Eingangsbereich) das nicht zuletzt durch seine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beliebte Haus abgewickelt werden.

Die deutsche Sektion der aica bittet die Kulturbehörde und den Senat in Hamburg nachdrücklich, sich an die selbst gesetzten Verpflichtungen zu halten, der Kunst und Kultur keinen weiteren Schaden zuzufügen und die verfügte Museum-Schließung zurückzunehmen oder zumindest zu modifizieren sowie die durch jahrelange Unterfinanzierung bestehenden Defizite der Hamburger Museumsstiftungen jetzt nicht etwa durch die Schließung eines andern Hauses zu kompensieren.

Thomas Wulffen (Präsident)

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Depesche an die Presse |  03.10.2010

Schließungsbeschluss des Senats: rechtlich unhaltbar

Die Bürgerinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT hat durch den Hamburger Rechtsanwalt Gerhard Strate klären lassen, dass die Ankündigung des Hamburger Senats, das Altonaer Museum schließen zu wollen, rechtlich gar nicht umzusetzen ist. Es handelt sich um eine Kompetenzanmaßung, die durch die Rechts- und Gesetzeslage nicht gedeckt ist:
Ein aus dem Vermögen der Stiftung Historische Museen herauslösbares Sondervermögen des Altonaer Museums gibt es gar nicht. Selbst wenn der Senat qua Stimmenmehrheit (die es nicht automatisch gibt) innerhalb des Stiftungsrats der Stiftung Historische Museen einen Verkauf oder auch nur eine der dauerhaften Nutzung des Gesamt-Stiftungsvermögens zuwiderlaufende „Auslagerung“ der zum Altonaer Museum gehörenden Exponate beschließen lassen wollte, wäre ein solcher Beschluss nur rechtmäßig, wenn hierdurch der Stiftungszweck „ungeschmälert“ bleibt.
Das wäre bei einem solchen Vorgehen gerade nicht der Fall.
Sollte der Senat durch ein (von der Bürgerschaft zu verabschiedendes) Gesetz versuchen wollen, das ehemalige Vermögen der Stiftung des Altonaer Museums wieder aus der Stiftung Historische Museen herauszulösen, wäre die Stiftung Historische Museen gemäß Art. 19 Abs. 3 des Grundgesetzes unter Umständen als grundrechtsfähig anzusehen. Die Entscheidung über eine Verfassungsbeschwerde hätte der (zur Vertretung der Stiftung nach außen berufene) Vorstand (bestehend aus den vier Museumsdirektoren sowie dem kaufmännischen Geschäftsführer) zu treffen. Auch könnte man an eine Klagebefugnis von Personen und Institutionen denken, die die vier Museen (insbesondere das Altonaer Museum) in den letzten zwölf Jahre mit Zustiftungen bedacht haben (diese wären in ihrem Vertrauen auf die Dauerhaftigkeit des Stiftungsakts getäuscht worden).

Infos zu den Rechtsfragen unter: Dr. iur. h.c. Gerhard Strate

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Offene Mail
Genauer hinschauen, bevor Erfolge reklamiert werden!

Liebe Leute von „Altonaer Museum. Offen bleiben“,
ihr habt den Artikel „Hoffnung für das Altonaer Museum“ abendblatt „Nach der Bezirkskoalition sind auch Altonas Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose und weitere Stiftungsmitglieder für den Erhalt…“ auf die Facebookseite gestellt und 68 Personen gefällt das.

Mir gefällt das nicht und ich habe das auch gepostet. Für alle, die Facebookseiten nicht aufsuchen, ich schrieb:

Schaun wir `mal, was die Bezirkskoalition (GAL/CDU) fordert: „Sollte sich bis zum Jahresende abzeichnen, dass durch Alternativen ein nennenswerter Einsparungsbeitrag der Stiftung erbracht werden kann, wird das Altonaer Museum zum 31.12.2010 nicht geschlossen“. Nimmt man die Folklore des Antrages weg, bedeutet dies, dass die 3,5 Mio. Einsparung nun von allen Museen gemeinsam zu erbringen sind. Alle Welt weiß, dass die Zuwendungen an die Hamburger Museen zu gering sind. Deshalb soll jetzt das Hauen und Stechen der Museen untereinander initiiert werden. Das ist besonders perfide, da durch Schließung des Altonaer Museums kaum ein Einsparbeitrag zu erbringen wäre. Richtig heißt es im o.g. Abendblattartikel: „Laut Planungsrecht müsse das Museumsgrundstück für den Gemeinbedarf der Stadt genutzt werden und sei ausgeschrieben für den Bereich Bildung und Museen. Eine etwaige Weiternutzung des Grundstücks sei zurzeit nicht möglich. Für die Fläche an der Ottenser Museumsstraße ist das Bezirksamt zuständig und nicht der Senat“. Heißt zusammengefasst: 1. Der Senat hat mittlerweile zugegeben, dass er die Schließung nicht verfügen kann. 2. Die errechneten Einsparungen sind nicht zu realisieren, woraus 3. folgt, dass, wenn der Plan zur Schleifung der Museen aufrechterhalten werden soll, dies durch Kürzung der Zuwendungen an die Stiftung historische Museen Hamburgs erfolgen muss. CDU und GAL in Altona schlagen also einen „Kompromiss“ vor, der dem Senat aus der selbst gebastelten Falle hilft und zudem noch so aussieht, schaut man nicht so genau hin, als wäre das Altonaer Museum gerettet.<<

Ich denke, ihr solltet etwas vorsichtiger sein, wenn ihr als Administratoren der Seite und ausgestattet mit der Kompetenz des Museums solche Artikel unkommentiert postet, denn sie erwecken den Eindruck, dass die Rettung des Museums auf einem guten Weg sei. Tatsächlich gibt es dafür ja auch durchaus Anzeichen, etwa wenn der Senat seine Kritiker zum Gespräch bittet. Auf der anderen Seite sind Angebote, wie die von CDU und GAL auf Bezirksebene eben keine, wie oben dargestellt. Der Senat bekommt langsam einen Eindruck von der Stärke des Widerstandes und will deshalb wahrscheinlich auf die Schließung des Altonaer Museums in den nächsten 18 Monaten verzichten, nicht aber auf auf die Einsparung der 3,5 Mio. EUR bei den Museen. Damit aber können die Museen nicht zurecht kommen.

Die, von uns angeschobene Volksinitiative hat daher schon, in weiser Voraussicht die Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft zum Thema gemacht. Erhalt aller Museen, Übertragung der Sammlungen und Exponate, sowie der Liegenschaften, auf denen die Museen stehen (sofern städtisch) in das Eigentum der Stiftung.  Darunter sollten wir es nicht machen!

Herzliche Grüße
Aram Ockert
BI Altonaer Museum bleibt!

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Brief aus Berlin | von Ulrich Khuon

Berlin, Oktober 2010. Wir haben uns daran gewöhnt, dass wir bei immer mehr verfügbarem Wissen gleichzeitig immer weniger verstehen. Beim Blick auf die kulturpolitischen Katastrophen in Hamburg verstärkt sich dieser Eindruck. Die Verschleppung der notwendigen Baumaßnahmen im Schauspielhaus, die Sparauflagen, die in immer kürzeren Abständen angedroht, relativiert und dann doch durchgezogen werden, sind Grund genug für einen Intendanten, die Reißleine zu ziehen.

Dennoch hätte ich mir vorstellen können, dass Friedrich Schirmer, statt hinzuwerfen, ein Jahr des zivilen Ungehorsams mit vielen politischen Aktionen ausrufen und auf diesem Weg hätte zeigen können: Es geht ums Ganze. Das muss nun ein um seinen Chef dezimiertes Schauspielhaus alleine versuchen. Und das in einer Situation, in welcher der neue Kultursenator und sein Bürgermeister wenig Kompetenz zeigen.

Das schwächste Glied soll sparen

Es ist schon erstaunlich, wie unverfroren das Klischee vom schwächsten Glied in der Kette sich in Hamburg wieder bewahrheitet. Kaum ist der Intendant von Bord, schon bürdet die Politik dem Haus ein zusätzliches Sparpaket auf. Dieses (1,2 Millionen) ist für sich genommen schon nicht realisierbar ohne Substanzverlust. Aber als zusätzliche Forderung zu den schon verabredeten Sparvorhaben, die das Schauspielhaus und sein kaufmännischer Direktor Jack Kurfess umzusetzen haben, ist es doppelt unverständlich. Wie sollen denn je in solch einem Zusammenhang seriöse Gespräche über Zielvorgaben in Gang kommen, wenn, kaum sind diese verabredet, neue Forderungen in den Raum gestellt werden. Ein solches Verhalten untergräbt jede Loyalität – gerade bei den gutwilligen Partnern in den Theatern.

Die Ideen, die diese Spardiktate begleiten, sind dabei wenig überlegt. Der Plan eines gemeinsamen Intendanten für Thalia Theater und Schauspielhaus ist inzwischen vom Tisch. Er war schon deswegen wenig sinnvoll, da die beiden großen Hamburger Häuser ja in fruchtbarer Konkurrenz zu einander stehen. Der Generalintendant hätte also selbstständige künstlerische Leitungen für jedes Theater installieren müssen, also gewissermaßen machtvolle Unterintendanten. August Everding hat diese Generalintendanten-Erfahrung vor Jahren in München gemacht, als er mit seinem Frühstücksdirektorendasein für Nationaloper und Residenztheater so unterfordert war, dass er quasi nebenher die Theaterakademie gründete und das Prinzregententheater in neuem Glanz erstrahlen ließ. Eine solche über den Häusern schwebende Leitungsebene hätte also nicht weniger gekostet, sondern mehr, ohne jeden Zugewinn.

Nebelwerfersentenzen

Die Idee des Kultursenators, das Junge Schauspielhaus zu stärken, hat sich nun in ihr Gegenteil verkehrt. Wenn die Sparvorhaben umgesetzt werden müssen, heißt das, dass das Junge Schauspielhaus geschwächt wird oder ganz verschwindet.

Dass Reinhard Stuth umgehend davon spricht, künftig „vom Publikum aus denken zu wollen“ und dass es nicht darum ginge, die Intendanten glücklich zu machen, das ist eine weitere Nebelwerfersentenz, die nur auf Wirkung zielt, ohne irgendetwas Konkretes auszudrücken. Um das Glück der Intendanten ist es ohnehin nie gegangen, musste es auch nicht, sondern darum, dass die Kultureinrichtungen genügend Mittel zur Verfügung haben, um vernünftig ihre Arbeit zu machen. Und das wünscht sich auch das Publikum, dem diese ganze Arbeit gilt.

Schwarz-grünes Rätel

Es ist ein Rätsel, warum eine schwarz-grüne Koalition, die gerade auf dem kulturellen, für das Profil Hamburgs doch mitentscheidenden Sektor ihren Modellcharakter beweisen könnte, dort zunehmenden Dilettantismus gestattet.

Die Häuser müssen gestärkt werden, gerade weil eines von ihnen in dieser Phase personell entscheidend geschwächt ist. Dass man seriös und verlässlich miteinander arbeiten kann, das haben wir am Thalia Theater trotz aller Konflikte im Einzelnen ja jahrelang erfahren.

Es gibt vereinzelte Anzeichen, dass man zu dieser Politik der wechselseitigen Loyalität und des ernsthaften Gesprächs zurückfinden könnte. Eine Rücknahme der Sparmaßnahmen ist dafür unabdingbar. Sie wäre auch die wesentliche Voraussetzung, ernstzunehmende Kandidaten für die Intendanz am Schauspielhaus in zwei Jahren zu gewinnen.

Hier finden Sie eine ausführliche Chronik zur Debatte um das Deutschen Schauspielhaus.

http://www.nachtkritik.de

https://medienwatch.wordpress.com/brief-aus-berlin-von-ulrich-khuon/

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KULTUR-INTERVIEW | 21.10.2010

Schirmer: „Meine Seele fühlt sich jetzt gut an“

Friedrich Schirmer im MOPO-Interview: Der Ex-Schauspielhaus-Intendant spricht über seinen überraschenden Rücktritt, die Kürzungspläne des Senats und seine Zukunft. VON HEIKO KAMMERHOFF

http://www.mopo.de/2010/20101021/hamburg/kultur/schirmer_meine_seele_fuehlt_sich_jetzt_gut_an.html

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Prestigeobjekt und Firlefanz

Sparzwang der Kommunen verändert die Museumslandschaft

Von Jörg Biesler und Verena Herb

Die Kassen der Kommunen sind leer und es muss gespart werden. Betroffen davon sind auch die Museen im Land. Die finanzielle Lage vieler traditionsreicher Häuser und Einrichtungen ist angespannt und sie kämpfen ums Überleben:

dradioHören: Hier

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Die Hamburger Kulturkrise

Noch ist der Protest bemerkenswert dezent

Der neue Kultursenator der Hansestadt stiftet Chaos mit seinen weder durchdachten noch auch nur durchgerechneten Sparbefehlen. Warum bleibt der Protest des Publikums so verzagt? Von Volker Corsten
http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E0190961450394D6794EEDC0AE023F374~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Kulturszene Hamburg

Kampfansage

Von Till Briegleb | 24.09.2010, 09:01
Während die reiche Stadt Hamburg wieder in Champagnerlaune ist, drohen dem Altonaer Museum und dem Schauspielhaus die Schließung. Ein groteskes Vorgehen.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/kulturszene-hamburg-kampfansage-1.1003963

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Modernisierung statt Schließung

Historiker Achatz von Mueller für Erhaltung des Altonaer Museums
Moderation: Alexandra Mangel

Gegen den Beschluss des Hamburger Senats, das Altonaer Museum zu schließen, wird in der Hansestadt heftig protestiert. Auch der Historiker Achatz von Mueller hält die Einsparung für einen politischen Skandal.
dradio Hören

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1289343/

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Spardebatte | 11.10.2010

Schauspielhaus droht mit Pleite

Kultursenator findet, das Schauspielhaus könnte auch mit weniger Produktionen und Regisseuren arbeiten. Das Theater hält das für realitätsfremd. VON PETRA SCHELLEN
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/schauspielhaus-droht-mit-pleite/

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Protest

Thalia wird politisch

Das Theater ruft zum Widerstand gegen die Sparpläne der Kulturbehörde auf: Es holt die Betroffenen auf die Bühne. VON Daniela Barth | 08.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/thalia-wird-politisch/
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„Hey Stuth, don’t make it bad“

Von Birgit Reuther | 9. Oktober 2010, 07:24 Uhr
Vom Gängeviertel bis zur Staatsoper demonstrierte Hamburgs Kultur am Thalia-Theater Geschlossenheit gegen die Sparpolitik des Senats
http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1657350/Hey-Stuth-dont-make-it-bad.html


Kulturpolitik

Protest, Wut und Tränen – Hamburgs Kulturkrise

Hamburg (dpa) – «Ich bin jetzt Anwalt für Kultur!»
Künstler gehen auf die Barrikaden und viele stellen die kulturelle Kompetenz des 54-jährigen Fliegenträgers infrage.
http://www.zeit.de/news-102010/7/iptc-bdt-20101007-167-26714328xml

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Fotos: Jörg Stange

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Solidarität mit dem Altonaer Museum und dem Hamburger Schauspielhaus

Mit großer Bestürzung und Sorge haben die Freundeskreise der Hamburger Kunsthalle und des Museums für Kunst und Gewerbe von den geplanten Sparmaßnahmen im Kulturbereich erfahren.
Dr. Ekkehard Nümann, Vorsitzender des Vorstands der Freunde der Kunsthalle: „Ich bin sprachlos. Mit der Schließung des Altonaer Museums und der Etatkürzung am Schauspielhaus werden Dämme brechen, die das Hamburger Kulturleben zu verwüsten drohen.“ Peter Voss-Andreae, Vorsitzender der Justus Brinckmann Gesellschaft, warnt eindringlich vor den Folgen dieser drastischen Einschnitt „Schon sehr bald werden wir unsere Stadt nicht wieder erkennen. Geschichte, Kunst und Theater müssen künftig Großevents und Marketing-Aktionen weichen.“
Die Vorstände erklären sich uneingeschränkt solidarisch mit den betroffenen Institutionen und werden ihre Mitglieder aufrufen, sich den Protesten gegen diese phantasielose Form von Kulturpolitik anzuschließen. |
24.9.2010

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Kontakt:
Dr. Ekkehard Nümann
Vorsitzender des Vorstands der
Freunde der Kunsthalle e. V.
c/o Notariat Spitalerstraße
http://www.freunde-der-kunsthalle.de
mail(at)notariatspitalerstrasse.de
Tel. 040 / 32 32 42 – 0

Dr. Kathrin Erggelet Geschäftsführerin Freunde der Kunsthalle e. V. Glockengießerwall 20095 Hamburg Tel. 040 / 428 54 – 3214 Fax  040 / 428 54 – 3207 Mail  erggelet(at)freunde-der-kunsthalle.de | Peter Voss-Andreae Vorsitzender des Vorstands der Justus Brinckmann Gesellschaft e. V. Freunde des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg http://www.justusbrinckmann.org pvossandreae(a)gmx.de Tel. 040 / 24 52 91.

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Altonaer Museum: In Hamburg formiert sich der Protest

Torkild Hinrichsen auf der Demo vor dem Altonaer Museum
Nachdem der Hamburger Senat beschlossen hat, das Altonaer Museum der Hansestadt im Zuge der Sparmaßnahmen zu schließen, gab es am vergangenen Wochenende zahlreiche Solidaritätsbekundungen.
[..] Für ihn ist die Museumsschließung ein „von langer Hand vorbereiteter Immobiliendeal“. Das 1,9 Millionen Euro teuere Gebäude solle wohl einem Investor zugeschanzt werden, protestierte er [..]
http://www.kunstmarkt.de/pagesmag/kunst/_id219552-/news_detail.html?_q=

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Thalia Theater protestiert mit Jelinek-Aufführung

Aktion gegen die Sparpolitik des Senats

Hamburg. Nach den umstrittenen Kürzungen in der Hamburger Kulturpolitik zeigt das Thalia Theater eine überarbeitete Version von Elfriede Jelineks “Die Kontrakte des Kaufmanns“:
http://www.tageblatt.de/db/main.cfm?DID=1836838

„Sie werden nie gewinnen, Sie werden nichts gewinnen außer Ihrer Freiheit, nichts zu gewinnen, aber die werden Sie gewinnen!“ Elfriede Jelinek

Ausgehend von den Skandalen im Kontext der Weltwirtschaftskrise entwirft Jelinek das Panoptikum des freien Marktes. Sie zeigt Getriebene nach dem Platzen der Blase: uns alle – den Kleinanleger als Opfer und Täter zugleich. Die Lust am Spekulieren ist vorerst aufgebraucht, die Gier dem Zorn, der Klage gewichen. Das Materielle hat gesiegt und alle in den Abgrund gerissen. Die Geschichtsschreibung, d.h. der Sprachnotstand, setzt ein. Nur die Sprache bleibt, um die eigene Haut zu retten: Wer ist Opfer, wer Täter? Und: Ist das überhaupt die Frage?

Thalia Theater in Koproduktion mit Schauspiel Köln.

Uraufführung am 2. Oktober 2009 im Thalia Theater

http://www.thalia-theater.de/programm/repertoire/detailansicht/stueck/die-kontrakte-des-kaufmanns-1/

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„Jeder intelligente Hamburger will jetzt Hamburg verlassen, auch nach Stade“

04.10.2010, 16:31 Uhr | DDP
Stade/Hamburg (dapd-nrd). Der Maler und Kunstprofessor Daniel Richter geht angesichts der kulturpolitischen Streichungspläne in Hamburg scharf mit dem Senat der Hansestadt ins Gericht.
Ausstellung „Painters on the run“ in Stade, die am Dienstag (5. Oktober)
Weiterlesen =
http://nachrichten.t-online.de/-jeder-intelligente–will-jetzt-hamburg-verlassen-auch-nach-stade-/id_43036060/index

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Pressemitteilung

Hamburger Sparpläne bedrohen die kulturelle Grundversorgung

Deutscher Kulturrat fordert den Hamburger Senat auf, eine Kehrtwende einzuleiten

Berlin, den 24.09.2010. Nach dreitägiger Beratung hat der Hamburger Senat sein Sparpaket vorgelegt. Im Kulturetat sollen im kommenden Jahr allein ca. 6,8 Millionen Euro eingespart werden.

Diese drastischen Einsparungen schlagen sich auf die Kulturlandschaft der Elbmetropole dramatisch nieder. Das Altonaer Museum steht kurz vor der Liquidierung. Der Senat erhofft sich so Einsparungen von 3,5 Millionen Euro. Eine Milchmädchenrechnung, denn Personalkosten laufen aufgrund der Verträge zuerst einmal weiter.

Weitere Millionenkürzungen kommen auf die Bücherhallen zu, Privattheater und Elbphilharmonie sehen finanziell schweren Zeiten entgegen. Und auch das Schauspielhaus wird mit erheblichen Kürzungen konfrontiert. 1,2 Millionen Euro werden im nächsten Jahr gestrichen. Neben diesen massiven Einschnitten im Bereich der Kultur soll die sogenannte „Kulturtaxe“ dafür sorgen, dass Geld in die leeren Kassen gespült wird. Die Verantwortlichen versprechen sich jährliche Einnahmen von 10 Millionen Euro.

Die Einnahmen durch die „Kulturtaxe“, gespeist aus einem Zuschlag auf Übernachtungsgebühren in Hamburger Hotels, sollen zu drei Vierteln u.a. in Festivals oder Ausstellungen fließen. Ein Viertel soll zur Verbesserung des Marketings und des Kulturtourismus genutzt werden. Während die kulturelle Grundversorgung in Hamburg stark zurückgefahren wird, investiert die Stadt in den Tourismus.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Was in Hamburg passiert, ist nicht nur grob fahrlässig, es ist der systematische Ausverkauf von Teilen der Kultur. Kürzungen in dieser Höhe und die Schließung eines Traditionsmuseums in der Stadt kommen einem Kultur-Harakiri gleich. Das Aushängeschild des Altonaer Museums sind Angebote für Kinder und Jugendliche. Die Schließung dieses Hauses ist daher besonders unverständlich. Kulturangebote, die sich an eine breite Bevölkerungsschicht richten, werden buchstäblich weggespart. Projekte, die für den Tourismus attraktiv sind, werden begünstigt. Mit dieser Strategie beendet der Senat seine bisherige Schwerpunktsetzung auf das Thema kulturelle Bildung.“  25.09.2010

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Pressemitteilung

Statt von Chipkarten träumen, besser die Orte der kulturellen Bildung erhalten Nothilfefonds des Bundes für notleidende Kultureinrichtungen muss jetzt endlich kommen

Berlin, den 27.09.2010. Hamburg ist ein eindrückliches Beispiel für die Widersprüchlichkeit der Debatte um mehr kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche. Das Altonaer Museum steht kurz vor der Liquidierung. Der Senat der Hansestadt erhofft sich so Einsparungen von 3,5 Millionen Euro. Das Aushängeschild des Altonaer Museums sind seine vorbildlichen Angebote für Kinder und Jugendliche. Weitere Millionenkürzungen kommen auf die Bücherhallen und das Schauspielhaus in Hamburg zu. Alle jetzt in Hamburg von massiven Einsparungen bedrohten Kultureinrichtungen sind Orte der kulturellen Bildung.

Nach Informationen des Deutschen Bibliotheksverbandes sind in Deutschland allein zwei Drittel der kommunalen Bibliotheken von Einsparungen betroffen. Gerade kommunale Bibliotheken sind besonders niedrigschwellige Angebote der kulturellen Bildung.

Gleichzeitig wird auf der Bundesebene über die Stärkung der kulturellen Bildung diskutiert. Bundessozialministerin Ursula von der Leyen will unter anderem eine Chipkarte für Kinder und Jugendliche aus Familien, die Hartz IV beziehen, einführen. Diese Chipkarte soll u.a. den Zugang dieser Kinder und Jugendlichen zu kulturellen Bildungsangeboten ermöglichen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „In Hamburg und an vielen anderen Orten in Deutschland werden gerade den Kultureinrichtungen, die lebendige Orte der kulturellen Bildung sind, massiv die Mittel gestrichen. Gleichzeitig will die Bundesregierung eine Chipkarte zur Finanzierung auch von kulturellen Bildungsangeboten für Hartz IV-Empfänger einführen. Wäre es da nicht besser, der Bund würde die vorhandenen Orte der kulturellen Bildung erhalten, statt Plastik-Karten-Pläne zu schmieden? Der Deutsche Kulturrat hat bereits vor einem Jahr einen Nothilfefonds des Bundes für notleidende Kultureinrichtungen gefordert. Hier könnte der Bund ein wirkliches Signal für die Förderung der kulturellen Bildung setzen. Statt von Chipkarten zu träumen, sollte die Bundesregierung besser die Orte der kulturellen Bildung erhalten.“
Deutscher Kulturrat

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Aktuelle Informationen zur Situation der Kulturfinanzierung
(Besonders Hamburg und Leipzig)

Anfang Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1282699/

dradio (27.09.2010 · 19:07 Uhr)

Kulturrat fordert Nothilfefonds für Kultureinrichtungen

Zimmermann: Bund hat Verantwortung

Angesichts massiver Mittelkürzungen im Kulturbereich fordert der Deutsche Kulturrat einen Nothilfefonds für notleidende Kultureinrichtungen. Einsparungen wie in Leipzig seien ein „verheerendes Signal“ angesichts der Debatte um kulturelle Bildung, sagt der Geschäftsführer des Kulturrats, Olaf Zimmermann.

„Man muss erkennen, dass die Welle uns jetzt voll erwischt hat“, sagt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats. „Wir können uns gar nicht mehr retten vor den vielen Anrufen von notleidenden Kulturreinrichtungen“. Und zumindest bei den „Leuchttürmen“ der Kultureinrichtungen müsse der Bund einspringen, fordert Zimmermann.

Eine Politik, die über Bildungschipkarten und kulturelle Bildung debattiert, und dann gleichzeitig bei Einrichtungen spare, die kulturelle Bildung anbieten, sei verrückt, so Zimmermann: „Zwei Drittel aller Bibliotheken müssen mit massiven Kürzungen auskommen im Moment, und gerade diese Einrichtungen sind es doch, die ein niederschwelliges Kulturangebot bieten, die gerade für diese Bevölkerungsgruppen da sind, die jetzt auch im Fokus stehen.“

In Leipzig soll die Oper 1 Million Euro in ihrem Jahresetat einsparen. Das hieße, so Zimmermann, sie müsste die Hälfte des Jahres schließen. Das Leipziger Naturkundemuseum soll gar für drei Jahre geschlossen werden.

„Das ist ein verheerendes Signal“, sagt Zimmermann, und fordert: „Da muss man mit Logik hereingehen: Ist es wirklich sinnvoll, wenn wir eine Oper für die Hälfte des Jahres schließen, die wir uns ja auch mit viel Geld dahingestellt haben? Ist es wirklich sinnvoll, ein Naturkundemuseum einfach mal für 3 Jahre zuzumachen und dann zu sagen, danach wird die Welt schon besser aussehen. Ich glaube, da muss man sich einfach mal intensivere Gedanken machen. Unsere Forderung ist, dass der Bund auch eine Verantwortung dafür hat und er muss sich einfach mit Gedanken machen, wie diese notleidenden Kultureinrichtungen gefördert werden.“

Zimmermann hofft, dass die Bürger in den Kommunen mit massiven Protesten helfen, „die Sparwut abzumildern. Wenn die Menschen nicht auf die Straße gehen, dann sieht es, glaube ich, düster aus“.

Außerdem spare die Schließung einzelner Einrichtungen nicht wirklich etwas, da die Leute ja weiter beschäftigt werden müssen: „Es wird eigentlich eine symbolische Einsparung vorgenommen, die aber in unserem Bereich ganz reale Auswirkungen hat. Man spart nicht wirklich, man kann auch damit keinen Etat einer Stadt sanieren, aber wird wirklich massiven Schaden diesen Kultureinrichtungen zufügen.“

Hier geht es zum Gespräch (mp3).

Ende Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1282699/
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/09/27/drk_20100927_1907_64c43c8c.mp3

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Anmerkungen zum Sparkurs in Norddeutschland

Von Annette Schneider

Das Altonaer Museum in Hamburg wird geschlossen. Die Weserburg in Bremen verkauft 53 ihrer Bilder, darunter ein auf 8 Millionen Euro geschätzten Gerhard Richter. Damit werden innerhalb weniger Tage gleich zwei Tabus bisheriger staatlicher Museumsarbeit gebrochen: Anmerkungen zum Sparkurs in Norddeutschland | Von Annette Schneider

dradio Hören: Museumslandschaft verramscht

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Deutscher Museumsbund ist gegen geplante Gemälde-Auktion durch Weserburg-Museum aus Kostengründen

Der Präsident des Deutschen Museumsbunds, Volker Rodekamp, kritisiert die Entscheidung des Bremer Museums Weserburg, zwei seiner wichtigsten Gemälde auf dem internationalen Auktionsmarkt anzubieten, um laufende Kosten zu decken:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1279454/

dradio Hören: „Da wird die Substanz aufs Spiel gesetzt“

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WIR SIND DAS ALTONAER MUSEUM!

Und wir bleiben es auch!

Liebe Freunde des Altonaer Museums,

die Herren im Hamburger Senat haben beschlossen, das Altonaer Museum zu schließen. Wir haben beschlossen, das zu verhindern. Die geplante Schließung des Museums als symbolischer Akt einer restriktiven Sparpolitik stellt einen regelrechten Skandal dar. Ein seit mehr als hundert Jahren bestehendes Haus mit einer einzigartigen Sammlung und Geschichte darf nicht den kulturfeindlichen Zielen des Hamburger Senats zum Opfer fallen.

Wir brauchen deshalb jede nur mögliche Unterstützung, damit dieser katastrophalen Entwicklung Einhalt geboten werden kann:

Unterschriftenlisten

Mit Ihrer Unterschrift können Sie gegen die Beschlüsse des Hamburger Senats protestieren. Anbei sende ich Ihnen eine Unterschriftenliste. Legen Sie diese bitte an möglichst vielen Stellen aus, sammeln Sie Unterschriften und geben Sie die Listen im Altonaer Museum ab!

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Demonstration für das Altonaer Museum am 25. September ab 11 Uhr

Treffen am Bahnhof Altona unter dem Motto:

Alle wollen das Selbe, Bürgermeister Aalhaus in die Elbe!

Altonaer Museum und SEFA bleiben!

Wir fordern alle Hamburger auf sich unserem Aufruf gegen die irrwitzigen Sparpläne des Senats anzuschließen und dies gemeinsam Kund zu tun. Wir wenden uns gegen die geplante Schließung des Altonaer Museums und rufen alle interessierten Hamburger auf empört euch und macht mit. Am Samstag den 25. September rufen wir zu einer Demonstration gegen den Sparhammer aus dem Senat auf. Die Forderung nach Denkmalsschutz für die SEFA kann mit wenigen Klicks auf der Homepage von Anna Elbe von jedem selbst in die Hand genommen werden. Macht mit! Treffen 11:00 vor dem ehemaligen Bismarckbad, heute Burger King. Weiter gehen wir zum Altonaer Museum und zur Seefahrtschule an der Rainvilleterrasse nahe Elbchaussee. Veranstalter sind die Partei Die Linke und die Gewerkschaften.

Solidaritätsfest am 03. Oktober ab 10 Uhr im Altonaer Museum

Am 03. Oktober werden wir im Altonaer Museum ab 10 Uhr ein Solidaritätsfest mit Führungen durchs Museum, einer Podiumsdiskussion und einem kulturellen Begleitprogramm veranstalten. Auf diese Weise möchten wir den Hamburgern noch einmal zeigen, was sie mit den Beschlüssen des Senats verlieren.

Wir möchten Sie herzlich zu diesem Soli-Fest einladen! Bringen Sie Ihre Familien und Ihre Freunde mit!

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Ihr Team des Altonaer Museums

Wir sind das Altonaer Museum!
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Stiftung Historische Museen Hamburg

Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte

PR und Marketing

Matthias Seeberg

Museumstraße 23

22765 Hamburg

Tel. 040 428 135 2678

Fax 040 428 135 1913

matthias.seeberg(at)altonaermuseum.de

http://www.altonaermuseum.de

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Feuerloescher TV war am 25. September 2010 in Altona unterwegs und konnte sich von verschiedenen Protesten und Protestformen ein paar Bilder machen und Statements einfangen.

Mit Statements von u.a. Fette Mieten Party – Initiative Recht auf Wohnraum, dem Direktor vom Altonaer Museum, dem frühreren Direkor vom Museum für Hamburgische Geschichte, von annaelbe Aktivisten, Bezirkspolitikern und KünstlerInnen.
Es geht darum, die steigenden Mieten für Wohnraum und die damit verbundene Verdrängung der ursprünglichen Bevölkerung durch die perverse Vermarktung der Immobilienhaie endlich zu stoppen und sich seiner Rechte zu besinnen.

Sogar die Stadt selbst behauptet, die Miete für ihre eigenen kulturellen Betriebsstätten nicht mehr aufbringen zu können?!
Anstatt dem Treiben der Immobilienwirtschaft und den Banken mit ihren Zinsen endlich mal ein Ende zu machen, verkaufen sie einfach mal eben alles an dieselben. Ist das ein Symptom von Schizophrenie oder ein typisches, psychopathologisches Phänomen in unserer Gesellschaft?

Traditionell lassen sich die Altonaer ja nichts gefallen, desshalb sollten wir uns also lieber auf einen heissen Herbst gefasst machen…

Es kann doch nicht angehen, daß momentan die letzten städtischen, öffentlichen Gebäude und das Gemeinwesen in Altona und wahrscheinlich sogar nicht nur in Altona – privatisiert werden soll und wir gucken bei dieser Enteignungswelle einfach nur zu?

SO NICHT! WIR WISSEN WIE DAS GEHT!
Eingestellt von Feuerloescher TV
http://feuerloescher-tv2.blogspot.com/2010/09/proteste-in-altona.html

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http://feuerloescher-tv2.blogspot.com/2010/10/mit-der-menschenkette-will-das.html

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Musikstadt. Kunsthalle. Schauspielhaus. Elbphilharmonie. Große Ziele, leere Kassen. In Hamburg steht die neue kulturpolitische Führung unter Senator Stuth vor schwierigen Aufgaben. Und der größte Teil der Kulturszene fragt sich, wie es weitergeht. Was wird geschehen: Folgt man weiterhin dem kulturökonomischen Ansatz der Creative City Richard Floridas? Wie löst man das Problem der Flächenkonkurrenz zwischen Immobilienentwicklern und Kreativen? Kann ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen punktuellen und medienwirksamen kulturpolitischen Interventionen hergestellt werden?

Die internationale Konferenz ‚Music City. Hamburg?! Musikalische Annäherungen an die kreative Stadt‘ versucht Antworten auf diese aktuellen Fragen im Hinblick auf die vielschichtigen Schnittpunkte von Musik und Stadt zu finden. Im Rahmen von Vorträgen und Diskussionen international renommierter Wissenschaftler auf den Gebieten der Musiksoziologie, Kulturgeografie und kultureller Stadtentwicklung gilt es, aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungen kritisch unter die Lupe zu nehmen und anhand des Beispiels Hamburg zu diskutieren.

Das dreitägige Programm umfasst neben der theoretischen Einführung die thematischen Schwerpunkte ‚Stadt, Musik & Creative Diversity‘, ‚Performing & Marketing‘, ‚Politics & Policies‘ und die Vorstellung empirischer, auf die Stadt Hamburg bezogene, Forschungsergebnisse. Vortragstitel wie ‚Bauen für Musik. Die Elbphilharmonie aus kulturgeschichtlicher Sicht‘, ‚Wie klingt die Stadt wenn sie vermarktet wird? Zum Zusammenhang von urbanen Musikpraktiken, Ortmythen und Werbung’ oder ‚Musik als Standortfaktor: Die ökonomische Sichtweise‘ zeigen die breite thematische Anlage.

Als Referenten treten u.a. auf: Adam Krims (University of Nottingham), Bastian Lange (Humboldt Universität Berlin), Martin Cloonan (University of Glasgow), Malte Friedrich (ISoMe Berlin), Andreas Gebesmair (Institut Mediacult Wien) und Alexander Grimm (Goethe-Universität Frankfurt/Main).

Als Ergänzung zu den eher wissenschaftlich orientierten Vorträgen diskutieren kontrovers besetzte Roundtables mit Akteuren des Hamburger Kulturlebens die Themen ‚Kulturelle Vielfalt in Hamburg‘, ‚Vermarktung der Musikstadt Hamburg‘ und ‚Förderung und politische Strategien‘ am Beispiel der Hansestadt. Hierbei sind u.a. vertreten: Egbert Rühl (Kreativgesellschaft), Alexander Steinhilber (BKSM), Christoph Twickel (Journalist und Autor), Andrea Rothaug (RockCity e.V.), Kurt Reinken (STEG), Kai-Michael Hartig (Körber-Stiftung), Katja Scheer (Netzwerk Musik von den Elbinseln), Fahrid Müller (GAL) und Andy Grote (SPD).

Die Ergebnisse der Konferenz sollen 2011 in Buchform erscheinen.
Programm und Informationen zur Teilnahme findet Ihr im angehängten Programm.

Robin Kuchar, M.A.
Institut für Kulturtheorie, Kulturforschung und Künste
Scharnhorststraße 1, Raum C1.113
21335 Lüneburg
Fon. 04131-677 1306
Mail. robin.kuchar(at)leuphana.de

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INTERVEIW

Volker Lösch: „Diese Kulturpolitik ist plan- und konzeptlos!“

Mit dem Hartz-IV-Skandalstück „Marat“ hat er vor zwei Jahren die Stadt elektrisiert – nun beleuchtet Regisseur Volker Lösch einen anderen sozialen Brennpunkt: Kinderarmut VON HEIKO KAMMERHOFF

http://www.mopo.de/2010/20100925/hamburg/kultur/volker_loesch_diese_kulturpolitik_ist_plan_und_konzeptlos.html

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Das „Studio Braun“ bläst dem gegenwärtigen Bürgermeister Ahlhaus und „seinem“ mit 1,5 Millionen geförderten und favorisierten Hamburger Polizeiorchester und der Finanzbehörde am Gänsemarkt den Marsch. Menschenkette in Hamburg [::] Foto: Jörg Stange, gfok

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SPARWAHN-PROTESTE

Sie blasen der Kulturbehörde den Marsch

Am Freitag traf sich die Schauspielhaus-Delegation mit Senator Stuth zum Krisengespräch in der Innenstadt. Thema: Die Etatkürzung um 1,22 Millionen Euro. VON DAGMAR FISCHER
BU: Solidarität mit dem Schauspielhaus:Das „Militärorchester Studio Braun“(v. l. in weiß: Rocko Schamoni, Jacques Palminger, Heinz Strunk) zog amgestern Vormittag in die Innenstadt ein.
http://www.mopo.de/2010/20100925/hamburg/kultur/sie_blasen_der_kulturbehoerde_den_marsch.html
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Theater

Entscheidend ist der Kostenfaktor

Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg erlebt bittere Zeiten: Erst tritt der Intendant wegen Kürzungen zurück, dann fallen die Kürzungen noch deutlich höher aus, als zunächst angenommen. Auch bei der Premiere von „Hänsel und Gretel gehn Mümmelmannsberg“ machen die Mitarbeiter ihrer Wut Luft.
http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/entscheidend-ist-der-kostenfaktor/

Sparmaßnahmen

Noch gut genug für Parteitage

Nach dem Rasenmäher-Prinzip werden den Bürgerhäusern ab 2011 sechs Prozent der Zuwendungen gestrichen. Dabei kalkulieren sie schon heute scharf. VON KATHARINA GIPP

http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/noch-gut-genug-fuer-parteitage/
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Protest gegen Sparkurs

„Die Stadt gehört uns“

Gewerkschaften und Sozialverbände rufen zu einer Menschenkette gegen die soziale Schieflage und Kahlschlag auf. VON KAI VON APPEN
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/die-stadt-gehoert-uns/

http://www.freunde-der-kunsthalle.de/h/pressespiegel_87.php

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metainfo & medienwatch
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Financial Times Paul Krugman: Verrückte an der Macht

Europas Marsch in die nächste Wirtschaftskrise

Bereits im Sommer sprach Paul Krugman, der im vergangenen Jahr mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet wurde, von „Verrückten“, die sich an der Macht befänden – insbesondere in Europa – und die Wirtschaft in die nächste Krise steuerten, um damit die gefürchtete „Double-Dip-Rezession“ auszulösen. Die Entwicklung in den neuen Niedergang beschreibt aktuell auch in der Financial Times der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Gustav Horn: „Die Konjunktur ist nur fit gespritzt“.
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Wie auch von uns in früheren Beiträgen ausgeführt, bemüht sich die deutsche Wirtschaftspolitik – und ihr folgend die Regierungen vieler EU-Staaten – die Fehler zu wiederholen, die bereits zur Zeit der großen Depression zu Beginn der 30er-Jahre in den Ruin (und zum Aufstieg des Nazi-Regimes in Deutschland) führten: damals war es Reichskanzler Brüning, der mit immer neuen Notverordnungen und Sparmassnahmen die Wirtschaftstätigkeit nahezu zum Stillstand brachte, sie quasi zu Tode sparte.
Dieser ruinöse Ansatz wird heute in Europa wiederholt, begründet damit, dass die überschuldeten Staatshaushalte saniert werden müssten. In extremer Form wird die wirtschaftliche Strangulierung dabei praktiziert gegenüber den von der Finanzkrise besonders getroffenen Ländern, wie Griechenland, Spanien und Irland, aber auch in den vergleichsweise finanziell stabilen Staaten, wie Deutschland und Frankreich wird die Austrocknung der Ökonomie – mit Ausnahme der Exportwirtschaft – durch Sparmassnahmen voran getrieben.
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Dass diese Wirtschaftspolitik zur Selbstkannibalisierung führt wurde inzwischen von verschiedenen Ökonomen erklärt: besonders das Zurückfahren öffentlicher Investitionen durch Sparmassnahmen sowie die weitere Dämpfung der Binnennachfrage, des Konsums der Bevölkerung bewirken negative Effekte auf die Entwicklung der Wirtschaft, weiter einbrechende Steuereinnahmen und konterkarieren damit das Sparziel der Haushaltssanierung: die Schulden vergrößern sich in dieser Abwärtsspirale, während die Wirtschaft weiter schrumpft.
Gustuv Horn erklärt entsprechend, es sei aktuell der falsche Zeitpunkt zum Sparen.
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Nach den Einschätzungen verschiedener Ökonomen, wie Krugman und anderen, verdankt sich die aktuell positive Wirtschaftsentwicklung, wie sie in Deutschland zu spüren ist, insbesondere den Effekten staatlicher Konjunkturprogramme, die seit dem Ausbruch der Krise aufgelegt wurden – hierunter etwa die deutsche Abwrackprämie – von denen aber keine nachhaltige Wirkung zu erwarten sei.

Deutschland: parasitäre Scheinblüte

Insbesondere schwimmt dabei die deutsche Wirtschaft quasi parasitär auf den Konjunkturmassnahmen anderer Länder: die Konjunkturmassnahmen etwa in China, dessen Wirtschaftsoutput dem deutschen ungefähr vergleichbar ist, umfassten mehr als den 20-fachen Betrag des deutschen Konjunkturpakets und halfen damit unter anderem der deutschen Automobilindustrie wieder auf die Beine.
Auch in den USA war ein sehr viel umfassenderes Konjunkturpaket aufgelegt worden. Allerdings versandete hier ein Großteil der Mittel im Terrain der maroden Finanzindustrie, ihrer Zombie-Banken und -Konzerne.
Da große Teile dieser Konjunkturspritzen insbesondere von den jeweiligen Oberschichten / der wirtschaftlichen Elite abgeschöpft wurden, konnte die deutsche Automobilindustrie, die besonders das Segment der S-Klasse bedient, dadurch neue Geschäftserfolge verbuchen, nachdem der Effekt der Abwrackprämie verraucht war.

Desinformationskampagnen zur Ablenkung von den tatsächlichen Ursachen

Bei der Diskussion über die Notwendigkeit der Haushaltssanierung und der hier gezogenen Schlussfolgerung, dass durchgreifende Sparmassnahmen unabwendbar seien, wurde gleichzeitig von Politikern und Medien durchweg ausgeklammert, wodurch der vielfach hohe Schuldenstand verursacht wurde: so war auch durch eine Studie der EU festgestellt worden, dass die finanziellen Schwierigkeiten Griechenlands nicht, wie etwa in der Kampagne der BILD-Zeitung behauptet, verursacht waren durch Schlendrian, mangelnde Arbeitsdisziplin der Bevölkerung und allgemein unsolides Geschäftsgebaren oder Korruption; fraglos waren auch diese Faktoren dort im Spiel, jedoch nicht in nennenswert höherem Umfang, als in vielen anderen Staaten der EU. Die Hauptursache hingegen bestand offenbar in den extensiven Massnahmen der Bankenrettung im Zusammenhang der Finanzkrise, und damit ähnlicher Bedingungen, wie sie aktuell in Irland zu konstatieren sind.
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Auch in Deutschland werden die Sparzwänge insbesondere durch den hohen Aufwand der Bankenrettungsmassnahmen forciert. Dieser Hintergrund wird gleichzeitig von den Medien praktisch durchweg verschwiegen und stattdessen der Eindruck erzeugt, der Schlendrian, die Neigung zur hemmungslosen Verschuldung sei beim Staat zu suchen, bei Ausgaben für Klimaschutz, für Soziales, für Renten und anderen Budgetposten, die der breiten Bevölkerung zugute kommen.
Während weitere 40 Milliarden, die von der Hypo Real Estate beansprucht werden, um damit die Deutsche Bank und andere Gläubiger abzufinden, als selbstverständlich und unumgänglich abgebucht werden, wird gleichzeitig damit als nur wenig kritikwürdig sondern mehr oder weniger unumgänglich hingenommen, dass dies gegenfinanziert wird, indem durch die Streichung des Elterngeldes für alleinerziehende ALG2-Empfänger diese noch weiter in die Armut getrieben werden.

Förderung der prekär-krisenhaften Entwicklung durch die Medien

Diese zunehmend krassen Unverhältnismäßigkeiten werden ermöglicht durch eine Medienlandschaft wie in Deutschland, die hier Bundeskanzlerin Merkel in Anbetracht ihrer Banken- und konzernfreundlichen politischen Ausrichtung meist nur milde kritisiert und die wesentliche Hintergundinformationen – etwa zum Verbleib immenser Beträge aus öffentlichen Mitteln zur Bankenrettung – ausblendet und insgesamt Argumentationszusammenhänge im Sinn der großen Banken und Konzerne herstellt.

Während dabei kritische Informationen zum Geschäftsgebaren der Großkonzerne und Banken meist milde vorgetragen und relativiert werden, ist andererseits festzustellen, dass gern Gelegenheiten wahrgenommen werden, um verschiedene Gruppen der Bevölkerung gegeneinander auszuspielen nach dem bekannten Muster „divide et impera“.
So werden Beschäftigte in Gegensatz gebracht zu „arbeitsscheuen“ Arbeitslosen, „fleißige“ Deutsche gegen „faule“ Griechen, Deutsche Einheimische gegen Muslime usw.

Divide et Impera

Dies Spiel der Medien gestaltet sich in Deutschland (etwa in Form der Kampagnen der BILD-Zeitung, durch extensive Publizität zugunsten spaltender Populisten, wie Thilo Sarrazin und andere) sehr erfolgreich und verhindert damit, dass sich die Bevölkerung solidarisch verhält gegenüber Politikern, Banken und Großkonzernen, die die öffentlichen Kassen, das Gemeinwesen plündern, einen insgesamt prekären Zustand herstellen, den sie wiederum ausnutzen, um mit den so erzielten Notlagen weitere Geschäfte zu machen und Gewinn zu erzielen. – 24.09.10 1518 | gw

http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:aufschwung-die-konjunktur-ist-nur-fit-gespritzt/50167356.html
http://krugman.blogs.nytimes.com/2010/06/07/madmen-in-authority
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32635/1.html
http://www.heise.de/tp/blogs/8/147792
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33359/1.html

Metainfo: Originalartikel bzw. ergänzende Info hier

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„Kunstwissenschaft ist Klimaforschung“ Kunst und Wissenschaft im Altonaer Museum 2009 Gunnar F. Gerlach (gfok), Mojib Lativ Klimaforscher eingeladen von der noroomgallery => [::] Foto: Jörg Stange

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September 24, 2010 at 09:46

Veröffentlicht in Allgemein

UN-Klimagipfel: ARD und ZDF beschweren sich über eingeschränkte Berichterstattung

with one comment

foto: jst | medienwatch

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ARD und ZDF beschweren sich über eingeschränkte Berichterstattung

Die Korrespondenten von ARD und ZDF, die nach Kopenhagen gereist sind, unterliegen massiven Beschränkungen. Aus diesem Grund haben die Sender einen Protestbrief veröffentlicht. Im Folgenden der Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten hiermit gegen die massive Beschränkung der freien Berichterstattung auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen protestieren. Seit heute dürfen sich Journalisten im Konferenzzentrum nicht mehr frei bewegen. Drehs außerhalb des Pressezentrums sind nur noch möglich, wenn ein Delegationsmitglied das Kamerateam und den Reporter an der Sicherheitsschleuse abholt und das Team dann von einem UN-Verantwortlichen begleitet wird. Spontane Drehs sind unmöglich. Selbst die UN-Medienkoordination wurde offenbar von diesen Maßnahmen überrascht, da die Verschärfung nicht angekündigt war. Diese Maßnahmen verstoßen gegen die Presse- und Rundfunkfreiheit und behindern die Arbeit der Medien in höchstem Maße. Wir sehen das Recht der freien Berichterstattung massiv eingeschränkt. Daher fordern wir die sofortige Aufhebung dieser Einschränkung für alle Journalistinnen und Journalisten auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen.

Mit freundlichen Grüßen,

Nikolaus Brender Thomas Baumann
Chefredakteur ZDF Chefredakteur ARD

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Mit der Klimaanlage gegen den Klimawandel

Umweltschutz, was ist das? – Ein Blick nach North Carolina

von Dagmar Staab, North Carolina

Leucht-Rentiere, Frost-Cola, Kältetod im Restaurant: Vor der Klimakonferenz forderte US-Präsident Obama vor allem von Entwicklungsländern mehr Öko-Engagement. Ein Blick nach North Carolina zeigt, warum das Kehren vor der eigenen Haustür lohnt:

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http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/31/0,3672,7957215,00.html

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http://www.zdf.de/ZDFxtmodule/klimawandel/index.html

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Altonaer Museum: noroomgallery präsentiert Arche & Archive ein Klimaabend

mit Klimaforscher Mojib Latif und Gunnar Gerlach

https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/13/klimaabend-noroomgallery-prasentiert-arche-archive-ein-klimaabend-mit-mojib-latif-und-gunnar-gerlach/

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Kiör | Hamburger Waschhaus: Bitte nicht waschen…

https://medienwatch.wordpress.com/kior-hamburger-waschhaus-bitte-nicht-waschen%E2%80%A6-ohne-kunst-und-kunstler-%E2%80%9Csammlung-ebeling%E2%80%9D/

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Nachrichten aus dem Netz: Erderwärmung made by men + Kunstwissenschaft ist Klimaforschung etc.

https://medienwatch.wordpress.com/2009/05/12/sz-nachrichten-aus-dem-netz-erderwarmung-made-by-men/

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | installation hafencity: bernd jasper blockbau | foto: jörg stange


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Dezember 23, 2009 at 23:37

UN-Klimagipfel: ARD und ZDF beschweren sich über eingeschränkte Berichterstattung

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foto: jst | medienwatch

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ARD und ZDF beschweren sich über eingeschränkte Berichterstattung

Die Korrespondenten von ARD und ZDF, die nach Kopenhagen gereist sind, unterliegen massiven Beschränkungen. Aus diesem Grund haben die Sender einen Protestbrief veröffentlicht. Im Folgenden der Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten hiermit gegen die massive Beschränkung der freien Berichterstattung auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen protestieren. Seit heute dürfen sich Journalisten im Konferenzzentrum nicht mehr frei bewegen. Drehs außerhalb des Pressezentrums sind nur noch möglich, wenn ein Delegationsmitglied das Kamerateam und den Reporter an der Sicherheitsschleuse abholt und das Team dann von einem UN-Verantwortlichen begleitet wird. Spontane Drehs sind unmöglich. Selbst die UN-Medienkoordination wurde offenbar von diesen Maßnahmen überrascht, da die Verschärfung nicht angekündigt war. Diese Maßnahmen verstoßen gegen die Presse- und Rundfunkfreiheit und behindern die Arbeit der Medien in höchstem Maße. Wir sehen das Recht der freien Berichterstattung massiv eingeschränkt. Daher fordern wir die sofortige Aufhebung dieser Einschränkung für alle Journalistinnen und Journalisten auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen.

Mit freundlichen Grüßen,

Nikolaus Brender Thomas Baumann
Chefredakteur ZDF Chefredakteur ARD

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Mit der Klimaanlage gegen den Klimawandel

Umweltschutz, was ist das? – Ein Blick nach North Carolina

von Dagmar Staab, North Carolina

Leucht-Rentiere, Frost-Cola, Kältetod im Restaurant: Vor der Klimakonferenz forderte US-Präsident Obama vor allem von Entwicklungsländern mehr Öko-Engagement. Ein Blick nach North Carolina zeigt, warum das Kehren vor der eigenen Haustür lohnt:

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http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/31/0,3672,7957215,00.html

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http://www.zdf.de/ZDFxtmodule/klimawandel/index.html

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Altonaer Museum: noroomgallery präsentiert Arche & Archive ein Klimaabend

mit Klimaforscher Mojib Latif und Gunnar Gerlach

https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/13/klimaabend-noroomgallery-prasentiert-arche-archive-ein-klimaabend-mit-mojib-latif-und-gunnar-gerlach/

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Kiör | Hamburger Waschhaus: Bitte nicht waschen…

https://medienwatch.wordpress.com/kior-hamburger-waschhaus-bitte-nicht-waschen%E2%80%A6-ohne-kunst-und-kunstler-%E2%80%9Csammlung-ebeling%E2%80%9D/

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Nachrichten aus dem Netz: Erderwärmung made by men + Kunstwissenschaft ist Klimaforschung etc.

https://medienwatch.wordpress.com/2009/05/12/sz-nachrichten-aus-dem-netz-erderwarmung-made-by-men/

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Dezember 23, 2009 at 23:09

Veröffentlicht in

Textarchiv | Fragment: metasynapse.net = Hacket by

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Gerettete bzw. gefundene Archiv-Fragmente im Netz nach Hackerangriff vor nunmehr 20 Jahren:

Diese Hacker-Info befand sich auf der ehemaligen Website von Metasynapse. Wie sich später herausstellte gab es eine unsichere Stelle im damaligen php/nuke:

dear sir

DEAR SIR…

I’M SORRY

HACKED

BY

cr0ss(X)b0y

FUCK ISRAEL N USA !!!

.::NEVER ENDING WAR TILL THE END OF THE DAY::.

ALLAHU AKBAR

Dedicated To: All My Brothers In Palestine

.::Here I’m Trying a Little Bit Thing To Amuse Your Heart::.

GreetZ To : ToiL, ReStu, AEC, ObseSi, EDS, ESA, Nanda

Anmeldung

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defaced.zone-h.net/defaced/2005/07/28/metasynapse-net/nuke/

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Meine sehr geehrten Damen und Herren, gemäß dem von mir gewählten Titel dieses Vortrages möchte im Folgenden ein Modell der Operativen Kunst in Theorie und Praxis für die gegenwärtige Lage in den bildenden Künsten und der Gesellschaft entwickeln. Neben einer Erläuterung der Begriffe und des Zusammenhanges von Avantgarde und Anarchismus werde ich versuchen meine Thesen zu begründen, was heute eine politische, soziale und revolutionäre Leistung der bildenden Kunst ist und sein könnte. Die Schlußfolgerungen vollziehen sich dann auf der Folie einer problematischen, gegenwärtigen Situation zwischen der Medien – Technologischen Gesellschaft und den Versuchen der Rest-Avantgarden in der bildenden Kunst mit ihnen subversiv umzugehen und zu argumentieren. Die Praxis schließlich unmittelbarer, eingreifender Kommunikations-Akte scheint mir auch zwei Jahre nach Hoyerswerda, Hünxe, Rostock, Lübeck, Magdeburg und Solingen eine adäquate Antwort zu sein, als jede hermetische Gralsuche nach einer wirklich endgültigen und erlösenden Faschismustheorie. In diesem Sinne ist auch eine „House-Aktie“ zu verstehen und unterstützenswert: eine aktive Regulation verfehlter Sozial – Politik mit den Mitteln der künstlerischen Arbeit zu leisten.

Wenn über das Verhältnis von Kunst und Politik reflektiert wird, ist meist ein Problem schon übersehen worden: die künstlerische Tätigkeit ist seit der Renaissance auf individuelle Praxis ausgerichtet, die politische Arbeit orientiert sich an dem gesellschaftlichen Gefüge. Selbstdarstellungen und Narzißmen sind unleugbare Tatsachen auf beiden Seiten, haben aber mehr mit Psychologismen und den jeweiligen, medialen Verwertungs-Systemen und ökonomischen Interessen, Marktorientierungen zu tun. Ginge man davon aus, den Freiheitsbegriff ins Zentrum der Diskussionen zu stellen, ergäbe sich hier eine ganz andere, überraschende Verbindung: das historische Ringen um Freiheit markiert das Engagement von sehr vielen gesellschaftlichen Gruppen, aber ganz besonders jenes von Künstlern und politisch denkenden Menschen oder Politikern. So wird auch verständlich, warum in relevanten, künstlerischen und politischen Theorien, Äußerungen und Handlungen der Begriff Freiheit stehts zentral thematisiert wurde. Heinrich Böll formulierte das Problem bereits vor Jahren wie folgt: „Das ist es, was die Gesellschaft mit der Kunst macht: mit dem Markt erdrücken, Freiheiten in Freiheiten zerteilen.“ Dahinter verbirgt sich auch latent die Kritik an einer historischen Konstruktion, die am Anfang mit dem schillernden Wort Freiheit lockt, um sie am Ende dem gesellschaftlichen Rahmen, dem Markt, als oberster Rationalität einzuverleiben.Bakunin erkannte dieses Dilemma: „Im System der Materialisten, das allein das Natürliche ist, schafft erst die Gesellschaft, weit entfernt davon, die Freiheit zu verringern und zu beschränken, die Freiheit der menschlichen Individuen.

Sie ist die Wurzel, der Baum der Freiheit und ihre Frucht. Deshalb hat der Mensch zu jeder Zeit seine Freiheit nicht am Anfang, sondern am Ende der Geschichte zu suchen, und man kann sagen, das die tatsächliche und vollständige Befreiung des Menschen das große Ziel, das erhabene Ende der Geschichte ist.“ Diese Gegen-Konstruktion zur bürgerliche Logik hat zwei sehr elementare Metaphern bei sich: Wurzel, Baum und Frucht der Freiheit sind auf Natur hingedacht, und die lernende Praxis am Anfang ist Bedingung der Möglichkeit zur Freiheit am Ende zu gelangen. Nach Ernst Bloch ist Freiheit die Möglichkeit zur Auswahl, also zur distinkten und differenzierten Wahrnehmung, als Basis des individuellen Vernunft-, Geschmacks- und Werturteils. Die Wahrnehmung wird so über den Körper gedacht und vollzieht sich über die innere Formung und Vorstellungskraft:

http://metasynapse.net/nuke/modules.php?name=Encyclopedia&op=list_content&eid=18 (site wurde gehackt)

Hier gehts weiter Un/vollständig:

stammt von Platon und kein Philosoph hat den göttlichen Wahnsinn der dichterischen Eingebung- z.B. die Welt retten zu wollen – beredter gepriesen als er; und doch hat er ihn mit Argwohn verfolgt. Dahinter steht die Annahme, der Mensch könne durch seine Vorstellungsgebilde verwandelt werden. Und so sah Platon in der Kunst der Nachahmung ein gefährliches Spiel das zu verwerflichen Charakteren führt.

Goethes Aussage, daß, wer keine Religion habe, möge wenigstens Kunst haben, bezieht sich darauf: in Form gebrachte, gezügelte Vorstellungskraft aus dem Inneren für das Äußere als einem sozialen Raum.

Dies entsprach zudem nahezu prophetisch der Entwicklung in unserem Jahrhundert. Nachdem Nietzsche Gott sterben ließ, und damit unverschuldet der Einseitigkeit instrumentalisierter Vernunft das Begründungsfeld ebnete, ersetzte die Kunst die Kirche. Innerlichkeit als Freiheitsbegriff wurde sukzessive abgeschafft. Shaftesburys „inward form“ beeinflußte die deutschen Geisteswissenschaftler und Künstler. Herder, Humboldt und Hegel folgten ihr genauso wie Caspar David Friedrich und Phillip Otto Runge. Der Rationalismus, besagte instrumentalisierte Vernunft, gegen die Adorno und Horkheimer mit ihrer kritischen Theorie u.a. ankämpften, führte nun in den Terror von Industrie, Technologie, der Kultur-Industrie und ihrer Agenten. Von ihnen leitet sich der gegenwärtige Verdummungs- und Abstumpfungsfeldzug in den Mediengesellschaften ab. Kultur-Technologie ersetzt die Reflexion über eine Korrelation und Relationalität von Form und Inhalt durch technologische Lösungen in einer Kommunikation, die den vom Inhalt befreiten Diskurs über abstrakte Zeichen produziert. Diese Art der instrumentalisierten Vernunft macht KZ´s erst denk- und vorstellbar; losgelöst von innerer Formung, Emotion und Reflexion wird alles einfacher. Technische Lösungen waren noch nie das Problem der Menschheit. Die ökonomischen, emotionalen, ethischen und ästhetischen Probleme sind jedoch bis heute einer Verflüssigung nicht viel näher gekommen. Und so, wie die in ein übergreifendes Herrschaftssystem eingebettete Religion als Kirche in ihr emotionales Gegenteil geführt wurde – von deren inneren Schau als Befreiung zur veräußerlichten, bloßen Form als Unterdrückungs- und Machtinstrument, hat sich auch die Funktion der Künste für die Gesellschaft gewandelt, Museen sind heute Staats- und Markt-Kathedralen ökonomischer, und damit politischer, Kräfte.

Mit ihnen schreibt man die Geschichte des Kapitals auf perfideste Weise fort. Sie repräsentieren nicht mehr Erkenntnisse der philosophischen, sozialen und ästhetischen Reflexion, sondern ein Wertesystem von Shareholder Values, und könnten auch „Dow Jones Memorials“ oder „Gebäude zum Dax“ genannt werden. D.h. auch: der Begriff postmoderne Willkür ist schon wieder ein Gespenst, denn willkürlich ist da nichts. Nur sind es nun die Werte des angeblich freien Marktes, die den Tausch eines vermeintlich bohemiantischen Lebensgefühls gegen Börsenaktien tauschen lassen. Abstraktionswert Geld gegen einen seiner Inhaltlichkeit, Geschichtlichkeit und Geistigkeit beraubten Geschmackswert. Aber über Geschmack läßt sich gerade deshalb köstlich streiten, weil Geschmacksurteile abhängig sind von der Freiheit zur Auswahl, und die ist nun einmal bis heute eine Frage der ökonomischen Möglichkeiten. Geschmacksfragen sind im heutigen Jargon Fragen der Schichten und Zielgruppen – Also doch: Klassenfragen. Aber die Hoffnung, die in der Kunst sich manifestiert, ist auf freie Entfaltung des frei entfalteten Individuums gerichtet, daß sich seiner gesellschaftlichen Bedingt- und Verhältnismäßigkeiten sensibel und intelligent bewußt ist. Freie Assoziation der frei Assoziierten, so hieß es bei Karl Marx immer so schön. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg hat nicht von ungefähr seinen berühmten Bilderatlas zum Fortleben der Antike „Mnemosyne“ benannt. Mneme ist der aus dem griechischen stammende Terminus für Gedächtnis, Erinnerung. Die mythologische Gestalt der Mnemosyne, Tochter des Uranos und der Gäa, die von Zeus geschwängerte Mutter der Musen; der Künste also. Sie ist die Personifikation von Gedächtnis und Erinnerung. So wird die Betrachtung der Kunstentwicklung bei Warburg aus dem lebensnotwendigen „Zurückgebundensein“ an Gedächtnis und Erinnerung gleichzeitig zur Dokumentation einer Leidgeschichte der Menschheit.

Es ist das Ringen um Freiheit und Ausdruck, daß in jeder Gesellschaft ständig bedroht ist. Besonders dann, wenn art bzw. kunstferne Kategorien ihre erkenntnistheoretischen und praktischen Ergebnisse negieren und als Frage von Angebot und Nachfrage in ein heuchlerisches System transformieren. Um Kunst als Basis, als geistige Ernährungsgrundlage verwirklichen zu können, bedarf es einer Gesellschaft, die eine auf historischer Wahrhaftigkeit basierende Ethik besitzt. Dann könnten nicht nur emotionale, ethische und ästhetische Konzeptionen zu Geschwistern werden. Gesellschaftliche Gestaltung könnte aus der Unmittelbarkeit individueller Formung und seinem Anrecht auf Ausdruck zu einem verwirklichten sozialen Körper wachsen. Der sich seiner Selbst- und Fremdverantwortung bewußte Mensch würde über seine innere Proportionierung im Multilog mit den Experiementen und Ergebnissen der Anderen Mitmenschen ins Offene und Freie aus Vertrauen gehen können. Die Entwicklung einer als Unterstützung für ein soziales Projekt gedachten „House-Aktie“(*) ist an dieser Stelle eine glückliche Übereinkunft von moralischer Phantasie, künstlerischer Innovation und konkreter Hilfeleistung vor Ort..

Gerettete Archiv-Text-Fragmente nach Hackerangriff

stammt von Platon und kein Philosoph hat den göttlichen Wahnsinn der dichterischen Eingebung- z.B. die Welt retten zu wollen – beredter gepriesen als er; und doch hat er ihn mit Argwohn verfolgt. Dahinter steht die Annahme, der Mensch könne durch seine Vorstellungsgebilde verwandelt werden. Und so sah Platon in der Kunst der Nachahmung ein gefährliches Spiel das zu verwerflichen Charakteren führt.

Goethes Aussage, daß, wer keine Religion habe, möge wenigstens Kunst haben, bezieht sich darauf: in Form gebrachte, gezügelte Vorstellungskraft aus dem Inneren für das Äußere als einem sozialen Raum.

Dies entsprach zudem nahezu prophetisch der Entwicklung in unserem Jahrhundert. Nachdem Nietzsche Gott sterben ließ, und damit unverschuldet der Einseitigkeit instrumentalisierter Vernunft das Begründungsfeld ebnete, ersetzte die Kunst die Kirche. Innerlichkeit als Freiheitsbegriff wurde sukzessive abgeschafft. Shaftesburys „inward form“ beeinflußte die deutschen Geisteswissenschaftler und Künstler. Herder, Humboldt und Hegel folgten ihr genauso wie Caspar David Friedrich und Phillip Otto Runge. Der Rationalismus, besagte instrumentalisierte Vernunft, gegen die Adorno und Horkheimer mit ihrer kritischen Theorie u.a. ankämpften, führte nun in den Terror von Industrie, Technologie, der Kultur-Industrie und ihrer Agenten. Von ihnen leitet sich der gegenwärtige Verdummungs- und Abstumpfungsfeldzug in den Mediengesellschaften ab. Kultur-Technologie ersetzt die Reflexion über eine Korrelation und Relationalität von Form und Inhalt durch technologische Lösungen in einer Kommunikation, die den vom Inhalt befreiten Diskurs über abstrakte Zeichen produziert. Diese Art der instrumentalisierten Vernunft macht KZ´s erst denk- und vorstellbar; losgelöst von innerer Formung, Emotion und Reflexion wird alles einfacher. Technische Lösungen waren noch nie das Problem der Menschheit. Die ökonomischen, emotionalen, ethischen und ästhetischen Probleme sind jedoch bis heute einer Verflüssigung nicht viel näher gekommen. Und so, wie die in ein übergreifendes Herrschaftssystem eingebettete Religion als Kirche in ihr emotionales Gegenteil geführt wurde – von deren inneren Schau als Befreiung zur veräußerlichten, bloßen Form als Unterdrückungs- und Machtinstrument, hat sich auch die Funktion der Künste für die Gesellschaft gewandelt, Museen sind heute Staats- und Markt-Kathedralen ökonomischer, und damit politischer, Kräfte.

Mit ihnen schreibt man die Geschichte des Kapitals auf perfideste Weise fort. Sie repräsentieren nicht mehr Erkenntnisse der philosophischen, sozialen und ästhetischen Reflexion, sondern ein Wertesystem von Shareholder Values, und könnten auch „Dow Jones Memorials“ oder „Gebäude zum Dax“ genannt werden. D.h. auch: der Begriff postmoderne Willkür ist schon wieder ein Gespenst, denn willkürlich ist da nichts. Nur sind es nun die Werte des angeblich freien Marktes, die den Tausch eines vermeintlich bohemiantischen Lebensgefühls gegen Börsenaktien tauschen lassen. Abstraktionswert Geld gegen einen seiner Inhaltlichkeit, Geschichtlichkeit und Geistigkeit beraubten Geschmackswert. Aber über Geschmack läßt sich gerade deshalb köstlich streiten, weil Geschmacksurteile abhängig sind von der Freiheit zur Auswahl, und die ist nun einmal bis heute eine Frage der ökonomischen Möglichkeiten. Geschmacksfragen sind im heutigen Jargon Fragen der Schichten und Zielgruppen – Also doch: Klassenfragen. Aber die Hoffnung, die in der Kunst sich manifestiert, ist auf freie Entfaltung des frei entfalteten Individuums gerichtet, daß sich seiner gesellschaftlichen Bedingt- und Verhältnismäßigkeiten sensibel und intelligent bewußt ist. Freie Assoziation der frei Assoziierten, so hieß es bei Karl Marx immer so schön. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg hat nicht von ungefähr seinen berühmten Bilderatlas zum Fortleben der Antike „Mnemosyne“ benannt. Mneme ist der aus dem griechischen stammende Terminus für Gedächtnis, Erinnerung. Die mythologische Gestalt der Mnemosyne, Tochter des Uranos und der Gäa, die von Zeus geschwängerte Mutter der Musen; der Künste also. Sie ist die Personifikation von Gedächtnis und Erinnerung. So wird die Betrachtung der Kunstentwicklung bei Warburg aus dem lebensnotwendigen „Zurückgebundensein“ an Gedächtnis und Erinnerung gleichzeitig zur Dokumentation einer Leidgeschichte der Menschheit.

Es ist das Ringen um Freiheit und Ausdruck, daß in jeder Gesellschaft ständig bedroht ist. Besonders dann, wenn art bzw. kunstferne Kategorien ihre erkenntnistheoretischen und praktischen Ergebnisse negieren und als Frage von Angebot und Nachfrage in ein heuchlerisches System transformieren. Um Kunst als Basis, als geistige Ernährungsgrundlage verwirklichen zu können, bedarf es einer Gesellschaft, die eine auf historischer Wahrhaftigkeit basierende Ethik besitzt. Dann könnten nicht nur emotionale, ethische und ästhetische Konzeptionen zu Geschwistern werden. Gesellschaftliche Gestaltung könnte aus der Unmittelbarkeit individueller Formung und seinem Anrecht auf Ausdruck zu einem verwirklichten sozialen Körper wachsen. Der sich seiner Selbst- und Fremdverantwortung bewußte Mensch würde über seine innere Proportionierung im Multilog mit den Experiementen und Ergebnissen der Anderen Mitmenschen ins Offene und Freie aus Vertrauen gehen können. Die Entwicklung einer als Unterstützung für ein soziales Projekt gedachten „House-Aktie“(*) ist an dieser Stelle eine glückliche Übereinkunft von moralischer Phantasie, künstlerischer Innovation und konkreter Hilfeleistung vor Ort.

· Forum ::: Netzdraht-Thread = Fellgeschichten & Höh(l)enzeichen
Selbstverwaltetes Forum des Bürgernetz Hamburg (noch unbearbeitet=Fotos fehlen! etc.) Foren der Hamburger Bürger & Stadtteile FAQ Suchen Mitgliederliste Benutzergruppen Profil Du hast keine neuen Nachrichten Logout [ metasynapse ] Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen Selbstverwaltetes Forum des Bürgernetz Hamburg Foren-Übersicht -> Graffiti Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen Autor Nachricht metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Okt 23, 2003 9:30 am Titel: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— (…) Mit Verlaub, Kolleginnen von Avanti: Das ist doch ein Trick, das sagt ihr doch nur, um gutwillige Männer an den Herd zu locken, damit ihre Gattinnen Zeit haben, Fußball zu spielen oder Wollnashörner zu jagen. Andererseits, so rätselhaft, wie Frauen sind, ist die aphrodisierende Wirkung eines Mannes in Küchenschürze nicht ausgeschlossen. Wer bisher mit Rosen und einer Flasche Barolo bei der Angebeteten erschien, ohne den erhofften Erfolg zu haben, tut gut daran, es mit dem Staubsauger zu probieren. Und was das Theater betrifft, so wäre der Fall Romeo und Julia glaubwürdiger, wenn der junge Mann, statt am Balkon Süßholz zu raspeln, mal ordentlich bei den Capulets durchgefegt hätte. „Das wilde Blut, das in den Wangen flattert“, seufzt Julia. Solche Leidenschaften kann nur ein Hausmann entfachen. http://www.sueddeutsche.de/sz/streiflicht/red-artikel1083/Nach oben spurensucher Gast Verfasst am: Do Okt 23, 2003 8:51 pm Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— höhlenmenschen dialogik! Zu Fellgeschichten fällt mir nur Brunner auf dem Bärenfell ein. Cyberpolitics begins @ Bits and Bytes!Nach oben CyberDschini Anmeldungsdatum: 17.10.2003 Beiträge: 16 Verfasst am: Fr Okt 24, 2003 6:02 pm Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen von „OZ“ b ———————————————————————— OOPS! Das Hamburger Abendblatt http://www.abendblatt.de meldet im Ticker: „Hamburger Polizei nimmt Graffitisprayer «OZ» fest“ Unter dem Bild ist von 120 000 „OZ“-Graffittis in Hamburg die Rede. http://www.abendblatt.de/z/newsticker/p/OZ_4977274.onlineBild.jpg Frage: Was bedeutet dieses „OZ“ Zeichen an der betonierten Höhlenwand? Schon mal nachgedacht? OOPS! —————————————————– Sollten Lehrerinnen im Unterricht ein Kopftuch tragen? Natürlich! Gute Beispiele gibts von Maria bis Theresa http://www.graffiti.org/la/madreteresawall.jpg _________________ x oriente luxNach oben Enternetkonsument Gast Verfasst am: Do Okt 30, 2003 4:36 am Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen von „OZ“ – ———————————————————————— CyberDschini hat folgendes geschrieben: OOPS! Das Hamburger Abendblatt http://www.abendblatt.de meldet im Ticker: „Hamburger Polizei nimmt Graffitisprayer «OZ» fest“ Unter dem Bild ist von 120 000 „OZ“-Graffittis in Hamburg die Rede. Unser KNAST soll bunter werden! Für den Sprayer „OZ“ gibts sicher „Drinnen“ auch genug Wände. Klüger wäre es jedoch endlich großformatige Leinwand zu benutzen, um die Bilder auch auf dem Kunstmarkt anzubieten zu können „Der Zauberer von OZ“ ?Nach oben stadt Gast Verfasst am: Do Okt 30, 2003 1:43 pm Titel: Na was gebs DA? ———————————————————————— Gute Malzeit! Habe gelauscht< ist die UNI< ist die UNIKunst< sanft ins Leben zurückholt“ ———————————————————————— Streiflicht …) Eine schöne kleine Geschichte ist das, wie das Leben sie öfters schreiben sollte – weil sie die Kunst in eben dieses Leben sanft wieder zurückholt und die arbeitende Bevölkerung in die Kunstwelt einlässt. Und weil sie endlich einen Berufsstand rehabilitiert, der bislang vor allem mit einer Aura des Destruktiven assoziiert ist, der Verweigerung, der Verhinderung, der Ausschließung. Der große Kafka hat ihm den Zugang zur Liste der ehrenwerten Berufe gnadenlos verbaut, durch die tendenziöse Darstellung in seiner Erzählung „Vor dem Gesetz“. In ihr wird ein Bittsteller so lange hingehalten vor dem Zugang zum Gesetz, bis er schließlich kindisch wird, die Flöhe im Pelzkragen des Türhüters studiert, sie bittet, ihm zu helfen und den Türhüter umzustimmen. Auch Gil Perez wäre fast auf einer kafkaesken Kontorslaufbahn gelandet, hätte er nicht plötzlich den Drang an die Plaza gespürt, wo er nun Christie’s Türdrücker bedient. Am Dreh- und Angelpunkt der Kunstwelt, darüber entscheidend, wer drinnen ist und wer draußen. Was Power ist, darüber mag man ruhig weiter diskutieren – Glück aber ist eindeutig, wenn man von Gil Perez erkannt und beim Aufschwingen der Tür mit seinem Vornamen begrüßt wird. Bitte den vollständigen Artikel lesen http://www.sueddeutsche.de/sz/streiflicht/red-artikel337/Nach oben ohne (T)orte Gast Verfasst am: Do Nov 06, 2003 10:24 am Titel: Re: „wie die >Kunst< sanft ins Leben zurückholt&q ———————————————————————— Altonaer Museum (Quelle: x-cards http://www.altona-web.de ) Nach oben ?n Gast Verfasst am: Fr Nov 07, 2003 12:46 am Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— ?? Musik http://www.donga.com/music/korea/k_list.php ?n look http://www.dreamtouch.co.kr/manha/general/general-swf/0201001004.swfNach oben Radio Hel[l]sinki Gast Verfasst am: Fr Nov 07, 2003 10:29 am Titel: Re: [Tittitainment°] ———————————————————————— ?? hat folgendes geschrieben: ?? Musik http://www.donga.com/music/korea/k_list.php ?? look http://www.dreamtouch.co.kr/manha/general/general-swf/0201001004.swf Tittitainment-service http://mrs-lee.com/art/Radiotipp/radiotipp.htmlNach oben Trillerich Gast Verfasst am: Sa Nov 08, 2003 8:38 pm Titel: Tirilierende Teutonen (Vogel-Futter) ———————————————————————— …) Tirilierende Teutonen Deutschland, das Volk der Dichter und Denker? Von wegen. Es ist wohl eher das der kleinen Lichter und Autolenker. Zu dem Ergebnis muss man jedenfalls kommen, wenn man die „Liste der 100 besten Deutschen“ studiert, die Bild und ZDF stolz präsentieren. „Millionen von Lesern“ bestimmten „unsere Besten“, und siehe da: Brecht, Hölderlin, Grass, Hegel – alle nicht dabei. Dafür Solitäre des Geistes wie Dieter Bohlen, Michael Schumacher und Daniel Küblböck. Überhaupt die Musiker: Heino, Campino von den Toten Hosen und ein Kerl namens Wolle Mozart, von dem es aber schon lange keine neue Single mehr gab, gehören alle zu den Besten. (…) http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel1062/Nach oben Sittich Gast Verfasst am: Sa Nov 08, 2003 10:55 pm Titel: Re: Tirilierende Teutonen (Vogel-Futter) ———————————————————————— Trillerich hat folgendes geschrieben: „Millionen von Lesern“ bestimmten „unsere Besten“, und siehe da: Brecht, Hölderlin, Grass, Hegel – alle nicht dabei. Dafür Solitäre des Geistes wie Dieter Bohlen, Michael Schumacher und Daniel Küblböck. http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel1062/ E=mc Zitat: Wenn ich mit meiner Relativitätstheorie recht behalte, werden die Deutschen sagen ich sei Deutscher, und die Franzosen ich sei Weltbürger. Erweist sich meine Theorie als falsch, werden die Franzosen sagen, ich sei Deutscher und die Deutschen, ich sei Jude. Eine Stadt liest ein Buch! – „Die Entdeckung der Currywurst“ http://www.hamburgliesteinbuch.de/Nach oben metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Nov 13, 2003 1:37 pm Titel: Von Falten [Roll]-Möpsen und Vögeln… ———————————————————————— Vicco von Bülow alias Loriot wird achtzig: Alles hat sich so ergeben, unter der Hand gewissermaßen Unter Möpsen und Menschen Wenn im offiziell Nichtigen das Geltende und im offiziell Geltenden das Nichtige sichtbar wird – Besuch bei dem Schöpfer einer ganz speziellen Welt Von Hermann Unterstöger Münsing, 11. November – „Wenn Sie“, bittet mit leiser Stimme Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow, der von seinen Freunden Vicco genannt wird, von der fühlenden Menschheit aber Loriot, „wenn Sie einen lächerlichen Garderobefehler entdecken, dann sagen Sie es mir bitte.“ Es geht um ein Foto, und obwohl kein Garderobefehler, schon gar kein lächerlicher, an dem alten Herrn zu entdecken ist, streift ihm seine Frau Romi ebenso sorgsam wie resolut Hemdbrust und Haare glatt. Man müsse wissen, fährt Loriot fort, dass ihm, wann immer er für Filmaufnahmen in der Ecke des berühmten Sofas Platz nahm, das Jackett von hinten sechs- oder siebenfach mit Fäden festgezurrt wurde, damit es nur ja keine Falten warf. (…) Hier bitte hier entknöpfen= http://www.sueddeutsche.de/sz/seitedrei/red-artikel1557/ Gruß an runterhandeln auf 20 biß 40zig und an T-Höhle von Bad an klare Parabase -wie immer nichts… und an all die anderen investigativen -subversiv aufrichtigen Sagas und Sængers…= welche das Achten (?) achten in pfleglicher Distanz möglichst ohne Schleudertrauma falsch verorteter Vernunft = Slow slow am PI der EIN/AUSlaßstelle manches ist poröser -bei näherer Betrachtung der ER/SIEfühlBARkeiten in Hochzeiten des Augenblicks von Projektion und Utopi(e) beim Denken&Schreiben – hämmernd erlesend die Tasten des anderen ABC……. des schon wieder weg…. und des doch noch da?, in aller Parallelität des parablen SEINs -um ein Wort zu finden das dem „subversiv-anderen“ Flügel verleiht im Wurzelstock entrückter Stockwerke mit Fenster ins Nichts -zu erarbeitender Hoffnung -des immer viel zu KURZ-LANG im JETZT des JETZT… und dann in aller Plötzlichkeit des Prozesses: was heißt eigentlich später?, wir warten?… oh oh = worauf warteten all die anderen= Sumserums??? substanziell sublimierende sub-Suppenhöfe verwarteter Wartung= warten gibts nicht ES tut immerfort im Über-Unterall… Da wo alle sagen: da geht nichts mehr -fängt die eigentliche Gestaltung erst an… das wußten schon die (jungen) ALTEN.. da muß keiner am ALT operieren… Dieser Erkenntnis-Gewinn ist schon paralell zu nehmen- der hat an Gültigkeit nichts eingebüßt… Da frohloggs unter der Hand immer wieder anders… Dafür lohnts sich dann auch >ALTER< zu sagen.. Da kommt Freude auf… Herzlichen Glückwunsch!, wider die Haartracht und dem falschen Faltenwurf willkürlicher Behauptungen und Rechtfertigungen in der Logistik des Gesamtmodell,s… Da bricht einems ja die Nagel ab.. _________________ signum signaleNach oben NeuBauten Gast Verfasst am: Mo Nov 17, 2003 10:58 am Titel: Sponsert from NICHTS ———————————————————————— Stubnitz info, Mon 20031117 For Your pleasure: Events on the MS Stubnitz. You have opted to recieve information 1 day in advance of events for your chosen styles. In addition you also recieve your weekly update today +++Wed 19.11 21:00 Y2003 Culture Club+++ +++Fri 21.11 23:00 Y2003 Bombus+++ The human beat machine! Vier Schlagzeuger der Einstürzenden Neubauten, Madonna Hip Hop Massaker, Sandow und der Weltrekordler Neugebauer bilden den Kern einer virtuosen Performance, die live durch Dj, Sängerin, Gastmusiker und weitere Schlagzeuger bereichert wird. Live-Drumming, -Programming und -Performing, Hände, Füße und Maschinen im Zusammenspiel. Extrem tanzbar! \nBOMBUS (Tinnitus aurium): störende, ton- oder geräuschartige endogene Schallempfindung, entweder als Wahrnehmung ohrnaher Muskel- u. Gelenkgeräusche, von Sekretknistern,Vibrationen etc. oder aber als rein subj. Empfindung (Brummen, Rauschen, Klingen, Pfeifen) infolge inadäquater Rezeptorenreizung. Vork. v. a. bei gestörter Schalleitung (Zerumen, Otitis, +++Sat 22.11 23:00 Y2003 POLVOROSA (HH, Barcelona) Elektro-Latino Live mit: Puente Daniel (lead voc, g), Trillian (back.voc), Jankowski Norman (dr) +++Sat 22.11 24:00 Y2003 Erobique (HH) Carsten Meyer aka EROBIQUE, Mitglied von INTERNATIONAL PONY, möchte sich nicht den Spaß nehmen lassen, weiterhin mit einem Fender Rhodes und einer Rhythmusbox voller betörender Discoloops die heißen Parties der Republiken zu beglücken. Sein Album „Erosound“ (Deck 8/Zomba) fand \nauch im Ausland Anerkennung –es wurde von Acid Jazz in England veröffentlicht, \njapanische Popsternchen forderten Remixe an, New Yorker DJ-Legenden wie \nRoger Sanchez spielten seine Maxis und er wurde eingeladen auf dem legendären \nJazzfestival in Montreux aufzutreten. +++Sun 23.11 22:00 Y2003 Blurt konzert: BLURT/Ted Milton \n \nTed Milton ist zurück mit seiner Band Blurt, die Anfang der 80er zerrissene hypnotische no wave-hymnen schrieb und Punk damit den Rückweg abschnitt. Für alle Fans von Tuxedomoon / Wire / o.ä ein Muss! \n \n +++Dada-Avan+++ http://www.stubnitz.comNach oben metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Nov 20, 2003 1:39 pm Titel: >AltBauten< = „Die schönen Augen sinds“ ———————————————————————— Die schönen Augen sind’s, die mir das Herz durchdringen… Wozu dient eine nachträgliche Verewigung der Vergangenheit? Bei Padua wurde das Grab Francesco Petrarcas geöffnet (…) Wir treten ein ins zweite Zeitalter der Reliquien: Knochen entfalten, jenseits der symbolischen Pietät, auf einmal wieder eine magische Wirksamkeit kraft ihrer materialen Gegenwart. Während in der Basilika von Padua noch die Pilger den Sarkophag des heiligen Antonius berühren, damit ihre Gebete in Erfüllung gehen, haben nun Wissenschaftler der Universität Padua die Gebeine Francesco Petrarcas, des ersten Poeten der Neuzeit, aus seinem Grab in Arquà Petrarca entnommen. Sie erhoffen sich Aufschluss darüber, wie sein Gesicht aussah und ob er wirklich, wie berichtet wird, die für seine Zeit phänomenale Höhe von 1,84 m erreichte. Es ist auf diese Weise bereits gelungen, die Gesichtszüge des Evangelisten Lukas zu rekonstruieren (wenn er es denn wirklich sein sollte). Computergestützte Methoden machen es möglich, einem altgehüteten Skelett ganz neue Aufschlüsse abzugewinnen. (…) (…) Ein zwiespältiges Gefühl bleibt doch zurück vor so viel nachträglich verewigter Vergangenheit. Wie wird die Computergrafik die Augen Petrarcas wiedergeben? Es wird ihr kaum mehr gelingen als eine starre Notlösung, eine schauerlich untote Totenmaske. Die Augen, knochenfrei, vergehen spurlos, sterblichster Teil des Menschen und Spiegel seines unsterblichen. Niemand wusste das besser als Francesco Petrarca, der schrieb: „Die schönen Augen sind’s, die allerwegen / Lassen, was da mein Herr beginnt, gelingen, / Vor allem, wenn es gilt, mein Herz zu brechen. / Die schönen Augen sind’s, die mir durchdringen / Allorts das Herz mit ihrer Flammen Segen, / Dass ich nie müde bin, davon zu sprechen.“ (…) http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel565/ (*** SEITE DREI ***) BOWLING IN EIGENER SACHE (¿?) Er schmeichelt seinen Zuhörern, wird gefeiert für seine Attacken gegen Bush ˆ und versteht es wie kaum ein anderer, alles …= (Pommesfrites, Roland Barthes?¿ = („Mythen des Alltags“= Politische-Pommes-Parameter= >:::< = ¡Bitte/Danke!)= >DaDaDrom Graffiti Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde Seite 1 von 1 Bei Antworten zu diesem Thema nicht mehr benachrichtigen Gehe zu: GoDu kannst Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum mitmachen. Impressum Powered by phpBB 2.0.6 © 2001, 2002 phpBB Group

· operative Probleme mit Beuys & kegeln bei Kant
http://www.oben.de/go/history/20j/stasi_14.htm

Im AffBau= Im Kegel des Kleinkarierten bis Pep-Pieta

(…) O b diese satyrische Ueberschrift auf dem Schilde jenes holländischen Gastwirths, worauf ein Kirchhof gemalt war, die M e n s ch e n überhaupt, oder besonders die Staatsoberhäupter, die des Krieges nie satt werden können, oder wohl gar nur die Philosophen gelte, die jenen süßen Traum träumen, mag dahin gestellt seyn. Das bedingt sich aber der Verfasser des Gegenwärtigen aus, daß, da der praktische Politiker mit dem theoretischen auf dem Fuß steht, mit großer Selbstgefälligkeit auf ihn als einen Schulweisen herabzusehen, der dem Staat, welcher von Erfahrungsgrundsätzen ausgehen müsse, mit seinen sachleeren Ideen keine Gefahr bringe, und den man immer seine eilf Kegel auf einmal werfen lassen kann, ohne, daß sich der [3/4] w e l t k u n d i g e Staatsmann daran kehren darf, dieser auch, im Fall eines Streits mit jenem sofern consequent verfahren müsse, hinter seinen auf gut Glück gewagten, und öffentlich geäußerten Meynungen nicht Gefahr für den Staat zu wittern; – durch welche C l a u s u l a s a l v a t o r i a der Verfasser dieses sich dann hiemit in der besten Form wider alle bösliche Auslegung ausdrücklich verwahrt wissen will. [4/5]

Erster Abschnitt,

welcher die Präliminarartikel zum ewigen Frieden unter Staaten enthält. (…)

Hier gehts weiter=

http://www.philosophiebuch.de/ewfried.htm

· Gemischte Gruppe Installation von Stilla Seis [Bürgerservice°]
http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/bezirke/eimsbuettel/aktuelles/termine-und-veranstaltungen/ausstellung-gemischte-gruppe/start.html

»gemischte Gruppe«

Installation von Stilla Seis im Bürgerservice / Bezirksamt Eimsbüttel

vom 20.11.03 bis 31.12.03 Eröffnung: Donnerstag, 20.11.03, 15.00 Uhr Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch 7.00-14.00 Uhr; Donnerstag 12.00-18.00 Uhr

Die Ausstellung ist im:

Raum des Bürgerservices im Bezirksamt Eimsbüttel, Eingang Grindelberg 66 (EG) in 20139 Hamburg zu sehen.

