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Archive for Dezember 2014

Kultur Claqueur(e): »Kulturpolitik ist heute eine Pervertierung«

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George Maciunas 1931-1978 „Piano Piece #13 Name June Paik“ (1968) Clip:  jst/gfok

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Metamemo: Gunnar F. Gerlach, 12.8.1997, Taz

Humor im Kampf der Einfalt
René  Block stellte seltene Fluxus-Dokumente in der HfbK vor.
Den Geist von Fluxus hatte George Brecht mit Kampf gegen Einfalt, spontaner Entwicklung von selbstverständlichem Humor, Weisheit und Gerechtigkeit umschrieben. Naivität als Provokation.
Der Ausstellungsmacher Block, der Dienstag und Mittwoch in der Hochschule für bildende Künste aus dem Nähkästchen der Bewegung plauderte, beschrieb die Bedeutung von Fluxus wie folgt: „Die Vernetzung von Orten und Gedanken erscheint mir das wesentlichste dieser letzten internationalen Kunst-Bewegung der Moderne; und die Postmoderne ist ein Ergebnis ihres erarbeiteten Null-Punktes.“

René Block eröffnete in seinen beiden Vorträgen die Möglichkeit, sich sehend und hörend der wichtigsten und unterbewertetsten Kunstrichtung der letzten 35 Jahre in seltenen Film-Dokumenten hinzugeben. Und Block, Jahrgang 1942, weiß, was es mit Happening, Fluxus und Kapitalistischem Realismus auf sich hat. 1964 eröffnete er eine kleine Galerie in Berlin, die heute Kunstgeschichte ist. Die erste Vernissage trug den Titel „Neodada, Pop, De’collage, Kapitalistischer Realismus“ und stellte Brehmer, Hödicke, Lueg, Polke, Richter, Vostell und andere aus.

Durch Wolf Vostell entstand der Kontakt zur internationalen Fluxus-Bewegung. Bereits Ende des selben Jahres folgte Joseph Beuys, für den ein guter Ausstellungsmacher auch ein guter Künstler sein müßte. Da hatten sich zwei gefunden, die die Geister rufen konnten: Alison Knowles, Dick Higgins, Nam June Paik – die ganze legendäre Avantgarde-Riege folgte.

Was am Anfang künstlerischer Mut und finanzielles Risiko war, ist heute Weltmeister-Kunst. Aber Fluxus selber war nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine sich von Konkurrenz-Zwängen befreiende, soziale Richtung von Freigeistern. „Fluxus war etwas für Künstler, nie für bürgerliche Kunsthistoriker und Direktoren.“ Ihr Ahnherr, der Designer George Maciunas, wird für seine Ideen und Konzepte bis heute viel zu wenig gewürdigt.

Fluxus bestand aus einem neuen Begriff von Zeit: Zeit = Musik, und entwickelte sich aus diesem Bewußtsein. George Brecht erklärte Satie zu seinem Urgroßvater, Duchamp zu seinem Großvater und John Cage zu seinem Vater.
René  Block vermittelte dies aus von ihm wiederentdeckten Archiv-Aufnahmen des SFBs mit Charme. 30 bis 50 lernwillige Studenten folgten, diskutierten leider zu wenig: diese Geschichte(n) sollten angehende Künstler aus eigenem (über-)Lebensinteresse parat haben. Im Januar wird Block wiederkommen und mehr zeigen. Selbstverständlich: Pretty Welcome, René  Block.

Gunnar F. Gerlach

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Maciunas

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Seite in Bearbeitung.

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Kultur Claqueur(e)

»Kulturpolitik ist heute eine Pervertierung«

Interview mit Wolf Lotter

Kulturmanagement Network führte ein Interview mit Wolf Lotter, Journalist und Autor. Lotter, Jg. 1962, lebt in Hamburg und Berlin. Nach einer kaufmännischen Lehre (Buchhändler) in Wien studierte Lotter auf dem zweiten Bildungsweg Kulturelles Management an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien (1983 bis 1986), danach Geschichte und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien (1986 bis 2000). Bereits seit 1979 veröffentlicht er regelmäßig in Fachzeitschriften und Magazinen. Im Herbst 1999 gehörte er zu den Mitbegründern des Wirtschaftsmagazins brand eins. Mehr:
http://kulturmanagement.net/beitraege/prm/39/v__d/ni__93/cs__11/index.html

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Assoziiert: Kreuzmusik vs. Kreativwirtschaft: Penultimate Press is proud to present in association with Kye the fully authorized reissue of Henning Christiansen’s ‚Kreuzmusik FLUXID BEHANDLUNG OP 189‘. Kreuzmusik was commissioned by the Bonner Kunstverein Gallery, Kunstfond, Germany in August 1989, for inclusion in their ‚Taking Fluxus Around for a Drive‘ happening, (also featuring performances by Dieter Daniels, George Maciunas, Allan Kaprow, Al Hansen, Joe Jones and others) +++ called my friend Ernst Ludwig Kretzer from Hamburg and arranged with him that he would operate a time delay on my tapes and voice so that I could ritualise freely. +++

