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Kunstaktion am Brandenburger Tor: gewerbliches Stempeln verboten!

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»Kommunikativer Checkpoint« Provinzposse in der Hauptstadt: Kunstaktion im Keim erstickt. Im Vordergrund, protestieren IranerInnen, gegen die Verfolgung kritischer Geister der Demokratiebewegung im Iran. Im Hintergrund wird eine „commerzielle Kunstaktion“ von Polizeibeamten, vor den Augen verwunderter Berlintouristen, untersagt und abgebrochen. Fotos: Jörg Stange

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Kunstaktion im Keim erstickt

Berlin. Ein, den Behörden bekannter Ökonomiestudent performt in amerikanischer Uniform vor dem Brandenburger Tor. Kurze Zeit später muss er seine Aktion beenden, weil diese nicht als Kunstaktion angemeldet wurde. Er vergibt die Passport-Stamps auf Karten, gegen eine art Spende, um sein Studium zu finanzieren. Dies ist, nach Auskunft der Polizisten illegal, an diesem historischen Ort, „könnte ja sonst JEDER machen“, so das Verbotsmotiv. „Wer verallgemeinert ist ein Idiot.“ sagte schon William Blake. „Gewerbliche Stände“ sind auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor explizit untersagt. Kunst sei da nicht ausgenommen. So die Annahme der Polizisten. Ein erneutes Ermittlungsverfahren würde eingeleitet – der Student sei ein „Wiederholungstäter“.

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„Bei soviel Maskerade, vor Ort, muss die Frage erlaubt sein: „sind die Polizisten echt oder verkleidete Vopos? Sinds westliche Uniformen im performativen Rollentausch – ist das ganze ein realfake? Eine semiologisch potente Mütze riecht schon den kritischen Fotografen, auf grosse räumliche Distanz, und äugt auffällig misstrauisch – gut gespielt – oder bornierter Ernst? Absurdes Stehgreiftheater – gesponsert über Endartmittel aus der Kulturstaatskasse? Diese Frage konnte abschließend nicht geklärt werden“.

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Der Student bricht die Performance ab, weil er sonst festgenommen wurden wäre. Seine Personalien wurden festgehalten.

Die Beamten waren deutlich verunsichert, weil ein beherzter Passant, argumentativ, überzeugend intervenierte. Da die Aktionsform Reminiszenzen weckte, und sich interessierter Nachfrage und damit weitergehender Kommunikation erfreute, so eine seiner Begründungen, der Abbruch seitens der Polizei willkürlich, intollerant und als kunstfeindlich wahrgenommen würde. In der Akademie der Künste, lief parallel eine retrospektive Sigmar Polke Ausstellung . Ein Kunststempel Polkes, befand sich geschützt in einer Vitrine der Akademie. Auf die Frage, ob denn diese bedeutende Ausstellung, den Beamten bekannt wäre?, kam ein nüchterndes Nein! Die Beamten waren noch nie in der „Akademie der Künste“ am Pariser Platz, gleich vis-a-vis… warum, wofür für WAS auch? Das Weltbild der „rechtmässig uniformierten Kollegen“, könnte möglicherweise, eine gewisse ästhetisch-reflexive Irritation erfahren und ihren Maßnahmenkatalog, insbesondere „für solche Fälle“ – und überhaupt? „kreativ heilsam“, durcheinander wirbeln… „Ready-Made-Stempel“ lebensnah im Einsatz! – wo kommen wir denn dahin!“ – wurde ironisch seitens des erwähnten Passanten noch nachgeschoben… Der Student, bedankte sich, für die solidarisch erbauliche Unterstützung.

Die Verfilmung von Carl Zuckmayer, der „Hauptmann von Köpenick“, als transformiertes Rollen und Possenspiel, des preußischen Ober- und Untertanengeistes, ist nur als Unterhaltungsfilm eine profitable Groteske. Im wirklichen Leben, wird „die Freiheit der Kunst“ perfide ausgebremst, behördenjuristisch ausgehebelt und über Bußgeldverfahren drangsaliert und sanktioniert, wie hier zum Leidwesen des Betroffenen wiederholt zu erfahren ist.,..

Die Staats-Kasse zu plündern, bleibt Finanzjongleuren und willfährigen Politikern vorbehalten, das ganz ohne Uniform, hier reichen gepflegte Anzüge, weiße Hemden und Krawatten. Das sind die aktuellen Filme der Gegenwart – aus Hollywood etc… Das findet aber mittlerweile niemand mehr lustig oder auch nur tragisch komisch!

„Verhaften sie die üblichen Verdächtigen“, erscheint hier als kleinkarierte Parole und Gebrauchsanweisung zum Possenspiel, als scheinbar unreflektiert, stotternd tragendes Schmieren-Staatstheater, vor dem erschreckenden Hintergrund desaströser „finanzpolitischer Apokalyptik“ und einhergehender neoliberaler Kriegstreiberei. Verdoppelte Rüstungsgewinne in der falschen Ressourcenfrage kennt keine Krise, geschweige staatliche Verfolgung. Die behauptete „Stabilisierung“ vertieft Hass und Gewalt und den zunehmenden Import terroristischer Reaktionen. Massentod wird als Realität „billigend in Kauf“ genommenen, sowie der ethisch-moralische Hirntod, ihrer fundamentalistischen Treiber auf beiden Seiten – findet seinen gesteigerten Ausdruck, im dosiert gesteuertem „Clash des Ganzen“?.. Das „Ganze“ wird als notwendige „Stabilisierung“ medial weitergereicht: „Geld weg, Kultur weg, Gier bleibt = 3. Weltkrieg?: Alles weg! Gegner dieses „Modells“ werden als „Gutmenschen“ und naive Kriegsgegner denunziert und belächelt – sind latent Schuld, wegen subversiver Entschleunigung, dieser bigotten desaströsen Schrittfolge… Realismus geht anders! Aufgeklärter Realismus heißt der aufrichtige „Dialog der Kulturen“. Die politische Form, entzieht in ihrer Konsequenz, den Fanatikern die Basis und isoliert (faschistoide) Fundamentalisten in ihren Absichten.  jst/gfok

Seite im Aufbau.

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Der Hauptmann von Köpenick
http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/theater/einzelansicht/article/der_hauptmann_von_koepenick.html

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Verfilmung : Köpenick ist überall
Der Hauptmann von Köpenick in Nairobi: Eine Berliner Produktionsfirma hat eine afrikanische Version der legendären Hauptmann-Posse gedreht. 04.10.2011
http://www.tagesspiegel.de/berlin/koepenick-ist-ueberall/4682122.html

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Written by medienwatch & metainfo

Oktober 3, 2011 um 21:10

Veröffentlicht in Allgemein

Eine Antwort

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  1. Hallo, toller Beitrag, schon eine Krasse Aktion die er da gemacht hat. Viele Grüße, Peter

    Peter

    März 23, 2012 at 08:49


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