Aufbau:

Reihung von 14 Colorfotografien auf KodakDuratransmaterial im Format 20x30cm an den Innenseiten der Glaswände des Eckgebäudes; die Bildflächen sind auf den Innenraum ausgerichtet.

Titel:

»gemischte Gruppe«

Die Bilder sind aus Fotografien einer gemischten Gruppe – Frauen und Männern unterschiedlichen Alters – entstanden; vorerst ist keine Ursache für die Zusammensetzung der Gruppe zu sehen. Bildausschnitt und Vergrößerungsmaßstab lassen zunächst keine Identifizierung zu; lediglich die persönliche Bekanntschaft mit einer der Personen ermöglicht, aus der Kenntnis von streng persönlichen Details, ein Wiedererkennen.

Geschichte:

Betrachter, die sich im Raum aufhalten, mischen sich mit der sie umgebenden Schar. Die Zusammensetzung der Besucher des Bürgeservices, also der möglichen Betrachter, scheint ähnlich grundlos, wie die Zusammen-setzung der ursprünglich abgelichteten Personen. Darin verbirgt sich der grundsätzliche Unterschied: während jeder Besucher am Empfang ein persönliches Anliegen hat, verbindet die dargestellte Schar ein gemeinsames Ziel. Jeder Besucher wird angeregt, seine Wahrnehmung in Bezug auf bekannte und unbekannte Personen seines sichtbaren Alltags zu sensibilisieren. Es kann die Frage entstehen, mit wem wir es tagtäglich zu tun haben.

gemischte Gruppe

Installation von Stilla Seis im Bürgerservice vom 20.11. bis 31.12. 2003

Raum des Bürgerservices im

Bezirksamt Eimsbüttel, 20139 Hamburg, Eingang Grindelberg 66, EG, montags, dienstags, mittwochs 7.00 – 14.00 Uhr , donnerstags 12.00 – 18.00 Uhr. Telefon 040/42801-21.00

· Wasser-Rechte= Nestle,s Ice Mountain Bottling Operation
http://michiganimc.org/

News: [Water Rights°]

Judge Orders Halt to Nestlé’s Ice Mountain Bottling Operation by Lou Blouin Email: louie (at) waterissweet.org 25 Nov 2003 Modified: 02 Dec 2003 Michigan Citizens for Water Conservation’s landmark suit against Nestlé Waters North America has ended in a court order to halt all spring water withdrawals from a site in Mecosta County, Michigan. Judge Lawrence Root handed down the order for Nestlé to terminate its spring water withdrawals earlier today in a markedly personal 68-page written decision. “I am holding that Nestlé’s pumping operations at the Sanctuary Springs must stop entirely,” Root wrote. “Further, I am unable to find that a specific pumping rate lower than 400 gallons per minute, or any rate to date, will reduce the effects and impacts to a level that is not harmful.” [ Summary and Order by Judge Root ] Read the full article… (8 comments) http://michiganimc.org//

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^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ ………………………………………………………………………………….^…….. News: Civil Liberties Police repression in Miami; two Michigan IMC reporters arrested by FTAA-Miami IMC 26 Nov 2003 Modified: 05:31:46 PM On Friday, November 21, around 200 activists gathered at the Miami-Dade County Jail to hold a peaceful protest and demand the release of those who had been arrested the day before. In what has become a hallmark example of the extreme repression that global justice activists faced this past week, the police demanded that the protesters disperse. Those who had gathered began walking away and moving down the street, where they were surrounded by the over 500 riot police that had surrounded the protesters. The police then attacked the dispersing crowd, chasing about 30 people into a corner. They shoved them to the ground and beat them. They gassed them at close range. The police arrested around 60 people, including journalists, legal observers, and medics. Two Michigan IMC journalists were arrested while doing news coverage of this event for the FTAA-Miami IMC. Coverage of police repression in Miami:

· Vom [Scheitern im Scheitern°]
Diese Inhalte sind Auszüge aus dem Buch „sch“, das im Oktober 2003 erscheint. Die Kunst des Scheiterns „Mit jeder Erfindung, ist der Unfall, das Scheitern mit erfunden.“ (Paul Virilio) von Nina Mayrhofer Kunst entzieht sich einer Definition. Das heißt einer einzigen Definition. Umso mehr entsteht hier ein Spannungsfeld zwischen dem so genannten Kunstmarkt und der Kommerzialisierung auf der einen und der „freien“ Hingabe des Künstlers aus Überzeugung an der Sache auf der anderen Seite. Kunst will Kunst und besteht auf ihrer Zweckfreiheit. Die Sinnhaftigkeit ergibt sich aus dem Werk und der Interaktion mit dem Betrachter. Oder auch nicht. Klare Abgrenzungen, wer denn nun ein Künstler sei, ist eben ein langes Kapitel einer unendlichen (Kunst-)geschichte. Das Klischee des frierenden Künstlers in der Dachkammer steht dem Bild eines Künstlers entgegen, der sich und seine Seele verkauft hat und dessen Werk der Kommerzialisierung anheim gefallen ist. Diese Schwarz-Weiß-Malerei ist aber im Grunde nicht mehr vorhanden. Fronten verschwimmen und Definitionen machen nur für ein begrenztes Publikum Sinn. Das Scheitern ist der Kunst implizit. Ein Künstler, der aus einem negativen Ereignis sein kreatives Potential schöpft, ist interessanter und griffiger als eine Person aus der „heilen Welt“, einer Kunstschule beispielsweise. Joseph Beuys Werk etwa lässt sich vielseitig durch seinen privaten Hintergrund erklären. Ein Flugzeugabsturz, die Rettung – Filz und Fett, das ihn vor dem Erfrierungstod bewahrte. Das Unglück, das Hinfallen mit Herzblut und scharfen Wunden ist nicht nur als Potential für produktive Kraft zu sehen. Das Scheitern, oder milder gesagt, das Misslingen im Prozess des Erschaffens liegt gerade in der Kunst auf dem Weg zu einem Ergebnis. Zehnmal schief gegangen, einmal Meisterwerk. „Solche Kunstwerke, wie sie heute üblich sind, kann ich gar nicht fertigstellen. Dazu fehlen mir Könnerschaft und Unverschämtheit. Ich beließ es daher besser bei gelegentlichen Bierdeckelskizzen und kletterte doch lieber wieder kunstlos durch die Irrenhäuser Hegels, anstatt im Kreis durch doofe Galerien.“ (Kapielski) Umsetzung seines Bildes im Kopf in ein für ihn gerechtes Medium. Dann das vollendete Werk. Das immer noch am Kunstmarkt an seiner Verkäuf-lichkeit scheitern kann. Ob van Gogh nur deswegen Berühmtheit erlangte, weil sich seine Bilder erst nach seinem Tode verkaufen ließen? Sozusagen das Ableben als Bedingung für das Aufstreben am Markt. Von diesem Erfolg konnte er nichts mehr mitbekommen und deswegen ist wohl sein Ziel ein ernst genommener Künstler zu werden fehlgeschlagen. Aus subjektiver Sicht. Das kann man heutzutage bestimmt nicht behaupten. Natürlich ist van Gogh erfolgreich. Das heißt, sowohl der Faktor Zeit als auch das individuelle Lebensziel und die Einstellung des Umfeldes gegenüber dem Produkt und dem Selbst sind die Kriterien für ein (erfolgreiches) Scheitern. Jedoch: Ist es mehr Misserfolg, wenn sich das Produkt verkaufen lässt, oder ist es dann ein wichtiges Werk einer Avantgardebewegung, die sich gegen die bis dahin geltenden Regeln und Gesetze sträubt? Nicht beantwortbar. Die Notwendigkeit des Scheiterns für eine Haltung abseits vom Main-stream gilt vielleicht als natürliche Ingredienz von Avantgarde bewegungen. Etwa der Dadaismus oder auch die Surrealisten waren zu ihrer Zeit nur für einen engeren ausgewählten interessierten Kreis zugänglich. Zugang im Sinne von Verständnis. Die konventionelle Sicht mag auch diese Kunstformen zu der Zeit als gescheitert angesehen haben. Vor allem was ihre tatsächliche Wirkung und ihren Einfluss auf sie umgebende Systeme – seien es politische oder gesellschaftliche – betrifft, mögen sie weitgehend ohne Erfolg gewesen sein. „Die Zeit heilt alle Wunden“ ist eine Floskel, die für das Scheitern im Bereich der Kunst eben die Rückkopplung eines Erfolges schaffen kann. Kunstgeschichte, und somit wohl eine Wertung des Erfolgspotentials eines Kunstschaffenden kann meist nur rückwirkend oder zeitverschoben passieren. Das bringt uns zurück von dem zu Lebzeiten wenig Geschätzten zu dem im Nachhinein hochgefeierten Kreativen. Die Bereiche der Kunst, die sich mit dem Scheitern schneiden, enthalten somit vielfältige Perspektiven. Einmal die erwähnte Spannung zwischen Künstler und seinem Produkt – das mehr oder weniger geschlossene System der Ideenfindung, Umsetzung oder Konzeption und des Schaf-fensprozesses. Andererseits die Sicht des Marktes auf Künstler und Produkt. „Unfertige“ Konzepte und Werke haben ihre Rechtfertigung selbst in diesem Stadium als Endprodukt und finden in eben diesem Kontext ihre eigenen Räume und Ausstellungen. Hier eröffnet sich die Möglichkeit der Offenheit des Kunstwerkes und des erweiterten Kunstbegriffes. Das Unvollendete bedeutet aber nicht zwingend ein Scheitern am Ausgangspunkt. Es gibt eine Transformation des Prozesses, die an einem selbstgewählten Punkt endet. Die Thematisierung des Scheiterns in der Kunst selbst liegt nahe an der Ebene des abgebrochenen Schaffens. Gerade aber das Unvollkommene erlangt das Interesse der Öffentlichkeit – etwa vor kurzem in der Ausstellung in Österreich „Fehlschläge? – Ein Exkurs über das Scheitern“ – und zeigt die mögliche Publizität des Unfertigen. Ein Blick auf Werke zwischen Gelingen und Misslingen und Misserfolg als Motor des Lernens. Der positive Auftrieb nach dem Fall als kreative Erweiterung und Lehre. Scheitern als „das große moderne Tabu“, wie der Soziologe Richard Sennett es beschreibt, ist hier wohl hinfällig. Die Thematik erfährt geradezu eine aufstrebende Popularität. Eben im Bereich der Kunst ist die Tragik von Geschichten und Leben hinter Werk und Künstler ein pushender Effekt. Die Ausweitung der persönlichen Geschichte des Künstlers, die Auslegen der Biografie auf seine Werke ist für ein Kunstverständnis problematisch. Durch Geschichten, Bilder in der Geschichte der Persönlichkeit, können sich Bilder im Kopf beim Betrachter und Rückschlüsse auf Intentionen des Künstlers ergeben. Interpretation eben. Das erleichtert das Verständnis ungemein, kann aber vielerseits zu groben Miss-interpretationen der tatsächlichen Intention führen. Und hier wird die Unvollkommenheit interessant. Perfektion ist zu glatt, zu einfach im Sinne von geradlinig. Daher sind „unvollkommene“ Werke auch so spannend. Sie scheinen Einblicke in die Arbeitsprozesse zu gewähren. Der Moment des Scheiterns liegt auf kurvigem Weg. Undefi-nierbarkeit macht vieles schwerer. Aber deshalb umso spannender. Definitionen sind Rettungsreifen. Kunst bezieht Definitionen. http://www.scheitern.de/

· Gunnar F. Gerlach >OHNE METAPHER< KP BREHMER
Gunnar F. Gerlach OHNE METAPHER – KP Brehmer, oder: Wie einer auszog „ein bißchen über das richtige Leben“ zu lehren

„Es gibt keinen anderen Weg, den sinnlichen Menschen vernünftig zu machen, als daß man denselben zuvor ästhetisch macht.“

Friedrich Schiller

„Ein weiterer Aspekt des „Readymades“ ist sein Mangel an Einmaligkeit weil die Replik eines „Readymades“ die gleiche Botschaft übermittelt;…“

Marcel Duchamp

„Weiter vor allem wurde aus der modernen Technik die künstlerische Montage gezogen, als Hilfsmittel in einer keineswegs mehr fertig oder eindeutig ge- schichteten Welt. Es ist eine Auswechslung, die bisher nur in der Groteske bekannt war, nun aber reicht sie vom frühen Photoklebebild (…) bis in die jähsten Verfremdungs-Einsätze, aus scheinbar wo ganz anders her, bei Brecht.“ Ernst Bloch

Worte können nur schwer das visuelle Werk eines Künstlers beschreiben der in visuellen und geistigen Zwischenreichen surreal agierte. (1) Wenn sie sich auch noch zu einer nachrufenden Erzählung über den Lehrer und die Lehre eines Künstlers verdichten sollen, der 21 Jahre – seit 1976 – an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg zwischen Künstler-Kollegen, Studenten, Kunstwissenschaftlern, Freunden (2) und der von ihm initiierten Galerie Vorsetzen kommunikative Netze knüpfte, können nur zentrale Aspekte Erwähnung finden.

Am 16. Dezember 1997 verstarb der Künstler und HfbK-Professor für Freie Kunst, KP Brehmer, plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Herz- und Hirnschlages. Geboren am 12. 9.1938 in Berlin, wurde er bereits in jungen Jahren bekannt und zu einem der wichtigsten Vertreter einer sich politisch artikulierenden Kunst. Als einer der Hauptvertreter der „Grafik des Kapitalistischen Realismus“ neben Sigmar Polke und Gerhard Richter entwickelte der gerlernte Reprotechniker und Klischeeätzer nach weiteren Ausbildungen an der Kunstgewerbeschule in Krefeld und Kunstakademie Düsseldorf eine aus der dem Surrealismus von Max Ernst und der Pop Art á la Richard Hamilton entwickelte, ganz eigene Formensprache, die in dauernden Zwischenzuständen oszillierte. Er nahm den optischen Menschen ernst und entlarvte zugleich die Suche nach Sinn, in dem er mit Farbskalen und ihren vermeintlichen Bedeutungen surreales Spiel trieb: seine „Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung“ legte bereits 197O frei, was jetzt globale Vernichtungs-Bedrohung ist: Das Großkapital in leuchtendem gold-gelb nimmt nimmt 7/8 der installierten Fahne ein. Spitzfindig wurde das dem alltäglichen Blick entgehende – z.B. die ideologische Bedeutung von Briefmarken als „Deutschen Werten“ – mit visuellen Mitteln enttarnt, wie die „Braunwerte“ am Beispiel des Testbildes im deutschen Fernsehen. KP Brehmer entsprach damit jenem von Herbert Read in seinem Buch „Erziehung durch Kunst“ analysiertem „optischen Typus“, der dem einfühlenden und integrierten Typus gleichgestzt werden kann: „…;er geht von der Umwelt aus und baut aus seinen optischen Erfahrungen eine synthetische Darstellung seiner Einzelwahrnehmung auf“. Dabei arbeitete er immer wieder mit den Möglichkeiten medialer Transformationen um zwischen Museums-, Sammler- und Volks-Ausgaben zu differenzieren, denn das „sind verschiedene Wege, Vertriebswege in dem Medienkomplex, als den ich den ganzen Kunstbereich betrachte“, formulierte er bereits 1971 bei seiner ersten großen Einzel-Ausstellung im Hamburger Kunstverein weitsichtig. Das handwerklich und technisch erlernte muß in Beziehung stehen zu den jeweiligen gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen, medialen Transformationen und der Notwendigkeit einer über alle Klassen und Schichten hinausweisenden Praxis.

Die verständnissinnigen Medienschichten zwischen Trivialität und Bedeutung, Schein und Tiefe, verwiesen bei ihm auf das zweigeteilte Goethesche Glück, wo die höchste Höhe einzig zu finden sei in der nächsten Nähe. Und dies wiederum fand seinen unmittelbaren Niederschlag im Umgang mit Menschen. Die Kunst reguliert und verbessert im Idealfall die gegebenen Bedingungen, hin zu intensiverer und genauerer Beobachtung in der eine innere und äußere qualitative Wahrnehmungssteigerung zu finden ist: Die „ideale Landschaft“ meditiert sich jeder Betrachter selbst zusammen. Den Zustand einer die Natur nicht mehr intuitiv begreifenden Gesellschaft ironisierend, überließ, es KP Brehmer der Statistik, hieraus Schlüße zu ziehen: das auf Zahlen reduzierte Gefühl wird zum Emblem der Unfähigkeit die Sinne in einem auf die tatsächliche, dialektische Realität zu richten. In der provozierten Ironie des sich selbst auf statistische Werte reduzierenden Menschen erscheint zugleich ein Hoffnungsstrahl, der auf die Möglichkeiten der Künste zielt. Sie dürfen mit beiden Seiten spielerischen Umgang pflegen. Schiller ließ freundlich grüßen und Ernst Bloch, der deutsch-deutsch-wißbegierige und literarisch philosophierende Großgeist, interpretierte „Goethes Zeichnung > Ideallandschaft <“ als einen Schriftzug Goethes im Geiste der „glücklichen Küsten mit feenhaften Bauten“ von Claude Lorrain: “ Hier lernt man atmen. Dies Blatt wirkt körperlich ein. Nur einer mit breiter Brust konnte das hinsetzen. Die Sonne, der Tempel bedienen sich des Raums….Im Bild ist etwas gut geworden.“ Geprägte Form, die lebend sich entwickelt, verweist hier auf jene wohl überlegte Mitte, über die Bloch sagt: „Das Bild lehrt viel, nicht zuviel.“ Hierin ist der von seiner Kriegs- und Nachkriegs-Erfahrung geprägte, strebende und lebende Mensch, Freund und Lehrer KP Brehmer wiederzuerkennen.

Am Naturmaß, am Umgang mit dem in seinen Widersprüchen und im Kapitalismus zum Überleben notwendigen Schizophrenien, wie Deleuze und Guattari dies analysierten, zeigt sich der Mensch genauer und tiefer – zwischen der Intuition zur Natur, dem analytischen Verstand (erlernbarem Wissen) zur Technik und der synthetischen Leistung, die für die Kunst als Erfindung von spezifischen Form-Inhalts-Korrelationen unabdingbar ist. In die Kurve gehen wie ein junger Hirsch, sagt der Volksmund. Zwischen den Extremen ein „bißchen das richtige Leben“ spüren und stiften. Dies vermittelte er stets mit großem Einfühlungsvermögen für die jeweils herauszuarbeitenden Qualitäten von Studenten und Freunden. Kleine Hinweise, ein kurzes, fast beiläufiges Herüberschieben einer Literatur, eines Kataloges, einer Abbildung oder eines musikalischen Werkes, trafen zumeist zielsicher das Interesse des Adressaten. Ohne jegliche Besserwisserei, als Gleicher unter Gleichen, war damit ein Rat gegeben, womit sich das Gegenüber beschäftigen sollte, um dem individuell erwünschten Ergebnis näher zu kommen. Hierin wurde KP Brehmer die Möglichkeit einer sozial gelingenden, intensiveren Kommunikationsebene in den letzten Jahren zunehmend wichtiger, als die letztlich doch nur auf Ding- und Warenfetischismus, Machtkampf und Eitelkeit hinauslaufende, individuelle Kunstproduktion.

„3o Jahre Arbeit in Kunst“ und „Schamanismus mit Klangbeispielen“ waren in den frühen 90er Jahren zwei von ihm gewählte Ausstellungstitel in der Galerie Vorsetzen in Hamburg mit programmatischem Charakter. Die Kunst als Arbeit definiert, entzerrt sie von hierarchischen und auf Ausgrenzungen abzielenden, bürgerlichen Bestimmungen. Die Natur des Klanges, kombiniert mit der Erinnerung an sozial notwendige Rituale für Auge und Ohr, wird zu einer Heilungsmetapher. Idealistisch und realistisch in Einem, drückte sich darin ein praktischer Eingriff ins Leben aus: die Realität des Scheiterns erkennen, aber nicht darin (selbst-) verliebt sein, sondern auf Veränderung setzen. Die Dinge der Welt sind von Menschenhand gemacht, also kann die Handlung mit Herz und Hirn positiv verändernd einwirken. Das erinnerte stets an die Überlegungen des sowjetischen Revolutionärs Sergej Tretjakov und seine Überlegungen zu einer operativen Kunst: „Wir haben keine Veranlassung, die Erzeugnisse der Kunst trotz all ihrer Verschiedenartigkeit und ihres spezifischen Charakters aus der Reihe der Dinge herauszugreifen. Die Erzeugnisse der Kunst sind die Instrumente zur Bearbeitung der menschlichen Emotionen. Das Erzeugnis der Kunst ist das Werkzeug für die direkte oder indirekte soziale Handlung.“

Die indirekte soziale und kommunikative Handlung drückte sich bei KP Brehmer als eine Art Lehre in und an der Natur aus. Die Einladungen an Studenten und Freunde aufs Land in seine Datscha in Vietze (Landkreis Lüchow-Dannenberg) dienten dazu in entspannter Atmosphäre das Wahrnehmen wieder ernst zu nehmen: als ein Wahrnehmen des wahrnehmens ohne normative Vorgaben. Der Moment des individuellen Entscheidens kreiert das Ich und gebiert durch repressionslose, freiwillige Auswahl den auch sinnlich vernünftigen Menschen. Hierin war KP Brehmer Rationalist. Angemessenes Verhalten und Handeln bis hin zum Kleiden verlangen ein Höchstmaß an präziser Wahrnehmung. Toleranz genüber dem anderen und fremden wird dann ein Gebot der Vernunft. Gleichermaßen muß zur Regulierung und Herstellung „des richtigen Lebens“, über das man „ein bißchen reden“ kann und muß, Einfühlungsvermögen und Intuition mit in den Hauptstrom einfließen. Ohne Sinnlichkeit, verstanden als aktive Arbeit an der für die Erkenntnis notwendigen Naivität und Sentimentalität (Friedrich Schiller!), kommen Mensch, Ding und Kunst nicht in ein ausgewogenes Maß. Die Liebe zur Natur, zu Pflanze, Kreatur und Mensch, ist dabei ein Glück des Empfangens. Deshalb muß die Freude des Gebens und Abgeben könnens dem Nehmen zur Seite gestellt werden. Die KP Brehmer auszeichnende Großzügigkeit im materiellen und immateriellen basierte damit stets auf dem Vertrauen und dem Wissen um die im Individuum ruhenden Selbstheilungskräfte, die durch soziale Handlungen in Bewegung gebracht werden müßen.

Der als Gärtner verkleidete Künstler hegt und pflegt sich selbst und die anderen. Und dazu gehörten wie selbstverständlich auch die berauschenden, die Sinne anregenden, Stoffe der Natur: „KP Brehmer ohne vin rouge gibt es nicht!“ Einer dieser klassischen, mit Augenzwinkern ausgesprochenen Sätze eines Künstler, der mit Aby Warburg – dessen Bilderatlas „Mnemosyne“ er bewunderte – um die Notwendigkeit des situationistischen Ein- und Ausschwingens wußte. Die Herstellung einer Atmosphäre bestimmt das Klima in dem sich etwas entwickelt. In diesem Sinne ist Klimaforschung Kunstwissenschaft.

Das Vetrauen in Menschen, denen er stets mit Neugier, Wärme, Verständnis und Solidarität begegnete, charakterisierte seine Lehre. Nur in der Transformation des Scheins erscheint die subversive Energie der Kunst: zwischen Subjektivität und Objektivität steht der noch erst werdende Mensch. Zwischen diesen Zeilen ist das „Leben ein bißchen zu lesen“. Dieses sich scheinbar einer objektiven Beschreibung entziehende „Gefühl“ ist jenes „zwischen den Fingerkuppen“, wie einer seiner berühmten Aufsteller (Nr.25, 1967) auf orale und taktile sexuelle Bedürfnisse aufmerksam machte. Das Freilegen von Stoff und Medienschichten animierte ihn auch dazu seine Aktivitäten auf das Reisen und Sammeln von chinesischer und afrikanischer Kunst zu lenken, denn für ihn gab es genauso wie für Johann Gottfried von Herder keine unterdrückenden Hierarchien in den Künsten, sondern historisch-gesellschaftliche Bedingtheit und Gleichzeitigkeit ästhetischer Erfahrungen. Dabei ist der eigentliche Mutterboden aller Kunst das Volk und Volksnähe ist ein künstlerisches Wertekriterium. Alle Völker sind künstlerischer Leistungen von Weltrang fähig und die Theorie von der linearen Abkunft der europäischen Hochkultur Versailler Prägung ist eine teleologische, volks- und kunstfeindliche Vergewaltigung der Geschichte. Kunst ist ein Welt- und Menschenphänomen, das wir in wechselseitiger Achtung, Verantwortung und Verpflichtung uns selbst und dann den anderen gegenüber leben lernen können. Die Märchenerzähler in Afrika sagen über eine Geschichte, die etwas ist, das sie allen gehört. Und so ist eine Erzählung von KP Brehmer, dem Menschen, Freund, Künstler und Lehrer vielleicht bezeichnend für seine Auffassung von den künstlerischen Räumen zwischen und über der Realität.

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in einem Doppelröhren-Bunker aus dem II. Weltkrieg in Hamburg-Eppendorf (Mai 1995), der „Sub-Bühne“, erzählte er unter dem Titel „Braunkohlen in Berlin“ die Geschichte seiner Rettung aus dem Keller des Hauses, in dem er als Kind wohnte. 1945 sollte das Haus durch sowjetische Soldaten gesprengt werden. Seine Mutter suchte verzweifelt ihren kleinen Sohn, und erinnerte sich daran, daß sich der kleine KP eine Höhle in den Braunkohlen gebaut hatte. Als sie im Keller ankam, wollte ein Soldat das Haus schon sprengen. Die Mutter erinnerte (!) plötzlich – und wie von Geisterhand gelenkt – ein paar polnische Worte ein, die sie selbst von ihrer Großmutter kannte und die nun in dieser panischen Situation wieder aufschienen. Der russische Soldat verstand glücklicherweise die polnischen Wort-Brocken, erkannte die Situation und half beim Suchen des kleinen Kindes. Sie fanden den kleinen KP hinter den Braunkohlen schlafend, dort, wo er so gerne spielte und konnten ihn rechtzeitig retten. In dem Moment, da der Soldat aus seiner eigenen Realität heraustrat und durch menschliches Verständnis, Mitleidsfähigkeit und Vetrauen in einen Zwischenraum über der Realität hineintrat, war eine Rettung möglich. So erst versteht man den von KP Brehmer noch acht Tage vor seinem Tod ausgesprochenen Satz: „Eigentlich bin ich ein Surrealist:“ Diese Energie wird über den Tod hinaus bei Kollegen, Studenten und Freunden im Gedächtnis bleiben.

Anmerkungen

1) KP Brehmer liebte das übermäßige zitieren und die daraus resultierenden Anmerkungen in Texten nicht, deshalb verzichte ich hier darauf. 1994 sagte er einmal zu mir:“Laß das doch lieber mit dem zitieren Deiner Lieblinge Adorno und Bloch. Du brauchst das gar nicht. Wenn ich die lesen will, verdiene ich genug Geld, um mir deren Zeugs zu kaufen. Ich will Dich lesen. Denk´mal drüber nach.“

2) Mein Dank geht an jene Freundinnen und Freunde, mit denen ich bis heute über den von mir als sehr schmerzhaft empfundenen Tod des Freundes KP sprechen konnte und die mir geholfen haben, die Dinge angemessen zu sehen: Anna Brenken, Claus Böhmler, Bogomir Ecker, Achim Hoops, Ernst Kretzer, Shan Fan, Jörg Stange, Julia Sudeck, Maria Tokyo und Chrisdian Wittenburg.

http://www.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-gerlach.html

· Prof. Sauerbier KP BREHMER
„Sicht-Agitation!“ Schlüsselbilder und Bilderschlüssel Die Reproduktion ist das Original ist die Reproduktion Von S. D. Sauerbier

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Die Nationalfarben gehören zu gesellschaftlich verbindlichen Zeichen, ihre Codierung ist konventionalisiert, historisch tradiert und formalisiert. Da man vor dem Staat nun mal nicht strammstehen kann, ist ein ‚Unterpfand‘, ein Medium, ein magisches Objekt vonnöten. Ehrbezeugung gegenüber der Flagge, das Hissen bei Trauer und Gedenken sind ritualisierte Handlungen und damit auch gesellschaftlich vereinbarte und überkommene Verhaltensweisen, deren regelhaft wiederholte Ausführung in gleicher Form obligatorisch ist.

Seinen Korrekturen der Nationalfarben wie anderen Arbeiten (Braunwerte oder Investitionsklima) hat Brehmer Legenden hinzugefügt, bekannt aus der graphischen Semiologie von Landkarten, Diagrammen, Schaubildern … Als Voraussetzung erforderlich ist, daß das Bild (und selbstverständlich die zu übertragende Botschaft) schon einmal codiert und daß Codes als Zuordnungsvorschriften ebenso wie Botschaft bekannt sind, sowohl als codierte wie als umcodierte Informationen. Als Code verstehen wir die „Vorschrift für die Zuordnung der Zeichen zi eines Zeichenvorrats, zu den Zeichen zj eines anderen Vorrats, mit dem dieselben Informationen wiedergegeben werden können“ .

Die frühere, von ihm interpretierte und die neue Botschaft Brehmers in seiner Korrektur der Nationalfarben gehören unterschiedlichen Bezugssystemen der Repräsentation an — und Repräsentation hat dabei unterschiedliche Bedeutungen: — Staat / Frankfurter Nationalversammlung — Weimarer Republik — BRD — DDR , — Politische Ökonomie / Klassen — Schichten …

Auch mit den Farbengeographien (1969-71) liegen mehrfach codierte Bilder vor. Entsprechend der Botschaft aus dem früheren Bezugssystem — von Brehmer verändert und umgedeutet, alsdann in ein Bild übertragen —, sind neue Anleitungen und Vorschriften gegeben, die als zweiter Code zur Verknüpfung der vorhandenen Elemente zugeordnet werden. Mitunter kombinierte Brehmer (um-)codierte Bilder und Texte mit Dingen des Alltags, etwa in seinen Aufstellern oder Schachteln. Wird die Codierung von Botschaften vermindert oder aufgelöst, so gehen Betrachter mehr und mehr von bloßer Wahrnehmung ‚unmittelbar‘ zu Benutzung oder Verarbeitung über — und bei zunehmender Unbestimmtheit ist mehr und mehr die Phantasietätigkeit des Betrachters gefragt. Der jeweilige Schüssel der Codierung von Farben ist von der vermittelten Information zu unterscheiden. Zudem müssen unterschiedliche historische Kenntnisse und heraldisches Wissen vom Betrachter ins Bewußtsein gerufen werden, selbst wenn es sich um so bekannte Sujets wie Briefmarken handelt — notwendig besonders bei subversiver Agitation, etwa im 3. Reich, für die oftmals Briefmarken benutzt wurden. Für gewöhnlich erscheinen Briefmarken in der Funktion von Geld, als Belege für entrichtetes Beförderungsentgelt. Ein anderer Aspekt: Briefmarken sind heutzutage wohl die beliebtesten Sammelobjekte, darin ähneln sie Kunstwerken. Ästhetischer und ökonomischer Wert haben in unserer Gesellschaft tatsächlich so gut wie nichts gemein — sie korrelieren allein durch Knappheit als Waren und ihrer Nachfrage. Briefmarken sind öffentliche, allgemein bekannte, konventionalisierte Zeichen. Werden sie zu Sujets von Kunstwerken und mit Kunstwerken verglichen, ist der Witz: sie unterscheiden sich dabei in ökonomischer Hinsicht überhaupt nicht von Kunst. Womöglich waren aus solchen Erwägungen gerade Briefmarken ein so beliebtes Motiv bei Fluxus-Leuten.

Kunst als Speicher — sinnliches Geschichtsbewußtsein Brehmer verglich die Aufbrüche der ‚Antikunst‘ mit ihrer späteren Nobilitierung. „Betrachte ich die Gegenwart und rufe mir die Lage vor 20 Jahren ins Gedächtnis, dann kann ich feststellen: Musealisierung hat oft Zerstörung bedeutet. — Kunst als gesellschaftliches Gedächtnis darf aber nicht verscherbelt oder mumifiziert werden.“ „Viele der kritischen Erzeugnisse sind historisch geworden und haben dokumentarischen Wert bekommen und behalten. Aber die Entfernung aus der Geschichte nimmt zu.“ Brehmer war sich über die restaurativen Momente in der BRD seit den 70er Jahren im klaren; das begann nicht erst mit dem Radikalenerlaß und reichte über den Deutschen Herbst bis zum Verteufeln und ‚Totbeten‘ alles Linken nach dem Fall der Mauer. Bürokratismus und Imperialismus sind zumindest zu Teilen erledigt, abgehakt — sind sie auch von der Linken bewältigt? Müßte nicht gerade jetzt eine Basis gegeben sein, um wenigstens einen Rest von dem durchzusetzen, was seit der Großen Französischen Revolution noch immer nicht verwirklicht ist und linke Intellektuelle wie KP Brehmer ertrotzen wollten?! „Gewiß ist man in der Minorität. Die gemeinsamen Ausgangspunkt und Ziele sind längst aus den Augen verloren, man hat sich auseinanderdividiert.“ Nach dem Untergang der DDR wurde endlich alles Linke in einen Sack gesteckt — und hohnlachend der DDR hinterhergeworfen. Alle Kritik der Linken am staatsbürokratischen Sozialismus schien vergessen, als hätte es je ‚real existierender Sozialismus‘ gegeben — schon in der Bezeichnung ist der Widerspruch frappant; die Behauptung zeigt gerade die Irrealität an.

Wahrnehmung und Aufbewahrung Von Interessen — wie wahr „Künstler werden zur Herrschaftsverstärkung heute nicht mehr oder noch nicht wieder gebraucht. Aber Kunst ist doch auch Aufbereitung kollektiven sinnlichen Gedächtnisses.“ Selbstverständlich war Brehmer Ideologe — nämlich Ideenforscher. Und ebenso selbstverständlich hat es Kunst nach Brehmers Auffassungen mit Fragen der Wahrheit zu tun. Das sagt sein schön paradoxer Satz „Alle Künstler lügen.“ Kunst gehörte für Brehmer unbedingt zum ideellen gesellschaftlichen Reichtum. Aufbewahrung — wahr ist darin nicht zufällig enthalten. Wenn der historische Prozeß auf eine veränderte Stufe gestellt wurde, so hieß das auch: jene Forderungen wachzuhalten, die historisch nicht eingelöst worden sind — und solche Forderungen betreffen die sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse ebenso wie die ideologischen Entsprechungen. Bei unserem letzten Gespräch ging es um solche Fragen, Brehmer konnte in Rage geraten: „Jeder Künstler muß ein Funktionär sein und dem Volke dienen“ — für mich schon lange nicht mehr gehörte Worte. Sozialistischer Realismus war Brehmer verabscheuenswert. „Die DDR erreichte Weltniveau im Abmalen. Aber einen gesellschaftlichen Auftrag, eine gesellschaftliche Verpflichtung verspürt doch ein jeder Künstler!“ Was aber Graphiker wie Staeck und Brehmer als Künstler unterscheidet: Brehmers ästhetische Strategie war nicht bloß Instrumentalisierung von ‚populären‘ Formen der Bildsprache, dem politischen Künstler ging es immer auch um die Thematisierung der Mittel und Medien, der Kommunikationsformen und Aneignungsweisen. In dieser Hinsicht betrieb Brehmer gleicherweise Kunst für Künstler — nach Walter Benjamins Devise: „Wer seine Kollegen nichts lehrt, lehrt niemanden etwas.“ Leicht einzusehen auch aus anderen Gründen: Brehmer kam als Reprotechniker selbst aus der Produktion — insofern immer ein Zunftgenosse aus der ’schwarzen Kunst‘ der Druckerei. Aus der druckgraphischen Produktion übernahm er technisch bestimmte Formen: Proben oder Raster, sogenannte Passer und — wie selbstverständlich — Farbskalen oder Farbtafeln Bemerkenswert ist hier desgleichen der Wechsel von Mittel und Gegenstand. Keinesfalls sind daher die Werke, die sich auf Landkarten, Schaubilder, Bilder-Statistiken beziehen, bloß didaktisch. Nicht wenige von Brehmers ‚Botschaften‘ erscheinen vorerst unausgesprochen. Und gar nicht selten ist Ironie im Spiel, wo Brehmer das Gegenteil dessen sagt, was er meint. Was bei Satirikern und Karikaturisten nur Mittel zum Zweck ist, hat Brehmer zudem als Gegenstand bearbeitet; betrieb er doch zugleich Information über das Medium und Aufklärung des Mediums. Aus den nämlichen Gründen hat Brehmer Rezeptionshandlungen zum Sujet gemacht, Aktivitäten, die mit Wahrnehmen, Ausdeuten und Schlußfolgern verbunden sind — der Künstler ist letztlich ja der erste Rezipient seiner Arbeit und Stellvertreter aller folgenden Rezipienten, wie andererseits wir an seine Stelle treten. Aufmerksamkeit und Wahrnehmung — Augenmerk — sind in etlichen Werken ein Thema für sich: etwa das Sehen anhand des Motivs Auge in Eye-Cream oder Augenfilm, aufblasbar (beide 1967) bis hin zu den Malereien Wie mich die Schlange sieht / Wie ich die Schlange sehe (1985). Mit den Aquarellen Mona für Paul (1985) nahm Brehmer Bezug auf die Ambivalenz der Rasterung von Bild-Schemata und -Mustern, wie sie inzwischen zum Medienalltag gehören. Solche Rasterung dient entgegengesetzten Zwecken: sowohl dem schnellen Wiedererkennen von ferne wie dem Unkenntlich-Machen, zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten — zudem als Experimentier-Material, um unser Vermögen zu untersuchen und zu erproben, ob mit gröbster Rasterung und Musterbildung wiedergegebene Objekte noch zu identifizieren sind. Mischung der Nationalfarben (1971) — ja was ergibt die Mischung wohl? Probleme der Wahrnehmung zeigen sich an der Doppeldeutigkeit und Mehrwertigkeit von Rastern; sie sind nicht nur für den Reprotechniker ein vertrautes Mittel — doch wird es für sich kaum in Betracht gezogen: in Farbmuster (Visualisierung politischer Tendenzen) (1971), auch Visualisierung politischer Tendenzen (Farbwerte) genannt. Kurzgeschlossen werden zwei Kontexte des Alltags — einerseits Exempel der Produktionssphäre, andererseits der Ideologie und Politik. Farbmuster und Farbwerte sind noch keine Bilder — und politische Tendenzen sind für sich noch keine Bildgegenstände, sie können nur übertragen ins Bild gesetzt werden. Beide Bereiche kommen zusammen in dem Aspekt der Werte; ironisiert und in Frage gestellt wird damit gleichfalls die vorgebliche Neutralität von Begriffen — hier in mehrfacher Bedeutung von ‚Werten‘: TV-Braunwerte bzw. Testbild II (TV-Braunwert) (1970). Werteverlust und Werteverschiebung ist anhaltend Thema der Erörterung. Nicht nur mit Blick auf Brehmers Trivialgrafik — allgemeiner mit Blick auf das Verhältnis der Künste und ihrer ‚Werte‘ — fragt sich: wie es bestellt ist mit dem Verhältnis von ‚High and Low‘, von Erhabenheit und Trivialität. Ästhetik hatte für Brehmer Bedeutung und Geltung als Lehre vom Wahrnehmen — aber eben auch Wahrnehmen von Interessen. Er nahm bildnerisch Bezug auf inner-ästhetische Widersprüche zwischen unterschiedlichen Disziplinen, Medien und Sinnen: zwischen Musik, Sprache und Bildender Kunst, zwischen auditiver, verbaler und visueller Kommunikation. Bilder einer (anderen) Ausstellung Bezeichnend erscheint, daß Brehmer sich lange Zeit mit Bilder einer Ausstellung befaßte, einer bedeutenden Komposition der Programmusik. Die Auseinandersetzung mit Modest Mussorgski markiert die Position KP Brehmers zu grundsätzlichen Fragen von Darstellung, Wiederholung und Nachahmung, von Reproduktion und Übertragung in der Kunst der Gegenwart — und zum Verhältnis der Künste. Zu seinem vielteiligen Werk in mehreren Versionen schreibt Brehmer: „Vorlage: 1874 vertonte Mussorgski zehn Bilder seines Freundes Viktor Hartmann. Die ‚Tongemälde‘ beruhen auf der sehr einfachen Fünftontechnik. Für jedes der zehn Bilder hat Mussorgski ein typisches musikalisches Motiv verwendet. Die einzelnen ‚Bilder‘ sind teilweise durch sogenannte Promenaden verbunden, die den Weg des Betrachters durch die Ausstellung schildern. Ausführung: 1. Version 1972/75 realisiert in New York 1975 (durch höhere Gewalt zerstört) 10 Tongemälde und akustische Installation Für dieses Projekt wurden Mussorgskis ‚Bilder‘ mittels elektronischer Verfahren (Sonagramme) ins Visuelle rückversetzt. Diese ‚Vorbilder‘ wurden die Vorlage für eine zehnteilige Malerei. Die Promenaden behielten ihre musikalische Form und wurden über Kassettenrekorder, die auf Sockeln entsprechend plaziert waren, reproduziert. Im idealen Fall sollte das Ausstellungspublikum durch die Promenaden durch die Ausstellung geführt werden. 2. Version 1976 graphische Blattfolge in Mappenform Die ‚Vorbilder‘ (Sonagramme) wurden nach graphischen Prinzipien als Radierungen umgesetzt. Die zehn Radierungen haben den New Yorker Komponisten Phil Corner zu einer erneuten musikalischen Umsetzung der ‚Bilder‘ angeregt. 3. Version 1979 Hier wurden für die Herstellung der ‚Vorbilder‘ neuere Techniken verwendet. Mittels Bildschirmwandler wurden konstruktive Formen entwickelt, die sich von der ersten, etwas expressiven Version wesentlich unterscheiden. Die akustische Installation ist mit der ersten identisch. Die elektronische Umsetzung der musikalischen Motive erfolgte unter der Mithilfe von Prof. Krause, TU Berlin.“ ‚Man muß nicht heiter gestimmt sein, um ein Scherzo zu komponieren.‘ „Der schöpferische Geist des verstorbenen Hartmann führt mich zu den Schädeln und ruft sie an: die Schädel leuchten sanft auf“ — so wird Mussorgski heute um des Schauders willen zitiert. Nicht nur naive Gemüter sind auf Nachahmung kapriziert, jeden Tag erwarten wir Wiederholungen von Bekanntem, wir suchen geradezu das vorgeblich Wiedererkennbare. Und diese Erwartungen konterkariert Brehmer mit Bilder einer Ausstellung. In der Programmusik kommt das sogenannte Bekannte aus anderen Medien und entstammt anderen Sinneswahrnehmungen, aber schließlich auch aus der Musik selbst als ‚Musik über Musik‘. Nach traditioneller Auffassung ahmen Programmusiker alles nur Mögliche im Bereich der Klänge und Geräusche nach: Olivier Messiaen den Vogelgesang, Claude Debussy das Meer oder Ludwig van Beethoven den Kriegslärm in „Wellingtons Sieg. Die Schlacht bei Vittoria“. Neben dem Hörbaren bezieht sich Programmusik in Analogie auf Sichtbares: Licht, Dunkelheit und Farbe und alle Arten und Grade von Bewegung. Doch ahmt Programmusik nicht nur außenweltliche Objekte oder Ereignisse nach, sondern ebenso innerseelische Realität; Programmusik ‚beschreibt‘ nicht nur Sinneseindrücke von Sachen und Vorgängen, sie drückt gleichfalls Empfindungen, Gefühle und Gedanken aus (zu Beginn dieses Jahrhunderts wird sie mit ‚Seelenmalerei‘ sowie mit ‚Körpermalerei‘ gleichgesetzt). All dies kommt in Mussorgskis Komposition vor: Geräusche und Klänge aus der Natur; Klänge aus der Außenwelt oder aber Schilderung von Bildern (sie haben diese ‚Außenwelt‘ bereits zum Gegenstand); schließlich Eindrücke Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Viktor Hartmanns respektive die Empfindungen und Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Werke. Bilder einer Ausstellung entstand 1874, ein Jahr nach dem Tode seines Freundes Hartmann, nach dem Besuch einer Gedächtnisausstellung. Wie Mussorgski auf Bilder, so haben viele Maler dann wiederum auf seine Musikstücke Bezug genommen. Etliche Arbeiten Wassily Kandinskys, wie z. B. Der gelbe Klang befassen sich mit Problemen der Synästhesie. Und Kandinsky hat 1928 Mussorgskis Komposition in Dessau als szenische Aufführung interpretiert. Unter den Orchestrierungen des Werks gilt die Maurice Ravels als Meisterwerk nach einem Meisterwerk. Die Rockmusiker Keith Emerson, Greg Lake und Carl Palmer machten zu Beginn der 70er Jahre Mussorgskis Komposition als Unterhaltungskunst populär; neben anderen Adaptionen gibt es eine ‚elektronische Version‘ der Komposition Mussorgskis von Isao Tomita. Musikgeschichtler nennen das Werk „gleichsam ‚vertonte Bilder'“, zehn Teile „programmatisch-deskriptiven Inhalts“, die Mussorgski „in musikalische Ausdrucksbereiche übertrug“. Die eingefügten ‚Promenaden‘ sind anscheinend die intimsten Teile der Komposition und stellen Empfindungen Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Hartmanns dar, Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Bilder. Die ‚Promenaden‘ Mussorgskis gelten als „Selbstporträt, wie er in (hörbar) wechselnden Stimmungen die Ausstellung durchschreitet“ . Mussorgski selbst schrieb sogar, daß in ihnen „mein geistiges Abbild erscheint“. Daß er die ‚Promenaden‘ für den geneigten Betrachter beibehält, wirft ein Licht auf KP Brehmer. Bilder einer Ausstellung weisen vielfältige Wechsel von Medien, Funktionen und Strukturen auf. Wiederholt lösen die Autoren bzw. Produzenten einander ab. Der Bilderzyklus selbst läßt eine Kette von Interpretationen erkennen. Mehrmals gibt es einen Austausch von Stoffen, Inhalten und künstlerischen Medien. Auch ein mehrfacher Wechsel der Funktion von Gegenstand und Mittel der unterschiedlichen Werke tritt klar zutage. Und es gibt Austausch und Übergänge zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen oder Teil-Systemen des ‚Kommunikationssystems Kunst‘. Mit Blick auf die verschiedenen Systeme von Zeichenträgern ist der Wechsel von artistischem und technischem Medium zu konstatieren. Schließlich läßt sich die Alternation von unterschiedlichen Sinneskanälen feststellen. Von Interesse sind dabei die Übergänge zwischen homogenen resp. heterogenen Medien. Beethovens Schlacht bei Vittoria zeigt innerhalb homogener Medien den Austausch von Hörbarem mit Hörbarem auf. Mussorgski wechselt von Sichtbarem zu Hörbarem, zwischen heterogenen Medien. Bei Brehmer findet mehrfacher Transfer zwischen heterogenen Medien statt: von Sichtbarem ® Hörbarem ® Sichtbarem ® Sichtbarem. Visuelle Vorlagen Mussorgskis sind die Bilder von Viktor Hartmann — Mussorgskis Klaviersuite, orchestriert von Ravel, ist auditive Grundlage für die Sonagramme, Gegenstände von Brehmers Aneignung. Brehmer malt nicht ’nach‘ Musik, sondern überträgt technische Aufzeichnungen von Musik in Malerei; die Musik bleibt ‚indirekter‘ Gegenstand der Interpretation durch Brehmer. Modest Mussorgski war mit Fragen der Synästhesie und der ‚Chronoästhesie‘ befaßt, Synästhesie als Verknüpfung oder Übergang zwischen unterschiedlichen Sphären der Sinne und der Medien. Gleichzeitigkeit und ‚Nachzeitigkeit‘ oder Abfolge von Sinnesreizen, die zueinander in Beziehung treten, beschäftigten Komponisten in seiner Nachfolge. Programmusik vermittelt zwischen unterschiedlichen Realitäten. Ist schon bei Mussorgski der Grad der Vermittlung hoch, so nimmt sie graduell mit Brehmers Interpretation rapide zu. Will man von der Natur als einer ‚Stufe 0‘ ausgehen, so erscheint am Ende die Natur, wenn überhaupt, nur äußerst vermittelt: Mussorgski: Kunst ® Kunst ® Natur KP Brehmer: Kunst ® Technik ® Kunst ® Kunst ® Natur. Medien als Trägersysteme von / für Zeichen sind zu unterscheiden in — natürliche Zeichenträger; zumeist einseitig, nur vom Wahrnehmenden als Zeichen interpretiert, nicht mit der Absicht der Mitteilung gesetzt, — technische Zeichenträger auf naturwissenschaftlicher Basis, zunächst nur Signale, — und artistische Zeichenträger, insbesondere der Künste. Es seien einige Stufen beim Wechsel, Austausch und Übergang von Medien, Funktionen und Strukturen benannt: — Skizzen zu den Bildern, denen Hartmann nachgearbeitet hat, — die realen Bilder Hartmanns, die Mussorgski vor sich hatte, — mögliche Sujets für den Komponisten sind Reproduktionen nach Gemälden. — Zu den Bildern lassen sich mögliche schriftliche Kommentare annehmen. Weitere Stufen der Interpretation: — die Musik, ihre Notationen und ihre Wiedergaben — ebenfalls in Stufen der Interpretation, — Mussorgskis Partitur, Ravels Orchestrierung als weitere Interpretation, — Aufführungen von Mussorgskis Stücken, — technische Aufnahme von Stücken des Komponisten. Die ‚Vorlagen‘ für die Bilder von Brehmer waren Standbilder von Sonagrammen zu Mussorgskis Musik — und damit bereits Umcodierungen von einem auditiven in ein visuelles Medium. Brehmers Gemälde nach den technischen Re-/Produktionen sind selbst wiederum Gegenstand von technischen Reproduktionen von Bildern; am Ende stehen die technischen Reproduktionen nach Brehmers Gemälden hier im Katalog der Ausstellung … Interpretation ist immer auch Zeichenersetzung — das aktuell ap/perzipierte Zeichen wird in unserem Geist durch ein Zeichen entsprechend unseren Kenntnissen und Erfahrungen abgelöst. Im einzelnen mag der Betrachter die Äquivalente beim Übergang bestimmen: Ist es bei Mussorgski ein buchstäblicher, wortwörtlicher Übergang oder eine Art Metaphorisierung? Wie hat er seine Eindrücke im Ausdruck des Eindrucks von der Malerei ‚wiedergegeben‘? Etwa jeweils seinen Eindruck vom Ausdruck der Malerei? Kunst-Druck: Die Kunst unter Druck gesetzt Was seine Stellung zu Bestrebungen angeht, die Kunst zu bekämpfen, so entwickelte KP Brehmer in den 60er Jahren eine Haltung „aus taktischen Gründen“ : er wollte indes die Kunst nicht „entmythologisieren“: „Wir sind zur Zeit darauf angewiesen, die vorgegebenen Institutionen — Kunstvereine, Museen, Galerien usw. — zu benutzen.“ Als Parole hatte er ein schönes Wort gewählt: „Sichtagitation!“ Kein ‚Marsch durch die Institutionen‘ schwebte ihm vor — er setzte auf Unterwanderung. Sollte die Wirkung „vom Inhalt her passieren“, so war er doch der festen Überzeugung: „Die Wirkung einer Botschaft wird immer von der Qualität des Transportes bestimmt sein.“ Hatte er bei Versuchen, massenwirksame Kunst zu schaffen, bei der massenhaften Vervielfältigung angesetzt, um „mit Massenauflagen so etwas wie Volkstümlichkeit“ erreichen zu können, so nahm er diese Auffassung Anfang der 70er Jahre zurück: „Ich habe am Anfang hauptsächlich Klischeedrucke gemacht, die absolut authentisch reproduzierbar waren.“ Und er beschloß dann: „Rückzug; diese ganze Geschichte mit der absoluten Reproduzierbarkeit liegen lassen …“ Schließlich schien ihm „die Sache mit der Massenauflage, eigentlich ein Witz, eine Utopie“. Seine Stellung zu Fragen von Darstellung, Abbildung oder Zurschaustellung und Demonstration verallgemeinerte Brehmer zu „Visualisierungsproblemen“: „zum Beispiel das Problem, ästhetische Prozesse analog realen Prozessen darzustellen“. Entscheidend war für ihn dabei „der Symbolwert, nicht der psychologische; und die Darstellung eines Prozesses. Die Skala ist eine gute Möglichkeit, um Bewegung zu demonstrieren. Das Bild hat ja einen Nachteil: Es kann nur eine bestimmte Situation abbilden. Wenn ich verschiedene Dinge anbiete, indem ich sie nebeneinander stelle, kann ich zum Beispiel durch die verschiedenen Farbsprünge, indem ich Symbolwerte durch die ästhetische Veränderung präsentiere, Tendenzen und Prozesse visualisieren“. „Entpersonalisierung, Anonymisierung, Entsubjektivierung!“ forderten in den 60er Jahre nicht wenige Künstler, und sie verlangten, sich nicht als Künstlergenie zu gebärden, sondern sich möglichst unkenntlich zu machen. Wie weit sind diese Ideen von denen der heutigen gernegroßen ‚Malerfürsten‘ entfernt, den ‚Herren der Ringe‘?! „Eigentlich habe ich sehr selten eine Sache ganz allein gemacht; es sind meistens Dinge, die übernommen wurden. Ich versuche, die Dinge möglichst objektiv zu machen und mich selbst rauszuhalten. Das andere bleibt nachher beim Betrachter.“ — „Ich kann ihm nur Material liefern. … und im Idealfall wird er sich äußern oder er wird selber aktiv werden.“ Zunächst sind es buchstäbliche Handlungen, die er mit seinen Aktionsgrafiken vorsieht. Alsbald reduziert er sie allerdings auf ‚ideelle Handlungen‘ — Meditationswand ist ein Beispiel aus der Reihe der Idealen Landschaften. Brehmer propagierte keineswegs, sich in Beschaulichkeit zu versenken, kein In-sich-Kehren, keine Kontemplation, die Benjamin dem ‚auratischen Kunstwerk‘ zugeschrieben hatte — im Gegensatz zur ‚Zerstreuung‘, die dem „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ angemessen sei. Dergestalt dargestellt. Fragen der Darstellung Brehmer stellt fest, Brehmer verdoppelt, Brehmer hält dem Betrachter den Spiegel vor — zur Reflexion, Brehmer dokumentiert, Brehmer untersucht, Brehmer interpretiert, Brehmer deutet, Brehmer kritisiert, Brehmer verstärkt, Brehmer karikiert — aber eben immer in einem anderen Kommunikationssystem. Gegenstand oder Objekt von Darstellung sind Dinge, Menschen und Ereignisse — ebenso Situationen und Beziehungen usw., es sind vergangene, gegenwärtige und zukünftige, mögliche und irreale Gegenstände. Brehmers Position kann mit einem Begriff von Darstellung ermittelt werden, der sich an Hans Heinz Holz orientiert. Daraus geht hervor, daß Gegenstand von Darstellung nicht bloß das abgebildete / wiedergegebene Objekt, und zudem nicht nur der Eindruck von diesem Objekt, sondern daß Gegenstand von Darstellung die Stellungnahme des Darstellenden zu seinem Eindruck von diesem Objekt ist. Schon die abgebildeten ‚Objekte‘ bei Brehmer sind vielfach gar keine Dinge / Menschen / Situationen / Ereignisse in der Außenwelt, sondern in der ‚Welt der Zeichen‘: bereits abgebildete Dinge / wiedergegebene Menschen / schon aufgezeichnete Situationen / längst geschilderte Ereignisse … Auch ist Brehmer keinesfalls mit der Nachahmung eines Eindrucks von einem Objekt befaßt — vielmehr sind die Aufzeichnungen von solchen Eindrücken, Empfindungen oder Gefühlen seine Gegenstände, Sujets, Motive. Und vielfach ist er gar nicht mit der Nachahmung einer Stellungnahme zu einem Eindruck von einem Objekt selbst beschäftigt — statt dessen eröffnet er oftmals den Betrachtern erst Möglichkeiten zur eigenen Stellungnahme. Brehmer überschreitet einerseits Darstellung, besonders mit seinen Verweisungen, Legenden und Anweisungen — andererseits unterbietet er Darstellung mit dem Zurschaustellen von bloßen Sachen, insbesondere mit den Aufstellern und den Aktionsgrafiken. Farbmusterbuch oder Druckfarbenmuster — schon die Bezeichnungen Brehmers verweisen auf eine Haltung, Kunstwerke als brauchbare / nützliche / zweckgemäße Mittel aufzufassen. Nicht die Attitüde des Antiprofessionalismus eines George Maciunas findet hier Ausdruck, sondern eher die Auffassung, dem Rezipienten selbst auf Grund der eigenen Erfahrung die Kompetenz zur Begutachtung zuzugestehen und die Dignität des ‚Experten‘ in Frage zu stellen. Gründlich ändern sollte sich die Haltung des Rezipienten. TV-Braunwerte (1970), auch Testbild II (TV-Braunwert) genannt, weist auf solche Intentionen hin. Die Probe aufs Exempel machen …, den alltäglichen Faschismus ermitteln … Aus dem inzwischen nicht mehr gesendeten Fernseh-Testbild-Muster war ohne große Mühe ein Hakenkreuz ‚herauszulesen‘. Die Haltung des Betrachters gegenüber dem reproduzierbaren Kunstwerk ist, Walter Benjamin zufolge, die des Testenden — und nicht mehr die kontemplative Haltung des Sich-Versenkenden, sondern des Begutachtenden. Dementsprechend dienen einzelne Felder zum Eintragen durch die Betrachter. Interpretation kann man — vor jeder Ausdeutung und Bewertung — zunächst als Ersetzen und Austauschen von Zeichen auffassen. Damit wir überhaupt etwas wahrnehmen und verstehen können, müssen wir die außenweltlichen Signale in bewußtseinsinterne überführen; jede Wahrnehmung ist insofern bereits ein Ersetzen und Austauschen — umso mehr ist das Aufnehmen und Verarbeiten von Zeichen Interpretation. Brehmer machte diese Problematik exemplarisch zu seinem Thema, er führte Wechsel und Austausch von Medien durch, demonstrierte Übergang und Ablösung von Zeichensystemen, bildnerisch und sprachlich Verschlüsselung und Umcodierung. Mit einfacher Nebeneinanderstellung oder ‚Juxtaposition‘ (Susan Sontag), mit kruden Dingen und Ereignissen oder aber mit bloßen Ideen waren viele der gleichzeitig arbeitenden Fluxus-Leute befaßt. Bei ihnen war der Aufbau von Zeichen zu beobachten, wenn etwa bloße Sachen zu Bildzeichen oder Sprachtexten werden, und andererseits die Verminderung von Bildern oder Sprache auf einfache Dinge und Handlungen, vor allem aufs Bild als Objekt: er dagegen führt vor — Mittel sind ihm dabei etwa Löcher in der Bildoberfläche wie in Klassische Skala, Farbmuster (1969), die Durchblick auf die Wand des Ausstellungsraumes bieten; oder er präsentiert Arbeiten als Boden-Stücke wie Braunwerte 68-73 (1969) oder Briefmarken-Bögen (1967). Über die Bilder. (Bilder ansehen; Über Bilder reden; Über Bilder mit Händen und Füßen reden) (1979) vermindern die Bilder um Sprache — Brehmer zeigt Gemälde nach gerasterten Aufnahmen von Hirnaktivitäten beim Sprechen über diese Bilder: Reduzieren von Metasprache bei gleichzeitigem Medienwechsel. Die verschiedenen Medienübergänge in den Werken Brehmers verlaufen aufsteigend oder absteigend: auch läßt sich der Aufbau von Zeichen, die Generierung feststellen ebenso wie der Abbau, die Degenerierung von Zeichen. Er führte sie gleichsam auf einer mittleren Ebene durch: vorgefundene ideologische Codes, gegebene Zeichensysteme, im gesellschaftlichen Alltag verbreitete Muster der Aufmerksamkeit und Notiznahme, alltägliche Modelle der Wahrnehmung (im engeren Sinne des Identifizierens und Vergleichens) und oftmals triviale Schemata der Interpretation (bis hin zu Bewertung und Übergang zu Handlungen). Brehmer wechselt die Bezugnahme von Bild- oder Sprachzeichen: tauscht Referenz-Objekte und -Aspekte aus. Er setzte zunächst an bei Übergängen zwischen homogenen Medien, z.B. Bild ® Bild oder Sprache ® Sprache; und er gelangte zu Austausch, Transfer und Ablösung zwischen heterogenen Medien, z.B. zwischen Sprache, Bildern und Dingen, Handlungen und Ereignissen, schließlich zu Übergängen von natürlichen über artistische zu technischen Medien. So findet schließlich die wechselseitige Thematisierung von Medien selbst statt, und Brehmer setzt Medien in Verhältnisse von Gegenstand und Mittel, von Objekt- und Metazeichen.

Der obige Text ist nur ein Fragment bitte hier weiter lesen= http://www.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-sauer.html

· Umberto Eco [Die Kunst der Provokation] Kauft das Kauf
Titel: Umberto Eco+[kauft das kaufen°]+Die Kunst der Provokation+

———————————————————————— Ein genialer Verkäufer

Das System Berlusconi funktioniert in Italien perfekt – und ist nur mit den eigenen Waffen zu schlagen / Von Umberto Eco

(…) Wenn es wahr ist, dass die noch nicht von Berlusconi kontrollierten Medien nur die sowieso schon Überzeugten erreichen und der größte Teil der Öffentlichkeit den ihm hörigen Medien ausgesetzt ist, bleibt nichts anderes übrig, als diese Medien zu ignorieren. Auf ihre Art waren die girotondi bereits ein Element einer neuen Strategie, aber wenn ein oder zwei Umkreisungen von Parlaments- oder Gerichtsgebäuden Aufsehen erregen, wecken tausend Demonstrationen dieser Art nur noch Überdruss. Wenn ich sagen soll, dass die Tagesschau eine Nachricht unterdrückt hat, kann ich das nicht in der Tagesschau sagen. Ich muss auf Taktiken wie das Verteilen von Flugblättern oder Videokassetten zurückgreifen, auf Straßentheater, Tamtam im Internet, Kommunikation über mobile Bildschirme, die an verschiedenen Punkten der Stadt aufgestellt werden, und was sonst noch alles die neue Phantasie des Virtuellen ersinnen mag. Da man die desinformierten Wähler nicht durch die herkömmlichen Medien ansprechen kann, muss man eben neue erfinden. (…)

Bitte den vollständigen Text lesen: http://www.sueddeutsche.de/kultur/ein-genialer-verkaeufer-1.894028

· Max Jacob [Gedichte = „Ein Dichter-Vordenker der Surrealisten“]
Max Jacob

Einige Gedichte aus Le cornet à dés

Deutsch von Johannes Beilharz Die Bettlerin von Neapel

Als ich in Neapel lebte, stand an der Tür meines Palastes eine Bettlerin, der ich stets vor dem Einsteigen in den Wagen Kleingeld zuwarf. Erstaunt, weil nie ein Dank kam, schaute ich die Bettlerin eines Tages an. Als ich sie so betrachtete, sah ich, daß das, was ich für eine Bettlerin gehalten hatte, ein grün angestrichener Holzkasten war, der rote Erde und einige halb verfaulte Bananen enthielt.

(La mendiante de Naples)

Das Opfer Abrahams

Zur Zeit der Hungersnot in Irland sagte ein Anbeter leidenschaftlich zu einer Witwe: »Ein Schnitzel von Euch, meine Göttin!« – »Nein!« sagte die Witwe, »ich möchte diesen Körper, den zu bewundern Sie die Gnade haben, nicht verunstalten.« Aber sie ließ ihren Sohn kommen und schnitt ihm ein schönes blutiges Stück aus der Schnitzelgegend heraus. Behielt der Junge eine Narbe zurück? Ich weiß es nicht; er heulte biblisch, als er ins Schnitzel geschnitten wurde.

(Le sacrifice d’Abraham)

http://www.jbeilharz.de/jacob/cornet.html

· Verteidigung der Gegenwart >DIE ZEIT< Nr.48 (metasynapse im Kontext)
Selbstversöhnung

Verteidigung der Gegenwart

Auch im Internet streiten Deutsche über ihre Vergangenheit. Mit Möllemann und Walser kämpfen sie gegen die Political Correctness der 68er

Von Christian Staas

Ob sich die Deutschen nun tatsächlich mit sich selbst versöhnen, sei dahingestellt – debattenmüde sind sie jedenfalls nicht. In den Online-Foren von Spiegel, Tagesschau und Süddeutscher Zeitung, auf unabhängigen Web-Seiten und bei Anbietern wie freenet.de diskutieren sie über den Umgang mit der deutschen Geschichte, als hätten sie das Thema gerade erst entdeckt. Da geht es um Hohmanns „Tätervolk“-Rede, um das Holocaust-Mahnmal in Berlin und um das geplante Zentrum gegen Vertreibungen. Selbstversöhnung wird, je nach Standpunkt, entweder herbeigewünscht oder befürchtet; die Auseinandersetzung selbst ist unversöhnlich: „Wenn ich Lust auf Diskussionen mit Fundis habe, dann fliege ich zu den Originalschauplätzen in Kandahar.“ – „Ihre Argumentation pegelt sich immer mehr auf Streetgang-Niveau ein.“ – „Lernen Sie erst mal lesen!“

Anhand von zufällig ausgewählten Netzdebatten auf „die Deutschen“ zu schließen, ist natürlich ein Problem. Die wenigen, denen man im Internet beim Streiten zusehen kann, bilden ein undurchschaubares Kollektiv: Sie nennen sich „Baguette“, „metasynapse“ oder „Walhalla2“, sind wahrscheinlich überdurchschnittlich informiert, in der Regel männlich, zwischen 25 und 40 Jahre alt und mitteilungsbedürftiger als der Rest. Repräsentativ sind ihre Gespräche mit Sicherheit nicht. Immerhin aber geben sie einen groben Einblick in den deutschen Selbstfindungsdiskurs, wie er, so oder so ähnlich, auch in WG-Küchen, Kneipen oder zu Hause am Esstisch geführt wird.

(…) Hier bitte weiterlesen:

http://www.zeit.de/2003/48/Internet

DIE ZEIT 20.11.2003 Nr.48

· Selbstbeschränkung – eine unmögliche Notwendigkeit? [Peter Dürr]
Selbstbeschränkung – eine unmögliche Notwendigkeit?

Ökologische Herausforderungen an die Berliner Republik Hans-Peter Dürr

Auftaktveranstaltung der Projektgruppe „Grüne Akademie“ in der Heinrich-Böll-Stiftung am 16./17. Juni in Berlin

(,,,,,,) Die Lebendigkeit auf dem untersten Niveau wird auf Ebene unserer Lebenswelt nicht mehr sichtbar, weil sie ausgemittelt ist. Das ist ungefähr so, wie wenn Sie einen Ameisenhaufen aus großer Entfernung ansehen. Er sieht dann wie ein starrer Kegel aus. Aber wenn Sie näher herangehen, dann sehen Sie, da ist ein Haufen Leben. Doch so genau schauen Sie gar nicht hin. Oder wenn Sie das Leben einer Stadt statistisch betrachten, dann entgeht Ihnen, was mit dem Leben der einzelnen Individuen zu tun hat. Wenn wir also eine große Ansammlung von diesen Wesenheiten (ich will sie absichtlich nicht Teilchen nennen) haben, kommt diese Determiniertheit heraus, die wir aus der „klassischen Physik“ kennen – aber nur im statistischen Mittel. Alles muß dabei gut durchgemischt sein, damit es zu dieser Konsequenz führt. (……..)

http://oeko-net.de/kommune/kommune10-98/b-duerr.htm

· Graffiti-Kongress [Peter Gorson]
Peter Gorsen:

„Graffiti und Art Brut“

(;;;;) Es geht im folgenden nicht darum, Graffiti durch einen Vergleich mit der Kunst der Irren oder der Bildnerei der Geisteskranken zu pathologisieren. Dies wäre heute schon wegen der stattgefundenen Integration des Graffito in die nicht mehr schönen Künste und ihre ästhetischen Grenzüberschreitungen, wie Arbeiten von Fautrier, Mathieu, Wols, Dubuffet, Tapies, Twombly, Penck, Vautier zeigen können, völlig absurd. Außerdem ist das Graffito aus der Vor- und Frühgeschichte der bildenden Kunst nicht wegdenkbar. Es geht im folgenden auch nicht darum, dass eingekerkerte oder hospitalisierte psychotische Menschen in ihrer visuellen Umgebung gelegentlich Graffiti hinterlassen haben und dies bis heute illegal oder legal in eigens vorgesehenen Ateliers und auf kontrollierten Flächen tun. Spontane Kratz- und Kritzel-Graffiti sind in der Art Brut von Gaston Chaissac bis August Walla häufig anzutreffen. Hier wie dort geht es um Direktheit und Schnelligkeit der Ausdrucksübertragung ohne komplizierte, technische Präparation des Untergrundes. Zur Kultur der Grundierung trugen eher ungewollt die Ordnungsbehörden mit ihren Reinigungsprozeduren bei. Viel mehr interessiert uns, ob und wie Graffitisten und Artbrutisten in einer vergleichbaren Position der kulturellen Ausgegrenztheit wirken und kreativ werden. Beide, Graffitisten und Artbrutisten, arbeiten nicht in der Konvention der Stilkunst. Ihre Stiladaptionen sind selektiv und transformativ, wenn man beispielsweise an die Einflüsse der Pop Art denkt, die mehr aus der Ästhetik des Alltagslebens als aus der Kunstgeschichte schöpfte. Graffitisten und Artbrutisten sind durch keinen Kunststil gebunden. Diese Unabhängigkeit und dieses Außenseitertum gilt es zu beleuchten. Jean Dubuffet hat erstmals 1947 zwei Ordnungen in der Kunst festgestellt: Es gibt die gewohnte Kunst (oder die geschliffene) (oder die vollkommene) (sie wurde, je nach der Mode der Zeit, klassische, romantische, barocke Kunst oder wie auch immer getauft, aber es ist immer die gleiche, und es gibt Art Brut, Kunst in der Rohform (die ungezähmt und flüchtig ist wie ein Reh). Verstanden werden darunter Werke von Personen, die unberührt von der kulturellen Kunst geblieben sind, bei denen also Anpassung und Nachahmung gegenüber den Traditionen von Stil und Volkskunst gleichermaßen kaum eine oder gar keine Rolle spielen. Die Autoren dieser Kunst beziehen also alles (Themen, Auswahl der verwendeten Materialien, Mittel der Umsetzung, Rhythmik, zeichnerische Handschrift usw.) aus ihrem eigenen Inneren und nicht aus den Klischees der klassischen Kunst oder der gerade aktuellen Kunstströmung.“

Dubuffet hatte seine intensive Sammeltätigkeit der für Art Brut erkannten Werke in den folgenden Jahren zu einer Kritik am damals inflationären Informell und Tachismus erweitert. Es kam darüber hinaus zu einer prinzipiellen Verurteilung aller institutionalisierten Formen der Kunst und der Kunstmarkt-Kunst, denen er die aus eigenem Antrieb entstandene Art Brut, ein subversives Potential kulturell unabhängiger Phantasien gegenüberstellte. Dubuffet hielt dieses Potential wie überhaupt die Antriebe zum künstlerischen Schaffen nicht für ein Privileg außergewöhnlicher Individuen, sondern sie seien in allen Menschen reichlich vorhanden. Die herrschende Kunstszene sei von anerkannten Mythen, sozialen und kulturellen Leitbildern viel zu sehr konditioniert und verunstaltet. Ziel unseres Unternehmens ist die Suche nach Werken, die dieser Konditionierung so weit wie möglich entgangen sind und aus denen wirklich neue geistige Auffassungen hervorgehen, grundsätzlich verschieden von dem, was wir gewohnt sind. So avancierte die Art Brut zum Modellfall und Vorbild einer gesellschaftlich unangepassten, kulturkritischen bis kulturfeindlichen Einstellung. Dubuffet verbindet mit seinem Playdoyer für die Unangepasstheit ein echtes schöpferisches Bedürfnis (in das sich kein Konkurrenzdenken, kein Streben nach Applaus und sozialem Fortkommen mischt) und das insofern wertvoller erscheint als die Werke von professionellen Künstlern. Die Artbrutisten werden zu Meister(n) der Nichtanpassung par excellence, zu Bannerträger(n) des persönlichen und nicht konditionierten Denkens stilisiert. Die Quelle ihrer Inspirationen, zunächst noch das eigene Innere, wird nun lebensphilosophisch für alle potentiell kreativen Menschen verallgemeinert und Dubuffet macht sich zu ihrem Sprecher: Ich sehne mich nach einer Kunst, die direkt aus unserem gewöhnlichen Leben wächst, einer Kunst, die von diesem gewohnten Leben ausgeht und unmittelbar aus unserem wirklichen Leben und unseren wirklichen Stimmungen strömt.

(:::)

Bitte hier weiterlesen= http://graffiti.netbase.org/kongress/gorsen.htm

· Gesellschaft für operative Kunst [Einführung]
Gesellschaft für operative Kunst

– Zur Einführung –

„Wir haben keine Veranlassung, die Erzeugnisse der Kunst trotz all ihrer Verschiedenartigkeit und ihres spezifischen Charakters aus der Reihe der Dinge herauszugreifen. Die Erzeugnisse der Kunst sind die Instrumente zur Bearbeitung der menschlichen Emotionen. Das Erzeugnis der Kunst ist das Werkzeug für die direkte oder indirekte soziale Handlung.“

Sergej Tretjakov

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Die Gesellschaft für operative Kunst ist ein freier, assoziativer Zusammenschluß von geistigen und gestalterischen Energien und Kräften, denen die Kunst als Präsenten an der Wand und im definierten Kunstraum zu sehr die doppel-moralisch bildungsbürgerliche Attitüde der missverstandenen Macht repräsentiert und ihr desavouierender Nährboden geworden ist. Die eingreifende, operierende künstlerische Erkenntnis und Handlung hingegen in tatsächlichen individuellen und gesellschaftlichen Systemen und Fiktionen ist experimentell eher geeignet gestalterische und reflexive Tätigkeiten zwischen Sinnlichkeit und Reflexion ( die Künste, die Philosophie, der Schamanismus) als konkret heilende Bewußtwerd ung und Konstruktive Vergessens-Seinsweise gleichgewichtig zu integrieren. Das zur Tat gewordene Wort und Bild versucht dabei alle möglichen, un-möglichen und para-möglichen Erkenntnisse sinnlicher und theoreischer Differenzierungen sensibel , sensitiv und surreal in einen Prozeß zu überführen, der in den flutenden und fruchtbaren Strom von realistischen und DaDa-istischen Haltungen mündet. Die Operationen sind dabei Ausdruck, Denk- und Sinnbild eines Dreistromlandes von Theorie, Praxis und Traum, die gemeinsam im Fluß sind – fluktuierende Dialektik. In diesem Zusammenhang beruft sich die „operative Kunst“ auf eine wissenschaftliche, historische, philosophische, anthropologiache und kunstwissenschaftliche Verknüpfung und Assoziation, die u. a. von Goya, Courbet und Morris über Tretjakov, Benjamin, Brecht und Breton zu Duchamp, Beuys, Böhmler, Brehmer und Hiltmann führt ( um hier nur einige Namen anzuführen die in dem von Gunnar F. Gerlach (kunst)historisch, wissenschaftlich-philosophischen Diskurs betont werden). Die Gesellschaft für operative Kunst wurde von Gunnar F. Gerlach als Ergebnis seiner philosophischen und Kunstwissenschaftlichen Arbeiten als Dozent, Kurator, Kritiker, Autor und Performer ( u.a. SOFI) 1998 gegründet. Durch das Zusammentreffen und wirken mit Jörg Stange (artbase, Kunst-Notdienst), dem 1997 verstorbenen Documenta-Künstler und Professors KP Brehmer, sowie die Zusammenarbeit mit dem Beuys-“Bruder“ Henning Christiansen und dem „SPUREN“-Herausgeber (initiiert von Ernst und Carola Bloch; Joseph Beuys), Schanmanismus-Forscher und Filmkünstler Jochen Hiltmann (Prof an der HfbK Hamburg; Vize-Präsident) formte sich der Gedanke einer geistigen und gestalterischen Mobilen-Eingreif-Truppe (MET) . Die konstruktiven Diskussionen und wechselseitigen Anregungen mit dem Philosophen und Musiker Roger Behrens, sowie Gerlachs und Behrens Philosophie-Lehrer , dem Cassirer-Spezialisten Heinz Paetzold, sorgten dann für die offizielle und inoffizielle ( zum Teil auch namenlose) Konkretion der Aktion. Mittlerweile sind die Generationen übergreifenden Kräfte aus Musik, Kunst, Philosophie, Sozialwissenschaft, Film, Theater, Bühnenbild, Design und Literatur in China, Korea, Japan, Frankreich, Island, Österreich, Schweiz, Dänemark, England, Schweden, Bulgarien, Rußland, Nicaragua und den USA als Operateure auf dem Spielfeld (s. „Mash“ von Robert Altman):

„Erwacht das Erz als Posaune, so liegt die Schuld keineswegs an ihm“ Arthur Rimbaud

„Eigentlich bin ich Surrealist“ KP Brehmer“

„Zeichen brauchen Austausch und Austausch braucht Zeichen“

Gunnar F. Gerlach

http://www.operative-kunst.de/einf.html

· „Aufatmen“ -aber: die Verzweiflungen wechseln [Presseerklärung]
Presseerklärung Kultur-/Feuilleton-Redaktion,

Zur Ausstellung mit Performance-Aktionen „Aufatmen – Die Verzweiflungen wechseln…“ laden wir Sie herzlich ein zum Schauen, mit uns sprechen und vielleicht in Ihrem Medium zu berichten.

Die Eröffnung ist am Samstag, den 24. Januar 2004 um 18.00 Uhr im ArToll Kunstlabor, Haus 6 der Rheinischen Kliniken in Bedburg-Hau.

Einführende Worte zum Thema „Identität – Globalisierung – Wahnsinn?“ spricht Herr Gunnar F. Gerlach (Prof. f. philosoph. Ästhetik und Kunstwissenschaft Hamburg), der das themen- gebundene Künstler-Symposium aktiv begleitet (Performance; Katalog).

Der Ausstellungstitel stammt von dem Initiator des Projektes, dem Künstler Uwe Schloen (Wangersen) und bezieht sich auf das mögliche, kurzweilige Glück des Sysiphos im Sinne des französischen Existentialisten Albert Camus. Wennder stetig wieder auf den Berggipfel geschobene Stein wieder zurückrollt:

„Aufatmen“ – aber: die Verzweiflungen wechseln nur, denn wir wissen mit Theodor W. Adorno, daß es kein richtiges Leben im Falschen gibt. Aber auch ein „richtiges Leben“ setzt verbindliche Werte und Normen für die Entscheidungs- und Differenzierungs- fähigkeit voraus. Und so ist der Ort derAusstellung im Rahmen der psychiatrischen Anstalt der Rheinischen Kliniken (Haus 6, ArToll) Herausforderung und Anschauung genug, um mit künstlerischen, musikalischen und philosophisch-literarischen Mitteln nach den Grenzlinien von Richtig und Falsch, Normal und Anormal, Innen und Außen zu forschen. Dies zumal in einer wertelosen (bzw. wertefreien) Zeit des neo-liberalisierten Globalismus (Totalitarismus?).

