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Archive for März 2011

Radioaktive Grenzwerte erhöht: Stand: 7-04-11

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Deutschland im nuklearen Notstand

Von den Medien verschwiegen hat die Bundesregierung nun den nuklearen Notstand festgestellt. Damit wurden die Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Lebensmitteln auf das bis zu 20-fache erhöht. Hierdurch soll offenbar unter anderem der Verkauf und Import nuklear belasteter Lebensmittel ermöglicht werden. Die großen Medien verhielten sich zu diesem Vorgang fast durchweg schweigsam. Damit wiederholen sich die Vorgänge nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, als in konzertierter Aktion Regierung, Medien und Behörden der Öffentlichkeit wahrheitsgemäße Informationen vorenthielten.

Nur von Greenpeace und Foodwatch wurde über die Erklärung des nuklearen Notstands durch die Bundesregierung berichtet.
Mit dem aktuellen Schritt stellt Verbraucherministerin Aigner nun zum wiederholten Mal klar, dass ihr Anliegen und das des von ihr geführten Ministeriums nicht im Schutz der Verbraucher besteht. Stattdessen geht es um die Förderung der Interessen großer Konzerne der Lebensmittel- und Agrarbranche, deren Belange hier promotet werden.

Dies war bereits anlässlich des Dioxinskandals zum Jahresanfang deutlich geworden. Bisher ist festzustellen, dass das Zusammenspiel mit den großen Medien und damit die Täuschung der betroffenen Verbraucher weitgehend gelingt. Was sie dabei auszeichnet ist insbesondere die geräuschlose Unauffälligkeit, in der von ihr die erwünschten Maßnahmen lanciert werden. Diese Geräuschlosigkeit von Vorgängen, die ansonsten in der Öffentlichkeit geeignet sind, Empörung hervorzurufen, kann als Markenzeichen der Merkelschen Kanzlerschaft betrachtet werden,
Vor diesem Hintergrund kann Ilse Aigner zu den Bundesministern gerechnet werden, die erfolgreich agieren und die deshalb dem Kabinett Angela Merkals vermutlich noch längere Zeit angehören werden. gw, metainfo – 29.03.11 23.56

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Grenzwerte für radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus Japan erhöht – Bundesregierung informiert Öffentlichkeit nicht

http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=55&tx_ttnews[tt_news]=105204&tx_ttnews[backPid]=54&cHash=14eef1c970

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EU: höhere Grenzwerte als nach Tschernobyl

http://foodwatch.de/kampagnen__themen/radioaktivitaet/lebensmittel_importe/index_ger.html

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Europäische Häfen rüsten sich gegen verstrahlte Schiffe

http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE72T00920110330

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EU gestattet Einfuhr radioaktiv belasteter Lebensmittel aus Japan

Grenzwerte für nuklearen Unfall in Kraft gesetzt

http://umweltinstitut.org/radioaktivitat/allgemeines/grenzwerte-nahrungsmittel-864.html

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Bundesregierung informiert Öffentlichkeit nicht

Berlin/München, 29. März – Die Verbraucherorganisation foodwatch und das Umweltinstitut München e.V. haben die Informationspolitik der Bundesregierung über die Lebensmittelsicherheit nach der Reaktorkatastrophe in Japan kritisiert. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner verweist seit Tagen auf „verstärkte Kontrollmaßnahmen“ und „spezielle Schutzstandards“ – sie informiert die Öffentlichkeit jedoch nicht darüber, dass die EU-weit geltenden Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus den betroffenen Regionen Japans am vergangenen Wochenende deutlich erhöht wurden:

http://umweltinstitut.org/pressemitteilungen/2011/2011_03_29_2-865.html

http://umweltinstitut.org/fragen–antworten/allgemeines/fragen-zum-gau-in-japan-850.html


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www.meta-info.de?site=metainfo&lid=33699

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Foto: medienwatch (gfok)

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EU oeffnet die Tuer fuer radioaktiv verstrahlte Lebensmittel

Anlaesslich der Nuklearkatastrophe in Japan hat nun die EU-Kommission die Gelegenheit genutzt und in einer Eilverordnung den nuklearen Notstand erklaert. Auf diesem Weg wird nun der Import radioaktiv belasteter Lebensmittel in die EU ermoeglicht. Unter anderem wurde der Grenzwert fuer die Belastung von Milchprodukten nahezu verdreifacht von bisher 370 auf 1000 Bequerel / Liter  Fuer bestimmte Produkte wurde sogar ein Grenzwert von 12.500 Bequerel / Kilogramm zugelassen – das 20-fache des bisherigen Limits.