Mehr: http://roskofrenija.blogspot.de/2013/12/henning-christiansen-symphony-natura-op.html
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Written by medienwatch & metainfo

Dezember 6, 2014 at 10:52

Veröffentlicht in Allgemein

Leif trifft Lobbyisten – die stille Macht im Land

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Leif trifft:Georg Wilhelm Adamowitsch (li.) ist der führende Lobbyist der deutschen Rüstungsindustrie und gibt SWR-Reporter Thomas Leif einen Einblick in seinen verschwiegenen Job. Bild: SWR

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.Leif trifft Lobbyisten – die stille Macht im Land

Der direkte Wechsel von Spitzenpolitikern in den Lobbyismus hat in den vergangenen Monaten immer wieder Schlagzeilen gemacht: Ex-Entwicklungsminister Dirk Niebel heuerte beim Rüstungskonzern Rheinmetall an; dem früheren Gesundheitsminister Daniel Bahr steht eine große Karriere im Allianzkonzern bevor. Der ehemalige Staatsminister Eckart von Klaeden ging vom Kanzleramt zur Daimler AG, sein Kollege Ronald Pofalla wechselt demnächst zur Deutschen Bahn AG. Sie – und viele prominente Vorgänger wie Gerhard Schröder oder Joschka Fischer – setzen nun ihr Kontaktnetz und ihr in der Politik erworbenes Know-how ein für die Interessen ihrer Auftraggeber. In Berlin sind 2180 Lobby-Verbände beim Deutschen Bundestag registriert, geschätzte 5.000 Lobbyisten gehen hier ihrem verschwiegenen Job nach. „Lobbyismus ist prinzipiell nicht öffentlichkeitsfähig“, sagt ein Spitzenlobbyist. Trotzdem gelingen SWR-Chefreporter Thomas Leif in seiner Dokumentation „Leif trifft: Lobbyisten“ überraschend tiefe Einblicke in eine abgeschottete Branche, die zeigen, wie und warum Lobbyismus in Berlin funktioniert. Zudem wird belegt, dass Politiker die Nähe zu Lobbyisten selbst suchen und sich von einer Partnerschaft mit Wirtschaftsvertretern Vorteile versprechen. Erstmals wird in der SWR-Dokumentation die von der Öffentlichkeit abgeschottete Arbeit der beiden großen Lobbyisten-Vereinigungen „Collegium“ und „Adler-Kreis“ dokumentiert. Die hier versammelten Vertreter der DAX-Konzerne treffen sich regelmäßig zu internen Beratungen mit Ministern, Ministerpräsidenten und Fraktionsvorsitzenden. Dem SWR-Autoren Leif gelang es auch, für seinen Film hochkarätige Lobbyisten vor die Kamera zu bekommen: Hildegard Müller (CDU), früher Ministerin im Kanzleramt und enge Vertraute von Angela Merkel, arbeitet heute als Spitzen-Lobbyistin in der Energiebranche. Als Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mischt sie an entscheidender Stelle bei der Gestaltung der Energiewende mit, um politische Entscheidungen im Sinne ihrer Branche zu beeinflussen. Einblicke in die Welt der Strippenzieher der Rüstungsindustrie gibt auch deren Top-Lobbyist, Georg-Wilhelm Adamowitsch (SPD). Der frühere Chef der Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen und Staatssekretär im Wirtschaftsministerium dient heute dem mächtigen Lobby-Verband der Rüstungsindustrie (BDSV) als Hauptgeschäftsführer. In der SWR-Dokumentation berichten auch zahlreiche Spitzen-Politiker umgekehrt von ihren Erfahrungen mit Einflüsterern des Lobbyismus, darunter der Chef des Kanzleramtes, Peter Altmaier. Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert verweist im SWR-Film darauf, dass der Einfluss der Lobbyisten auf die Bundesregierung wesentlich stärker sei, als der Druck auf den Bundestag. Und der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, stellt fest: „Der Lobbyismus ist viel professioneller geworden. Die Lobbyisten gehen auch kleinteiliger vor, hoch spezialisiert. Sie vertreten mehr oder weniger legitime Interessen. Wir sind für das Allgemeinwohl zuständig. Da müssen wir die Lobbyisten natürlich auf Distanz halten.“ Aber ist es mit guter Absicht allein getan? Der Politikwissenschaftler und frühere Geschäftsführer der Bertelsmann-Stiftung Josef Janning bilanziert aus langjähriger, intimer Beobachtung des Berliner Politikbetriebs, dass schärfere Transparenz-Regeln für Lobbyisten durchaus Wirkung entfalten könnten. „Solange die Lobbyisten niemand zwingt, das Geschäft anders zu betreiben, werden sie es nicht tun, denn sie leben ja davon. In dem Moment, wo es sehr viel stärkere Transparenzvorschriften und Regeln gäbe, dann wäre der Handlungsspielraum der Lobbyisten deutlich geringer.“ Text: SWR – Login: Presseportal.

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Written by medienwatch & metainfo

Dezember 3, 2014 at 08:34

Veröffentlicht in Allgemein