Geistig krank oder gesund als Entscheidung zu markieren wird zu einer paradoxen Reflektion auf dieser Folie. So rollen die beteiligten Künstler der Stein der Verzweflung als verdrahtete Käfig-Zelle durch den offenen Raum (Dini Thomsen, Anja Middelkoop; beide Holland) oder nehmen ihre tierische Ursprungs-Identität wieder an und reflektieren ihre Geschichte (Corinna Korth, Hamburg in ihrer Mischwesen-Erscheinung zwischen Wolf und Mensch). Erschrecken vor dem eigenen Antlitz und seinen Gesten zwischen Clown und Wahn thematisiert Uwe Schloen: des Menschen Tragik liegt u.a. in der Erkenntnis, daß er sich immer nur „falsch“ herum im Spiegel sehen kann, wie der französische Psychologe und Philosoph Jacques Lacan feststellte. Die Problematisierung der trennenden Linien, Mauern und Grenzen zwischen den Extremen erkunden die malerischen, fotografischen und plastischen Arbeiten von Georg Janthur (Wuppertal), Frank Röseler (Hamburg), Ralf Timm (Hamburg)

und Gudrun Schuster (Bad Kreuznach). Die ästhetisch-psychotische Auslotung des Raumes der Ideen, der Glücksmomente und Verzweiflungen zwischen Wahnwitz und Wahnsinn betreiben Toon Elfrink (Holland) und Gunnar F. Gerlach (Hamburg).

Das Kunst- und Wissenschaftslabor „Aufatmen“ ist für Sie vom 25.-28. 1. zwischen 14.00 und 18.00 Uhr geöffnet. Bei Nachfragen und Interview- od. Material-Wünschen wenden Sie sich bitte an Herrn Schloen (0160/ 72 00 973) od. Herrn Gerlach (0171/ 6476758) bzw. Frau Thomsen(02821/ 811 500). Wir bedanken uns für Ihr Interesse und freuen uns auf Ihren Besuch.

· Wasserturm 25.01 2004
http://www.netzdraht.de/bhh/forum/viewtopic.php?p=2886#2886

· MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04
MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04 ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlich willkommen zu unserem ersten Newsletter im Jahr 2004. Wir möchten Sie besonders auf die Gottesdienstaktion am 21. März 2004 sowie auf die Indienberichte hinweisen. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen, das Team der Wasserkampagne Danuta Sacher und Bernhard Wiesmeier

Die Themen

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: (1) Aktionstag zum Tag des Wassers (2) Weltsozialforum in Mumbai (3) Peoples World Water Movement gegründet (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser (7) Aktuelles JEP-Wasserheft (8) Neue Wasserstudie über RWE (9) Film „Kampf ums Wasser“

Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden:

http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf (1) Aktionstag zum Tag des Wassers ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Die Wasserkampagne von „Brot für die Welt“ hat angeregt, anlässlich des Weltwassertags am 22. März Gottesdienste zum Thema Wasser am Sonntag davor (21. März) durchzuführen. Der Vorschlag ist, in möglichst vielen Kirchengemeinden Wassergottesdienste zu feiern, um auf die zentrale Bedeutung des Wassers in unser aller Leben aufmerksam zu machen und die Forderung nach dem Menschenrecht auf Wasser zu unterstützen. Selbstverständlich sollen auch nochmal viele Postkarten für die Flaschenpost an den Bundeskanzler gesammelt werden. Die Flasche wird rund um Pfingsten 2004 an die Bundesregierung übergeben. Kirchengemeinden und Pfarrer, die einen solchen Gottesdienst planen, können sich bei „Brot für die Welt“ das aktuelle Werkheft Gottesdienste sowie die Texte zur Meditationsfahne „Dürsten nach Gerechtigkeit“ bestellen oder hier weitere Informationen abrufen:

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18085 (2) Weltsozialforum in Mumbai ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

100.000 Menschen kamen in der indischen Metropole zum Weltsozialforum zusammen, um gemeinsam nach Alternativen für die neoliberale Globalisierung zu suchen. Eines der wichtigsten Themen war dabei das Wasser. „Brot für die Welt“ veranstaltete gemeinsam mit FIAN International, dem Council of Canadians und der indischen Partnerorganisation Vikas Adhyayan Kendra einen zweiteiligen Workshop zum Thema Menschenrecht Wasser. Unter anderem äußerte sich der UN-Special Rapporteur for Housing optimistisch, dass der General Comment Nr. 15 (Recht auf Wasser) für viele Menschen von großer Bedeutung sein werde. Mehr Informationen dazu unter= http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17888

(3) Peoples World Water Movement gegründet

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Im Vorfeld des Weltsozialforums fand in New Delhi vom 12. bis 14. Januar 2004 das erste People’s World Water Forum statt. Rund 300 WasseraktivistInnen aus über 60 Ländern berieten dort auf Einladung und unter Mitwirkung namhafter WasseraktivistInnen wie Vandana Shiva, Maude Barlowe und Riccardo Petrella über indigene Wasserrechte, das Menschenrechtskonzept und ökologische und gemeindegestützte Alternativen zur Privatisierung. Die Konferenz konstituierte sich als Peoples World Water Movement und beschloss, den Austausch untereinander künftig zu intensivieren. Ausserdem wurde eine internationale Kampagne gegen den französischen Wasserkonzern Suez und Coca-Cola vereinbart. Als nächster internationaler Höhepunkt sind Aktivitäten im Umfeld desWeltwasserforums in Mexiko 2006 angedacht.

(4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Gemeinsam mit FIAN International führte „Brot für die Welt“ im Vorfeld des Weltsozialforums eine Fact Finding Mission in Indien durch. Insgesamt drei internationale Teams waren im Einsatz, um Fälle zu dokumentieren, bei denen das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird oder bedroht ist. Dabei waren die Teams in den Bundesländern Delhi, Uttar Pradesh, Uttaranchal, Orissa, Tamil Nadu und Kerala im Einsatz. Alle Teams mussten in ihren vorläufigen Berichten feststellen, dass das Menschenrecht auf Wasser auf vielfältige Weise verletzt wurde. In fast allen Fällen fehlte die angemessene Partizipation der Bevölkerung sowie die Transparenz in der Wasserpolitik, wie sie in dem General Comment Nr. 15 vorgesehen ist (vgl. dazu: http://www.menschen-recht-wasser.de/downloads/4_2_un_comment.pdf).

Die Ergebnisse der Mission werden in einem Bericht dokumentiert, der bei der kommenden Sitzung der Menschenrechtskommission in Genf vorgestellt werden soll.

(5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der

Heinrich-Böll-Stiftung

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Am 26./27. März 2004 findet das Dritte Forum über globale Entwicklungspolitik statt. Veranstalter sind „Brot für die Welt“ und die Heinrich-Böll-Stiftung. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Frage „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“. Zu der zweitägigen Veranstaltung werden Beiträge von UN-Experten, Weltbank-Funktionären und VertreterInnen von Partnerorganisationen aus dem Süden erwartet. Die TeilnehmerInnen werden gemeinsam mit den ReferentInnen darüber diskutieren, wie die weltweite Wasserkrise gelöst werden kann und wie dem Menschenrecht auf Wasser weltweit Geltung verschafft werden kann. Nähere Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18159

(6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Auf der letztjährigen Sommeruniversität in Ratzeburg haben die TeilnehmerInnen eine Erklärung zum Schutz der Wasserresourcen verabschiedet. So fordert das „Ratzeburger Manifest“, dass das Gemeingut Wasser ein Gemeingut bleiben muss und wünscht mehr Respekt und Sensibilität für die Welt. Konkret mahnen die Unterzeichner mehr Anstrengungen in der Umweltpädagogik an, um ein vernetzteres und ökologisches Denken zu verbessern. Zu den Unterzeichnern des Manifestes gehören Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, Professor Udo E. Simonis sowie Professor Hans-Rudolf Bork vom Ökologie-Zentrum der Universität Kiel. Nähere Informationen zur Sommeruniversität unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17896

(7) Aktuelles JEP-Wasserheft

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Das Journal für Entwicklungspolitik (JEP) hat seine Ausgabe 19 (4) 2003 dem Wasser gewidmet. Darin finden sich Beiträge zur Situation in Afrika, ein Bericht über den Widerstand gegen die Wasserprivatisierung in Cochabamba sowie eine Analyse indigener Rechte im Zusammenhang mit der Wasserprivatisierung. Das Heft kann für 9,80 Euro bezogen werden bei GVA Gemeinsame Verlagsauslieferung

Postfach 2021, 37010 Göttingen (e-mail: krause@gva-verlage.de)

(8) Neue Wasserstudie über RWE

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Frank Kürschner Pelkmann und KOSA haben eine neue 72-seitige Broschüre über die Rolle der RWE auf dem internationalen Wassermarkt herausgegeben. „Imagine…sauberes Trinkwasser für alle?“ heißt die Publikation, die die Aktivitäten des deutschen Konzerns vornehmlich im Wasserbereich unter die Lupe nimmt. ISBN 3-934645-09-7, Preis 3,50 Euro zzgl. Versandkosten.

KOSA (Koordination Südliches Afrika) hat dazu noch zwei weitere Publikationen zum Thema Wasser und Privatisierung herausgebracht: „Vulamanzi! Beteiligungen privater Unternehmen an öffentlichen Wasserwerken und die Rechte armer Verbraucher“ untersucht die Bezahlbarkeit von Wasserdienstleistungen insbesondere der armen Haushalte und „Das Gold der Zukunft? Nachhaltige Wassernutzung im Südlichen Afrika und in Deutschland“ fasst die Ergebnisse zweier Seminare zum Thema Wasserversorgung zusammen. Nähere Informationen zu diesen Publikationen findens Sie unter

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18086 (9) Film „Kampf ums Wasser“ :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Der Film „Kampf ums Wasser“ zeigt am Beispiel einer Familie in Mozambique , unter welch schwierigen Bedingungen der Alltag gemeistert werden muss, wenn das Wasser knapp wird. Der Film begleitet die Frau auf ihrem verzweifelten Weg, die Wasserversorgung für sich und ihre Familie sicherzustellen, wobei Konflikte nicht ausbleiben. Der Film kann beim evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Bildungsarbeit (EZEF) in Stuttgart ausgeliehen werden: EZEF Kniebisstraße 29 70188 Stuttgart Nähere Informationen zu diesem und anderen Wasser-Filmen finden Sie unter

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18087 Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf

© „Brot für die Welt“ 2003 http://www.brot-fuer-die-welt.de http://www.menschenrechtwasser.de

MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04 :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlich willkommen zu unserem ersten Newsletter im Jahr 2004. Wir möchten Sie besonders auf die Gottesdienstaktion am 21. März 2004 sowie auf die Indienberichte hinweisen. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen, das Team der Wasserkampagne Danuta Sacher und Bernhard Wiesmeier

Die Themen

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: (1) Aktionstag zum Tag des Wassers (2) Weltsozialforum in Mumbai (3) Peoples World Water Movement gegründet (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser (7) Aktuelles JEP-Wasserheft (8) Neue Wasserstudie über RWE (9) Film „Kampf ums Wasser“

Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf (1) Aktionstag zum Tag des Wassers :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Die Wasserkampagne von „Brot für die Welt“ hat angeregt, anlässlich des Weltwassertags am 22. März Gottesdienste zum Thema Wasser am Sonntag davor (21. März) durchzuführen. Der Vorschlag ist, in möglichst vielen Kirchengemeinden Wassergottesdienste zu feiern, um auf die zentrale Bedeutung des Wassers in unser aller Leben aufmerksam zu machen und die Forderung nach dem Menschenrecht auf Wasser zu unterstützen. Selbstverständlich sollen auch nochmal viele Postkarten für die Flaschenpost an den Bundeskanzler gesammelt werden. Die Flasche wird rund um Pfingsten 2004 an die Bundesregierung übergeben. Kirchengemeinden und Pfarrer, die einen solchen Gottesdienst planen, können sich bei „Brot für die Welt“ das aktuelle Werkheft Gottesdienste sowie die Texte zur Meditationsfahne „Dürsten nach Gerechtigkeit“ bestellen oder hier weitere Informationen abrufen: http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18085 (2) Weltsozialforum in Mumbai :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: 100.000 Menschen kamen in der indischen Metropole zum Weltsozialforum zusammen, um gemeinsam nach Alternativen für die neoliberale Globalisierung zu suchen. Eines der wichtigsten Themen war dabei das Wasser. „Brot für die Welt“ veranstaltete gemeinsam mit FIAN International, dem Council of Canadians und der indischen Partnerorganisation Vikas Adhyayan Kendra einen zweiteiligen Workshop zum Thema Menschenrecht Wasser. Unter anderem äußerte sich der UN-Special Rapporteur for Housing optimistisch, dass der General Comment Nr. 15 (Recht auf Wasser) für viele Menschen von großer Bedeutung sein werde. Mehr Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17888 (3) Peoples World Water Movement gegründet :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Im Vorfeld des Weltsozialforums fand in New Delhi vom 12. bis 14. Januar 2004 das erste People’s World Water Forum statt. Rund 300 WasseraktivistInnen aus über 60 Ländern berieten dort auf Einladung und unter Mitwirkung namhafter WasseraktivistInnen wie Vandana Shiva, Maude Barlowe und Riccardo Petrella über indigene Wasserrechte, das Menschenrechtskonzept und ökologische und gemeindegestützte Alternativen zur Privatisierung. Die Konferenz konstituierte sich als Peoples World Water Movement und beschloss, den Austausch untereinander künftig zu intensivieren. Ausserdem wurde eine internationale Kampagne gegen den französischen Wasserkonzern Suez und Coca-Cola vereinbart. Als nächster internationaler Höhepunkt sind Aktivitäten im Umfeld des Weltwasserforums in Mexiko 2006 angedacht. (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Gemeinsam mit FIAN International führte „Brot für die Welt“ im Vorfeld des Weltsozialforums eine Fact Finding Mission in Indien durch. Insgesamt drei internationale Teams waren im Einsatz, um Fälle zu dokumentieren, bei denen das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird oder bedroht ist. Dabei waren die Teams in den Bundesländern Delhi, Uttar Pradesh, Uttaranchal, Orissa, Tamil Nadu und Kerala im Einsatz. Alle Teams mussten in ihren vorläufigen Berichten feststellen, dass das Menschenrecht auf Wasser auf vielfältige Weise verletzt wurde. In fast allen Fällen fehlte die angemessene Partizipation der Bevölkerung sowie die Transparenz in der Wasserpolitik, wie sie in dem General Comment Nr. 15 vorgesehen ist (vgl. dazu: http://www.menschen-recht-wasser.de/downloads/4_2_un_comment.pdf). Die Ergebnisse der Mission werden in einem Bericht dokumentiert, der bei der kommenden Sitzung der Menschenrechtskommission in Genf vorgestellt werden soll. (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Am 26./27. März 2004 findet das Dritte Forum über globale Entwicklungspolitik statt. Veranstalter sind „Brot für die Welt“ und die Heinrich-Böll-Stiftung. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Frage „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“. Zu der zweitägigen Veranstaltung werden Beiträge von UN-Experten, Weltbank-Funktionären und VertreterInnen von Partnerorganisationen aus dem Süden erwartet. Die TeilnehmerInnen werden gemeinsam mit den ReferentInnen darüber diskutieren, wie die weltweite Wasserkrise gelöst werden kann und wie dem Menschenrecht auf Wasser weltweit Geltung verschafft werden kann. Nähere Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18159 (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Auf der letztjährigen Sommeruniversität in Ratzeburg haben die TeilnehmerInnen eine Erklärung zum Schutz der Wasserresourcen verabschiedet. So fordert das „Ratzeburger Manifest“, dass das Gemeingut Wasser ein Gemeingut bleiben muss und wünscht mehr Respekt und Sensibilität für die Welt. Konkret mahnen die Unterzeichner mehr Anstrengungen in der Umweltpädagogik an, um ein vernetzteres und ökologisches Denken zu verbessern. Zu den Unterzeichnern des Manifestes gehören Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, Professor Udo E. Simonis sowie Professor Hans-Rudolf Bork vom Ökologie-Zentrum der Universität Kiel. Nähere Informationen zur Sommeruniversität unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17896 (7) Aktuelles JEP-Wasserheft :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Das Journal für Entwicklungspolitik (JEP) hat seine Ausgabe 19 (4) 2003 dem Wasser gewidmet. Darin finden sich Beiträge zur Situation in Afrika, ein Bericht über den Widerstand gegen die Wasserprivatisierung in Cochabamba sowie eine Analyse indigener Rechte im Zusammenhang mit der Wasserprivatisierung. Das Heft kann für 9,80 Euro bezogen werden bei GVA Gemeinsame Verlagsauslieferung Postfach 2021, 37010 Göttingen (e-mail: krause@gva-verlage.de) (8) Neue Wasserstudie über RWE :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Frank Kürschner Pelkmann und KOSA haben eine neue 72-seitige Broschüre über die Rolle der RWE auf dem internationalen Wassermarkt herausgegeben. „Imagine…sauberes Trinkwasser für alle?“ heißt die Publikation, die die Aktivitäten des deutschen Konzerns vornehmlich im Wasserbereich unter die Lupe nimmt. ISBN 3-934645-09-7, Preis 3,50 Euro zzgl. Versandkosten. KOSA (Koordination Südliches Afrika) hat dazu noch zwei weitere Publikationen zum Thema Wasser und Privatisierung herausgebracht: „Vulamanzi! Beteiligungen privater Unternehmen an öffentlichen Wasserwerken und die Rechte armer Verbraucher“ untersucht die Bezahlbarkeit von Wasserdienstleistungen insbesondere der armen Haushalte und „Das Gold der Zukunft? Nachhaltige Wassernutzung im Südlichen Afrika und in Deutschland“ fasst die Ergebnisse zweier Seminare zum Thema Wasserversorgung zusammen. Nähere Informationen zu diesen Publikationen findens Sie unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18086 (9) Film „Kampf ums Wasser“ :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Der Film „Kampf ums Wasser“ zeigt am Beispiel einer Familie in Mozambique , unter welch schwierigen Bedingungen der Alltag gemeistert werden muss, wenn das Wasser knapp wird. Der Film begleitet die Frau auf ihrem verzweifelten Weg, die Wasserversorgung für sich und ihre Familie sicherzustellen, wobei Konflikte nicht ausbleiben. Der Film kann beim evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Bildungsarbeit (EZEF) in Stuttgart ausgeliehen werden: EZEF Kniebisstraße 29 70188 Stuttgart Nähere Informationen zu diesem und anderen Wasser-Filmen finden Sie unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18087 Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf Datenschutz und Abmelden :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Datenschutz und Abmelden: © „Brot für die Welt“ 2003 http://www.brot-fuer-die-welt.de http://www.menschenrechtwasser.de

· 3. Subversive Utopien, gebrochene Fluchtlinien (Foucault) =Kollektiv-Maske Anonymität
3. Subversive Utopien, gebrochene Fluchtlinien

(…)

Wenn die Anzahl der Entsprechungen zwischen theoretischer und praktischer Auseinandersetzung mit Herrschaftsverhältnissen das verifikative Gewicht einer Analyse ausmacht, so kann das Verschwinden von Künstlerinnen als Potenzial sozialen Wandels angesehen werden. Ästhetische Widerstandsformen reterritorialisieren auf soziale Gefüge, um der Selbstreferentialität zu entfliehen und über ihr Kunst-Sein hinaus zu gehen, und so tendenziell ihre eigene Abschaffung zu betreiben.

Aber Kunst ist nie ein Ziel, sie ist nur ein Mittel, um Lebenslinien zu ziehen, das heißt, all jene Arten des wirklichen Werdens, die nicht einfach in der Kunst zustandekommen, all die aktiven Fluchtbewegungen, die nicht darin bestehen, in die Kunst zu flüchten, sich in die Kunst zurückzuziehen. [166]

Diese Funktion, von Deleuze / Guattari der Kunst als solche zugeschrieben, tritt in ihrer Verbindung mit Wunschmaschinen des sozialen Wandels deutlich hervor, und wird genutzt von der ‚Verschwindenden Meute‘ im Spät-Kapitalismus. Die Mannigfaltigkeit der Meute, so hat Kapitel 2 gezeigt, verfügt über ein hohes affektives Potenzial, welches die Kollektivierung und Anonymisierung durch das Wachstum der Meute voran treibt. Ihre tendenzielle Opposition zu dem in Kapitel 0 geschilderten Stand der Pop-Plateaus beruht auf ihrem grundsätzlich als Störung empfundenen Verhältnis zur Ordnung (sozialer, ökonomischer, ästhetischer et. al.). [167] Ihr Potenzial zur Störung und Opposition liegt in ihrer Entstehung aus der Mitte der Ordnungsgefüge, aus dem stillen Auge ‚Pop‘ des Hurricanes Gesellschaft begründet, und erst in dem Wunsch nach Entgrenzung dieser Ordnungen finden sie ihre oppositionelle Realität und bilden einfache Maschinen aus. (Die Begriffsentlehnung ‚Meute‘ aus der Fauna muss kritisch gesehen um die emotionalen und sozialen Fähigkeiten, welche den Menschen unterscheiden, erweitert werden, um in diesem stark verkürzenden Gebrauch den Irrwegen des biologistischen Determinismus vorzubeugen.)

Deleuze / Guattaris Maschinen der Tausend Plateaus lassen sich an den Rändern sozialer und ästhetischer Schichten finden, an welchen sie aus den Grenzen der Herrschaft ausbrechen, und wo die Spuren ihrer Bewegungen Fluchtlinien erkennen lassen, aber auch deren Auseinanderdriften, Brüche und ihre Richtungswechsel. Es handelt sich bei ihnen um einfache Wunschmaschinen, aus Wunschströmen hervor gegangen, und in der Synthese von Wünschen produziert. Im Falle der Residents und GYBE! wurden und werden sie vorläufig geformt aus Dividuen und Relationen und oszillieren zwischen den Aggregatzuständen Macht und Ohnmacht. Sie lassen die Intensitäten des Ästhetischen strömen, um in verschiedenen Akten des sensorischen und emotionalen overload immer neue Territorien zu erschließen und zu besiedeln, ohne genaue Vorgaben über die Richtungen zu machen, weder durch ihre symbolische Repräsentanz in den kapitalistischen Verwertungszusammenhängen noch in der Konzertsituation.

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Der vorliegende Text kann als Kupplungsversuch angesehen werden, sich dem Strömen auszusetzen und treiben zu lassen, zu testen, ob man in der Tat nicht zweimal in den selben Fluss / Strom steigen kann . . . für kurze Zeit Anteil zu nehmen und zu haben an der Produktion und Gestaltung eigener Wunsch-Räume; kann als Bericht angesehen werden; für eine kurze Strecke auf eine der Maschinen aufgesprungen, sich an den Richtungs- und Geschwindigkeitsreglern zu schaffen gemacht, einen neugierigen Blick in das Logbuch geworfen, von den Bauplänen lediglich das Titelblatt verstanden, und schließlich durch diverse Kollisionen aus der Kanzel geschleudert worden, um die Maschine weiter vorwärts stolpern zu sehen. Staub aus der zerrissenen Hose klopfen, Gedächtnisprotokoll anfertigen. Das Strömen suchen . . .

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Die Erkenntnis, dass die Verlockungen dieser allegorischen Metadiskursivität erst in dem zu analysierenden semantischen quasi-Vakuum entstanden sind trägt dazu bei, beiden Band-Konzepten eine Wirkungsmächtigkeit zuzuschreiben, welche ihre Protagonisten unter Umständen vehement ablehnen würden. Entgegen einer Ablehnung aus Furcht vor der Verantwortung gegenüber möglichen Ergebnissen handelt es sich um den Wunsch, nicht als zentrale Institution definiert zu werden, sondern sich die Flexibilität und nomadische Freiheit der Divergenz zu bewahren, wobei die Vehemenz, mit welcher diese Freiheit eingeklagt wird, zu einem determinierenden Muster verkürzt werden könnte. Die Selbstreferentialität der GYBE!-Interviews als Diskursmuster birgt daher die Prinzipien des Zweifels und des Scheiterns in sich, und legt die daraus entstehenden Dilemmas offen, doch ‚No Logo‘ und ’no easy call to arms‘ werden in einer von widerständigen Bewegungen getragenen Umgebung schnell zu Slogans stilisiert und als verkürzende Sicherungen und Beschreibungen der eigenen Positionen genutzt, ohne jenen diskursinhärenten Selbstzweifel zu übernehmen. Um der Starre einer solchen unerwünschten, da als unproduktiv erachteten, Aneignung vorzubeugen scheint es angebracht, die Fluchtlinien auf die Schichten der dominanten Kultur und der Pop-Plateaus zu richten, um deren divergente Energien frei zu setzen. Dort zeichnen sich die deutlichsten Überlagerungen mit den Schichten der Neuen Sozialen Bewegungen der 1980er und 1990er Jahre ab.

Bei den vorgefundenen Referenzen zur dominanten Kultur handelt es sich in ihren kritischen Varianten um Ablehnungen jener kulturellen und ökonomischen Praxen, welche mit der Sicherung und Forcierung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen ineinsgesetzt werden. Die Nähe zu Foucaults Macht-Diskurs wird weiter unten analysiert, doch zuvor seien verschiedene kritische Interventionen der Cultural Studies erwähnt.

Zu berücksichtigen ist, dass jeder Deterritorialisierung immer eine Reterritorialisierung auf die attackierten oder bereits überwunden geglaubten Verhältnisse innewohnt. (…)

http://www.glocalweb.de/joerg/html/mag/sub1.htm

HauptSeite= http://www.glocalweb.de/joerg/index.htm

Text abgleichen

Weidenallee 10b Der nach Huntington so benannte „Kampf der Kulturen“ (eigentlich „clash of civilizations“) und die bis jetzt undefinierte „Globalisierung“ sind die wohl meist zitierten Termini der Gegenwart. Diesem Thema stellt sich ein bewusst collagierter und gesampelter Abend mit bekannten und honorigen Gestalten der Freunde des Künstlerhauses: der „Kampf der Hoch-Koch-Kulturen“ spielt – den 70er Jahren und unserem Jubiläum gemäß – mit dem Umkehrschlußmodell von Begriff und Gegenwart zwischen „Hochkultur“, „Kochkunst“ (als Medien-Ereignis) und „hochkochen“ als Provokation. Der von Gunnar F.Gerlach und Peter Boué konzipierte Abend ist eine Huldigung an interkulturelle Missverständnisse, Analogien und Möglichkeiten zugleich. Aufgeführt (performed) werden: ein spielerischer DaDalog in Würdigung der bedeutenden geisteswissenschaftlichen Leistungen der Augsburger Puppenkiste, ein brandheisses Video der Hamburger Künstlerin Corinna Korth, z.Zt. Sipendiatin in Frankfurt, zum Thema „Nahrungskonkurrenz“ in Natur und Kultur. Ferner treffen noch einmal der Neutral-Sprecher und Riesling-Promoter Alfred Biolek mit dem Kopf der „Einstürzenden Neubauten“ und Neusprecher einer dunkeltönenden Ästhetik der Gegenwart Blixa Bargeld aufeinander. Durchrissen werden die Lücken des Abends mit der Musik der Gruppe MAO/AM (Multiples Anästesie Orchester / Anarchistisch Martialisch). Die Zusammensetzung wird diesmal sein: neben Gunnar Gerlach selbst (guitar, harm., voc.) die Mehrfachtalente in Kunst und Musik Ferdinand Fux (piano, Technik) und Thomas Rieck (background, indisches Dunkeltuten). Der Titel ihrer Video-Clip-Performance ist schlicht „Der vierte Ton muß weg!“. Dieses wie auch einiges andere an diesem Abend sind Erstaufführungen. http://www.kuenstlerhaushamburg.de

„menage à Trois“
JURO GRAU, SYLVIE RÉNO & SABINE MOHR a disignated heart-head project Teil 1 Hamburg – Berlin – Marseille ERÖFFNUNG Mittwoch, den 14 August 2002, um 19.00 Uhr AUSSTELLUNG vom 15.8-31.8.2002 geöffnet: Mi – Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr art agents gallery Klopstockplatz 9-11 22765 Hamburg gefördert vom Kunstfons Bonn e.V. und der Kulturbehörde Hamburg http://www.heart-head.cu-ba.de

IN GOD WE TRUST – Peter Boué
AUSSTELLUNGSRAUM TAUBENSTRASSE 13 HAMBURG – ST.PAULI http://www.taubenstrasse13.com PRESSEMITTEILLUNG IN GOD WE TRUST Zeichnungen und Schreibmaschinenarbeiten Eröffnung am Donnerstag, den 7. November 2002 um 19 Uhr auch geöffnet: SA und SO, 9. und 10.11. von 15 – 18 Uhr Das LCD-Laufband, auch im Kunstkontext hinlänglich bekannt, dient hier als Matrix für die aktuellen Schreibmaschinenarbeiten. Apodiktisch knapp gehaltene Formulierungen, kurze Sätze und Parolen bilden die Basis einer Ausstellung, in der die ebenfalls präsentierten Zeichnungen zwischen die Zuordnungen flottieren – eine eigene Art Laufband möglicherweise, in der es keinen Anfang und kein Ende zu geben scheint. Zitat: NO RETURN TO LEVEL 1 THRU THIS ACCESS. Zur Ausstellung ist eine Edition geplant.

Kuenstlerhaus
KuenstlerHaus (25) WEIDENALLEE 10 B 20357 HAMBURG TEL 040-4108593 FAX 040-4107112 http://www.kuenstlerhaushamburg.de info@kuenstlerhaushamburg.de PRESSEMITTEILLUNG >1977< Plakate und Einladungskarten zusammengestellt von Jochen Lempert Eröffnung am Freitag, den 8. November 2002 um 20 Uhr Ausstellung 09.11. – 23.11.02 Öffnungszeiten MI – FR 18-20 Uhr / SA – SO 16-18 Uhr Im November 1977 wurde der Grundstein dazu gelegt, was fortan unter „Künstlerhaus Weidenallee“ firmierte. Das jährt sich heute zum 25. Mal, und damit könnte man es Mutter aller Künstlerhäuser nennen, zumindest über alle jene, die heute noch existieren. Das Künstlerhaus als Spezies bezeichnete damals vorrangig die Tatsache, daß künstlerische Arbeit und das Leben mit ihr in einen kommunikativen Zusammenhang gerückt wurden – das sieht heute natürlich etwas anders aus, weil der Luxus der verfügbaren Zeit dahin ist, aber die gemeinsame Arbeit – unbezahlt weil ehrenamtlich – vermittelt sich nach wie vor über die Aktivität des Ausstellungsraumes. Dieser Raum, nunmehr auf ein Drittel der originalen Fläche geschrumpft, ist die spezifische Besonderheit der Weidenallee: von Beginn an finanziert von der Kulturbehörde hat er – mit bis zu zehn Ausstellungen exklusive anderer Veranstaltungen pro Jahr – rückblickend gesehen den gesamten Kosmos zeitgenössischer Kunst gezeigt. Anlaß genug, um jetzt selbst historisch zu werden: >1977< zeigt, zusammengestellt von Jochen Lempert, vorrangig Künstlerplakate aus diesem Jahr. Dieses war auch eine Zeit des Umbruchs: Minimal Art hatte sich durchgesetzt, die Hybride aus Konkreter Kunst und Pop hatten sich erschöpft, Beuys war hochaktuell und andere wie Polke verheissungsvoll, die Wiederkehr der Malerei in den aktuellen Diskurs noch nicht absehbar – und Punk in Deutschland noch nicht recht angekommen. Weiteres originales Material wie Einladungskarten ergänzen die Verortung des Künstlerhauses in diese Zeit wie auch in den Kontext der damals aktuellen Ansprüche an die Kunst. Künstlerhaus-Edition: Innerhalb der Ausstellung wird erstmalig die neue 10-teilige Plakatedition >25 Jahre Künstlerhaus Hamburg< vorgestellt. Die Plakate sind von Peter Boué, Juro Grau, Ole Hagen, Jochen Lempert, Sabine Mohr, Peter Piller, Daniel Richter, Thomas Rieck, Eva Riekehof und Doris Schneider. Wir laden zur Eröffnung herzlich ein.

Harakiri Bonbon
HARAKIRI BONBON 25 Jahre Künstlerhaus Hamburg 25.März – 4.Mai 2003 Kunsthaus Hamburg Eröffnung der Ausstellung am Montag 24.März 2003, um 19.00 Uhr, Kunsthaus Hamburg Begrüßung: Claus Mewes Einführung: Prof. Dr. Uwe M. Schneede http://www.kuenstlerhaushamburg.de

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DEAR SIR…

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***

Rettungsversuch PräOP=+++Wasserturm-Telegramm:: VORruf vorm NACHruf ¡!+++ Gibt es noch Hoffnung ?=Taz vom 11.09.03+++ Die bevorstehende Entkernung des Wasserturms, könnte laut Experten den Einsturz des denkmalgeschützten Gebäudes zur Folge haben+++ +++Die Kritiker des Entkernungsvorhabens versuchen verzweifelt, auf diese realexistierende Gefahr hinzuweisen+++Der zuständige Bezirksamtsleiter, Herr Mantell geht davon aus, das die Bauprüfabtlg. diese Frage geprüft hat, -konnte aber auf Anfrage nicht bestätigen, das das Prozedere auch wirklich geschehen ist+++ Eigentlich ist durch so exponierte unter Denkmalschutz stehende Bauten, wie dieser „historische Wasserturm“ mit seinen „gigantischen Wasser-Tanks“ inkl. Eisenkonstruktion im umbauten Raum, auch der INNERE (!) Bereich, zwingend denkmalgeschützt.+++Für den Bürger ist es völlig intransparent wie diese unzweideutige gesetzliche Festschreibung ausgehebelt werden konnte- bzw. ob es diesbezüglich überhaupt ein Feststellungsverfahren gegeben hat+++Auch die Frage steht im Raum, in wieweit der Denkmalschutz mit dem Bauherren und dem Eigentümer, sich an dieser Stelle als auffällig kooperativ erwiesen hat, bzw. die Denkmalpflege unabhängig, gegengeprüft hat?+++ Eigentlich hätte diese spezielle Frage, auf Senatsebene behandelt werden -dann auch begründet werden müssen+++ Die Frage steht im Raum, ob die Einsturzgefahr (seitens der Behörden und des Investors), aufgrund der fragilen Statik, nach Entkernung des >Eisen-Kerns< billigend in Kauf genommen wird?+++ Der Eigentümer hätte demzufolge ein Gründstück zum „Schnäppchenpreis“ auf dem er NEU (!) bauen könnte?+++ Laut HA vom 11.09.03 käme der Neubau um ein vielfaches günstiger! jst

(…der obere Text, sowie die Bild-Montage=(J. Stange) können unter Nennung des Quell-Codes frei verbreitet werden !)

28.11.2003= +++Aktuell!+++ Dringend !, es werden vorab 2000 Unterschriften gebraucht! Bitte untersützt(en) Sie diesen Rettungsversuch! Hier PDF-Bürgerbegehren mit Unterschriftenliste downloaden= http://www.metasynapse.net (*MöwenPick/Nestle, Meta-Nuke)

Hotelturm umstimmen

Initiative sammelt Unterschriften für Bürgerbegehren gegen Grundstücksverkauf im Schanzen-Park

Eine Bürgerinitiative will in letzter Minute verhindern, dass der Wasserturm im Sternschanzen-Park zu einem Hotel* umgebaut wird. Im Eiltempo will sie 2.000 Unterschriften sammeln, um einen Aufschub für die Hotelpläne zu erwirken. Rund 6.000 Unterschriften sind erforderlich, damit es später zu einem Bürgerbegehren kommen kann.

Zu den Vertrauensleuten des Bürgerbegehrens gehört die Designerin Inga Di Mar, die gleich nach Bekanntwerden des aktuellen Hotel-Plans warnte, die Fassade des Turmes werde einstürzen, wenn die Wasserbecken entfernt würden.

Die Ini, die auch das Innere des Turmes erhalten will, wendet sich speziell gegen den Verkauf von Grundstücken im und am Sternschanzenpark – aus Misstrauen gegen die Investoren und weil das Hotel ohne diese Grundstücke nicht gebaut werden kann. Sie sollen aufgegraben werden, um einen Zugang vom Schanzen-Bahnhof zum Hotel zu schaffen (taz berichtete).

Bedenken, die Investoren könnten den Wasserturm absichtlich einstürzen lassen, um ungehindert bauen zu können, wies Bezirksamtsleiter Jürgen Mantell (SPD) zurück. „Wenn der in sich zusammenfällt, gibt es keine neue Baugenehmigung“, sagte Mantell der taz. Das Park-Grundstück werde nach den Bauarbeiten zugeschüttet und als öffentlicher Park genutzt.

Befürchtungen, der geplante Restaurantanbau innerhalb der Umzäunung des Wasserturms könnte Park-Besucherinnen unverschämten Blicken aussetzen, hält Mantell für unbegründet. Der Anbau werde ebenfalls Richtung Bahngelände weisen. Unterschriftenlisten beim Luna-Teeladen, Bornstr. 20 (beim Abaton) und unter http://www.metasynapse.net

knö
taz Hamburg Nr. 7223 vom 2.12.2003, Seite 22, 57 Zeilen (TAZ-Bericht), knö

http://www.taz.de/pt/2003/12/02/a0251.nf/tex

„unter uns gesagt“ = MöwenPick eine Tochter von Nestle= „und kreischend dreht die Möwe ab“¿?

[Mars und Meer°]+++++

[G8-Proteste] Vevey: Kundgebung der Velokaravane vor Néstle von me – 30.05.2003 17:00

Die Velokaravane aus Bern hat um 14.00 Uhr Vevey erreicht. Zusammen mit einer Velodemo von Lausanne aus haben sie gegen die Machenschaften von Nestlé protestiert. 220 VelofahrerInnen und einige andere Gerährte aus Bern sind um 14.00 Uhr mit den VelofahrerInnen, die von Lausanne her kamen zusammengetroffen. Rund 300 bis 500 Personen haben daraufhin die grosse Kreuzung vor dem Nestlégebäude besetzt und interessanten und aufschlussreichen Reden über die Machenschaften von Nestlé zugehört. Es gab Reden zu Nestlé und den abgelaufenen Nahrungsmittel, die Nestlé neuverpackt in Columbien wiederverkauft hat, zu Mexico, Handel von Kaffee und anderen Lebensmitteln.(siehe z.B. http://www.switzerland.indymedia.org/de/2003/04/7567.shtml – Wie macht Nestlé ihre Milliarden-Gewinne?) Freude bereitete die Info, dass es einigen DemonstrantInnen in Genf gelungen ist, das Gitter an der WTO nieder zu rütteln. Die Kundgebung lief glimpflich ab, Nestlé war gut bewacht. Per Zufall wohl war der Zaun aus schallbretter mit Papier geschützt. Jetzt ist es voller Sprayereien. Wenn der Papierschutz aus ästhetischen Gründen angebracht worden ist, so hat das Ganze nun zudem auch noch an Gehalt gewonnen. Wie alle Aktionen in den letzten Tagen, so war auch diese von einer Unmenge Presse begleitet. ^von Möwen und mehr=

http://lists.indymedia.org/pipermail/imc-germany-print/2003-May/000261.html

Manager-Magazin=

A U G U S T V O N F I N C K Edelmann ohne Fortune (2)

Von Christian Keun

Der freie Bürger und sein Edelmann

(…)So servierte er etwa bei seinem Einstieg in die Schweizer Gastronomie- und Hotelkette Mövenpick kurzerhand das Management ab und bescherte dem Konzern damit eine handfeste Krise. Ähnlich rücksichtslos verfuhr der hochgewachsene Edelmann, den einstige Gefährten als höflich und charmant, aber auch verschroben und zuweilen bösartig charakterisieren, beim endgültigen Abschied vom familiären Bankgeschäft.

Nach anfänglicher Begeisterung ermattete das Interesse des Barons an Merck Finck & Co. zusehends. Immer öfter mied er die mühevolle Kernerarbeit des Tagesgeschäfts. Stattdessen schlich er lieber mit der Flinte durchs Unterholz und inspizierte nach der Jagd die hauseigene Forellenzucht. Mehr und mehr trieb ihn aber auch die Angst vor Fehlentscheidungen um, die ihn als persönlich Haftendem im schlimmsten Fall das gesamte Privatvermögen kosten konnten.

In einer beispiellosen Nacht-und-Nebel-Aktion verscherbelte er schließlich sein Geldhaus im Herbst 1990 für rund 300 Millionen Euro an die britische Barclays Bank. Seinen mithaftenden Gesellschafter Adolf Kracht überging von Finck dabei schlicht: Über so eine Sache könne er doch unmöglich vorher mit dem Portier oder einem Herrn Kracht reden.

Mit dem Geldsack über die Alpen

Mit dem Verkauf habe August von Finck ein für alle Mal aus dem überlangen Schatten seines Vaters heraustreten wollen, vermuten Beobachter das nahe Liegende. Nicht zuletzt aber bildete dieser Schritt den Auftakt für eine gezielte Absetzbewegung in Richtung Schweiz. Nach und nach trennte sich von Finck vom meisten, was hier zu Lande von Wert war: Beteiligungen an der Allianz und der Münchener Rück, der DSK-Bank, dem Stromversorger Isar-Amperwerke, am Ende auch von Löwenbräu.

Die Erlöse investierte er jenseits der Alpen, etwa bei dem Maschinenbauer von Roll, in Alusuisse-Lonza und dem Mischkonzern Oerlikon-Bührle. Dabei trieben ihn eine geradezu krankhafte Furcht vor der „konfiskatorischen Erbschaftsteuer“ wie auch eine wachsende Unzufriedenheit mit der deutschen Politik, die er seit dem Tod seines Freundes Franz Josef Strauß ihres letzten Hoffnungsträgers beraubt sah. Man könne machen, was man wolle, lamentierte der Milliardär einst im kleinen Kreis, wenn der Staat so weitermache, werde er uns alle zum Schluss noch vernichten.

Bitte hier weiterlesen:

http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,280631,00.html

http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,280631-2,00.html

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Brief an den Ersten Bürgermeister=

http://www.netzdraht.de/bhh/forum/viewtopic.php?t=77

aktuell +++ aktuell +++ aktuell +++ = als Wählergemeinschaft bestätigt=

aktuelle Zusammenfassung 25.01 2004 siehe netzdraht=

http://www.netzdraht.de/bhh/forum/viewtopic.php?p=2886#2886

http://www.soswasserturm.de

· Optimale Objekte & Schauen & Kaufen (David Sorgenfrei)

Schauen & Kaufen Neue Arbeiten auf Holz von David Sorgenfrei

am Freitag, 5. Dezember 2003, 20 Uhr

Macher ………… David Sorgenfrei

Verkäufer …….. u.a. D.Sorgenfrei

Beschauer …………………. Sie

Käufer ……………………. Sie

Gast ……………………… Sie

im KÜNSTLERHAUS e i n s e i n s 22549 Hamburg, Lübbersmeyerweg 11 Bus 37 > Joachim Sahling Weg > Bus 1,22,21 > Knabeweg S-Bahn > Klein Flottbek > Bus 21

Ausstellung bis zum 21.Dezember 2003 Öffnung nach Vereinbarung: Gabi Hermsdorf 040- 439 47 51 oder D. Sorgenfrei 040- 69 45 64 37

Im Foyer:David Sorgenfrei

(digitale Bearbeitung=Objekt/Foto (oben): Stilla Seis, Udo Herzog, jst) +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

…………………………………………………………………………………….

Lieber Peter, (Peter Boue, Künstlerhaus Weidenalle) David Sorgenfrei hat mal mit Horst Papenhausen bei Euch in der Weidenallee (unten rechts) im Haus ein Atelier gehabt. Während er früher großformatige Arbeiten gemacht hat – beschäftigt er sich heute mit kleinen „skulpturalen Arbeiten“: als Zeichnung als (auch gemaltes) Bild und Objekt etc…

„Optimale Objekte“ von David Sorgenfrei Zeichnungen, Bilder, Skulpturen, Es sprechen, Eröffnung: Jörg Stange, am 10.10.03 20.oo Uhr, Finissage: Natias Neutert Ausstellung bis 24.10.03 Atelier 50, (G. von Wedingstein), tägl. 16.oo Uhr Samstag 11-14 Uhr, Geschwister-Schollstr. 8a (Hamburg-Eppendorf) Sorgenfrei hat 8 Jahre auf einer spanischen Insel gelebt. Nun lebt David Sorgenfrei wieder in Hamburg. Bekannt wurde seine Arbeit durch die Galerie Barlach und Galerie Stange in den achtziger Jahren… „seine Arbeiten sind heute ganz anders“

***(scans von Zeichnungen folgen) Über einen Freund zu sprechen fällt mir nicht schwer… Auch wenn Jahre getrennter „geosynaptischer Erfahrung“ dazwischen liegen.. Hierdurch gibt es zwar eine Lücke- durch seine Zeit auf der „Insel“ -diese „Lücke“ werden wir noch weiter -durch Gespräche in die Nähe rücken und zu überbrücken suchen Wir sind ja noch…

… Optimale Objekte Der ungemalte Hintergrund in der Zeichnung und Malerei David Sorgenfreis wirkt wie befreit oder imaginär ersetzt durch etwas Unbestimmbares (?) = durch einen Blick hinter die Malerei und ihren reflexiven Raumbegriff?, möglicherweise- an dieser Stelle von der Erfahrung eines Miros geleitet – geht, wie Sorgenfrei in etwa selbst sagt: „eine ambivalente Raumerfahrung aus“ -schon auf der Einladungskarte wird sichtbar, das der beflügelte Eindruck des scheinbar tragenden -durch >ETWAS< überwunden werden will.. Sich so die Zeichnung widerum dem >NICHTS< zu entziehen scheint und als Produkt sich selbst befragt oder genügt? Ja/Nein ? Räume des ANDEREN wovon wir nichts wissen- wo wir nicht wirklich waren? Splitter und Fraktale FORMEN gesprengt durch einen >ZWISCHENFALL< -die nun nach einer anderen – neuen Ordnung streben? Seine Objekte aus bemaltem Styropor besetzen einen anderen Architekturbegriff = und verweisen auf eine Bauweise -wie sie auch als Bauweise in microcosmischen Räumen -in unseren Blutbahnen z.B.-als neu erfundene Krankheit in geheimen Labors entwickelt -oder auch das „wünschenswertere“ -als Heilungsmittel zum genesungsvollen andocken-:: In der Quintessenz= Um zu zerstören oder heilend zu konvertieren- beides ist möglich und wird gemacht… (*mit endogenen Endungen wie künstlich gewachsene Karpilar-Systeme im „Zweiten fluoreszierendem Stadium“, die in den Raum zu fingern scheinen…) Genmaterial mutiert zu kaffkaesten Gesten geronnenen Materials irreversibel einmal in die Welt gesetzt?! Der Künstler als unüberhörbar warnende Kassandrastimme ?, Im Raum ohne Echo… [WIR gestalten ihre Zukunft°] !!!, ein Werbeslogan der Firma Thyssen= ob die Gegenwart & Zukunft so bestellt wurde -danach wird Mensch nicht gefragt.. „Wir machen die Zukunft“… klingt klinisch und zynisch- ganz ohne indikativen Spaß!

Obwohl ja eigentlich die Kunst die Kathedrale ist- sein sollte…oder besser ihre verschiedenen Gattungen: nachdem die Erkenntnis sich durchgesetzt hat -das Gott nur aus Riss und Lücke besteht…. An diese „Leerstelle“ hat man die Technologiegläubigkeit und den Turbokapitalismus gesetzt.. >Wer kauft -ist.<, -also kauft die „operative Kunst“ im Sinne Walter Benjamins, das kaufen……..

Die [FREIHEIT°] ein Mißverständnis- der falsche Schnitt- im Dauerkoma verordneter Willkür -einer scheinbar unentrinnbaren Wirklichkeit= als Regelwerk eines übergeordneten Tittitainement-Injekterats und ihrer politischen u. medialen Erfüllungsgehilfen…

Die [Einladungskarte°] Ein Flügel -assoziativ ein Verweis auf die Nike von Samothrak (?), oder der biblisch gefallene (schwarze) Engel? -erzeichnet im „kryptologischen Restraum“ von Wahrnehmung und einer Fragestellung- die sich dem normatierten Wertekatalog des globalisierten Wahnsinns definitiv entzieht -und verweigert. Um auf metaebenen trinitärer Reflexion und dualistischer Fragestellung- Sinnstiftung sichtbar zu machen ?..

Eigentlich eine Kriminalgeschichte: denkt man an Aristophanis und seine Vögel.. Die >b< [PARABASE°] >/b< die Kegel-Bühne der schon damals anderen ART… die erste politische Bühne in der Theaterlandschaft gewinnt durch philosophische Dialektik und dichterische Hinterfragung der Bauweise -für eine gerechtere lebbarere Welt…,, -mit den Mitteln der Demaskierung von Dummheit, Narzismus, Arroganz, Willkür und Beliebigkeit..

Eine Bühne auch im Heute, die in ihren Grundzügen bestehende Normen der Gleichschaltung und Beliebigkeit aus den Angeln zu heben -als Anspruch auch behaupten darf !.. Ihr IMPETUS:: – als Weg und polivalenter Zielsetzung: eine befreite Wertescala in ethisch und sozial geklärten Bezügen, eine Bühne mit transformierbarer Gestaltungshoheit für alle Bereiche- für ein mehr an Geist und Leben, scheint das treibende, auch im Leben von David Sorgenfrei -seines Kunstbegriffs zu sein… Die Grundfarben Sorgenfrei,s als immerwährende Metapher zu klärender Zustände und Unstand- für einen Ästhetik- und Gesellschaftsbegriff in dem es sich zu leben lohnt…

Der Duktus seines >DENKENS & FÜHLENS< wird zum Surrogat oder besser Transmitterstoff zeichnerischer Bewegung -bis in die Malerei hinein übersetzt -oszilliert weiterhin subtil sichtbar, seine Malweise der achtziger Jahre: die Farbsetzung ist nun radikal reduktioniert und anders -auch flächig eingebracht, – das Pastose abgelöst- durch eine „andere Schrägheit“ in der Feinheit von Bearbeitung. Der Charakter seiner Zeichnungen und Formensprache skulptural transformiert und erweitert durch Schnitt(t)echniken des Scheerenschnitts- für die Gewinnung erweiterter Wahrnehmung: ist erweiterter Raum!, der Dialog zwischen Herz und Hirn scheint im Gleichgewicht stärker akzentuiert.. Die Variablität intuitiv und intellektuell virtuos durchkomponiert::

Eine Zäsur in der Methode:: „Es kommt von hinten nach vorne raus“… wie David sagt.. und …“sein Kopf würde malend in den Fingerspitzen sitzen“….

Ein Widerspruch ?, eher nicht! Eher erotisch im Sinne Andre Bretons.. …“Seinen Intellekt gibt Sorgenfrei nicht vor dem Pinsel ab- sondern er malt ihn mit“… Vor dem Hintergrund des Blauen und des Grauen – im Restgedanken eines revolutionären Nietzsche….

Kopf und Herz sind literarisch und metaphernreich – nicht pragmatisch nur besetzt.. Wer Ihn näher kennt- wird von Beidem in ihm finden- aber nicht im Sinne einer beliebigen l’art pour l’art Auffassung und Haltung- sondern auch von der Erkenntnis getragen- das sich ethisch und sozial etwas bewegen muß… In diesem Zusammenhang möchte ich meinen Freund Gunnar F. Gerlach erwähnen: der mir persönlich nicht nur die Schule von Barbizon, am Beispiel Courbet aufklärerisch in einen anderen und vor allem deutlicheren (kunst)historischen Kontext setzte -der noch heute Gültigkeit und frische besitzt. …

Die Vehemenz seiner früheren Bilder und Haltung, wird eher abgelöst -durch eine Raumauffassung die transformierbar -auch auf andere Gattungen der Künste angelegt ist.. -so mein Eindruck… Der [ungemalte Hintergrund°] ist kein Grund ohne Grund -in gewöhnlichem Sinne, sondern läßt zumindest für mich -unter anderem, unverstellt den Blick frei -auf sein eigenes engagiertes Leben -im zumeist fremdbestimmten Raum.. Als Stichworte seien die berühmte Haynstr. 1 und die „anderen Häuser“ genannt -die er mit Freunden und Freundinnen in vehementer und sugsessiver Gestaltungskraft -der Gewinnsucht und damit der sozialen Kälte abtrotzte – damit es ein bißchen wärmer wurde/wird -näher am richtigen Leben eben..

Im allgemeinen werden Ausstellungen in der Besprechung auf die Farbe, Form und Komposition beschränkt.. das konnte hier kein Anliegen sein… Alle weiteren Einlassungen hier im Raum, -will ich mit einem Zitat von Marcel Duchamp ansprechen: „Die Kunst findet im Kopf des Betrachters statt“….

(Hätte ich diese „Installations-Einstellung“- bereits vorher gesehen- als sozusagen fertiges Produkt, -hätte ich auch den Begriff „skulpturale Feldforschung“ eingebracht oder extra erfunden um näher besprechen zu können…)

In diesem Sinne einen operativen Abend… und Gedankenreichtum und eine „eingreifende Sinnlichkeit“, -wider die Täuschung —ohne Ende…

…“Die Zeichnung befindet sich oben, Malerei befindet sich im Keller …die Bar ist oben geöffnet“ Bitte bedienen sie sich… :: (Rioja) :: Wein aus E und Wasser aus D

(*) Textstelle in der bei der Rede (vor Ort)- improvisierte Gedanken eingewebt wurden -welche bei in Netzstellung unberüchtigt geblieben sind.

Jörg Stange g.f.o.k. © 2003

· Diskurs: Didaktischer Kegel © Dr. Ferdinand Herget 2003
© Dr. Ferdinand Herget 2003

Der folgende Text ist das unkorrigierte Manuskript des Vortrages. Zitation nur mit Quellenangabe erlaubt. Einsichtiges Lernen und Unterrichtsmethoden Einleitung Seit gut 80 Jahren belegen viele empirische Untersuchungen, daß Schülerinnen und Schüler sehr häufig träges Wissen erwerben. Sie lernen die Inhalte nur auswendig und scheitern beim Transfer des Wissens auf neue Situationen. Sie kennen die Regel, aber verstehen nicht, was sie bedeutet: Ihr Wissen ist nicht lebendig. Warum ist das so? Wessels schreibt dazu: In der Didaktik »… ist ein überaus wichtiger Aspekt von Unterricht außer Acht gelassen worden, nämlich der des Lernens. … Es soll gelernt werden, aber wie das Lernen im Unterricht stattfindet, das wird in keiner Didaktik ausgeführt.« Werden reale Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern nur am Rande berücksichtigt, eröffnen sich jeder pädagogisch-didaktischen oder methodischen Planung unbegrenzte Horizonte und zwar unabhängig davon, was im Kopf des Schülers tatsächlich passiert.(1) Wer nicht blind planen will, sollte wissen 1. wie Schüler und Schülerinnen lebendiges, also einsichtiges Wissen erwerben und 2. wie der Unterricht den Erwerb lebendigen Wissens anregen und fördern kann. Hierzu kann die Gestaltpsychologie m.E. wichtige Beiträge liefern. Im ersten Teil stelle ich das derzeit übliche Unterrichtsverfahren des gelenkten Unterrichts dar. Der zweite Teil entfaltet die gestaltpsychologischen Prinzipien des produktiven Denkens, soweit sie für die Unterrichtspraxis bedeutsam sind. Im dritten Teil stelle ich die Folgen für die Organisation des Unterrichts dar. Im vierten Teil formuliere ich einige weiterführende Forschungsfragen. Ich beginne den Gepflogenheiten folgend mit Teil 1: 1. Der ‚gelenkte Unterricht‘ als Standardmethode Der ‚gelenkte Unterricht‘ ist das noch heute weithin gebräuchliche Unterrichtsverfahren, auch wenn sein Gewand moderner geworden ist. Sein Kennzeichen ist der anweisungsgesteuerte Dreischritt »Vormachen – Nachmachen – Wiederholen«. Er geht wesentlich auf den Lernbegriff Johann Friedrich Herbarts (+1841) und die daraus abgeleitete Formalstufenlehre zurück. Herbart erklärt Lernen als das assoziative Verknüpfen von Elementen auf Grund oftmaliger Wiederholung. Das Unterrichten ist daher ein vom Lehrer gesteuerten Verknüpfungsprozeß von Wissenselementen. Dabei gibt der Lehrer zuerst die neuen Elemente anschaulich vor, damit sie im Bewußtsein des Schülers präsent sind. Dann hält der Lehrer die Elemente so lange im Schülerbewußtsein, bis die Elemente sich verknüpft haben. Schließlich festigt der Lehrer die Verknüpfung, indem er die Schüler mehrere Aufgaben gleichen Typs bearbeiten läßt. Der Unterricht verläuft linear in zeitlich und inhaltlich fest definierten Schritten ab. Max Wertheimer hat im produktiven Denken dieses Verfahrens dokumentiert und seine Auswirkungen auf Schüler dargestellt. Kritisch ist zum gelenkten Unterricht zu sagen: 1. Die drillmäßige Gewöhnung an ein Lösungsverfahren führt zur Rigidisierung des Denkens, also zu trägem Wissen. 2. Die Konzentration auf Elemente stört das Erfassen von Sinnzusammenhängen und behindert so das Gewinnen von Einsichten. 3. Die weitgehende Abhängigkeit von den Anweisungen des Lehrers blockiert das eigenverantwortliche Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der nahezu vollkommenen organisatorischen Beherrschbarkeit des Unterrichts und der generalstabsmäßigen Planbarkeit der Vermittlungsdauer des Stoffes. Ein solches Modell entspricht daher vor allem den Bedürfnissen einer planwirtschaftlich denkenden Schulverwaltung. 1. Die gestaltpsychologische Lehre vom produktiven Denken Aus gestaltpsychologischer Sicht ist Lernen ein Sonderfall des produktiven Denkens. Sowohl das produktive Denken wie das Lernen bezwecken den Erwerb lebendigen oder einsichtigen Wissens. Im Unterschied zum produktiven Denken ist Lernen das individuelle Nacherfinden bereits gewonnener Erkenntnisse. Produktives Denken ist ein Problemlöseprozeß, bei dem der Denkende 1. wesentliche strukturelle Zusammenhänge erstmals entdeckt und 2. weiß, warum dies die wesentlichen sachlichen Bezüge sind, also Einsichten gewinnt. Im folgenden skizziere ich einige für die Unterrichtsorganisation wichtige Komponenten des produktiven Denkens, nämlich 1. die dynamisch wirksamen Faktoren, die 2. Operationen des Denkens und 3. die heuristischen Methoden Dunckers als Strategien zur Durchdringung von Problemsituationen. 1. Ziel/Aufgabe, Material und Lösungsablauf als dynamisch wirksame Faktoren in Problemlöseprozessen Das produktive Denken bewegt sich im allgemeinen um die drei Pole Ziel/Aufgabe, Material und Lösungsablauf: 1. das Ziel und die Aufgabe: Das Ziel ist, was man erkennen, erreichen, wissen oder verwirklichen will. Die Aufgabe oder das Aufgabenspektrum sind die aus dem Ziel abgeleiteten Forderungen, die aufzeigen, was zu tun ist, um das Ziel zu erreichen. 2. das Material: Das Material ist alles, was Gegenstand des Tuns aufgrund der Forderungen der Aufgabe werden muß. 3. der Lösungsablauf: Beim Lösungsablauf werden Inhalt und Abfolge der einzelnen Lösungsschritte geplant, realisiert und mit der Aufgabe abgeglichen. Zentral für das produktive Denken ist seine aufgaben- und problembezogene Arbeitsweise. Es bewegt sich nichtlinear und dynamisch zwischen Aufgabe, Material und Lösungsablauf hin und her. Das Denken schreitet von oben nach unten, von der Klärung der Aufgabe, des Materials und des Lösungsablaufs die einzelnen Stufen bis zur Lösung hinab. Aber auf jeder Stufe kann sich ein Problem auftun: Das Verständnis der Aufgabe, des Materials oder des Lösungsablaufs kann unzureichend sein. Dann wechselt das Denken nach oben zur Aufgabe zurück und versucht unter erneuter Abklärung ihrer Forderungen, das Problem zu bewältigen. Das Denken verändert so beim Lösen von Problemen häufig die Richtung, um die Forderungen der Aufgabe an das Material, die Eigenschaften der Mittel und Verfahren und den Ablauf des Lösungsprozesses wiederholt zu kontrollieren. 1. Die Operationen des Denkens als strukturelle Veränderungen des Gegebenen Beim Problemlösen vollziehen sich strukturelle Änderungen am Gegebenen, die sogenannten Operationen des Denkens. Diese phänomenalen Eigenbewegungen der Sache sind nicht vom Denkenden machbar. Ich nenne hier nur zwei, die Zentrierung/Umzentrierung und den Funktionswechsel: – Zentrierung/Umzentrierung: Zentrierung bezeichnet die Auffassung einer Gesamtlage nach bestimmten Schwerpunkten. Die Zentrierung bestimmt das Eigenschaftsrelief einer Situation. Bei der Umzentrierung wird die Sachlage unter einem neuen Gesichtspunkt ins Auge gefaßt. Meist wandelt sich dabei das Eigenschaftsprofil der Sachlage grundlegend. Beispiele für Umzentrierungen sind — der Wechsel vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild. — der Wechsel von der DM zum Euro. – Funktionswechsel: Teile üben in einem Ganzen und für das Ganze bestimmte Funktionen (Aufgaben) aus. Gehen Teile in ein neues Ganzes ein, übernehmen sie oftmals völlig neue Funktionen. Das Umfunktionieren findet sich in unterschiedlichsten Bereichen: Z.B. beim Gebrauch eines Buches als Briefbeschwerer oder beim Wort »persona« vom bühnentechnischen (Maske) zum philosophisch-theologischen terminus technicus (Person). 1. Problemelösetechniken: Die ‚heuristischen Methoden‘ Dunckers als Strategien zur Durchdringung von Problemsituationen Das Problemlösen kann durch sogenannte ‚heuristische Methoden‘, wie sie etwa Karl Duncker beschrieben hat, unterstützt werden. Die heuristischen Methoden befreien den Denkenden von Fixierungen auf die Sachlage und erleichtern ihm u.U., Lösungswege zu finden. Der Denkende versucht sich gewissermaßen einen neuen Überblick über die Sachlage zu verschaffen. Duncker unterscheidet die Zielanalyse, die der Klärung der Aufgabe dient, und die Situationsanalyse, die – als Konfliktanalyse fragt, warum eine Lösung derzeit unmöglich ist, – als Materialanalyse nach geeigneten Mitteln zur Lösung sucht und – als Verfahrensanalyse die Abfolge der Lösungsschritte klären will. Zusammenfassung: Vor allem drei Merkmale des Problemlösens sind bedeutsam 1. die zielbezogene, dynamische und variable Arbeitsweise des Denkens 2. die phänomenale Eigenbewegung der Sache und 3. die Förderung des Problemlösens durch den aktiven Umgang mit dem Problem. Alle drei Aspekte sind für die Organisation des Unterrichts maßgeblich. 1. Einsichtiges Lernen und die Organisation des Unterrichts Aufgabe der Organisation des Unterrichts ist es, Schülerinnen und Schüler zum einsichtigen Lernen anzuregen. »Organisation des Unterrichts« bezeichnet die Gestaltung der Lehr/Lernprozesse durch die Strukturierung des Lernstoffes, durch die Verwendung von Erarbeitungs- und von Interaktionsformen. Auf gestaltpsychologischer Grundlage erwächst – im Vergleich zum gelenkten Unterricht – daraus ein völlig neues Verständnis der Unterrichtsorganisation. Sie soll Verstehensprozesse anregen und fördern und nicht lenken oder gar machen. Daher determinieren die Denkprozesse der Schülerinnen und Schüler die Organisation des Unterrichts und nicht umgekehrt. Im folgenden werde ich zuerst wesentliche Komponenten des Unterrichts darstellen und dann im didaktischen Kegel den Zusammenhang zwischen diesen Komponenten und den genannten Komponenten des Problemlösens aufzeigen. Generell sind drei Komponenten für die Unterrichtsorganisation wesentlich: 1. der Lerninhalt 2. der Stundenverlauf und 3. die die Erarbeitung und die Interaktion organisierenden Maßnahmen. 1. Der Lerninhalt und seine Strukturierung Die inhaltliche Gestaltung umfaßt vor allem die Auswahl und Strukturierung des Lernstoffs. Ihre Ziele sind u.a. den Stoff für den Schüler geistig faßbar zu machen und den Stoff so zu gestalten, daß Schüler darin eine Aufgabe entdecken können. 1. Die Auswahl des Stoffes ist in der Regel durch den Lehrplan festgelegt. 2. Die Strukturierung des Lernstoffes dagegen liegt in der Hand des Lehrers. Die Strukturierung umfaßt u.a. die Aspekte der Komplexität, des Abstraktionsgrades und der Anmutungsweise des Inhalts: – Komplexität bezeichnet die strukturelle Dimensionalität des Stoffes, also die Vielfalt der Hierarchieebenen, der Teile und ihrer Funktionen. Je mehr Gesichtspunkte miteinander verwoben sind, desto komplexer ist der Lernstoff. Beispielsweise stellen moralische Dilemma-Aufgaben sehr komplexe Gebilde dar, weil sie sich unter sich ausschließenden Strukturgesetzen ordnen lassen. – Abstraktionsgrad meint das graduelle Absehen von Besonderem und Hinwenden zu Allgemeinerem. So kann die Frage nach dem Verbot des Lügens anhand eines konkreten Beispiels oder anhand des kategorischen Imperativs von Kant behandelt werden. – Anmutungsweise bezeichnet die Wirkung eines Inhalts auf den Schüler. Ein Sachverhalt kann als interessant, abstoßend, langweilig, bereits bekannt usw. erlebt werden. Die Anmutungsweise stellt für einen Schüler oft ein bedeutendes Hindernis dar, sich mit der wirklichen Struktur der Sache zu beschäftigen. 3. Variabilität-Konstanz: Die Umwandlung eines problemarmen in ein problemhaltiges Feld, das Schüler zum Mitdenken anregt, basiert im allgemeinen auf dem Erfassen einer Abweichung (Variabilität) von einer Konstanten. Sie ermöglicht den für jedes Denken grundlegenden Vorgang des Vergleichens und des Feststellens einer bislang unerklärten Veränderung. Das Vorbereiten einer Variabilität-Konstanz-Situation ist heikel, weil die Lehrkraft – in gestaltpsychologischer Diktion – das Nullniveau des Bezugssystems des Schülers vorwegnehmen muß, um von dorther eine Variation festzulegen. (Beispiel) 1. Der Stundenverlauf und der Denkfortschritt der Schüler Die geistige Auseinandersetzung mit dem Lernstoff bestimmt den Verlauf einer Unterrichtsstunde. Die Fragen und Probleme der Schüler und ihre Zugangsweise zum Lerninhalt bestimmen, was in einer Schulstunde geschieht. Deshalb ist der Stundenablauf variabel und nicht völlig planbar. Um die Denkprozesse trotzdem sachgerecht anzuregen, muß die Lehrkraft den aktuellen Verlauf der Denkprozesse der Schüler anhand ihrer Äußerungen und Handlungen beobachten und beschreiben können. Heuristisches Mittel dafür können die Komponenten eines Problemlöseprozesses sein. Der Unterrichtsverlauf kann so unter den Gesichtspunkten – der dynamischen Komponenten, also Ziel/Aufgabe, Material, Lösungsablauf – der Operationen des Denkens, also des strukturellen Gegebenseins der Inhalte beim Schüler und – der heuristischen Methoden analysiert und geklärt werden. 1. Die organisierenden Mittel: Sozial- und Handlungsformen Die dritte Komponente des Unterrichts sind die organisierenden Mittel, die die Erarbeitung der Inhalte und die Interaktion der am Unterricht beteiligten Personen regeln. Dazu zählen die sogenannten Sozial- und Handlungsformen: – Sozialformen bezeichnen die Interaktionsformen zwischen Lehrern und Schülern und Schülern untereinander. Dazu zählen z.B. der Frontalunterricht, die Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit oder das Unterrichtsgespräch. – Handlungsformen heißen nach bestimmten Regeln durchgeführte Lernsequenzen im Unterricht. Sie beschreiben die Art und Weise, wie die Inhalte erarbeitet werden. Dazu zählen Vortrag, Diskurs, Problemerarbeitung, Aufgabenformulierung usw. Eine Lehrkraft hat im Sinne des demokratischen Verfahrens von Kurt Lewin vor allem beratende Funktion. Die Art und Weise der Beratung wirkt sich auch auf die Denkprozesse von Schülern aus. So können Fragen die Aufmerksamkeit von Schülern in angemessener oder unangemessener Form lenken. Ähnliches gilt für die Organisation der Zusammenarbeit der Schüler. Wie lassen sich die genannten Komponenten des produktiven Denkens und die Komponenten des Unterrichts miteinander verbinden? 1. Der ‚didaktische Kegel‘: Zur Koordination von Lernprozessen und Organisation des Unterrichts Im folgenden wird der Zusammenhang zwischen einsichtigem Lernen und didaktischer Organisation formalisiert und im didaktischen Kegel dargestellt. Zweck dieser Formalisierung ist einerseits, auf weiterführende denkpsychologische und unterrichtsmethodische Forschungsfragen aufmerksam zu machen. Andererseits kann dies ein Instrument für die Hand des Lehrers sein, das ihm eine präzisere Beurteilung der Denkfortschritte eines Schülers ermöglicht. Die aus der gestalttheoretischen Analyse produktiven Denkens und der didaktischen Beschreibung der Organisation des Unterrichts gewonnenen Faktoren sind hierarchisch und funktional aufeinander bezogen. Sie werden hier in einem siebenstufigen didaktischen Kegel angeordnet (s.Abb.: 2): 1. Denkinhalt: Der Denkinhalt ist das, was Gegenstand des Denkens ist, also die Ziel/Aufgabe, das Material und der Lösungsverlauf. 2. Denkziel: Das Denkziel ist das, was im Hinblick auf den Denkinhalt erreicht werden soll, nämlich das Erfassen des Strukturgesetzes (des Sinnes eines Ganzen), das Analysieren der Struktur (Teil-Teil-und Teil-Ganzes-Beziehungen), der Vergleich mit einer anderen Struktur oder das Erzeugen einer neuer Struktur. 3. Operationen des Denkens: Die Denkoperationen sind Wandlungen am Gegebenen, also die phänomenalen Veränderungen des Denkinhaltes, z.B. das Umzentrieren. 4. Heuristische Fragen: Der eben genannte Wandlungsprozeß kann durch Problemlösetechniken unterstützt werden. 5. Handlungsformen: Die Handlungsformen legen fest, wie der Stoff erarbeitet wird. 6. Sozialformen: Die Sozialformen bestimmen die Zusammenarbeit zwischen Schülern oder zwischen Schülern und Lehrern. 7. Strukturierung des Stoffes: Der Lernstoff ist so zu gestalten, daß er das produktive Denken anregt. Dazu sind Komplexität, Abstraktionsgrad und Anmutungsweise zu berücksichtigen. Jede Stufe ist horizontal in verschiedene, inhaltlich definierte Komponenten eingeteilt (s.Abb.: 3). Zwischen den Stufen des Kegels herrscht ein dynamisch-hierarchisches Verhältnis im Sinne von Forderung und Erfüllung. Die Stufen des Denkinhalts, der Denkziele und der Denkoperationen laufen im Schüler ab und sind nur erkennbar, wenn ein Schüler sie benennt oder darstellt. Daraus, wie der Denkinhalt gegeben ist, etwa das Verständnis der Aufgabe, leiten sich Forderungen an die Denkziele ab im Hinblick auf das präzisere Erfassen der Struktur oder das bessere Erfassen des Strukturgesetzes. Diesem sind Denkoperationen zugeordnet, also jene Veränderungen, die der Gegenstand im Laufe seiner geistigen Durchdringung erfährt. Das Eindringen in den Sachverhalt, das Erfassen des Strukturgesetzes und der Struktur kann durch heuristische gefördert werden. Hat ein Schüler das Lernen gelernt, wird er mit diesen Fragen selbständig arbeiten. Sie können auch vom Lehrer gestellt werden. Den jeweiligen Denkzielen können entweder vom Lehrer oder Schüler spezifische Handlungsformen zugeordnet werden. Dazu zählen u.a. das Erzählen, das Vortragen, der Diskurs, aber auch die Meditation oder das Spielen. Muß sich der Schüler in seinem Denken auf den Sachverhalt einspielen, können meditative Verfahren oder Formen der Bildbetrachtung wichtig sein. Ist die Struktur zu klären, werden Handlungsformen gewählt, die das Strukturieren in den Mittelpunkt stellen, etwa der Diskurs, der Vortrag oder das Erzählen. Sind Schüler geübt, können sie die Handlungsformen selbständig wählen. Den Handlungsformen können nun sachlich gebotene Sozialformen zugeordnet werden: Es ist klar, daß die meditative Betrachtung vor allem eine Aufgabe des Einzelnen ist, während der Diskurs eine Gruppe voraussetzt. Die Strukturierung des Stoffes hinsichtlich seiner Komplexität, etwa der Anzahl der Hierarchieebenen, oder seines Abstraktionsgrades, z.B. lebenspraktische Problemdarstellung, ist im Hinblick z.B. auf die Forderungen der Analyse des Materials vorzunehmen. Sind Schüler in der Materialanalyse geübter, kann z.B. die Komplexität des Materials erhöht werden, sind sie weniger geübt, dann kann sie verringert werden. Jeder Ebene des didaktischen Kegels können Leitfragen zugeordnet werden, die der Analyse der Denkergebnisse und Denkschwierigkeiten dienen (s. Tabelle I). Ebene Leitfrage Denkinhalt Was bedenkt der Schüler gerade? Erarbeitet er die Aufgabe, das Material oder den Lösungsablauf? Denkziel Was muß er im Hinblick auf den Denkinhalt leisten? Ist ihm die Aufgabe klar? Hat er deren Sinn erfaßt? Stimmt die von ihm beschriebene Struktur mit der Struktur der Sache überein? Muß er eine neue Zielstruktur entwickeln? Kann er die Zielstruktur mit der Materialstruktur vergleichen und so mögliche Lücken entdecken? Operationen des Denkens Wie strukturiert er den Denkinhalt? Wie zentriert, gliedert usw. er die Sachlage? Heuristische Fragen Welche Problemlösetechniken setzt er ein, welche sollte er einsetzen? Sozialformen Welche Formen der Zusammen- oder Einzelarbeit sind jetzt angemessen. Wie sollten Schüler und Lehrer jetzt zusammenarbeiten? Ist z.B. ein Klassengespräch besser, um eine Aufgabenstellung zu entdecken? Handlungsformen Welche Handlungsformen können die Klärung der Denkinhalte unterstützen? Ist z.B. eine fragende oder darbietende Arbeitsphase notwendig. Strukturierung des Stoffes Wie komplex ist der Stoff? Welche Teile und Funktionen erfaßt ein Schüler, welche Hierarchieebenen? Wie wirkt der Stoff auf den Schüler? Der Zusammenhang zwischen den Leitfragen und den Ebenen des didaktischen Kegels verdeutlicht, daß auch intrapsychische Prozesse durch genaue Beobachtung der Schüleräußerungen und des Schülerverhaltens hinreichend genau erschlossen werden können, um den Unterricht schüler- und sachangemessen organisieren zu können. 1. Ausblick: Forschungsfragen Der hier vorgestellte didaktische Kegel ist bislang nur ein heuristisches Modell, das den Zusammenhang zwischen Unterrichtsorganisation und den Prozessen des einsichtigen Lernens zu formalisieren versucht. Er kann verdeutlichen, daß die Anregung einsichtigen Lernens eine komplexere Aufgabe ist als es das bloße Vermitteln von Merkstoff darstellt. Ich bin mir bewußt, daß bislang emotionale und volitonale Faktoren hier noch nicht integriert wurden. Das ist weiterer Forschungsarbeit vorbehalten. Erlauben Sie mir die Formulierung einiger künftiger Aufgaben und Forschungsfragen. – Lehrer sollten befähigt werden, die Gesetzmäßigkeiten des produktiven Denkens auf die Unterrichtsplanung anzuwenden. Das setzt die systematische Ausbildung von Lehramtsanwärtern in den Bereichen des Problemlösens, der Problemlösetechniken und der Analyse von Denkprozessen voraus. Dafür wären Curricula zu entwickeln. – Die Beobachtung und Analyse der Denkprozesse von Schülerinnen und Schüler gehört zu den wesentlichen Aufgaben eines Lehrers. Besonders schwierig ist dabei die Unterscheidung von Gesagtem und Gemeintem. Schüler behelfen sich oft mit ungenauen Umschreibungen, weil ihnen die Fachsprache fehlt. Das macht es schwierig, den sachlichen Gehalt ihrer Aussagen richtig zu beurteilen. Das richtige Deuten von Schüleräußerungen wird bislang in der Lehrerbildung nur sporadisch geübt. Dafür Kriterien und Techniken zu entwickeln, wäre eine wichtige Aufgabe der Unterrichtsforschung und der Psychologie. Nur hinzuweisen ist hier darauf, daß bislang das Verhalten von Schülern beobachtet wird, um Rückschlüsse auf Denkprozesse zu ziehen. — Hier kann vor allem die Erforschung von Bezugssystemen besondere Bedeutung erlangen. Sinnvoll wäre es unter formaler Perspektive, die Lehre von den Bezugssystemen unter dem Aspekt der kognitiven Entwicklung auszubauen und zu vertiefen. In gleicher Weise verdiente die materiale, also inhaltliche Erforschung der Bezugssysteme von Kindern und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit. Die bislang aus dem Bereich der Strukturtheorie vorgelegten Stufenmodelle scheinen – wenn man z.B. die Bereiche der Moralentwicklung oder der religiösen Entwicklung anschaut – weniger von den inneren Möglichkeiten des Heranwachsenden gedacht als von der Norm eines augenblicklich vorherrschenden Menschenbildes. – Eine wesentliche Aufgabe einer Lehrkraft ist es, das Interesse von Schülern für eine Sache zu wecken, also »Varibilität-Konstanz-Situationen« zu erzeugen bzw. ein problemarmes in ein problemhaltiges Feld zu verwandeln. Bislang gibt es dafür vor allem die pädagogischen Experten geläufigen Vorschläge wie die von Martin Wagenschein, Friedrich Copei oder Maria Montessori. Im Grunde haben ihre Hinweise die universitäre Lehrerbildung nur begrenzt erreicht. Das liegt einerseits daran, daß eine Systematisierung und Erforschung der hier zugrundeliegenden psychischen Gesetzmäßigkeiten und ihre Beziehungen zur Organisation des Stoffes nocht nicht hinreichend geklärt sind. Andererseits befassen sich diese Vorschläge mit wenigen Ausnahmen mit naturwissenschaftlichen Fächern. Vergleichbare Überlegungen sollten für geisteswissenschaftliche Fächer wie Deutsch, Geschichte, Religion oder Philosophie oder für berufspraktische Fächer an beruflichen Schulen erstellt werden. Die Gestaltpsychologie kann m.E. wichtige Beiträge zur Verbesserung der Lehr/Lernprozesse liefern. Vor allem die Befunde ihres ureigensten Gebietes, der Erforschung des produktiven Denkens, könnten helfen, die Lernprozesse bei Schülern besser zu verstehen. Das scheint mir unverzichtbar, um das bei uns derzeit so heftig kritisierte Lernen in der Schule auf einer substantiellen Ebene zu verbessern. Sie darauf hinzuweisen und anzuregen, Forschungskapazitäten dafür zur Verfügung zu stellen, wäre eine der schönsten Früchte meines Vortrags. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. Einsichtiges Lernen und Unterrichtsmethoden 1 Einleitung 1 1 Der ‚gelenkte Unterricht‘ als Standardmethode 2 2 Die gestaltpsychologische Lehre vom produktiven Denken 3 2.1 Ziel/Aufgabe, Material und Lösungsablauf als dynamisch wirksame Faktoren in Problemlöseprozessen 3 2.2 Die Operationen des Denkens als strukturelle Veränderungen des Gegebenen 4 2.3 Problemelösetechniken: Die ‚heuristischen Methoden‘ Dunckers als Strategien zur Durchdringung von Problemsituationen 5 3 Einsichtiges Lernen und die Organisation des Unterrichts 6 3.1 Der Lerninhalt und seine Strukturierung 6 3.2 Der Stundenverlauf und der Denkfortschritt der Schüler 7 3.3 Die organisierenden Mittel: Sozial- und Handlungsformen 8 3.4 Der ‚didaktische Kegel‘: Zur Koordination von Lernprozessen und Organisation des Unterrichts 8 4 Ausblick: Forschungsfragen 12 1. Man wäre fast versucht zu sagen: »Die Schule würde wunderbar funktionieren, wenn es bloß die Schüler nicht gäbe.« Vollständiger Text= http://www.einsichtiges-lernen.de/x3.htm

· Kunst-Platzen
.. und vor allem für Menschen die nicht unbedingt „KÜNSTLER,s°“ -werden wollen, sondern auch Gesellschaft&Kunst hinterfragen bzw. immer schon eine weitereichende SICHT zum Kunst-Begriff (Künstler etc.) hatten:: l’art pour l’art ist heute eher was für „ästhetisierende Zwangsjacken“ -ohne Verbindung zum wirklichen Leben… Zumindest sollte der Impetus dann doch soviel SPUREN in der Gesellschaft hinterlassen bzw. einleiten: das das „Schöne“ nicht nur im Museum getötet und zur geschmäcklerischen Kontemplation sprich zur „WohlfühlKrankheit“ mißbraucht wird: und die konnten noch malen etc…. und sich der BETRACHTER doppelt aus der gesellschaftlichen Verantwortung stehlen kann -in aller Eitelkeit und Selbstbezüglichkeit der doch armen verkannten Genies der Vergangenheit und posthum geheuchelter Betroffenheit.. Der Genie-Begriff scheint mit Picasso gestorben.. – aus dem Begriff und seinem klischeehaften -im Widerhall von beliebiger Ausdeutung, auf das vermeintlich schöne reduziert… da gibt es eine Menge interessanter Beispiele… (Bei allen GROßEN wie KLEINEN K,s) siehe unter anderm Hans Platschek: ich kenne keine STARS – nur den GRÜNEN und den GRAUEN!!! („Engel bringt das gewünschte“, – oder Maler wie Courbet und Constable:: (die Schule von Barbizon) :: …“Die Verherrlichung der Natur und des einfachen ländlichen Lebens hatte einen sozialkritischen Unterton, der sich gegen die Moderne industrielle Entwicklung und das künstliche, hektische Leben der Großstädte richtete. Ihre republikanischen Sympathien zeichneten einen gewissen ERfolg nach der Revolution von 1848 als der REalismus die romantischen Sujets verdrängte“… (Zitat Ende) -für ein „anderes“ ARKADIEN:: reflexive des „Erfinders“ des Surrealismus= Andre Breton, Max Ernst, Mondrian, Malewitsch, Duchamp da fängt die Fragestellung doch erst an..etc.pp) was sich daran nicht reflektiert – ist eigentlich Pille Palle = K-P Brehmer :: …“eigentlich bin ich Surrealist“… © 2003 Jörg Stange