Die Eilverordnung wurde stillschweigend beschlossen und in Kraft gesetzt. Nur durch die Mitteilung durch Greenpeace wurde darauf aufmerksam gemacht.

Vom Ministerium fuer Verbraucherschutz unter Ilse Aigner wurde daraufhin erklaert, diese Grenzwerte seien bereits vor 25 Jahren, nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl, beschlossen worden. Nach den damals festgelegten Bestimmungen gelten diese jedoch nur fuer den „nuklearen Notfall“.

Dieser nukleare Notfall wurde entsprechend durch die Eilverordnung in Kraft gesetzt.

Von seiten der Bundesregierung gab es bisher keine Erklaerung, warum der nukleare Notfall nun eingetreten sei.

Medienberichte in diesem Zusammenhang folgen meist der desinformativen Praxis der Behoerden. Der SPIEGEL erklaert z.B., dass die Erhoehung dieser Grenzwerte „im Rahmen neuer Sicherheitsmassnahmen erfolgt“ sei. Eine Erklaerung, wie die Sicherheit durch die Erhoehung der zulaessigen Grenzwerte oder anderweitige Massnahmen verbessert wird, liefert der Beitrag des SPIEGEL nicht. Dafuer wird als radikale Forderung das Statement des Foodwatch-Sprechers Thilo Bode zitiert, der einen Import-Stopp fordert. Demgegenueber erscheint das Vorgehen der EU-Kommission und der Bundesregierung in dieser Darstellung als moderat und vernuenftig.

Gleichzeitig wird die Information mitgeliefert, dass auch andere radioaktiv verseuchte Regionen nun Agrarprodukte in die EU exportieren koennen: auch fuer die Region um Tschernobyl soll die Erhoehung der Grenzwerte gelten.

Es kann angenommen werden, dass insbesondere die Lebensmittelindustrie, die etwa bei der Verarbeitung von Milchprodukten keine Angaben ueber die Herkunft ihrer Ingredienzien machen muss, nun die Gelegenheit nutzt, auf radioaktiv kontaminierte Produkte zum guenstigen Preis zuzugreifen. gw metainfo  -30.03.11 16.56
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http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5020&tx_ttnews[tt_news]=105257&tx_ttnews[backPid]=23&cHash=1e1a924dc4

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,753970,00.html

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Toxisch und strahlend
Warum Plutonium so gefährlich ist
Seine Strahlung ist schwach, seine Energieausbeute hoch, und wiederverwertbar ist es auch – Plutonium ist der ideale Brennstoff für ein Kernkraftwerk. Extrem gefährlich wird es aber, wenn Plutonium außerhalb des Kraftwerks nachgewiesen wird – so wie jetzt in Fukushima. von Simon Book, Berlin
http://www.ftd.de/wissen/technik/:toxisch-und-strahlend-warum-plutonium-so-gefaehrlich-ist/60032845.html

Lebensmittel Jahrzehnte nach Katastrophe verstrahlt
http://diepresse.com/home/panorama/welt/641518/Lebensmittel-Jahrzehnte-nach-Katastrophe-verstrahlt?_vl_backlink=/home/panorama/welt/640991/index.do&direct=640991

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Nuklearer Notstand in der EU: nebelwerfende Medien &  Informationsblackout

Wie bereits vom Umgang mit dem Tschernobyl-Super-GAU bekannt, erfolgen auch anlässlich der japanischen Nuklearkatastrophe die üblichen Massnahmen der Medien, der Politik und der Behörden: es werden nahezu alle geeigneten Mittel genutzt, um die Vorgänge zu vernebeln, zu vertuschen und zu verharmlosen. Nur auf diesen gemeinsamen Nenner reimen sich noch die Informationspolitik der japanischen Regierung aber inzwischen auch der Umgang deutscher Medien mit dem Thema: anstatt die Aushebelung des Verbraucherschutzes anzuprangern wird Unklarheit verbreitet.

