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BLAUzimmer Buchvorstellung: Valeska Gert von Wolfgang Müller

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Portrait: Wolfgang Müller von Malte Ludwigs

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Einladung zur Buchvorstellung | Wolfgang Müller: Valeska Gert | 27. April 2011 | 20h

Valeska Gert (1892-1978) ist für Wolfgang Müller ein Vorläufer der Berliner ‚Genialen Dilletanten‘, die Post-Punkbewegung, die sich in den frühen 1980er in West-Berlin zwischen Bildender Kunst und Musik entwickelte.

Aus dem Modernen Tanz und dem Theater kommend, performt Valeska Gert in den 1920er Jahren im Kino während der Pause beim Filmrollenwechsel eine ‚Pause‘ – Innehalten, Unterbrechen, Bewegungslosigkeit. Valeska Gerts ‚Pause‘ ist eine ebenso radikale, fundamentale Setzung für die performativen Künste, für Aktionskunst, Happening, Performance wie John Cage Komposition 4’33’’ für die Geschichte der Musik.

Valeska Gert tanzt Autounfälle, das Medium Film und Cut up, Nervosität der Großstadt, eine feine Dame und eine Prostituierte. Valeska Gert performt den Orgasmus, das Boxen, das Sterben und das Baby. Ihre Kneipenkunstkonzepte realisiert sie lange Zeit, bevor die entsprechenden Schubladen des kommerziellen Kunstbetriebs dafür gezimmert werden. Sie nimmt mit ihren Geräusch-Liedern Elemente der Neuen Improvisationsmusik vorweg und lotet die Grenzen verschiedenster Genres und Medien aus, bevor das Wort ‚interdisziplinär‘ in Gebrauch ist.

Wolfgang Müller beschreibt in seinen essayistischen Umwegen die Kunst von Valeska Gert, die sich im Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz entfaltet und neue Räume öffnet. So entfaltet sich ihre Ästhetik der Präsenzen. In der Nach-Postmodernen wird sie sichtbar, spürbar und wirksam.

Wolfgang Müller, geb. 1957 in Wolfsburg. Lebt seit 1979 in West-Berlin, wo er 1980 ‚Die Tödliche Doris‘ gründet. Mit seinem Projekt tritt er von 1980 bis 1987 in West- und Osteuropa, Japan und den USA auf.  (Die Stationen ihrer Auftritte reichen vom Museum of Modern Art, New York über die Wiener Festwochen bis hin zur Halla Gwardii in Warschau 1985.) Die Tödliche Doris ist 1987 Teilnehmer der documenta 8 in Kassel. Mit ‚Geniale Dilletanten‘ (Merve) veröffentlicht Wolfgang Müller 1981 das Manifest der künstlerisch-musikalischen West-Berliner Subkultur. Seit den 90er Jahren ist die Insel Island das zentrale Motiv und Material der Kunst von Wolfgang Müller. Er öffnet 1998 in Reykjavík das kurz zuvor geschlossene staatliche Goethe-Institut Reykjavík als ‚privates Goethe-Institut‘. Auf diese Weise untersucht Müller die Grenzziehungen zwischen Kunst und Leben. Mit Erfolg – 2001 droht die Institution mit Klage wegen Verwechslungsgefahr und Copyrightgründen. Wolfgang Müller nennt sein Projekt daraufhin in ‚Walther von Goethe Foundation‘ um.

Als Professor der HfBK Hamburg unterrichtet er 2001 Elfen-, Zwergen- und Geschlechterkunde. Den Karl-Sczuka-Preis erhält der Autor, Musiker und Künstler für sein Audio-Werk ‚Séance Vocibus Avium‘ 2009 auf den Donaueschinger Musiktagen.

Mit freundlicher Unterstützung von Dörrie * Priess Hamburg

http://www.wolfgangmueller.net | http://www.doerrie-priess.de

Tanzfoto von Valeska Gert aus den 1920er Jahren, Sammlung Wolfgang Müller

Admiralitätstraße 71, Hinterhof 1.Stock, 20459 Hamburg

http://www.blau-zimmerfuerkunst.de

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BLAU – zimmer für kunst und andere – wird gefördert von der Hamburger Behörde für Kultur und Medien.

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Written by medienwatch & metainfo

April 19, 2011 um 20:39

Veröffentlicht in Allgemein

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