· BaliSOS (Harry Bleckert u.a.)
Om Swastiastu, For the 2nd time now BaliSOS‘ „authority to request public financial reports from all Bali Recovery Groups“ was questioned in public. This is a saddening experience, since the answer is simple: The authority to request financial reports for publishing, or to receive information where to find these reports published on the Web, the authority to ask for reviewing accounts of social aid groups and Bali related NGOs is nothing but what you consider the authority implied by universal Ethics and the authority of the general public and of myself as being part of the Community on Bali. If one does not consider public interest in the finances of social aid organisations justified, then BaliSOS has no right to request any financial reports. It must be assumed that those organizations who refuse publishing detailed reports have reason to hide financial facts. Indonesia and hence Bali is regarded as Top Ten in globalk corruption. Many people do not trust social organisations and assume corruption and misuse. Hence it is not sufficient to pay auditors (they maybe corrupt or not), publish 20 big numbers in print media and invite top players to 5-star hotel buffets. Transparency, detailed public reports and open accounting is required to deserve trust! In the midst of pain, grief and destaster following the Kuta bombings we shared a wonderful experience: Thousands of individuals here on Bali, native Balinese, indonesian transmigrants and foreigners living here alike, rushed to Kuta bomb site or to Sanglah hospital because they felt an urge to help the wounded and to care for the families of the murdered, felt obliged to do whatever they could to help. Thousands were refused as helpers, more than 1,000 volunteers where accepted by their acts or by „coordinators“ and helped for many days. In the beginning it was mainly individuals, not groups and organizations, who donated their time and energy, who suffered in the morgue and at the bomb site, who donated food to victims and volunteers. It was some NGOs and other social aid organizations, some diplomats and corporate executives, who made sure their contributions were registered by media and praised in public. Most of the volunteers were not aware of any of these organizations being as such actively helping immediately after the bombing. It was organizations who received donations and funding, much of it being sent from or raised outside of Bali. Everyone should praise non-profit social organizations who often do not pay salaries but rather depend on volunteer work. They assessed and organized medium and long term aid to bomb victims. They supported and continue to support victims untill today and continue to do so many beneficial things for the people of Bali. All NGOs who joined under the umbrella of the Bali Recovery Group in October 2002, agreed to provide complete transparency and publish reports. The public is waiting for these reports! Non-profit organizations should never ever question anybody’s authority to request their financial reports or to review their accounts. Lawyers who do not understand „What type of legal capacity/position/authority that BALI SOS has, that enable it to request such a „financial report“ from all Bali Recovery groups“ should according to their religion seek spiritual guidance and need to open dictionaries to read about ethics and morals. Please proof me wrong or support the cause of transparency and help block corruption and misuse! Contact responsible persons in social aid organizations and pledge them to open their accounting to the public! Help NGOs to eradicate any possibility of misuse or corruption and unjust considerations by urging them to publish detailed reports! Last not least: GUS supplied financial reports yesterday. Thanks Norm! That raises the number of reports to be published on BaliSOS website to 4. Yayasan Ibu Peduli’s request regarding BaliSOS‘ financial reports: BaliSOS received donations only for the period from Oct. 16 – Oct. 22, 2002, when BaliSOS guranteed Food, beverages and uitilities for all victims, families and volunteers in Sanglah hospital. The financial report October 2002 covers this period. The complete accounting was published on http://www.BaliSOS.com on Nov. 1, 2002 and shows that donations did not cover expenses. Other than that, BaliSOS is, was and shall be 100% self funded. Publishing financial reports for other periods would only explain BaliSOS self sponsored total expenses. BaliSOS will not spent anything on advertisement, auditors and hotel buffets to prove BaliSOS‘ accounting right. Everyone with doubts is invited to review receipts in our office. Ibu Lala from Yayasan Ibu Peduli reviewed all receipts of BaliSOS already in October 2002, received a copy of the report and collected copies of all purchase receipts. Question to Ibu Peduli: May BaliSOS publish Ibu Peduli’s report as received here on November 3, 2002 ? Greetings Made Sambu (Harry Bleckert) PS: Please see some related mail messages as pasted below in chronological order This mailing list includes about 500 mail addresses of responsible individuals, non-profit organizations, diplomatic agencies, government departments and journalists. Please click here if you want to be removed from this list Coordinator BaliSOS Group Please visit BaliSOS.com frequently Jl. Raya Seminyak 14, Seminyak, Kuta, 80361 Bali Phone Hotline: +62 (361) 731-130 or +62 (818) 357-726 —– Original Message —– From: BaliSOS To: Norm van’tHoff Sent: Wednesday, October 08, 2003 17:41 Subject: Re: Request for Financial Reports Om Swastiastu Norm, Thanks again for sending your reports and supporting the cause of transparency and honesty. I just opened the files you attached. We shall publish them on the respective section of http://www.BaliSOS.com Later today BaliSOS will send another mail to the big recovery group mailing list. Some basic considerations about financial reports will be outlined there. There are absolutely no limits on size of documents or other content on BaliSOS website. Please do provide more detailed information. Complete lists of donors (name, date, purpose, amount) seem to be most important, as they enable every single donor to validate contributions hence make it clear that the published amount of donations is not missing anything. Complete accounting details would also be helpful, at least on some exemplary accounts. We will publish updates on BaliSOS after October 12, whereafter BaliSOS will be supported by two additional very motivated fulltime balinese members. Greetings I Made Sambu (Harry) for BaliSOS Group —– Original Message —– From: Norm van’tHoff To: BaliSOS Sent: Wednesday, October 08, 2003 13:44 Subject: Re: Request for Financial Reports Hello Harry, I’ve attached some more financial reports – not too detailed, but still usefull I hope. Complete financial records contain a lot of information, so perhaps we should focus on those pieces of information most frequently sought. I’ve been thinking about it, and it occurs to me that one of the things people might like to know, is what % of aid grants have gone to administration ie to GUS. With this in mind, I’ll get our book-keepers to put together some information showing exactly what has gone where. Give me a couple of days for this, we’re really busy right now with new AUSaid projects, our regular programs and the Kuta Karnival. I’m interested in your suggestions on this subject (publishing financial reports on the internet)… what are we trying to achieve, and how do we best achieve it? For eg, I could do a brief story on each major project, with a photo (?), and a brief breakdown of the total grant from (say) USaid, with how much went to admin, how much to capitol works, materials etc etc. I assume however, that there’s a limit on the ammount of information we can post on (your site), so perhaps you could give me some guidance on this. tks and regards Norm —– Original Message —– From: Norm van’tHoff (on behalf of GUS) To: BaliSOS Sent: Tuesday, October 07, 2003 15:23 Subject: Re: Request for Financial Reports Dear Harry, I’m embarrassed that I didn’t follow up on this a long time ago. I think it’s proper for all of us (NGO’s, LSM’s) to be fully accountable, and anything we can do to encourage transparency is worth doing. I have a lot of respect for Bali Hati, and Viebeke from Parum Samigita also advised me, some time ago, that this is an appropriate thing to do. Our policy in GUS is one of complete transparency – and we are building an accounting system, and a culture which supports this principle. Please find attached, an ‚at a glance‘ summary of our finances plus a brief summary of our projects and programs. I had a more complete financial summary prepared for you, but it’s (temporarily) dissappeared into computer-land. We’ll get it back, and send it to later today or tomorrow at the latest. Thank you for providing this service, as far as I can see, it can only help us build trust with potential supporters and donors, in the future. yours, Norm – on behalf of GUS Subject: Fwd: Re Wanted: Financial Reports for publishing on the Web Dear All, A Lawyer friend of mine saw this e mail, A question arised; What type of legal capacity/position/authority that BALI SOS has, that enable it to request such a „financial report“ from all Bali Recovery groups? Did all groups give a legal authority to Bali SOS? If that’s what happened, than it is true that all groups are obliged to give their financial report to BALI SOS. If that’s not the case, then we may perceive Bali SOS’s request as a reminder for all parties, including BALI SOS, to publish a full financial report (verified by a chartered public accountant) in a national/international printed media. Regards Ibu Peduli Bali Note: forwarded message attached. —– Original Message —– From: Geoff Thwaites (zero-to-one foundation) To: BaliSOS Sent: Sunday, October 05, 2003 14:35 Subject: Re: Financial Reports ???? Hi Made, I undestand your good intentions. By what authority do you assume review of accounts. I understand that the authority for this matter is the DEPSOS. Sri advised me that she had made monthly and sometimes weekly reports to DEPSOS. The other authorities relating to Zero to One Foundation are, The Australian Tax Office, Sate charity registration offices. Internaly, Zero to One Foundation reports to a Board of Directors who are responsible for its activities. Auditors for this foundation are KPMG who report to the Australian Government. Regards Geoff —– Original Message —– From: Tropical Building Systems (Mark Keatinge for YKIP) To: BaliSOS Cc: YKIP ; Ian White Sent: Sunday, October 05, 2003 01:15 Subject: Re: Wanted: Financial Reports for publishing on the Web Dear Harry, You obviously didn’t look very hard…….. what a pity. Please re examine YKIPS website and you will see the following auditors report and financial statements for YKIP for the previous financial year clearly available. Go to the drop down box at the top marked donations and you will find: http://www.ykip.org/dnt_acc_auditorsreport.asp and http://www.ykip.org/dnt_acc_finstatements.asp which have been there for some months Not only are these reports very complete and up to date to June 30, 2003, but they also are backed by a registered auditors report for the financial year ending 31 December, 2002. What more do you want????? It is certainly far more complete than your own financial report at Bali SOS Group and compares favourably with Bali Hati’s published report. To avoid any unwarranted criticisms of YKIP, I believe that it would be appropriate for you to re send your email to all the original recipients identifying this oversight of yours in your original criticism. regards Mark Keatinge YKIP KIDS —– Original Message —– From: BaliSOS To: Bali Recovery Group Sent: Saturday, October 04, 2003 01:12 Subject: Wanted: Financial Reports for publishing on the Web Subject: Financial Reports for Publishing on the Web Om Swastiastu Dear Friends of Bali, We would appreciate your assistance with NGOs and foundations being active on Bali, to help them understand the importance of transparency and of publishing detailed financial reports. Here on Bali, part of Indonesia, known to be top ranking in global coruption statistics, we must insist on a maximum of transparency and openess. Where can we find your financial reports for 2002 and if possible some reporting for this year ? To our best knowledge, Bali Hati Foundation and BaliSOS Group are the only NGOs who already published detailed Financial Reports. We failed to find any financial reports of NGOs being active on Bali at other websites. The reports should at least specify total amount of donations or other funds received and total spendings, with separate section for administrative and operative spendings (Cash Flow Report). Your reports will be linked to or published on BaliSOS.com . Greetings Made Sambu (Harry Bleckert) Coordinator BaliSOS Group Please visit BaliSOS.com frequently Jl. Raya Seminyak 14, Seminyak, Kuta, 80361 Bali Phone Hotline: +62 (361) 731-130 or +62 (818) 357-726 —– Original Message —– From: BaliSOS To: Bali Recovery Group Sent: Thursday, May 22, 2003 00:29 Subject: Request for Financial Reports To all Organisations engaged in Bomb Victim Care or other Bali Recovery Activities: Please let us have your Financial Reports for Publication on http://www.BaliSOS.com . BaliSOS is dedicated to help make all recovery related activities more transparent thus preventing any potential for missuse of donated funds. Please email reports to: admin@BaliSOS.com Greetings Made Sambu (Harry Bleckert) Coordinator Bali SOS Group

· Ist Hopi drin?
Die Re:ANIMA des PARAprinzips: nicht nur bei den HOPI auch über den Peyote-Kult =“Artaud,s Reise zu den Mayas“= (Als Regisseur und Autor Anschluß an die Surrealisten) http://www.kokhavivpublications.com/kuckuck/review/kkk1314_33.html Aby Warburg,s: Mnemosyme= Hopi-Kult= HeilungsTanz wurden über den Philosophen und Kunstwissenschaftler Gunnar F. Gerlach durch VORuptexte in den >SPUREN< u.a (Verlag in Regensburg Produktion Hfbk Hamburg) aufgearbeitet und als mediale SteilVORlage transformiert (eine gewisse mediale Diskurshoheit ist hier (WOHL) zu vermelden und NESS als BOHREN.de ..:: Alles muß sich ändern“ zwischen „ALLES und NICHTS“ = und was ist das eigentlich das NICHTS?…(UNIversal-Diskurs durch Universal-Skulptur (Cone a Kegel)= denken zwischen RIß & LÜCKE etc. pp) Ausstellung nein eher Einstellung im Westwerk etc, des letzten Monats- und in den letzten Jahren im WOANDERS: wo wars denn noch(?) aber leeesBAR: LESBAR als TRANS und Transzendens geistiger Stringenz der ANIMA.. Ein MorseMet der anderen Art, wider entleerter Konzeptkastenkunst sozusagen und wenn Intuition im Sinne Joseph Beuys,sens Intuitions-Kasten- des erweiterten und nun auch noch mal extra gesprengten traditionellen Kunstbegriffs-:: Die reanimierte und in ihren Kontexten übergreifend iin Reminizenz an Serge Tretjakovs und Walter Benjamin, Brecht etc… „operative Kunst“ wider dem eingefahrenen Produktionsbegriff und ihrer Mittel der Hinterfragung von umbettet People vorm Hintergrund gleichgeschalteter „lullischer sensorischer Deprivation“: geleitet zu einem anderen Gestaltungsbegriff -als KonterGarant sozusagen wider des Maut u. Mainstream des „KAUFT MICH“ =es den Menschen vorzugaukeln suchen…:: „Also kaufen wir uns das KAUFEN“ und nehmen gleich das ganze Kaufhaus als Ready-Made in der ANDEREN Abfrage (Marcel Duchamp: siehe Duchamp und Gerlach im Internet)= ist alles eine Frage der ÜBERSETZUNG und vieles mehr Meer… Die „Kunst als alchemistische und (schamanistische) Kathedrale“ und eingreifendes Zeichenbrett der Wahrnehmung… Puh… kann man so sagen, oder? Wie kommst du eigentlich zu den Hopi? Über Kinder- und JugendAugen? Die Gefahr besteht ja auch immer das um den eigenen Bauchnabel kreisende „Esoteriker“ -wie im Gästebuch (der HopI ) mitschwingt eine völlig irrige Sicht von indianischen Kulturen oder anderen (REST)-Kulturvölkern bräsig vermischen und verklären- da wird KAKTUS zum Weichei und Kupfer zur falschen Kegelschnecke… und zum falschen DOPPEL(T)… Und ein „mythischer STEIN“ zum Well-NESS-Gipfel verklärter Sinnlichkeit?¿… (Die Wohl-Fühl-Krankheit: Roy Lichtenstein=Spiegel-Titel) Hoffe!-habe Dich/Euch damit nicht gelangweilt… und pssst!!! nicht weitersagen… es sein denn gegen Beliebigkeit und WILLKÜR in Amt und Pseudo-WÜRDEn politischer DEKADENZ und ARROGANZ.. ©° ist 2003

· Ist Hopi drin ? (II)
Imaginäre Welten im virtuellen Ge(h)flirre… ist ::? hi jor, > natürlich hast du recht, ein gästebuch beeinflusst die homepage, und es sollte > in der westlichen welt erlernbar sein zwischen den zeilen zu lesen / hören. > die tatsache ist jedoch das in unserer kultur das alles schnee von gestern > ist. > meine seite soll den betrachter dahingehend zurückführen, sich zu erinnern was > einst mal da gewesen war, weil ich der meinung bin das uns ein grosser teil > an intuition verloren gegangen ist. > die lebensweise der indianer scheint mir dafür genau die richtige zu sein. > meine site ist bestimmt nicht das richtige für rationalisten – bin der meinung > das man solchen menschen, die kultur und auch die anderer völker, für > spinnerrei halten, auf solchem wege nicht zu helfen ist. aber schau dich mal > in deutschland um — > viele rennen in die kirche, ihren glauben zu bezeugen, -manche tuns nur um ein > akzeptabeler teil der gesellschaft zu werden / bleiben. und würde vor der > kirche ein obdachloser sitzen, so würde bestimmt mehr als deei hälfte der > gläubigen an ihm vorbeilaufen – die armut in deutschland wächt aus einem > missstand heraus – wir haben nicht begriffen wie weit die > zwischenmenschlichen beziehungen gehen können / dürfen, aber wir denken, wir > seien fertig mit diesem thema. > deutschlands motto. „machst geld – biste wer “ / „haste keins – gibts dich > nicht“ angespornt von der „reichen überheblichkeit“ sind wir nicht anderes > als nachahmungstäter. > das herz ist lediglich noch das organ was uns am leben hält. es regiert der > kopf. > gruß stefan Hi Stefan, der globalisierte Wahnsinn – die kapitale Indoktrination als Krankheit- und signifikantes Lügen-Gebäude ?, verschleierter Hintergründe in Unterschlagung eigentlicher ABsichten.. (u.a. Profit over Poeple= Noam Chomsky: auch auf Deutsch) durch Narzismus, Gleichschaltung und Beliebigkeit, Egomanie und Ausbeutung als ERgebnis= sind Grundbegriffe dieses Zustandes… (Händler der Armut, Buchtitel 80ziger Jahre) Der gegenwärtige DIsKURS ausgehend von „frei assoziierten Kräften“ in Wissenschaft, (Film)-Kunst, Theater, die „operative Oper“, Literatur, (politischer) Philosophie, (-verstärkt durch >operativ-investigativer Gestaltungskraft in allen Kategorien<, um diesen Begriff des investigativen an dieser Stelle mal genannt zu haben= als multinationale Restbewegung eines „ethischen Auftrags“ (!)-versuchen -subversiv (im Sinne von Aufklärung ! übers Vor&Zurück) …ein bißchen mehr „fürs wirkliche LEBEN eben“, zu leisten – zu ÄNDERN -.. medial über erweiterte Zeichensysteme (semantisch-semiotisch) mit verknüpften (sinnstiftenden) Inhalten (in allen Formaten incl. „operativ-mediale Einsprengsel“ bis in die TAlk Show u. der „Berliner Puppenkiste“ in ECHTZEIT.. möglichyxst produktiv am Thema bleibend, Hintergründe auslotend- mit Wiedererkennungszeichen als transformierte „DoppelHelix“ als Meta-Billard von der „TORTE bis zur TINTE“ von der ROSE bis zum RÜSSEL etc. (Was verstanden?, oder immer doch NICHTS verstanden?¿) Was hat der Kölner Dom mit der ägyptischen Pyramide zu tun?,- mit dem KIliMAnscharo; mit Pinokio, mit der Büroklammer, der SicherHeitsNadel auf/am DAch der WElt im Keller der Kelten, des Kaspars Tassen und Flaschen-Sammlung?¿ ParziWahl als PutzMittel und SPRUNG der Geschichte? Der SPINNER mit SEidenstraße- Baumwolle mit (FUß)-BALL …der Hutmacher mit POlitik am böhmischen BECKEN?= ,, -Es kommt (fern&nah) immer auf die SCHNITTMENGE an- fürs deutlichere des (temporären) Abgrunds und seiner ERhebung im VORwege … (Austausch braucht Zeichen- Zeichen brauchen Austausch= eingreifende Zeichensysterne) z.B. in der Moderation Fußball: „die Vorbereitung zum TOR war krumm und kriminell wie eine Banane“ etc -wird sozusagen als (KUNST)-Banane verbal gedrechselt -über „Bande“ gespielt.. die Werbung mit AMBIVALeNTEN Slogans unterlaufen..Die WErbung als Transportmittel= manchmal etwas schräger „zwischenzwinkernd“ und GEKLAMMERT -aus der „Kegel-Perspektive“ der „anderen GipfelDeutung“ und „DOPPEL-ÖHRIGKEIT“ erst auf den zweiten BLick oder der zweiten HASENNASE (MÖHRENbewußstein ist auch KLIMaforschung) …. War da was??:…“Nö! Bin schon Blöd merk nichts mehr“…. Frag DU mal den Architekten am Bau von EIGENzeit?… Dora Doris Dorie= Mensch&Landschaft mal anders: über das Leben abgefragt….: z.B. Max Liebermann mit seinen Netzflickerinnen nicht nun mal mehr einfach über Komposition und Farbe abhaken : sondern wie gings ihm politisch vor dem Hintergrund seines LEBENS&FREUNDESKREISkreis. Was hatte seine Kunst mit POlitik zu tun ??? als ein Beispiel etc.pp =Bei einer TASSE Kaffee oder Tee jeweils eine völlig andere VORaussetzung : im osszilieren der unterschiedlichen Stimmungs und Schwingungszustände= verwandter Büschelkiemer der SPRACHE und ihr AusDruck der Polivalenz an Gerinnungskraft?¿ …“Mein SteckenPferd heißt= DIES&DAS im Namen aller HÖRNER – zum TEUFEL noch mal- eh Nein ! eh BUDDHa eh oh oo „KUnzZT“ Und manchmal ein Häuptling ein Medizinmann und hält sich mit zwei Fingern die Ohren zu ZU -und das ElfenBein und die Form ?, Hörner? ists ein Elfer im „politischen Fußball“ -was sind Elfen für Geister -oder die ELF oder sowas mal sowas, etymologisch(?) in der Wortwanderung von da nach da durch das wo des AlpHorn-Blues? was?Was=Wasser.. Wase(r) tatsächlich nicht nur möglicherweise.. Als GESTALTUNGSKRAFT: Etymos Amen! Aber mal ehrlich, wer denkt schon darüber nach (VOR)- das die Klapperschlange als ero(T)ikatoxicologisches Wesen auch ein mediales Zeichenspiel sein könnte? Mit kooperierenden Textstellen? Als GLASperlenSPIEl (Hermann hESSE) =“Man versucht,s auch da wo sie nicht weglaufen wollen- können“: in der SeifenOPER.. ist „(H)Opi“ drin ?¿… © ist 2003

· ..schwarzsauer auf sülze
Fragen wir die „Toilettenfrau/Mann“ (?) der Hausherren latente Frauenbordell- weil Er/Sie sich nicht beteiligt hat -und das für die Stadt und seine BürgerInnen geborene Kind so einfach im Stich gelassen hat? So funkt in aller Trägheit oder eben seltenst in aller Aufrichtigkeit >die andere Befragung< -manchmal Platt manchmal dokumentarisch oder surmediAll- manchmal wird auch ein FUßFILM daraus.. An das Protokollrad: sammelts doch einfach mal die Gründe und auffälligen Abfälligkeiten punktuell und fragt übers NetzRad die Rechtsabteilung DIREKT der Senatskanzlei – die arbeitet doch auch für Hamburg.de (Sparkasse) wider die Beschleunigung im Interessenkonflikt?! und der Vor(lese)verzögerung ohne Verlagswesen -aber als indifferentes Korsett (?) mit falschen KuhTipps und TippExe- VORschlägen wegen u.a. „flätiger Begriffswelten“ an der HochGlanz-Fassade? Sorry! mußte mal raus als FraGen… Nur Sechzig Fragen -mehr oder weniger (!) sind doch bei eurer Agronomie leicht zu händeln, oder? Damit dieses leidige Thema sich auflöst -oder endlich relative Bewältigung erfährt und mehr Raum fürs eigentliche DENKEN FÜHLEN und HANDELN läßt… Als LEXIKON un/verbesserlicher Krnakheiten im Optimaten-Gehege… Ists heute Mittwoch? Nein ! Bits Bytes Geh-Triebe der Uneigentlichkeit mit VORverlegter Deprivation… schon eher wesentlich -im Möglicherweise der Mikrowelle.. Damit die Pharmacie (italienisch gesprochen!) noch Krankheit mehr katalogisieren kann … Das „Bits and Bytes Syndrom“ leicht gemacht schwerlich zu entsorgen- auch kaufen leicht gemacht -bevor wirs euch selber tun in diskreter DIStanz… Schon der Lehrer Schieles (Gustave Moreau) hat durch seinen ehemaligen Schüler (zum Thema) akribischer Detailtreue erkannt : …“hätte ich weniger die Details obsessioniert -wäre ich weiter gekommen“… Juristen lernen auch in der Hauptsache von ihren Probanten -überlassen wir ihnen die Detailtreue?… : Hätte Moreau Mondrian oder Malewitsch mitreflektieren können -hätte die Erkenntnis auch noch gestimmt…. Malewitsch ist ganz nah : Die Schweriner Sammlung im Schweriner Schloß: http://www.museum-schwerin.de das schwarze und das weiße Quadrat war auch in der Hamburger Kunsthalle und der Revolutionsturm von Tatlin in Museum für Kunst und Gewerbe politischer Billard incl…. nicht all zu weit vom PC entfernt: Bewegungsfreiheiten erfordern alle Gliedmaßen…. Ist manchmal so… sollte öfter sein- ab ins Theater in die engaierte OPER u.s.w. Der Kopf wird freier und das HERZ wird weiter… Wiiirklich!!! Ein Plädoyier für eine „Lebens-Versicherung“ Bewegungsgebeutelter User wäre sonst Fazit:- eine neue Krankheit? Pharma erfindet Krankheit und die passende UserPille?!- jedes Detail ein/kein Delikt? Erst süchtig machen lassen und dann keine alternativen Hostessen im Park-nur Porn.O auf 0190: „Gebt Leben zurück“? Das Leben am Haken der Garderobe aus Bits und Bytes- aber weiter kommt KEINER (!) -virtuelle Bannmeile..STOP STOP und dann der tiefe Fall- weil sich in Wirklichkeit nichts bewegt- bis auf den Verlust des Sinnlichen in der VirulentenSuppe… (Comik)-Pausen sind Abstände sind Freiräume–Nichts im Anderenräume= sollte so?! Inhaltlich und konstruktiv auch poetisch (kommt ja vor) gibt es doch wirklich ab und an- vielleicht doch noch was EXTRA tun – ein BRIEF als kritisches Gestalt-SuPPen(e)strata? könnte immer öfter? von den „RICHTIGEN“ also aufrichtigen (Journalisten) gelesen= Aber die werden ja auch gekürzt in der URsprünglichen Fassung! Dennoch bleibt etwas hängen und mäandert sich mit auch mehr oder minder in dem Summserum-möglicherweise- doch auch tatsächlich!!!…. In der Quote als Quinte denn auch leider in der Regel: für den ZeitWolf und als AUSBEUTUNG des medial-strategischen-pseudo-Diskurses -eher als Lästig neben dem Mautstream (?) ein bißchen Schwimmen-von allen Ungereimtheiten ablenkendes(?) weil uns nichts mehr einfällt? Stimmt das? Ein bißchen RE:volvolution spielen?! Was ist eigentlich EIGENZEIT???… Was ist was? für die meisten ein unlesbares Zeichenbrett… für angehauchte FREIDENKER: aber auch paralell mindestens doppelt lesbar bei den zwischen den Zeilen-lesern…. DA gibt ES auch Gewandgewundenes und die wabernde Wabe und gültig Honig(Bier) auch MET genannt als multiples EingreifTruppen-Gehtränk als substanzielles durch u.a. DIE Band verflüssigt für den TRANSport und den GerinnungsGrad im Bau -wider die Beliebigkeit und Stupidität am P(O)OL (Willy Nelson und Jonny Cash,s= >one million dollars<= für die Wunde am Arm in Vietnam RE: 19967-1997-2003 TV) -manchmal schon ein bißchen Licht und Wärme hinter der WegBiegung des was siehst du-(?)-NICHTS beim (neuen) wiederhören… ALLES Täuschung?, ja/nein alles Täuschung???!!! beim flanieren -durchs Flanell gebrochen- PREISelBeeren im Dutzend billiger!! PREIset Preiset lieber Riß & Lücke -und reintun= das andere TORE schießen!!!….. Meinungen oder Behauptungen etc. retten nichts… Wer hat eigentlich das Schwarz geboren? FrustFaktor: Warum überhaupt ? Für WEN ? für WAS? Wofür? ist doch sowieso alles BELIEBIG: wachsene Stadt ?für WEN? etc. :Zweifelorden? Keiner DA? Unterlassungsorden? ethisch religiös im höheren Sinne ? Fehlanzeige! -in Politik und (BLUT) saugend-gängelder Wirtschaft??? Aber Empfind- und Befindlichkeiten pseudosozial egomanisch über die Bande gelogen : Taschenbillard für geadelte Doppel-Namen und eigentlicher oportuner Heimzöglinge auf den Hauptseiten einer geistig zunehmend verwaisenden MetroMegaPole des organisierten WAHnSINNS?.. Was ist das ? Bei Dudel geh Daddel geht nach 20zig Minuten der ganz normale TÜR-Fenster-Film los -repräsantativ für den Rest des Landes? … Bei KuhTipp Nietzsche fragen!!! sagt keiner mit geltungssüchtigem Doppel-Syndrom und Profil-Neu_ROSE: Einerseits Lügen Andererseits Immobilien sammeln in den VORstandsetagen? Was ist noch unschärfer oder undeutlicher an plakativer Verhonepeopelung??? übers merz.com unlauterer Frohlockungen der KONZERNE.. Im MÄRZEN die Bauern…-wir warten sind ja noch jung im MerzZoo… aber mittlerweile Schwarz-Sauer auf Sülze © ist 2003

· MENSCHENBILDER aus dem >clair-obscur< Birgit Dunkel
* EINLADUNG ZUR AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG *

MENSCHENBILDER aus dem >clair-obscur< von Birgit Dunkel Fotografien und Zeichnungen aus 2 Jahrzehnten

*** ERÖFFNUNG am FREITAG, den 17. OKTOBER ab 19 Uhr *** Die Ausstellung findet in meinem bisherigen Atelier statt: Weidenallee 10 b (III.Stock) Künstlerhaus Hamburg, 20357 Hamburg Die künstlerische Produktion verläuft nicht linear, es gibt konzentrische Kreise, Überlagerungen, plötzliche Eruptionen und lange Schleifen. „Das Dunkle hellt sich auf, das Helle wird fleckig. Die Wirklichkeit ist gemischt, helldunkel.“ (Hannes Böhringer)

Die Ausstellung umfasst Arbeiten von 1983 – 2003, das sind frühe, z.T. nie gezeigte Zeichnungen und Fotografien, sowie Arbeiten aus den großen Zyklen „Blanche“ und“Madonnen“. Ein großer Querschnitt in einem kleinen Raum …

· GEDENK-BETON IN BERLIN [ST. DEGUSSA°]
„Gedenk-Beton in Berlin“ [ST. DEGUSSA°] Zum einen =Tradition ist älter als man selber ist! (man beachte hierzu den DEGUSSA Werbe-Slogan -benannt in der sueddeutschen Zeitung. dort gibt es im Archiv einen bemerkenswerten Artikel von Hans Leyendecker) Zum anderen gibt es keine positiven Belege darüber das sich die DEGUSSA in der „Verhältnismäßigkeit dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit“ adäquat auffällig zB. kulturfördernd in den gesellschaftspolitischen Kontext oder besser „sinnstiftenden Gestaltungsprozeß“ in nachvollziehbarer Kontinuität eingebracht hätte? Gewinnmaximierung heißt das Allheilmittel oder eher Gewaltenmittel…

Der systematisierte Massenmord an 6 Millionen Menschen in pervertierter Gleichschaltung des gesamten NS-Systems von massenhaft funktionierenden Funktionsträgern und ihren Erfüllungsgehilfen als Mittäter ist so ohne Beispiel..

Angesichts dieser barbarischen „Mitschuld“ am dahin Morden von massenweise Menschen einschließlich Kinder -um eiskalten Profit zu machen, -ist es doch wohl heute klar, vor dem „SPIEGEL der WELT“ sozusagen, das das mindeste was die DEGUSSA in der Moralität von „Vergangenheitsbewältigung“ tun konnte -in eine Stiftung einzuzahlen! Die Idee wurde nicht von der DEGUSSA geboren und das Geld auch nicht, das wurde „erarbeitet“! Das muß von dem Architekten nicht gefeiert werden! Die „political correctness“ als Waffe zur Relativierung oder als „Schlußstrichmöglichkeit“ oder nunmehr als „anders Behandlung“ weil das ein neoliberaler Diskurs mit Tittitanment-Injekterat als „PresetPoeple“ im Hintergrund des Mainstreams mitverlangt? (siehe „Postmoderne Strategien des Vergessens“= Burkhard Schmid) Das Herr Eisenman sich für die Firma so ins Zeug legt- macht ihn eher fragwürdig- als Architekt- für einen derartigen Auftrag? Ist dieser deshalb gescheitert? Die Degussa wird nicht nur heute -wohl auch in nachfolgenden Generationen daran gemessen werden müssen- was die FIRMA für die Gesellschaft tut bzw. umweltpolitisch betrachtet gegen/für sie tut- und das Erste nicht nur Imagemäßig und das Zweite wirklich anders weltweit….

Die „Kriegsverlierer“ toppten den „Verlust ohne Reue“ auf den Verlust: den (Angriffs)-KRIEG, „ja leider verloren zu haben“, das war immer der Tenor!… Der verblendeten angepassten und sich selbst bedauernden „Altgedienten“ im soldatischen Ehrenkodex… Bis hin zum zusammenknüppeln „68 ziger Schüler und Studenten“, da gehört auch die POlizei in diesen KOntext…..

Wer will oder kann denn auch schon Angesichts einer solchen mitinzenierten Tragödie von Schuld und Verdrängung vor ein „weltliches“ oder sonstwie Gericht weiterarbeiten als wäre nichts geschehen? Verdrängung und Überlebenskampf waren „Bindemittel“ und ist es bei einigen noch Heute… Diese Frage ist prinzipiell nicht zu überwinden indem man auf Zahlungen verweist! Die moralische Immanenz von zu rettender Rest-Moralität für die Gegenwart und Zukunft lassen diesen „Schutz“ so nicht zu!: („Die UN/Fähigkeit zu Trauern“, Alexander Mitscherlich)

Einige Verantwortliche haben sich durch Suizit der ungeheuren uneinlösbaren Verantwortung und ihrem „Restgewissen“ gegenüber der Verantwortlichkeit entzogen.. Eigentlich durchgängig wurden Firmen einfach nur umbenannt- (incl. Atomschlüssel) aber die Köpfe waren in der Regel die Alten… Mental konnte sich von der ignoranten Einstellung her betrachtet- der Virus durch Verdrängung über Jahrzehnte sublimieren und in seiner ursprünglichen Rigorosität auf Gewinnsucht transformieren bzw. extrahieren… (MetaMaske) Alte Liegenschaften weltweit operierend sich ausdehnend mit dem Impetus auf Gewinnmaximierung und Ausbeutung von Landschaft auf Bodenschätze (Strabag u.a. im Konsens = Zertörung des Regenwalds=Vertreibung der Ureinwohner=Aluminium etc.) ohne die nötigen Umwelt-Standarts erfüllen zu müssen ?…

Eindeutig, die Menschen die heute bei DEGUSSA beschäftig sind, tragen keine Verantwortung an dem was ihre Väter oder die seinerzeit Verantwortlichen an Schuld auf sich geladen haben.. Aber die Verantwortung dazu das so etwas nicht in Vergessenheit gerät, die reicht in der LOgistik vom Zulieferer (als Tochter) und dem Pförtner der die Tür auf und zu macht!

Wenn Mensch denn auch „nur“ ins Familien oder Firmen ALBUM guckt, würde dem ein oder anderen nicht auch heute noch schlecht und würde sich nicht alles in ihm aufbäumen?, – hätte er die gleiche „präpositionierte Anlage“ -möglicherweise, dass er auch so hätte funktionieren können?, die Gefahr bestünde bei Verdrängung und Ignoranz.. Und wo guckt er Heute weg- und will nichts wissen?! Nun verdrängt soll ja offensichtlich hier nicht werden, aber die Art und Weise scheint schon NS-Kitsch und Beliebigkeit zuzulassen.. „Oh das war aber eine schicke Uniform und diese Abzeichen-Auszeichnungen“ ..und ich hab da noch nen echten Kompass (mit präjustierter OST-Nadel etc.pp)…

Das DEGUSSA-Buch ist als Buch allein geduldig- und wo ist es überhaupt? einen Werbefeldzug zur Aufklärung und billigen Erwerb ist mir nicht aufgefallen?! Wenn nicht auch Innere & Äußere Bearbeitung anders noch erfahrbar gemacht würde: „Ob die Aufsichtsräte in der Vergangenheit und Gegenwart, die Orte des Verbrechens aufgesucht haben -ist auch eine interessante Frage“.= Der „BETRIEBSAUSFLUG“…? Vielleicht ist das geschehen?

Die 540 000 Euro als „Vorzugspreis“ -dann als Sponsering zu verkaufen allerdings, wer will das verstehen?- da stößts einem komisch auf? Da kann man auch nicht mehr von „Fingerspitzengefühl“ sprechen, dass ist ein kapitales Possenspiel der besonderen Art? 540 000 Euro für einen Anti-Graffitty Schutz als Sponsering scheinen wie eine posthume Verhonepoepelung, in dieser FRagestellung überhaupt.. Die haben nichts verstanden, ist ein mögliches Fazit?! Das die DEGUSSA sich nun zurückziehen- hätte doch im VORWEGE Gegenstand der inneren Verfassung und Diskussion sein müssen- um „Schaden von der Firma“ abzuwenden?

Die Berliner Senatsverwaltung und andere Verantwortliche in dieser Sache sind in ihrer geistig verkrümmten Hornhaut auch nicht zu überbieten, da weis der eine nicht wie er hätte Denken & Handeln sollen? Freiwillige Ethik plus Geschichts-Seminare, sind tatsächlich mal anzudenken. Weiter sollte geprüft werden, an welcher Stelle die Beamten schon in der Vergangenheit „auffällig/abfällig“ oder einfach nur ignorant agiert haben… Wer prüft so was mal sowas und prüft das Prüfen überhaupt? Ein Petitionsausschuß ist damit überfordert… Das ist doch eigentlich symptomatisch für fast alle Verwaltungen!

Warum hat man nicht eine Farben-Firma beauftragt die im Sinne „heutiger MOralität“, ausschließlich umweltverträgliche Farben produziert??? Wäre das nicht auch ein Zeichen zum Zeichen des Zeichens?

Der Architekt ist in seiner „Sensibilität“ auch nicht zu überbieten, wenn das so stimmt- was an der medialen Oberfläche von ihm transportiert wird… Wenn das stimmt !, ist seine architektonische Sensibilität auf das Projekt bezogen und was die Stelen und „seine Kunst“ betrifft – offensichtlich schon im KERN des Betons gescheitert?, und er sollte sich seine 1000 BETON-Beton in seinen eigenen Vorgarten stellen? Da kann er dann Agent-Orange (heute unter anderm Namen getarnt, der neue Titel fällt mir im Moment nicht ein) gegen wildwucherndes EFEU einsetzen.. (Sorry, Herr Eisenman -aber das kam mir assoziativ-reflexiv in Anbetracht des „political correctness“ Einwurfes so in den Sinn! Alles so schön beliebig und dann aufgelöst?) Das wäre dann aber auch nicht ihre Sache, sondern ein Fall für die UMweltbehörde= apropo Eine Umweltbehörde der geistigen Planung als Gestaltungsfrage?.. Aber das der Stiftungsrat hier auch derart versagt hat -irretiert den Leser… Warum wurden solche „Details“ nicht im Vorwege geklärt? Materialität und Produktionsbedingungen gehören hier doch wirklich mit rein! Versiegelte Landschaft gibt es auch genug!! Ist das -Oberflächlichkeit oder darf der Paranoiker einen anderen Verdacht ergründen? Im LOch der Löcher im Laken? Auch dieser viele BETON-Beton? oh, Oh…

Fragt man die Überlebenden sind alle eindeutig gegen diese Definition von Umgang und Material-Einsatz zur Aufarbeitung von Geschichte – an solch expliziter Stelle Berlins als ein „Zeichen“ gegen dieses gigantische Verbrechen gegen die Menschlichkeit -an einer zentralen symbolischen Stelle als „sinnliches Zeichen“ und Signal für die Welt.. Gedenk-Beton und Degussa= schöne Material- und Erinnerungskunde! (siehe „Haus des Widerstands“= „Aktives Museum“ 1991, Kampnagel 24 Seiten= „Aktive Archive“ mit engagierten Menschen= Theater und „KUNST“ Philosophie und Schule- für eine sinnstiftende Transformation für die Gegenwart, blieb unerhört! (artbase-Projekt-Labor in Kooperation mit Philosophie, Politik und Kunst & Literatur 91) An diesem ORT es dann auch nicht nur symbolisch sondern auch inhaltlich feinfühlig und reflexiv in Gemahnung und Aufklärung als ein aufrichtiges Implizit und Prozedere zu gehen muß… Das kann und will ich Ihnen nicht absprechen.. Vielleicht haben sie sich das auch gefragt?, und schlaflose Nächte und Albträume bezüglich des Materials gehabt?

Zyankali (Zyklon B=Zyankali) wird übrigens immer noch von DEGUSSA eingesetzt = zB. bei der „Goldwäsche“ und der TRennung nicht nur in sogenannten Scheideanstalten sondern auch in der „freien Natur“ mittelbar mit unmittelbaren Folgen!!!

Unlängst ist eine deutsche Großbank- auf massiven Protest der einheimischen Bevölkerung und aufgrund aufklärender Berichterstattung -von einem der vielen „Zyankalieinsätze“ weltweit, bei einem industriellem Vorhaben der „ST. DEGUSSA“ in der Türkei als Geldgeber und Teilhaber zur Ausbeutung der Landschaft auf Bodenschätze, zurückgetreten.. In der Gegend um Bergamont und drumherum soll sich eine „große Goldader“ befinden… Die weltweiten Proteste konnten zumindest bis jetzt- soweit mir bekannt ist- das vergiften der Flüsse und die Zerstörung einer ganzen Infrastruktur -die vom Tourismus lebt- bisher zumindest immerhin verhindern, aber noch nicht wirklich stoppen?

Als es in den 90 zigern darum ging eine Mahnplatte am Gebäude der Zyankaliproduzierenden Tochter DEGUSSAs anzubringen, konnte die öffentliche Entrüstung darüber verhindern, -dass dieses „versteckt“ geschah… Die „Gedenk-Tafel“ sollte nicht für vorübergehende Passanten sichtbar sein…

ist ©2003 (dieser Text kann unter Bennung der Urheberschaft verwendet werden)

_________________ signum signale

Protest von Architekt Eisenman Das Mahnmal als „Geisel der political correctness“ Im Streit um den Ausschluss des Chemieunternehmens Degussa vom Bau des berliner Holocaust-Mahnmals hat sich nun dessen Architekt Peter Eisenman mit einer erstaunlichen Bemerkung zu Wort gemeldet: „Wäre das Projekt schon im Geist der `Correctness` begonnen worden, hätte ich nie mitgewirkt.“ http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/551/20531/

bearbeiteter Brief & määär(z) =

Hier weitere Beiträge zum Thema=

http://www.netzdraht.de/bhh/forum/viewtopic.php?t=265

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Original-Fundstück= (by „RubberStone“-Dadadrom inc.)

RSN-Antigraffiti ist eine gebrauchsfertige selbstgrundierende Opferschicht die als vorbeugender Graffiti-Schutz verwendet wird; für alle saugfähigen mineralischen Baustoffe wie Beton, Ziegel, Kalksandstein, Natur-u. Kunststein obiger Text ist ein Zitat::Original-Fundsache auf der Homepage von= http://www.ruberstein.de Ruberstein erscheint im „Zusammenhang“ mit Degussa als Fördermitlied einer Sanierungsfirma (Mörtel/Putz sowie auch- so die Firma: „Injektionen“ bei historischem Gemäuer u. Gebäuden) ev. in Potsdam in der Suchmaschine Google.. Man wird den „Verdacht“ nicht los, das nicht Degussa (wie von Degussa medial verbreitet!) dieses Mittel im „Sponseringsgebrauchsgedanken“ entwickelte sondern die internat. operierende (u.a. Brasilien) Firma Ruberstein GmbH aus Lichtenstein/ BRD?

(„aus der Liebe zur Landschaft umz Lichtenstein“) Nach oben

· >EBENHOLZTRÄNEN< Heiner Blumenthal / Peter Boué / Michael Deistler
EBENHOLZTRÄNEN Heiner Blumenthal / Peter Boué / Michael Deistler Eröffnung am Donnerstag, den 6.November um 19 Uhr Ausstellung 7. – 16.11.2003 Öffnungszeiten täglich von 18 – 20 Uhr, SA und SO 13 – 17 Uhr

Die Ausstellung EBENHOLZTRÄNEN präsentiert ausschliesslich Zeichnungen. Die Arbeitsweisen der beteiligten Künstler sind jedoch höchst unterschiedlich. Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass in ihren Arbeiten das Wahrnehmbare reduziert ist auf den Restbestand von Darstellung, ohne dass man hier von dem alten Gegensatzpaar abstrakt – gegenständlich reden wollte. Alle entscheiden sich hier gegen die Farbe – Beschränkung lässt sich das nicht nennen, denn schwarz-weiss ist reichhaltig genug – und werden in ihrer Ausstellung ein Geflecht von möglichen Verbindungen zeigen, ohne dass die individuelle Position damit zurückgehalten wird. Sie arbeiten alle basic; das bedeutet am Nachbild der Erscheinungen:

Heiner Blumenthal, der mit sparsam umrissener, aber dennoch sehr grossformatiger Malerei bekannt geworden ist, zeigt seine auf kleinem Format minimal anmutenden Zeichnungen. Sie kommen Chiffren von reduzierter Bewegung auf engstem Raum gleich, gerade noch Form wie die Spur einer Monade. Peter Boué setzt dem mit seinen formatfüllenden Fettstiftzeichnungen das erkennbar Gegenständliche gegenüber. Seine dunklen Landschaften im Zeitalter ihrer Observation zeigen ein medial vermitteltes Bild des Gesehenen. Michael Deistler präsentiert schliesslich seine durch viele Überarbeitungen gegangenen Kugelschreiberzeichnungen. Sie basieren zwar auf einer rationalen Gitterstruktur, haben jedoch mit Stilübungen konkreter Kunst nichts zu tun, sie erscheinen im Gegenteil wie filmische Sequenzen – ihre Raster sind expressiv und funktionieren dazu als ihr eigener Kommentar.

WESTWERK. Admiralitätstrasse 74 20459 Hamburg

Abbildungen unter: http://www.westwerk-hamburg.de

· NO!-ON SHOW (BERLINER KUNSTPROJEKT)
Here are two items we are presenting in Berlin this month. See attached announcement of our newest and second space in Berlin which will be inaugurated this week November 8th. Thanks for all your support. Abraham Lubelski (www.nyartsmagazine.com) PRESS INFORMATION

———————- NO!-ON SHOW @ Gallery BERLINER KUNSTPROJEKT

Gneisenaustr. 33, 10961 Berlin, 1. yard/ 3. floor Phone 030-69 56 57 50 # berliner-kunst@t-online.de from November 8th till 29th, 2003 Opening on Friday November 7th at 6 p.m. Film screening from November 8th til 12th, 7 to 9 p.m. Finissage on Saturday November 29, 2003 at 6 p.m. Open: Wednesday till Saturday, 1 to 6 p.m. ————————————

Next Friday November 7th, 2003 there will be the opening of the first NO!-ON SHOW of the NO!art movement in Berlin in the space of the gallery BERLINER KUNSTPROJEKT. The following artists are in the show: Boris Lurie (New York), Clayton Patterson (New York), Seth Tobocman (New York), Aldo Tambellini (Cambridge), Amikam Goldman (Tel Aviv), Jean-Jacques Lebel (Paris), Frank-Kirk Ehm-Marks (Berlin), Blalla W. Hallmann (Windsbach), Hansk (Berlin), Harry Hass (Berlin), Dietmar Kirves (Berlin), Enzo Mastrangelo (Berlin), Stu Mead (Berlin), Peter Meseck (Berlin), Bruno S. (Berlin), Naomi T. Salmon Salmon (Weimar), Reinhard Scheibner (Berlin), Lars Schubert (Berlin), Klaus Theuerkauf (Berlin), Friedrich Wall (Freienbrink), Mathilda Wolf (Berlin), Natalia E. Woytasik (Berlin), Miron Zownir (Berlin).

NO!art occupies the strategic juncture where artistic production and socio-cultural action meet. The NO!art movement was created in New York in 1959 by Boris Lurie, Sam Goodman and Stanley Fisher. NO!art is based on the historical experiences of the Second World War and struck root in the early sixties, as a product of armies, concentration camps and lumpenproletariat artists. It’s targets are the hypocritical intelligentsia, capitalist culture manipulation, consumerism and their Moloch’s. Aim of the NO!art is total unabashed self-expression in art leading to social involvement. Collective confrontation artists, no lighthearted Duchampesque, Dadaists, Neodadaists, or“pop-artists,“ no consumerism’s middleclass nor Noveau Riche Liberals background makers. But believers in the unfashionable notion of the Art. NO!-ON SHOW asks to have the courage to change the course of the steering wheel into the essential progressive direction of humanity and amental-spiritual future.

more informations > http://www.no-art.net

Curator: Dietmar Kirves, Berlin > no-art@on-art.de

· Stubnitz-info (welcome on Board)
Stubnitz info, Mon 20031103

For Your pleasure: Events on the MS Stubnitz.

You have opted to recieve information 1 day in advance of events for your chosen styles.

In addition you also recieve your weekly update today +++Wed 05.11 21:00 Y2003 Culture Club Eintritt Frei !

+++Wed 05.11 22:00 Y2003 Los Natas(Arg) + Coogans Bluff(HRO) Los Natas: Argentinische Stoner rock, Coogans Bluff(HRO) Heavy Rock ’n roll \nEintritt Frei !

+++Thu 06.11 21:00 Y2003 Semestereinstandsparty +++Fri 07.11 0: Y2003 Ship Rock Kersosin (Berlin): kerosin.org \nFamous Black House (Rostock) \nFreakore (Rostock): freakore.de

+++Fri 07.11 21:00 Y2003 Kerosin KEROSIN \n„Musik ist für mich Berufung und die schönste aller Künste“ sagt Maks, der eher introvertierte Singer/Songwriter und Gitarrist von Kerosin, der Band, die 2002 im Spaziergang den 1. Platz des Emergenza-Finales in Berlin und den 2. Platz beim Europafinale belegte. Zuschauer und Jury waren sich mehr als einig, diese Jungs bestechen durch Charakter und eine abgedrehte

+++Sat 08.11 23:00 Y2003 Technology Control Laderaum4: (Techno/Elektro) Live: Christian Gleinser (Lasergun/Pocketgame, Friedrichshafen) Roman Fischer (pchfrequenz/Funkraum Plau, Schwerin) M:SX (Electric Underground, Hamburg) Vince NT (Electric Underground, Rostock) Pult (fallen beatz/tonfall, Rostock)

Vorschiff: (Techno) STR vs. Tim Tycoon (Pocketgame, Rostock) Oliver Herzig (fallen beatz/tonfall, Rostock) A-Core (Electric Underground, Rostock) S.E.T.I. (Electric Underground, Rostock)

http://www.stubnitz.com

All the best and welcome on board.

· [Soziologie der Soziologie°] (Re:Kurs=Bourdieu)
Text-Fragment=

Soziologie der Soziologie

Es wäre nun fahrlässig, die Gemeinsamkeiten der beiden Theorieanlagen zu übertreiben, aber auf gleicher Augenhöhe treffen sie sich zumindest dort, wo sie sich selbst in ihrem Gegenstandsbereich vorfinden. Beide Theorien zwingen zu einem soziologischen Verständnis von Soziologie: Soziologie als gesellschaftliche Selbstbeschreibung der modernen Gesellschaft, die zugleich Fremdbeschreibungen anderer Funktionssysteme oder Felder anfertigt, die sich selbst ganz anders beschreiben. Wie Luhmanns Systemtheorie legt Bourdieus Theorie der Praxis eine multizentrische Gesellschaft nahe, deren zentrale – etwa: politische – Repräsentation ausgeschlossen ist und deren Dynamik und Gleichzeitigkeit sich intervenierender Steuerung im klassischen Sinne weitgehend entzieht. Beide Theorien sind in diesem Sinne entzaubernd, desillusionierend, enttäuschend.

Aber wiewohl sich Bourdieu selbst bisweilen als Entzauberer und Enttäuschender stilisiert hat, hat er selbst und mit ihm seine Theorie diese Selbststilisierung immer wieder konterkariert. Wo die Leistungsfähigkeit der Luhmannschen Theorieanlage in der Verfremdung und abstrakten Kälte liegt, kommt Bourdieu mit erheblich eingängigerem Charme daher. Denn Bourdieus Verfremdung mutet nicht fremd an. Wir kennen das Schema alle: Es geht um den alltäglichen Kampf um knappe Güter, Chancen und Möglichkeiten. Bourdieus kontraintuitive Idee der ökonomischen Verfremdung ist letztlich nicht kontraintuitiv. Und sie enthält nach wie vor einen kämpferischen Stachel. Sie vermag ihre Diagnosen zu skandalisieren, sie kann eine Idee der Unangemessenheit für angemessen halten und damit das ökonomische Begriffsschema noch antikapitalistisch wenden.

Von dieser Möglichkeit hat Bourdieu in seinen letzten Lebensjahren zunehmend Gebrauch gemacht. Seine große Arbeit „Das Elend der Welt“, in der er Betroffene sprechen lässt, ebenso wie sein Engagement als Globalisierungskritiker und seine Versuche der Mobilisierung Intellektueller haben seine wissenschaftliche Diagnose der multizentrischen Gesellschaft konterkariert. Letztlich tut Bourdieu etwas, das der Logik der Felder zuwiderläuft, er bemüht sich um Repräsentation des Ganzen, er will Gesellschaft als Gesellschaft adressierbar machen und die Politisierung der Felder vorantreiben. Es ist vielleicht dies die illusio Bourdieus, der Soziologie doch so etwas wie eine privilegierte Position zuschreiben zu wollen, eine Beobachterin zu sein, die vielleicht als Einzige von ihren Restriktionen weiß und ihnen gerade deshalb auf den Leim geht. (…)

Bitte hier den vollständigen Beitrag lesen (ursprünglich erschienen in der TAZ) = http://www.homme-moderne.org/societe/socio/bourdieu/mort/taz2601.html

· Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus. (Gunnar F. Gerlach)
Auszug aus einem Vortrag von Gunnar F. Gerlach Ort: Gustav Heinemann – Bildungsstätte; Vortrag gehalten im Rahmen einer Tagung der „Erich Mühsam Gesellschaft“ (Lübeck) 1996

Gunnar F. Gerlach

Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus Überlegungen zum Verhältnis von Kunst und Politik.

„Wie lange wollen Sie noch beim ersten Schritt bleiben?“ (Joseph Beuys)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, gemäß dem von mir gewählten Titel dieses Vortrages möchte im Folgenden ein Modell der Operativen Kunst in Theorie und Praxis für die gegenwärtige Lage in den bildenden Künsten und der Gesellschaft entwickeln. Neben einer Erläuterung der Begriffe und des Zusammenhanges von Avantgarde und Anarchismus werde ich versuchen meine Thesen zu begründen, was heute eine politische, soziale und revolutionäre Leistung der bildenden Kunst ist und sein könnte. Die Schlußfolgerungen vollziehen sich dann auf der Folie einer problematischen, gegenwärtigen Situation zwischen der Medien – Technologischen Gesellschaft und den Versuchen der Rest-Avantgarden in der bildenden Kunst mit ihnen subversiv umzugehen und zu argumentieren. Die Praxis schließlich unmittelbarer, eingreifender Kommunikations-Akte scheint mir auch zwei Jahre nach Hoyerswerda, Hünxe, Rostock, Lübeck, Magdeburg und Solingen eine adäquate Antwort zu sein, als jede hermetische Gralsuche nach einer wirklich endgültigen und erlösenden Faschismustheorie. In diesem Sinne ist auch eine „House-Aktie“ zu verstehen und unterstützenswert: eine aktive Regulation verfehlter Sozial – Politik mit den Mitteln der künstlerischen Arbeit zu leisten.

Wenn über das Verhältnis von Kunst und Politik reflektiert wird, ist meist ein Problem schon übersehen worden: die künstlerische Tätigkeit ist seit der Renaissance auf individuelle Praxis ausgerichtet, die politische Arbeit orientiert sich an dem gesellschaftlichen Gefüge. Selbstdarstellungen und Narzißmen sind unleugbare Tatsachen auf beiden Seiten, haben aber mehr mit Psychologismen und den jeweiligen, medialen Verwertungs-Systemen und ökonomischen Interessen, Marktorientierungen zu tun. Ginge man davon aus, den Freiheitsbegriff ins Zentrum der Diskussionen zu stellen, ergäbe sich hier eine ganz andere, überraschende Verbindung: das historische Ringen um Freiheit markiert das Engagement von sehr vielen gesellschaftlichen Gruppen, aber ganz besonders jenes von Künstlern und politisch denkenden Menschen oder Politikern. So wird auch verständlich, warum in relevanten, künstlerischen und politischen Theorien, Äußerungen und Handlungen der Begriff Freiheit stehts zentral thematisiert wurde. Heinrich Böll formulierte das Problem bereits vor Jahren wie folgt: „Das ist es, was die Gesellschaft mit der Kunst macht: mit dem Markt erdrücken, Freiheiten in Freiheiten zerteilen.“ Dahinter verbirgt sich auch latent die Kritik an einer historischen Konstruktion, die am Anfang mit dem schillernden Wort Freiheit lockt, um sie am Ende dem gesellschaftlichen Rahmen, dem Markt, als oberster Rationalität einzuverleiben.Bakunin erkannte dieses Dilemma: „Im System der Materialisten, das allein das Natürliche ist, schafft erst die Gesellschaft, weit entfernt davon, die Freiheit zu verringern und zu beschränken, die Freiheit der menschlichen Individuen.

Sie ist die Wurzel, der Baum der Freiheit und ihre Frucht. Deshalb hat der Mensch zu jeder Zeit seine Freiheit nicht am Anfang, sondern am Ende der Geschichte zu suchen, und man kann sagen, das die tatsächliche und vollständige Befreiung des Menschen das große Ziel, das erhabene Ende der Geschichte ist.“ Diese Gegen-Konstruktion zur bürgerliche Logik hat zwei sehr elementare Metaphern bei sich: Wurzel, Baum und Frucht der Freiheit sind auf Natur hingedacht, und die lernende Praxis am Anfang ist Bedingung der Möglichkeit zur Freiheit am Ende zu gelangen. Nach Ernst Bloch ist Freiheit die Möglichkeit zur Auswahl, also zur distinkten und differenzierten Wahrnehmung, als Basis des individuellen Vernunft-, Geschmacks- und Werturteils. Die Wahrnehmung wird so über den Körper gedacht und vollzieht sich über die innere Formung und Vorstellungskraft: Mit dem Körper Sehen, heißt es z.B. für den anderen offenen Werkbegriff bei Franz Erhard Walther. Hand führt zur Handlung. Auch in den Künsten ist es möglich über ein breitgefächertes Handwerk zu verfügen, um sich dem Urteil einseitig klassen- und gruppenspezifischer Geschmacksurteile zu entziehen. Erst der nach Schiller im Spiel zu sich und seiner Freiheit gelangene Mensch, kann mit der Kunst angemessen und frei seine Mittel und Wirkung erzielen. So werden Hand und Handlung zu einer auf Freiheit und Offenheit gerichteten Haltung – politisch wie künstlerisch. Zwei Künstler, haben in Theorie und Praxis in unserem Jahrhundert am deutlichsten und intelligentesten eine Verbindung von sensiblem, künstlerisch-philosophischem Bewußtsein mit politischer Wirkkraft verbunden und gelebt; André Breton, der Kopf der surrealistischen Bewegung, und Joseph Beuys, der erst die Republik und dann die halbe Welt mit seinen Aktionen und Statements herausforderte.

Breton Satz: „Einzig das Wort ist die Freiheit vermag mich noch zu begeistern“, zieht die Konsequenz aus künstlerischer und politischer Theorie und Praxis, Joseph Beuys erkennt das Freiheitsprinzip generell in Akten der formenden und gestaltenden Tätigkeit und thematisiert hier vollkommen logisch gedacht das schöpferische in jedem Menschen als zentrale Frage aller individuellen und gesellschaftlichen Handlungen und Veränderungen: „… denn Kreativität, das heißt Schöpferkraft, die unfrei wäre, wäre ein Widerspruch in sich selbst. Also ist wahre Wissenschaft der Kreativität prinzipiell Freiheitswissenschaft.“ Dieser Gedanke führt konsequent zur Vorstellung einer „Sozialen Plastik“ der Gesellschaft als einer gestaltbaren Form, als einen in sich arbeitenden, energiegeladenen Organismus. Der schöpferische Widerspruch selbst liegt nach Hegels Dialektik natürlich auch darin, denn nach ihm bewegt sich nur, hat Trieb und Tätigkeit, was „in sich selbst einen Widerspruch hat“. Dieser Widerspruch ist die Kunst selbst; individuelle Obsession und soziale Wirksamkeit unter einen Hut zu bringen; das ist unlogisch, aber wem es gelingt, der macht wirksame Kunst. Denn Kunst, Können kommt aus dem altmittelhochdeutschen und heißt der Trick oder der Dreh etwas darzustellen. Als eine Spielart der Zauberei galt das Bild oder das Abbild also nicht umsonst als magisch aufgeladen und hatte rituellen Charakter. Mit dem Wandel der Zeiten, wandeln sich die Materialien, Techniken und Wertsysteme und ihre „kommunizierenden Röhren“. Es ist eine historische Tatsache, daß der Kampf um und für Freiheit und Gerechtigkeit eine Leidensgeschichte ist. Hier begegnen sich künstlerisches Bewußtsein und politische Utopie erneut – im inneren und äußeren kreativen Umgang mit dem Leid.

Hier begegnen sich künstlerisches Bewußtsein und politische Utopie erneut – im inneren und äußeren kreativen Umgang mit dem Leid. Religion, von lateinisch religio, bedeutet das „Zurückgebundensein“ in frommer Scheu. Was bedeutet dies anderes, als sich seiner eigenen Ein-Gebundenheit im gesamten Netz der Vielheiten in Natur und Kultur bewußt zu sein, die Anderen und Fremden Mitmenschen in ihrem spezifischen So-Sein erkennen und achten zu lernen. Die fromme oder heilige Scheu vor den schöpferischen Möglichkeiten der Anderen ist Bedingung für Dialog und Multilog. Edgar Wind, Kulturhistoriker aus dem Panofsky-Kreis bezieht sich in seinem Aufsatz und gleichnamigen Buch „Kunst und Anarchie“ nicht umsonst auf den Begriff der „heiligen Scheu“: „Im allgemeinen fürchten Künstler nicht so sehr den Verlust der Phantasie als ihr Übermaß…/… und doch mit gleicher Stärke, eine heilige Scheu vor der Phantasie, die ihrer Dichtung leben verlieh.“ Wind bezieht sich hier auf Goethe und Baudelaires Praxis der innneren Disziplin. Der Begriff der heiligen Scheu stammt von Platon und kein Philosoph hat den göttlichen Wahnsinn der dichterischen Eingebung- z.B. die Welt retten zu wollen – beredter gepriesen als er; und doch hat er ihn mit Argwohn verfolgt. Dahinter steht die Annahme, der Mensch könne durch seine Vorstellungsgebilde verwandelt werden. Und so sah Platon in der Kunst der Nachahmung ein gefährliches Spiel das zu verwerflichen Charakteren führt.

Goethes Aussage, daß, wer keine Religion habe, möge wenigstens Kunst haben, bezieht sich darauf: in Form gebrachte, gezügelte Vorstellungskraft aus dem Inneren für das Äußere als einem sozialen Raum.

Dies entsprach zudem nahezu prophetisch der Entwicklung in unserem Jahrhundert. Nachdem Nietzsche Gott sterben ließ, und damit unverschuldet der Einseitigkeit instrumentalisierter Vernunft das Begründungsfeld ebnete, ersetzte die Kunst die Kirche. Innerlichkeit als Freiheitsbegriff wurde sukzessive abgeschafft. Shaftesburys „inward form“ beeinflußte die deutschen Geisteswissenschaftler und Künstler. Herder, Humboldt und Hegel folgten ihr genauso wie Caspar David Friedrich und Phillip Otto Runge. Der Rationalismus, besagte instrumentalisierte Vernunft, gegen die Adorno und Horkheimer mit ihrer kritischen Theorie u.a. ankämpften, führte nun in den Terror von Industrie, Technologie, der Kultur-Industrie und ihrer Agenten. Von ihnen leitet sich der gegenwärtige Verdummungs- und Abstumpfungsfeldzug in den Mediengesellschaften ab. Kultur-Technologie ersetzt die Reflexion über eine Korrelation und Relationalität von Form und Inhalt durch technologische Lösungen in einer Kommunikation, die den vom Inhalt befreiten Diskurs über abstrakte Zeichen produziert. Diese Art der instrumentalisierten Vernunft macht KZ´s erst denk- und vorstellbar; losgelöst von innerer Formung, Emotion und Reflexion wird alles einfacher. Technische Lösungen waren noch nie das Problem der Menschheit. Die ökonomischen, emotionalen, ethischen und ästhetischen Probleme sind jedoch bis heute einer Verflüssigung nicht viel näher gekommen. Und so, wie die in ein übergreifendes Herrschaftssystem eingebettete Religion als Kirche in ihr emotionales Gegenteil geführt wurde – von deren inneren Schau als Befreiung zur veräußerlichten, bloßen Form als Unterdrückungs- und Machtinstrument, hat sich auch die Funktion der Künste für die Gesellschaft gewandelt, Museen sind heute Staats- und Markt-Kathedralen ökonomischer, und damit politischer, Kräfte.

Mit ihnen schreibt man die Geschichte des Kapitals auf perfideste Weise fort. Sie repräsentieren nicht mehr Erkenntnisse der philosophischen, sozialen und ästhetischen Reflexion, sondern ein Wertesystem von Shareholder Values, und könnten auch „Dow Jones Memorials“ oder „Gebäude zum Dax“ genannt werden. D.h. auch: der Begriff postmoderne Willkür ist schon wieder ein Gespenst, denn willkürlich ist da nichts. Nur sind es nun die Werte des angeblich freien Marktes, die den Tausch eines vermeintlich bohemiantischen Lebensgefühls gegen Börsenaktien tauschen lassen. Abstraktionswert Geld gegen einen seiner Inhaltlichkeit, Geschichtlichkeit und Geistigkeit beraubten Geschmackswert. Aber über Geschmack läßt sich gerade deshalb köstlich streiten, weil Geschmacksurteile abhängig sind von der Freiheit zur Auswahl, und die ist nun einmal bis heute eine Frage der ökonomischen Möglichkeiten. Geschmacksfragen sind im heutigen Jargon Fragen der Schichten und Zielgruppen – Also doch: Klassenfragen. Aber die Hoffnung, die in der Kunst sich manifestiert, ist auf freie Entfaltung des frei entfalteten Individuums gerichtet, daß sich seiner gesellschaftlichen Bedingt- und Verhältnismäßigkeiten sensibel und intelligent bewußt ist. Freie Assoziation der frei Assoziierten, so hieß es bei Karl Marx immer so schön. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg hat nicht von ungefähr seinen berühmten Bilderatlas zum Fortleben der Antike „Mnemosyne“ benannt. Mneme ist der aus dem griechischen stammende Terminus für Gedächtnis, Erinnerung. Die mythologische Gestalt der Mnemosyne, Tochter des Uranos und der Gäa, die von Zeus geschwängerte Mutter der Musen; der Künste also. Sie ist die Personifikation von Gedächtnis und Erinnerung. So wird die Betrachtung der Kunstentwicklung bei Warburg aus dem lebensnotwendigen „Zurückgebundensein“ an Gedächtnis und Erinnerung gleichzeitig zur Dokumentation einer Leidgeschichte der Menschheit.

Es ist das Ringen um Freiheit und Ausdruck, daß in jeder Gesellschaft ständig bedroht ist. Besonders dann, wenn art bzw. kunstferne Kategorien ihre erkenntnistheoretischen und praktischen Ergebnisse negieren und als Frage von Angebot und Nachfrage in ein heuchlerisches System transformieren. Um Kunst als Basis, als geistige Ernährungsgrundlage verwirklichen zu können, bedarf es einer Gesellschaft, die eine auf historischer Wahrhaftigkeit basierende Ethik besitzt. Dann könnten nicht nur emotionale, ethische und ästhetische Konzeptionen zu Geschwistern werden. Gesellschaftliche Gestaltung könnte aus der Unmittelbarkeit individueller Formung und seinem Anrecht auf Ausdruck zu einem verwirklichten sozialen Körper wachsen. Der sich seiner Selbst- und Fremdverantwortung bewußte Mensch würde über seine innere Proportionierung im Multilog mit den Experiementen und Ergebnissen der Anderen Mitmenschen ins Offene und Freie aus Vertrauen gehen können. Die Entwicklung einer als Unterstützung für ein soziales Projekt gedachten „House-Aktie“(*) ist an dieser Stelle eine glückliche Übereinkunft von moralischer Phantasie, künstlerischer Innovation und konkreter Hilfeleistung vor Ort.

· Forum ::: Netzdraht-Thread = Fellgeschichten & Höh(l)enzeichen
Selbstverwaltetes Forum des Bürgernetz Hamburg (noch unbearbeitet=Fotos fehlen! etc.) Foren der Hamburger Bürger & Stadtteile FAQ Suchen Mitgliederliste Benutzergruppen Profil Du hast keine neuen Nachrichten Logout [ metasynapse ] Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen Selbstverwaltetes Forum des Bürgernetz Hamburg Foren-Übersicht -> Graffiti Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen Autor Nachricht metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Okt 23, 2003 9:30 am Titel: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— (…) Mit Verlaub, Kolleginnen von Avanti: Das ist doch ein Trick, das sagt ihr doch nur, um gutwillige Männer an den Herd zu locken, damit ihre Gattinnen Zeit haben, Fußball zu spielen oder Wollnashörner zu jagen. Andererseits, so rätselhaft, wie Frauen sind, ist die aphrodisierende Wirkung eines Mannes in Küchenschürze nicht ausgeschlossen. Wer bisher mit Rosen und einer Flasche Barolo bei der Angebeteten erschien, ohne den erhofften Erfolg zu haben, tut gut daran, es mit dem Staubsauger zu probieren. Und was das Theater betrifft, so wäre der Fall Romeo und Julia glaubwürdiger, wenn der junge Mann, statt am Balkon Süßholz zu raspeln, mal ordentlich bei den Capulets durchgefegt hätte. „Das wilde Blut, das in den Wangen flattert“, seufzt Julia. Solche Leidenschaften kann nur ein Hausmann entfachen. http://www.sueddeutsche.de/sz/streiflicht/red-artikel1083/Nach oben spurensucher Gast Verfasst am: Do Okt 23, 2003 8:51 pm Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— höhlenmenschen dialogik! Zu Fellgeschichten fällt mir nur Brunner auf dem Bärenfell ein. Cyberpolitics begins @ Bits and Bytes!Nach oben CyberDschini Anmeldungsdatum: 17.10.2003 Beiträge: 16 Verfasst am: Fr Okt 24, 2003 6:02 pm Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen von „OZ“ b ———————————————————————— OOPS! Das Hamburger Abendblatt http://www.abendblatt.de meldet im Ticker: „Hamburger Polizei nimmt Graffitisprayer «OZ» fest“ Unter dem Bild ist von 120 000 „OZ“-Graffittis in Hamburg die Rede. http://www.abendblatt.de/z/newsticker/p/OZ_4977274.onlineBild.jpg Frage: Was bedeutet dieses „OZ“ Zeichen an der betonierten Höhlenwand? Schon mal nachgedacht? OOPS! —————————————————– Sollten Lehrerinnen im Unterricht ein Kopftuch tragen? Natürlich! Gute Beispiele gibts von Maria bis Theresa http://www.graffiti.org/la/madreteresawall.jpg _________________ x oriente luxNach oben Enternetkonsument Gast Verfasst am: Do Okt 30, 2003 4:36 am Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen von „OZ“ – ———————————————————————— CyberDschini hat folgendes geschrieben: OOPS! Das Hamburger Abendblatt http://www.abendblatt.de meldet im Ticker: „Hamburger Polizei nimmt Graffitisprayer «OZ» fest“ Unter dem Bild ist von 120 000 „OZ“-Graffittis in Hamburg die Rede. Unser KNAST soll bunter werden! Für den Sprayer „OZ“ gibts sicher „Drinnen“ auch genug Wände. Klüger wäre es jedoch endlich großformatige Leinwand zu benutzen, um die Bilder auch auf dem Kunstmarkt anzubieten zu können „Der Zauberer von OZ“ ?Nach oben stadt Gast Verfasst am: Do Okt 30, 2003 1:43 pm Titel: Na was gebs DA? ———————————————————————— Gute Malzeit! Habe gelauscht< ist die UNI< ist die UNIKunst< sanft ins Leben zurückholt“ ———————————————————————— Streiflicht …) Eine schöne kleine Geschichte ist das, wie das Leben sie öfters schreiben sollte – weil sie die Kunst in eben dieses Leben sanft wieder zurückholt und die arbeitende Bevölkerung in die Kunstwelt einlässt. Und weil sie endlich einen Berufsstand rehabilitiert, der bislang vor allem mit einer Aura des Destruktiven assoziiert ist, der Verweigerung, der Verhinderung, der Ausschließung. Der große Kafka hat ihm den Zugang zur Liste der ehrenwerten Berufe gnadenlos verbaut, durch die tendenziöse Darstellung in seiner Erzählung „Vor dem Gesetz“. In ihr wird ein Bittsteller so lange hingehalten vor dem Zugang zum Gesetz, bis er schließlich kindisch wird, die Flöhe im Pelzkragen des Türhüters studiert, sie bittet, ihm zu helfen und den Türhüter umzustimmen. Auch Gil Perez wäre fast auf einer kafkaesken Kontorslaufbahn gelandet, hätte er nicht plötzlich den Drang an die Plaza gespürt, wo er nun Christie’s Türdrücker bedient. Am Dreh- und Angelpunkt der Kunstwelt, darüber entscheidend, wer drinnen ist und wer draußen. Was Power ist, darüber mag man ruhig weiter diskutieren – Glück aber ist eindeutig, wenn man von Gil Perez erkannt und beim Aufschwingen der Tür mit seinem Vornamen begrüßt wird. Bitte den vollständigen Artikel lesen http://www.sueddeutsche.de/sz/streiflicht/red-artikel337/Nach oben ohne (T)orte Gast Verfasst am: Do Nov 06, 2003 10:24 am Titel: Re: „wie die >Kunst< sanft ins Leben zurückholt&q ———————————————————————— Altonaer Museum (Quelle: x-cards http://www.altona-web.de ) Nach oben ?n Gast Verfasst am: Fr Nov 07, 2003 12:46 am Titel: Re: Fellgeschichten und Höh(l)enzeichen ———————————————————————— ?? Musik http://www.donga.com/music/korea/k_list.php ?n look http://www.dreamtouch.co.kr/manha/general/general-swf/0201001004.swfNach oben Radio Hel[l]sinki Gast Verfasst am: Fr Nov 07, 2003 10:29 am Titel: Re: [Tittitainment°] ———————————————————————— ?? hat folgendes geschrieben: ?? Musik http://www.donga.com/music/korea/k_list.php ?? look http://www.dreamtouch.co.kr/manha/general/general-swf/0201001004.swf Tittitainment-service http://mrs-lee.com/art/Radiotipp/radiotipp.htmlNach oben Trillerich Gast Verfasst am: Sa Nov 08, 2003 8:38 pm Titel: Tirilierende Teutonen (Vogel-Futter) ———————————————————————— …) Tirilierende Teutonen Deutschland, das Volk der Dichter und Denker? Von wegen. Es ist wohl eher das der kleinen Lichter und Autolenker. Zu dem Ergebnis muss man jedenfalls kommen, wenn man die „Liste der 100 besten Deutschen“ studiert, die Bild und ZDF stolz präsentieren. „Millionen von Lesern“ bestimmten „unsere Besten“, und siehe da: Brecht, Hölderlin, Grass, Hegel – alle nicht dabei. Dafür Solitäre des Geistes wie Dieter Bohlen, Michael Schumacher und Daniel Küblböck. Überhaupt die Musiker: Heino, Campino von den Toten Hosen und ein Kerl namens Wolle Mozart, von dem es aber schon lange keine neue Single mehr gab, gehören alle zu den Besten. (…) http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel1062/Nach oben Sittich Gast Verfasst am: Sa Nov 08, 2003 10:55 pm Titel: Re: Tirilierende Teutonen (Vogel-Futter) ———————————————————————— Trillerich hat folgendes geschrieben: „Millionen von Lesern“ bestimmten „unsere Besten“, und siehe da: Brecht, Hölderlin, Grass, Hegel – alle nicht dabei. Dafür Solitäre des Geistes wie Dieter Bohlen, Michael Schumacher und Daniel Küblböck. http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel1062/ E=mc Zitat: Wenn ich mit meiner Relativitätstheorie recht behalte, werden die Deutschen sagen ich sei Deutscher, und die Franzosen ich sei Weltbürger. Erweist sich meine Theorie als falsch, werden die Franzosen sagen, ich sei Deutscher und die Deutschen, ich sei Jude. Eine Stadt liest ein Buch! – „Die Entdeckung der Currywurst“ http://www.hamburgliesteinbuch.de/Nach oben metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Nov 13, 2003 1:37 pm Titel: Von Falten [Roll]-Möpsen und Vögeln… ———————————————————————— Vicco von Bülow alias Loriot wird achtzig: Alles hat sich so ergeben, unter der Hand gewissermaßen Unter Möpsen und Menschen Wenn im offiziell Nichtigen das Geltende und im offiziell Geltenden das Nichtige sichtbar wird – Besuch bei dem Schöpfer einer ganz speziellen Welt Von Hermann Unterstöger Münsing, 11. November – „Wenn Sie“, bittet mit leiser Stimme Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow, der von seinen Freunden Vicco genannt wird, von der fühlenden Menschheit aber Loriot, „wenn Sie einen lächerlichen Garderobefehler entdecken, dann sagen Sie es mir bitte.“ Es geht um ein Foto, und obwohl kein Garderobefehler, schon gar kein lächerlicher, an dem alten Herrn zu entdecken ist, streift ihm seine Frau Romi ebenso sorgsam wie resolut Hemdbrust und Haare glatt. Man müsse wissen, fährt Loriot fort, dass ihm, wann immer er für Filmaufnahmen in der Ecke des berühmten Sofas Platz nahm, das Jackett von hinten sechs- oder siebenfach mit Fäden festgezurrt wurde, damit es nur ja keine Falten warf. (…) Hier bitte hier entknöpfen= http://www.sueddeutsche.de/sz/seitedrei/red-artikel1557/ Gruß an runterhandeln auf 20 biß 40zig und an T-Höhle von Bad an klare Parabase -wie immer nichts… und an all die anderen investigativen -subversiv aufrichtigen Sagas und Sængers…= welche das Achten (?) achten in pfleglicher Distanz möglichst ohne Schleudertrauma falsch verorteter Vernunft = Slow slow am PI der EIN/AUSlaßstelle manches ist poröser -bei näherer Betrachtung der ER/SIEfühlBARkeiten in Hochzeiten des Augenblicks von Projektion und Utopi(e) beim Denken&Schreiben – hämmernd erlesend die Tasten des anderen ABC……. des schon wieder weg…. und des doch noch da?, in aller Parallelität des parablen SEINs -um ein Wort zu finden das dem „subversiv-anderen“ Flügel verleiht im Wurzelstock entrückter Stockwerke mit Fenster ins Nichts -zu erarbeitender Hoffnung -des immer viel zu KURZ-LANG im JETZT des JETZT… und dann in aller Plötzlichkeit des Prozesses: was heißt eigentlich später?, wir warten?… oh oh = worauf warteten all die anderen= Sumserums??? substanziell sublimierende sub-Suppenhöfe verwarteter Wartung= warten gibts nicht ES tut immerfort im Über-Unterall… Da wo alle sagen: da geht nichts mehr -fängt die eigentliche Gestaltung erst an… das wußten schon die (jungen) ALTEN.. da muß keiner am ALT operieren… Dieser Erkenntnis-Gewinn ist schon paralell zu nehmen- der hat an Gültigkeit nichts eingebüßt… Da frohloggs unter der Hand immer wieder anders… Dafür lohnts sich dann auch >ALTER< zu sagen.. Da kommt Freude auf… Herzlichen Glückwunsch!, wider die Haartracht und dem falschen Faltenwurf willkürlicher Behauptungen und Rechtfertigungen in der Logistik des Gesamtmodell,s… Da bricht einems ja die Nagel ab.. _________________ signum signaleNach oben NeuBauten Gast Verfasst am: Mo Nov 17, 2003 10:58 am Titel: Sponsert from NICHTS ———————————————————————— Stubnitz info, Mon 20031117 For Your pleasure: Events on the MS Stubnitz. You have opted to recieve information 1 day in advance of events for your chosen styles. In addition you also recieve your weekly update today +++Wed 19.11 21:00 Y2003 Culture Club+++ +++Fri 21.11 23:00 Y2003 Bombus+++ The human beat machine! Vier Schlagzeuger der Einstürzenden Neubauten, Madonna Hip Hop Massaker, Sandow und der Weltrekordler Neugebauer bilden den Kern einer virtuosen Performance, die live durch Dj, Sängerin, Gastmusiker und weitere Schlagzeuger bereichert wird. Live-Drumming, -Programming und -Performing, Hände, Füße und Maschinen im Zusammenspiel. Extrem tanzbar! \nBOMBUS (Tinnitus aurium): störende, ton- oder geräuschartige endogene Schallempfindung, entweder als Wahrnehmung ohrnaher Muskel- u. Gelenkgeräusche, von Sekretknistern,Vibrationen etc. oder aber als rein subj. Empfindung (Brummen, Rauschen, Klingen, Pfeifen) infolge inadäquater Rezeptorenreizung. Vork. v. a. bei gestörter Schalleitung (Zerumen, Otitis, +++Sat 22.11 23:00 Y2003 POLVOROSA (HH, Barcelona) Elektro-Latino Live mit: Puente Daniel (lead voc, g), Trillian (back.voc), Jankowski Norman (dr) +++Sat 22.11 24:00 Y2003 Erobique (HH) Carsten Meyer aka EROBIQUE, Mitglied von INTERNATIONAL PONY, möchte sich nicht den Spaß nehmen lassen, weiterhin mit einem Fender Rhodes und einer Rhythmusbox voller betörender Discoloops die heißen Parties der Republiken zu beglücken. Sein Album „Erosound“ (Deck 8/Zomba) fand \nauch im Ausland Anerkennung –es wurde von Acid Jazz in England veröffentlicht, \njapanische Popsternchen forderten Remixe an, New Yorker DJ-Legenden wie \nRoger Sanchez spielten seine Maxis und er wurde eingeladen auf dem legendären \nJazzfestival in Montreux aufzutreten. +++Sun 23.11 22:00 Y2003 Blurt konzert: BLURT/Ted Milton \n \nTed Milton ist zurück mit seiner Band Blurt, die Anfang der 80er zerrissene hypnotische no wave-hymnen schrieb und Punk damit den Rückweg abschnitt. Für alle Fans von Tuxedomoon / Wire / o.ä ein Muss! \n \n +++Dada-Avan+++ http://www.stubnitz.comNach oben metasynapse Anmeldungsdatum: 06.10.2003 Beiträge: 63 Wohnort: Hamburg Verfasst am: Do Nov 20, 2003 1:39 pm Titel: >AltBauten< = „Die schönen Augen sinds“ ———————————————————————— Die schönen Augen sind’s, die mir das Herz durchdringen… Wozu dient eine nachträgliche Verewigung der Vergangenheit? Bei Padua wurde das Grab Francesco Petrarcas geöffnet (…) Wir treten ein ins zweite Zeitalter der Reliquien: Knochen entfalten, jenseits der symbolischen Pietät, auf einmal wieder eine magische Wirksamkeit kraft ihrer materialen Gegenwart. Während in der Basilika von Padua noch die Pilger den Sarkophag des heiligen Antonius berühren, damit ihre Gebete in Erfüllung gehen, haben nun Wissenschaftler der Universität Padua die Gebeine Francesco Petrarcas, des ersten Poeten der Neuzeit, aus seinem Grab in Arquà Petrarca entnommen. Sie erhoffen sich Aufschluss darüber, wie sein Gesicht aussah und ob er wirklich, wie berichtet wird, die für seine Zeit phänomenale Höhe von 1,84 m erreichte. Es ist auf diese Weise bereits gelungen, die Gesichtszüge des Evangelisten Lukas zu rekonstruieren (wenn er es denn wirklich sein sollte). Computergestützte Methoden machen es möglich, einem altgehüteten Skelett ganz neue Aufschlüsse abzugewinnen. (…) (…) Ein zwiespältiges Gefühl bleibt doch zurück vor so viel nachträglich verewigter Vergangenheit. Wie wird die Computergrafik die Augen Petrarcas wiedergeben? Es wird ihr kaum mehr gelingen als eine starre Notlösung, eine schauerlich untote Totenmaske. Die Augen, knochenfrei, vergehen spurlos, sterblichster Teil des Menschen und Spiegel seines unsterblichen. Niemand wusste das besser als Francesco Petrarca, der schrieb: „Die schönen Augen sind’s, die allerwegen / Lassen, was da mein Herr beginnt, gelingen, / Vor allem, wenn es gilt, mein Herz zu brechen. / Die schönen Augen sind’s, die mir durchdringen / Allorts das Herz mit ihrer Flammen Segen, / Dass ich nie müde bin, davon zu sprechen.“ (…) http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel565/ (*** SEITE DREI ***) BOWLING IN EIGENER SACHE (¿?) Er schmeichelt seinen Zuhörern, wird gefeiert für seine Attacken gegen Bush ˆ und versteht es wie kaum ein anderer, alles …= (Pommesfrites, Roland Barthes?¿ = („Mythen des Alltags“= Politische-Pommes-Parameter= >:::< = ¡Bitte/Danke!)= >DaDaDrom Graffiti Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde Seite 1 von 1 Bei Antworten zu diesem Thema nicht mehr benachrichtigen Gehe zu: GoDu kannst Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum mitmachen. Impressum Powered by phpBB 2.0.6 © 2001, 2002 phpBB Group

· operative Probleme mit Beuys & kegeln bei Kant
http://www.oben.de/go/history/20j/stasi_14.htm

Im AffBau= Im Kegel des Kleinkarierten bis Pep-Pieta

(…) O b diese satyrische Ueberschrift auf dem Schilde jenes holländischen Gastwirths, worauf ein Kirchhof gemalt war, die M e n s ch e n überhaupt, oder besonders die Staatsoberhäupter, die des Krieges nie satt werden können, oder wohl gar nur die Philosophen gelte, die jenen süßen Traum träumen, mag dahin gestellt seyn. Das bedingt sich aber der Verfasser des Gegenwärtigen aus, daß, da der praktische Politiker mit dem theoretischen auf dem Fuß steht, mit großer Selbstgefälligkeit auf ihn als einen Schulweisen herabzusehen, der dem Staat, welcher von Erfahrungsgrundsätzen ausgehen müsse, mit seinen sachleeren Ideen keine Gefahr bringe, und den man immer seine eilf Kegel auf einmal werfen lassen kann, ohne, daß sich der [3/4] w e l t k u n d i g e Staatsmann daran kehren darf, dieser auch, im Fall eines Streits mit jenem sofern consequent verfahren müsse, hinter seinen auf gut Glück gewagten, und öffentlich geäußerten Meynungen nicht Gefahr für den Staat zu wittern; – durch welche C l a u s u l a s a l v a t o r i a der Verfasser dieses sich dann hiemit in der besten Form wider alle bösliche Auslegung ausdrücklich verwahrt wissen will. [4/5]

Erster Abschnitt,

welcher die Präliminarartikel zum ewigen Frieden unter Staaten enthält. (…)

Hier gehts weiter=

http://www.philosophiebuch.de/ewfried.htm

· Gemischte Gruppe Installation von Stilla Seis [Bürgerservice°]
http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/bezirke/eimsbuettel/aktuelles/termine-und-veranstaltungen/ausstellung-gemischte-gruppe/start.html

»gemischte Gruppe«

Installation von Stilla Seis im Bürgerservice / Bezirksamt Eimsbüttel

vom 20.11.03 bis 31.12.03 Eröffnung: Donnerstag, 20.11.03, 15.00 Uhr Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch 7.00-14.00 Uhr; Donnerstag 12.00-18.00 Uhr

Die Ausstellung ist im:

Raum des Bürgerservices im Bezirksamt Eimsbüttel, Eingang Grindelberg 66 (EG) in 20139 Hamburg zu sehen.