Die Erhöhung der zulässigen Grenzwerte für Radioaktivität in Lebensmitteln um das bis zu 20-fache wird, nachdem es nicht gelang, sie vollständig zu verschweigen, von den Kommentatoren in der Regel nicht als Angriff auf den Verbraucherschutz betrachtet. Stattdessen wird erklärt, auch die erhöhten Grenzwerte seien tolerabel. Das Vorgehen der EU sei zwar unglücklich. Dass es inakzeptabel ist, wird aber nicht erklärt. Schliesslich werde die Regelung wieder unwirksam, sobald die Krise beendet sei.
Es wird nicht infrage gestellt, nach welchen Kriterien nun der „Nukleare Notstand“ definiert und in Kraft gesetzt wurde. Auch die Tatsache, dass wenn diese Definition praktisch nach Belieben erfolgt auch ihre Aufhebung der Willkür der EU-Kommission überlassen bleibt, wird nicht moniert.
Dass nun damit die EU-Kommission als Bestandteil einer Struktur begriffen und hingenommen wird, die nur noch als kafkaesk zu verstehen ist, die über allem thront, ohne irgendjemandem Rechenschaft oder Begründung schuldig zu sein, wird als selbstverständlich betrachtet und hingenommen.

Wenn nun behauptet wird, die zugelassenen Strahlenwerte seien hinnehmbar, stellt sich die Frage, warum sie regulär deutlich niedriger angesetzt waren. Wenn andererseits erklärt wird, es handele sich um geringfügige Mengen, die nicht ins Gewicht fielen, dann wäre zu fragen, warum die Feststellung des nuklearen Notstands erforderlich ist, eine EU-Weite Vervielfachung der Grenzwerte, nur um den Import weniger verseuchter Lebensmittel aus Japan sicher zu stellen.

Bekannt ist hingegen, dass nahezu immer die Lockerung bestehender Regulierungen in missbräuchlicher Weise genutzt wird. So sind in diversen Staaten der EU sowie in außereuropäischen Ländern Atomkraftwerke in Betrieb, die hinsichtlich ihrer Sicherheitsmassregeln und ihres Emissionsschutzes als mindestens zweifelhaft gelten können. Es kann davon ausgegangen werden, dass im Bereich diverser Kraftwerke Kontaminationen der Landwirtschaft bestehen, die von lax beaufsichtigenden Kontrollbehörden unbemerkt bleiben und deren Produkte vermarktet werden. Das Beispiel des zurückliegenden Dioxinskandals belegt die systemischen Bemühungen, Kontrollen zu unterlaufen, indem stark kontaminierte Produkte „gestreckt“ werden, um annähernd unbedenkliche Werte zu erreichen. Bei nuklear verseuchten Produkten kann dies in vergleichbarer Weise hilfreich sein, so dass auch etwa Produkte aus dem Raum Tschernobyl vermarktbar werden. Solange also die Beteiligten – ähnlich, wie die norddeutschen Futtermittelhersteller – die erforderlichen Streckungsverhältnisse berücksichtigen, wird der Verbraucher ihrer Produkte nicht bemerken können, dass er vergleichsweise stark kontaminierte Lebensmittel zu sich nimmt.

Informationsblackout

Als systemisch anzusehen sind auch insgesamt die Bemühungen um Verdunkelung der Risiken und der Gefahren. In Japan wird der Bevölkerung vielfach der Zugang zu Messwerten der Radioaktivität verweigert oder diese inkonsistent übermittelt, so dass eine sinnvolle Auswertung unmöglich wird. Den so Informierten bleibt anschliessend nur übrig, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, wenn an einem Tag Messwerte südlich des Unfallorts, am darauffolgenden die aus dem Nordwesten gemeldet werden. Über die Region Fukushima wurden darüberhinaus praktisch alle Messwerte der Öffentlichkeit vorenthalten.