Aufbau:

Reihung von 14 Colorfotografien auf KodakDuratransmaterial im Format 20x30cm an den Innenseiten der Glaswände des Eckgebäudes; die Bildflächen sind auf den Innenraum ausgerichtet.

Titel:

»gemischte Gruppe«

Die Bilder sind aus Fotografien einer gemischten Gruppe – Frauen und Männern unterschiedlichen Alters – entstanden; vorerst ist keine Ursache für die Zusammensetzung der Gruppe zu sehen. Bildausschnitt und Vergrößerungsmaßstab lassen zunächst keine Identifizierung zu; lediglich die persönliche Bekanntschaft mit einer der Personen ermöglicht, aus der Kenntnis von streng persönlichen Details, ein Wiedererkennen.

Geschichte:

Betrachter, die sich im Raum aufhalten, mischen sich mit der sie umgebenden Schar. Die Zusammensetzung der Besucher des Bürgeservices, also der möglichen Betrachter, scheint ähnlich grundlos, wie die Zusammen-setzung der ursprünglich abgelichteten Personen. Darin verbirgt sich der grundsätzliche Unterschied: während jeder Besucher am Empfang ein persönliches Anliegen hat, verbindet die dargestellte Schar ein gemeinsames Ziel. Jeder Besucher wird angeregt, seine Wahrnehmung in Bezug auf bekannte und unbekannte Personen seines sichtbaren Alltags zu sensibilisieren. Es kann die Frage entstehen, mit wem wir es tagtäglich zu tun haben.

gemischte Gruppe

Installation von Stilla Seis im Bürgerservice vom 20.11. bis 31.12. 2003

Raum des Bürgerservices im

Bezirksamt Eimsbüttel, 20139 Hamburg, Eingang Grindelberg 66, EG, montags, dienstags, mittwochs 7.00 – 14.00 Uhr , donnerstags 12.00 – 18.00 Uhr. Telefon 040/42801-21.00

· Wasser-Rechte= Nestle,s Ice Mountain Bottling Operation
http://michiganimc.org/

News: [Water Rights°]

Judge Orders Halt to Nestlé’s Ice Mountain Bottling Operation by Lou Blouin Email: louie (at) waterissweet.org 25 Nov 2003 Modified: 02 Dec 2003 Michigan Citizens for Water Conservation’s landmark suit against Nestlé Waters North America has ended in a court order to halt all spring water withdrawals from a site in Mecosta County, Michigan. Judge Lawrence Root handed down the order for Nestlé to terminate its spring water withdrawals earlier today in a markedly personal 68-page written decision. “I am holding that Nestlé’s pumping operations at the Sanctuary Springs must stop entirely,” Root wrote. “Further, I am unable to find that a specific pumping rate lower than 400 gallons per minute, or any rate to date, will reduce the effects and impacts to a level that is not harmful.” [ Summary and Order by Judge Root ] Read the full article… (8 comments) http://michiganimc.org//

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^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ ………………………………………………………………………………….^…….. News: Civil Liberties Police repression in Miami; two Michigan IMC reporters arrested by FTAA-Miami IMC 26 Nov 2003 Modified: 05:31:46 PM On Friday, November 21, around 200 activists gathered at the Miami-Dade County Jail to hold a peaceful protest and demand the release of those who had been arrested the day before. In what has become a hallmark example of the extreme repression that global justice activists faced this past week, the police demanded that the protesters disperse. Those who had gathered began walking away and moving down the street, where they were surrounded by the over 500 riot police that had surrounded the protesters. The police then attacked the dispersing crowd, chasing about 30 people into a corner. They shoved them to the ground and beat them. They gassed them at close range. The police arrested around 60 people, including journalists, legal observers, and medics. Two Michigan IMC journalists were arrested while doing news coverage of this event for the FTAA-Miami IMC. Coverage of police repression in Miami:

· Vom [Scheitern im Scheitern°]
Diese Inhalte sind Auszüge aus dem Buch „sch“, das im Oktober 2003 erscheint. Die Kunst des Scheiterns „Mit jeder Erfindung, ist der Unfall, das Scheitern mit erfunden.“ (Paul Virilio) von Nina Mayrhofer Kunst entzieht sich einer Definition. Das heißt einer einzigen Definition. Umso mehr entsteht hier ein Spannungsfeld zwischen dem so genannten Kunstmarkt und der Kommerzialisierung auf der einen und der „freien“ Hingabe des Künstlers aus Überzeugung an der Sache auf der anderen Seite. Kunst will Kunst und besteht auf ihrer Zweckfreiheit. Die Sinnhaftigkeit ergibt sich aus dem Werk und der Interaktion mit dem Betrachter. Oder auch nicht. Klare Abgrenzungen, wer denn nun ein Künstler sei, ist eben ein langes Kapitel einer unendlichen (Kunst-)geschichte. Das Klischee des frierenden Künstlers in der Dachkammer steht dem Bild eines Künstlers entgegen, der sich und seine Seele verkauft hat und dessen Werk der Kommerzialisierung anheim gefallen ist. Diese Schwarz-Weiß-Malerei ist aber im Grunde nicht mehr vorhanden. Fronten verschwimmen und Definitionen machen nur für ein begrenztes Publikum Sinn. Das Scheitern ist der Kunst implizit. Ein Künstler, der aus einem negativen Ereignis sein kreatives Potential schöpft, ist interessanter und griffiger als eine Person aus der „heilen Welt“, einer Kunstschule beispielsweise. Joseph Beuys Werk etwa lässt sich vielseitig durch seinen privaten Hintergrund erklären. Ein Flugzeugabsturz, die Rettung – Filz und Fett, das ihn vor dem Erfrierungstod bewahrte. Das Unglück, das Hinfallen mit Herzblut und scharfen Wunden ist nicht nur als Potential für produktive Kraft zu sehen. Das Scheitern, oder milder gesagt, das Misslingen im Prozess des Erschaffens liegt gerade in der Kunst auf dem Weg zu einem Ergebnis. Zehnmal schief gegangen, einmal Meisterwerk. „Solche Kunstwerke, wie sie heute üblich sind, kann ich gar nicht fertigstellen. Dazu fehlen mir Könnerschaft und Unverschämtheit. Ich beließ es daher besser bei gelegentlichen Bierdeckelskizzen und kletterte doch lieber wieder kunstlos durch die Irrenhäuser Hegels, anstatt im Kreis durch doofe Galerien.“ (Kapielski) Umsetzung seines Bildes im Kopf in ein für ihn gerechtes Medium. Dann das vollendete Werk. Das immer noch am Kunstmarkt an seiner Verkäuf-lichkeit scheitern kann. Ob van Gogh nur deswegen Berühmtheit erlangte, weil sich seine Bilder erst nach seinem Tode verkaufen ließen? Sozusagen das Ableben als Bedingung für das Aufstreben am Markt. Von diesem Erfolg konnte er nichts mehr mitbekommen und deswegen ist wohl sein Ziel ein ernst genommener Künstler zu werden fehlgeschlagen. Aus subjektiver Sicht. Das kann man heutzutage bestimmt nicht behaupten. Natürlich ist van Gogh erfolgreich. Das heißt, sowohl der Faktor Zeit als auch das individuelle Lebensziel und die Einstellung des Umfeldes gegenüber dem Produkt und dem Selbst sind die Kriterien für ein (erfolgreiches) Scheitern. Jedoch: Ist es mehr Misserfolg, wenn sich das Produkt verkaufen lässt, oder ist es dann ein wichtiges Werk einer Avantgardebewegung, die sich gegen die bis dahin geltenden Regeln und Gesetze sträubt? Nicht beantwortbar. Die Notwendigkeit des Scheiterns für eine Haltung abseits vom Main-stream gilt vielleicht als natürliche Ingredienz von Avantgarde bewegungen. Etwa der Dadaismus oder auch die Surrealisten waren zu ihrer Zeit nur für einen engeren ausgewählten interessierten Kreis zugänglich. Zugang im Sinne von Verständnis. Die konventionelle Sicht mag auch diese Kunstformen zu der Zeit als gescheitert angesehen haben. Vor allem was ihre tatsächliche Wirkung und ihren Einfluss auf sie umgebende Systeme – seien es politische oder gesellschaftliche – betrifft, mögen sie weitgehend ohne Erfolg gewesen sein. „Die Zeit heilt alle Wunden“ ist eine Floskel, die für das Scheitern im Bereich der Kunst eben die Rückkopplung eines Erfolges schaffen kann. Kunstgeschichte, und somit wohl eine Wertung des Erfolgspotentials eines Kunstschaffenden kann meist nur rückwirkend oder zeitverschoben passieren. Das bringt uns zurück von dem zu Lebzeiten wenig Geschätzten zu dem im Nachhinein hochgefeierten Kreativen. Die Bereiche der Kunst, die sich mit dem Scheitern schneiden, enthalten somit vielfältige Perspektiven. Einmal die erwähnte Spannung zwischen Künstler und seinem Produkt – das mehr oder weniger geschlossene System der Ideenfindung, Umsetzung oder Konzeption und des Schaf-fensprozesses. Andererseits die Sicht des Marktes auf Künstler und Produkt. „Unfertige“ Konzepte und Werke haben ihre Rechtfertigung selbst in diesem Stadium als Endprodukt und finden in eben diesem Kontext ihre eigenen Räume und Ausstellungen. Hier eröffnet sich die Möglichkeit der Offenheit des Kunstwerkes und des erweiterten Kunstbegriffes. Das Unvollendete bedeutet aber nicht zwingend ein Scheitern am Ausgangspunkt. Es gibt eine Transformation des Prozesses, die an einem selbstgewählten Punkt endet. Die Thematisierung des Scheiterns in der Kunst selbst liegt nahe an der Ebene des abgebrochenen Schaffens. Gerade aber das Unvollkommene erlangt das Interesse der Öffentlichkeit – etwa vor kurzem in der Ausstellung in Österreich „Fehlschläge? – Ein Exkurs über das Scheitern“ – und zeigt die mögliche Publizität des Unfertigen. Ein Blick auf Werke zwischen Gelingen und Misslingen und Misserfolg als Motor des Lernens. Der positive Auftrieb nach dem Fall als kreative Erweiterung und Lehre. Scheitern als „das große moderne Tabu“, wie der Soziologe Richard Sennett es beschreibt, ist hier wohl hinfällig. Die Thematik erfährt geradezu eine aufstrebende Popularität. Eben im Bereich der Kunst ist die Tragik von Geschichten und Leben hinter Werk und Künstler ein pushender Effekt. Die Ausweitung der persönlichen Geschichte des Künstlers, die Auslegen der Biografie auf seine Werke ist für ein Kunstverständnis problematisch. Durch Geschichten, Bilder in der Geschichte der Persönlichkeit, können sich Bilder im Kopf beim Betrachter und Rückschlüsse auf Intentionen des Künstlers ergeben. Interpretation eben. Das erleichtert das Verständnis ungemein, kann aber vielerseits zu groben Miss-interpretationen der tatsächlichen Intention führen. Und hier wird die Unvollkommenheit interessant. Perfektion ist zu glatt, zu einfach im Sinne von geradlinig. Daher sind „unvollkommene“ Werke auch so spannend. Sie scheinen Einblicke in die Arbeitsprozesse zu gewähren. Der Moment des Scheiterns liegt auf kurvigem Weg. Undefi-nierbarkeit macht vieles schwerer. Aber deshalb umso spannender. Definitionen sind Rettungsreifen. Kunst bezieht Definitionen. http://www.scheitern.de/

· Gunnar F. Gerlach >OHNE METAPHER< KP BREHMER
Gunnar F. Gerlach OHNE METAPHER – KP Brehmer, oder: Wie einer auszog „ein bißchen über das richtige Leben“ zu lehren

„Es gibt keinen anderen Weg, den sinnlichen Menschen vernünftig zu machen, als daß man denselben zuvor ästhetisch macht.“

Friedrich Schiller

„Ein weiterer Aspekt des „Readymades“ ist sein Mangel an Einmaligkeit weil die Replik eines „Readymades“ die gleiche Botschaft übermittelt;…“

Marcel Duchamp

„Weiter vor allem wurde aus der modernen Technik die künstlerische Montage gezogen, als Hilfsmittel in einer keineswegs mehr fertig oder eindeutig ge- schichteten Welt. Es ist eine Auswechslung, die bisher nur in der Groteske bekannt war, nun aber reicht sie vom frühen Photoklebebild (…) bis in die jähsten Verfremdungs-Einsätze, aus scheinbar wo ganz anders her, bei Brecht.“ Ernst Bloch

Worte können nur schwer das visuelle Werk eines Künstlers beschreiben der in visuellen und geistigen Zwischenreichen surreal agierte. (1) Wenn sie sich auch noch zu einer nachrufenden Erzählung über den Lehrer und die Lehre eines Künstlers verdichten sollen, der 21 Jahre – seit 1976 – an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg zwischen Künstler-Kollegen, Studenten, Kunstwissenschaftlern, Freunden (2) und der von ihm initiierten Galerie Vorsetzen kommunikative Netze knüpfte, können nur zentrale Aspekte Erwähnung finden.

Am 16. Dezember 1997 verstarb der Künstler und HfbK-Professor für Freie Kunst, KP Brehmer, plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Herz- und Hirnschlages. Geboren am 12. 9.1938 in Berlin, wurde er bereits in jungen Jahren bekannt und zu einem der wichtigsten Vertreter einer sich politisch artikulierenden Kunst. Als einer der Hauptvertreter der „Grafik des Kapitalistischen Realismus“ neben Sigmar Polke und Gerhard Richter entwickelte der gerlernte Reprotechniker und Klischeeätzer nach weiteren Ausbildungen an der Kunstgewerbeschule in Krefeld und Kunstakademie Düsseldorf eine aus der dem Surrealismus von Max Ernst und der Pop Art á la Richard Hamilton entwickelte, ganz eigene Formensprache, die in dauernden Zwischenzuständen oszillierte. Er nahm den optischen Menschen ernst und entlarvte zugleich die Suche nach Sinn, in dem er mit Farbskalen und ihren vermeintlichen Bedeutungen surreales Spiel trieb: seine „Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung“ legte bereits 197O frei, was jetzt globale Vernichtungs-Bedrohung ist: Das Großkapital in leuchtendem gold-gelb nimmt nimmt 7/8 der installierten Fahne ein. Spitzfindig wurde das dem alltäglichen Blick entgehende – z.B. die ideologische Bedeutung von Briefmarken als „Deutschen Werten“ – mit visuellen Mitteln enttarnt, wie die „Braunwerte“ am Beispiel des Testbildes im deutschen Fernsehen. KP Brehmer entsprach damit jenem von Herbert Read in seinem Buch „Erziehung durch Kunst“ analysiertem „optischen Typus“, der dem einfühlenden und integrierten Typus gleichgestzt werden kann: „…;er geht von der Umwelt aus und baut aus seinen optischen Erfahrungen eine synthetische Darstellung seiner Einzelwahrnehmung auf“. Dabei arbeitete er immer wieder mit den Möglichkeiten medialer Transformationen um zwischen Museums-, Sammler- und Volks-Ausgaben zu differenzieren, denn das „sind verschiedene Wege, Vertriebswege in dem Medienkomplex, als den ich den ganzen Kunstbereich betrachte“, formulierte er bereits 1971 bei seiner ersten großen Einzel-Ausstellung im Hamburger Kunstverein weitsichtig. Das handwerklich und technisch erlernte muß in Beziehung stehen zu den jeweiligen gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen, medialen Transformationen und der Notwendigkeit einer über alle Klassen und Schichten hinausweisenden Praxis.

Die verständnissinnigen Medienschichten zwischen Trivialität und Bedeutung, Schein und Tiefe, verwiesen bei ihm auf das zweigeteilte Goethesche Glück, wo die höchste Höhe einzig zu finden sei in der nächsten Nähe. Und dies wiederum fand seinen unmittelbaren Niederschlag im Umgang mit Menschen. Die Kunst reguliert und verbessert im Idealfall die gegebenen Bedingungen, hin zu intensiverer und genauerer Beobachtung in der eine innere und äußere qualitative Wahrnehmungssteigerung zu finden ist: Die „ideale Landschaft“ meditiert sich jeder Betrachter selbst zusammen. Den Zustand einer die Natur nicht mehr intuitiv begreifenden Gesellschaft ironisierend, überließ, es KP Brehmer der Statistik, hieraus Schlüße zu ziehen: das auf Zahlen reduzierte Gefühl wird zum Emblem der Unfähigkeit die Sinne in einem auf die tatsächliche, dialektische Realität zu richten. In der provozierten Ironie des sich selbst auf statistische Werte reduzierenden Menschen erscheint zugleich ein Hoffnungsstrahl, der auf die Möglichkeiten der Künste zielt. Sie dürfen mit beiden Seiten spielerischen Umgang pflegen. Schiller ließ freundlich grüßen und Ernst Bloch, der deutsch-deutsch-wißbegierige und literarisch philosophierende Großgeist, interpretierte „Goethes Zeichnung > Ideallandschaft <“ als einen Schriftzug Goethes im Geiste der „glücklichen Küsten mit feenhaften Bauten“ von Claude Lorrain: “ Hier lernt man atmen. Dies Blatt wirkt körperlich ein. Nur einer mit breiter Brust konnte das hinsetzen. Die Sonne, der Tempel bedienen sich des Raums….Im Bild ist etwas gut geworden.“ Geprägte Form, die lebend sich entwickelt, verweist hier auf jene wohl überlegte Mitte, über die Bloch sagt: „Das Bild lehrt viel, nicht zuviel.“ Hierin ist der von seiner Kriegs- und Nachkriegs-Erfahrung geprägte, strebende und lebende Mensch, Freund und Lehrer KP Brehmer wiederzuerkennen.

Am Naturmaß, am Umgang mit dem in seinen Widersprüchen und im Kapitalismus zum Überleben notwendigen Schizophrenien, wie Deleuze und Guattari dies analysierten, zeigt sich der Mensch genauer und tiefer – zwischen der Intuition zur Natur, dem analytischen Verstand (erlernbarem Wissen) zur Technik und der synthetischen Leistung, die für die Kunst als Erfindung von spezifischen Form-Inhalts-Korrelationen unabdingbar ist. In die Kurve gehen wie ein junger Hirsch, sagt der Volksmund. Zwischen den Extremen ein „bißchen das richtige Leben“ spüren und stiften. Dies vermittelte er stets mit großem Einfühlungsvermögen für die jeweils herauszuarbeitenden Qualitäten von Studenten und Freunden. Kleine Hinweise, ein kurzes, fast beiläufiges Herüberschieben einer Literatur, eines Kataloges, einer Abbildung oder eines musikalischen Werkes, trafen zumeist zielsicher das Interesse des Adressaten. Ohne jegliche Besserwisserei, als Gleicher unter Gleichen, war damit ein Rat gegeben, womit sich das Gegenüber beschäftigen sollte, um dem individuell erwünschten Ergebnis näher zu kommen. Hierin wurde KP Brehmer die Möglichkeit einer sozial gelingenden, intensiveren Kommunikationsebene in den letzten Jahren zunehmend wichtiger, als die letztlich doch nur auf Ding- und Warenfetischismus, Machtkampf und Eitelkeit hinauslaufende, individuelle Kunstproduktion.

„3o Jahre Arbeit in Kunst“ und „Schamanismus mit Klangbeispielen“ waren in den frühen 90er Jahren zwei von ihm gewählte Ausstellungstitel in der Galerie Vorsetzen in Hamburg mit programmatischem Charakter. Die Kunst als Arbeit definiert, entzerrt sie von hierarchischen und auf Ausgrenzungen abzielenden, bürgerlichen Bestimmungen. Die Natur des Klanges, kombiniert mit der Erinnerung an sozial notwendige Rituale für Auge und Ohr, wird zu einer Heilungsmetapher. Idealistisch und realistisch in Einem, drückte sich darin ein praktischer Eingriff ins Leben aus: die Realität des Scheiterns erkennen, aber nicht darin (selbst-) verliebt sein, sondern auf Veränderung setzen. Die Dinge der Welt sind von Menschenhand gemacht, also kann die Handlung mit Herz und Hirn positiv verändernd einwirken. Das erinnerte stets an die Überlegungen des sowjetischen Revolutionärs Sergej Tretjakov und seine Überlegungen zu einer operativen Kunst: „Wir haben keine Veranlassung, die Erzeugnisse der Kunst trotz all ihrer Verschiedenartigkeit und ihres spezifischen Charakters aus der Reihe der Dinge herauszugreifen. Die Erzeugnisse der Kunst sind die Instrumente zur Bearbeitung der menschlichen Emotionen. Das Erzeugnis der Kunst ist das Werkzeug für die direkte oder indirekte soziale Handlung.“

Die indirekte soziale und kommunikative Handlung drückte sich bei KP Brehmer als eine Art Lehre in und an der Natur aus. Die Einladungen an Studenten und Freunde aufs Land in seine Datscha in Vietze (Landkreis Lüchow-Dannenberg) dienten dazu in entspannter Atmosphäre das Wahrnehmen wieder ernst zu nehmen: als ein Wahrnehmen des wahrnehmens ohne normative Vorgaben. Der Moment des individuellen Entscheidens kreiert das Ich und gebiert durch repressionslose, freiwillige Auswahl den auch sinnlich vernünftigen Menschen. Hierin war KP Brehmer Rationalist. Angemessenes Verhalten und Handeln bis hin zum Kleiden verlangen ein Höchstmaß an präziser Wahrnehmung. Toleranz genüber dem anderen und fremden wird dann ein Gebot der Vernunft. Gleichermaßen muß zur Regulierung und Herstellung „des richtigen Lebens“, über das man „ein bißchen reden“ kann und muß, Einfühlungsvermögen und Intuition mit in den Hauptstrom einfließen. Ohne Sinnlichkeit, verstanden als aktive Arbeit an der für die Erkenntnis notwendigen Naivität und Sentimentalität (Friedrich Schiller!), kommen Mensch, Ding und Kunst nicht in ein ausgewogenes Maß. Die Liebe zur Natur, zu Pflanze, Kreatur und Mensch, ist dabei ein Glück des Empfangens. Deshalb muß die Freude des Gebens und Abgeben könnens dem Nehmen zur Seite gestellt werden. Die KP Brehmer auszeichnende Großzügigkeit im materiellen und immateriellen basierte damit stets auf dem Vertrauen und dem Wissen um die im Individuum ruhenden Selbstheilungskräfte, die durch soziale Handlungen in Bewegung gebracht werden müßen.

Der als Gärtner verkleidete Künstler hegt und pflegt sich selbst und die anderen. Und dazu gehörten wie selbstverständlich auch die berauschenden, die Sinne anregenden, Stoffe der Natur: „KP Brehmer ohne vin rouge gibt es nicht!“ Einer dieser klassischen, mit Augenzwinkern ausgesprochenen Sätze eines Künstler, der mit Aby Warburg – dessen Bilderatlas „Mnemosyne“ er bewunderte – um die Notwendigkeit des situationistischen Ein- und Ausschwingens wußte. Die Herstellung einer Atmosphäre bestimmt das Klima in dem sich etwas entwickelt. In diesem Sinne ist Klimaforschung Kunstwissenschaft.

Das Vetrauen in Menschen, denen er stets mit Neugier, Wärme, Verständnis und Solidarität begegnete, charakterisierte seine Lehre. Nur in der Transformation des Scheins erscheint die subversive Energie der Kunst: zwischen Subjektivität und Objektivität steht der noch erst werdende Mensch. Zwischen diesen Zeilen ist das „Leben ein bißchen zu lesen“. Dieses sich scheinbar einer objektiven Beschreibung entziehende „Gefühl“ ist jenes „zwischen den Fingerkuppen“, wie einer seiner berühmten Aufsteller (Nr.25, 1967) auf orale und taktile sexuelle Bedürfnisse aufmerksam machte. Das Freilegen von Stoff und Medienschichten animierte ihn auch dazu seine Aktivitäten auf das Reisen und Sammeln von chinesischer und afrikanischer Kunst zu lenken, denn für ihn gab es genauso wie für Johann Gottfried von Herder keine unterdrückenden Hierarchien in den Künsten, sondern historisch-gesellschaftliche Bedingtheit und Gleichzeitigkeit ästhetischer Erfahrungen. Dabei ist der eigentliche Mutterboden aller Kunst das Volk und Volksnähe ist ein künstlerisches Wertekriterium. Alle Völker sind künstlerischer Leistungen von Weltrang fähig und die Theorie von der linearen Abkunft der europäischen Hochkultur Versailler Prägung ist eine teleologische, volks- und kunstfeindliche Vergewaltigung der Geschichte. Kunst ist ein Welt- und Menschenphänomen, das wir in wechselseitiger Achtung, Verantwortung und Verpflichtung uns selbst und dann den anderen gegenüber leben lernen können. Die Märchenerzähler in Afrika sagen über eine Geschichte, die etwas ist, das sie allen gehört. Und so ist eine Erzählung von KP Brehmer, dem Menschen, Freund, Künstler und Lehrer vielleicht bezeichnend für seine Auffassung von den künstlerischen Räumen zwischen und über der Realität.

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in einem Doppelröhren-Bunker aus dem II. Weltkrieg in Hamburg-Eppendorf (Mai 1995), der „Sub-Bühne“, erzählte er unter dem Titel „Braunkohlen in Berlin“ die Geschichte seiner Rettung aus dem Keller des Hauses, in dem er als Kind wohnte. 1945 sollte das Haus durch sowjetische Soldaten gesprengt werden. Seine Mutter suchte verzweifelt ihren kleinen Sohn, und erinnerte sich daran, daß sich der kleine KP eine Höhle in den Braunkohlen gebaut hatte. Als sie im Keller ankam, wollte ein Soldat das Haus schon sprengen. Die Mutter erinnerte (!) plötzlich – und wie von Geisterhand gelenkt – ein paar polnische Worte ein, die sie selbst von ihrer Großmutter kannte und die nun in dieser panischen Situation wieder aufschienen. Der russische Soldat verstand glücklicherweise die polnischen Wort-Brocken, erkannte die Situation und half beim Suchen des kleinen Kindes. Sie fanden den kleinen KP hinter den Braunkohlen schlafend, dort, wo er so gerne spielte und konnten ihn rechtzeitig retten. In dem Moment, da der Soldat aus seiner eigenen Realität heraustrat und durch menschliches Verständnis, Mitleidsfähigkeit und Vetrauen in einen Zwischenraum über der Realität hineintrat, war eine Rettung möglich. So erst versteht man den von KP Brehmer noch acht Tage vor seinem Tod ausgesprochenen Satz: „Eigentlich bin ich ein Surrealist:“ Diese Energie wird über den Tod hinaus bei Kollegen, Studenten und Freunden im Gedächtnis bleiben.

Anmerkungen

1) KP Brehmer liebte das übermäßige zitieren und die daraus resultierenden Anmerkungen in Texten nicht, deshalb verzichte ich hier darauf. 1994 sagte er einmal zu mir:“Laß das doch lieber mit dem zitieren Deiner Lieblinge Adorno und Bloch. Du brauchst das gar nicht. Wenn ich die lesen will, verdiene ich genug Geld, um mir deren Zeugs zu kaufen. Ich will Dich lesen. Denk´mal drüber nach.“

2) Mein Dank geht an jene Freundinnen und Freunde, mit denen ich bis heute über den von mir als sehr schmerzhaft empfundenen Tod des Freundes KP sprechen konnte und die mir geholfen haben, die Dinge angemessen zu sehen: Anna Brenken, Claus Böhmler, Bogomir Ecker, Achim Hoops, Ernst Kretzer, Shan Fan, Jörg Stange, Julia Sudeck, Maria Tokyo und Chrisdian Wittenburg.

http://www.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-gerlach.html

· Prof. Sauerbier KP BREHMER
„Sicht-Agitation!“ Schlüsselbilder und Bilderschlüssel Die Reproduktion ist das Original ist die Reproduktion Von S. D. Sauerbier

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Die Nationalfarben gehören zu gesellschaftlich verbindlichen Zeichen, ihre Codierung ist konventionalisiert, historisch tradiert und formalisiert. Da man vor dem Staat nun mal nicht strammstehen kann, ist ein ‚Unterpfand‘, ein Medium, ein magisches Objekt vonnöten. Ehrbezeugung gegenüber der Flagge, das Hissen bei Trauer und Gedenken sind ritualisierte Handlungen und damit auch gesellschaftlich vereinbarte und überkommene Verhaltensweisen, deren regelhaft wiederholte Ausführung in gleicher Form obligatorisch ist.

Seinen Korrekturen der Nationalfarben wie anderen Arbeiten (Braunwerte oder Investitionsklima) hat Brehmer Legenden hinzugefügt, bekannt aus der graphischen Semiologie von Landkarten, Diagrammen, Schaubildern … Als Voraussetzung erforderlich ist, daß das Bild (und selbstverständlich die zu übertragende Botschaft) schon einmal codiert und daß Codes als Zuordnungsvorschriften ebenso wie Botschaft bekannt sind, sowohl als codierte wie als umcodierte Informationen. Als Code verstehen wir die „Vorschrift für die Zuordnung der Zeichen zi eines Zeichenvorrats, zu den Zeichen zj eines anderen Vorrats, mit dem dieselben Informationen wiedergegeben werden können“ .

Die frühere, von ihm interpretierte und die neue Botschaft Brehmers in seiner Korrektur der Nationalfarben gehören unterschiedlichen Bezugssystemen der Repräsentation an — und Repräsentation hat dabei unterschiedliche Bedeutungen: — Staat / Frankfurter Nationalversammlung — Weimarer Republik — BRD — DDR , — Politische Ökonomie / Klassen — Schichten …

Auch mit den Farbengeographien (1969-71) liegen mehrfach codierte Bilder vor. Entsprechend der Botschaft aus dem früheren Bezugssystem — von Brehmer verändert und umgedeutet, alsdann in ein Bild übertragen —, sind neue Anleitungen und Vorschriften gegeben, die als zweiter Code zur Verknüpfung der vorhandenen Elemente zugeordnet werden. Mitunter kombinierte Brehmer (um-)codierte Bilder und Texte mit Dingen des Alltags, etwa in seinen Aufstellern oder Schachteln. Wird die Codierung von Botschaften vermindert oder aufgelöst, so gehen Betrachter mehr und mehr von bloßer Wahrnehmung ‚unmittelbar‘ zu Benutzung oder Verarbeitung über — und bei zunehmender Unbestimmtheit ist mehr und mehr die Phantasietätigkeit des Betrachters gefragt. Der jeweilige Schüssel der Codierung von Farben ist von der vermittelten Information zu unterscheiden. Zudem müssen unterschiedliche historische Kenntnisse und heraldisches Wissen vom Betrachter ins Bewußtsein gerufen werden, selbst wenn es sich um so bekannte Sujets wie Briefmarken handelt — notwendig besonders bei subversiver Agitation, etwa im 3. Reich, für die oftmals Briefmarken benutzt wurden. Für gewöhnlich erscheinen Briefmarken in der Funktion von Geld, als Belege für entrichtetes Beförderungsentgelt. Ein anderer Aspekt: Briefmarken sind heutzutage wohl die beliebtesten Sammelobjekte, darin ähneln sie Kunstwerken. Ästhetischer und ökonomischer Wert haben in unserer Gesellschaft tatsächlich so gut wie nichts gemein — sie korrelieren allein durch Knappheit als Waren und ihrer Nachfrage. Briefmarken sind öffentliche, allgemein bekannte, konventionalisierte Zeichen. Werden sie zu Sujets von Kunstwerken und mit Kunstwerken verglichen, ist der Witz: sie unterscheiden sich dabei in ökonomischer Hinsicht überhaupt nicht von Kunst. Womöglich waren aus solchen Erwägungen gerade Briefmarken ein so beliebtes Motiv bei Fluxus-Leuten.

Kunst als Speicher — sinnliches Geschichtsbewußtsein Brehmer verglich die Aufbrüche der ‚Antikunst‘ mit ihrer späteren Nobilitierung. „Betrachte ich die Gegenwart und rufe mir die Lage vor 20 Jahren ins Gedächtnis, dann kann ich feststellen: Musealisierung hat oft Zerstörung bedeutet. — Kunst als gesellschaftliches Gedächtnis darf aber nicht verscherbelt oder mumifiziert werden.“ „Viele der kritischen Erzeugnisse sind historisch geworden und haben dokumentarischen Wert bekommen und behalten. Aber die Entfernung aus der Geschichte nimmt zu.“ Brehmer war sich über die restaurativen Momente in der BRD seit den 70er Jahren im klaren; das begann nicht erst mit dem Radikalenerlaß und reichte über den Deutschen Herbst bis zum Verteufeln und ‚Totbeten‘ alles Linken nach dem Fall der Mauer. Bürokratismus und Imperialismus sind zumindest zu Teilen erledigt, abgehakt — sind sie auch von der Linken bewältigt? Müßte nicht gerade jetzt eine Basis gegeben sein, um wenigstens einen Rest von dem durchzusetzen, was seit der Großen Französischen Revolution noch immer nicht verwirklicht ist und linke Intellektuelle wie KP Brehmer ertrotzen wollten?! „Gewiß ist man in der Minorität. Die gemeinsamen Ausgangspunkt und Ziele sind längst aus den Augen verloren, man hat sich auseinanderdividiert.“ Nach dem Untergang der DDR wurde endlich alles Linke in einen Sack gesteckt — und hohnlachend der DDR hinterhergeworfen. Alle Kritik der Linken am staatsbürokratischen Sozialismus schien vergessen, als hätte es je ‚real existierender Sozialismus‘ gegeben — schon in der Bezeichnung ist der Widerspruch frappant; die Behauptung zeigt gerade die Irrealität an.

Wahrnehmung und Aufbewahrung Von Interessen — wie wahr „Künstler werden zur Herrschaftsverstärkung heute nicht mehr oder noch nicht wieder gebraucht. Aber Kunst ist doch auch Aufbereitung kollektiven sinnlichen Gedächtnisses.“ Selbstverständlich war Brehmer Ideologe — nämlich Ideenforscher. Und ebenso selbstverständlich hat es Kunst nach Brehmers Auffassungen mit Fragen der Wahrheit zu tun. Das sagt sein schön paradoxer Satz „Alle Künstler lügen.“ Kunst gehörte für Brehmer unbedingt zum ideellen gesellschaftlichen Reichtum. Aufbewahrung — wahr ist darin nicht zufällig enthalten. Wenn der historische Prozeß auf eine veränderte Stufe gestellt wurde, so hieß das auch: jene Forderungen wachzuhalten, die historisch nicht eingelöst worden sind — und solche Forderungen betreffen die sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse ebenso wie die ideologischen Entsprechungen. Bei unserem letzten Gespräch ging es um solche Fragen, Brehmer konnte in Rage geraten: „Jeder Künstler muß ein Funktionär sein und dem Volke dienen“ — für mich schon lange nicht mehr gehörte Worte. Sozialistischer Realismus war Brehmer verabscheuenswert. „Die DDR erreichte Weltniveau im Abmalen. Aber einen gesellschaftlichen Auftrag, eine gesellschaftliche Verpflichtung verspürt doch ein jeder Künstler!“ Was aber Graphiker wie Staeck und Brehmer als Künstler unterscheidet: Brehmers ästhetische Strategie war nicht bloß Instrumentalisierung von ‚populären‘ Formen der Bildsprache, dem politischen Künstler ging es immer auch um die Thematisierung der Mittel und Medien, der Kommunikationsformen und Aneignungsweisen. In dieser Hinsicht betrieb Brehmer gleicherweise Kunst für Künstler — nach Walter Benjamins Devise: „Wer seine Kollegen nichts lehrt, lehrt niemanden etwas.“ Leicht einzusehen auch aus anderen Gründen: Brehmer kam als Reprotechniker selbst aus der Produktion — insofern immer ein Zunftgenosse aus der ’schwarzen Kunst‘ der Druckerei. Aus der druckgraphischen Produktion übernahm er technisch bestimmte Formen: Proben oder Raster, sogenannte Passer und — wie selbstverständlich — Farbskalen oder Farbtafeln Bemerkenswert ist hier desgleichen der Wechsel von Mittel und Gegenstand. Keinesfalls sind daher die Werke, die sich auf Landkarten, Schaubilder, Bilder-Statistiken beziehen, bloß didaktisch. Nicht wenige von Brehmers ‚Botschaften‘ erscheinen vorerst unausgesprochen. Und gar nicht selten ist Ironie im Spiel, wo Brehmer das Gegenteil dessen sagt, was er meint. Was bei Satirikern und Karikaturisten nur Mittel zum Zweck ist, hat Brehmer zudem als Gegenstand bearbeitet; betrieb er doch zugleich Information über das Medium und Aufklärung des Mediums. Aus den nämlichen Gründen hat Brehmer Rezeptionshandlungen zum Sujet gemacht, Aktivitäten, die mit Wahrnehmen, Ausdeuten und Schlußfolgern verbunden sind — der Künstler ist letztlich ja der erste Rezipient seiner Arbeit und Stellvertreter aller folgenden Rezipienten, wie andererseits wir an seine Stelle treten. Aufmerksamkeit und Wahrnehmung — Augenmerk — sind in etlichen Werken ein Thema für sich: etwa das Sehen anhand des Motivs Auge in Eye-Cream oder Augenfilm, aufblasbar (beide 1967) bis hin zu den Malereien Wie mich die Schlange sieht / Wie ich die Schlange sehe (1985). Mit den Aquarellen Mona für Paul (1985) nahm Brehmer Bezug auf die Ambivalenz der Rasterung von Bild-Schemata und -Mustern, wie sie inzwischen zum Medienalltag gehören. Solche Rasterung dient entgegengesetzten Zwecken: sowohl dem schnellen Wiedererkennen von ferne wie dem Unkenntlich-Machen, zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten — zudem als Experimentier-Material, um unser Vermögen zu untersuchen und zu erproben, ob mit gröbster Rasterung und Musterbildung wiedergegebene Objekte noch zu identifizieren sind. Mischung der Nationalfarben (1971) — ja was ergibt die Mischung wohl? Probleme der Wahrnehmung zeigen sich an der Doppeldeutigkeit und Mehrwertigkeit von Rastern; sie sind nicht nur für den Reprotechniker ein vertrautes Mittel — doch wird es für sich kaum in Betracht gezogen: in Farbmuster (Visualisierung politischer Tendenzen) (1971), auch Visualisierung politischer Tendenzen (Farbwerte) genannt. Kurzgeschlossen werden zwei Kontexte des Alltags — einerseits Exempel der Produktionssphäre, andererseits der Ideologie und Politik. Farbmuster und Farbwerte sind noch keine Bilder — und politische Tendenzen sind für sich noch keine Bildgegenstände, sie können nur übertragen ins Bild gesetzt werden. Beide Bereiche kommen zusammen in dem Aspekt der Werte; ironisiert und in Frage gestellt wird damit gleichfalls die vorgebliche Neutralität von Begriffen — hier in mehrfacher Bedeutung von ‚Werten‘: TV-Braunwerte bzw. Testbild II (TV-Braunwert) (1970). Werteverlust und Werteverschiebung ist anhaltend Thema der Erörterung. Nicht nur mit Blick auf Brehmers Trivialgrafik — allgemeiner mit Blick auf das Verhältnis der Künste und ihrer ‚Werte‘ — fragt sich: wie es bestellt ist mit dem Verhältnis von ‚High and Low‘, von Erhabenheit und Trivialität. Ästhetik hatte für Brehmer Bedeutung und Geltung als Lehre vom Wahrnehmen — aber eben auch Wahrnehmen von Interessen. Er nahm bildnerisch Bezug auf inner-ästhetische Widersprüche zwischen unterschiedlichen Disziplinen, Medien und Sinnen: zwischen Musik, Sprache und Bildender Kunst, zwischen auditiver, verbaler und visueller Kommunikation. Bilder einer (anderen) Ausstellung Bezeichnend erscheint, daß Brehmer sich lange Zeit mit Bilder einer Ausstellung befaßte, einer bedeutenden Komposition der Programmusik. Die Auseinandersetzung mit Modest Mussorgski markiert die Position KP Brehmers zu grundsätzlichen Fragen von Darstellung, Wiederholung und Nachahmung, von Reproduktion und Übertragung in der Kunst der Gegenwart — und zum Verhältnis der Künste. Zu seinem vielteiligen Werk in mehreren Versionen schreibt Brehmer: „Vorlage: 1874 vertonte Mussorgski zehn Bilder seines Freundes Viktor Hartmann. Die ‚Tongemälde‘ beruhen auf der sehr einfachen Fünftontechnik. Für jedes der zehn Bilder hat Mussorgski ein typisches musikalisches Motiv verwendet. Die einzelnen ‚Bilder‘ sind teilweise durch sogenannte Promenaden verbunden, die den Weg des Betrachters durch die Ausstellung schildern. Ausführung: 1. Version 1972/75 realisiert in New York 1975 (durch höhere Gewalt zerstört) 10 Tongemälde und akustische Installation Für dieses Projekt wurden Mussorgskis ‚Bilder‘ mittels elektronischer Verfahren (Sonagramme) ins Visuelle rückversetzt. Diese ‚Vorbilder‘ wurden die Vorlage für eine zehnteilige Malerei. Die Promenaden behielten ihre musikalische Form und wurden über Kassettenrekorder, die auf Sockeln entsprechend plaziert waren, reproduziert. Im idealen Fall sollte das Ausstellungspublikum durch die Promenaden durch die Ausstellung geführt werden. 2. Version 1976 graphische Blattfolge in Mappenform Die ‚Vorbilder‘ (Sonagramme) wurden nach graphischen Prinzipien als Radierungen umgesetzt. Die zehn Radierungen haben den New Yorker Komponisten Phil Corner zu einer erneuten musikalischen Umsetzung der ‚Bilder‘ angeregt. 3. Version 1979 Hier wurden für die Herstellung der ‚Vorbilder‘ neuere Techniken verwendet. Mittels Bildschirmwandler wurden konstruktive Formen entwickelt, die sich von der ersten, etwas expressiven Version wesentlich unterscheiden. Die akustische Installation ist mit der ersten identisch. Die elektronische Umsetzung der musikalischen Motive erfolgte unter der Mithilfe von Prof. Krause, TU Berlin.“ ‚Man muß nicht heiter gestimmt sein, um ein Scherzo zu komponieren.‘ „Der schöpferische Geist des verstorbenen Hartmann führt mich zu den Schädeln und ruft sie an: die Schädel leuchten sanft auf“ — so wird Mussorgski heute um des Schauders willen zitiert. Nicht nur naive Gemüter sind auf Nachahmung kapriziert, jeden Tag erwarten wir Wiederholungen von Bekanntem, wir suchen geradezu das vorgeblich Wiedererkennbare. Und diese Erwartungen konterkariert Brehmer mit Bilder einer Ausstellung. In der Programmusik kommt das sogenannte Bekannte aus anderen Medien und entstammt anderen Sinneswahrnehmungen, aber schließlich auch aus der Musik selbst als ‚Musik über Musik‘. Nach traditioneller Auffassung ahmen Programmusiker alles nur Mögliche im Bereich der Klänge und Geräusche nach: Olivier Messiaen den Vogelgesang, Claude Debussy das Meer oder Ludwig van Beethoven den Kriegslärm in „Wellingtons Sieg. Die Schlacht bei Vittoria“. Neben dem Hörbaren bezieht sich Programmusik in Analogie auf Sichtbares: Licht, Dunkelheit und Farbe und alle Arten und Grade von Bewegung. Doch ahmt Programmusik nicht nur außenweltliche Objekte oder Ereignisse nach, sondern ebenso innerseelische Realität; Programmusik ‚beschreibt‘ nicht nur Sinneseindrücke von Sachen und Vorgängen, sie drückt gleichfalls Empfindungen, Gefühle und Gedanken aus (zu Beginn dieses Jahrhunderts wird sie mit ‚Seelenmalerei‘ sowie mit ‚Körpermalerei‘ gleichgesetzt). All dies kommt in Mussorgskis Komposition vor: Geräusche und Klänge aus der Natur; Klänge aus der Außenwelt oder aber Schilderung von Bildern (sie haben diese ‚Außenwelt‘ bereits zum Gegenstand); schließlich Eindrücke Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Viktor Hartmanns respektive die Empfindungen und Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Werke. Bilder einer Ausstellung entstand 1874, ein Jahr nach dem Tode seines Freundes Hartmann, nach dem Besuch einer Gedächtnisausstellung. Wie Mussorgski auf Bilder, so haben viele Maler dann wiederum auf seine Musikstücke Bezug genommen. Etliche Arbeiten Wassily Kandinskys, wie z. B. Der gelbe Klang befassen sich mit Problemen der Synästhesie. Und Kandinsky hat 1928 Mussorgskis Komposition in Dessau als szenische Aufführung interpretiert. Unter den Orchestrierungen des Werks gilt die Maurice Ravels als Meisterwerk nach einem Meisterwerk. Die Rockmusiker Keith Emerson, Greg Lake und Carl Palmer machten zu Beginn der 70er Jahre Mussorgskis Komposition als Unterhaltungskunst populär; neben anderen Adaptionen gibt es eine ‚elektronische Version‘ der Komposition Mussorgskis von Isao Tomita. Musikgeschichtler nennen das Werk „gleichsam ‚vertonte Bilder'“, zehn Teile „programmatisch-deskriptiven Inhalts“, die Mussorgski „in musikalische Ausdrucksbereiche übertrug“. Die eingefügten ‚Promenaden‘ sind anscheinend die intimsten Teile der Komposition und stellen Empfindungen Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Hartmanns dar, Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Bilder. Die ‚Promenaden‘ Mussorgskis gelten als „Selbstporträt, wie er in (hörbar) wechselnden Stimmungen die Ausstellung durchschreitet“ . Mussorgski selbst schrieb sogar, daß in ihnen „mein geistiges Abbild erscheint“. Daß er die ‚Promenaden‘ für den geneigten Betrachter beibehält, wirft ein Licht auf KP Brehmer. Bilder einer Ausstellung weisen vielfältige Wechsel von Medien, Funktionen und Strukturen auf. Wiederholt lösen die Autoren bzw. Produzenten einander ab. Der Bilderzyklus selbst läßt eine Kette von Interpretationen erkennen. Mehrmals gibt es einen Austausch von Stoffen, Inhalten und künstlerischen Medien. Auch ein mehrfacher Wechsel der Funktion von Gegenstand und Mittel der unterschiedlichen Werke tritt klar zutage. Und es gibt Austausch und Übergänge zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen oder Teil-Systemen des ‚Kommunikationssystems Kunst‘. Mit Blick auf die verschiedenen Systeme von Zeichenträgern ist der Wechsel von artistischem und technischem Medium zu konstatieren. Schließlich läßt sich die Alternation von unterschiedlichen Sinneskanälen feststellen. Von Interesse sind dabei die Übergänge zwischen homogenen resp. heterogenen Medien. Beethovens Schlacht bei Vittoria zeigt innerhalb homogener Medien den Austausch von Hörbarem mit Hörbarem auf. Mussorgski wechselt von Sichtbarem zu Hörbarem, zwischen heterogenen Medien. Bei Brehmer findet mehrfacher Transfer zwischen heterogenen Medien statt: von Sichtbarem ® Hörbarem ® Sichtbarem ® Sichtbarem. Visuelle Vorlagen Mussorgskis sind die Bilder von Viktor Hartmann — Mussorgskis Klaviersuite, orchestriert von Ravel, ist auditive Grundlage für die Sonagramme, Gegenstände von Brehmers Aneignung. Brehmer malt nicht ’nach‘ Musik, sondern überträgt technische Aufzeichnungen von Musik in Malerei; die Musik bleibt ‚indirekter‘ Gegenstand der Interpretation durch Brehmer. Modest Mussorgski war mit Fragen der Synästhesie und der ‚Chronoästhesie‘ befaßt, Synästhesie als Verknüpfung oder Übergang zwischen unterschiedlichen Sphären der Sinne und der Medien. Gleichzeitigkeit und ‚Nachzeitigkeit‘ oder Abfolge von Sinnesreizen, die zueinander in Beziehung treten, beschäftigten Komponisten in seiner Nachfolge. Programmusik vermittelt zwischen unterschiedlichen Realitäten. Ist schon bei Mussorgski der Grad der Vermittlung hoch, so nimmt sie graduell mit Brehmers Interpretation rapide zu. Will man von der Natur als einer ‚Stufe 0‘ ausgehen, so erscheint am Ende die Natur, wenn überhaupt, nur äußerst vermittelt: Mussorgski: Kunst ® Kunst ® Natur KP Brehmer: Kunst ® Technik ® Kunst ® Kunst ® Natur. Medien als Trägersysteme von / für Zeichen sind zu unterscheiden in — natürliche Zeichenträger; zumeist einseitig, nur vom Wahrnehmenden als Zeichen interpretiert, nicht mit der Absicht der Mitteilung gesetzt, — technische Zeichenträger auf naturwissenschaftlicher Basis, zunächst nur Signale, — und artistische Zeichenträger, insbesondere der Künste. Es seien einige Stufen beim Wechsel, Austausch und Übergang von Medien, Funktionen und Strukturen benannt: — Skizzen zu den Bildern, denen Hartmann nachgearbeitet hat, — die realen Bilder Hartmanns, die Mussorgski vor sich hatte, — mögliche Sujets für den Komponisten sind Reproduktionen nach Gemälden. — Zu den Bildern lassen sich mögliche schriftliche Kommentare annehmen. Weitere Stufen der Interpretation: — die Musik, ihre Notationen und ihre Wiedergaben — ebenfalls in Stufen der Interpretation, — Mussorgskis Partitur, Ravels Orchestrierung als weitere Interpretation, — Aufführungen von Mussorgskis Stücken, — technische Aufnahme von Stücken des Komponisten. Die ‚Vorlagen‘ für die Bilder von Brehmer waren Standbilder von Sonagrammen zu Mussorgskis Musik — und damit bereits Umcodierungen von einem auditiven in ein visuelles Medium. Brehmers Gemälde nach den technischen Re-/Produktionen sind selbst wiederum Gegenstand von technischen Reproduktionen von Bildern; am Ende stehen die technischen Reproduktionen nach Brehmers Gemälden hier im Katalog der Ausstellung … Interpretation ist immer auch Zeichenersetzung — das aktuell ap/perzipierte Zeichen wird in unserem Geist durch ein Zeichen entsprechend unseren Kenntnissen und Erfahrungen abgelöst. Im einzelnen mag der Betrachter die Äquivalente beim Übergang bestimmen: Ist es bei Mussorgski ein buchstäblicher, wortwörtlicher Übergang oder eine Art Metaphorisierung? Wie hat er seine Eindrücke im Ausdruck des Eindrucks von der Malerei ‚wiedergegeben‘? Etwa jeweils seinen Eindruck vom Ausdruck der Malerei? Kunst-Druck: Die Kunst unter Druck gesetzt Was seine Stellung zu Bestrebungen angeht, die Kunst zu bekämpfen, so entwickelte KP Brehmer in den 60er Jahren eine Haltung „aus taktischen Gründen“ : er wollte indes die Kunst nicht „entmythologisieren“: „Wir sind zur Zeit darauf angewiesen, die vorgegebenen Institutionen — Kunstvereine, Museen, Galerien usw. — zu benutzen.“ Als Parole hatte er ein schönes Wort gewählt: „Sichtagitation!“ Kein ‚Marsch durch die Institutionen‘ schwebte ihm vor — er setzte auf Unterwanderung. Sollte die Wirkung „vom Inhalt her passieren“, so war er doch der festen Überzeugung: „Die Wirkung einer Botschaft wird immer von der Qualität des Transportes bestimmt sein.“ Hatte er bei Versuchen, massenwirksame Kunst zu schaffen, bei der massenhaften Vervielfältigung angesetzt, um „mit Massenauflagen so etwas wie Volkstümlichkeit“ erreichen zu können, so nahm er diese Auffassung Anfang der 70er Jahre zurück: „Ich habe am Anfang hauptsächlich Klischeedrucke gemacht, die absolut authentisch reproduzierbar waren.“ Und er beschloß dann: „Rückzug; diese ganze Geschichte mit der absoluten Reproduzierbarkeit liegen lassen …“ Schließlich schien ihm „die Sache mit der Massenauflage, eigentlich ein Witz, eine Utopie“. Seine Stellung zu Fragen von Darstellung, Abbildung oder Zurschaustellung und Demonstration verallgemeinerte Brehmer zu „Visualisierungsproblemen“: „zum Beispiel das Problem, ästhetische Prozesse analog realen Prozessen darzustellen“. Entscheidend war für ihn dabei „der Symbolwert, nicht der psychologische; und die Darstellung eines Prozesses. Die Skala ist eine gute Möglichkeit, um Bewegung zu demonstrieren. Das Bild hat ja einen Nachteil: Es kann nur eine bestimmte Situation abbilden. Wenn ich verschiedene Dinge anbiete, indem ich sie nebeneinander stelle, kann ich zum Beispiel durch die verschiedenen Farbsprünge, indem ich Symbolwerte durch die ästhetische Veränderung präsentiere, Tendenzen und Prozesse visualisieren“. „Entpersonalisierung, Anonymisierung, Entsubjektivierung!“ forderten in den 60er Jahre nicht wenige Künstler, und sie verlangten, sich nicht als Künstlergenie zu gebärden, sondern sich möglichst unkenntlich zu machen. Wie weit sind diese Ideen von denen der heutigen gernegroßen ‚Malerfürsten‘ entfernt, den ‚Herren der Ringe‘?! „Eigentlich habe ich sehr selten eine Sache ganz allein gemacht; es sind meistens Dinge, die übernommen wurden. Ich versuche, die Dinge möglichst objektiv zu machen und mich selbst rauszuhalten. Das andere bleibt nachher beim Betrachter.“ — „Ich kann ihm nur Material liefern. … und im Idealfall wird er sich äußern oder er wird selber aktiv werden.“ Zunächst sind es buchstäbliche Handlungen, die er mit seinen Aktionsgrafiken vorsieht. Alsbald reduziert er sie allerdings auf ‚ideelle Handlungen‘ — Meditationswand ist ein Beispiel aus der Reihe der Idealen Landschaften. Brehmer propagierte keineswegs, sich in Beschaulichkeit zu versenken, kein In-sich-Kehren, keine Kontemplation, die Benjamin dem ‚auratischen Kunstwerk‘ zugeschrieben hatte — im Gegensatz zur ‚Zerstreuung‘, die dem „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ angemessen sei. Dergestalt dargestellt. Fragen der Darstellung Brehmer stellt fest, Brehmer verdoppelt, Brehmer hält dem Betrachter den Spiegel vor — zur Reflexion, Brehmer dokumentiert, Brehmer untersucht, Brehmer interpretiert, Brehmer deutet, Brehmer kritisiert, Brehmer verstärkt, Brehmer karikiert — aber eben immer in einem anderen Kommunikationssystem. Gegenstand oder Objekt von Darstellung sind Dinge, Menschen und Ereignisse — ebenso Situationen und Beziehungen usw., es sind vergangene, gegenwärtige und zukünftige, mögliche und irreale Gegenstände. Brehmers Position kann mit einem Begriff von Darstellung ermittelt werden, der sich an Hans Heinz Holz orientiert. Daraus geht hervor, daß Gegenstand von Darstellung nicht bloß das abgebildete / wiedergegebene Objekt, und zudem nicht nur der Eindruck von diesem Objekt, sondern daß Gegenstand von Darstellung die Stellungnahme des Darstellenden zu seinem Eindruck von diesem Objekt ist. Schon die abgebildeten ‚Objekte‘ bei Brehmer sind vielfach gar keine Dinge / Menschen / Situationen / Ereignisse in der Außenwelt, sondern in der ‚Welt der Zeichen‘: bereits abgebildete Dinge / wiedergegebene Menschen / schon aufgezeichnete Situationen / längst geschilderte Ereignisse … Auch ist Brehmer keinesfalls mit der Nachahmung eines Eindrucks von einem Objekt befaßt — vielmehr sind die Aufzeichnungen von solchen Eindrücken, Empfindungen oder Gefühlen seine Gegenstände, Sujets, Motive. Und vielfach ist er gar nicht mit der Nachahmung einer Stellungnahme zu einem Eindruck von einem Objekt selbst beschäftigt — statt dessen eröffnet er oftmals den Betrachtern erst Möglichkeiten zur eigenen Stellungnahme. Brehmer überschreitet einerseits Darstellung, besonders mit seinen Verweisungen, Legenden und Anweisungen — andererseits unterbietet er Darstellung mit dem Zurschaustellen von bloßen Sachen, insbesondere mit den Aufstellern und den Aktionsgrafiken. Farbmusterbuch oder Druckfarbenmuster — schon die Bezeichnungen Brehmers verweisen auf eine Haltung, Kunstwerke als brauchbare / nützliche / zweckgemäße Mittel aufzufassen. Nicht die Attitüde des Antiprofessionalismus eines George Maciunas findet hier Ausdruck, sondern eher die Auffassung, dem Rezipienten selbst auf Grund der eigenen Erfahrung die Kompetenz zur Begutachtung zuzugestehen und die Dignität des ‚Experten‘ in Frage zu stellen. Gründlich ändern sollte sich die Haltung des Rezipienten. TV-Braunwerte (1970), auch Testbild II (TV-Braunwert) genannt, weist auf solche Intentionen hin. Die Probe aufs Exempel machen …, den alltäglichen Faschismus ermitteln … Aus dem inzwischen nicht mehr gesendeten Fernseh-Testbild-Muster war ohne große Mühe ein Hakenkreuz ‚herauszulesen‘. Die Haltung des Betrachters gegenüber dem reproduzierbaren Kunstwerk ist, Walter Benjamin zufolge, die des Testenden — und nicht mehr die kontemplative Haltung des Sich-Versenkenden, sondern des Begutachtenden. Dementsprechend dienen einzelne Felder zum Eintragen durch die Betrachter. Interpretation kann man — vor jeder Ausdeutung und Bewertung — zunächst als Ersetzen und Austauschen von Zeichen auffassen. Damit wir überhaupt etwas wahrnehmen und verstehen können, müssen wir die außenweltlichen Signale in bewußtseinsinterne überführen; jede Wahrnehmung ist insofern bereits ein Ersetzen und Austauschen — umso mehr ist das Aufnehmen und Verarbeiten von Zeichen Interpretation. Brehmer machte diese Problematik exemplarisch zu seinem Thema, er führte Wechsel und Austausch von Medien durch, demonstrierte Übergang und Ablösung von Zeichensystemen, bildnerisch und sprachlich Verschlüsselung und Umcodierung. Mit einfacher Nebeneinanderstellung oder ‚Juxtaposition‘ (Susan Sontag), mit kruden Dingen und Ereignissen oder aber mit bloßen Ideen waren viele der gleichzeitig arbeitenden Fluxus-Leute befaßt. Bei ihnen war der Aufbau von Zeichen zu beobachten, wenn etwa bloße Sachen zu Bildzeichen oder Sprachtexten werden, und andererseits die Verminderung von Bildern oder Sprache auf einfache Dinge und Handlungen, vor allem aufs Bild als Objekt: er dagegen führt vor — Mittel sind ihm dabei etwa Löcher in der Bildoberfläche wie in Klassische Skala, Farbmuster (1969), die Durchblick auf die Wand des Ausstellungsraumes bieten; oder er präsentiert Arbeiten als Boden-Stücke wie Braunwerte 68-73 (1969) oder Briefmarken-Bögen (1967). Über die Bilder. (Bilder ansehen; Über Bilder reden; Über Bilder mit Händen und Füßen reden) (1979) vermindern die Bilder um Sprache — Brehmer zeigt Gemälde nach gerasterten Aufnahmen von Hirnaktivitäten beim Sprechen über diese Bilder: Reduzieren von Metasprache bei gleichzeitigem Medienwechsel. Die verschiedenen Medienübergänge in den Werken Brehmers verlaufen aufsteigend oder absteigend: auch läßt sich der Aufbau von Zeichen, die Generierung feststellen ebenso wie der Abbau, die Degenerierung von Zeichen. Er führte sie gleichsam auf einer mittleren Ebene durch: vorgefundene ideologische Codes, gegebene Zeichensysteme, im gesellschaftlichen Alltag verbreitete Muster der Aufmerksamkeit und Notiznahme, alltägliche Modelle der Wahrnehmung (im engeren Sinne des Identifizierens und Vergleichens) und oftmals triviale Schemata der Interpretation (bis hin zu Bewertung und Übergang zu Handlungen). Brehmer wechselt die Bezugnahme von Bild- oder Sprachzeichen: tauscht Referenz-Objekte und -Aspekte aus. Er setzte zunächst an bei Übergängen zwischen homogenen Medien, z.B. Bild ® Bild oder Sprache ® Sprache; und er gelangte zu Austausch, Transfer und Ablösung zwischen heterogenen Medien, z.B. zwischen Sprache, Bildern und Dingen, Handlungen und Ereignissen, schließlich zu Übergängen von natürlichen über artistische zu technischen Medien. So findet schließlich die wechselseitige Thematisierung von Medien selbst statt, und Brehmer setzt Medien in Verhältnisse von Gegenstand und Mittel, von Objekt- und Metazeichen.

Der obige Text ist nur ein Fragment bitte hier weiter lesen= http://www.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-sauer.html

· Umberto Eco [Die Kunst der Provokation] Kauft das Kauf
Titel: Umberto Eco+[kauft das kaufen°]+Die Kunst der Provokation+

———————————————————————— Ein genialer Verkäufer

Das System Berlusconi funktioniert in Italien perfekt – und ist nur mit den eigenen Waffen zu schlagen / Von Umberto Eco

(…) Wenn es wahr ist, dass die noch nicht von Berlusconi kontrollierten Medien nur die sowieso schon Überzeugten erreichen und der größte Teil der Öffentlichkeit den ihm hörigen Medien ausgesetzt ist, bleibt nichts anderes übrig, als diese Medien zu ignorieren. Auf ihre Art waren die girotondi bereits ein Element einer neuen Strategie, aber wenn ein oder zwei Umkreisungen von Parlaments- oder Gerichtsgebäuden Aufsehen erregen, wecken tausend Demonstrationen dieser Art nur noch Überdruss. Wenn ich sagen soll, dass die Tagesschau eine Nachricht unterdrückt hat, kann ich das nicht in der Tagesschau sagen. Ich muss auf Taktiken wie das Verteilen von Flugblättern oder Videokassetten zurückgreifen, auf Straßentheater, Tamtam im Internet, Kommunikation über mobile Bildschirme, die an verschiedenen Punkten der Stadt aufgestellt werden, und was sonst noch alles die neue Phantasie des Virtuellen ersinnen mag. Da man die desinformierten Wähler nicht durch die herkömmlichen Medien ansprechen kann, muss man eben neue erfinden. (…)

Bitte den vollständigen Text lesen: http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/240/20220/

· Max Jacob [Gedichte = „Ein Dichter-Vordenker der Surrealisten“]
Max Jacob

Einige Gedichte aus Le cornet à dés

Deutsch von Johannes Beilharz Die Bettlerin von Neapel

Als ich in Neapel lebte, stand an der Tür meines Palastes eine Bettlerin, der ich stets vor dem Einsteigen in den Wagen Kleingeld zuwarf. Erstaunt, weil nie ein Dank kam, schaute ich die Bettlerin eines Tages an. Als ich sie so betrachtete, sah ich, daß das, was ich für eine Bettlerin gehalten hatte, ein grün angestrichener Holzkasten war, der rote Erde und einige halb verfaulte Bananen enthielt.

(La mendiante de Naples)

Das Opfer Abrahams

Zur Zeit der Hungersnot in Irland sagte ein Anbeter leidenschaftlich zu einer Witwe: »Ein Schnitzel von Euch, meine Göttin!« – »Nein!« sagte die Witwe, »ich möchte diesen Körper, den zu bewundern Sie die Gnade haben, nicht verunstalten.« Aber sie ließ ihren Sohn kommen und schnitt ihm ein schönes blutiges Stück aus der Schnitzelgegend heraus. Behielt der Junge eine Narbe zurück? Ich weiß es nicht; er heulte biblisch, als er ins Schnitzel geschnitten wurde.

(Le sacrifice d’Abraham)

http://www.jbeilharz.de/jacob/cornet.html

· Verteidigung der Gegenwart >DIE ZEIT< Nr.48 (metasynapse im Kontext)
Selbstversöhnung

Verteidigung der Gegenwart

Auch im Internet streiten Deutsche über ihre Vergangenheit. Mit Möllemann und Walser kämpfen sie gegen die Political Correctness der 68er

Von Christian Staas

Ob sich die Deutschen nun tatsächlich mit sich selbst versöhnen, sei dahingestellt – debattenmüde sind sie jedenfalls nicht. In den Online-Foren von Spiegel, Tagesschau und Süddeutscher Zeitung, auf unabhängigen Web-Seiten und bei Anbietern wie freenet.de diskutieren sie über den Umgang mit der deutschen Geschichte, als hätten sie das Thema gerade erst entdeckt. Da geht es um Hohmanns „Tätervolk“-Rede, um das Holocaust-Mahnmal in Berlin und um das geplante Zentrum gegen Vertreibungen. Selbstversöhnung wird, je nach Standpunkt, entweder herbeigewünscht oder befürchtet; die Auseinandersetzung selbst ist unversöhnlich: „Wenn ich Lust auf Diskussionen mit Fundis habe, dann fliege ich zu den Originalschauplätzen in Kandahar.“ – „Ihre Argumentation pegelt sich immer mehr auf Streetgang-Niveau ein.“ – „Lernen Sie erst mal lesen!“

Anhand von zufällig ausgewählten Netzdebatten auf „die Deutschen“ zu schließen, ist natürlich ein Problem. Die wenigen, denen man im Internet beim Streiten zusehen kann, bilden ein undurchschaubares Kollektiv: Sie nennen sich „Baguette“, „metasynapse“ oder „Walhalla2“, sind wahrscheinlich überdurchschnittlich informiert, in der Regel männlich, zwischen 25 und 40 Jahre alt und mitteilungsbedürftiger als der Rest. Repräsentativ sind ihre Gespräche mit Sicherheit nicht. Immerhin aber geben sie einen groben Einblick in den deutschen Selbstfindungsdiskurs, wie er, so oder so ähnlich, auch in WG-Küchen, Kneipen oder zu Hause am Esstisch geführt wird.

(…) Hier bitte weiterlesen:

http://www.zeit.de/2003/48/Internet

DIE ZEIT 20.11.2003 Nr.48

· Selbstbeschränkung – eine unmögliche Notwendigkeit? [Peter Dürr]
Selbstbeschränkung – eine unmögliche Notwendigkeit?

Ökologische Herausforderungen an die Berliner Republik Hans-Peter Dürr

Auftaktveranstaltung der Projektgruppe „Grüne Akademie“ in der Heinrich-Böll-Stiftung am 16./17. Juni in Berlin

(,,,,,,) Die Lebendigkeit auf dem untersten Niveau wird auf Ebene unserer Lebenswelt nicht mehr sichtbar, weil sie ausgemittelt ist. Das ist ungefähr so, wie wenn Sie einen Ameisenhaufen aus großer Entfernung ansehen. Er sieht dann wie ein starrer Kegel aus. Aber wenn Sie näher herangehen, dann sehen Sie, da ist ein Haufen Leben. Doch so genau schauen Sie gar nicht hin. Oder wenn Sie das Leben einer Stadt statistisch betrachten, dann entgeht Ihnen, was mit dem Leben der einzelnen Individuen zu tun hat. Wenn wir also eine große Ansammlung von diesen Wesenheiten (ich will sie absichtlich nicht Teilchen nennen) haben, kommt diese Determiniertheit heraus, die wir aus der „klassischen Physik“ kennen – aber nur im statistischen Mittel. Alles muß dabei gut durchgemischt sein, damit es zu dieser Konsequenz führt. (……..)

http://oeko-net.de/kommune/kommune10-98/b-duerr.htm

· Graffiti-Kongress [Peter Gorson]
Peter Gorsen:

„Graffiti und Art Brut“

(;;;;) Es geht im folgenden nicht darum, Graffiti durch einen Vergleich mit der Kunst der Irren oder der Bildnerei der Geisteskranken zu pathologisieren. Dies wäre heute schon wegen der stattgefundenen Integration des Graffito in die nicht mehr schönen Künste und ihre ästhetischen Grenzüberschreitungen, wie Arbeiten von Fautrier, Mathieu, Wols, Dubuffet, Tapies, Twombly, Penck, Vautier zeigen können, völlig absurd. Außerdem ist das Graffito aus der Vor- und Frühgeschichte der bildenden Kunst nicht wegdenkbar. Es geht im folgenden auch nicht darum, dass eingekerkerte oder hospitalisierte psychotische Menschen in ihrer visuellen Umgebung gelegentlich Graffiti hinterlassen haben und dies bis heute illegal oder legal in eigens vorgesehenen Ateliers und auf kontrollierten Flächen tun. Spontane Kratz- und Kritzel-Graffiti sind in der Art Brut von Gaston Chaissac bis August Walla häufig anzutreffen. Hier wie dort geht es um Direktheit und Schnelligkeit der Ausdrucksübertragung ohne komplizierte, technische Präparation des Untergrundes. Zur Kultur der Grundierung trugen eher ungewollt die Ordnungsbehörden mit ihren Reinigungsprozeduren bei. Viel mehr interessiert uns, ob und wie Graffitisten und Artbrutisten in einer vergleichbaren Position der kulturellen Ausgegrenztheit wirken und kreativ werden. Beide, Graffitisten und Artbrutisten, arbeiten nicht in der Konvention der Stilkunst. Ihre Stiladaptionen sind selektiv und transformativ, wenn man beispielsweise an die Einflüsse der Pop Art denkt, die mehr aus der Ästhetik des Alltagslebens als aus der Kunstgeschichte schöpfte. Graffitisten und Artbrutisten sind durch keinen Kunststil gebunden. Diese Unabhängigkeit und dieses Außenseitertum gilt es zu beleuchten. Jean Dubuffet hat erstmals 1947 zwei Ordnungen in der Kunst festgestellt: Es gibt die gewohnte Kunst (oder die geschliffene) (oder die vollkommene) (sie wurde, je nach der Mode der Zeit, klassische, romantische, barocke Kunst oder wie auch immer getauft, aber es ist immer die gleiche, und es gibt Art Brut, Kunst in der Rohform (die ungezähmt und flüchtig ist wie ein Reh). Verstanden werden darunter Werke von Personen, die unberührt von der kulturellen Kunst geblieben sind, bei denen also Anpassung und Nachahmung gegenüber den Traditionen von Stil und Volkskunst gleichermaßen kaum eine oder gar keine Rolle spielen. Die Autoren dieser Kunst beziehen also alles (Themen, Auswahl der verwendeten Materialien, Mittel der Umsetzung, Rhythmik, zeichnerische Handschrift usw.) aus ihrem eigenen Inneren und nicht aus den Klischees der klassischen Kunst oder der gerade aktuellen Kunstströmung.“

Dubuffet hatte seine intensive Sammeltätigkeit der für Art Brut erkannten Werke in den folgenden Jahren zu einer Kritik am damals inflationären Informell und Tachismus erweitert. Es kam darüber hinaus zu einer prinzipiellen Verurteilung aller institutionalisierten Formen der Kunst und der Kunstmarkt-Kunst, denen er die aus eigenem Antrieb entstandene Art Brut, ein subversives Potential kulturell unabhängiger Phantasien gegenüberstellte. Dubuffet hielt dieses Potential wie überhaupt die Antriebe zum künstlerischen Schaffen nicht für ein Privileg außergewöhnlicher Individuen, sondern sie seien in allen Menschen reichlich vorhanden. Die herrschende Kunstszene sei von anerkannten Mythen, sozialen und kulturellen Leitbildern viel zu sehr konditioniert und verunstaltet. Ziel unseres Unternehmens ist die Suche nach Werken, die dieser Konditionierung so weit wie möglich entgangen sind und aus denen wirklich neue geistige Auffassungen hervorgehen, grundsätzlich verschieden von dem, was wir gewohnt sind. So avancierte die Art Brut zum Modellfall und Vorbild einer gesellschaftlich unangepassten, kulturkritischen bis kulturfeindlichen Einstellung. Dubuffet verbindet mit seinem Playdoyer für die Unangepasstheit ein echtes schöpferisches Bedürfnis (in das sich kein Konkurrenzdenken, kein Streben nach Applaus und sozialem Fortkommen mischt) und das insofern wertvoller erscheint als die Werke von professionellen Künstlern. Die Artbrutisten werden zu Meister(n) der Nichtanpassung par excellence, zu Bannerträger(n) des persönlichen und nicht konditionierten Denkens stilisiert. Die Quelle ihrer Inspirationen, zunächst noch das eigene Innere, wird nun lebensphilosophisch für alle potentiell kreativen Menschen verallgemeinert und Dubuffet macht sich zu ihrem Sprecher: Ich sehne mich nach einer Kunst, die direkt aus unserem gewöhnlichen Leben wächst, einer Kunst, die von diesem gewohnten Leben ausgeht und unmittelbar aus unserem wirklichen Leben und unseren wirklichen Stimmungen strömt.

(:::)

Bitte hier weiterlesen= http://graffiti.netbase.org/kongress/gorsen.htm

· Gesellschaft für operative Kunst [Einführung]
Gesellschaft für operative Kunst

– Zur Einführung –

„Wir haben keine Veranlassung, die Erzeugnisse der Kunst trotz all ihrer Verschiedenartigkeit und ihres spezifischen Charakters aus der Reihe der Dinge herauszugreifen. Die Erzeugnisse der Kunst sind die Instrumente zur Bearbeitung der menschlichen Emotionen. Das Erzeugnis der Kunst ist das Werkzeug für die direkte oder indirekte soziale Handlung.“

Sergej Tretjakov

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Die Gesellschaft für operative Kunst ist ein freier, assoziativer Zusammenschluß von geistigen und gestalterischen Energien und Kräften, denen die Kunst als Präsenten an der Wand und im definierten Kunstraum zu sehr die doppel-moralisch bildungsbürgerliche Attitüde der missverstandenen Macht repräsentiert und ihr desavouierender Nährboden geworden ist. Die eingreifende, operierende künstlerische Erkenntnis und Handlung hingegen in tatsächlichen individuellen und gesellschaftlichen Systemen und Fiktionen ist experimentell eher geeignet gestalterische und reflexive Tätigkeiten zwischen Sinnlichkeit und Reflexion ( die Künste, die Philosophie, der Schamanismus) als konkret heilende Bewußtwerd ung und Konstruktive Vergessens-Seinsweise gleichgewichtig zu integrieren. Das zur Tat gewordene Wort und Bild versucht dabei alle möglichen, un-möglichen und para-möglichen Erkenntnisse sinnlicher und theoreischer Differenzierungen sensibel , sensitiv und surreal in einen Prozeß zu überführen, der in den flutenden und fruchtbaren Strom von realistischen und DaDa-istischen Haltungen mündet. Die Operationen sind dabei Ausdruck, Denk- und Sinnbild eines Dreistromlandes von Theorie, Praxis und Traum, die gemeinsam im Fluß sind – fluktuierende Dialektik. In diesem Zusammenhang beruft sich die „operative Kunst“ auf eine wissenschaftliche, historische, philosophische, anthropologiache und kunstwissenschaftliche Verknüpfung und Assoziation, die u. a. von Goya, Courbet und Morris über Tretjakov, Benjamin, Brecht und Breton zu Duchamp, Beuys, Böhmler, Brehmer und Hiltmann führt ( um hier nur einige Namen anzuführen die in dem von Gunnar F. Gerlach (kunst)historisch, wissenschaftlich-philosophischen Diskurs betont werden). Die Gesellschaft für operative Kunst wurde von Gunnar F. Gerlach als Ergebnis seiner philosophischen und Kunstwissenschaftlichen Arbeiten als Dozent, Kurator, Kritiker, Autor und Performer ( u.a. SOFI) 1998 gegründet. Durch das Zusammentreffen und wirken mit Jörg Stange (artbase, Kunst-Notdienst), dem 1997 verstorbenen Documenta-Künstler und Professors KP Brehmer, sowie die Zusammenarbeit mit dem Beuys-“Bruder“ Henning Christiansen und dem „SPUREN“-Herausgeber (initiiert von Ernst und Carola Bloch; Joseph Beuys), Schanmanismus-Forscher und Filmkünstler Jochen Hiltmann (Prof an der HfbK Hamburg; Vize-Präsident) formte sich der Gedanke einer geistigen und gestalterischen Mobilen-Eingreif-Truppe (MET) . Die konstruktiven Diskussionen und wechselseitigen Anregungen mit dem Philosophen und Musiker Roger Behrens, sowie Gerlachs und Behrens Philosophie-Lehrer , dem Cassirer-Spezialisten Heinz Paetzold, sorgten dann für die offizielle und inoffizielle ( zum Teil auch namenlose) Konkretion der Aktion. Mittlerweile sind die Generationen übergreifenden Kräfte aus Musik, Kunst, Philosophie, Sozialwissenschaft, Film, Theater, Bühnenbild, Design und Literatur in China, Korea, Japan, Frankreich, Island, Österreich, Schweiz, Dänemark, England, Schweden, Bulgarien, Rußland, Nicaragua und den USA als Operateure auf dem Spielfeld (s. „Mash“ von Robert Altman):

„Erwacht das Erz als Posaune, so liegt die Schuld keineswegs an ihm“ Arthur Rimbaud

„Eigentlich bin ich Surrealist“ KP Brehmer“

„Zeichen brauchen Austausch und Austausch braucht Zeichen“

Gunnar F. Gerlach

http://www.operative-kunst.de/einf.html

· „Aufatmen“ -aber: die Verzweiflungen wechseln [Presseerklärung]
Presseerklärung Kultur-/Feuilleton-Redaktion,

Zur Ausstellung mit Performance-Aktionen „Aufatmen – Die Verzweiflungen wechseln…“ laden wir Sie herzlich ein zum Schauen, mit uns sprechen und vielleicht in Ihrem Medium zu berichten.

Die Eröffnung ist am Samstag, den 24. Januar 2004 um 18.00 Uhr im ArToll Kunstlabor, Haus 6 der Rheinischen Kliniken in Bedburg-Hau.

Einführende Worte zum Thema „Identität – Globalisierung – Wahnsinn?“ spricht Herr Gunnar F. Gerlach (Prof. f. philosoph. Ästhetik und Kunstwissenschaft Hamburg), der das themen- gebundene Künstler-Symposium aktiv begleitet (Performance; Katalog).

Der Ausstellungstitel stammt von dem Initiator des Projektes, dem Künstler Uwe Schloen (Wangersen) und bezieht sich auf das mögliche, kurzweilige Glück des Sysiphos im Sinne des französischen Existentialisten Albert Camus. Wennder stetig wieder auf den Berggipfel geschobene Stein wieder zurückrollt:

„Aufatmen“ – aber: die Verzweiflungen wechseln nur, denn wir wissen mit Theodor W. Adorno, daß es kein richtiges Leben im Falschen gibt. Aber auch ein „richtiges Leben“ setzt verbindliche Werte und Normen für die Entscheidungs- und Differenzierungs- fähigkeit voraus. Und so ist der Ort derAusstellung im Rahmen der psychiatrischen Anstalt der Rheinischen Kliniken (Haus 6, ArToll) Herausforderung und Anschauung genug, um mit künstlerischen, musikalischen und philosophisch-literarischen Mitteln nach den Grenzlinien von Richtig und Falsch, Normal und Anormal, Innen und Außen zu forschen. Dies zumal in einer wertelosen (bzw. wertefreien) Zeit des neo-liberalisierten Globalismus (Totalitarismus?).

Geistig krank oder gesund als Entscheidung zu markieren wird zu einer paradoxen Reflektion auf dieser Folie. So rollen die beteiligten Künstler der Stein der Verzweflung als verdrahtete Käfig-Zelle durch den offenen Raum (Dini Thomsen, Anja Middelkoop; beide Holland) oder nehmen ihre tierische Ursprungs-Identität wieder an und reflektieren ihre Geschichte (Corinna Korth, Hamburg in ihrer Mischwesen-Erscheinung zwischen Wolf und Mensch). Erschrecken vor dem eigenen Antlitz und seinen Gesten zwischen Clown und Wahn thematisiert Uwe Schloen: des Menschen Tragik liegt u.a. in der Erkenntnis, daß er sich immer nur „falsch“ herum im Spiegel sehen kann, wie der französische Psychologe und Philosoph Jacques Lacan feststellte. Die Problematisierung der trennenden Linien, Mauern und Grenzen zwischen den Extremen erkunden die malerischen, fotografischen und plastischen Arbeiten von Georg Janthur (Wuppertal), Frank Röseler (Hamburg), Ralf Timm (Hamburg)

und Gudrun Schuster (Bad Kreuznach). Die ästhetisch-psychotische Auslotung des Raumes der Ideen, der Glücksmomente und Verzweiflungen zwischen Wahnwitz und Wahnsinn betreiben Toon Elfrink (Holland) und Gunnar F. Gerlach (Hamburg).

Das Kunst- und Wissenschaftslabor „Aufatmen“ ist für Sie vom 25.-28. 1. zwischen 14.00 und 18.00 Uhr geöffnet. Bei Nachfragen und Interview- od. Material-Wünschen wenden Sie sich bitte an Herrn Schloen (0160/ 72 00 973) od. Herrn Gerlach (0171/ 6476758) bzw. Frau Thomsen(02821/ 811 500). Wir bedanken uns für Ihr Interesse und freuen uns auf Ihren Besuch.

· Wasserturm 25.01 2004
http://www.netzdraht.de/bhh/forum/viewtopic.php?p=2886#2886

· MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04
MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04 ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlich willkommen zu unserem ersten Newsletter im Jahr 2004. Wir möchten Sie besonders auf die Gottesdienstaktion am 21. März 2004 sowie auf die Indienberichte hinweisen. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen, das Team der Wasserkampagne Danuta Sacher und Bernhard Wiesmeier

Die Themen

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: (1) Aktionstag zum Tag des Wassers (2) Weltsozialforum in Mumbai (3) Peoples World Water Movement gegründet (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser (7) Aktuelles JEP-Wasserheft (8) Neue Wasserstudie über RWE (9) Film „Kampf ums Wasser“

Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden:

http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf (1) Aktionstag zum Tag des Wassers ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Die Wasserkampagne von „Brot für die Welt“ hat angeregt, anlässlich des Weltwassertags am 22. März Gottesdienste zum Thema Wasser am Sonntag davor (21. März) durchzuführen. Der Vorschlag ist, in möglichst vielen Kirchengemeinden Wassergottesdienste zu feiern, um auf die zentrale Bedeutung des Wassers in unser aller Leben aufmerksam zu machen und die Forderung nach dem Menschenrecht auf Wasser zu unterstützen. Selbstverständlich sollen auch nochmal viele Postkarten für die Flaschenpost an den Bundeskanzler gesammelt werden. Die Flasche wird rund um Pfingsten 2004 an die Bundesregierung übergeben. Kirchengemeinden und Pfarrer, die einen solchen Gottesdienst planen, können sich bei „Brot für die Welt“ das aktuelle Werkheft Gottesdienste sowie die Texte zur Meditationsfahne „Dürsten nach Gerechtigkeit“ bestellen oder hier weitere Informationen abrufen:

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18085 (2) Weltsozialforum in Mumbai ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

100.000 Menschen kamen in der indischen Metropole zum Weltsozialforum zusammen, um gemeinsam nach Alternativen für die neoliberale Globalisierung zu suchen. Eines der wichtigsten Themen war dabei das Wasser. „Brot für die Welt“ veranstaltete gemeinsam mit FIAN International, dem Council of Canadians und der indischen Partnerorganisation Vikas Adhyayan Kendra einen zweiteiligen Workshop zum Thema Menschenrecht Wasser. Unter anderem äußerte sich der UN-Special Rapporteur for Housing optimistisch, dass der General Comment Nr. 15 (Recht auf Wasser) für viele Menschen von großer Bedeutung sein werde. Mehr Informationen dazu unter= http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17888

(3) Peoples World Water Movement gegründet

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Im Vorfeld des Weltsozialforums fand in New Delhi vom 12. bis 14. Januar 2004 das erste People’s World Water Forum statt. Rund 300 WasseraktivistInnen aus über 60 Ländern berieten dort auf Einladung und unter Mitwirkung namhafter WasseraktivistInnen wie Vandana Shiva, Maude Barlowe und Riccardo Petrella über indigene Wasserrechte, das Menschenrechtskonzept und ökologische und gemeindegestützte Alternativen zur Privatisierung. Die Konferenz konstituierte sich als Peoples World Water Movement und beschloss, den Austausch untereinander künftig zu intensivieren. Ausserdem wurde eine internationale Kampagne gegen den französischen Wasserkonzern Suez und Coca-Cola vereinbart. Als nächster internationaler Höhepunkt sind Aktivitäten im Umfeld desWeltwasserforums in Mexiko 2006 angedacht.

(4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Gemeinsam mit FIAN International führte „Brot für die Welt“ im Vorfeld des Weltsozialforums eine Fact Finding Mission in Indien durch. Insgesamt drei internationale Teams waren im Einsatz, um Fälle zu dokumentieren, bei denen das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird oder bedroht ist. Dabei waren die Teams in den Bundesländern Delhi, Uttar Pradesh, Uttaranchal, Orissa, Tamil Nadu und Kerala im Einsatz. Alle Teams mussten in ihren vorläufigen Berichten feststellen, dass das Menschenrecht auf Wasser auf vielfältige Weise verletzt wurde. In fast allen Fällen fehlte die angemessene Partizipation der Bevölkerung sowie die Transparenz in der Wasserpolitik, wie sie in dem General Comment Nr. 15 vorgesehen ist (vgl. dazu: http://www.menschen-recht-wasser.de/downloads/4_2_un_comment.pdf).

Die Ergebnisse der Mission werden in einem Bericht dokumentiert, der bei der kommenden Sitzung der Menschenrechtskommission in Genf vorgestellt werden soll.

(5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der

Heinrich-Böll-Stiftung

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Am 26./27. März 2004 findet das Dritte Forum über globale Entwicklungspolitik statt. Veranstalter sind „Brot für die Welt“ und die Heinrich-Böll-Stiftung. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Frage „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“. Zu der zweitägigen Veranstaltung werden Beiträge von UN-Experten, Weltbank-Funktionären und VertreterInnen von Partnerorganisationen aus dem Süden erwartet. Die TeilnehmerInnen werden gemeinsam mit den ReferentInnen darüber diskutieren, wie die weltweite Wasserkrise gelöst werden kann und wie dem Menschenrecht auf Wasser weltweit Geltung verschafft werden kann. Nähere Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18159

(6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Auf der letztjährigen Sommeruniversität in Ratzeburg haben die TeilnehmerInnen eine Erklärung zum Schutz der Wasserresourcen verabschiedet. So fordert das „Ratzeburger Manifest“, dass das Gemeingut Wasser ein Gemeingut bleiben muss und wünscht mehr Respekt und Sensibilität für die Welt. Konkret mahnen die Unterzeichner mehr Anstrengungen in der Umweltpädagogik an, um ein vernetzteres und ökologisches Denken zu verbessern. Zu den Unterzeichnern des Manifestes gehören Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, Professor Udo E. Simonis sowie Professor Hans-Rudolf Bork vom Ökologie-Zentrum der Universität Kiel. Nähere Informationen zur Sommeruniversität unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17896

(7) Aktuelles JEP-Wasserheft

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Das Journal für Entwicklungspolitik (JEP) hat seine Ausgabe 19 (4) 2003 dem Wasser gewidmet. Darin finden sich Beiträge zur Situation in Afrika, ein Bericht über den Widerstand gegen die Wasserprivatisierung in Cochabamba sowie eine Analyse indigener Rechte im Zusammenhang mit der Wasserprivatisierung. Das Heft kann für 9,80 Euro bezogen werden bei GVA Gemeinsame Verlagsauslieferung

Postfach 2021, 37010 Göttingen (e-mail: krause@gva-verlage.de)

(8) Neue Wasserstudie über RWE

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Frank Kürschner Pelkmann und KOSA haben eine neue 72-seitige Broschüre über die Rolle der RWE auf dem internationalen Wassermarkt herausgegeben. „Imagine…sauberes Trinkwasser für alle?“ heißt die Publikation, die die Aktivitäten des deutschen Konzerns vornehmlich im Wasserbereich unter die Lupe nimmt. ISBN 3-934645-09-7, Preis 3,50 Euro zzgl. Versandkosten.

KOSA (Koordination Südliches Afrika) hat dazu noch zwei weitere Publikationen zum Thema Wasser und Privatisierung herausgebracht: „Vulamanzi! Beteiligungen privater Unternehmen an öffentlichen Wasserwerken und die Rechte armer Verbraucher“ untersucht die Bezahlbarkeit von Wasserdienstleistungen insbesondere der armen Haushalte und „Das Gold der Zukunft? Nachhaltige Wassernutzung im Südlichen Afrika und in Deutschland“ fasst die Ergebnisse zweier Seminare zum Thema Wasserversorgung zusammen. Nähere Informationen zu diesen Publikationen findens Sie unter

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18086 (9) Film „Kampf ums Wasser“ :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Der Film „Kampf ums Wasser“ zeigt am Beispiel einer Familie in Mozambique , unter welch schwierigen Bedingungen der Alltag gemeistert werden muss, wenn das Wasser knapp wird. Der Film begleitet die Frau auf ihrem verzweifelten Weg, die Wasserversorgung für sich und ihre Familie sicherzustellen, wobei Konflikte nicht ausbleiben. Der Film kann beim evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Bildungsarbeit (EZEF) in Stuttgart ausgeliehen werden: EZEF Kniebisstraße 29 70188 Stuttgart Nähere Informationen zu diesem und anderen Wasser-Filmen finden Sie unter

http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18087 Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf

© „Brot für die Welt“ 2003 http://www.brot-fuer-die-welt.de http://www.menschenrechtwasser.de

MenschenRechtWasser – Newsletter vom 12.02.04 :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlich willkommen zu unserem ersten Newsletter im Jahr 2004. Wir möchten Sie besonders auf die Gottesdienstaktion am 21. März 2004 sowie auf die Indienberichte hinweisen. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen, das Team der Wasserkampagne Danuta Sacher und Bernhard Wiesmeier

Die Themen

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: (1) Aktionstag zum Tag des Wassers (2) Weltsozialforum in Mumbai (3) Peoples World Water Movement gegründet (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser (7) Aktuelles JEP-Wasserheft (8) Neue Wasserstudie über RWE (9) Film „Kampf ums Wasser“

Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf (1) Aktionstag zum Tag des Wassers :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Die Wasserkampagne von „Brot für die Welt“ hat angeregt, anlässlich des Weltwassertags am 22. März Gottesdienste zum Thema Wasser am Sonntag davor (21. März) durchzuführen. Der Vorschlag ist, in möglichst vielen Kirchengemeinden Wassergottesdienste zu feiern, um auf die zentrale Bedeutung des Wassers in unser aller Leben aufmerksam zu machen und die Forderung nach dem Menschenrecht auf Wasser zu unterstützen. Selbstverständlich sollen auch nochmal viele Postkarten für die Flaschenpost an den Bundeskanzler gesammelt werden. Die Flasche wird rund um Pfingsten 2004 an die Bundesregierung übergeben. Kirchengemeinden und Pfarrer, die einen solchen Gottesdienst planen, können sich bei „Brot für die Welt“ das aktuelle Werkheft Gottesdienste sowie die Texte zur Meditationsfahne „Dürsten nach Gerechtigkeit“ bestellen oder hier weitere Informationen abrufen: http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18085 (2) Weltsozialforum in Mumbai :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: 100.000 Menschen kamen in der indischen Metropole zum Weltsozialforum zusammen, um gemeinsam nach Alternativen für die neoliberale Globalisierung zu suchen. Eines der wichtigsten Themen war dabei das Wasser. „Brot für die Welt“ veranstaltete gemeinsam mit FIAN International, dem Council of Canadians und der indischen Partnerorganisation Vikas Adhyayan Kendra einen zweiteiligen Workshop zum Thema Menschenrecht Wasser. Unter anderem äußerte sich der UN-Special Rapporteur for Housing optimistisch, dass der General Comment Nr. 15 (Recht auf Wasser) für viele Menschen von großer Bedeutung sein werde. Mehr Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17888 (3) Peoples World Water Movement gegründet :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Im Vorfeld des Weltsozialforums fand in New Delhi vom 12. bis 14. Januar 2004 das erste People’s World Water Forum statt. Rund 300 WasseraktivistInnen aus über 60 Ländern berieten dort auf Einladung und unter Mitwirkung namhafter WasseraktivistInnen wie Vandana Shiva, Maude Barlowe und Riccardo Petrella über indigene Wasserrechte, das Menschenrechtskonzept und ökologische und gemeindegestützte Alternativen zur Privatisierung. Die Konferenz konstituierte sich als Peoples World Water Movement und beschloss, den Austausch untereinander künftig zu intensivieren. Ausserdem wurde eine internationale Kampagne gegen den französischen Wasserkonzern Suez und Coca-Cola vereinbart. Als nächster internationaler Höhepunkt sind Aktivitäten im Umfeld des Weltwasserforums in Mexiko 2006 angedacht. (4) In Indien wird das Menschenrecht auf Wasser verletzt :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Gemeinsam mit FIAN International führte „Brot für die Welt“ im Vorfeld des Weltsozialforums eine Fact Finding Mission in Indien durch. Insgesamt drei internationale Teams waren im Einsatz, um Fälle zu dokumentieren, bei denen das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird oder bedroht ist. Dabei waren die Teams in den Bundesländern Delhi, Uttar Pradesh, Uttaranchal, Orissa, Tamil Nadu und Kerala im Einsatz. Alle Teams mussten in ihren vorläufigen Berichten feststellen, dass das Menschenrecht auf Wasser auf vielfältige Weise verletzt wurde. In fast allen Fällen fehlte die angemessene Partizipation der Bevölkerung sowie die Transparenz in der Wasserpolitik, wie sie in dem General Comment Nr. 15 vorgesehen ist (vgl. dazu: http://www.menschen-recht-wasser.de/downloads/4_2_un_comment.pdf). Die Ergebnisse der Mission werden in einem Bericht dokumentiert, der bei der kommenden Sitzung der Menschenrechtskommission in Genf vorgestellt werden soll. (5) Wasser-Tagung von „Brot für die Welt“ mit der Heinrich-Böll-Stiftung :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Am 26./27. März 2004 findet das Dritte Forum über globale Entwicklungspolitik statt. Veranstalter sind „Brot für die Welt“ und die Heinrich-Böll-Stiftung. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Frage „Wasser – Menschenrecht oder Ware?“. Zu der zweitägigen Veranstaltung werden Beiträge von UN-Experten, Weltbank-Funktionären und VertreterInnen von Partnerorganisationen aus dem Süden erwartet. Die TeilnehmerInnen werden gemeinsam mit den ReferentInnen darüber diskutieren, wie die weltweite Wasserkrise gelöst werden kann und wie dem Menschenrecht auf Wasser weltweit Geltung verschafft werden kann. Nähere Informationen dazu unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18159 (6) Ratzeburger Erklärung zum Umgang mit Wasser :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Auf der letztjährigen Sommeruniversität in Ratzeburg haben die TeilnehmerInnen eine Erklärung zum Schutz der Wasserresourcen verabschiedet. So fordert das „Ratzeburger Manifest“, dass das Gemeingut Wasser ein Gemeingut bleiben muss und wünscht mehr Respekt und Sensibilität für die Welt. Konkret mahnen die Unterzeichner mehr Anstrengungen in der Umweltpädagogik an, um ein vernetzteres und ökologisches Denken zu verbessern. Zu den Unterzeichnern des Manifestes gehören Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, Professor Udo E. Simonis sowie Professor Hans-Rudolf Bork vom Ökologie-Zentrum der Universität Kiel. Nähere Informationen zur Sommeruniversität unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=17896 (7) Aktuelles JEP-Wasserheft :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Das Journal für Entwicklungspolitik (JEP) hat seine Ausgabe 19 (4) 2003 dem Wasser gewidmet. Darin finden sich Beiträge zur Situation in Afrika, ein Bericht über den Widerstand gegen die Wasserprivatisierung in Cochabamba sowie eine Analyse indigener Rechte im Zusammenhang mit der Wasserprivatisierung. Das Heft kann für 9,80 Euro bezogen werden bei GVA Gemeinsame Verlagsauslieferung Postfach 2021, 37010 Göttingen (e-mail: krause@gva-verlage.de) (8) Neue Wasserstudie über RWE :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Frank Kürschner Pelkmann und KOSA haben eine neue 72-seitige Broschüre über die Rolle der RWE auf dem internationalen Wassermarkt herausgegeben. „Imagine…sauberes Trinkwasser für alle?“ heißt die Publikation, die die Aktivitäten des deutschen Konzerns vornehmlich im Wasserbereich unter die Lupe nimmt. ISBN 3-934645-09-7, Preis 3,50 Euro zzgl. Versandkosten. KOSA (Koordination Südliches Afrika) hat dazu noch zwei weitere Publikationen zum Thema Wasser und Privatisierung herausgebracht: „Vulamanzi! Beteiligungen privater Unternehmen an öffentlichen Wasserwerken und die Rechte armer Verbraucher“ untersucht die Bezahlbarkeit von Wasserdienstleistungen insbesondere der armen Haushalte und „Das Gold der Zukunft? Nachhaltige Wassernutzung im Südlichen Afrika und in Deutschland“ fasst die Ergebnisse zweier Seminare zum Thema Wasserversorgung zusammen. Nähere Informationen zu diesen Publikationen findens Sie unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18086 (9) Film „Kampf ums Wasser“ :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Der Film „Kampf ums Wasser“ zeigt am Beispiel einer Familie in Mozambique , unter welch schwierigen Bedingungen der Alltag gemeistert werden muss, wenn das Wasser knapp wird. Der Film begleitet die Frau auf ihrem verzweifelten Weg, die Wasserversorgung für sich und ihre Familie sicherzustellen, wobei Konflikte nicht ausbleiben. Der Film kann beim evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Bildungsarbeit (EZEF) in Stuttgart ausgeliehen werden: EZEF Kniebisstraße 29 70188 Stuttgart Nähere Informationen zu diesem und anderen Wasser-Filmen finden Sie unter http://asp.isprit2.de/ff/ch.php?cmd=go21236174&vas=18087 Den Newsletter mit allen Beiträgen in voller Länge können Sie sich auch als PDF (50 KB) downloaden: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/newsletter/newsletter_februar_2004.pdf Datenschutz und Abmelden :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Datenschutz und Abmelden: © „Brot für die Welt“ 2003 http://www.brot-fuer-die-welt.de http://www.menschenrechtwasser.de

· 3. Subversive Utopien, gebrochene Fluchtlinien (Foucault) =Kollektiv-Maske Anonymität
3. Subversive Utopien, gebrochene Fluchtlinien

(…)

Wenn die Anzahl der Entsprechungen zwischen theoretischer und praktischer Auseinandersetzung mit Herrschaftsverhältnissen das verifikative Gewicht einer Analyse ausmacht, so kann das Verschwinden von Künstlerinnen als Potenzial sozialen Wandels angesehen werden. Ästhetische Widerstandsformen reterritorialisieren auf soziale Gefüge, um der Selbstreferentialität zu entfliehen und über ihr Kunst-Sein hinaus zu gehen, und so tendenziell ihre eigene Abschaffung zu betreiben.

Aber Kunst ist nie ein Ziel, sie ist nur ein Mittel, um Lebenslinien zu ziehen, das heißt, all jene Arten des wirklichen Werdens, die nicht einfach in der Kunst zustandekommen, all die aktiven Fluchtbewegungen, die nicht darin bestehen, in die Kunst zu flüchten, sich in die Kunst zurückzuziehen. [166]

Diese Funktion, von Deleuze / Guattari der Kunst als solche zugeschrieben, tritt in ihrer Verbindung mit Wunschmaschinen des sozialen Wandels deutlich hervor, und wird genutzt von der ‚Verschwindenden Meute‘ im Spät-Kapitalismus. Die Mannigfaltigkeit der Meute, so hat Kapitel 2 gezeigt, verfügt über ein hohes affektives Potenzial, welches die Kollektivierung und Anonymisierung durch das Wachstum der Meute voran treibt. Ihre tendenzielle Opposition zu dem in Kapitel 0 geschilderten Stand der Pop-Plateaus beruht auf ihrem grundsätzlich als Störung empfundenen Verhältnis zur Ordnung (sozialer, ökonomischer, ästhetischer et. al.). [167] Ihr Potenzial zur Störung und Opposition liegt in ihrer Entstehung aus der Mitte der Ordnungsgefüge, aus dem stillen Auge ‚Pop‘ des Hurricanes Gesellschaft begründet, und erst in dem Wunsch nach Entgrenzung dieser Ordnungen finden sie ihre oppositionelle Realität und bilden einfache Maschinen aus. (Die Begriffsentlehnung ‚Meute‘ aus der Fauna muss kritisch gesehen um die emotionalen und sozialen Fähigkeiten, welche den Menschen unterscheiden, erweitert werden, um in diesem stark verkürzenden Gebrauch den Irrwegen des biologistischen Determinismus vorzubeugen.)

Deleuze / Guattaris Maschinen der Tausend Plateaus lassen sich an den Rändern sozialer und ästhetischer Schichten finden, an welchen sie aus den Grenzen der Herrschaft ausbrechen, und wo die Spuren ihrer Bewegungen Fluchtlinien erkennen lassen, aber auch deren Auseinanderdriften, Brüche und ihre Richtungswechsel. Es handelt sich bei ihnen um einfache Wunschmaschinen, aus Wunschströmen hervor gegangen, und in der Synthese von Wünschen produziert. Im Falle der Residents und GYBE! wurden und werden sie vorläufig geformt aus Dividuen und Relationen und oszillieren zwischen den Aggregatzuständen Macht und Ohnmacht. Sie lassen die Intensitäten des Ästhetischen strömen, um in verschiedenen Akten des sensorischen und emotionalen overload immer neue Territorien zu erschließen und zu besiedeln, ohne genaue Vorgaben über die Richtungen zu machen, weder durch ihre symbolische Repräsentanz in den kapitalistischen Verwertungszusammenhängen noch in der Konzertsituation.

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Der vorliegende Text kann als Kupplungsversuch angesehen werden, sich dem Strömen auszusetzen und treiben zu lassen, zu testen, ob man in der Tat nicht zweimal in den selben Fluss / Strom steigen kann . . . für kurze Zeit Anteil zu nehmen und zu haben an der Produktion und Gestaltung eigener Wunsch-Räume; kann als Bericht angesehen werden; für eine kurze Strecke auf eine der Maschinen aufgesprungen, sich an den Richtungs- und Geschwindigkeitsreglern zu schaffen gemacht, einen neugierigen Blick in das Logbuch geworfen, von den Bauplänen lediglich das Titelblatt verstanden, und schließlich durch diverse Kollisionen aus der Kanzel geschleudert worden, um die Maschine weiter vorwärts stolpern zu sehen. Staub aus der zerrissenen Hose klopfen, Gedächtnisprotokoll anfertigen. Das Strömen suchen . . .

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Die Erkenntnis, dass die Verlockungen dieser allegorischen Metadiskursivität erst in dem zu analysierenden semantischen quasi-Vakuum entstanden sind trägt dazu bei, beiden Band-Konzepten eine Wirkungsmächtigkeit zuzuschreiben, welche ihre Protagonisten unter Umständen vehement ablehnen würden. Entgegen einer Ablehnung aus Furcht vor der Verantwortung gegenüber möglichen Ergebnissen handelt es sich um den Wunsch, nicht als zentrale Institution definiert zu werden, sondern sich die Flexibilität und nomadische Freiheit der Divergenz zu bewahren, wobei die Vehemenz, mit welcher diese Freiheit eingeklagt wird, zu einem determinierenden Muster verkürzt werden könnte. Die Selbstreferentialität der GYBE!-Interviews als Diskursmuster birgt daher die Prinzipien des Zweifels und des Scheiterns in sich, und legt die daraus entstehenden Dilemmas offen, doch ‚No Logo‘ und ’no easy call to arms‘ werden in einer von widerständigen Bewegungen getragenen Umgebung schnell zu Slogans stilisiert und als verkürzende Sicherungen und Beschreibungen der eigenen Positionen genutzt, ohne jenen diskursinhärenten Selbstzweifel zu übernehmen. Um der Starre einer solchen unerwünschten, da als unproduktiv erachteten, Aneignung vorzubeugen scheint es angebracht, die Fluchtlinien auf die Schichten der dominanten Kultur und der Pop-Plateaus zu richten, um deren divergente Energien frei zu setzen. Dort zeichnen sich die deutlichsten Überlagerungen mit den Schichten der Neuen Sozialen Bewegungen der 1980er und 1990er Jahre ab.

Bei den vorgefundenen Referenzen zur dominanten Kultur handelt es sich in ihren kritischen Varianten um Ablehnungen jener kulturellen und ökonomischen Praxen, welche mit der Sicherung und Forcierung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen ineinsgesetzt werden. Die Nähe zu Foucaults Macht-Diskurs wird weiter unten analysiert, doch zuvor seien verschiedene kritische Interventionen der Cultural Studies erwähnt.

Zu berücksichtigen ist, dass jeder Deterritorialisierung immer eine Reterritorialisierung auf die attackierten oder bereits überwunden geglaubten Verhältnisse innewohnt. (…)

http://www.glocalweb.de/joerg/html/mag/sub1.htm

HauptSeite= http://www.glocalweb.de/joerg/index.htm

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Hier Komplett?

Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus. (Gunnar F. Gerlach)
Auszug aus einem Vortrag von Gunnar F. Gerlach Ort: Gustav Heinemann – Bildungsstätte; Vortrag gehalten im Rahmen einer Tagung der „Erich Mühsam Gesellschaft“ (Lübeck) 1996

Gunnar F. Gerlach

Modelle operativer Kunst zwischen Avantgarde und Anarchismus Überlegungen zum Verhältnis von Kunst und Politik.

„Wie lange wollen Sie noch beim ersten Schritt bleiben?“ (Joseph Beuys)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, gemäß dem von mir gewählten Titel dieses Vortrages möchte im Folgenden ein Modell der Operativen Kunst in Theorie und Praxis für die gegenwärtige Lage in den bildenden Künsten und der Gesellschaft entwickeln. Neben einer Erläuterung der Begriffe und des Zusammenhanges von Avantgarde und Anarchismus werde ich versuchen meine Thesen zu begründen, was heute eine politische, soziale und revolutionäre Leistung der bildenden Kunst ist und sein könnte. Die Schlußfolgerungen vollziehen sich dann auf der Folie einer problematischen, gegenwärtigen Situation zwischen der Medien – Technologischen Gesellschaft und den Versuchen der Rest-Avantgarden in der bildenden Kunst mit ihnen subversiv umzugehen und zu argumentieren. Die Praxis schließlich unmittelbarer, eingreifender Kommunikations-Akte scheint mir auch zwei Jahre nach Hoyerswerda, Hünxe, Rostock, Lübeck, Magdeburg und Solingen eine adäquate Antwort zu sein, als jede hermetische Gralsuche nach einer wirklich endgültigen und erlösenden Faschismustheorie. In diesem Sinne ist auch eine „House-Aktie“ zu verstehen und unterstützenswert: eine aktive Regulation verfehlter Sozial – Politik mit den Mitteln der künstlerischen Arbeit zu leisten.

Wenn über das Verhältnis von Kunst und Politik reflektiert wird, ist meist ein Problem schon übersehen worden: die künstlerische Tätigkeit ist seit der Renaissance auf individuelle Praxis ausgerichtet, die politische Arbeit orientiert sich an dem gesellschaftlichen Gefüge. Selbstdarstellungen und Narzißmen sind unleugbare Tatsachen auf beiden Seiten, haben aber mehr mit Psychologismen und den jeweiligen, medialen Verwertungs-Systemen und ökonomischen Interessen, Marktorientierungen zu tun. Ginge man davon aus, den Freiheitsbegriff ins Zentrum der Diskussionen zu stellen, ergäbe sich hier eine ganz andere, überraschende Verbindung: das historische Ringen um Freiheit markiert das Engagement von sehr vielen gesellschaftlichen Gruppen, aber ganz besonders jenes von Künstlern und politisch denkenden Menschen oder Politikern. So wird auch verständlich, warum in relevanten, künstlerischen und politischen Theorien, Äußerungen und Handlungen der Begriff Freiheit stehts zentral thematisiert wurde. Heinrich Böll formulierte das Problem bereits vor Jahren wie folgt: „Das ist es, was die Gesellschaft mit der Kunst macht: mit dem Markt erdrücken, Freiheiten in Freiheiten zerteilen.“ Dahinter verbirgt sich auch latent die Kritik an einer historischen Konstruktion, die am Anfang mit dem schillernden Wort Freiheit lockt, um sie am Ende dem gesellschaftlichen Rahmen, dem Markt, als oberster Rationalität einzuverleiben.Bakunin erkannte dieses Dilemma: „Im System der Materialisten, das allein das Natürliche ist, schafft erst die Gesellschaft, weit entfernt davon, die Freiheit zu verringern und zu beschränken, die Freiheit der menschlichen Individuen.

Sie ist die Wurzel, der Baum der Freiheit und ihre Frucht. Deshalb hat der Mensch zu jeder Zeit seine Freiheit nicht am Anfang, sondern am Ende der Geschichte zu suchen, und man kann sagen, das die tatsächliche und vollständige Befreiung des Menschen das große Ziel, das erhabene Ende der Geschichte ist.“ Diese Gegen-Konstruktion zur bürgerliche Logik hat zwei sehr elementare Metaphern bei sich: Wurzel, Baum und Frucht der Freiheit sind auf Natur hingedacht, und die lernende Praxis am Anfang ist Bedingung der Möglichkeit zur Freiheit am Ende zu gelangen. Nach Ernst Bloch ist Freiheit die Möglichkeit zur Auswahl, also zur distinkten und differenzierten Wahrnehmung, als Basis des individuellen Vernunft-, Geschmacks- und Werturteils. Die Wahrnehmung wird so über den Körper gedacht und vollzieht sich über die innere Formung und Vorstellungskraft: Mit dem Körper Sehen, heißt es z.B. für den anderen offenen Werkbegriff bei Franz Erhard Walther. Hand führt zur Handlung. Auch in den Künsten ist es möglich über ein breitgefächertes Handwerk zu verfügen, um sich dem Urteil einseitig klassen- und gruppenspezifischer Geschmacksurteile zu entziehen. Erst der nach Schiller im Spiel zu sich und seiner Freiheit gelangene Mensch, kann mit der Kunst angemessen und frei seine Mittel und Wirkung erzielen. So werden Hand und Handlung zu einer auf Freiheit und Offenheit gerichteten Haltung – politisch wie künstlerisch. Zwei Künstler, haben in Theorie und Praxis in unserem Jahrhundert am deutlichsten und intelligentesten eine Verbindung von sensiblem, künstlerisch-philosophischem Bewußtsein mit politischer Wirkkraft verbunden und gelebt; André Breton, der Kopf der surrealistischen Bewegung, und Joseph Beuys, der erst die Republik und dann die halbe Welt mit seinen Aktionen und Statements herausforderte.

Breton Satz: „Einzig das Wort ist die Freiheit vermag mich noch zu begeistern“, zieht die Konsequenz aus künstlerischer und politischer Theorie und Praxis, Joseph Beuys erkennt das Freiheitsprinzip generell in Akten der formenden und gestaltenden Tätigkeit und thematisiert hier vollkommen logisch gedacht das schöpferische in jedem Menschen als zentrale Frage aller individuellen und gesellschaftlichen Handlungen und Veränderungen: „… denn Kreativität, das heißt Schöpferkraft, die unfrei wäre, wäre ein Widerspruch in sich selbst. Also ist wahre Wissenschaft der Kreativität prinzipiell Freiheitswissenschaft.“ Dieser Gedanke führt konsequent zur Vorstellung einer „Sozialen Plastik“ der Gesellschaft als einer gestaltbaren Form, als einen in sich arbeitenden, energiegeladenen Organismus. Der schöpferische Widerspruch selbst liegt nach Hegels Dialektik natürlich auch darin, denn nach ihm bewegt sich nur, hat Trieb und Tätigkeit, was „in sich selbst einen Widerspruch hat“. Dieser Widerspruch ist die Kunst selbst; individuelle Obsession und soziale Wirksamkeit unter einen Hut zu bringen; das ist unlogisch, aber wem es gelingt, der macht wirksame Kunst. Denn Kunst, Können kommt aus dem altmittelhochdeutschen und heißt der Trick oder der Dreh etwas darzustellen. Als eine Spielart der Zauberei galt das Bild oder das Abbild also nicht umsonst als magisch aufgeladen und hatte rituellen Charakter. Mit dem Wandel der Zeiten, wandeln sich die Materialien, Techniken und Wertsysteme und ihre „kommunizierenden Röhren“. Es ist eine historische Tatsache, daß der Kampf um und für Freiheit und Gerechtigkeit eine Leidensgeschichte ist. Hier begegnen sich künstlerisches Bewußtsein und politische Utopie erneut – im inneren und äußeren kreativen Umgang mit dem Leid.

Hier begegnen sich künstlerisches Bewußtsein und politische Utopie erneut – im inneren und äußeren kreativen Umgang mit dem Leid. Religion, von lateinisch religio, bedeutet das „Zurückgebundensein“ in frommer Scheu. Was bedeutet dies anderes, als sich seiner eigenen Ein-Gebundenheit im gesamten Netz der Vielheiten in Natur und Kultur bewußt zu sein, die Anderen und Fremden Mitmenschen in ihrem spezifischen So-Sein erkennen und achten zu lernen. Die fromme oder heilige Scheu vor den schöpferischen Möglichkeiten der Anderen ist Bedingung für Dialog und Multilog. Edgar Wind, Kulturhistoriker aus dem Panofsky-Kreis bezieht sich in seinem Aufsatz und gleichnamigen Buch „Kunst und Anarchie“ nicht umsonst auf den Begriff der „heiligen Scheu“: „Im allgemeinen fürchten Künstler nicht so sehr den Verlust der Phantasie als ihr Übermaß…/… und doch mit gleicher Stärke, eine heilige Scheu vor der Phantasie, die ihrer Dichtung leben verlieh.“ Wind bezieht sich hier auf Goethe und Baudelaires Praxis der innneren Disziplin. Der Begriff der heiligen Scheu stammt von Platon und kein Philosoph hat den göttlichen Wahnsinn der dichterischen Eingebung- z.B. die Welt retten zu wollen – beredter gepriesen als er; und doch hat er ihn mit Argwohn verfolgt. Dahinter steht die Annahme, der Mensch könne durch seine Vorstellungsgebilde verwandelt werden. Und so sah Platon in der Kunst der Nachahmung ein gefährliches Spiel das zu verwerflichen Charakteren führt.

Goethes Aussage, daß, wer keine Religion habe, möge wenigstens Kunst haben, bezieht sich darauf: in Form gebrachte, gezügelte Vorstellungskraft aus dem Inneren für das Äußere als einem sozialen Raum.

Dies entsprach zudem nahezu prophetisch der Entwicklung in unserem Jahrhundert. Nachdem Nietzsche Gott sterben ließ, und damit unverschuldet der Einseitigkeit instrumentalisierter Vernunft das Begründungsfeld ebnete, ersetzte die Kunst die Kirche. Innerlichkeit als Freiheitsbegriff wurde sukzessive abgeschafft. Shaftesburys „inward form“ beeinflußte die deutschen Geisteswissenschaftler und Künstler. Herder, Humboldt und Hegel folgten ihr genauso wie Caspar David Friedrich und Phillip Otto Runge. Der Rationalismus, besagte instrumentalisierte Vernunft, gegen die Adorno und Horkheimer mit ihrer kritischen Theorie u.a. ankämpften, führte nun in den Terror von Industrie, Technologie, der Kultur-Industrie und ihrer Agenten. Von ihnen leitet sich der gegenwärtige Verdummungs- und Abstumpfungsfeldzug in den Mediengesellschaften ab. Kultur-Technologie ersetzt die Reflexion über eine Korrelation und Relationalität von Form und Inhalt durch technologische Lösungen in einer Kommunikation, die den vom Inhalt befreiten Diskurs über abstrakte Zeichen produziert. Diese Art der instrumentalisierten Vernunft macht KZ´s erst denk- und vorstellbar; losgelöst von innerer Formung, Emotion und Reflexion wird alles einfacher. Technische Lösungen waren noch nie das Problem der Menschheit. Die ökonomischen, emotionalen, ethischen und ästhetischen Probleme sind jedoch bis heute einer Verflüssigung nicht viel näher gekommen. Und so, wie die in ein übergreifendes Herrschaftssystem eingebettete Religion als Kirche in ihr emotionales Gegenteil geführt wurde – von deren inneren Schau als Befreiung zur veräußerlichten, bloßen Form als Unterdrückungs- und Machtinstrument, hat sich auch die Funktion der Künste für die Gesellschaft gewandelt, Museen sind heute Staats- und Markt-Kathedralen ökonomischer, und damit politischer, Kräfte.

Mit ihnen schreibt man die Geschichte des Kapitals auf perfideste Weise fort. Sie repräsentieren nicht mehr Erkenntnisse der philosophischen, sozialen und ästhetischen Reflexion, sondern ein Wertesystem von Shareholder Values, und könnten auch „Dow Jones Memorials“ oder „Gebäude zum Dax“ genannt werden. D.h. auch: der Begriff postmoderne Willkür ist schon wieder ein Gespenst, denn willkürlich ist da nichts. Nur sind es nun die Werte des angeblich freien Marktes, die den Tausch eines vermeintlich bohemiantischen Lebensgefühls gegen Börsenaktien tauschen lassen. Abstraktionswert Geld gegen einen seiner Inhaltlichkeit, Geschichtlichkeit und Geistigkeit beraubten Geschmackswert. Aber über Geschmack läßt sich gerade deshalb köstlich streiten, weil Geschmacksurteile abhängig sind von der Freiheit zur Auswahl, und die ist nun einmal bis heute eine Frage der ökonomischen Möglichkeiten. Geschmacksfragen sind im heutigen Jargon Fragen der Schichten und Zielgruppen – Also doch: Klassenfragen. Aber die Hoffnung, die in der Kunst sich manifestiert, ist auf freie Entfaltung des frei entfalteten Individuums gerichtet, daß sich seiner gesellschaftlichen Bedingt- und Verhältnismäßigkeiten sensibel und intelligent bewußt ist. Freie Assoziation der frei Assoziierten, so hieß es bei Karl Marx immer so schön. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg hat nicht von ungefähr seinen berühmten Bilderatlas zum Fortleben der Antike „Mnemosyne“ benannt. Mneme ist der aus dem griechischen stammende Terminus für Gedächtnis, Erinnerung. Die mythologische Gestalt der Mnemosyne, Tochter des Uranos und der Gäa, die von Zeus geschwängerte Mutter der Musen; der Künste also. Sie ist die Personifikation von Gedächtnis und Erinnerung. So wird die Betrachtung der Kunstentwicklung bei Warburg aus dem lebensnotwendigen „Zurückgebundensein“ an Gedächtnis und Erinnerung gleichzeitig zur Dokumentation einer Leidgeschichte der Menschheit.

Es ist das Ringen um Freiheit und Ausdruck, daß in jeder Gesellschaft ständig bedroht ist. Besonders dann, wenn art bzw. kunstferne Kategorien ihre erkenntnistheoretischen und praktischen Ergebnisse negieren und als Frage von Angebot und Nachfrage in ein heuchlerisches System transformieren. Um Kunst als Basis, als geistige Ernährungsgrundlage verwirklichen zu können, bedarf es einer Gesellschaft, die eine auf historischer Wahrhaftigkeit basierende Ethik besitzt. Dann könnten nicht nur emotionale, ethische und ästhetische Konzeptionen zu Geschwistern werden. Gesellschaftliche Gestaltung könnte aus der Unmittelbarkeit individueller Formung und seinem Anrecht auf Ausdruck zu einem verwirklichten sozialen Körper wachsen. Der sich seiner Selbst- und Fremdverantwortung bewußte Mensch würde über seine innere Proportionierung im Multilog mit den Experiementen und Ergebnissen der Anderen Mitmenschen ins Offene und Freie aus Vertrauen gehen können. Die Entwicklung einer als Unterstützung für ein soziales Projekt gedachten „House-Aktie“(*) ist an dieser Stelle eine glückliche Übereinkunft von moralischer Phantasie, künstlerischer Innovation und konkreter Hilfeleistung vor Ort. Gunnar F. Gerlach

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interessanter Link im Con(e)text:

3. Subversive Utopien, gebrochene Fluchtlinien

Wenn die Anzahl der Entsprechungen zwischen theoretischer und praktischer Auseinandersetzung mit Herrschaftsverhältnissen das verifikative Gewicht einer Analyse ausmacht, so kann das Verschwinden von Künstlerinnen als Potenzial sozialen Wandels angesehen werden. Ästhetische Widerstandsformen reterritorialisieren auf soziale Gefüge, um der Selbstreferentialität zu entfliehen und über ihr Kunst-Sein hinaus zu gehen, und so tendenziell ihre eigene Abschaffung zu betreiben.

Aber Kunst ist nie ein Ziel, sie ist nur ein Mittel, um Lebenslinien zu ziehen, das heißt, all jene Arten des wirklichen Werdens, die nicht einfach in der Kunst zustandekommen, all die aktiven Fluchtbewegungen, die nicht darin bestehen, in die Kunst zu flüchten, sich in die Kunst zurückzuziehen. [166]

Diese Funktion, von Deleuze / Guattari der Kunst als solche zugeschrieben, tritt in ihrer Verbindung mit Wunschmaschinen des sozialen Wandels deutlich hervor, und wird genutzt von der ‚Verschwindenden Meute‘ im Spät-Kapitalismus. Die Mannigfaltigkeit der Meute, so hat Kapitel 2 gezeigt, verfügt über ein hohes affektives Potenzial, welches die Kollektivierung und Anonymisierung durch das Wachstum der Meute voran treibt. Ihre tendenzielle Opposition zu dem in Kapitel 0 geschilderten Stand der Pop-Plateaus beruht auf ihrem grundsätzlich als Störung empfundenen Verhältnis zur Ordnung (sozialer, ökonomischer, ästhetischer et. al.). [167] Ihr Potenzial zur Störung und Opposition liegt in ihrer Entstehung aus der Mitte der Ordnungsgefüge, aus dem stillen Auge ‚Pop‘ des Hurricanes Gesellschaft begründet, und erst in dem Wunsch nach Entgrenzung dieser Ordnungen finden sie ihre oppositionelle Realität und bilden einfache Maschinen aus. (Die Begriffsentlehnung ‚Meute‘ aus der Fauna muss kritisch gesehen um die emotionalen und sozialen Fähigkeiten, welche den Menschen unterscheiden, erweitert werden, um in diesem stark verkürzenden Gebrauch den Irrwegen des biologistischen Determinismus vorzubeugen.)

http://www.glocalzine.de/joerg/html/mag/sub1.htm

Written by medienwatch & metainfo

Juli 22, 2009 at 10:36

Panoptikum: noroomgallery präsentiert den KunstHasserStammTisch: Bazon Brock

with 5 comments

 

kunsthasserstammtisch-bazon-brock-holtmann-stange-gfok-09

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(Negativ-)dialektische Limbus Spiegelung = Klimaforschung »Zwischenreich = Vorhölle (Gehirn, Hirnstamm: Gedächtnis, System(e), Lernfähigkeit, Üben = ) Zwischenraum(-begriff)« medizinisch-pilosophisch-dichterrisch operierender Kontext [Schmerz(Feld)Fenster (Tragendes Gemälde, Obersalzberg) etc. = Verbrecher Monstren der Geschichte = (falscher) Erhabenheitsbegriff = Negation] Erhabenheit: Vergil, Sokrates, Dante, Wagner,Nietzsche, Einstein, [Pabst] Sloterdijk: „Du musst dein Leben ändern°“ [Direkt hinter Bazon Brock Sophie„unsichtbar“ und Hans Scholl „sichtbar“] Fotos: Jörg Stange, gfok

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“Nur das erkannte Falsche ist noch wahr. Eine erkenntnistheoretische Huldigung an die Lüge als die Retterin der Wahrheit.” Bazon Brock

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Peter Sempel  [::] foto: jst | gfok

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Imaginäres Museum | Doppelblick „Phryne vor den Richtern“ oder auch „Phryne vor den Dichtern“ – oder so [[::]

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“Kritik der Wahrheit aus dem Geiste der Utopien. Das Prinzip Hoffnungsglück.”

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Tip(p): 21. 6., 12 – 16.30 Uhr, Kunstverein in Hamburg

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Bazon Brock

“Über die negative Affirmation”

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Samstag, dem 20. Juni 2009, 21.30 Uhr im Panoptikum, Spielbudenplatz 3

Samstag, 20. Juni, 15.00 – 18.00 Uhr und Sonntag, 21. Juni, 12.00-16.30 Uhr, Hamburger Kunstverein

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.* Plattform für performative Kunstkritik

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Mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur, Sport und Medien der Hansestadt Hamburg

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Doppelsendungen bitten wir zu berücksichtigen.

www.bazonbrock.de
www.panoptikum.de
www.kvhbf.de
www.kunstverein.de
www.noroomgallery.com

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Bazon Brock – Hamburger Block: Ein Wochenende für die performative (Kunst-)Philosophie: Es beginnt am Freitag im Harburger Bahnhof mit einem Vortrag „Über die negative Affirmation“, bei dem es darum geht, wie die drastische Bejahung Aussagenansprüche sinnlos macht. Weiter geht es mit dem Marathongespräch „Kritik der Wahrheit aus dem Geiste der Utopien. Das Prinzip Hoffnungsglück“, zu dem der Professor für nichtnormative Ästhetik und ungebrochen gedankenagile Vordenker an zwei Tagen über siebeneinhalb Stunden auch Harald Falckenberg, Iso Maeder und Michael Matern geladen hat. Am Samstagabend gibt es dazu eine mehrfach reflexive Spiegelfechterei als erkenntnistheoretische Huldigung an die Lüge als die Retterin der Wahrheit im Panoptikum. Fr, 19. 6., 20 Uhr, Kunstverein Harburger Bahnhof, Hannoversche Str. 85; Sa, 20. 6., 15 – 18 und So, 21. 6., 12 – 16.30 Uhr, Kunstverein in Hamburg, Klosterwall 23; KunstHasserStammTisch mit Bazon Brock, Panoptikum, Spielbudenplatz 3, Sa, 20. 6., 21.30 Uhr. www.noroomgallery.com, www.bazonbrock.deHAJO SCHIFF

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+++ Heute im Radio: DeutschlandFunck 15.05 Uhr »Kunsthasserstammtisch« (mit Jan Holtmann) wird besprochen +++

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hoecherl-grundgesetz-wikipedia ausschnitt.

„Hermann Höcherl CDU – Als für ihn typisch gilt sein Ausspruch in Zusammenhang mit der „Abhör-Affäre“ 1963 „Verfassungsschützer können nicht ständig das Grundgesetz unter dem Arm tragen“. Er war Mitglied der Burschenschaft Babenbergia München, heute Burschenschaft Franco-Bavaria München“
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http://de.wikipedia.org (Fotoausschnitt: Bundesarchiv 1968 Wikimedia Commons eingebunden.)

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Dringende Empfehlung an den Direktor des Panoptikums H. Höcherl als Wachsfigur in den „Limbus des Hauses“ aufzunehmen. (Freie Wiedergabe.)

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15:05 Uhr

Corso

Kultur nach 3

– Wo fängt Kunst an – wo hört Kunst auf? Zum 20. Mal
diskutiert der Kunsthasser-Stammtisch in Hamburg.
– Der Sound der Autobahn:
Die A40 – Symphonie erscheint auf CD.
– Michael Schmidt-Ospach, Geschäftsführer der Filmstiftung NRW, über den internationalen Filmkongress “Krise kommt -Kino bleibt”
– “Wüstenhund”-Premire heute in Berlin: Portrait des jungen Theaterautors Paul Brodowsky

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http://www.dradio.de/dlf/vorschau/

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ArtMagazin:

Serie „Gib mir fünf!“ präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Redakteurin Petra Bosetti empfiehlt diese Woche: Kunst statt Spinnen, Krempel für den Kanzler und Kristallines. // PETRA BOSETTI

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http://www.art-magazin.de/szene/19580/gib_mir_f_nf_

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(Ferenc) Franz Molnar
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Der Emigrant

1937 floh Molnar vor den Nationalsozialisten zunächst in die Schweiz, wo er sich in Genf häufig mit Emmerich Kálmán traf. Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, war Molnár bereit, Europa zu verlassen. Am 31. Dezember verließ er Genf und schiffte nach New York ein. Dort kam er am 12. Januar 1940 an. Er wurde von seiner dritten Frau, der Schauspielerin Lili Darvas, Gilbert Miller und ungarischen Freunden empfangen. Das Apartment Nr. 835 im Plaza Hotel wurde sein letzter Aufenthaltsort. In New York schrieb er trotz schwerer Depressionen Filmdrehbücher und Theaterstücke. 1949 wurde am Broadway sein Stück Panoptikum aufgeführt:
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http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Molnar
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Panoptikum [griech. „pan“ = gesamt und „optikós“ = schauen] bezeichnet siehe „Picassos Pan“ = Arkadien, Elysium etc.pp

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Sloterdijk: „Du musst dein Leben ändern“.

https://medienwatch.wordpress.com/2009/05/04/peter-sloterdijk-uber-die-finanzkrise-nur-verlierer-kooperieren/.

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»Skythos Mythos« Skythische Mütze => Phrygische Mütze (ha ha ohne Schirm)


http://www.bazonbrock.de/media/image/brockmitroterm%C3%BCtze,small.jpg

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Aktuell:

DUPLIKAT Kritik der Wahrheit aus dem Gei …

Tagespolemik

Der Künstler als gnadenloser Konkurrent …

Dreh Dich endlich um, Kerl – Ein Versu …

Biographiepflichtig

Einleitungsdokumente für Kurzleser:

Lebendig begragen

Das Leben als Theater – Nehmen …

Vom Action-teaching zur Rezept …

Die Bedeutung des Anfangs – zu …

Ästhetik als Vermittlung

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Von der Notwendigkeit, ein historisches Bewußtsein auszubilden.

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EIN GESPRÄCH MIT HEINZ-NORBERT JOCKS

Bazon Brock, der streitbare Kunsttheoretiker und Ausstellungsmacher, der zuletzt „Die Macht des Alters“ kuratierte, hat sich seit jeher mit dem Phänomen der Zeit befasst. Als eine Bestandsaufnahme dessen, wie er historische Zeit begreift, versteht sich das im Düsseldorfer Malkasten geführte Gespräch über Zeitschöpfung und Zeitschwellenrituale mit Heinz-Norbert Jocks:

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http://www.bazonbrock.de/#

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Wagner

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Der Barbar als Kulturheld – Bazon Brock III : gesammelte Schriften 1991 – 2002 ; Ästhetik des Unterlassens, Kritik der Wahrheit – wie man wird, der man nicht ist.

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Zeitzeugen, Parallelraum:

https://medienwatch.wordpress.com/2009/06/23/rede-von-franz-straus-tagung-der-csu-landesgruppe-in-sonthofen-1974/

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Was ist ein Medium?

https://medienwatch.wordpress.com/2009/06/16/formlabor-was-ist-ein-medium/

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Seite in Bearbeitung.

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | Bazon Brock, nooroomgallery, Jan Holtmann: Performative Kunstkritik = Bazon Brock (Vortrag) im Panoptikum 09. Fotografie: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK Archiv

Written by medienwatch & metainfo

Juni 30, 2009 at 18:07

Veröffentlicht in

Panoptikum: noroomgallery präsentiert den KunstHasserStammTisch: Bazon Brock

with 3 comments

Tip(p): 21. 6., 12 – 16.30 Uhr, Kunstverein in Hamburg

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noroomgallery präsentiert den KunstHasserStammTisch*

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kunsthasserstammtisch-bazon-brock-holtmann-stange-gfok-09Fotos: Jörg Stange, GfoK

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Stichworte: Dialektische Limbus Spiegelung = Klimaforschung »Zwischenreich = Vorhölle (Gehirn, Hirnstamm: Gedächtnis, System(e), Lernfähigkeit, Üben = ) Zwischenraum(-begriff)« medizinisch-philosophisch-dichterrisch operierender Kontext [Schmerz(Feld)Fenster (Tragendes Gemälde, Obersalzberg) etc. = Verbrecher Monstren der Geschichte = (falscher) Erhabenheitsbegriff = Negation] Erhabenheit: Vergil, Sokrates, Dante, Wagner, Nietzsche, Einstein, [Pabst] Sloterdijk: „Du musst dein Leben ändern°“ [Direkt hinter Bazon Brock Sophie „unsichtbar“ und Hans Scholl „sichtbar“]

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“Nur das erkannte Falsche ist noch wahr. Eine erkenntnistheoretische Huldigung an die Lüge als die Retterin der Wahrheit.” Bazon Brock

 

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kunsthasserstammtisch-sempel-fuehrerbunker-gfok-stange700Foto: «Peter Sempel» Jörg Stange, GfoK

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DIE ZEIT, 04.04.1957 Nr. 14 | Himmlers geheime Denkschrift
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Geheime Reichssache!
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Am Sonnabend, den 25. d. Mts., gab ich dem Führer meine Niederschrift über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten. Der Fährer las die 6 Seiten durch und fand sie sehr gut und richtig. Er gab jedoch die Anweisung, daß sie nur in ganz wenigen Exemplaren vorhanden sein dürfe, nicht vervielfältigt werden dürfe und ganz geheim zu behandeln sei. Minister Lammers war ebenfalls anwesend. Der Führer wollte, daß ich Generalgouverneür Frank einmal nach Berlin bäte, um ihm diese Niederschrift zu zeigen und ihm zu sagen, daß der Führer das für richtig hielte.

Der Reichsführer-SS:(Stempel) Geheime Reichssache! Vollständiger Text =

http://www.zeit.de/1957/14/himmlers-geheime-denkschrift

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Imaginäres Museum | Doppelblick „Phryne vor den Richtern“ oder auch „Phryne vor den Dichtern“ – oder so [::]

 

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“Kritik der Wahrheit aus dem Geiste der Utopien. Das Prinzip Hoffnungsglück.”

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Hören Bazon Brock: Orakel oder Bestimmung der Zukunft Prophets in Residence

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Bazon Brock

“Über die negative Affirmation”

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Samstag, dem 20. Juni 2009, 21.30 Uhr im Panoptikum, Spielbudenplatz 3

Samstag, 20. Juni, 15.00 – 18.00 Uhr und Sonntag, 21. Juni, 12.00-16.30 Uhr, Hamburger Kunstverein

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.* Plattform für performative Kunstkritik

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Mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur, Sport und Medien der Hansestadt Hamburg

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Doppelsendungen bitten wir zu berücksichtigen.

www.bazonbrock.de
www.panoptikum.de
www.kvhbf.de
www.kunstverein.de
www.noroomgallery.com

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Bazon Brock – Hamburger Block: Ein Wochenende für die performative (Kunst-)Philosophie: Es beginnt am Freitag im Harburger Bahnhof mit einem Vortrag „Über die negative Affirmation“, bei dem es darum geht, wie die drastische Bejahung Aussagenansprüche sinnlos macht. Weiter geht es mit dem Marathongespräch „Kritik der Wahrheit aus dem Geiste der Utopien. Das Prinzip Hoffnungsglück“, zu dem der Professor für nichtnormative Ästhetik und ungebrochen gedankenagile Vordenker an zwei Tagen über siebeneinhalb Stunden auch Harald Falckenberg, Iso Maeder und Michael Matern geladen hat. Am Samstagabend gibt es dazu eine mehrfach reflexive Spiegelfechterei als erkenntnistheoretische Huldigung an die Lüge als die Retterin der Wahrheit im Panoptikum. Fr, 19. 6., 20 Uhr, Kunstverein Harburger Bahnhof, Hannoversche Str. 85; Sa, 20. 6., 15 – 18 und So, 21. 6., 12 – 16.30 Uhr, Kunstverein in Hamburg, Klosterwall 23; KunstHasserStammTisch mit Bazon Brock, Panoptikum, Spielbudenplatz 3, Sa, 20. 6., 21.30 Uhr. www.noroomgallery.com, www.bazonbrock.deHAJO SCHIFF

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+++ Heute im Radio: DeutschlandFunck 15.05 Uhr »Kunsthasserstammtisch« (mit Jan Holtmann) wird besprochen +++

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„Hermann Höcherl CDU – Als für ihn typisch gilt sein Ausspruch in Zusammenhang mit der „Abhör-Affäre“ 1963 „Verfassungsschützer können nicht ständig das Grundgesetz unter dem Arm tragen“. Er war Mitglied der Burschenschaft Babenbergia München, heute Burschenschaft Franco-Bavaria München“
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http://de.wikipedia.org (Fotoausschnitt: Bundesarchiv 1968 Wikimedia Commons eingebunden.)

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Dringende Empfehlung an den Direktor des Panoptikums H. Höcherl als Wachsfigur in den „Limbus des Hauses“ aufzunehmen. (Freie Wiedergabe.)

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Corso

Kultur nach 3

– Wo fängt Kunst an – wo hört Kunst auf? Zum 20. Mal
diskutiert der Kunsthasser-Stammtisch in Hamburg.
– Der Sound der Autobahn:
Die A40 – Symphonie erscheint auf CD.
– Michael Schmidt-Ospach, Geschäftsführer der Filmstiftung NRW, über den internationalen Filmkongress “Krise kommt -Kino bleibt”
– “Wüstenhund”-Premire heute in Berlin: Portrait des jungen Theaterautors Paul Brodowsky

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http://www.dradio.de/dlf/vorschau/

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ArtMagazin:

Serie „Gib mir fünf!“ präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Redakteurin Petra Bosetti empfiehlt diese Woche: Kunst statt Spinnen, Krempel für den Kanzler und Kristallines. // PETRA BOSETTI

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http://www.art-magazin.de/szene/19580/gib_mir_f_nf_

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(Ferenc) Franz Molnar
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Der Emigrant

1937 floh Molnar vor den Nationalsozialisten zunächst in die Schweiz, wo er sich in Genf häufig mit Emmerich Kálmán traf. Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, war Molnár bereit, Europa zu verlassen. Am 31. Dezember verließ er Genf und schiffte nach New York ein. Dort kam er am 12. Januar 1940 an. Er wurde von seiner dritten Frau, der Schauspielerin Lili Darvas, Gilbert Miller und ungarischen Freunden empfangen. Das Apartment Nr. 835 im Plaza Hotel wurde sein letzter Aufenthaltsort. In New York schrieb er trotz schwerer Depressionen Filmdrehbücher und Theaterstücke. 1949 wurde am Broadway sein Stück Panoptikum aufgeführt:
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http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Molnar
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Panoptikum [griech. „pan“ = gesamt und „optikós“ = schauen] bezeichnet siehe „Picassos Pan“ = Arkadien, Elysium etc.pp

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Sloterdijk: „Du musst dein Leben ändern“

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https://medienwatch.wordpress.com/2009/05/04/peter-sloterdijk-uber-die-finanzkrise-nur-verlierer-kooperieren/.

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»Skythos Mythos« Skythische Mütze => Phrygische Mütze (ha ha ohne Schirm)


http://www.bazonbrock.de/media/image/brockmitroterm%C3%BCtze,small.jpg

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Aktuell:

DUPLIKAT Kritik der Wahrheit aus dem Gei …

Tagespolemik

Der Künstler als gnadenloser Konkurrent …

Dreh Dich endlich um, Kerl – Ein Versu …

Biographiepflichtig

Einleitungsdokumente für Kurzleser:

Lebendig begragen

Das Leben als Theater – Nehmen …

Vom Action-teaching zur Rezept …

Die Bedeutung des Anfangs – zu …

Ästhetik als Vermittlung

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Von der Notwendigkeit, ein historisches Bewußtsein auszubilden.

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EIN GESPRÄCH MIT HEINZ-NORBERT JOCKS

Bazon Brock, der streitbare Kunsttheoretiker und Ausstellungsmacher, der zuletzt „Die Macht des Alters“ kuratierte, hat sich seit jeher mit dem Phänomen der Zeit befasst. Als eine Bestandsaufnahme dessen, wie er historische Zeit begreift, versteht sich das im Düsseldorfer Malkasten geführte Gespräch über Zeitschöpfung und Zeitschwellenrituale mit Heinz-Norbert Jocks:

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http://www.bazonbrock.de/#

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Wagner

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Der Barbar als Kulturheld – Bazon Brock III : gesammelte Schriften 1991 – 2002 ; Ästhetik des Unterlassens, Kritik der Wahrheit – wie man wird, der man nicht ist.

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Zeitzeugen, Parallelraum:

https://medienwatch.wordpress.com/2009/06/23/rede-von-franz-straus-tagung-der-csu-landesgruppe-in-sonthofen-1974/

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Was ist ein Medium?

https://medienwatch.wordpress.com/2009/06/16/formlabor-was-ist-ein-medium/

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Hören Bazon Brock: Orakel oder Bestimmung der Zukunft »Prophets in Residence«

Seite in Bearbeitung.

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | Bazon Brock, nooroomgallery, Jan Holtmann: Performative Kunstkritik = Bazon Brock (Vortrag) im Panoptikum 09. Fotografie: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK Archiv

 

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Juni 20, 2009 at 07:58

„Wo richtig viel Traffic ist“: Ein Gespräch mit dem Schriftsteller, Produzenten, Rechtsanwalt und Filmemacher Alexander Kluge, der nun Internet macht.

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prominenz-e-kreuz-gfok-stange700

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Fakten, Fakten, Emotionen

Im Gespräch: Alexander Kluge

27.05.2009

Interview: Fritz Göttler

„Wo richtig viel Traffic ist“: Ein Gespräch mit dem Schriftsteller, Produzenten, Rechtsanwalt und Filmemacher Alexander Kluge, der nun Internet macht.

„Erlöst die Tatsachen von der menschlichen Gleichgültigkeit“: Alexander Kluge

Es war natürlich nur eine Frage der Zeit, bis Alexander Kluge im Internet auftauchte. In den Sechzigern fing er mit dem Kino und mit Büchern an, seit 21 Jahren unterwandert er mit seinen dctp-Programmen das Fernsehen, eben erst hat er eine DVD produziert, nun präsentiert er unter dctp.tv ein Programm mit diversen Themenparks, die Elemente aus seiner TV-Arbeit mit neuproduziertem Material kombinieren, zu Themen wie: „Kapitalismus ist keine Einbahnstraße“ (Finanz- und andere Krisen), „150 Jahre Darwin und kein Ende“, „Liebe macht hellsichtig“, „Kosmos“. Die Seite wird ständig aktualisiert, im Moment ist aus gegebenem Anlass ein Gespräch mit Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper im Vordergrund – aber natürlich soll jeder User kühn springen, zwischen den Aspekten eines Themas und zwischen den Themen selbst, wie es ihm nur möglich ist (…)

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„Und wenn eine Tatsache menschenfeindlich ist, den Menschen verletzt, dann leugnet er sie sogar. Das ist der sogenannte Antirealismus des Gefühls . . . Das ist eine sehr kollektive Arbeit, die wir hier machen, es gibt Stücke von ganz verschiedenen Filmemachern und Autoren, Schlingensief ist dabei. Aber alles, was ich mit dieser Organisation der dctp nun seit 21 Jahren mache, setzt eigentlich etwas fort, was mal ein Buch war, das ich mit Oskar Negt schrieb, „Öffentlichkeit und Erfahrung“, 1972. Wir antworteten damit auf das, was Habermas in „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ schrieb. Uns ging es um den Erfahrungsbegriff, wie nehmen Menschen etwas auf – das mag ja so objektiv sein, wie es will, aber objektiv sind auch die Emotionen der Menschen, die Antworten. Das ist eine Öffentlichkeits-Theorie, an der ich nach wie vor sehr hänge. Dass es Öffentlichkeit geben soll, und zwar unter Anwesenden“

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Hier gehts weiter =

http://www.sueddeutsche.de/kultur/522/470073/text/

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Diskursiv zum Thema (Es gibt umfangreicheres, gefilmtes+Text+dokumentarisches etc.pp Hintergrund-Material im Kontext: hier einige Beiträge als kleine Auswahl)

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KUNST IM HARTZ, mit der wir die Ausstellung ARKADIEN AUFRÄUMEN in den Räumen von BauArt beschliessen.
Den Auftakt wird der Kunstwissenschaftler Gunnar F. Gerlach mit einem kurzen Einführungsvortrag machen, in dem er über das Bild Arkadiens in der Kunst, über Landschaft, Paradies und sozialutopischen Anspruch referiert. Ebenfalls eingeladen sind die Künstler Filomeno Fusco und Malte Willms, die beide in vollkommen unterschiedlicher Weise an Schnittstellen gesellschaftlicher Strukturen arbeiten, welche hier im Fokus stehen. Es geht um Fragen und Kriterien, die bestimmend sind für das Betriebssystem Kunst in Bezug auf das
gesellschaftliche, das heisst hier explizit auch individuelle Problem des Ausgeschlossenseins (…)

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https://medienwatch.wordpress.com/category/bauart-arkadien-aufraumen/

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Land schafft — wer oder was?

…Bei Arbeiten wie Meditationswand — Landschaft (1969), auch Landschaft, imaginär (Grünkeil auf Wand) genannt, und Landschaft 2 (1969) war nun keineswegs daran gedacht, den Betrachter ‘die Augen nach innen kehren zu lassen’. Der tätige Betrachter war gefordert, nicht der ‘Bruder Innerlich’. Trocken berlinerisch hatten vordem die Bilder-Prediger ihre Abfuhr bekommen: “Mensch, jeh in dir!” — “War ich schon. Ooch nischt los.”
Von seiner Idealen Landschaft [1968] hat Brehmer eine “Volksausgabe” verfertigt. Wenn er zudem eine “Museumsausgabe” herstellte, war damit nahegelegt, an den kunsthistorischen Typ ‘ideale Landschaft’ der Malerei zu erinnern, wie ihn etwa Claude Lorrain repräsentiert. Solche ‘ideale Landschaft’ ist aus Versatzstücken zusammengesetzt — interessanterweise hat sie keine Entsprechung in der außenweltlichen Realität, sondern allein in der Vorstellung der Maler und der Betrachter. Ihre Elemente waren Kulturepochen, deren Ideale in dieser Landschaft übernommen wurden, im besonderen der Antike.
Menschen tauchen darin vergleichsweise nur als Statisten auf, in Beziehung zu einer Idealarchitektur und zum mythischen Arkadien, auch das ist kein historischer Ort. Für einen Kosmos, nicht nur für einen bestimmten Ausschnitt einer ‘Gegend’ oder der Welt steht die ‘ideale Landschaft’; sie ist Paradigma für die Einheit von Mensch, Natur und Kultur.

Auszug aus: Sicht-Agitation! Schlüsselbilderr und Bilderschlüssel, Prof. S.D. Sauerbier, KP Brehmer „Alle Künstler Lügen“ , Katalog / Museum Fridericianum, Kassel 1998

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http://archiv.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-sauer.html

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https://medienwatch.wordpress.com/942/

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Altonaer Museum:

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…Mojib Latif u. Gunnar F. Gerlach = Klimaszenarien werden mittlerweile viele ausgemalt. Bei manchen Prognosen würde zum Beispiel von der Elbphilharmonie im nächsten Jahrhundert nur noch die Spitzen aus dem Wasser ragen … Welchen Bildern wir hier vertrauen können und sollten, erläutert der Klimaforscher Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften und der Kunsttheoretiker Gunnar Gerlach: “Kunstwissenschaft ist Klimaforschung, denn nur wer das Klima erforscht, kann Aussagen über Kunst und Kultur machen.”

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https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/13/klimaabend-noroomgallery-prasentiert-arche-archive-ein-klimaabend-mit-mojib-latif-und-gunnar-gerlach/

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DADA-Ethik

…Da eine erhebliche Vakanz, im Regierungszirkel, als temporäres Macht-Vakuum durch multiple Verfehlungen zu erwarten ist, gilt es für die Bevölkerung Ruhe zu bewahren. Denn die damit einhergehenden Änderungen, sind überraschend positiv und könnten einen surrealen Kulturschock auslösen. Die Ergebnisse sind dem Gemeinwohl und der Nachhaltigkeit verpflichtet. Noch kein wirkliches Arkadien – der schrittweisen Annäherung soll Tribut gezollt werden (…)

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https://medienwatch.wordpress.com/2009/05/02/ende-der-akzeptanz-ethik-seminare-fur-bad-politics/.

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conetainer-david-jst-medienwatch600

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Et in arcadia lego!

Hafencity ohne Hafen. Hatte man nicht schon den Versuch unternommen, die alten Segelschiffe aus dem Museumshafen Neumühlen in den Sandtorkai zu schippern? Eine Via Nostalgia, um den Charme des zukünftigen Hafen-Paradieses zu steigern. Nun wurden sie wieder zurückgepfiffen. Der Ort ist wieder Hafenlos.

Es bleibt beim vielzitierten „Würfel-Husten“. Die frischgebauten Kästen in Reihe drei und vier lassen nur noch einen Kommentar zu: „Et in arcadia lego!“

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https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/10/puzzelink_evidenz12-parametrie-parodiese/

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ARKADIEN II der etwas andere (ELB) Spaziergang

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https://medienwatch.wordpress.com/2009/05/24/arkadien-ii-glas-loffel-sand-elbspatzirrgang-09/

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medienwatch.wordpress.com | meta-info.de | medienwatch.de | Foto: Con(e)tainer Arkadien I, «Park-Prominence» David u. Jörg Stange ’09, gfok

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Juni 7, 2009 at 00:35

Veröffentlicht in

Weltumwelttag: Ein Film von Yann Arthus-Bertrand + mehr°

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Englische Fassung:

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http://www.youtube.com/watch?v=IbDmOt-vIL8&feature=channel

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mojib-latif-gunnar-gerlach-700

Gunnar F. Gerlach (Prof. für philosophische Ästhetik, Kunstwissenschaft) Mojib Latif (Prof. für Klimatologie, Meeresforschung etc.) Film/Fotos: Jörg Stange, gfok

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Erderwärmung made by men

Von Alex Rühle

Auf seiner Internetseite zur Klimadebatte beschert Dennis Dutton den Leugnern des Klimawandels täglich neu eine Niederlage.

“Friedrich Nietzsche spottete einmal, Philosophen seien Menschen, die einen Stein hinter einem Baum verstecken und ihn dann selbst suchen. Soll heißen: Sie wissen meist vorher, worauf sie hinauswollen, ihre vermeintlich argumentativ gefundenen Wahrheiten sind nichts als Vorurteile”

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“Ein weiterer Dauergast auf Duttons Seite ist der Londoner Journalist Fred Pearce, der kürzlich in Nature beschrieb, was für katastrophale Folgen es haben wird, wenn tatsächlich das Methan in den subpolaren Permafrostböden großflächig auftaut, ein Text, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt”

Bitte Link benutzen:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/434/468002/text/

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Foto: l.: Kunstwissenschaftler Prof. Gunnar F. Gerlach, r.: Klimatologe Prof. Mojib Latif

Kurze Anm.:

Eine interdiszipliäre Performance im Altonaer Museum: Beide besprechen das Klima und die Athmos-Sphäre aus ihrer jeweiligen Sicht und Standpunkt und finden dialektisch-transformativ-diskursiv wissenschaftliche “Handlungs- und Haltungsverwandschaft” bei der Befragung des multiplen Materials. Klimaforschung könnte eine interdisziplinäre, sinnstiftende, (auch erschreckend) erkenntnissreiche und erotische Betrachtungsweise sein, wie am Beispiel Courbets “l’origine du monde” zu erfahren war… Arkadien ist seit Vergil schon „anders“ verortet – es wird zunehmend (k)arger.

(…) Das Abschmelzen der Eiskappen der Pole ist in vollem Gange. Der Druck zum umweltpolitischen Umdenken auf die Regierungen zur  Reduzierung gegenwärtiger CO2 Emissionen muss intensiviert werden, er muss von unten wachsen, sagte der international geachtete Klimaforforscher Prof. Mojib Latif. Erst dann bestünde noch eine gewisse Hoffnung ein Umdenken zu Gunsten regenerativer Energien – auch in humanen Werte-Kontexten zu bewirken. menschenverachtende Kriege ums Öl würden obsolet: Das wirkt sich selbstverständlich auch auf ein anderes gesellschaftliches Klima aus. Gunnar F. Gerlach: die die Atmosphäre des ‘natürlichen und kulturellen’ Umfeldes als Basis von Forschung und Gestaltung sehen… Jörg Stange (*Arkadien etc. = Text von Gunnar F. Gerlach und Mojib Latif wird noch an Hand des umfangreichen Materials aufgearbeitet)

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KunstHasserStammTisch* der noroomgallery präsentiert:

Arche & Archive

ein Klimaabend mit Mojib Latif und Gunnar Gerlach

Donnerstag, 16. April 2009 um 19.00 Uhr

Im Altonaer Museum

Incl. einer Führung durch die Archive des Altonaer Museums mit dessen Direktor Torkhild Hinrichsen ein zweiter Einlass ist um 19.45 Uhr möglich

… Klimaszenarien werden mittlerweile viele ausgemalt. Bei manchen Prognosen würde zum Beispiel von der Elbphilharmonie im nächsten Jahrhundert nur noch die Spitzen aus dem Wasser ragen … Welchen Bildern wir hier vertrauen können und sollten, erläutert der Klimaforscher Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften und der Kunsttheoretiker Gunnar Gerlach: “Kunstwissenschaft ist Klimaforschung, denn nur wer das Klima erforscht, kann Aussagen über Kunst und Kultur machen.”

Es stellen sich generelle Fragen nach Determinanten der Natur- und Kulturproduktion genauso, wie die Frage von Krisen und ihren spezifischen Bewältigungsstrategien. Beim Klimaabend werden der Klimaforscher Mojib Latif und der Kunsttheoretiker Gunnar Gerlach Kunst und Klimaforschung eng führen, um sich so der Herausforderung einer Krise gemeinsam zu nähern, denn die Krisen der Gegenwart – selbst die in der Kunst – sind auch das Ergebnis von “gestörten Atmosphären”.

Mojib Latif
Meteorologe und seit 1985 Klimaforscher am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Studierte zunächst Betriebswirtschaft und anschließend Meteorologie an der Universität Hamburg. Promovierte und habilitierte (1989) im Fach Ozeanographie. Seine Doktorarbeit schrieb er über das weltumspannende Wetterphänomen El Nino. Nach mehreren Aufenthalten an Instituten im Ausland erfolgten die Promotion und zusätzlich noch die Habilitiation im Fach Ozeanographie. Er ist Professor am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel. Daneben war er auch Herausgeber der wissenschaftlichen Fachzeitschriften “Monthly Weather Review” und “Journal of Climate” (1999-2003) sowie Mitarbeiter mehrerer internationaler Komitees und Organisationen, z. B. als Mitglied der CLIVAR Working Group on Global Coupled Modelling.

Gunnar Gerlach
Prof. u. Doz. für Kunstwissenschaft und philosoph. Ästhetik; Gastprofessur(en) u.a. an der China Academy of Fine Arts. Zahlreiche Publikationen und Vorträge im In- und Ausland; freier Kurator u.a. für Museen und Kunstvereine. Forschungsschwerpunkte: Kunst, Kulturphilosophie und Politik vom 19. Jh. bis zur Gegenwart (u.a.: E. Delacroix, J. Beuys, KP Brehmer, Bogomir Ecker). Zum Thema ‘Kunstwissenschaft und Klimaforschung’ hat er seit Mitte der 80er Jahre im Hinblick auf eine politische Kunstpraxis Forschungsthesen publiziert (u.a. in: taz, Kunstforum, Hamburger Rundschau u. Katalogbeiträgen), die die Atmosphäre des ‘natürlichen und kulturellen’ Umfeldes als Basis von Forschung und Gestaltung sehen.

*der KunstHasserStammTisch der noroomgallery ist eine Plattform für performative Kunstkritik

http://www.noroomgallery.com/

noroomgallery-prasentiert-arche-archive-ein-klimaabend-mit-mojib-latif-und-gunnar-gerlach/

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Extremwetterkongress

Erderwärmung ist schneller als erwartet

Auf dem Extremwetterkongress in Bremerhaven warnen Experten vor einem schnellen Klimawandel. Sie fordern Solarstrom aus Afrika. VON SARAH MESSINA

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“Eine Fläche der Sahara in der Größe des Saarlandes würde bereits ausreichen, um mit solarthermischen Kraftwerken den gesamten Strombedarf Deutschlands zu decken” [Meta-Fairsolar: Hierbei müsste selbstverständlich auch der Bedarf der Dritte Weltländer gedeckt werden. Ausserdem könnte der Raumbedarf durch „intelligente Con(e)struktionen“ stark reduziert werden. Jörg Stange]

Der Klimaforscher Mojib Latif forderte von der Bundesregierung, “jährlich 20 Milliarden Euro für erneuerbare Energien” bereitzustellen (…)

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http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/erderwaermung-ist-schneller-als-erwartet/

Philosoph + Klimaforscher = denisdutton.com/

http://www.attac-netzwerk.de/index.php?id=1755

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Juni 5, 2009 at 05:53

„Wo richtig viel Traffic ist“: Ein Gespräch mit dem Schriftsteller, Produzenten, Rechtsanwalt und Filmemacher Alexander Kluge, der nun Internet macht.

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Fakten, Fakten, Emotionen

Im Gespräch: Alexander Kluge

27.05.2009

Interview: Fritz Göttler

„Wo richtig viel Traffic ist“: Ein Gespräch mit dem Schriftsteller, Produzenten, Rechtsanwalt und Filmemacher Alexander Kluge, der nun Internet macht.

„Erlöst die Tatsachen von der menschlichen Gleichgültigkeit“: Alexander Kluge

Es war natürlich nur eine Frage der Zeit, bis Alexander Kluge im Internet auftauchte. In den Sechzigern fing er mit dem Kino und mit Büchern an, seit 21 Jahren unterwandert er mit seinen dctp-Programmen das Fernsehen, eben erst hat er eine DVD produziert, nun präsentiert er unter dctp.tv ein Programm mit diversen Themenparks, die Elemente aus seiner TV-Arbeit mit neuproduziertem Material kombinieren, zu Themen wie: „Kapitalismus ist keine Einbahnstraße“ (Finanz- und andere Krisen), „150 Jahre Darwin und kein Ende“, „Liebe macht hellsichtig“, „Kosmos“. Die Seite wird ständig aktualisiert, im Moment ist aus gegebenem Anlass ein Gespräch mit Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper im Vordergrund – aber natürlich soll jeder User kühn springen, zwischen den Aspekten eines Themas und zwischen den Themen selbst, wie es ihm nur möglich ist (…)

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„Und wenn eine Tatsache menschenfeindlich ist, den Menschen verletzt, dann leugnet er sie sogar. Das ist der sogenannte Antirealismus des Gefühls . . . Das ist eine sehr kollektive Arbeit, die wir hier machen, es gibt Stücke von ganz verschiedenen Filmemachern und Autoren, Schlingensief ist dabei. Aber alles, was ich mit dieser Organisation der dctp nun seit 21 Jahren mache, setzt eigentlich etwas fort, was mal ein Buch war, das ich mit Oskar Negt schrieb, „Öffentlichkeit und Erfahrung“, 1972. Wir antworteten damit auf das, was Habermas in „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ schrieb. Uns ging es um den Erfahrungsbegriff, wie nehmen Menschen etwas auf – das mag ja so objektiv sein, wie es will, aber objektiv sind auch die Emotionen der Menschen, die Antworten. Das ist eine Öffentlichkeits-Theorie, an der ich nach wie vor sehr hänge. Dass es Öffentlichkeit geben soll, und zwar unter Anwesenden“

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Hier geht es weiter =

http://www.sueddeutsche.de/kultur/522/470073/text/

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Diskursiv zum Thema (Es gibt umfangreicheres, gefilmtes+Text+dokumentarisches etc.pp Hintergrund-Material im Kontext: hier einige Beiträge als kleine Auswahl)

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KUNST IM HARTZ, mit der wir die Ausstellung ARKADIEN AUFRÄUMEN in den Räumen von BauArt beschliessen.
Den Auftakt wird der Kunstwissenschaftler Gunnar F. Gerlach mit einem kurzen Einführungsvortrag machen, in dem er über das Bild Arkadiens in der Kunst, über Landschaft, Paradies und sozialutopischen Anspruch referiert. Ebenfalls eingeladen sind die Künstler Filomeno Fusco und Malte Willms, die beide in vollkommen unterschiedlicher Weise an Schnittstellen gesellschaftlicher Strukturen arbeiten, welche hier im Fokus stehen. Es geht um Fragen und Kriterien, die bestimmend sind für das Betriebssystem Kunst in Bezug auf das
gesellschaftliche, das heisst hier explizit auch individuelle Problem des Ausgeschlossenseins (…)

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https://medienwatch.wordpress.com/category/bauart-arkadien-aufraumen/

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Land schafft — wer oder was?

…Bei Arbeiten wie Meditationswand — Landschaft (1969), auch Landschaft, imaginär (Grünkeil auf Wand) genannt, und Landschaft 2 (1969) war nun keineswegs daran gedacht, den Betrachter ‘die Augen nach innen kehren zu lassen’. Der tätige Betrachter war gefordert, nicht der ‘Bruder Innerlich’. Trocken berlinerisch hatten vordem die Bilder-Prediger ihre Abfuhr bekommen: “Mensch, jeh in dir!” — “War ich schon. Ooch nischt los.”
Von seiner Idealen Landschaft [1968] hat Brehmer eine “Volksausgabe” verfertigt. Wenn er zudem eine “Museumsausgabe” herstellte, war damit nahegelegt, an den kunsthistorischen Typ ‘ideale Landschaft’ der Malerei zu erinnern, wie ihn etwa Claude Lorrain repräsentiert. Solche ‘ideale Landschaft’ ist aus Versatzstücken zusammengesetzt — interessanterweise hat sie keine Entsprechung in der außenweltlichen Realität, sondern allein in der Vorstellung der Maler und der Betrachter. Ihre Elemente waren Kulturepochen, deren Ideale in dieser Landschaft übernommen wurden, im besonderen der Antike.
Menschen tauchen darin vergleichsweise nur als Statisten auf, in Beziehung zu einer Idealarchitektur und zum mythischen Arkadien, auch das ist kein historischer Ort. Für einen Kosmos, nicht nur für einen bestimmten Ausschnitt einer ‘Gegend’ oder der Welt steht die ‘ideale Landschaft’; sie ist Paradigma für die Einheit von Mensch, Natur und Kultur.

Auszug aus:  Sicht-Agitation!  Schlüsselbilderr und Bilderschlüssel, Prof. S.D. Sauerbier,  KP Brehmer „Alle Künstler Lügen“ , Katalog / Museum Fridericianum, Kassel 1998

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http://archiv.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-sauer.html

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https://medienwatch.wordpress.com/942-2/

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Altonaer Museum:

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…Mojib Latif u. Gunnar F. Gerlach = Klimaszenarien werden mittlerweile viele ausgemalt. Bei manchen Prognosen würde zum Beispiel von der Elbphilharmonie im nächsten Jahrhundert nur noch die Spitzen aus dem Wasser ragen … Welchen Bildern wir hier vertrauen können und sollten, erläutert der Klimaforscher Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften und der Kunsttheoretiker Gunnar Gerlach: “Kunstwissenschaft ist Klimaforschung, denn nur wer das Klima erforscht, kann Aussagen über Kunst und Kultur machen.”

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https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/13/klimaabend-noroomgallery-prasentiert-arche-archive-ein-klimaabend-mit-mojib-latif-und-gunnar-gerlach/

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DADA-Ethik

…Da eine erhebliche Vakanz, im Regierungszirkel, als temporäres Macht-Vakuum durch multiple Verfehlungen zu erwarten ist, gilt es für die Bevölkerung Ruhe zu bewahren. Denn die damit einhergehenden Änderungen, sind überraschend positiv und könnten einen surrealen Kulturschock auslösen. Die Ergebnisse sind dem Gemeinwohl und der Nachhaltigkeit verpflichtet. Noch kein wirkliches Arkadien – der schrittweisen Annäherung soll Tribut gezollt werden (…)

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https://medienwatch.wordpress.com/2009/05/02/ende-der-akzeptanz-ethik-seminare-fur-bad-politics/.

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Et in arcadia lego!

Hafencity ohne Hafen. Hatte man nicht schon den Versuch unternommen, die alten Segelschiffe aus dem Museumshafen Neumühlen in den Sandtorkai zu schippern? Eine Via Nostalgia, um den Charme des zukünftigen Hafen-Paradieses zu steigern. Nun wurden sie wieder zurückgepfiffen. Der Ort ist wieder Hafenlos.

Es bleibt beim vielzitierten „Würfel-Husten“. Die frischgebauten Kästen in Reihe drei und vier lassen nur noch einen Kommentar zu: „Et in arcadia lego!“

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https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/10/puzzelink_evidenz12-parametrie-parodiese/

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ARKADIEN II der etwas andere (ELBe) Spaziergang

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https://medienwatch.wordpress.com/2009/05/24/arkadien-ii-glas-loffel-sand-elbspatzirrgang-09/

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KP Brehmer: Schlüsselbilder und Bilderschlüssel + Ohne Metapher + etc.

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KP Brehmer, 1970 »Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung« Museum-Fridericianum Kassel 1997: Ktlg. 1998, Schwarz = Mittelstand | Rot = restl. Haushalte | Gold = Großkapital

 

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‚Flagge zeigen!‘

— das bedeutet: auf Präsenz bestehen und feste Entschlossenheit signalisieren. Staatsflaggen repräsentieren den ‚Inbegriff des Gemeinwesens‘. Für sich ist die Fahne zunächst ein indexikalisches Zeichen, im Fall der Flagge für eine Menge oder Gruppe, ein ‚Insgesamt‘; Identifikation von deren Mitgliedern wird mit der Fahne angezeigt und eingefordert.
Das indexikalische Zeichen geht zurück auf reale Bestandteile, Attribute oder Merkmale des angezeigten Inhalts; es steht sodann als Teil fürs Ganze des bezeichneten Gegenstandes [..]

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„Sicht-Agitation!“

Schlüsselbilder und Bilderschlüssel

Die Reproduktion
ist das Original
ist die Reproduktion

Von Prof. Dr.  S. D. Sauerbier

Verfehlungen — Vorgeschichte
Bei der letzten documenta („Generation X“) trafen wir uns und machten Pläne. Brehmer kritisierte heftig die politischen Attitüden und die vordergründige Kulturkritik von Catherine David und machte sich lustig über das „Dschungelbuch“ zur Ausstellung respektive die Ausstellung zum Buch; dabei war er ausgesprochen guter Dinge.
Alsbald fanden wir ein Motto: „Vorwärts zu den Quellen, aufwärts zu den Wurzeln, zurück zu den Folgen! Vorwärts zur Nachgeschichte!“
Ein Treffen in Hamburg war vereinbart, im Winter wollte man sich der ‚Brehmer-Forschung‘ widmen. Zu spät. Nach so vielem wollte ich mich erkundigen — nun ist das Vorhaben ohne ihn zu Ende zu bringen. Zehn Jahre zuvor sprachen wir über Wirksamkeit und Gültigkeit seines Werks — eine Zeitlang hatte er wenig produziert.
Er äußerte sich über das Schicksal etlicher Kollegen, Vorkämpfer und Mitstreiter:
„Denke ich an die Gegenwart und an die Lage vor 20 Jahren, dann läßt sich feststellen: Einige sind in die Sozialarbeit gegangen, andere in die Politik, und wieder andere haben gesagt: ‚Leck mich am Arsch, es hat sowieso keinen Zweck — après nous le déluge.‘ Die Geschichte läßt aber gewissen Leuten und ihren Haltungen, Ideen und Auffassungen durchaus Gerechtigkeit widerfahren. Dabei empfinde ich Genugtuung.“
Im Graphischen Kabinett der Freien Galerie in Berlin, die René Block in der Schöneberger Kurfürstenstraße leitete, lernte ich KP Brehmer kennen — er hatte ‚informelle Strukturen‘ aus Montagen entwickelt; es kam eine Zeit des Übergangs und der neuen Orientierung. In Erstaunen versetzte uns Brehmers Verwendung von technischem Material: es waren Rasternegative, wie sie zur Herstellung von Druckklischees benutzt wurden, und bemerkenswert erschien damals, daß Brehmer die Auflagenhöhe nicht beschränkte.
René Block bezog dann in der Frobenstraße eigene Räume; im Keller zeigte er ‚Kunst von unten‘. KP Brehmer und H.P. Alvermann hatten Graphiken zu einem Schauerdrama entworfen, geschrieben mit J.M. Krauße im Winter 1962/63 in Wien — Hauptfigur war eine gewisse Marilyn M. Das Theaterstück war als Buch in der Innsbrucker Allerheiligenpresse von Peter Weiermair angekündigt, die Veröffentlichung kam nie zustande. Weiermair behauptete, sein Vater hätte das Machwerk als unziemlich und unanständig empfunden und das Manuskript in den Ofen gesteckt — zusammen mit Brehmers und Alvermanns Entwürfen.
1964 oder 65 zeigte ich Brehmer eine Montage aus Trivialtexten. Brehmer stellte erste Entwürfe für Fotomontagen her — zu einer Gemeinschaftsarbeit; Andrucke existieren noch.

/ evtl. Repro einer unveröff. Probe /


Montage und Manipulation!