In Europa bzw. in Deutschland ist die Situation kaum besser: wie zur Zeit des Tschernobyl-Super-GAUs wird die Öffentlichkeit wieder bevormundet, wie bereits die geheimgehaltene Erklärung des nuklearen Notstands zeigte. Es kann nicht mehr erwartet werden, dass Behörden korrekte Messwerte mitteilen. Darüberhinaus besteht auch nahezu keine Möglichkeit der unabhängigen Selbsthilfe: die – vorstellbare – Anschaffung eines Geiger-Zählers ist nicht möglich: von Händlern, die diese üblicherweise anbieten, wird nun erklärt, dass bis zum Sommer keine Liefermöglichkeit besteht. In Anbetracht vergangener Erfahrungen kann es nicht mehr erstaunen, gegebenenfalls zu erfahren, dass sämtliche Lagerbestände und Produktionskapazitäten dieser Messgeräte aufgekauft wurden durch Behörden oder durch die großen Nuklearkonzerne, die sich bemühen, jeden Anschein eines Strahlenrisikos gegenüber der Öffentlichkeit zu verbergen. So kann auch eine hohe Verstrahlung und Kontamination nahezu unbemerkt bleiben. Die Möglichkeiten von NGOs, wie etwa Greenpeace wären allzu punktuell, um dagegen als unabhängige Kontrollinstanz zu fungieren. Und ggf. werden auch gegenüber derartigen Organisationen Methoden der Manipulation oder Erpressung zum Einsatz gebracht – etwa mit der gelegentlich vorgebrachten Drohung von Politikern oder Behördenvorständen, ihnen die Gemeinnützigkeit und damit ihre Finanzierung zu entziehen.

Die der Öffentlichkeit vorenthaltene Begründung für die Verordnung zur Inkraftsetzung der stark erhöhten Grenzwerte macht im Übrigen deutlich, dass es nicht um Sicherheit und Gesundheit der Verbraucher ging, sondern um die Verschleierung der Gefahr. So hiess es bei der Einführung der Verordnung 1987, die nun zur Anwendung gebracht wurde: „diese Werte „tragen der Tatsache Rechnung, dass die Öffentlichkeit beruhigt werden […] muss“. gw metainfo – 31.03.11 00.43

http://blog.tagesschau.de/2011/03/21/welche-lebensmittel-sind-belastet-und-warum/

http://blog.tagesschau.de/2011/03/30/warum-erhoht-die-eu-gerade-jetzt-die-grenzwerte-fur-radioaktiv-belastete-lebensmittel/

http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=55&tx_ttnews[tt_news]=105204&tx_ttnews[backPid]=54&cHash=14eef1c970

http://www.sueddeutsche.de/wissen/atomkatastrophe-in-japan-eu-schwaecht-grenzwerte-fuer-verstrahlte-lebensmittel-ab-1.1079258-2

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Fukushima: Nuklearkatastrophe erreicht eine neue Dimension

Hinweise auf Kettenreaktionen in Fukushima-Reaktoren verdichten sich

Bereits vor einigen Tagen berichteten wir von der Analyse eines amerikanischen Nuklear-Ingenieurs. Dieser hatte aus den Mitteilungen der Kraftwerksbetreiber ueber das Auftreten von kurzlebigem Jod-134 geschlossen, dass dies durch Kettenreaktionen der geschmolzenen Brennstaebe verursacht sein koennte.  Diese finden im normalen Betrieb regulaer statt, werden dann jedoch durch die Kontrollfunktionen und das Arrangement des Reaktors geregelt. In einer aktuellen Mitteilung wird nun auch durch Regierungssprecher Edano eingeraeumt, dass Kettenreaktionen in den havarierten Reaktoren moeglich seien.

Dass diese sogenannte „Rekritikalitaet“ und damit unkontrollierte Kettenreaktionen moeglich seien, war bisher praktisch durchweg von Wissenschaftlern, Nuklearexperten und Kraftwerksindustrie bestritten worden. Auch das nach den Mitteilungen des Kraftwerksbetreibers TEPCO urspruenglich berichtete Auftreten von Jod134, das den Hinweis hierauf gab, wurde anschließend dementiert.

Jedoch wurde in der Analyse vom 25. Maerz auch das Auftreten von Chlor-Isotopen im Reaktor 1 mitgeteilt, die ueber die kurze Halbwertszeit von 37 Minuten verfuegen und die damit auf aktuell vonstatten gehende Kettenreaktionen im Reaktor hinweisen.

Regulaer werden die im Normalbetrieb eines Reaktors ablaufenden Kettenreaktionen beendet durch das Einfahren der Kontrollstaebe in den Reaktorkern. Die abgegebene Energie reduziert sich durch diesen Vorgang z.B. vom Vollastbetrieb mit 700 Megawatt auf eine Abklingleistung von 40 Megawatt.

Nach einer Kernschmelze, wie sie – ob partiell oder vollstaendig – in den Reaktoren 1 – 3 stattgefunden hat, besteht ein Kontrollverlust, der eine Regelbarkeit der Vorgaenge weitgehend, wenn nicht komplett,  ausschließt.

Die Vorstellung, dass infolge einer Kernschmelze auch eine Kettenreaktion einsetzen koennte, war bisher von Nuklear-Wissenschaftlern und Ingenieuren abgewehrt und praktisch ausgeschlossen worden. Die aktuellen Indizien zwingen jedoch offenbar dazu, auch diese schwere Eskalation des Gefahrenpotenzials, ueber den Vorgang der Kernschmelze hinaus, zu beruecksichtigen. Zu diesen Indizien gehoert neben dem Auftreten kurzlebiger Spaltprodukte, wie den erwaehnten Chlor- und Jod-Isotopen auch die immense Strahlenbelastung des Wassers auf dem Kraftwerksgelaende sowie vor der Kueste.

Die Erklaerung von Regierungssprecher Edano hat diese, kaum noch zu uebertreffende, Eskalation der nuklearen Gefahr des Kraftwerks Fukushima, wie sie von uns vor einigen Tagen angedeutet worden war, nun eingeraeumt. Diese Beruecksichtigung der „neuen“ Gefahrenlage wurde – wie ueblich – dabei relativiert: wenn Kettenreaktionen auftraeten, handele es sich dabei um temporaere Ereignisse und die Explosion eines Reaktors sei dabei nicht zu befuerchten.

Auf welcher Grundlage eine solche Explosion ausgeschlossen werden soll, ist dabei mindestens unklar, auch wenn man feststellen kann, dass sie nicht zwangslaeufig Folge einer Kettenreaktion sein muss.

Die Informationen der Betreiber und der Regierung zum Zustand im Inneren des Reaktors sind im besten Fall rudimentaer bzw. nach den bekanntgegebenen Angaben aeusserst vage und marginal, da nahezu alle Messgeraete und Sensoren ausgefallen sind. Die Mittel, um auch nur die Temperatur des aeußeren Reaktorbehaelters zu ermitteln, reduzieren sich inzwischen auf Waermebildaufnahmen, die von Hubschraubern beim Ueberfliegen der Reaktoren durchgefuehrt werden.

Auch der Nuklear-Experte Thomas Dersee von der Gesellschaft fuer Strahlenschutz geht davon aus, dass in den betroffenen Reaktoren unkontrollierte Kettenreaktionen stattfinden. Diese verlaufen in dieser Situation als irregulaere Vorgaenge, die geringfuegige oder aber massive Konsequenzen haben koennen: in einem solchen Fall, zu dem es kommt, wenn die unkontrollierte Kernschmelze eine ueberkritische Konsistenz erreicht, kommt es zu extremen Freisetzungen von Energie, Strahlung und Hitze, die wiederum mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dazu fuehren, dass sich dabei die ueberkritische Konsistenz aufloest und wieder ein stabilerer unterkritischer Zustand eintritt. Sollte sich aber die Kernschmelze in einer Senke oder einem Hohlraum sammeln, waere damit auch der Vorgang einer massiven Explosion moeglich, weil der ueberkritische Zustand ueber einen laengeren Zeitraum (z.B. von mehreren Sekunden oder Minuten) aufrechterhalten wird. Zum Erreichen eines kritischen Zustands werden Spaltmaterialmengen von 5 – 20  Kilogramm benoetigt. Die Gesamtbrennstoffmengen in den Reaktoren bewegen sich zwischen 100 und 150 Tonnen.