— das Losungswort, das einte. Die literarische Montage hatten mir in Wien H. C. Artmann und Konrad Bayer zur Kenntnis gebracht. Der Text- und Bild-Monteur Gerhard Rühm zog wie etliche Wiener nach Berlin.
Brehmer entfaltete — im Sinn des Wortes — seine Montagen aus vorgefundenen Drucken, ebenso aus Negativen, sein Stil wurde zunehmend ‚anonymer‘, er nahm seine Handschrift zurück und orientierte sich mehr und mehr an Gebrauchsformen — Brehmers Parteinahme war die andere Seite des Reduzierens von Individualität und Subjektivität. Bei aller Kühle der Gestaltung, trotz Brehmers Bemühung um Distanz und Objektivität, spürt man sehr wohl das heiße Herz.
Du sollst Dir kein Bild vom Menschen machen! Das Dichterwort fanden wir damals diskutabel — die Werbung schuf ja genügend Zwangsbilder. Was aber war überhaupt noch abbildbar?
„Von der Herrschaft des Materials bei der künstlerischen Avantgarde“ sprach polemisch Hans G Helms. Brehmer jedenfalls ließ sich vom Material nicht beherrschen. Ebendeshalb nutzte er als Material und als Gegenstand öffentliche Zeichen, vor allem, um Parteinahme zu forcieren.
Auffallend ist Brehmers Empirismus und Materialismus — er vertraute zunächst auf das, was sich messen / zählen / wiegen … läßt. Die ‚Realität des Innenlebens‘ — Empfindungen, Gefühle? Auch sie waren in Tests zur Ausbeutung der Arbeitskraft quantifiziert worden, und Brehmer benutzte sie dann in vielen Werken als Thema und Sujet — gleich ironisch wie melancholisch, und ebenso mit Bezug auf sich selbst in seinen späteren Tagebüchern (1974-76), wo er die eigenen Stimmungen quantifizierte.
Entpersönlichung ging indes einher mit ‚Idealisierung‘, nun aber nicht im ideologischen Sinne von Weltferne oder Weltflucht. Konsequent war Brehmer in seiner Auffassung von Realität als Konstruktion — und die forderte er ebenso vom Betrachter.
Der Realismus Brehmers setzt nicht auf sinnliche Ähnlichkeit — sinnliche Gleichheit ist sein Ansatz, um zu Trennung und Differenzierung von Information und Propaganda zu gelangen, zu einer anderen konkreten und abstrakten Kunst.
„Auf einen Blick im Bilde sein“ — Durchblick und Übersicht versprechen die neumodischen illustrierten Zeitschriften, die sich als Nachrichtenmagazine tarnen, dabei Aufklärung und Unterhaltung, Werbung und Propaganda perfide verrühren. Objektivität geben sie in Schaubildern, Diagrammen, Skalen, Karten … vor, mit Statistiken, nach Häufigkeiten, Mengen, Größen … Deren Willkür legte Brehmer offen und führte sie selbst durch mutwillige, subjektive Festsetzung neuer Zuordnungen und Zusammenhänge vor.
Ein Ansatz war der Kontext-Wechsel aus Werbung und ‚Öffentlichkeitsarbeit‘, vor allem auch aus technisch-wissenschaftlichen Untersuchungen. So nutzte er ausgiebig die Informationsästhetik der Bild-Modelle oder -Muster und gelangte zu beispielhaften Illustrationen von Begriffen und Kategorien.
Abstraktion stellte Brehmer zur Schau — als Zusammenfassung und Verallgemeinerung von Mustern der Notiznahme, Modellen der ikonischen Wahrnehmung und Schemata der Interpretation.
Er betrieb unverhüllt, sinnlich-sichtbar Manipulation, und das heißt im Sinne des Wortes ja nichts anderes als Handhabung von Mitteln — exemplarisch zeigte er die Verschlüsselungen vor.

Reproduktion und Formgebung
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit hatte bei den Debatten um neue Kunst Anfang der 60er Jahre großen Einfluß — und nicht wenige haben damals Walter Benjamins klassischen Essay von 1936 sozusagen gegen den Strich gelesen, als habe Benjamin die Pop Art entworfen! Produktive Mißverständnisse …
Brehmer war ein Medienkünstler, der sich nicht nur der Medien — oder die Medien ‚bediente‘. Er hatte als Ausstellungsmedium das Heft und das Buch entdeckt : eine frühe Sammlung von Drucken nach Klischees im doppelten Sinne war die Katalogmappe Brehmers Trivialgrafik (1965). — Im Gegenzug dehnte er sodann Heft, Buch, Album, Katalog … auf den Realraum aus.
Katalog? — diese Bezeichnung schien eben fehl am Platze, wenn es sich nur um Warenangebot und -verzeichnis handeln sollte. Dem Anschein nach war die bescheidene Mappe auch eine Sammlung von Proben — aufschlußreich ist daran allerdings Brehmers Auffassung von Original und Reproduktion — Reproduktion ist Original ist Reproduktion …
Zwar von Pop beeinflußt — nach den Briefmarken nannte er seine Arbeit ironisch Post-Pop —, ging Brehmer um 1966 vom affirmativen Auswählen, Kombinieren und Wiederholen über zu Kritik und Konstruktion. Die Attitüde eines Andy Warhol faszinierte zwar. „All is pretty“ — dabei wollte Brehmer nicht stehenbleiben. Statt der US-amerikanischen ist denn auch für ihn die frühe britische Pop Art Richard Hamiltons wichtiger.
Einerseits nutzte Brehmer Formen der Simulation und weniger der Fiktion — vor allem des Produkt- und Informations-Designs. Aus der Adaption hat er eigene Ansätze entwickelt und dabei Anteile aus Bereichen des Warenverkehrs in seine Werke aufgenommen. Er machte nun zunehmend Gebrauch von Formen und Techniken der Ausstellung und Zurschaustellung von ‚musterhaften Fällen‘ aus der Prospekt-, Verpackungs- und Waren-Ästhetik, die er in seinen Werken präsentierte und der Kritik unterzog: beispielhaft in seinen Aufstellern (1965-67) — mit denen er Formen von Display wie Graphik-Design aufgriff und — mit anderer Tendenz — weiterentwickelte.
„Einen Rembrandt als Bügelbrett benutzen“ hatte Marcel Duchamp vorgeschlagen. Umgekehrt setzte sich (Anti-)Kunst mit Produktgestaltung auseinander — teils affirmativ, teils kritisch.
Korrektur des Bofinger-Stuhls unter Berücksichtigung des deutschen Waldes 1971. Drei Bofinger-Stühle stehen vor einer Bildtafel, beschriftet mit Landschaft 3. Deutscher Wald. Buche Eiche Fichte.
Skulptur oder Plastik, die sich dem meublement angeglichen hatten, konnten selten mit dem Ausstattungskrempel konkurrieren — als Commodity- oder Smart-art verlegten sich etliche Künstler später auf Kitsch; Überbietung ist in diesen Bereichen der Kunst illusorisch.
Auf der documenta 8 hatten freilich nicht wenige den Eindruck: ‚Die ganz Kunst ist futsch, fort, dahin… Die Kunst ist zu ihrem unwirklichen Ende gekommen — im real existierenden Kapitalismus. Es könnte auch sein, daß zeitgemäße Kunst sonstwo, an irgendeinem anderen Ort zu finden ist.‘

Simulation und Aktivismus
Das Gebrauchswert-Versprechen vieler Produkte kann Werbung heute immer seltener anschaulich machen — das gilt besonders für modische oder ‚kultige‘ Waren. Ist der Gebrauchswert nicht mehr ins Bild zu setzen, zu ikonisieren, so wird er in Werbung und Warenästhetik mehr und mehr mit Vorstellungsbildern verknüpft, sozusagen parallel illustriert.
Immens zugenommen hat der Ausstellungswert der Waren gegenüber ihrem Gebrauchswert als Produkte. Realistisch wollen die Künstler diesem Umstand Rechnung tragen. Wird etwa die bloße Zurschaustellung von Sarkasmus oder Zynismus ‚auf Kosten der Armen‘ bestimmt?
Brehmer jedenfalls hat den Ausstellungswert eingesetzt und zugleich thematisiert, in seinen Aufstellern, mit den Verpackungen und Umverpackungen der Schachteln, der Tüten und Beutel seiner vielfältigen Briefmarken-Arbeiten.
Bedeutsam ist die Dimensionierung der Arbeiten — Brehmer nahm mit ihr Bezug auf den Betrachter als reales Subjekt und Gegenüber wie auf den Ausstellungsraum als Environment oder Ambiente und als Gegenstand.
Bei zahlreichen Künstlern, die heute Simulation und Aktivismus betreiben, wirkt eine ‚Verquickung‘ sonderbar befremdlich: doppelgesichtig erscheint die Haßliebe zur ‚Ästhetik‘ der Waren — zugleich Abscheu und Faszination von Werbevorführung und Wareninszenierung als Schaustellung.
Täter und Opfer. Warum war man so angetan, ja hingerissen von der Anästhetik der ‚Sonderangebote‘, der Einladungen zu den Rheumadecken-Fahrten …?
Nun machten sich jene Vorstellungsbilder beim Betrachten — die Bilder im Geiste von / zu / nach den Dingen — gleichsam selbständig und begannen, ein Eigenleben in der Phantasie der Betrachter zu führen — für Brehmer der Ansatz zu seiner Betrachtungsweise des Imaginären, des Idealen und der Meditation.

Land schafft — wer oder was?
Bei Arbeiten wie Meditationswand — Landschaft (1969), auch Landschaft, imaginär (Grünkeil auf Wand) genannt, und Landschaft 2 (1969) war nun keineswegs daran gedacht, den Betrachter ‚die Augen nach innen kehren zu lassen‘. Der tätige Betrachter war gefordert, nicht der ‚Bruder Innerlich‘. Trocken berlinerisch hatten vordem die Bilder-Prediger ihre Abfuhr bekommen: „Mensch, jeh in dir!“ — „War ich schon. Ooch nischt los.“
Von seiner Idealen Landschaft [1968] hat Brehmer eine „Volksausgabe“ verfertigt. Wenn er zudem eine „Museumsausgabe“ herstellte, war damit nahegelegt, an den kunsthistorischen Typ ‚ideale Landschaft‘ der Malerei zu erinnern, wie ihn etwa Claude Lorrain repräsentiert. Solche ‚ideale Landschaft‘ ist aus Versatzstücken zusammengesetzt — interessanterweise hat sie keine Entsprechung in der außenweltlichen Realität, sondern allein in der Vorstellung der Maler und der Betrachter. Ihre Elemente waren Kulturepochen, deren Ideale in dieser Landschaft übernommen wurden, im besonderen der Antike.
Menschen tauchen darin vergleichsweise nur als Statisten auf, in Beziehung zu einer Idealarchitektur und zum mythischen Arkadien, auch das ist kein historischer Ort. Für einen Kosmos, nicht nur für einen bestimmten Ausschnitt einer ‚Gegend‘ oder der Welt steht die ‚ideale Landschaft‘; sie ist Paradigma für die Einheit von Mensch, Natur und Kultur.
Brehmer wählt mitunter allein Farbtöne und Farbnamen aus, kennzeichnet ein Farbmusterbuch als Ideale Landschaft, zudem als „Volksausgabe“. Ich nehme an, daß hier der ‚breite Mann von der Straße‘ seine eigenen, seine subjektiven und individuellen Vorlieben nach Brehmers Angebot an Farbmustern sich ausmalen kann.
„Seht doch die Landschaft selber!“ könnte man Tomas Schmit paraphrasieren. Welche Kontexte schließen wir heute beim Assoziieren von Farben und ihren Namen an? Namengebung enthält immer Geschichte, z.B. nach Beschaffenheit oder Eigenschaft, Ausdruck, Herkunft oder Benutzern.

Als Druckfarbenmuster und als Farbmusterbuch konzipiert Brehmer seine Ideale Landschaft:
„Mich interessieren da nur die Farben und was der Betrachter mit diesen Farben tut. Da ist ja der Keil, der in einer Ecke zu sehen ist. Es sind verschiedene Farbangebote: Blattgrün, Wiesengrün, Lenzgrün, Himmelblau usw., und mich interessiert es, welche Landschaft der Betrachter sich aus diesen Farben zusammenmeditiert; ob er überhaupt Farben aus dem Keil benutzt und daraus seine ideale Landschaft macht.“

Brehmer wählte scheinbar neutrale Farbnamen; nehmen wir an: die Farbnamen Tannengrün, Jägergrün, Laubgrün, Lindgrün, Lenz, Horizontblau, Azurblau, Airblau sind Druckfarbenmustern entnommen. Reduzieren — das bedeutet hier Vereinzelung der Mittel, aus denen in der Phantasie, in Ideen alle möglichen Landschaften (in Repräsentationen) zusammengesetzt werden können.
Schöne Umwege kann man bei der Lektüre, beim Herumstreifen in Wörterbüchern machen. „Horizontblau, blaß, grünlicher Stich; die Blässe bzw. die Graulichkeit ergibt sich, weil das Auge eine längere Dunstschicht durchwandern muß; […], mehr fahlblau.“ „Azur: aus dem Persischen, gehoben für Himmelsblau“ — erfahren wir schon aus dem Duden.
Zeit und Geist — Farbnamen zeigen selbst schon durch Zeit und Umstände der Namengebung ‚Zeitgeist‘ an. In jenem Farbnamenlexikon war von Heraldik keine Spur — auch von Politik nicht? Doch was bleibt bei Farbennamen-Lektüre nicht alles außen vor?! Eine Menge Ideologie erscheint indirekt selbst in einem Farbnamenlexikon.

Öffentliche Beziehungen?
Lange schon haben Künstler ihre Werke der ‚Plakatwelt‘ angeglichen, den Public relations, der Propaganda, der Werbung, der Warenästhetik — anscheinend kritisch, teils ironisch und teils offen zynisch .
Viele gaben sich Illusionen hin, die aus der überkommenen Geltung und Achtung von Kunst und ihrer Leitfunktion in der Kultur herrühren. Mit und in der Warenwelt können die Künstler tatsächlich nur ideell konkurrieren — selbstverständlich nicht mit dem materiellen Aufwand. Und so erscheinen viele Arbeiten wie nachgemachte, zumindest technisch bescheidene, minderwertige Werbung.
Brehmer griff Modelle von öffentlicher Kundgabe und Massenkonsum auf, Muster der Unterhaltungsindustrie (Pin-ups z.B.), Poststempel, Brief- und andere Marken.
Massenkommunikation — war das denn die Kommunikation der Massen? Den Illusionen widersprach Brehmer realistisch, indem er Arbeiten als „Volksausgabe“ oder aber als „Museumsausgabe“ konzipierte.
Das Ausstellen von Kunst und das Medium Katalog hatte Brehmer zum Thema gemacht (etwa in seiner Trivialgrafik). Wenn solche Arbeiten einzelnen Annoncen oder Waren-Katalogen entstammten oder selbst wiederum im Medium Katalog realisiert waren, wenn das Medium Katalog vom Künstler mit reflektiert oder (neben anderem) gar als Sujet genommen wurde, dann wurden sie seltsamerweise wieder konkurrenzfähig.
Der Kunstkatalog gehört heute immer auch einer Sorte von Werbung an, doch nicht allein für Kunstwerke. Die ersten Aufforderungen: ‚Schau her! Sieh dieses hier! — Schau dir diesen Katalog an! Betrachte dieses Kunstwerk!‘ Weitere Appelle richten sich an Handlungen und mahnen, beschwören oder drohen, treiben an oder simulieren die Kommandos der Produktwerbung und der Public relations …
Auch die Ausstellung von Kunst selbst ist heute Werbung. Vor allem versuchen die Werke zu überreden oder zu überzeugen, wenn nicht zu überwältigen. Obendrein wollen viele Gestalter argumentativ nachweisen, daß ihre Objekte der ‚Formgebung‘ Dignität als Kunstwerke behaupten können. Deutlich hat sich gezeigt: Auch Kunstwerke sind eine Sorte von Werbung: sein Verhalten zu ändern oder seine Überzeugung zu festigen.

Wahrnehmung ist Aktion
Brehmer thematisierte Rezeption als Wahrnehmung und Aufnahme, bei der seine Adressaten allerdings zur Teilnahme aktiviert werden sollten. Für den Betrachter und Leser hatte Brehmer zunächst buchstäblich Aktivitäten vorgesehen — exemplarisch: in seiner Aktionsgrafik bezog er den Rezipienten als Benutzer mit ein, etwa in der Aktionsgrafik Nr. 4 (1965), mit der Anweisung »Umschnüre Deine tägliche Lektüre«, oder der Aktionsgrafik Nr. 6 , mit der Anweisung „HAND AUFLEGEN!“, wobei er Formen der Waren-Aufmachung in seine Kunst übertrug, etwa aus der Kaufhaus-Abteilung ‚Kurzwaren‘. — ‚Hand auflegen‘, das wäre auf Heilpraktiker oder Esoteriker-Brauch zu beziehen gewesen. Hier ist das Objekt des Belegens eine Pin-up-Reproduktion.
Brehmer zeigte ebensowohl, daß Sehen und Wahrnehmen, Interpretation und Kritik für sich bereits Aktivitäten sind. Kunstgenuß — mit „interesselosem Wohlgefallen“ wollte es Brehmer nicht bewenden lassen. Mehr und mehr wurde ideologische, politische und ökonomische Kritik mit sozialistischer Tendenz oder Perspektive relevant. — Kontemplation spielte zur gleichen Zeit eine bedeutsame, neu bestimmte Rolle, vor allem bei den Idealen Landschaften.
Kunst und Sozialforschung hat Brehmer als ‚Untersuchung mit künstlerischen Mitteln‘ zusammengeführt und verknüpft — Abstraktes, Daten, Zahlen hat er ins Sinnlich-Sichtbare versetzt. Der Künstler verstand sich als unbestechlicher Dokumentarist und als Forscher — durchaus aber als beteiligter Beobachter.
Ästhetische und ‚Sach‘-Informationen sind in seinem Werk untrennbar verbunden; darin eher Hans Haacke als Klaus Staeck nahestehend, erschöpfen sich die Arbeiten Brehmers nicht in Pointe oder Parole, Pamphlet oder Karikatur.
‚Rechts ab zum Vaterland‘ — weit haben sich die staatserhaltenden Parteien in den letzten Jahren in diese Richtung bewegt?! Die paßte Brehmer nun gar nicht, und er äußerte bald nach dem Fall der Mauer seine Bedenken zu der plötzlich aufkommenden ‚vaterländischen Gesinnung‘. Bloßes Schreckbild war für ihn die deutsch-deutsche Trunkenheit, ja Suffseligkeit zu Silvester ’89.
„Die Träume sind nie in der DDR wahr geworden. Aber müssen die Träume der Linken immer Träume bleiben?! Kritik an Phantastereien — das ist oft der schwierigste Teil der Weiterarbeit. Wenn die Umbruchzeiten vergangen sein werden, dann könnten sich gesellschaftliches Engagement und gesellschaftsbezogene Kritik als das einzige herausstellen, was zu erben ist.“

Aus Gefühlen macht man keine Gedichte, auch keine Bilder!

Brehmer hatte seine Ansätze in Montage oder Konstruktion und bei Übertragung oder Übersetzung gefunden. Widersprüche wurden herausgearbeitet, mit neuem Code belegt und gekoppelt: etwa von Design und Kunst, von Wirtschaft und politischer Ökonomie , Kommunikation oder Geographie ebenso wie Ethik und Moral.
Der gesellschaftlichen Wirklichkeit näher zu sein „Ökonomie, Kommunikation oder Geographie ebenso wie Ethik und Moral.“

Anfang der 70er Jahre betonte Brehmer, es gehe ihm allgemein darum, „Codierungen“ des „Trivialen in die „Hohe Kunst“ einzuführen um der gesellschaftlichen Wirklichkeit näher zu sein“, wodurch die Kunst zum „sinnlichen Instrument emanzipatorischen Bewußtseins“ wurde. Metaphorisch sind ja viele sprachliche Wendungen von Stimmungstief — oder Hochstimmung: … höchst erfreut — oder tief betrübt; … niederschmetternd — oder aber erhebend; … bringt einen runter — oder eben wieder hoch; man ist ‚gut drauf‘ und macht Luftsprünge, eben oben auf — oder am Boden; empfindet tiefes Leid — oder höchstes Glücksgefühl; ist ‚high‘ — oder ‚down‘, niedergedrückt …

Stimmungen zugeordnete Farben zugeordnete Töne
sehr glücklich / very happy dunkelrot f
glücklich / happy violett e
hoffnungsvoll / hopeful dunkelblau d
interessiert / interested hellblau c
neutral + / neutral + weißlich blau h
neutral / neutral weiß a
neutral – / neutral – weißlich grün g
verdrießlich / angry hellgrün f
widerwillig / nervous dunkelgrün e
traurig / sad grau d
unbehaglich / uneasy graubraun c

Für ihre Dauer als Zeiträume hat Brehmer auf einer Skala Flächengrößen bei gleicher Höhe markiert. Willkürlich erscheinen zunächst die Zuordnungen der angezeigten Stimmungen zu Farbtönen — abermals eine metaphorische Wendung. Aus dieser Korrelation entwickelte Brehmer auch eine musikalische Komposition — wiederum nimmt er eine Metaphorisierung wörtlich: Tonhöhe. Er ordnete jene nach Tiefe und Höhe graphisch markierten Stimmungslagen nun bestimmten Notenwerten nach Tonhöhen zu.
„Die Partitur beruht auf Beobachtungen eines Arbeiters während eines Jahres. Er wurde täglich an seinem Arbeitsplatz nach seinem seelischen Befinden, nach seinen Gefühlen befragt. Die Skala reichte von sehr glücklich über zornig bis ängstlich. Gegliedert wird die Komposition durch zwei Pausen, die einer längeren Krankheit und dem Urlaub entsprechen.
Im Gegensatz zu den Bemühungen zeitgenössischer Komponisten, freie graphische Notationen zu erarbeiten, benutze ich bewußt eine traditionelle Form.“

Metaphern — Bilder auch jenseits von Sprache
Einen ‚bildlichen‘ Ausdruck — Tongemälde — nahm Brehmer wörtlich. Gleiches gilt für unterschiedliche Formen und Bilder von Erregungen und ihre Ausdruckswerte, etwa Wärme oder Hitze — auch diese Metaphern interpretierte Brehmer in von ihm so genannten Wärmebildern wie Kuß (1983) oder Paar, erregt (1984) im buchstäblichen Sinn — von der Metapher für Metapher gar nicht erst zu reden: dem ‚Sprachbild‘.
Mit Gefühlen und Empfindungen zu tun haben etliche dieser späteren Malereien Brehmers, und der Betrachter schreibt vielen von ihnen ’starken Ausdruck‘ zu. Wenn es heißt, ein Bild sei traurig, so bedeutet das allerdings: Die Eigenschaft dessen, was das Bild ausdrückt, hat es nur im übertragenen Sinne; auch bei expressiven Bildern ist bloß ‚uneigentlicher Besitz‘ von Eigenschaften festzustellen. Mit Nelson Goodman können wir Ausdruck als metaphorisierte Exemplifikation verstehen.
Metaphern, ‚Sprachbilder‘ zeigen bereits die Bezeichnungen zur Differenzierung von Farben oder Tönen wie ‚Tonfarbe‘, ‚Klangbild‘ oder ‚Farbton‘ an. Auch Investitionsklima ist eine Metapher, die Brehmer ins Bild setzt; der zweite Teil wird buchstäblich interpretiert; zur Illustration dient eine geographische Karte.
Brehmers Zuordnungen sind teils analogisch bestimmt: Entsprechungen werden auf Grund von Gleichheit oder Ähnlichkeit angenommen; andererseits sind die Korrelationen digital bestimmt, nämlich unähnlich, willkürlich, arbiträr, jedenfalls mit Blick auf Gleichwertigkeit gesetzt und nicht auf Gleichartigkeit beruhend.
Revision? Korrektur!
Ein bemerkenswertes Motiv in Brehmers Werk — zwar ernsthaft ausgeführt als Klarstellung, freilich ausgesprochen ironisch und keinesfalls mit erigiertem Zeigefinger als ‚Berichtigung‘.
Gezeigt wurden Korrekturen der Nationalfarben unter anderem auf der documenta 5, wo diese ‚Deutschen Farben‘ vor dem Fridericianum wehten. Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung ist wohl die bekannteste.
1990 wurde eine zweiteilige „Korrektur“ in der Ausstellung Um 1968. Konkrete Utopien in Kunst und Gesellschaft gezeigt — programmatisch von Marie-Luise Syring neben die Aufgangstreppe der Düsseldorfer Kunsthalle gehängt — und als Zutat von ihr versehen mit Absperrgittern — dies war allerdings eine Überinterpretation dieser Korrektur. Brehmer wollte seine Arbeit zunächst unpolemisch als Feststellung verstanden wissen — Interpretationen und Schlüsse überlies er wohlweislich den Betrachtern. So hat er seine Korrektur der Nationalfarben denn auch als Beilage sowohl zum Kursbuch wie zum Capital publiziert.
Fahnen — Brehmers Arbeiten sind beispielhaft für den Verkehr mit stark belasteten kulturellen Codes, aber eben auch mit „Codierungen des Trivialen“, mit deren Austausch und Koppelung, Ablösung und Umcodierung.
Der Umgang mit Fahnen und Flaggen verlangt historisches Wissen und heraldische Kenntnisse — bei Brehmer werden sie geschärft. Flaggen geben vielfach Gleichartigkeit vor, beziehen sich jedoch auf differente Erfahrung, Zeitgeschichte oder Tradition. Unterschiedliche Zeichensysteme und Kommunikationssektoren setzt Brehmer in Beziehung, in Korrespondenz, mitunter in Opposition; neuerlich erscheinen sie dann verknüpft, verweisen auf ein Ganzes: die Nation, den Staat vs. Teilbereiche, Sektoren, Segmente oder aber Heraldik vs. Statistik, Diagramme.
Als konventionelle politische Bedeutungszuschreibung kennen wir Schwarz für Anarchismus ebenso wie für Konservatismus, religiös für Katholizismus.
Bedeutungszuschreibungen für Farben als Symbolträger sind in unterschiedlichen Kulturen different; so kennen wir als Bedeutung für Schwarz etwa Trauer in unserem Kulturkreis — in weiten Teilen Asien ist der Trauer die Farbe Weiß zugeordnet.
Farben signalisieren verschiedene Funktionen, kulturelle Werte oder Grundgefühle, Rot als Symbol für Liebe: Ebenso steht diese Farbe in Appellfunktion: ‚Vorsicht!‘, ‚Achtung, Gefahr!‘ oder ‚Halt, Stop!‘. In politischem Bezug ist die Farbe Rot historisch mit Sozialismus oder Kommunismus verbunden, programmatisch im Namen der Zeitung Rote Fahne oder des politischen Liedes Bandiera Rossa— die Nazis haben den Sozialisten Rot als Fahnen-Grundfarbe entwendet.
Gold steht nicht selten für transzendente und metaphysische Ideengehalte, eine ideale, raumlose Sphäre, schon der Seltenheit dieses Metalls wegen. In der mittelalterlichen Malerei ist Gold der Grund, vor dem sich die heiligen Gestalten abheben, die Farbe für den Himmel, auch fürs Jenseits.
Was die deutsche Nationalflagge angeht, so wurde die Farbe Gold zu Zeiten der Weimarer Republik als ‚Mostrich‘ verächtlich gemacht — konservative und reaktionäre Kräfte zeigten sich unter den Farben Schwarz/Weiß/Rot; diese unselige Tradition scheint ungebrochen in der Gegenwart fortzuwirken.
Die ‚Deutschen Farben‘ verweisen nicht nur auf die Geschichte demokratischer Bewegungen seit der bürgerlichen Revolution 1948. Ihrem Aufkommen zufolge und rhetorisch betrachtet sind die Nationalfarben Schwarz/Rot/Gold zusammen eine metonymische Figur als pars pro toto. Nach den Napoleonischen Befreiungskriegen wurden 1813/15 aus den Uniformfarben des Lützowschen Freikorps, der „Schwarzen Schar“, das Schwarz der Montur, das Rot der Litzen und das Gold der Uniformknöpfe als Farben der deutschen Burschenschaft angenommen und 1848 vom Bundestag zu Bundesfarben erklärt.
Die ‚Deutschen Farben‘ sind demnach keine 200 Jahre alt. Sie sollten in einer Mythisierung ideologisch an die ‚Idee des Reiches‘ geknüpft werden; imaginär aufrechterhalten werden sollte die Kontinuität, obwohl das 1806 untergegangene ‚Heilige römische Reich deutscher Nation‘ keine Nationalfarben kannte, da die Voraussetzung der Staatseinheit fehlte. So knüpfte man an die Farben des Reichspaniers an — auf goldenem Grund ein schwarzer Adler mit rotem Schnabel und roten Krallen —, Farben, die bis 1806 allein dem deutschen Kaiser vorbehalten waren.
Als was definiert sich eine Nation, ein Staat? Realisieren sie diese Definition überhaupt selbst? Wer hat die Definitionsmacht über dieses Selbstverständnis?
Beim gebrochenen Verhältnis der Deutschen zu ihrem Staat und zu ihrer Nationalflagge setzt Brehmer an. Er ordnet den ‚Deutschen Farben‘ jeweils zu Teilen neue Symbolik zu. Erkenntnisse über reale Verhältnisse auf der Grundlage ökonomischer Untersuchungen hat Brehmer dabei visualisiert.
Die US-amerikanische Flagge ist ein beliebtes Sujet der Pop Art, ohnedies ja schon der realistischen und naiven US-amerikanischen Malerei des 19. Jahrhunderts.
Deutlich wird die Differenz der Auseinandersetzung Brehmers gegenüber anderen Flaggen(-Bildern) der Gegenwart — neutral wird das Sujet Nationalflagge in der Pop Art wie Zielscheiben oder Ziffern schon bei Johns. Indifferenz gegenüber dem Sujet oder Motiv hatte Brehmer aufgegeben.
Mit seiner Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung schafft Brehmer fraglos Abstand zum Fetischismus und Ritualismus — nicht erst die veränderten Breiten der drei Flaggenfarben lassen aufmerken. An dieser »Korrektur« lassen sich exemplarisch Brehmers Vorgehen beim Verschlüsseln und Umcodieren zeigen.

‚Flagge zeigen!‘
— das bedeutet: auf Präsenz bestehen und feste Entschlossenheit signalisieren. Staatsflaggen repräsentieren den ‚Inbegriff des Gemeinwesens‘. Für sich ist die Fahne zunächst ein indexikalisches Zeichen, im Fall der Flagge für eine Menge oder Gruppe, ein ‚Insgesamt‘ ; Identifikation von deren Mitgliedern wird mit der Fahne angezeigt und eingefordert.
Das indexikalische Zeichen geht zurück auf reale Bestandteile, Attribute oder Merkmale des angezeigten Inhalts ; es steht sodann als Teil fürs Ganze des bezeichneten Gegenstandes.
Durch Abstraktion, durch Zusammenfassung und Verallgemeinerung, wird aus dem indexikalischen Anzeichen ein symbolisches Zeichen generiert, aus dem Anzeichen ein Begriffszeichen für die ‚Ganzheit des Staates‘ oder ‚den Staat im allgemeinen‘ — was sich darin äußert, daß Staatsflaggen zu schänden sind und daß solche Schändung mit hoher Strafe belegt wird.
Loyalitätsbezeugung, ja Identifikation zeitigt der Fahneneid: die Nationalfahne bedeutet das Inbild des Staates — mit ihrer Schändung ist unmittelbar der Staat betroffen — solche Auffassung von ‚Unmittelbarkeit ‚ zeigt rudimentäre Kontaktmagie, offenkundig etwa beim Fahnenkuß.
Die Flagge — eigentlich nur ein Zeichen — wird als magisches Objekt übermäßig ‚aufgeladen‘; als Fetisch ist sie ein Zeichen, das ein Verhalten ihm gegenüber fordert, wie das Bezeichnete es beanspruchen würde.
Relikte magischer Verhaltensweisen waren in den Re-/Aktionen der Staatsmacht und ihrer Anwaltschaft auch bei H.P. Alvermann oder Addi Köpcke zu beobachten, wo sie Staatssymbole zum Gegenstand ästhetischer Kritik und politischer Stellungnahme gemacht hatten.
Negative magische Praktiken finden sich häufig im Alltag, so wird etwa Schadenzauber praktiziert beim Schänden von staatlichen und nationalen, ethnischen und religiösen Symbolen und Emblemen, desgleichen beim Augen-Ausstechen auf Bildern von verhaßten Personen, immer wieder auf Wahlplakaten.
Magische Handlungen haben indes durchaus auch praktischen gesellschaftlichen Sinn: die Durchsetzung und Anerkennung von individuellen oder sozialen Beziehungen zu signalisieren und zu bestätigen — bei Nichtbefolgen der Forderungen sind oftmals Sanktionen zu gewärtigen.
Die Flagge ist fraglos tabu — an Sanktionen ist ablesbar, wie der Umgang mit der Flagge als verbindliches, verweltlichtes Ritual (z. B. Flaggengruß, Auf-Halbmast-Hängen) Geltung beansprucht.
Die Nationalfarben gehören zu gesellschaftlich verbindlichen Zeichen, ihre Codierung ist konventionalisiert, historisch tradiert und formalisiert. Da man vor dem Staat nun mal nicht strammstehen kann, ist ein ‚Unterpfand‘, ein Medium, ein magisches Objekt vonnöten. Ehrbezeugung gegenüber der Flagge, das Hissen bei Trauer und Gedenken sind ritualisierte Handlungen und damit auch gesellschaftlich vereinbarte und überkommene Verhaltensweisen, deren regelhaft wiederholte Ausführung in gleicher Form obligatorisch ist.
Seinen Korrekturen der Nationalfarben wie anderen Arbeiten (Braunwerte oder Investitionsklima) hat Brehmer Legenden hinzugefügt, bekannt aus der graphischen Semiologie von Landkarten, Diagrammen, Schaubildern … Als Voraussetzung erforderlich ist, daß das Bild (und selbstverständlich die zu übertragende Botschaft) schon einmal codiert und daß Codes als Zuordnungsvorschriften ebenso wie Botschaft bekannt sind, sowohl als codierte wie als umcodierte Informationen.
Als Code verstehen wir die „Vorschrift für die Zuordnung der Zeichen zi eines Zeichenvorrats, zu den Zeichen zj eines anderen Vorrats, mit dem dieselben Informationen wiedergegeben werden können“ .
Die frühere, von ihm interpretierte und die neue Botschaft Brehmers in seiner Korrektur der Nationalfarben gehören unterschiedlichen Bezugssystemen der Repräsentation an — und Repräsentation hat dabei unterschiedliche Bedeutungen:
— Staat / Frankfurter Nationalversammlung — Weimarer Republik — BRD — DDR ,
— Politische Ökonomie / Klassen — Schichten …

Auch mit den Farbengeographien (1969-71) liegen mehrfach codierte Bilder vor. Entsprechend der Botschaft aus dem früheren Bezugssystem — von Brehmer verändert und umgedeutet, alsdann in ein Bild übertragen —, sind neue Anleitungen und Vorschriften gegeben, die als zweiter Code zur Verknüpfung der vorhandenen Elemente zugeordnet werden.
Mitunter kombinierte Brehmer (um-)codierte Bilder und Texte mit Dingen des Alltags, etwa in seinen Aufstellern oder Schachteln. Wird die Codierung von Botschaften vermindert oder aufgelöst, so gehen Betrachter mehr und mehr von bloßer Wahrnehmung ‚unmittelbar‘ zu Benutzung oder Verarbeitung über — und bei zunehmender Unbestimmtheit ist mehr und mehr die Phantasietätigkeit des Betrachters gefragt.
Der jeweilige Schüssel der Codierung von Farben ist von der vermittelten Information zu unterscheiden. Zudem müssen unterschiedliche historische Kenntnisse und heraldisches Wissen vom Betrachter ins Bewußtsein gerufen werden, selbst wenn es sich um so bekannte Sujets wie Briefmarken handelt — notwendig besonders bei subversiver Agitation, etwa im 3. Reich, für die oftmals Briefmarken benutzt wurden.
Für gewöhnlich erscheinen Briefmarken in der Funktion von Geld, als Belege für entrichtetes Beförderungsentgelt. Ein anderer Aspekt: Briefmarken sind heutzutage wohl die beliebtesten Sammelobjekte, darin ähneln sie Kunstwerken. Ästhetischer und ökonomischer Wert haben in unserer Gesellschaft tatsächlich so gut wie nichts gemein — sie korrelieren allein durch Knappheit als Waren und ihrer Nachfrage.
Briefmarken sind öffentliche, allgemein bekannte, konventionalisierte Zeichen. Werden sie zu Sujets von Kunstwerken und mit Kunstwerken verglichen, ist der Witz: sie unterscheiden sich dabei in ökonomischer Hinsicht überhaupt nicht von Kunst. Womöglich waren aus solchen Erwägungen gerade Briefmarken ein so beliebtes Motiv bei Fluxus-Leuten.

Kunst als Speicher — sinnliches Geschichtsbewußtsein
Brehmer verglich die Aufbrüche der ‚Antikunst‘ mit ihrer späteren Nobilitierung.
„Betrachte ich die Gegenwart und rufe mir die Lage vor 20 Jahren ins Gedächtnis, dann kann ich feststellen: Musealisierung hat oft Zerstörung bedeutet. — Kunst als gesellschaftliches Gedächtnis darf aber nicht verscherbelt oder mumifiziert werden.“
„Viele der kritischen Erzeugnisse sind historisch geworden und haben dokumentarischen Wert bekommen und behalten. Aber die Entfernung aus der Geschichte nimmt zu.“
Brehmer war sich über die restaurativen Momente in der BRD seit den 70er Jahren im klaren; das begann nicht erst mit dem Radikalenerlaß und reichte über den Deutschen Herbst bis zum Verteufeln und ‚Totbeten‘ alles Linken nach dem Fall der Mauer.
Bürokratismus und Imperialismus sind zumindest zu Teilen erledigt, abgehakt — sind sie auch von der Linken bewältigt? Müßte nicht gerade jetzt eine Basis gegeben sein, um wenigstens einen Rest von dem durchzusetzen, was seit der Großen Französischen Revolution noch immer nicht verwirklicht ist und linke Intellektuelle wie KP Brehmer ertrotzen wollten?!
„Gewiß ist man in der Minorität. Die gemeinsamen Ausgangspunkt und Ziele sind längst aus den Augen verloren, man hat sich auseinanderdividiert.“
Nach dem Untergang der DDR wurde endlich alles Linke in einen Sack gesteckt — und hohnlachend der DDR hinterhergeworfen. Alle Kritik der Linken am staatsbürokratischen Sozialismus schien vergessen, als hätte es je ‚real existierender Sozialismus‘ gegeben — schon in der Bezeichnung ist der Widerspruch frappant; die Behauptung zeigt gerade die Irrealität an.

Wahrnehmung und Aufbewahrung
Von Interessen — wie wahr
„Künstler werden zur Herrschaftsverstärkung heute nicht mehr oder noch nicht wieder gebraucht. Aber Kunst ist doch auch Aufbereitung kollektiven sinnlichen Gedächtnisses.“
Selbstverständlich war Brehmer Ideologe — nämlich Ideenforscher. Und ebenso selbstverständlich hat es Kunst nach Brehmers Auffassungen mit Fragen der Wahrheit zu tun. Das sagt sein schön paradoxer Satz „Alle Künstler lügen.“
Kunst gehörte für Brehmer unbedingt zum ideellen gesellschaftlichen Reichtum. Aufbewahrung — wahr ist darin nicht zufällig enthalten. Wenn der historische Prozeß auf eine veränderte Stufe gestellt wurde, so hieß das auch: jene Forderungen wachzuhalten, die historisch nicht eingelöst worden sind — und solche Forderungen betreffen die sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse ebenso wie die ideologischen Entsprechungen.
Bei unserem letzten Gespräch ging es um solche Fragen, Brehmer konnte in Rage geraten: „Jeder Künstler muß ein Funktionär sein und dem Volke dienen“ — für mich schon lange nicht mehr gehörte Worte. Sozialistischer Realismus war Brehmer verabscheuenswert.
„Die DDR erreichte Weltniveau im Abmalen. Aber einen gesellschaftlichen Auftrag, eine gesellschaftliche Verpflichtung verspürt doch ein jeder Künstler!“
Was aber Graphiker wie Staeck und Brehmer als Künstler unterscheidet: Brehmers ästhetische Strategie war nicht bloß Instrumentalisierung von ‚populären‘ Formen der Bildsprache, dem politischen Künstler ging es immer auch um die Thematisierung der Mittel und Medien, der Kommunikationsformen und Aneignungsweisen.
In dieser Hinsicht betrieb Brehmer gleicherweise Kunst für Künstler — nach Walter Benjamins Devise: „Wer seine Kollegen nichts lehrt, lehrt niemanden etwas.“
Leicht einzusehen auch aus anderen Gründen: Brehmer kam als Reprotechniker selbst aus der Produktion — insofern immer ein Zunftgenosse aus der ’schwarzen Kunst‘ der Druckerei.
Aus der druckgraphischen Produktion übernahm er technisch bestimmte Formen: Proben oder Raster, sogenannte Passer und — wie selbstverständlich — Farbskalen oder Farbtafeln Bemerkenswert ist hier desgleichen der Wechsel von Mittel und Gegenstand.
Keinesfalls sind daher die Werke, die sich auf Landkarten, Schaubilder, Bilder-Statistiken beziehen, bloß didaktisch. Nicht wenige von Brehmers ‚Botschaften‘ erscheinen vorerst unausgesprochen. Und gar nicht selten ist Ironie im Spiel, wo Brehmer das Gegenteil dessen sagt, was er meint. Was bei Satirikern und Karikaturisten nur Mittel zum Zweck ist, hat Brehmer zudem als Gegenstand bearbeitet; betrieb er doch zugleich Information über das Medium und Aufklärung des Mediums.
Aus den nämlichen Gründen hat Brehmer Rezeptionshandlungen zum Sujet gemacht, Aktivitäten, die mit Wahrnehmen, Ausdeuten und Schlußfolgern verbunden sind — der Künstler ist letztlich ja der erste Rezipient seiner Arbeit und Stellvertreter aller folgenden Rezipienten, wie andererseits wir an seine Stelle treten.
Aufmerksamkeit und Wahrnehmung — Augenmerk — sind in etlichen Werken ein Thema für sich: etwa das Sehen anhand des Motivs Auge in Eye-Cream oder Augenfilm, aufblasbar (beide 1967) bis hin zu den Malereien Wie mich die Schlange sieht / Wie ich die Schlange sehe (1985).
Mit den Aquarellen Mona für Paul (1985) nahm Brehmer Bezug auf die Ambivalenz der Rasterung von Bild-Schemata und -Mustern, wie sie inzwischen zum Medienalltag gehören. Solche Rasterung dient entgegengesetzten Zwecken: sowohl dem schnellen Wiedererkennen von ferne wie dem Unkenntlich-Machen, zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten — zudem als Experimentier-Material, um unser Vermögen zu untersuchen und zu erproben, ob mit gröbster Rasterung und Musterbildung wiedergegebene Objekte noch zu identifizieren sind.
Mischung der Nationalfarben (1971) — ja was ergibt die Mischung wohl? Probleme der Wahrnehmung zeigen sich an der Doppeldeutigkeit und Mehrwertigkeit von Rastern; sie sind nicht nur für den Reprotechniker ein vertrautes Mittel — doch wird es für sich kaum in Betracht gezogen: in Farbmuster (Visualisierung politischer Tendenzen) (1971), auch Visualisierung politischer Tendenzen (Farbwerte) genannt.
Kurzgeschlossen werden zwei Kontexte des Alltags — einerseits Exempel der Produktionssphäre, andererseits der Ideologie und Politik. Farbmuster und Farbwerte sind noch keine Bilder — und politische Tendenzen sind für sich noch keine Bildgegenstände, sie können nur übertragen ins Bild gesetzt werden. Beide Bereiche kommen zusammen in dem Aspekt der Werte; ironisiert und in Frage gestellt wird damit gleichfalls die vorgebliche Neutralität von Begriffen — hier in mehrfacher Bedeutung von ‚Werten‘: TV-Braunwerte bzw. Testbild II (TV-Braunwert) (1970).
Werteverlust und Werteverschiebung ist anhaltend Thema der Erörterung. Nicht nur mit Blick auf Brehmers Trivialgrafik — allgemeiner mit Blick auf das Verhältnis der Künste und ihrer ‚Werte‘ — fragt sich: wie es bestellt ist mit dem Verhältnis von ‚High and Low‘, von Erhabenheit und Trivialität.
Ästhetik hatte für Brehmer Bedeutung und Geltung als Lehre vom Wahrnehmen — aber eben auch Wahrnehmen von Interessen. Er nahm bildnerisch Bezug auf inner-ästhetische Widersprüche zwischen unterschiedlichen Disziplinen, Medien und Sinnen: zwischen Musik, Sprache und Bildender Kunst, zwischen auditiver, verbaler und visueller Kommunikation.

Bilder einer (anderen) Ausstellung
Bezeichnend erscheint, daß Brehmer sich lange Zeit mit Bilder einer Ausstellung befaßte, einer bedeutenden Komposition der Programmusik. Die Auseinandersetzung mit Modest Mussorgski markiert die Position KP Brehmers zu grundsätzlichen Fragen von Darstellung, Wiederholung und Nachahmung, von Reproduktion und Übertragung in der Kunst der Gegenwart — und zum Verhältnis der Künste.
Zu seinem vielteiligen Werk in mehreren Versionen schreibt Brehmer:
„Vorlage:
1874 vertonte Mussorgski zehn Bilder seines Freundes Viktor Hartmann.
Die ‚Tongemälde‘ beruhen auf der sehr einfachen Fünftontechnik. Für jedes der zehn Bilder hat Mussorgski ein typisches musikalisches Motiv verwendet.
Die einzelnen ‚Bilder‘ sind teilweise durch sogenannte Promenaden verbunden, die den Weg des Betrachters durch die Ausstellung schildern.
Ausführung:
1. Version 1972/75
realisiert in New York 1975 (durch höhere Gewalt zerstört)
10 Tongemälde und akustische Installation
Für dieses Projekt wurden Mussorgskis ‚Bilder‘ mittels elektronischer Verfahren (Sonagramme) ins Visuelle rückversetzt.
Diese ‚Vorbilder‘ wurden die Vorlage für eine zehnteilige Malerei. Die Promenaden behielten ihre musikalische Form und wurden über Kassettenrekorder, die auf Sockeln entsprechend plaziert waren, reproduziert. Im idealen Fall sollte das Ausstellungspublikum durch die Promenaden durch die Ausstellung geführt werden.
2. Version 1976
graphische Blattfolge in Mappenform
Die ‚Vorbilder‘ (Sonagramme) wurden nach graphischen Prinzipien als Radierungen umgesetzt.
Die zehn Radierungen haben den New Yorker Komponisten Phil Corner zu einer erneuten musikalischen Umsetzung der ‚Bilder‘ angeregt.
3. Version 1979
Hier wurden für die Herstellung der ‚Vorbilder‘ neuere Techniken verwendet. Mittels Bildschirmwandler wurden konstruktive Formen entwickelt, die sich von der ersten, etwas expressiven Version wesentlich unterscheiden.
Die akustische Installation ist mit der ersten identisch. Die elektronische Umsetzung der musikalischen Motive erfolgte unter der Mithilfe von Prof. Krause, TU Berlin.“

‚Man muß nicht heiter gestimmt sein, um ein Scherzo zu komponieren.‘
„Der schöpferische Geist des verstorbenen Hartmann führt mich zu den Schädeln und ruft sie an: die Schädel leuchten sanft auf“ — so wird Mussorgski heute um des Schauders willen zitiert.
Nicht nur naive Gemüter sind auf Nachahmung kapriziert, jeden Tag erwarten wir Wiederholungen von Bekanntem, wir suchen geradezu das vorgeblich Wiedererkennbare.
Und diese Erwartungen konterkariert Brehmer mit Bilder einer Ausstellung.
In der Programmusik kommt das sogenannte Bekannte aus anderen Medien und entstammt anderen Sinneswahrnehmungen, aber schließlich auch aus der Musik selbst als ‚Musik über Musik‘.
Nach traditioneller Auffassung ahmen Programmusiker alles nur Mögliche im Bereich der Klänge und Geräusche nach: Olivier Messiaen den Vogelgesang, Claude Debussy das Meer oder Ludwig van Beethoven den Kriegslärm in „Wellingtons Sieg. Die Schlacht bei Vittoria“.
Neben dem Hörbaren bezieht sich Programmusik in Analogie auf Sichtbares: Licht, Dunkelheit und Farbe und alle Arten und Grade von Bewegung.
Doch ahmt Programmusik nicht nur außenweltliche Objekte oder Ereignisse nach, sondern ebenso innerseelische Realität; Programmusik ‚beschreibt‘ nicht nur Sinneseindrücke von Sachen und Vorgängen, sie drückt gleichfalls Empfindungen, Gefühle und Gedanken aus (zu Beginn dieses Jahrhunderts wird sie mit ‚Seelenmalerei‘ sowie mit ‚Körpermalerei‘ gleichgesetzt).
All dies kommt in Mussorgskis Komposition vor: Geräusche und Klänge aus der Natur; Klänge aus der Außenwelt oder aber Schilderung von Bildern (sie haben diese ‚Außenwelt‘ bereits zum Gegenstand); schließlich Eindrücke Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Viktor Hartmanns respektive die Empfindungen und Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Werke. Bilder einer Ausstellung entstand 1874, ein Jahr nach dem Tode seines Freundes Hartmann, nach dem Besuch einer Gedächtnisausstellung.
Wie Mussorgski auf Bilder, so haben viele Maler dann wiederum auf seine Musikstücke Bezug genommen. Etliche Arbeiten Wassily Kandinskys, wie z. B. Der gelbe Klang befassen sich mit Problemen der Synästhesie. Und Kandinsky hat 1928 Mussorgskis Komposition in Dessau als szenische Aufführung interpretiert.
Unter den Orchestrierungen des Werks gilt die Maurice Ravels als Meisterwerk nach einem Meisterwerk.
Die Rockmusiker Keith Emerson, Greg Lake und Carl Palmer machten zu Beginn der 70er Jahre Mussorgskis Komposition als Unterhaltungskunst populär; neben anderen Adaptionen gibt es eine ‚elektronische Version‘ der Komposition Mussorgskis von Isao Tomita.
Musikgeschichtler nennen das Werk „gleichsam ‚vertonte Bilder'“, zehn Teile „programmatisch-deskriptiven Inhalts“, die Mussorgski „in musikalische Ausdrucksbereiche übertrug“.
Die eingefügten ‚Promenaden‘ sind anscheinend die intimsten Teile der Komposition und stellen Empfindungen Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Hartmanns dar, Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Bilder. Die ‚Promenaden‘ Mussorgskis gelten als „Selbstporträt, wie er in (hörbar) wechselnden Stimmungen die Ausstellung durchschreitet“ . Mussorgski selbst schrieb sogar, daß in ihnen „mein geistiges Abbild erscheint“. Daß er die ‚Promenaden‘ für den geneigten Betrachter beibehält, wirft ein Licht auf KP Brehmer.
Bilder einer Ausstellung weisen vielfältige Wechsel von Medien, Funktionen und Strukturen auf. Wiederholt lösen die Autoren bzw. Produzenten einander ab. Der Bilderzyklus selbst läßt eine Kette von Interpretationen erkennen. Mehrmals gibt es einen Austausch von Stoffen, Inhalten und künstlerischen Medien. Auch ein mehrfacher Wechsel der Funktion von Gegenstand und Mittel der unterschiedlichen Werke tritt klar zutage. Und es gibt Austausch und Übergänge zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen oder Teil-Systemen des ‚Kommunikationssystems Kunst‘. Mit Blick auf die verschiedenen Systeme von Zeichenträgern ist der Wechsel von artistischem und technischem Medium zu konstatieren. Schließlich läßt sich die Alternation von unterschiedlichen Sinneskanälen feststellen.
Von Interesse sind dabei die Übergänge zwischen homogenen resp. heterogenen Medien. Beethovens Schlacht bei Vittoria zeigt innerhalb homogener Medien den Austausch von Hörbarem mit Hörbarem auf. Mussorgski wechselt von Sichtbarem zu Hörbarem, zwischen heterogenen Medien. Bei Brehmer findet mehrfacher Transfer zwischen heterogenen Medien statt: von Sichtbarem ® Hörbarem ® Sichtbarem ® Sichtbarem.
Visuelle Vorlagen Mussorgskis sind die Bilder von Viktor Hartmann — Mussorgskis Klaviersuite, orchestriert von Ravel, ist auditive Grundlage für die Sonagramme, Gegenstände von Brehmers Aneignung. Brehmer malt nicht ’nach‘ Musik, sondern überträgt technische Aufzeichnungen von Musik in Malerei; die Musik bleibt ‚indirekter‘ Gegenstand der Interpretation durch Brehmer.
Modest Mussorgski war mit Fragen der Synästhesie und der ‚Chronoästhesie‘ befaßt, Synästhesie als Verknüpfung oder Übergang zwischen unterschiedlichen Sphären der Sinne und der Medien. Gleichzeitigkeit und ‚Nachzeitigkeit‘ oder Abfolge von Sinnesreizen, die zueinander in Beziehung treten, beschäftigten Komponisten in seiner Nachfolge.
Programmusik vermittelt zwischen unterschiedlichen Realitäten. Ist schon bei Mussorgski der Grad der Vermittlung hoch, so nimmt sie graduell mit Brehmers Interpretation rapide zu. Will man von der Natur als einer ‚Stufe 0‘ ausgehen, so erscheint am Ende die Natur, wenn überhaupt, nur äußerst vermittelt:
Mussorgski: Kunst ® Kunst ® Natur
KP Brehmer: Kunst ® Technik ® Kunst ® Kunst ® Natur.
Medien als Trägersysteme von / für Zeichen sind zu unterscheiden in
— natürliche Zeichenträger; zumeist einseitig, nur vom Wahrnehmenden als Zeichen interpretiert, nicht mit der Absicht der Mitteilung gesetzt,
— technische Zeichenträger auf naturwissenschaftlicher Basis, zunächst nur Signale,
— und artistische Zeichenträger, insbesondere der Künste.
Es seien einige Stufen beim Wechsel, Austausch und Übergang von Medien, Funktionen und Strukturen benannt:
— Skizzen zu den Bildern, denen Hartmann nachgearbeitet hat,
— die realen Bilder Hartmanns, die Mussorgski vor sich hatte,
— mögliche Sujets für den Komponisten sind Reproduktionen nach Gemälden.
— Zu den Bildern lassen sich mögliche schriftliche Kommentare annehmen.
Weitere Stufen der Interpretation:
— die Musik, ihre Notationen und ihre Wiedergaben — ebenfalls in Stufen der Interpretation,
— Mussorgskis Partitur, Ravels Orchestrierung als weitere Interpretation,
— Aufführungen von Mussorgskis Stücken,
— technische Aufnahme von Stücken des Komponisten.
Die ‚Vorlagen‘ für die Bilder von Brehmer waren Standbilder von Sonagrammen zu Mussorgskis Musik — und damit bereits Umcodierungen von einem auditiven in ein visuelles Medium.
Brehmers Gemälde nach den technischen Re-/Produktionen sind selbst wiederum Gegenstand von technischen Reproduktionen von Bildern; am Ende stehen die technischen Reproduktionen nach Brehmers Gemälden hier im Katalog der Ausstellung …
Interpretation ist immer auch Zeichenersetzung — das aktuell ap/perzipierte Zeichen wird in unserem Geist durch ein Zeichen entsprechend unseren Kenntnissen und Erfahrungen abgelöst. Im einzelnen mag der Betrachter die Äquivalente beim Übergang bestimmen: Ist es bei Mussorgski ein buchstäblicher, wortwörtlicher Übergang oder eine Art Metaphorisierung? Wie hat er seine Eindrücke im Ausdruck des Eindrucks von der Malerei ‚wiedergegeben‘? Etwa jeweils seinen Eindruck vom Ausdruck der Malerei?

Kunst-Druck: Die Kunst unter Druck gesetzt
Was seine Stellung zu Bestrebungen angeht, die Kunst zu bekämpfen, so entwickelte KP Brehmer in den 60er Jahren eine Haltung „aus taktischen Gründen“ : er wollte indes die Kunst nicht „entmythologisieren“:
„Wir sind zur Zeit darauf angewiesen, die vorgegebenen Institutionen — Kunstvereine, Museen, Galerien usw. — zu benutzen.“
Als Parole hatte er ein schönes Wort gewählt: „Sichtagitation!“
Kein ‚Marsch durch die Institutionen‘ schwebte ihm vor — er setzte auf Unterwanderung. Sollte die Wirkung „vom Inhalt her passieren“, so war er doch der festen Überzeugung: „Die Wirkung einer Botschaft wird immer von der Qualität des Transportes bestimmt sein.“
Hatte er bei Versuchen, massenwirksame Kunst zu schaffen, bei der massenhaften Vervielfältigung angesetzt, um „mit Massenauflagen so etwas wie Volkstümlichkeit“ erreichen zu können, so nahm er diese Auffassung Anfang der 70er Jahre zurück:
„Ich habe am Anfang hauptsächlich Klischeedrucke gemacht, die absolut authentisch reproduzierbar waren.“ Und er beschloß dann: „Rückzug; diese ganze Geschichte mit der absoluten Reproduzierbarkeit liegen lassen …“ Schließlich schien ihm „die Sache mit der Massenauflage, eigentlich ein Witz, eine Utopie“.
Seine Stellung zu Fragen von Darstellung, Abbildung oder Zurschaustellung und Demonstration verallgemeinerte Brehmer zu „Visualisierungsproblemen“: „zum Beispiel das Problem, ästhetische Prozesse analog realen Prozessen darzustellen“. Entscheidend war für ihn dabei „der Symbolwert, nicht der psychologische; und die Darstellung eines Prozesses. Die Skala ist eine gute Möglichkeit, um Bewegung zu demonstrieren. Das Bild hat ja einen Nachteil: Es kann nur eine bestimmte Situation abbilden. Wenn ich verschiedene Dinge anbiete, indem ich sie nebeneinander stelle, kann ich zum Beispiel durch die verschiedenen Farbsprünge, indem ich Symbolwerte durch die ästhetische Veränderung präsentiere, Tendenzen und Prozesse visualisieren“.
„Entpersonalisierung, Anonymisierung, Entsubjektivierung!“ forderten in den 60er Jahre nicht wenige Künstler, und sie verlangten, sich nicht als Künstlergenie zu gebärden, sondern sich möglichst unkenntlich zu machen. Wie weit sind diese Ideen von denen der heutigen gernegroßen ‚Malerfürsten‘ entfernt, den ‚Herren der Ringe‘?!
„Eigentlich habe ich sehr selten eine Sache ganz allein gemacht; es sind meistens Dinge, die übernommen wurden. Ich versuche, die Dinge möglichst objektiv zu machen und mich selbst rauszuhalten. Das andere bleibt nachher beim Betrachter.“ — „Ich kann ihm nur Material liefern. … und im Idealfall wird er sich äußern oder er wird selber aktiv werden.“
Zunächst sind es buchstäbliche Handlungen, die er mit seinen Aktionsgrafiken vorsieht. Alsbald reduziert er sie allerdings auf ‚ideelle Handlungen‘ — Meditationswand ist ein Beispiel aus der Reihe der Idealen Landschaften.
Brehmer propagierte keineswegs, sich in Beschaulichkeit zu versenken, kein In-sich-Kehren, keine Kontemplation, die Benjamin dem ‚auratischen Kunstwerk‘ zugeschrieben hatte — im Gegensatz zur ‚Zerstreuung‘, die dem „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ angemessen sei.

Dergestalt dargestellt. Fragen der Darstellung
Brehmer stellt fest, Brehmer verdoppelt, Brehmer hält dem Betrachter den Spiegel vor — zur Reflexion, Brehmer dokumentiert, Brehmer untersucht, Brehmer interpretiert, Brehmer deutet, Brehmer kritisiert, Brehmer verstärkt, Brehmer karikiert — aber eben immer in einem anderen Kommunikationssystem.
Gegenstand oder Objekt von Darstellung sind Dinge, Menschen und Ereignisse — ebenso Situationen und Beziehungen usw., es sind vergangene, gegenwärtige und zukünftige, mögliche und irreale Gegenstände.
Brehmers Position kann mit einem Begriff von Darstellung ermittelt werden, der sich an Hans Heinz Holz orientiert. Daraus geht hervor, daß Gegenstand von Darstellung nicht bloß das abgebildete / wiedergegebene Objekt, und zudem nicht nur der Eindruck von diesem Objekt, sondern daß Gegenstand von Darstellung die Stellungnahme des Darstellenden zu seinem Eindruck von diesem Objekt ist.
Schon die abgebildeten ‚Objekte‘ bei Brehmer sind vielfach gar keine Dinge / Menschen / Situationen / Ereignisse in der Außenwelt, sondern in der ‚Welt der Zeichen‘: bereits abgebildete Dinge / wiedergegebene Menschen / schon aufgezeichnete Situationen / längst geschilderte Ereignisse …
Auch ist Brehmer keinesfalls mit der Nachahmung eines Eindrucks von einem Objekt befaßt — vielmehr sind die Aufzeichnungen von solchen Eindrücken, Empfindungen oder Gefühlen seine Gegenstände, Sujets, Motive.
Und vielfach ist er gar nicht mit der Nachahmung einer Stellungnahme zu einem Eindruck von einem Objekt selbst beschäftigt — statt dessen eröffnet er oftmals den Betrachtern erst Möglichkeiten zur eigenen Stellungnahme.
Brehmer überschreitet einerseits Darstellung, besonders mit seinen Verweisungen, Legenden und Anweisungen — andererseits unterbietet er Darstellung mit dem Zurschaustellen von bloßen Sachen, insbesondere mit den Aufstellern und den Aktionsgrafiken.
Farbmusterbuch oder Druckfarbenmuster — schon die Bezeichnungen Brehmers verweisen auf eine Haltung, Kunstwerke als brauchbare / nützliche / zweckgemäße Mittel aufzufassen.
Nicht die Attitüde des Antiprofessionalismus eines George Maciunas findet hier Ausdruck, sondern eher die Auffassung, dem Rezipienten selbst auf Grund der eigenen Erfahrung die Kompetenz zur Begutachtung zuzugestehen und die Dignität des ‚Experten‘ in Frage zu stellen.
Gründlich ändern sollte sich die Haltung des Rezipienten. TV-Braunwerte (1970), auch Testbild II (TV-Braunwert) genannt, weist auf solche Intentionen hin. Die Probe aufs Exempel machen …, den alltäglichen Faschismus ermitteln … Aus dem inzwischen nicht mehr gesendeten Fernseh-Testbild-Muster war ohne große Mühe ein Hakenkreuz ‚herauszulesen‘.
Die Haltung des Betrachters gegenüber dem reproduzierbaren Kunstwerk ist, Walter Benjamin zufolge, die des Testenden — und nicht mehr die kontemplative Haltung des Sich-Versenkenden, sondern des Begutachtenden. Dementsprechend dienen einzelne Felder zum Eintragen durch die Betrachter.
Interpretation kann man — vor jeder Ausdeutung und Bewertung — zunächst als Ersetzen und Austauschen von Zeichen auffassen. Damit wir überhaupt etwas wahrnehmen und verstehen können, müssen wir die außenweltlichen Signale in bewußtseinsinterne überführen; jede Wahrnehmung ist insofern bereits ein Ersetzen und Austauschen — umso mehr ist das Aufnehmen und Verarbeiten von Zeichen Interpretation.
Brehmer machte diese Problematik exemplarisch zu seinem Thema, er führte Wechsel und Austausch von Medien durch, demonstrierte Übergang und Ablösung von Zeichensystemen, bildnerisch und sprachlich Verschlüsselung und Umcodierung.
Mit einfacher Nebeneinanderstellung oder ‚Juxtaposition‘ (Susan Sontag), mit kruden Dingen und Ereignissen oder aber mit bloßen Ideen waren viele der gleichzeitig arbeitenden Fluxus-Leute befaßt. Bei ihnen war der Aufbau von Zeichen zu beobachten, wenn etwa bloße Sachen zu Bildzeichen oder Sprachtexten werden, und andererseits die Verminderung von Bildern oder Sprache auf einfache Dinge und Handlungen, vor allem aufs Bild als Objekt: er dagegen führt vor — Mittel sind ihm dabei etwa Löcher in der Bildoberfläche wie in Klassische Skala, Farbmuster (1969), die Durchblick auf die Wand des Ausstellungsraumes bieten; oder er präsentiert Arbeiten als Boden-Stücke wie Braunwerte 68-73 (1969) oder Briefmarken-Bögen (1967).
Über die Bilder. (Bilder ansehen; Über Bilder reden; Über Bilder mit Händen und Füßen reden) (1979) vermindern die Bilder um Sprache — Brehmer zeigt Gemälde nach gerasterten Aufnahmen von Hirnaktivitäten beim Sprechen über diese Bilder: Reduzieren von Metasprache bei gleichzeitigem Medienwechsel.
Die verschiedenen Medienübergänge in den Werken Brehmers verlaufen aufsteigend oder absteigend: auch läßt sich der Aufbau von Zeichen, die Generierung feststellen ebenso wie der Abbau, die Degenerierung von Zeichen. Er führte sie gleichsam auf einer mittleren Ebene durch: vorgefundene ideologische Codes, gegebene Zeichensysteme, im gesellschaftlichen Alltag verbreitete Muster der Aufmerksamkeit und Notiznahme, alltägliche Modelle der Wahrnehmung (im engeren Sinne des Identifizierens und Vergleichens) und oftmals triviale Schemata der Interpretation (bis hin zu Bewertung und Übergang zu Handlungen).
Brehmer wechselt die Bezugnahme von Bild- oder Sprachzeichen: tauscht Referenz-Objekte und -Aspekte aus. Er setzte zunächst an bei Übergängen zwischen homogenen Medien, z.B. Bild ® Bild oder Sprache ® Sprache; und er gelangte zu Austausch, Transfer und Ablösung zwischen heterogenen Medien, z.B. zwischen Sprache, Bildern und Dingen, Handlungen und Ereignissen, schließlich zu Übergängen von natürlichen über artistische zu technischen Medien.
So findet schließlich die wechselseitige Thematisierung von Medien selbst statt, und Brehmer setzt Medien in Verhältnisse von Gegenstand und Mittel, von Objekt- und Metazeichen.

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http://archiv.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-sauer.html

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KP Brehmer Kunsthalle Hamburg  «Eye Cream» Foto: Jörg Stange, GfoK

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Gunnar F. Gerlach

OHNE METAPHER – KP Brehmer, oder:

Wie einer auszog “ein bißchen über das richtige Leben” zu lehren

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“Es gibt keinen anderen Weg, den sinnlichen Menschen vernünftig zu machen, als daß man denselben zuvor ästhetisch macht.”

Friedrich Schiller

“Ein weiterer Aspekt des “Readymades” ist sein Mangel an Einmaligkeit weil die Replik eines “Readymades” die gleiche Botschaft übermittelt;…”

Marcel Duchamp

“Weiter vor allem wurde aus der modernen Technik die künstlerische Montage gezogen, als Hilfsmittel in einer keineswegs mehr fertig oder eindeutig geschichteten Welt. Es ist eine Auswechslung, die bisher nur in der Groteske bekannt war, nun aber reicht sie vom frühen Photoklebebild (…) bis in die jähsten Verfremdungs-Einsätze, aus scheinbar wo ganz anders her, bei Brecht.”

Ernst Bloch

Worte können nur schwer das visuelle Werk eines Künstlers beschreiben der in visuellen und geistigen Zwischenreichen surreal agierte. (1) Wenn sie sich auch noch zu einer nachrufenden Erzählung über den Lehrer und die Lehre eines Künstlers verdichten sollen, der 21 Jahre – seit 1976 – an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg zwischen Künstler-Kollegen, Studenten, Kunstwissenschaftlern, Freunden (2) und der von ihm initiierten Galerie Vorsetzen kommunikative Netze knüpfte, können nur zentrale Aspekte Erwähnung finden.

Am 16. Dezember 1997 verstarb der Künstler und HfbK-Professor für Freie Kunst, KP Brehmer, plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Herz- und Hirnschlages. Geboren am 12. 9.1938 in Berlin, wurde er bereits in jungen Jahren bekannt und zu einem der wichtigsten Vertreter einer sich politisch artikulierenden Kunst. Als einer der Hauptvertreter der “Grafik des Kapitalistischen Realismus” neben Sigmar Polke und Gerhard Richter entwickelte der gerlernte Reprotechniker und Klischeeätzer nach weiteren Ausbildungen an der Kunstgewerbeschule in Krefeld und Kunstakademie Düsseldorf eine aus der dem Surrealismus von Max Ernst und der Pop Art á la Richard Hamilton entwickelte, ganz eigene Formensprache, die in dauernden Zwischenzuständen oszillierte. Er nahm den optischen Menschen ernst und entlarvte zugleich die Suche nach Sinn, in dem er mit Farbskalen und ihren vermeintlichen Bedeutungen surreales Spiel trieb: seine “Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung” legte bereits 197O frei, was jetzt globale Vernichtungs-Bedrohung ist: Das Großkapital in leuchtendem gold-gelb nimmt nimmt 7/8 der installierten Fahne ein. Spitzfindig wurde das dem alltäglichen Blick entgehende – z.B. die ideologische Bedeutung von Briefmarken als “Deutschen Werten” – mit visuellen Mitteln enttarnt, wie die “Braunwerte” am Beispiel des Testbildes im deutschen Fernsehen. KP Brehmer entsprach damit jenem von Herbert Read in seinem Buch “Erziehung durch Kunst” analysiertem “optischen Typus”, der dem einfühlenden und integrierten Typus gleichgestzt werden kann: “…;er geht von der Umwelt aus und baut aus seinen optischen Erfahrungen eine synthetische Darstellung seiner Einzelwahrnehmung auf”. Dabei arbeitete er immer wieder mit den Möglichkeiten medialer Transformationen um zwischen Museums-, Sammler- und Volks-Ausgaben zu differenzieren, denn das “sind verschiedene Wege, Vertriebswege in dem Medienkomplex, als den ich den ganzen Kunstbereich betrachte”, formulierte er bereits 1971 bei seiner ersten großen Einzel-Ausstellung im Hamburger Kunstverein weitsichtig. Das handwerklich und technisch erlernte muß in Beziehung stehen zu den jeweiligen gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen, medialen Transformationen und der Notwendigkeit einer über alle Klassen und Schichten hinausweisenden Praxis.

Die verständnissinnigen Medienschichten zwischen Trivialität und Bedeutung, Schein und Tiefe, verwiesen bei ihm auf das zweigeteilte Goethesche Glück, wo die höchste Höhe einzig zu finden sei in der nächsten Nähe. Und dies wiederum fand seinen unmittelbaren Niederschlag im Umgang mit Menschen. Die Kunst reguliert und verbessert im Idealfall die gegebenen Bedingungen, hin zu intensiverer und genauerer Beobachtung in der eine innere und äußere qualitative Wahrnehmungssteigerung zu finden ist: Die “ideale Landschaft” meditiert sich jeder Betrachter selbst zusammen. Den Zustand einer die Natur nicht mehr intuitiv begreifenden Gesellschaft ironisierend, überließ, es KP Brehmer der Statistik, hieraus Schlüße zu ziehen: das auf Zahlen reduzierte Gefühl wird zum Emblem der Unfähigkeit die Sinne in einem auf die tatsächliche, dialektische Realität zu richten. In der provozierten Ironie des sich selbst auf statistische Werte reduzierenden Menschen erscheint zugleich ein Hoffnungsstrahl, der auf die Möglichkeiten der Künste zielt. Sie dürfen mit beiden Seiten spielerischen Umgang pflegen. Schiller ließ freundlich grüßen und Ernst Bloch, der deutsch-deutsch-wißbegierige und literarisch philosophierende Großgeist, interpretierte “Goethes Zeichnung > Ideallandschaft <” als einen Schriftzug Goethes im Geiste der “glücklichen Küsten mit feenhaften Bauten” von Claude Lorrain: ” Hier lernt man atmen. Dies Blatt wirkt körperlich ein. Nur einer mit breiter Brust konnte das hinsetzen. Die Sonne, der Tempel bedienen sich des Raums….Im Bild ist etwas gut geworden.” Geprägte Form, die lebend sich entwickelt, verweist hier auf jene wohl überlegte Mitte, über die Bloch sagt: “Das Bild lehrt viel, nicht zuviel.” Hierin ist der von seiner Kriegs- und Nachkriegs-Erfahrung geprägte, strebende und lebende Mensch, Freund und Lehrer KP Brehmer wiederzuerkennen.

Am Naturmaß, am Umgang mit dem in seinen Widersprüchen und im Kapitalismus zum Überleben notwendigen Schizophrenien, wie Deleuze und Guattari dies analysierten, zeigt sich der Mensch genauer und tiefer – zwischen der Intuition zur Natur, dem analytischen Verstand (erlernbarem Wissen) zur Technik und der synthetischen Leistung, die für die Kunst als Erfindung von spezifischen Form-Inhalts-Korrelationen unabdingbar ist. In die Kurve gehen wie ein junger Hirsch, sagt der Volksmund. Zwischen den Extremen ein “bißchen das richtige Leben” spüren und stiften. Dies vermittelte er stets mit großem Einfühlungsvermögen für die jeweils herauszuarbeitenden Qualitäten von Studenten und Freunden. Kleine Hinweise, ein kurzes, fast beiläufiges Herüberschieben einer Literatur, eines Kataloges, einer Abbildung oder eines musikalischen Werkes, trafen zumeist zielsicher das Interesse des Adressaten. Ohne jegliche Besserwisserei, als Gleicher unter Gleichen, war damit ein Rat gegeben, womit sich das Gegenüber beschäftigen sollte, um dem individuell erwünschten Ergebnis näher zu kommen. Hierin wurde KP Brehmer die Möglichkeit einer sozial gelingenden, intensiveren Kommunikationsebene in den letzten Jahren zunehmend wichtiger, als die letztlich doch nur auf Ding- und Warenfetischismus, Machtkampf und Eitelkeit hinauslaufende, individuelle Kunstproduktion.

“3o Jahre Arbeit in Kunst” und “Schamanismus mit Klangbeispielen” waren in den frühen 90er Jahren zwei von ihm gewählte Ausstellungstitel in der Galerie Vorsetzen in Hamburg mit programmatischem Charakter. Die Kunst als Arbeit definiert, entzerrt sie von hierarchischen und auf Ausgrenzungen abzielenden, bürgerlichen Bestimmungen. Die Natur des Klanges, kombiniert mit der Erinnerung an sozial notwendige Rituale für Auge und Ohr, wird zu einer Heilungsmetapher. Idealistisch und realistisch in Einem, drückte sich darin ein praktischer Eingriff ins Leben aus: die Realität des Scheiterns erkennen, aber nicht darin (selbst-) verliebt sein, sondern auf Veränderung setzen. Die Dinge der Welt sind von Menschenhand gemacht, also kann die Handlung mit Herz und Hirn positiv verändernd einwirken. Das erinnerte stets an die Überlegungen des sowjetischen Revolutionärs Sergej Tretjakov und seine Überlegungen zu einer operativen Kunst: “Wir haben keine Veranlassung, die Erzeugnisse der Kunst trotz all ihrer Verschiedenartigkeit und ihres spezifischen Charakters aus der Reihe der Dinge herauszugreifen. Die Erzeugnisse der Kunst sind die Instrumente zur Bearbeitung der menschlichen Emotionen. Das Erzeugnis der Kunst ist das Werkzeug für die direkte oder indirekte soziale Handlung.”

Die indirekte soziale und kommunikative Handlung drückte sich bei KP Brehmer als eine Art Lehre in und an der Natur aus. Die Einladungen an Studenten und Freunde aufs Land in seine Datscha in Vietze (Landkreis Lüchow-Dannenberg) dienten dazu in entspannter Atmosphäre das Wahrnehmen wieder ernst zu nehmen: als ein Wahrnehmen des wahrnehmens ohne normative Vorgaben. Der Moment des individuellen Entscheidens kreiert das Ich und gebiert durch repressionslose, freiwillige Auswahl den auch sinnlich vernünftigen Menschen. Hierin war KP Brehmer Rationalist. Angemessenes Verhalten und Handeln bis hin zum Kleiden verlangen ein Höchstmaß an präziser Wahrnehmung. Toleranz genüber dem anderen und fremden wird dann ein Gebot der Vernunft. Gleichermaßen muß zur Regulierung und Herstellung “des richtigen Lebens”, über das man “ein bißchen reden” kann und muß, Einfühlungsvermögen und Intuition mit in den Hauptstrom einfließen. Ohne Sinnlichkeit, verstanden als aktive Arbeit an der für die Erkenntnis notwendigen Naivität und Sentimentalität (Friedrich Schiller!), kommen Mensch, Ding und Kunst nicht in ein ausgewogenes Maß. Die Liebe zur Natur, zu Pflanze, Kreatur und Mensch, ist dabei ein Glück des Empfangens. Deshalb muß die Freude des Gebens und Abgeben könnens dem Nehmen zur Seite gestellt werden. Die KP Brehmer auszeichnende Großzügigkeit im materiellen und immateriellen basierte damit stets auf dem Vertrauen und dem Wissen um die im Individuum ruhenden Selbstheilungskräfte, die durch soziale Handlungen in Bewegung gebracht werden müßen.

Der als Gärtner verkleidete Künstler hegt und pflegt sich selbst und die anderen. Und dazu gehörten wie selbstverständlich auch die berauschenden, die Sinne anregenden, Stoffe der Natur: “KP Brehmer ohne vin rouge gibt es nicht!” Einer dieser klassischen, mit Augenzwinkern ausgesprochenen Sätze eines Künstler, der mit Aby Warburg – dessen Bilderatlas “Mnemosyne” er bewunderte – um die Notwendigkeit des situationistischen Ein- und Ausschwingens wußte. Die Herstellung einer Atmosphäre bestimmt das Klima in dem sich etwas entwickelt. In diesem Sinne ist Klimaforschung Kunstwissenschaft.

Das Vetrauen in Menschen, denen er stets mit Neugier, Wärme, Verständnis und Solidarität begegnete, charakterisierte seine Lehre. Nur in der Transformation des Scheins erscheint die subversive Energie der Kunst: zwischen Subjektivität und Objektivität steht der noch erst werdende Mensch. Zwischen diesen Zeilen ist das “Leben ein bißchen zu lesen”. Dieses sich scheinbar einer objektiven Beschreibung entziehende “Gefühl” ist jenes “zwischen den Fingerkuppen”, wie einer seiner berühmten Aufsteller (Nr.25, 1967) auf orale und taktile sexuelle Bedürfnisse aufmerksam machte. Das Freilegen von Stoff und Medienschichten animierte ihn auch dazu seine Aktivitäten auf das Reisen und Sammeln von chinesischer und afrikanischer Kunst zu lenken, denn für ihn gab es genauso wie für Johann Gottfried von Herder keine unterdrückenden Hierarchien in den Künsten, sondern historisch-gesellschaftliche Bedingtheit und Gleichzeitigkeit ästhetischer Erfahrungen. Dabei ist der eigentliche Mutterboden aller Kunst das Volk und Volksnähe ist ein künstlerisches Wertekriterium. Alle Völker sind künstlerischer Leistungen von Weltrang fähig und die Theorie von der linearen Abkunft der europäischen Hochkultur Versailler Prägung ist eine teleologische, volks- und kunstfeindliche Vergewaltigung der Geschichte. Kunst ist ein Welt- und Menschenphänomen, das wir in wechselseitiger Achtung, Verantwortung und Verpflichtung uns selbst und dann den anderen gegenüber leben lernen können. Die Märchenerzähler in Afrika sagen über eine Geschichte, die etwas ist, das sie allen gehört. Und so ist eine Erzählung von KP Brehmer, dem Menschen, Freund, Künstler und Lehrer vielleicht bezeichnend für seine Auffassung von den künstlerischen Räumen zwischen und über der Realität.

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in einem Doppelröhren-Bunker aus dem II. Weltkrieg in Hamburg-Eppendorf (Mai 1995), der “Sub-Bühne”, erzählte er unter dem Titel “Braunkohlen in Berlin” die Geschichte seiner Rettung aus dem Keller des Hauses, in dem er als Kind wohnte. 1945 sollte das Haus durch sowjetische Soldaten gesprengt werden. Seine Mutter suchte verzweifelt ihren kleinen Sohn, und erinnerte sich daran, daß sich der kleine KP eine Höhle in den Braunkohlen gebaut hatte. Als sie im Keller ankam, wollte ein Soldat das Haus schon sprengen. Die Mutter erinnerte (!) plötzlich – und wie von Geisterhand gelenkt – ein paar polnische Worte ein, die sie selbst von ihrer Großmutter kannte und die nun in dieser panischen Situation wieder aufschienen. Der russische Soldat verstand glücklicherweise die polnischen Wort-Brocken, erkannte die Situation und half beim Suchen des kleinen Kindes. Sie fanden den kleinen KP hinter den Braunkohlen schlafend, dort, wo er so gerne spielte und konnten ihn rechtzeitig retten. In dem Moment, da der Soldat aus seiner eigenen Realität heraustrat und durch menschliches Verständnis, Mitleidsfähigkeit und Vetrauen in einen Zwischenraum über der Realität hineintrat, war eine Rettung möglich. So erst versteht man den von KP Brehmer noch acht Tage vor seinem Tod ausgesprochenen Satz: “Eigentlich bin ich ein Surrealist:” Diese Energie wird über den Tod hinaus bei Kollegen, Studenten und Freunden im Gedächtnis bleiben.

Anmerkungen

1) KP Brehmer liebte das übermäßige zitieren und die daraus resultierenden Anmerkungen in Texten nicht, deshalb verzichte ich hier darauf. 1994 sagte er einmal zu mir:”Laß das doch lieber mit dem zitieren Deiner Lieblinge Adorno und Bloch. Du brauchst das gar nicht. Wenn ich die lesen will, verdiene ich genug Geld, um mir deren Zeugs zu kaufen. Ich will Dich lesen. Denk´mal drüber nach.”

2) Mein Dank geht an jene Freundinnen und Freunde, mit denen ich bis heute über den von mir als sehr schmerzhaft empfundenen Tod des Freundes KP sprechen konnte und die mir geholfen haben, die Dinge angemessen zu sehen: Anna Brenken, Claus Böhmler, Bogomir Ecker, Achim Hoops, Ernst Kretzer, Shan Fan, Jörg Stange, Julia Sudeck, Maria Tokyo und Chrisdian Wittenburg.

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http://archiv.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-gerlach.html

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KP Brehmer | Eye Cream 1967| Kunsthalle Hamburg | Fotos: Jörg Stange (Ausschnitt)

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de |
Gesellschaft für operative Kunst | gfok

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Kommentare:

http://www.youtube.com/watch?v=yI0T2bTHoGE

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Kontraste: Unselige Traditionen – wie viel Wehrmacht steckt in der Bundeswehr?

 

https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/12/kontraste-unselige-traditionen

Kommentare:

http://blog.rbb-online.de/roller/kontrasteblog/entry/unselige_traditionen_wie_viel_wehrmacht

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medienwatch-stange-gfokFoto: Fahnenspalier ’08: jst/gfok

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klimatisch weiterführende Links:

Eisernes Kreuz in Polen ermittelt die Staatsanwaltschaft

http://www.meta-info.de/?newsfull=1&lid=32376&rubrik=politik

Internationales Schifffahrts Museum Tamm

http://www.thing-hamburg.de/index.php?id=826

maritimes-museum-%e2%80%9eleichen-im-keller-neger-u-boote-vor-der-tur%e2%80%9c/

https://medienwatch.wordpress.com/?s=Stalingrad

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Soldatendenkmal
Ärger um Eisernes Kreuz in Polen

5. August 2008

Das Aufstellen eines Eisernen Kreuzes an einem Soldatendenkmal in der Nähe des polnischen Schlachtfeldes Urbanowice sorgt für Ärger. Das Kreuz wurde ohne behördliche Genehmigung von der deutschen Minderheit in Schlesien installiert. Daraufhin ließ der Verwaltungschef des Ortes das Kreuz absägen:

http://www.welt.de/politik/article2276019/Aerger-um-Eisernes-Kreuz-in-Polen.html

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art Kunstmagazin: Maritimes Museum Tamm

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DER ALTE MANN UND DAS MUSEUM = Ein letzter Abgesang auf ein skandalöses Museum
TAMM tran
art Das Kunstmagazin / Hamburg hat ein neues Museum
Und mit einer Ausstellungsfläche von über 11 000 Quadratmetern ist es sogar, nach dem Museum für Kunst und Gewerbe und der Kunsthalle, das drittgrößte der Stadt. Peter Tamm, langjähriger Vorstandsvorsitzender des Axel-Springer-Verlages, hat in 74 Jahren ein Sammelsurium aus über 36 000 Schiffsmodellen, 1000 Uniformen, 5000 Gemälden, 120 000 Büchern und unzähligen Bildern, Orden und Konstruktionsplänen angehäuft. Seit Ende Juni wird Tamms Reich nun in einem umgebauten Kaispeicher in der Hafencity gefeiert. // Alain Bieber / Foto: Oliver Görnandt / http://www.tranquillium.com /artmagazinmeta-info.de / medienwatch.de : Weiterführender Link = Martin Kippenberger „Ich kann beim besten Wllen kein Hakenkreuz entdecken“

Originalartikel bzw. ergänzende Info hier

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Internationales Maritimes Museum Hamburg
Maßstäbe. Von Größenordnungen und Modellierungen

Intro der Museums-Webseite – Screenshots aus der Animation

[thing-hamburg] 12. August 2008 Maßstäbe. Von Größenordnungen und Modellierungen im Internationalen Maritimen Museum Hamburg Teil 1: Das Intro Der Präsentation des Museums im Internet ist eine kleine Animation wie ein Signet oder Motto vorangestellt.

Zu sehen ist eine schnelle virtuelle Kamerafahrt vom Museum hinauf ins Weltall, in einer senkrechten Perspektive und in Rückwärtsfahrt, die als formale Mittel eines berühmten Kurzfilms viel zitiert sind (etwa in Filmen wie Men in Black, Contact oder den Simpsons). Diese Kamerafahrt sollte 1977 in The Powers of Ten demonstrieren, wie die Größenverhältnisse sich verschieben, wenn man den Abstand zu dem, was man betrachtet, um Zehnerpotenzen steigert. (1) Auch wenn es sich nicht um ein ’wörtliches visuelles Zitat’ handelt, so wird doch im Vergleich deutlich, was als Leitmotiv des Museums gelten kann. Von Felix Axster und Ulrike BergermannOriginalartikel bzw. ergänzende Info hier

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medienwatch.wordpress.com

Schmerzfeldforschung _ Aus dem Unterholz zum Hymen.sys.

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»Fraktale« unredigiert| 1999

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[KonzernPolitik zu Ostern -oder welche Konzertante ist noch trinkbar¿?]

Schmerzfeld-Forschung _ Aus dem Unterholz zum Hymen.sys.

Die Handlung und Haltung, im privaten Duktus -die intimste, steht im Schutz des Privaten und kann nur unter bestimmten Vorgaben an das Licht der Öffentlichkeit gezogen, oder durch Befugte von außen betreten werden.

voy ons : wir wollen sehen! -lasst einmal sehen!, Nun! Duden Nr.5

Die öffentliche politische Handlung und Haltung, im Schutz des schizophrenen Mainstreams und ihrem getreuen Motto: „zur Bereicherung weniger erfunden: aber alle dürfen zuschauen und bezahlen“.

Voyeurismus Total: Alle gucken, aber nur wenige können es wirklich ertragen! siehe [PolitPorno°] das gleiche Bild.

Arbeit ist das, was der Markt zulässt. Wer da rausfällt wird [diskreditiert°]. Meistens subtil, manchmal deftiger.

Der Status Quo gehört in die Behandlung! Auf die [Intensivstadion°] sowie auch der Mainstreambegriff und die dahinter verborgene Desaströsität als ultimative Fresswurzel.

Durch rhetorisch gewandte Scheindemokraten und ihrer juristischen Erfüllungsgehilfen, wird dieser von Legislaturperiode zu Legislaturperiode in die politisch überlebbare Form gegossen und medial unter die Wurstwählerschaft gestreut. Der liebe [FleischWolf°] und das böse _ Lamm.

Ein bewährtes System: Es vermittelt das Gefühl der [Dazugehörigkeit°]. Kaum einer liebt das Resultat, geschweige wie es wirklich zustande kommt. (siehe vergleichend Noam Chomsky, Profit over People, 1999 Prämissen siehe MAI, Multilaterales Agreement Investigation in Washington)

Die Fokussierung der Probleme innerhalb der Gesellschaft und über die Medien wird immer nur bis zu dem prozessualen Maß betrieben, als das es sich, – über kleine Schritte des [Vor & Zurück°] ; mehr oder minder halten kann.

Aber die Fragen werden eindringlicher und bohrender. siehe [Revolution in der Windel°].(diskursiver Werbe(sub)spot, Pampers 2000)

Ein Phänomen das den Herren in der Wirtschaftselite und ihrer neoliberal geknebelten Politikerkaste zunehmend zu schaffen macht. Von Scheindemokratie ist die Rede, der Druck wird erhöht -wechselseitig. Siehe [Kaffee & Teetrinken°] und gesellschaftliche Klimaforschung und strategisch abgleichende Transformation in den Medien

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Der [Konsenz°] gerät ins Zwielicht

Die Abhängigkeit, der Politiker von der Wirtschaft, wird immer massiver ins Feld geführt und zum Gegenstand der öffentlichen und privaten Auseinandersetzungen und Spannungen.

Auch von Scheindemokraten als korrumpierbares tautologisches Schmierenmedium, wird zum gegenwärtigem Gedankengut. Immer unverblümter die Demaskierungen und die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit und Transparenz, macht die globale Runde. Siehe [No-Maske am Markt°]

Die Verbrechen und Verfehlungen der Vergangenheit bekommen eingestreute eigene Sende-Formate und werden zum Dauerthema. Die öffentliche Diskussion wird heftiger geführt. Diejenigen welche mit ihren Verschwörungstheorien vorher verlacht wurden, werden nun ihrerseits wieder zur Zielscheibe der alten „ideologischen Täter“ in Erbfolge. Viele der alten Täter sind Tod, aber es gibt die restaurativen Zöglinge und ihre prozessualen Parallelableger und Lehrer und Ausbilder, aus dem altersmäßigen Zwischendock „konservativer Werte“. Hinter denen sich in der Regel „politisch“ nicht mehr verbirgt als egomanische Karrieresucht und die kritiklose Übereinkunft mit dem Ziel des ungebremsten Prinzips, der tabulosen Gewinnmaximierung ® Des Turbo-Kapitalismus. ´´ß’±•ª Þ [Egometer°]

Der enge Schulterschluss mit Wirtschaftslobbyisten und das bedingungslose festhalten an der Atomenergie und anderen Ausbeutungsstrategien: auf Abruf zynische Antworten gegen die Aufklärer der/des Selben, parat zu haben.Þ siehe Rhetorik [Trainings°]

Auf das Prinzip: Schneller/Höher/Weiter den Gralseid zu leisten und der Autowirtschaft und den Ölmultis etc. auf Gedeih und Verderb den Rücken zu stärken. Der Genlobby und der Pharmazie-Maffia zu ihren Patenten zu verhelfen und der Rüstungsindustrie, im Dunkel und manchmal auch im grellen Licht des Schreckens im fokussiertem Krieg verlogen offen, ihr dreckiges Geschäft willfährig zu unterstützen:

„Also eigentlich alles was irgendwie überdosiert giftig ist, den Weg zu ebnen“.

Klimagipfel und Weltwirtschaftsordnung im Sinne der reichen Industrienationen zu behindern bzw. sichern zu helfen und nach Möglichkeit zu erweitern. „Die Freunde des Großkapitals sind unsere Freunde“:

Die bezahlen uns, also Hacken zusammen und dienen, nicht einem deutschen Kaiser oder Führer aber einem altem ideologischen Prinzip: sofern die Hierarchie als Form, etwas derartiges vorbedingendes ist….

So wird heute auch der Team-Geist beschworen, aber nur weil er mehr Effizienz verspricht und das Betriebsklima, unter den gegenwärtigen Bedingungen besser zu handeln ist: Das Produkt ist jedoch im Prinzip das Gleiche geblieben.

siehe u.a Lebensmittelvergiftungen u. Kontaminierungen Allergien aller Art.

Wer seine Haltung ändert, wird denunziert und gecancelt (Siehe H. Geißler).

Also was sagt uns die Geschichte? Hierarchien sind in ihrer Konsequenz eine Todesfalle erst subtil dann… ?

Ist Tschernobyl hier heraus zu nehmen? Kalkulierte Risiken gehören auch in diesen Größenordnungen zum Gesamtmodell. (Man muss ja nur mal den Erbauer fragen! Wer/Wo/Wann/Wie ?, gelogen hat.

siehe [Universalobjekt°] für das [FraGen°] etc.pp

Der Kapitalist war in dieser Haltung schon immer der Ausbeuter und Unterdrücker. Man hat im Prinzip immer gut damit überleben können, sogar nach den schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Auschwitz. Apropos Auschwitz: Warum haben die Fußball-National-Elfen ihre Trainer únd ihr Verband in der Nachkriegszeit keine Gedichte gegen Auschwitz geschrieben, wo befinden sich die versteckten Pässe¿?

Die Opfer sollen immer möglichst verzeihen. Zynismus: nichts gewusst. Ja, okay macht doch nichts. Bis zum nächsten mal, – dann eben anders …  (Bitte/Danke)

anderer Anschluss! zu ?

Scheindemokraten und die es noch werden wollen benutzen dieses Spielfeld der persönlichen Möglichkeiten, für ihre Karriere schamlos aus. Von denen, von denen man es eigentlich nicht hätte erwarten sollen, den Grünen -sie mischen mit im Machtpoker ethisch sozialer [ES°] Unzulänglichkeiten und fahren im Prinzip dasselbe Auto? Besser so, als das Vorher, zugegeben, es riecht nach Verrat! Frust und Unmut wachsen bei Bewusstwerdung parallel erfahrener Täuschung(en).

Sie müssen mehr aufrichtiges  Gesicht zeigen! „ES bewegt sich“ im Substrom.

[Wir haben wärmer als gestern°]

Eigentlich sind wir moderne Götzenanbeter: Wir lieben die Marke und das damit verbundene Produkt als Fetisch. Vertrauen sie unserem Zeichen der Ehre/Ähre im Feld immer schon ambivalent. Parabel.

Die scheinbaren Positionierungen von gegenseitiger Gegnerschaft. In bereits merkantilistischer Mentalität; geheuchelter Nähe und Opportunität den Lobbyisten gegenüber. Über die politische Geste und Attitüde im latenten schon gleich den mitzudenkenden Ekel der Ambivalenz, sich selbst gegenüber und die Folgen:

Vor unterdrückter [Schamesröte°] ganz Elbe, werden auf dem Altar der ökonomischen [Verführbarkeit & Verfügbarkeit°] über den medialen Transport maximaler Gleichschaltungsmetaphern, überkommene Ideologien zu Markte getragen. (incl. Werbung) ..“Bei Lüge und Täuschung flimmern in Luft, haben Alibaba gesagt“.

Die Weihen der !kapitalen HohePriester! heißen 20% Wohlhabend und angeschlossen. (siehe Die Globalisierungsfalle)

Für den Rest sorgt unser [Tittitanement-Injekterat°] fürs relative Bedürfnisniveau, bei gleichzeitigem Anspruchskiller durch virtuell konsumierbare Traumwelten.

[Die U-Waffe°] Ein binäres Waffensystem, sozusagen mit digitalem Langzeitkleister über die privaten Medien und ihrer parallelen Dienstleistungssysteme an den Verbraucher geschleust.

Die [Idealisierungsästhetik°], mit dem Facit einer doppelten Breitband-Wirkung. Einerseits Profit, andererseits tiefer gehende Kommunikation verhindern.

„Schöne Menschen“, locken zum Handy: Jedoch die Telefonrechnung ist zu hoch. Vorher hatte man sich beeilt zu sagen, das sich durch die neue Gebührenordnung nichts zum Nachteil des Verbrauchers ändern wird. Jedes Telefonat erstickt im Container der Reduktion – auf kümmerliche Informations-Fraktale. Weil Angst um die nächste Rechnung.

Dieses Muster auch angewandt auf den gesamten [Corpus Media°]. Der „Informationswert“ geslasht in kleine Kästen, alles aus dem selben Pool der großen Agenturen, als strategische Meinungsformel und dosiert, auf ein religiöses Mindestmaß der Meinungsbildung: genannt [Nachrichten°]. siehe [Prophylaxe°]

Dem Kommunikations-Konsumenten in immer verwandtem Schema und Rhythmus – mit Sicht auf Befriedigung im Komplex künstlich geweckter Informations und Konsumsucht, über die öffentlichen [Bedürfnissanstalten°], ins vermeintliche Bewußtsein geschickt.. Konstruktiv belebende und glaubwürdige Inhalte bleiben auch hier auf der Strecke: Unfälle und Katastrophen erhöhen die Quote und zeigen dem Fernsehzuschauer, wie gut es ihm doch eigentlich geht. Mit seiner Wurst! Also, schön artig weiter so. Stichwort: [Erpresserfernsehen°].

[Journalisten im Testgebiet°]

Betrifft: Recherche / Zitat: …“kostet ja auch nur unnötiges Reisegeld und gefährdet die Journalisten im angeeignet verwalteten Kriegsgebiet.

Es stört dazu das Betriebssystem Gleichschaltung und ihre Investoren. Außerdem werden zwischen durch ein paar abgeknallt, wegen „penetrierender Auflärung“ durch Dokumentation. Will man das Riskieren? Weniger Aufklärung, heißt vermeintlich weniger Probleme, mit denen da, aber immer größer werden die Auffälligkeiten, der „Maskerade im Mainstream“ mit pseudosozialen Nützlichkeitsgarantien, im rhetorisch internationalen „Versicherungswesen“..

Es gilt immerhin einer neuen Aera der Anästhesiekritischen Betrachtung, ethischer Prägung den Weg abzuschneiden.

Über relativierende Politiker und Kommentatoren, sich in der Dehnbarkeit der Medien auf das Betäubtsein der Massen verlassen zu können. Hauptsache „drin sein“. NegativWerbung erreicht schleichend auch die [Gunst der Stunde°]. _ über den Spirit des [Investigativer Journalismus°] _ [Operativer Journalismus°] siehe Sergej Tretjakov Walter Benjamin für gute „Vorrichten“ in Nachrichten.

[Götzen und Anarchisten°]

Was macht der wirtschaftspolitische Klerus: …“Die Behauptung von aufrichtiger Haltung, läßt man sich machen -muß man schon lange nicht mehr selber tun“.Opportunes:[Ghostwriting°]. (Über die Deuter des jeweiligen Diskourses und transformierbarer Zeichensysteme, immer auf der Höhe (!) der neolib. Nutzbarkeiten: Einschließlich Trentforschung: Alles da!, man braucht nur zugreifen.)

Die konsumierende Masse verweigert sich an kritisch-intellektueller Aufklärung, weil zu kompliziert und anstrengend. Wer hat schon Zeit zum zwischenlesen: und ist doch noch warm am „Ofen des Marktes“- Obwohl die „kapitale Ohnmach“t schon lange vor sich hindümpelt im [EndZeitWirtschaftsWunderLand°] der angelagerten Auflösungserscheinungen. Und die Multis waren doch in Wahrheit schon immer ohne ethisch-soziale Verantwortung. Maschinen sind doch profitabler! Die multinationalen Konzerne sind mit ihren Gewinnen und Investitutionen, doch lange vom eigentlichem, dem Markt abgekoppelt, das ist „reaktionäre Anarchie“ durch Dekadenz.

Der Markt ist außerhalb und innerhalb, -intern im verwobenen Kreis unter den Wirtschaftsgiganten, incl. Rendite, vertöchtert, vermüttert, verpornt und verschwippschwagert – ins Verbundsystem eingeschnürt, verbunden, verschaltet…

Ein hermetisches Prinzip mit kompatiblen Ablegern – in „Wirtschaft und Verkehr“: Ein (pseudodemokratischer) Kofferwitz.

Der Anarchie-Diskurs: Die kapitale Abkoppelung vom Markt, ist kein sozial-ethisch„anarchistisches Prinzip“ insofern, als das den Anarchisten immer unterstellt wurde, – eine Form des Chaos herbeiführen zu wollen. Nichts zu tun haben zu wollen, mit der Gesellschaft im eigentlichen, bzw. sie ins besagte Chaos stürzen zu wollen.. Sie selber sind historisch, das schlechteste Beispiel einer aufrichtigen etymologischen und historischen Aufarbeitung des Anarchiebegriff, an denen sie freidenkende schon immer verraten und gemeuchelt haben. Die Forderung, Wiedereinführung der Todestsrafe in den 60zigern sollte nach der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg, durch einen bis heute unbestraften Polizisten, die Zahl derer möglicherweise noch erhöhen. Damit hätte die Justiz möglicherweise ganze Gruppen „liquidieren“ können. Strauß als Kanzler man stelle sich das vor?!

Kontinuität verwandter Denke: (Siehe den Mythos des Revolutionär und Anarchisten: Jesus von Nazareth, über die alten und neuen Philister und ihre Opfer: die alten Philosophen und Alchemisten bishin zu Mühsam und Bakunin und die späteren politischen Morde der 60ziger und siebziger Jahre.)

Vergleicht man den Oligarchie-Begriff kommt man den Strukturen und dem Verhalten der Herren [PolitWirtler°] schon näher.

Share Holder Value ist eine Form von falschverstandener Anarchie des abgekoppelten Marktes.

Die Produktionsbedingungen in der sogenannten „ Dritten Welt“ sind nicht sozial, sondern dienen der Demagogie in den armen Länder. Facit: [BürgerKrieg°] oder der Status quo der Ausbeutung. Zinspolitik und Inflationsrate werden durch den IWF in den Dritte Weltländern über den Dollar und den Euro auf das niedrigste Niveau gebracht, um den Im & Export und die billige Arbeitskraft verfügbar zu halten.

Die multnationalen Konzerne, werden sich den neuen Herausforderungen stellen müssen und sich zu verantworten haben für die Machenschaften in der Vergangenheit!

[Mainstream°]

Nicht nur in der geschlossenen Abteilung, multinationaler Globelplayer im Schulterschluß des Mediums Medien und ihrem politischen Auftrag, da funktioniert dieses Prinzip. Global wurde über den Begriff „Mainstream“ Wirtschaftsgeschichte praktiziert und abgesichert. So hat man mit der erfundenen „Mainstream-Vokabel“ noch ein leichtes populistisches Spiel, gegen die Aufklärer einer anderen Moderne.

Das Spiel mit der [gekleinten und geklonten Seele°] gegenüber einem relativierten Öffentlichkeitsbegriff.

[Aktive Archive°] ein Haupt-Problem, in der ökonomischen etc. „Gleichschaltungdidaktik“ bekommt Risse. (siehe Enron).

Die Frage nach dem eigentlichen Sinn der Handlung und ihrer Bedeutung für andere, erregt Aufsehen, es tut sich was in der Seifen-Oper.

[ES°] obliegt einer „poetischen und intellektuellen Wahrnehmung und Ahnung“, und ist im wesentlichen Ableitung und Produkt, im Reflex auf die oberflächlichen und verbogenen Spiegelungen der Dinge. Und das Erbebnis des denkenden und empfindenden Subjekts: ES war immer schon da, als etwas im Vorwege, Ruhendes – als Sub-Strom, unterspült und umspült es analog das inszenierte Verflachungsszenario: Die Gralshelden von einst… Es regt sich der Widerstand zur Anektierung der Ouote.

Die „intuitive Handhabung“ der Dinge und ihr Übertrag, (im Sinne von Beuys), als gestalterisches Prinzip, scheitert immer wieder an der Trägheit der Masse . siehe [KartoffelGelder°] obwohl die Pommes Frites doch eigentlich politisch sind! (Roland Barthes, Mythen des Alltags)

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Gravitationsgesetz

Unter dem gestörten Blick einer kasteiten Ratio, leidet das gesamte Prinzip. Alles ist restrektives Material und [PseudoGramm°] phrasenhafter Rechtfertigung von  Ideen. ES von ES spürt diese – und den alternativen Bestand, nicht mehr nur am Rand, zur freien Handlung und für die „Rache“ am Verlust & Verrat aufrichtiget Ideen, nunmehr auch im Zentrum. (siehe Dokumentatitel Ausweitung der Randzone eine neue Weltkarte in der Süddeutschen Zeitung, im Internet Süddeutsche Archiv)

Die Werbeleute abstrahieren klauen zum Null-Tarif aus der „Erhabenheit“, der vorreitenden gestaltenen Zunft schon immer die sinnstiftenden Pattern und überführen es ins blinde [Muster des Marktes°]. und aus der Sprengkraft der Manifestationen; der geistigen Schnittstellen der „revolutionierenden Künste“ wird es stumpf und gefügig gemacht.

Über das Feld einer scheinbar subversiven Werbung. Adaptiert und Verzerrt sich das eigentliche im Raster-Reiz der Effekte um [ES°] -im „innovativen Produkt“, in angepasster Konformität zu ersticken.

Der revolutionär und ethisch sinnstifende Inhalt bleibt auf der Strecke wird Makulatur. Das [Gravitationsgesetz°] gilt nicht nur für die Physiker und den Fußball, dass gilt für alles: Was nach oben fällt, hat gefälligst wieder nach unten zu fallen!!!

Alles ist Gegenstand: sagte Picasso! [Anarchisten haben immer das letzte Wort°]

Eine Kunst die sich nur in sich selbst ergeht und nicht imstande ist auf die Gesellschaft abzustrahlen, ist keine Kunst. Sondern Dekoration. Ästhetisches Ornament und Beiwerk, zur Kontemplation des Gehabten und das Ornament als Schnörkel ist ein Verbrechen?

Also auch im Sinne von wirken und wirkender Haltung in der Handlung. Im Sinne einer anonymen Ästhetik des Widerstands: alle gestalten mit, durch mehr Entschlusskraft und auch Tun!

Die [Intuition°]

Die Handlung, ist noch nicht gleich eine „kritische Instanz“ der Intuition. Der reine Reflex darauf ebenso nicht. Die Intuition ist eher so etwas wie eine Subinstanz des (ursprünglich) Erhabenen.

Die da prüft, sozusagen im Millimoment die Summe aller individueller und „überlieferter Erfahrung“, (die  Intuition will vorab geübt sein im Sinne von Schillers „Erziehung des Menschengeschlechts“). Um zu einer Handlung oder Einstellung zu gelangen, welche Sicherheit unter Würdigung der Bedingungen, jeweiliger Situation ein angemessen Maß der [Haltung und Handlung°] einfordert oder auch übersetzt. Um den Menschen möglichst unbeschadet in seiner Handlung zu bewahren und zu schützen hilft damit auch die anderen, durch eine tief verinnerlicht ethisch soziale – zutiefst auch herzliche Haltung..

Intuition ist subtile Klimaforschung. Auch im Zusammenhang mit der Prüfung soziologisch gesellschaftlicher Un/Zulänglichkeiten. Ihr Futtermittel, oder besser Stoffwechsel und Transformation die Kultur, – das Leben selbst. In transpartikularisiert Form in die Gefühls und Gedankenmuster gebettet und verankert, -als eine Art Sublabor ohne mathematische Formel. In gewisser Weise die vorher gelebte Sublime zahlenlose Summe, des differenziert angereicherten Seins. Mit seinen Erfahrungen zwischen Eindruck und Ausdruck. Eine Meta-Schwester des unsichtbaren Traums, in Echtzeit, als nonverbale Ordnungs-Schutz-Instanz. Aus der aber auch lesbare Zeichen luken, die sich über eine sensible dichterische Ratio lesen läßt.

Die Intuition ist daher in ihrem Widerstand und Wirkungsgrad, was die Authenzität von Aufrichtigkeit innerhalb der Wahrnehmung betrifft, -als innerer „Signalspender“, -als Meister der inneren Un-Sicherheit, ebenso als ein Gutachter des inneren Blickes, auf die Dinge und Ereignisse, nicht überbietbar-. (siehe Max Frisch: „der Unfall“.)

Die bewußte Ausklammerung von intuitiver Steuerung, ist nicht möglich ohne Inkaufnahme eines gefährdenden Potenzials des Leichtsinns und eines massiven Identitätsverlust der „inneren komponierten“ Wahrnehmung..

Der rein rationale Ersatz, ist eine Form von Behinderung und birgt Gefahr in der Handlungsabfolge, einer fehlorientierten und für sich allein genommenen Vernunftkategorie.

Der Kopf ist der Kasten

– die Intuition in ihm, ist so etwas wie ein Archiv des suberhabenen, komplexen Subseins°.

Eine (noch) nonverbale Gedächtnisanstalt, mit einem Sensor der Ahnung. Eine gewisse innere Kassandra Stimme

des gewesenen im Jetzt. Als Subsein mit Handlungsanweisung für die Gegenwart. Eine hör und fühlbare Instanz -emotionaler Errinnerungsfähigkeit, -als ein subkorrektiv der reinen Vernunft.

Eine „Institution“ ohne Quellenverweis, ein tiefer Brunnen im Sein. Vom Ursprung bis ins individuelle Heute. Als geistreiches emotionales und emotionelles OPservatorium, – als eine Art Wetterwarthe für alles gestaltbare Für + Wider.

Dieses Meta-Synapsen-Faser-Gewirke, zwischen dem Groß und Kleinhirn, mit einem weit angelegten Netzwerk, der Spindelungen, Verästelungen und Verlängerungen, im kompletten Prinzip des Organismus mit einem Impetus der über das Selbst hinaus geht. Mit erweiterter spiritueller Fühlungnahme über sich selbst als Begriff, hinaus weisend – ist ihr das genannte und Ungenannte im Verständnis des Wirkungsbegriff.

Im Hirn sind die Erkenntnisse und Verletzungen als „semiotisch-sensitiv geladenes Material“ und stoffliches Konglomerat atomisiert und partikularisiert – wie in einem [akkumalensischen Zirkel°]. Im „elektrisch geladenen Freidock“ mit feuchtem Leitzins, im leitbarkeitssteigerndem Feuchtigkeitsbiotop – des organischen Prinzips.. Das suborganische Prinzip einer operativen Einrichtung, für den ungehinderten Transport, von Propolis und Krankheiten überwindender Trans – bzw. Übersetzungsformen. [Elektromallogisch°] in beweglichen, ungehindert kommunizierenden, vernetzten Paar und Mehrheiten strukturiert und angereichert mit Wissen und WissensSchmutz. Als deutbares, und lesbares Zeichensystem – operierender Pole vorstellbar. Als Form, eine verwobene, spirisalisierte Bewegung und magnetisierte Fließordnung, im Plus und Minus-Bereich, der gereimt- und Ungereimtheiten. Über eine Art der Differenzschaltung. -In den beweglichen Raum geklebt. Als Schwebeteilchen, schwimmend und eingespeist im Mikro-Kosmos als Elementarteilchen analoger Quantenmechanischer Sprünge im Quanto-Phonen Quadranten Kegel- und Parabelflug zur Verortung. Außergewöhnliche Un/sichtbarkeiten als Sehenswürdikeiten kopisch sichtbar, bis zur jeweils neuen Grenze des unergründlichen (NANO) Spektrums, dessen was wir Mikrokosmos und Universum, Kosmos nennen. [NonFormel°] = (k)ein ©

Eines Tages fragmentarische Sichtbarmachung des beweglichen „Denk u. Gefühlsstocks“ auf [Elektromallogischer AbFilmBasis°]. Und „Ansprechbar“ als „suggestive Rettungsschiffchen und Inseln“ für die Ökonomie des Narrenturms; mit manipuliertem GrundKern und Signalfeuer im Dauereinsatz; künftig auch mit Löschcode implantierbar?

Über die aktive Sieben:, (die Entscheidung, darf nicht allein den Fortschrittsgläubigen überlassen sein.

(die ja gewöhnlich nicht die klügsten sind, bzw. zu einseitig aus/eingerichtet).

Man beachte schon die Kritik bei Goethe. Auf den sie sich die (Leitkultouristen) ja kulturell so gern Berufen. ¨ Goethe und Schiller waren Freigeister und keine Fortschrittsprofiteure mit operierender Werteverdummung) ¨ unter kleine Anmerkung: einsetzen

Herz und Hirn

(Herz u. Hirn ist sich selber, oder das Hirn über das Herz denken. Über, den/durch den Kegel jeweils für das eine odere andere auf oder zu!).

Wer mit dem Knie denkt, meint möglicherweise den sinnlichen Hebel in der Biegung des Raums. Auch hier konische Gelenke und Synapsen im Raum, in kontemplativer Weise erst, dann als freie Handlungsanweisung- in Wechselbeziehung der Pole und Antipode. ganz unideologisch versteht sich ! Okay:.. Das Gefühl zum z.B. im Solar-P., könnte eine fällige Speisung über die Wahrnehmung und ihrer erhabenen Instanz der Intuiton sein.

Alles findet im Kopf-Körper in wechselseitiger Versorgung statt. Auch der Orgasmus, wie man weiß. Der umschließende Körper „denkt“ mit. Hirn und Körper, zusammengenommen sind so etwas wie ein denkender KlimaFinger für den Lebens und Erfahrungstest, sozusagen in Gänze -ein denker und fühlender _

[alchimistischer AriadneFinger°] – mit Lust und LenkFaktor. In Beidem, Bleibend. (in Missbrauchsfeldern auch schlimmer Finger genannt )

Disposé

Matrix, Pattern etc.

Immer wieder werden wir mit dem Problem des plötzlichen [Ausfall des Einfalls°] konfrontiert, nun hatte er endlich den Mut gefasst, möglichst einfach einen Gedanken zu beginnen und da versagte auch schon gleich die äußere -die fremdangelegte unsichtbare Benutzer-Matrix, die der elektronischen -digitalen Wunde!

Der Rechner versagte ihm jeweils nach dem hochfahren auf noch grauflirrender Fläche; die Dienstleistung: Das Programm kann nicht ausgeführt werden, wegen fehlender [Hymen. sys°] :…>“Erweiterungsspeicher nicht gefunden“<..!.

Seit längerem fährt er auf einem alten Kasten mit Windows, das sollte jetzt aber erst einmal nicht sein. So wird er darauf zurückgeworfen sein, sich das Hymen. sys zu laden, aber die Eintragung in der config.sys und in der system.ini sind korrekt installiert. Naja selbst schuld , beschämt ihn das „innere Werbe-Wissen“ über die ältere Abmahnung des Betriebssystems indirekt „zu Hause“.

Aspekte des [Unterlassungsordens°] ( 1.) Die Beschäftigung. ª

Der erweiterte 386ziger ist die Generation von Gestern, immerhin nicht Vorgestern.

Mit immer wieder überraschend auftretenden Fehlerquellen, wie ihm das Handbuch verrät: .“Hätten sie das neueste Modell, wäre das so nicht passiert“.

Dann wäre alles glatt gegangen“… Hätte er die neueste Anlage, würde er, nicht er sein! Und wäre jetzt selber Glatt antworte er prompt und trotzig, -in tiefer Übereinkunft mit sich selbst und außerdem: „mit einem Mac wäre ihm das nicht passiert“.!

Diese Anlage, welche mir zur Verfügung steht, -die er da fährt, war einfach billiger -nähmlich umsonst und wurde von bereitwilligen Freunden aufgerüstet und einsatzfähig.

Einsatzfähig im Sinne von Goethe: …“das Wort- ist des Dichters Waffe“…

Den Kasten selber, hatte er einem Container auf dem Unigelände entzogen. Dieser sollte eigentlich entsorgt werden. Also ist es ein Fundstück sozusagen.

Das ist ihm sympathischer, als sich permanent im [westlichen Parnass°], vorher

den Arsch aufzureißen um die nötigen Standards, der Beschaffungsbedingungen zu erfüllen. Um sich solche Teile behaupten zu wollen. Sein Leben wäre schon im Vorwege ein anderes. Diese ganzen Haupt- und NebenSchritte und die damit verbundenen Irrtümer des Systems, um im System so zu funktionieren – um es den Herren Herstellern profitapel und bequem zu machen. Um sich die entsprechenden Gigabytes leisten zu können hätte im Grundsatz ein anderer Lebenslauf und eine gänzlich andere Einstellung sein Prinzip gestört.

Diese Prinzip hieß in aller Konsequenz Improvisation, -immer aus dem einen wie dem anderem Nullbereich heraus, zu etwas anderem -mehr, als oder weniger als Null. So war das eigentlich schon immer. Bis auf ein paar manchmal notwendige Exkursionen in etwas mehr Geld durch Aktivitäten, die mit Gegenständen zu tun hatten. Die in einen gewissen Wert für die Verwertungsgesellschaft in Beziehung standen.

Analog Übersetzung des Staus quo im anderen Wertcodex, kurz: seine Rettung war die Zeichnung und die Fotografie und deren Materialbausteine als Fetische: Antwort und Fragestellung auf die vielen überkommmenden Sendungen, der Moderne . Zur Transformation bestimmt, in das Eigentliche des Zwiebelwunders.Vom GrundGlas zur plastilinen [Erfindung von Einflußnahme°] durch Schwarz und auch der Farbe

Über das Eisen vom Essen; des Silber vom Spiegel; vom Blattgold zur Blattmorchel; vom BilligBlei dem holden Kolbendämpfer, dem Schmierstoff, -auf die Ölspur (!), vom Papier zur Pappe, von der Pappel zum Jean J. Rousseau ¬ (Seine Gebeine liegen unter einer Pappel gebettet) dies war ein Sprung des Springers dann endlich zu befreiteren Formen, der intensiven geistigen lust an Laib-Deutung. Erst als die [Beschäftigung°] , dann als großes Interesse und Leidenschaft lesbar wurde. Auch in Bereichen, die ihm vertraut erschienen, heute aber immer wieder neu erscheinen.. Dort hin zu kommen war/ist ein immer währendes Motiv und Triebfeder, der Beschäftigung schlechthin. Ein survivel der anderen Art; der inneren Überwindung zur Öffnung und Bereitschaft neues und anderes zu erfahren von anderen die da weiter waren – im Vor und Zurück. Hier entwickelte sich sein Haben & Halten und sein lassen wollen können.

Noch nicht fertig

Experimente, im reflektierterem sein, im bespiegeln der Andersartigkeiten. Und die damit verbundene Erfahrung auch von den Klügeren als von den Einfältigen des Mittelmaßes allein, Anerkennung durch Refexion, für einen Gedankengang oder eine Idee zwischen zu lesen.

Aber nicht so schnell und oberflächlich, diese Frage des Öffnens, dieses Lebenskatipels muß behutsam ernähert, beschäftigt werden. Der Materialkundige versteht zwar hier die Reihenfolge, und das sagt etwas über die dialektische Lebenseinstellung sowie dessen chronologische Abfolge. Aber noch nichts über das alchemistische Surrogat im tieferen Sinn der erotischen Geschichtungen von Wahrnehmung, gelebter Poli und (verklärter) Kinderzeit Idylle.

Dieser innere Blick zurück in das verschollene Moment der Stanzungen, und Reihungen sind nur Stanzungen in ihrer Komprimiertheit. Die Brüche entziehen sich noch der Deutung und Bedeutung.

…“The first Cut is the deepest“…

noch gemeint auf die Liebesbeziehung-waren schon Ausdruck von gelebter Melancholie wie bei „Susan“ in Verlustreicher folgenreicher Neugewinnung u.s.w. So um die Zwanzig, halfen uns diese Stücke so etwas wie Trauer und Melancholia zu kompensieren und aufzuspüren, im scheinbar Fremden und dem eigenen Leben. Über den Verlust dem eigenen Selbst in der Kälte der Umgebung etwas Wärme einzuhauchen. Seine Eltern hatten noch einen anderen Auftrag – nehmlich sich dem nicht zu stellen, sondern das vergangene zu überleben. Ihrem Eingebundensein im fremdgesteuertem Wirtschaftswunder, nach Verlust- und entbehrungsreichen Krieg, dem Leben noch einen Rest Leben abzutrotzen. Erst im Dritten Reich verraten und verführt für das große Ziel an die imperiale Weltherrschaft. „Jedem seine Villa im Deutsch-Ostafrika; und jedem Doitschen seinen Neger-Sklaven“. Dann in der 50ziger Jahre Schwachsinns und Verblödungsindustrie bis heute, gefangen…

Von pERsil bis OmO und er haste was, biste was Nachahmer. Immer noch hingen sie einem Ufa – Plot oder sing sang an den Lippen, als freiverfügbares Produkt der Hollywood Unterhaltungsadapten. Siehe [Stechpalmentherapie°]

Greta Garbos _ Maskenhafte Züge schminkten ihre die Unzulänglichkeit der Umgebung bis zur Abdeckung des eigenen Selbst. Bis zur Erfindung der Tiefkühltruhe. Der erstarrte Narzismus als Idealer Ersatz des überlebenden Flakhelfers und seiner naivfanatischen Betrugsphantasien und verdeckt einhergehende Erkenntnis UFA Träume nicht wirklich leben zu dürfen.

Reisen weiterhin über den onomatischen Führer von braun bis blau – aber auch das Blau war getürkt im sinne von falsch, im sprachlich Deutschen. Den Türken kannte man gar nicht, aber alles war „getürkt“. Im Sprachschatz der Deutschen haben immer die andern Schuld am eigenen Elend. Erst die Juden, dann die Türken. Immer im Zweifel das Fremde! Das gibt uns die Freiheit nicht denken zu müssen. Siehe Leid oder Leitkultur

Analog zu Atatürk im sprachlich eingedeutschten Deutschen, erfand man ATA dieses berühmte Scheuermittel. Sauber bis auf’s Bein. Bis auf den Knochen. Ata war berühmter als Böll’s : „Der Zug war pünktlich“…

Da berufen wir uns dann im Zweifel auf die Dichter, die man im Zweifel eigentlich auch schon mal zweimal verbrand hatte. Aus Sicherheitsgründen um nicht lesen und denken zu müssen. Goethe und Schiller waren schon weit weg ein Glück für sie – zu weit weg! Nur deshalb haben sie überlebt.

Denn ihre Subversivität durch Aufklärung hat unter anderem auch schon in ihrer Zeit für Observationen gesorgt, wie man seit Heinrich Heine und [ °] .weiß.

Mit freundlicher Empfehlung !

Ihre TeaBankGroup, [Bitte/Danke°]


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Nomen

  1. Auge
  2. Öse
  3. Seher

Verb

  1. beobachten
  2. betrachten
  3. ansehen
  4. belauern
  5. stieren
  6. anpeilen

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eyeloop: jst + gedankenmemo zum mitscannen


medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | jörg stange, gunnar f. gerlach gfok archiv

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leo-stern-das-volk-stilwerk-2009-gerlach-stange-gfok-700

Blick(e) ins Betriebssystem

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unfertige(r) improtext(e)

Ameisen statt Osterhasen | Schmerz-Feld-Forschung

Welche Konzertante ist noch trinkbar ¿?

Casino-Kapitalismus vor Steuer: geheimes Rettungsroulette als Rettungsschirm behauptet

Handlung und Haltung (!), im privaten -die intimste, steht im Schutz des „Privaten“ und kann nur unter bestimmten (gesetzlichen) Vorgaben an das Licht der Öffentlichkeit gezogen, oder als Raum durch gesetzlich Befugte von außen betreten oder panoptistisch* überwacht werden.

(*Foucault/Habermas/Stiglitz/Rügemer/Gerlach zitieren)

voy ons : wir wollen sehen! -lasst einmal sehen!, Nun! Duden Nr.5

Tri Tra Trullata

Die öffentliche, politische Handlung und Haltung, im Schutz des schizophrenen Mainstreams und dem getreuen Motto: Zur Bereicherung weniger erfunden: aber alle dürfen zuschauen und bezahlen ist, wie jeder weiss, systemiisch determiniert.

Voyeurismus Total: Alle gucken zu -sehen aber nicht wirklich hinter die Kulissen, wenige können es tatsächlich ertragen! siehe = [Polit-Wirtschafts-Porno-Diskurs°] die Erkenntnis! Selbst die Abgeordneten des Parlaments und Wirtschaftsminister wird der Einblick in die desaströsen Finanz-Zock-Vorgänge in die Bilanzen der Banken vorenthalten. Die betroffene Bevölkerung dessen Geld verspekuliert wurde/wird und dessen Steuermilliarden jetzt die Bürgschaft für die undurchsichtigen Machenschaften übernehmen sollt darf schon gar nichts wissen. Selbst den mehr oder minder gleichgeschalteten Medien, wird die Einsicht in Bilanzen verwehrt. Die Medien könnten ja möglicherweise die Öffentlichkeit über das wahre Aussmass informieren. Nein, den gebeutelten geht das garnichts an. Die Bürger werdens schon noch früh genug zu spüren bekommen, bis dahin hat man zumindest Zeit die Medien dafür einzusetzen um adäquate Nebelwerfer in Stellung zu bringen um damit Besänftigung bis zum kollabieren des Systems als Täuschung aufrecht zu erhalten und in die Hirne als geltende Form der eigentlich betroffenen Menschen einzusschleusen und abzusondern.

Arbeit ist das, was „der Markt“ abruft bzw. zuläßt. Wer wie auch immer da rausfällt ist/wird diskreditiert und muss sich moralisch schuldig fühlen. Politiker verstärken beim Heer der Arbeitslosen den behördlichen Druck und nutzen die Medien, um propagantistisch von eigener Unfähigkeit abzulenken und systemische Struckturen dahin gehend umzugestalten. Das neoliberal toxische Klima der Wahrnehmung auf die Betroffenen abzuladen und sie auch noch zu stigmatisieren um den Druck auf Beschäftigte aufrecht zu erhalten. Zahlreiche Gerichts-Klagen sind das Ergebnis und belegen den Zustand. Allerdings gibt es jetzt ein Kippmoment.

Die Schuldzuweisung an Arbeitslose, Faulheit, soziale Hängematte etc. wird so nicht mehr funktionieren oder vermittelbar sein, das bedeutet die Stimmung wird sich massiv verschlechtern die ARGEs haben ab sofort ein Problem Arbeitsplatzverlustige begründet zu kürzen oder anderweitig zu maltretieren. Das Potenzial des Aufbegehrens bis zum Widerstand wird wachsen, dies zeigen die mittlerweile extrem angestiegenden Gerichtsklagen gegen Entscheidungen der ARGE vor den Arbeitsgerichten.

Der systemische Status Quo gehört in die analytische Betrachtung -auf die „gesellschaftsethische Intensivstadion“, einhergehend die reflexive Vorherrschaft jener Muster welche den neoliberalen Mainstreambegriff medial kolportieren und absichern behilflich sind. Die neoliberale Strucktur, die Parameter und Bedeutunsebenen für die Gesellschaft bedürfen einen neuen sozialen Ethik-Codex einen neu zu definierenden Wertebegriff, d.H. ehrenamtliche Arbeit etc. muss als gesellschaftlicher Wert neu gedacht und tariflich bezahlt werden.

Das kreative Potential der Menschen muss sinnstiftend neu befragt werden.

Designed: „Aus der Arbeitslosigkeit zum Solidarunternehmer“

neuen Text eindenken!

Durch nicht sonderlich begabte retorisch gewandte Scheindemokraten, ihrer juristischen und dem medialen Erfüllungsgehilfen samt Kapital-Apparat, wird dieser von Legislaturperiode zu Legislaturperiode, in die scheingesellschaftspolitisch überlebbare Form gegossen und medial unter die Wählerschaft gestreut: Der liebe Fleischwolf und das böse Lamm. Absurdiistan vor Ort sozusagen.

Angst als Konzept. Eine bewährte Methode strategischer angelegter Verunsicherung muss ins genaue Gegenteil verkehrt werden. Den Verlustgedanken wach zu halten, denn der aufbegehrende könnte der nächste gekündigte sein -wird es so dann nicht mehr geben können.. Verlust findet woanders statt. Nähmlich da wo das Leben auf scheinbare Werte desavouiert wird.

Die mediale Unterhaltung und Dauerberieselung suggeriert und vermittelt das Gefühl der „relativen Dazugehörigkeit“ in der Konsequenz die bedingungslose Folgsamkeit. Das Kaninchen vor der kapitalen Schlange in der Hoffnung nicht gefressen zu werden und auch ein Stück des Wohlstandskuchens erhoppeln zu dürfen. Mitraten beim Millionenspiel und sich zu indenfizieren bei der Ausschüttünd der des Hauptgewinns -immerhin ein Teil der Wahrnehmung gewesen zu sein vermittel die Teilhabe am Gewinn der anderen Gewinner immer wieder wenn dann solch oder ähnliche Sendungen mit großer Erwartung Quote machen..

Zwischen Wetten Das? und Schalg den Raab schwitzt man mit und entlässt sich in „traumfreie Nächte“. So viel Verdrängung als Entlosschleife lässt keinen Traum mehr zu. Die geistige Inaktivität geschult an musterhafter Wiederholung negiert sogar das Unterwusstsein und erzeugt lauter schwarze Löcher. Die brauch man dann auch um die Steriotypen des monotonen nächsten Tages zu verstopfen. Die Regel bestimmt die Ausnahme wie man weiss.

Alternativen werden nicht bearbeitet oder perspektivisches nicht als „gestaltende Hoheit“ mitgedacht oder weiter entwickelt. So wird der Mensch in die Passivität und Destruktion entlassen um weiterhin Druckmittel fürs weiter so anschaulich aufrecht zu erhalten zu können. Die Statisker brauchen das. Spart Material und Farbe ist ja jeweils nur zu den Wahlen eine etwas größere Redaktion, man braucht nicht so viel Blöcke. Alles passt auf eine Seite sozusagen.

Die Angst vor der Katastrophe oder aber der blinde Glaube, dass Kapital wirds schon richten, unterminiert die Handlungsfähigkeit. Drückt die Menschen in eine art ohnmächtiges Verdrängungs- und Untätigkeitsvakuum. Geist kommt kurz vor Zwölf wenn eh alle schlafen. Niemand schätzt das Resultat, geschweige, weiss wie es wirklich zustande kommt -hat den Überblick der Komplextität der Konformiät den neoliberalen Aneignungsinteressen durch Hedgefonds und Heuschrecken überlassen. Zugemüllt mit Beliebigkeit das Mensch gegen zu Steuern ausser Stande ist. Die Gewöhnung an die Jahrzehnte lange Apathie versus systemimmanentes mitgestalten, erschöpft sich im eigenen und engen Radius der betrieblichen statischen Funktion im Duktus der Gleichförmigkeit. Gleicher unter Gleichen zu sein ist so zynisch erfüllt. Der Steppenwolf mutiert Steppenlamm. Der Osterhase wird zur fleissigen Armeise zum Galeerensträfling des Konsums.

Empathie und Begeisterungsfähigkeit für interdisziplinäre Strukturen und Konzepte wird so der sinnstiftende KOntext um weitere gesellschaftliche Tätigkeit und Gestaltungs-Felder werden einem antiquitiertem Arbeitsbegriff unterworfen, der eigentlich schon lange überholt ist. Der Gedanke darüber wird zweckentfremdet und umgedeutet für die Instrumentarien neoliberaler Parameter und der Hierachie einer einseitig ausgerichteten Wertschöpfung auf Gewinnmaximierung übereignet. (siehe vergleichend Noam Chomsky, Profit over People, Europa-Verlag 1999 Prämissen!!! siehe MAI, Multilaterales Agreement Investigation in Washington) hier lesen

Die Fokussierung, der Probleme innerhalb der Gesellschaft und über die Medien wird immer nur bis zu dem prozessualen Maß betrieben, als das es sich über kleine Schritte, [Vor & Zurück°] interessengesteuert halten kann. Nachhaltigkeit bleibt, gemessen am echten Bedarf, ein Lippenbekenntnis.

Die Fragen werden eindringlicher und bohrender. Ein Phänomen, dass den Herren in der Wirtschaftselite und ihrer geknebelten Politikerkaste, zunehmend zu schaffen macht. Von Scheindemokratie ist die Rede, der Druck wird erhöht -wechselseitig. Siehe diskursives [Kaffee & Teetrinken°] und „Klimaforschung ist Kunstwissenschaft“ (Gerlach)  = „Kunst passt immer dazwischen“ (Bucerius Werbung und abgleichende Transformation in den Medien)

Der neoliberale Konsenz gerät ins Zwielicht

Die Abhängigkeit, der Politiker der Wirtschaft gegenüber, wird immer massiver ins Feld geführt und zum Gegenstand der öffentlichen und privaten Auseinandersetzungen und Spannungen in der Bevölkerung.

Auch von Scheindemokraten als korrumpierbares tautologisches Schmierentheater, wird zum gegenwertigem Gedankengut. Immer unverblümter die Demaskierungen und die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit und Transparenz, macht die globale Runde.

Die Verbrechen und Verfehlungen der Vergangenheit bekommen eigene Sende-Formate und werden zum Dauerthema. Die öffentliche Diskussion wird heftiger geführt. Die jenigen, welche mit ihren neoliberalen Verschwörungstheorien vorher verlacht wurden, werden nun ihrerseits wieder zur Zielscheibe der alten „lobbyistischen Täter“ -in Erbfolge die sich nun auch noch als Retter aufspielen – in Wahrheit die Deckelung dieser Katastrophe ausmachen.

Viele der alten Täter der Krisen und Kriege sind Tod, aber es gibt die restaurativen Zöglinge und ihre prozessualen Parallellableger und Lehrer und Ausbilder, aus dem altersmäßigen Zwischendock falsch verstandener „konservativer Werte“. Hinter denen sich in der Regel soziologisch betrachtet nicht mehr verbirgt, als egomane Karrieresucht und die kritiklose Übereinkunft mit dem Ziel des ungebremsten Prinzips, tabuloser Gewinnmaximierung und persönlicher Bereicherung im entfesselten Turbo-Kapitalismus. Alles neoliberale Egometer°. Kurz bevor der die sogenannte „Blae“ Platzte erschien auch noch ein Buch von Friedrich Mertz auf dem Markt egeomaner Eitelkeiten mit dem Titel „Mehr Kapitalismus wagen“. Ausgerechnet von einem Politiker dem andere Politiker immer eine realistischen Blick fr globale Zusammenhänge attestierten!

Der enge Schulterschluß mit der Wirtschaftslobby und das bedingungslose festhalten an der Atomenergie und anderen neoliberalen Zwangsjacken und Ausbeutungsstrategien: auf Abruf zynische Antworten gegen die Aufkärer der/des Selben parat zu haben.

siehe [Trainings°]

Auf das Prinzip, Schneller/Höher/Weiter den Gralseid zu leisten und der Autowirtschaft und den Ölmultis auf Gedeih und Verderb, den Rücken zu stärken. Der Genlobby -und der Pharmacie-Maffia zu ihren Patenten zu verhelfen; und der Rüstungsindustrie, im Dunkel und häufiger nun auch im Grellen, im fokussiertem Krieg verlogen offen, ihr dreckiges Geschäft, willfährig zu unterstützen:

„Also eigentlich allem was irgendwie giftig ist, den Weg zu ebnen“.

Klimagipfel und Weltwirtschaftsordnung im Sinne der Reichen Industrienationen zu behindern bzw. sichern zu helfen und nach Möglichkeit zu erweitern. „Die Freunde des Großkapitals, sind unsere Freunde“:

Die bezahlen uns, also Hacken zusammen und dienen, nicht einem deutschen Kaiser oder Führer, aber einem altem ideologischen Prinzip: sofern die Hierachie, als Instrument der Beherrschbarkeit etwas derartiges ist….

So wird heute auch der TeamGeist beschworen, aber nur weil er mehr Effizienz verspricht und das Betriebsklima, unter den gegenwärtigen Bedingungen besser zu handeln ist: Das Produkt ist jedoch das gleiche geblieben: Die Verpackung hält nicht was sie verspricht.

siehe u.a Lebens-Mittel-Vergiftungen u. Konter- und Kontaminierungen aller anderen Art.

Wer seine Haltung ändert, wird denunziert und gekanzelt (Siehe Heiner Geißler).

Also was sagt uns die Geschichte? Hierachien sind in ihrer Konsequenz eine Todesfalle erst subtil dann: Auschwitz und andere Formen totalitäer Kontrolle?

Ist Tschernobyl hier heraus zu nehmen? „Kalkulierte Risiken“ gehören auch in dieser Größenordnung zum Gesamtmodell von paralleler Selbstauflösung.

(Man muß ja nur mal den Erbauer fragen! Wer/Wo/Wann/Wie ?, gelogen hat.

Siehe [Universalobjekt°] für das [FraGen°]

Der Kapitalist war in dieser systemischen Haltung, schon immer der Ausbeuter und Unterdrücker. Man hat im Prinzip immer gut damit überleben können, sogar nach den schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Auschwitz. Apro Apro Auschwitz: Warum haben die Fußball-National-Elfen ihre Trainer únd ihr Verband in der Nachkriegszeit keine Gedichte gegen NS Diktatur und KZ,s geschrieben, wo befinden sich diese „versteckten Pässe“ ¿?

Die Opfer sollen immer möglichst verzeihen, tschuldige war nicht so gemeint. Ja, okay macht doch nichts. Bis zum nächsten mal, dann aber anders … (Bitte/Danke)

Nun sorgt der entfesselte Kapitalismus für eine proognozstizierte Endzeitstimmung. Denn die Chance für eine menschgemässe soziale Zukunft wird zugunsten des im Prinzip de weiter so verbaut.

Scheindemokraten und die es noch werden wollen benutzen dieses Spielfeld der persönlichen Möglichkeiten, für ihre Karriere weiterhin schamlos aus. Von denen, von denen man es eigentlich nicht hätte erwarten sollen, den Grünen -sie mischen mit im Machtpoker ethisch sozialer [ES°] Unzulänglichkeiten und fahren im Prinzip Krieg etc dasselbe Auto. Besser so, als das selbstgerechte unüberwindliche aufgestellte neoliberale Vorher, zugegeben, es riecht nach Verrat ! Frust und Unmut wachsen. Geap, ein Kreis von Wissenschaftlicher sieht Verfall der öffentlichen Ordnung für den Herbst 2009 voraus.

„ES bewegt sich“ eruptiv unter der Oberflche gesellschaftspolitischer Flachware.

Klimaforschung: Wir haben wärmer als Gestern°.

Eigentlich sind wir moderne Götzenanbeter: Wir lieben die Marke und das damit verbundene Produkt als Fetisch. Vertrauen sie unserem Zeichen der Ähre. Ein Bett im Korn-Feld war auch immer schon Ambivalent obwohl es in aller plakativen Enge sicher so nicht angedacht war- die Matrix stand für die schnelle Mark wie analog im Bankenwesen. Parabel: Hamster mit 1000 Backen aber mit nur einem Magen.

Die scheinbaren Positionierungen von gegenseitiger Gegnerschaft. In merkantilistischer Menthalität; und in einem großen Anteil verlogener Opportunität dem Wähler gegenüber versubmittelt. Über die politische Geste und Attitüde im latenten schon gleich den mitzudenkenden Ekel der Ambivalenz, sich selbst gegenüber und deren Folgen:

Vor unterdrückter [Schamesröte°] ganz Elbe, werden auf dem Altar der ökonomischen [Verführbarkeit & Verfügbarkeit°] über den medialen Transport maximaler Gleichschaltungmethaphern, überkommene Ideologien zu Markte getragen. (incl.Werbung) ..“Bei Lüge flimmern in Luft, -haben Ben Ali gesagt“ !

Die Weihen der !kapitalen HohePriester! heißen 20% Wohlhabend und angeschlossen. (siehe Die Globalisierungsfalle)

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Für den Rest sorgt unser [Tittitanement-Injekterat°] für’s relative Bedürfnisniveau, bei gleichzeitigem Anspruchskiller durch virtuell konsumierbare Traumwelten.

[Die U-Waffe°] Ein binäres Waffensystem, sozusagen mit digitalem Langzeitkleister über die privaten Medien und ihrer parallelen Kommunikations und Vermittlungssysteme, an den Verbraucher geschleußt.

Die [Idealisierungsästhetik°] mit dem Facit einer doppelten Breitband-Wirkung. Einerseits Profit, andererseits tiefer gehende Kommunikation verhindern.

(Schöne Menschen, locken zum Handy: Jedoch die Telefonrechnung ist zu hoch. Vorher hatte man sich beeilt zu sagen, das sich durch die neue Gebührenordnung, nichts zum Nachteil des Verbrauchers ändern wird. Jedes Telefonat, erstickt im Container der Reduktion -auf kümmerliche Informations-Fraktale. Weil Angst -um die nächste Rechnung).

Dieses Muster auch angewandt auf den gesamten [Corpus Media°]. Der „Informationswert“ geslasht in kleine Kästen, alle aus dem selben Pool der großen Agenturen, als strategische Meinungsformel, dosiert auf ein marktreligiöses Mindestmaß der Meinungsbildung: genannt [Nachrichten°]. siehe [Prophylaxe°]

Dem Kommunikations-Konsumenten in immer verwandtem Schema und Rythmus – mit Sicht auf Befriedigung -im Komplex künstlich geweckter Informationssucht über die öffentlichen Bedürfnissanstalten, ins vermeintliche Bewußtsein geschickt.. Konstruktiv belebende und glaubwürdige Inhalte bleiben auch hier auf der Strecke: Unfälle und Katastrophen erhöhen die Quote und zeigen dem Fernsehzuschauer, wie gut es ihm doch eigentlich geht -mit seiner Wurst! Also, schön artig weiter so. Stichwort: [Erpresserfernsehen°]

[Journalisten im Testgebiet°]

betrifft: Recherche / Zitat: …“kostet ja auch nur unnötiges Reisegeld und gefährdet die (embedded) Journalisten im verwalteten Kriegsgebiet .

Es stört dazu das „Betriebssystem Gleichschaltung“ und ihre (Rüstungs) Investoren. Zwischendurch wurden/werden gern auch ein paar abgeknallt, wegen penetrierender Auflärung, weil Dokumentation hinter den Nebelkerzen ist auch über die embeddet Journalisten unerwünscht. Im besten keine Bilder und Text, es sei denn direkt aus dem Pressebüro der kriegstreibenden Armeen. Weniger Aufklärung, heißt vermeintlich weniger Probleme mit denen da,- aber immer größer werden die Auffälligkeiten, der blutigen Maskerade im Mainstream, mit (a)sozialen Nützlichkeits Garantien um Rohstoffe im sichsrheitsintersse westlicher Hegemonie, samt internationalen Versicherungswesen neoliberaler Ausbeutungs-Matrix.

Es gilt immerhin einer neuen Aera der anästhesiekritischen Betrachtung, ethischer Prägung, den Weg abzuschneiden.

Über relativierende Politiker und ihrer Bauchredner, sich in der Dehnbarkeit der Medien auf das Betäubtsein der Massen verlassen zu können. Hauptsache „drin sein“. Negativ-Werbung erreicht schleichend auch die [Gunst der Stunde°]. _ über den Spirit des [Investigativer Journalismus°] _ [Operativer Journalismus°] siehe Sergej Tretjakov Walter Benjamin für gute „Vorrichten“ in Nachrichten.

[Götzen und Anarchisten°]

Was macht der wirtschaftspolitische Klerus: …“Die Behauptung von aufrichtiger Haltung, läßt man sich machen -muß man schon lange nicht mehr selber tun“. Oportunes:[Ghostwriting°] ist so ein Produkt. Über die Deuter des jeweiligen Diskourses und seines Zeichensystems, immer auf der Höhe der Nutzbarkeiten. Einschließlich Trentforschung, alles da ! Muss nur bezahlt werden.

Die konsumierende Masse verweigert sich, an kritisch-intellektueller Aufklärung, weil zu kompliziert und anstrengend, wer hat schon Zeit zum lesen: und ist doch noch warm am Ofen des Marktes – Obwohl die kapitale Ohnmacht schon lange vor sich hindümpelt im [EndZeitWirtschaftsWunderLand°] der angelagerten Auflösungserscheinungen. Und die Multis, waren doch in Wahrheit, schon immer ohne eigentliche Verantwortung. Maschinen sind doch profitabler! Die multinationalen Konzerne sind mit ihren Gewinnen und Investitutionen, doch lange vom eigentlichem, -dem Markt abgekoppelt, das ist Anarchie der Dekadenz.

Der Markt ist außerhalb und innerhalb, -intern im verwobenen Kreis, unter den Wirtschaftsgiganten, incl. Rendite, vertöchtert, vermüttert, verpornt und verschwibschwagert ins eigene Verbundsystem eingeschnürt…

Ein hermetischisches Prinzip mit kompatiplen Ablegern – in „Wirtschaft und Verkehr“: Ein Kofferwitz.

Und was macht der Anarchie-Diskurs: Abkoppelung vom Markt, ist kein „anarchistisches Prinzip“, zu mindest insofern, als das den Anarchisten immer unterstellt wurde, -eine Form des Chaos herbeiführen zu wollen; und nichts zu tun haben zu wollen, mit der Gesellschaft im eigentlichen, bzw. sie ins besagte Chaos stürzen zu wollen. Sie selber sind das schlechteste Beispiel einer aufrichtigen etymologischen und historischen Aufarbeitung des Anarchiebegriffs, an denen sie freidenkende immer verraten und gemeuchelt haben. Die Forderung, Wiedereinführung der Todestsrafe (Franz-Josef Strauss) in den 60/70 zigern sollte nach der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg, durch einen bis heute unbestraften Polizisten, die Zahl derer möglicherweise noch erhöhen. Damit hätte die Justiz möglicherweise ganze Gruppen „liquidieren“ können. Strauß als Kanzler man stelle sich das lieber nicht vor!

Kontinuität verwandter Denke: (Siehe den Revolutionär und Anarchisten: Jesus von Nazareth, -über die alten und neuen Philister und ihre Opfer: die alten Philosophen und Alchemisten bishin zu Erich Mühsam und Michail Bakunin.

Vergleicht man den Oligarchie-Begriff kommt man den Strukturen und dem Verhalten der Herren [PolitWirtler°] schon näher.

Die Produktionsbedingungen in der sogenannten „ Dritten Welt“ sind nicht sozial, sondern dienen der Demagogie in den armen Länder. Facit: BürgerKrieg oder der Status Quo zur Ausbeutung. Zinspolitik und Inflationsrate werden durch den IWF in den dritte Weltländern über den Dollar und den Euro auf das niedrigste Niveau gehalten, um den Im und Export sowie die billige Arbeitskraft verfügbar zu haben.

Die multinationalen Konzerne, werden sich den neuen Herausforderungen stellen müssen und sich zu verantworten haben für die Machenschaften in der Vergangenheit.

[Mainstream°]

Nicht nur in der geschlossenen Abteilung, multinationaler Globelplayers- im Schulterschluß des Mediums Medien und ihrem politischen Auftrag, funktioniert dieses Prinzip. Global wurde über den Begriff „Mainstream“ Wirtschaftsgeschichte praktiziert und abgesichert. So hat man mit der erfundenen „Mainstream-Vokabel“ noch ein leichtes populistisches Spiel, gegen die Aufklärer der Neueren Moderne.

Das Spiel mit der [gekleinten und geklonten Seele°] gegenüber – einer relativierten Öffentlichkeit .

[Aktive Archive°]: ein Haupt-Proplem in der ökonomischen Gleichschaltungdidaktik bekommt Risse. (siehe Enron)=

Die Frage nach dem eigentlichen Sinn der Handlung und ihrer Bedeutung für andere.

Erregt Aufsehen. Es tut sich was in der SeifenOper.

[ES°] obliegt einer „poetischen und intellektuellen Wahrnehmung und Ahnung“, und ist im wesentlichen Ableitung und Produkt, im Reflex auf die oberflächlichen und verbogenen Spiegelungen der Dinge. Und das Erbebnis des denkenden und empfindenden Subjekts: ES war immer schon da, als etwas im Vorwege, ruhendes- als SubStrom, unterspült und umspült es Analog das inszenierte Verflachungsszenario: Die Gralshelden von einst… Es regt sich der Widerstand zur Anektierung der Ouote!

Die „intuitive Handhabung“ der Dinge und ihr Übertrag, (im diskursiven Sinne von Beuys), als gestalterisches Prinzip, scheitert immer wieder an der Trägheit der Masse . siehe [KartoffelGelder°] obwohl die Pommes Frites doch eigentlich politisch sind!

(Roland Barthes, Mythen des Alltags)

Gravitationsgesetz

Unter dem gestörten Blick einer kasteiten Ratio, leidet das gesamte Prinzip. Alles ist restrektives Material und [PseudoGramm°] phrasenhafter Ideen. ES von ES, spürt diese – und den alternativen Bestand, nicht mehr nur am Rand, zur freien Handlung und für die „Rache“ am Verlußt & Verrat ihrer aufrichtigen Ideen, nunmehr auch im Zentrum. (siehe Dokumentatitel Ausweitung der Randzone eine neue Weltkarte in der Süddeutschen Zeitung, auch im Internet Süddeutsche Archiv)

Die Werbeleute abstrahieren klauen zum NullTarif aus der „Erhabenheit“, der vorreitenden gestaltenen Zunft, schon immer die sinnstiftenden Pattern, in das blinde [Muster des Marktes°]. und aus der Sprengkraft der Manifestationen; der geistigen Schnittstellen der „revolutionierenden Künste“.

Über das Feld einer scheinbar subversiven Werbung. Adaptiert und Verzerrt sich das eigentliche im RasterReiz der Effekte um [ES°] -im „innovativen Produkt“, in angepaßter Konformität zu ersticken.

Der Revolutionäre Inhalt bleibt auf der Strecke. Das [Gravitationsgesetz°] gilt nicht nur für die Physiker und den Fußball, dass gildet für alles: Was nach oben fällt, hat gefälligst wieder nach unten zu fallen!!!

Alles ist Gegenstand: sagte Picasso! [Arnachisten haben immer das letzte Wort°]

Eine Kunst die sich nur in sich selbst ergeht und nicht imstande ist auf die Gesellschaft abzustrahlen, ist keine Kunst. Sondern Dekoration! Ästhetisches Ornament und Beiwerk, bestenfalls zur Kontemplation des Gehabten und das Ornament ist ein Verbrechen…(siehe Bauhausarchitekten Loose)

Also auch im Sinne von wirken und wirkender Haltung in der Handlung. Im Sinne einer anonymen Ästhetik des Widerstands: alle gestalten mit, durch mehr Entschlußkraft und auch Tun!

Die [Intuition°]

Die unkrollierte Handlung, ist noch nicht gleich eine „kritische Instanz“ der Intuition. Der reine Reflex darauf ebenso nicht. Die Intuition ist eher so etwas wie eine Subinstanz des ursprünglich Erhabenen.

Die da prüft, sozusagen im millimoment, in großer Eile, die Summe aller individueller und „auch ererbter Erfahrung*“, (*die „höhere Intiution“ will aber vorab erzogen sein im Sinne von Schillers „Erziehung des Menschengeschlechts“). . Um zu einer Handlung oder Einstellung zu gelangen, welche Sicherheit -unter Würdigung der Bedingungen, einer jeweiligen Situation (nicht nur Situation: gemeint dann die Gestaltung) -ein angemessen Maß der [Haltung und Handlung°] einfordert oder auch übersetzt. Um den Menschen möglichst unbeschadet in seiner Handlung zu bewahren und zu schützen hilft -und damit auch die anderen, durch eine tief verwurzelte ethisch soziale zutiefst auch herzliche Haltung..

Intuition ist Klimaforschung! Auch im Zusammenhang mit der Prüfung soziologisch gesellschaftlicher Un-Zulänglichkeiten. Ihr Futtermittel, oder besser Stoffwechsel die Kultur, und das Leben selbst. In transpartikuralisierter Form in die Gefühls und Gedankenmuster gebettet und verankert. -Als eine Art Sublabor ohne/mit mathematischer Formel. In gewisser Weise die vorher gelebte sublim zahlenlose Summe, des differenzierten, angereicherten Seins. Mit den Erfahrungen zwischen Eindruck und Ausdruck. Eine Meta-Schwester des unsichtbaren Traums, in Echtzeit, als non/verbale Ordnungs-Schutz-Instanz. Aus der aber auch lesbare Zeichen luken, die sich über eine sensible dichterische Ratio lesen läßt.

Die Intuition ist daher in ihrem Widerstand und Wirkungsgrad, was die Authenzität von Aufrichtigkeit innerhalb der Wahrnehmung betrifft, -als innerer „Signalspender“, -als Meister der inneren Un/Sicherheit, ebenso als ein Gutachter des inneren Blickes, auf die Dinge und Ereignisse, nicht überbietbar-. (siehe Max Frisch: „der Unfall“.)

Die bewußte Ausklammerung von intuitiver Steuerung, ist nicht möglich ohne Inkaufnahme eines gefährdenden Potenzials des Leichtsinns und eines massiven Identitätsverlust der „inneren komponierten“ Wahrnehmung umsetzbar..

Der rein rationale Ersatz, ist eine Form von Behinderung und birgt Gefahr in der Handlungsabfolge, einer fehlorientierten und für sich allein genommenen geistlosen Vernunftkategorie.

Der Kopf ist der Kasten + er ist rund damit sich die Richtung ändern kann – die Intuition in ihm, ist so etwas wie ein Archiv des suberhabenen Unterich.

Eine nonverbale Gedächtnisanstalt, mit einem Sensor der Ahnung. Eine gewisse innere Kassandra Stimme des Gewesenen im Jetzt. Ein Subsein mit Handlungsanweisung für die Gegenwart. Eine hör und fühlbare Instanz emotionaler Erinnerungsfähigkeit, -als ein subkorrektiv erstarrter Vernunft.

Eine „Institution“ ohne Quellenverweis, ein tiefer Brunnen im Sein. Vom Ursprung bis ins individuelle Heute. Mit einem emotionalem und emotionellen OPservatorium, – als eine Art Wetterwarte, für alles gestaltbare Für oder Wider.

Dieses „Meta-Synapsen-Faser-Gewirke“, zwischen dem Groß und Kleinhirn, mit einem weit angelegten Netzwerk, der Spindelungen, Verästelungen und Verlängerungen, im kompletten Prinzip des Organismus. Mit einem Impetus der über das individuelle Selbst hinaus geht. Mit erweiterter spiritueller Fühlungnahme über das Selbst als Begriff, hinausweisend – ist ihr das Ungenannte im „Verständnis vom Wirkungsbegriff“.

Im Hirn sind die Erkenntnisse und Verletzungen als „semiotisch-sensitiv geladenes Material“ und stoffliches Konglomerat – atomisiert und partikularisiert wie in einem akkumalensischen Zirkel°. Im „e(k)lektrisch geladenen Freidock“ mit feuchtem Leitzins, im leitbarkeitssteigerndem Feuchtigkeitsbiotop – des Organischen.. Das Organische Prinzip eine operative Einrichtung, für den ungehinderten Transport von Propolis und Krankheiten überwindender Übersetzungsformen. [Elektromallogisch°] in beweglichen, eigentlich ungehindert kommunizierenden, vernetzten Paar und Mehrheiten strukturiert und angereichert mit Wissen und Wissensschmutz etc.. Als deutbares, und lesbares Zeichensystem – operierender Pole vorstellbar. Als Form, eine verwobene, spirisalisierte Bewegung und magnetisierte Fließordnung, im Plus und Minus-Bereich, der gereimt- und Ungereimtheiten. Über eine Art der Differenzschaltung. In den beweglichen Raum gelöst. Als Schwebeteilchen, schwimmend im Mikro-Kosmos der Elementarteilchen analoger Quantenmechanischer Sprünge im Quanto-Phonen Quadranten Kegel- und Parabelflug. Außergewöhnliche Un/sichtbarkeiten als Sehenswürdikeiten kopisch sichtbar, bis zur jeweils neuen Grenze des unergründlichen Spektrums, dessen was wir Mikrokosmos und Universum nennen. [NonFormel°] ©

Eines Tages -fragmentarische Sichtbarmachung des beweglichen „Denk u. Gefühlsstocks“ auf [Elektromallogischer AbFilmBasis°]. Und „ansprechbar“ als „suggestive Rettungsschiffchen und Inseln“ wider die Ökonomie des Narrenturms; mit manipuliertem Grund-Kern und Signalfeuer im Dauereinsatz; versehendlich auch mit Löschcode.

Über die aktive Sieben:, (die Entscheidung, darf nicht allein den Fortschrittsgläubigen überlassen sein. (die ja gewöhnlich nicht die klügsten sind, bzw. zu einseitig aus/eingerichtet).

Man beachte schon die Kritik bei Goethe. Auf den sie sich die (Leitkultouristen) ja kulturell so gern Berufen. Goethe und Schiller waren Freigeister und keine Fortschrittsprofiteure mit operierender Werteverdummung) Paracelsus: „Dosis sola fecit venenum.“

Herz und Hirn

(Herz u. Hirn ist sich selber, oder das Hirn über das Herz denken, über den/durch den Kegeldiskurs jeweils für das eine oder andere auf oder zu!).

Wer mit dem Knie denkt, meint möglicherweise den sinnlichen Hebel in der Krümmung des Raums. Auch hier konische Gelenke und Synapsen im Raum, in kontemplativer Weise erst, dann als freie Handlungsanweisung- in Wechselbeziehung der Pole und Antipode. ganz unideologisch versteht sich! Okay:.. Das Gefühl zum z.B. im Solar-P., könnte eine fällige Speisung über die Wahrnehmung und ihrer erhabenen Instanz der Intuiton sein.

Alles findet im Kopf-Körper in wechselseitiger Versorgung statt. Auch der Orgasmus, wie man weiß. Der umschließende Körper „denkt“ mit. Hirn und Körper, zusammengenommen sind so etwas wie ein denkender KlimaFinger für den Lebens und Erfahrungstest, sozusagen in Gänze -ein denkender und fühlender _ [alchimistischer Ariadne-Finger°]- mit Lust und Lenk-Faktor. In beidem, bleibend.

Disposé

Matrix, Pattern etc.

Immer wieder werden wir mit dem Problem des plötzlichen [Ausfall des Einfalls°] konfrontiert, nun hatte er endlich den Mut gefasst, möglichst einfach einen Gedanken zu beginnen und da versagte auch schon gleich die äußere -die fremdangelegte unsichtbare Benutzer-Matrix, die der elektronischen -digitalen Wunde!

Der Rechner versagte ihm jeweils nach dem hochfahren auf noch grauflirrender Fläche; die Dienstleistung: das Programm kann nicht ausgeführt werden, wegen fehlender [Hymen. sys°] :…>“Erweiterungsspeicher nicht gefunden“<..!.

Seit längerem fährt er auf einem alten Kasten mit Windows, das sollte jetzt aber erst einmal nicht sein. So wird er darauf zurückgeworfen sein, sich das Hymen. sys zu laden, aber die Eintragung in der config.sys und in der system.ini sind korrekt installiert. Naja selbst schuld , beschämt ihn das „innere Werbe-Wissen“ über die ältere Abmahnung des Betriebssystems indirekt „zu Hause“.

Aspekte des [Unterlassungsordens°] ( 1.) Die Beschäftigung. ª

Der erweiterte 386ziger ist die Generation von Gestern, immerhin nicht Vorgestern.

Mit immer wieder überraschend auftretenden Fehlerquellen, wie ihm das Handbuch verrät: .“Hätten sie das neueste Modell, wäre das so nicht passiert“.

Dann wäre alles glatt gegangen“… Hätte er die neueste Anlage, würde er, nicht er sein! Und wäre jetzt selber Glatt antworte er prompt und trotzig, -in tiefer Übereinkunft mit sich selbst und außerdem: „mit einem Mac wäre ihm das nicht passiert“.!

Diese Anlage, welche mir zur Verfügung steht, -die er da fährt, war einfach billiger -nähmlich umsonst und wurde von bereitwilligen Freunden aufgerüstet und einsatzfähig.

Einsatzfähig im Sinne von Goethe: …“das Wort- ist des Dichters Waffe“…

Den Kasten selber, hatte er einem Container auf dem Unigelände entzogen. Dieser sollte eigentlich entsorgt werden. Also ist es ein Fundstück sozusagen.

Das ist ihm sympathischer, als sich permanent im [westlichen Parnass°], vorher den Arsch aufzureißen um die nötigen Standards, der Beschaffungsbedingungen zu erfüllen. Um sich solche Teile behaupten zu wollen. Sein Leben wäre schon im Vorwege ein anderes. Diese ganzen Haupt- und NebenSchritte und die damit verbundenen Irrtümer des Systems, um im System so zu funktionieren – um es den Herren Herstellern profitapel und bequem zu machen. Um sich die entsprechenden Gigabytes leisten zu können hätte im Grundsatz ein anderer Lebenslauf und eine gänzlich andere Einstellung sein Prinzip gestört.

Diese Prinzip hieß in aller Konsequenz Improvisation, -immer aus dem einen wie dem anderem Nullbereich heraus, zu etwas anderem -mehr, als oder weniger als Null. So war das eigentlich schon immer. Bis auf ein paar manchmal notwendige Exkursionen in etwas mehr Geld durch Aktivitäten, die mit Gegenständen zu tun hatten. Die in einen gewissen Wert für die Verwertungsgesellschaft in Beziehung standen.

Analog Übersetzung des Staus quo im anderen Wertcodex, kurz: seine Rettung war die Zeichnung und die Fotografie und deren Materialbausteine als Fetische: Antwort und Fragestellung auf die vielen überkommmenden Sendungen, der Moderne . Zur Transformation bestimmt, in das Eigentliche des Zwiebelwunders.Vom GrundGlas zur plastilinen [Erfindung von Einflußnahme°] durch Schwarz und auch der Farbe

Über das Eisen vom Essen; des Silber vom Spiegel; vom Blattgold zur Blattmorchel; vom BilligBlei dem holden Kolbendämpfer, dem Schmierstoff, -auf die Ölspur (!), vom Papier zur Pappe, von der Pappel zum Jean J. Rousseau ¬ (Seine Gebeine liegen unter einer Pappel gebettet) dies war ein Sprung des Springers dann endlich zu befreiteren Formen, der intensiven geistigen Lust der Geist- Laib-Deutung. Erst als die [Beschäftigung°] , dann als großes Interesse und Leidenschaft lesbar wurde. Auch in Bereichen, die ihm vertraut erschienen, heute aber immer wieder neu erscheinen.. Dorthin zu kommen war/ist ein immer währendes Motiv und Triebfeder, der Beschäftigung schlechthin. Ein survivel der anderen Art; der inneren Überwindung zur Öffnung und Bereitschaft neues und anderes zu erfahren von anderen die da weiter waren – im Vor und Zurück! Hier entwickelte sich sein Haben und Halten und lassen wollen können.

Noch nicht fertig – nie fertig.

Experimente, im reflektierterem sein, im bespiegeln der Andersartigkeiten. Und die damit verbundene Erfahrung auch von Klügeren als von den Einfältigen des Mittelmaßes allein, Anerkennung für einen Gedankengang oder eine Idee zwischen zu lesen.

Aber nicht so schnell und oberflächlich, diese Frage des Öffnens, dieses Lebenskatipels muß behutsam ernähert, beschäftigt werden. Der Materialkundige versteht zwar hier die Reihenfolge, und das sagt etwas über die dialektische Lebenseinstellung sowie dessen chronologische Abfolge. Aber noch nichts über das alchemistische Surrogat im tieferen Sinn der erotischen geSchichtung von Wahrnehmung, gelebter Mega-Poli und Kinderzeit-Kleinstadt Idylle.

Dieser innere Blick zurück in das verschollene Moment der Stanzungen, und Reihungen sind nur Stanzungen in ihrer Komprimiertheit. Die Brüche entziehen sich noch der Deutung und Bedeutung.

…“The first Cut is the deepest“…

noch gemeint auf die Liebesbeziehung-waren schon Ausdruck von gelebter Melancholie wie bei „Susan“ in Verlustreicher folgenreicher Neugewinnung u.s.w. So um die Zwanzig, halfen uns diese Stücke so etwas wie Trauer und Melancholia zu kompensieren und aufzupüren, im scheinbar Fremden und dem eigenen Leben. Über den Verlust dem eigenen Selbst in der Kälte der Umgebung etwas wärme einzuhauchen. Seine Eltern hatten noch einen anderen Auftrag -nähmlich dem sich nicht zu stellen, sondern das vergangene zu überleben. Ihrem Eingebundensein im fremdgesteuertem Wirtschaftswunder, nach Verlust- und Entbehrungsreichen Krieg, dem Leben noch einen Rest Leben abzutrotzen. Erst im Dritten Reich verraten und verführt für das große Ziel an die imperiale Weltherrschaft. „Jedem seine Villa im deutsch-Ostafrika; und jedem Doitschen seinen Neger-Sklaven!“. Dann in der 50ziger Jahre Schwachsinns und Verblödungsindustrie bis heute, gefangen…

Von PERSIL bis OMO und er haste was, biste was Nachahmer. Immer noch hingen sie einem Ufa – Plot oder sing sang an den Lippen, als freiverfügbares Produkt der Hollywood Unterhaltungsadapten. Siehe [Stechpalmentherapie°]

Greta Garbos maskenhafte Züge schminkten ihre eigene Divergence bis zur Abdeckung des eigenen Selbst, – bis zur Erfindung der Tiefkühltruhe. Der erstarrte Narzismus als Ideal-Ersatz des überlebenden Flakhelfers und seiner naiv-fanatischen Betrugsphantasien und einhergehende Erkenntnis UFA Träume nicht wirklich leben zu dürfen.

Reisen weiterhin über den onomatischen Führer von braun bis blau – aber auch das Blau war getürkt im sinne von Falsch, im sprachlich Deutschen. Den Türken kannte man gar nicht, aber alles war getürkt. Im Sprachschatz der Deutschen haben immer die andern Schuld- am eigenen Elend,. Erst die Juden und die Neger, dann die Türken. Immer im Zweifel -das Fremde! Das gibt uns die Freiheit nicht denken zu müssen. Siehe Leit und Leihkultour

Analog zu Atatürk im sprachlich eingedeutschten Deutschen, erfand man ATA dieses berühmte Scheuermittel. Sauber bis aufs Bein. Bis auf den Knochen. Ata war berühmter als Böll’s : „Der Zug war pünktlich“…

Da berufen wir uns dann im Zweifel auf die Dichter, die man im Zweifel eigentlich auch schon mal zweimal verbrandt hatte. Aus Sicherheitsgründen um nicht lesen und denken zu müssen. Goethe und Schiller waren schon weit weg ein Glück für sie -zu weit weg! Nur deshalb haben sie überlebt. [Bitte/Danke°]

Denn ihre Subversität in der Aufklärung, hat unter anderem auch schon in ihrer Zeit für Observationen gesorgt, wie man seit Heinrich Heine und Honoré de Balzac und und [ °] weiß.

Mit freundlicher Empfehlung !

Ihre TeaBankGroup

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Fotos: Jörg Stange  | Installation Leo Stern, Rede (hier nicht eingestellt) : Gunnar F. Gerlach  „Das Volk“ Stilwerk 2009

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Morsemanko: Die Option der Oper°
https://medienwatch.wordpress.com/morsemanko-die-option-der-oper%C2%B0/

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Mai 5, 2009 at 10:28

KunstHasserStammTisch* der noroomgallery präsentiert Arche & Archive ein Klimaabend mit Mojib Latif und Gunnar Gerlach

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archeundarchive

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KunstHasserStammTisch* der noroomgallery präsentiert:

Arche & Archive

ein Klimaabend mit Mojib Latif und Gunnar Gerlach

Donnerstag, 16. April 2009 um 19.00 Uhr

Im Altonaer Museum

Incl. einer Führung durch die Archive des Altonaer Museums mit dessen Direktor Torkhild Hinrichsen ein zweiter Einlass ist um 19.45 Uhr möglich

… Klimaszenarien werden mittlerweile viele ausgemalt. Bei manchen Prognosen würde zum Beispiel von der Elbphilharmonie im nächsten Jahrhundert nur noch die Spitzen aus dem Wasser ragen … Welchen Bildern wir hier vertrauen können und sollten, erläutert der Klimaforscher Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften und der Kunsttheoretiker Gunnar Gerllach: „Kunstwissenschaft ist Klimaforschung, denn nur wer das Klima erforscht, kann Aussagen über Kunst und Kultur machen.“

Es stellen sich generelle Fragen nach Determinanten der Natur- und Kulturproduktion genauso, wie die Frage von Krisen und ihren spezifischen Bewältigungsstrategien. Beim Klimaabend werden der Klimaforscher Mojib Latif und der Kunsttheoretiker Gunnar Gerlach Kunst und Klimaforschung eng führen, um sich so der Herausforderung einer Krise gemeinsam zu nähern, denn die Krisen der Gegenwart – selbst die in der Kunst – sind auch das Ergebnis von „gestörten Atmosphären“.

Mojib Latif
Meteorologe und seit 1985 Klimaforscher am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Studierte zunächst Betriebswirtschaft und anschließend Meteorologie an der Universität Hamburg. Promovierte und habilitierte (1989) im Fach Ozeanographie. Seine Doktorarbeit schrieb er über das weltumspannende Wetterphänomen El Nino. Nach mehreren Aufenthalten an Instituten im Ausland erfolgten die Promotion und zusätzlich noch die Habilitiation im Fach Ozeanographie. Er ist Professor am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel. Daneben war er auch Herausgeber der wissenschaftlichen Fachzeitschriften „Monthly Weather Review“ und „Journal of Climate“ (1999-2003) sowie Mitarbeiter mehrerer internationaler Komitees und Organisationen, z. B. als Mitglied der CLIVAR Working Group on Global Coupled Modelling.

Gunnar Gerlach
Prof. u. Doz. für Kunstwissenschaft und philosoph. Ästhetik; Gastprofessur(en) u.a. an der China Academy of Fine Arts. Zahlreiche Publikationen und Vorträge im In- und Ausland; freier Kurator u.a. für Museen und Kunstvereine. Forschungsschwerpunkte: Kunst, Kulturphilosophie und Politik vom 19. Jh. bis zur Gegenwart (u.a.: E. Delacroix, J. Beuys, KP Brehmer, Bogomir Ecker). Zum Thema ‚Kunstwissenschaft und Klimaforschung‘ hat er seit Mitte der 80er Jahre im Hinblick auf eine politische Kunstpraxis Forschungsthesen publiziert (u.a. in: taz, Kunstforum, Hamburger Rundschau u. Katalogbeiträgen), die die Atmosphäre des ’natürlichen und kulturellen‘ Umfeldes als Basis von Forschung und Gestaltung sehen.

*der KunstHasserStammTisch der noroomgallery ist eine Plattform für performative Kunstkritik

http://www.noroomgallery.com/

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Mit freundlicher Unterstuetzung der Behoerde fuer Kultur, Sport und Medien der Hansestadt Hamburg

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KP Brehmer: Skyline (Variable Version) 1970/71 | Tafelkreide auf Kunststoff 115 x 200 cm Museum Fridericianum Kassel 1997

Höhere Auflösung: Bild klicken! oder hier => [::]
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April 14, 2009 at 11:37

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