Neben einer nuklearen Explosion infolge einer Kernschmelze, deren Wahrscheinlichkeit aufgrund der anzunehmenden Instabilitaeten dieser Schmelze und ihrer Konsistenz begrenzt ist,  besteht insbesondere das Risiko einer Dampfexplosion, Diese kann sich ereignen, wenn die Kernschmelze den Boden unterhalb des Reaktors durchdringt und etwa auf das Grundwasser trifft, das in diesem Fall explosionsartig verdampft. Dies kann zu einer massiven Freisetzung des kontaminierten Erdreichs verbunden mit dem Spaltmaterial und seinen Produkten fuehren, die in die Atmosphaere geschleudert werden.

Das mit hoher Wahrscheinlichkeit aktuell in mindestens einem oder in mehreren der Reaktoren Fukushimas Kettenreaktionen vonstatten gehen, erklaert die immer extremeren Strahlungswerte.

Dass die Katastrophe von Fukushima den Super-GAU von Tschernobyl in den Schatten stellt, ist heute keine gewagte Aussage mehr: im Gegenteil koennte heute vom Licht am Ende des Tunnels des Katastrophenmanagements gesprochen werden, wenn die Aktivitaeten den Fortschritt erreichten, der in Tschernobyl am dritten Tag des Unfalls erzielt wurde, als in ueber tausend Hubschrauberfluegen der Brandherd abgedeckt wurde. Fukushima stellt das Gefahrenpotenzial Tschernobyls weit in den Schatten, weil zum Einen nicht nur ein Reaktor betroffen ist sondern das Fehlschlagen der Kontrolle an einem Reaktor die Unkontrollierbarkeit von zwei oder 3 weiteren Reaktoren nach sich zieht.

Es droht darueberhinaus – neben den in den Abklingbecken der Reaktoren eingelagerten Brennstaeben – ein riesiges Lager an Spaltmaterial ausser Kontrolle zu geraten, das sich ebenfalls auf dem Kraftwerksgelaende befindet: es geht dann nicht mehr um ca. 140 Tonen an Brennstoff, mit denen ein Reaktor bestueckt ist, sondern um ueber 1700 Tonnen, und damit das Zehnfache der Menge in Tschernobyl.. gw –  metainfo 31.03.11 14.39

http://www.bloomberg.com/news/2011-03-30/record-high-levels-of-radiation-found-in-sea-near-crippled-nuclear-reactor.html

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753938,00.html

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Fukushima: Kernschmelze und Rekritikalitaet

Wie bereits von uns vor einer Woche berichtet haben sich die Hinweise verdichtet, dass es in den Reaktoren nicht nur zu einer partiellen oder vollstaendigen Kernschmelze kam sondern darueberhinaus zur Rekritikalitaet. Die westlichen Medien verhalten sich gegenueber der neuen Eskalation fast durchweg schweigsam.
Von nahezu allen westlichen Medien wurden die Meldungen und von offizieller japanischer Seite sowie von der Internationalen Atomenergiebehoerde mitgeteilten Einschaetzungen verschwiegen. Die Moeglichkeit der Re-Kritikalitaet in den havarierten Reaktoren in Fukushima wurde auch auf einer Pressekonferenz der IAEA in Wien angesprochen, obwohl die Behoerde in der Vergangenheit eher als Lobbyorganisation der Nuklearindustrie auffiel.

Nachdem zum Begriff der „Kritikalitaet“ und den Vorgaengen der nuklearen Kettenreaktion offenbar verbreitet Unwissenheit besteht, die folgenden Hinweise: Kritikalitaet bedeutet das Vorhandensein einer kritischen Masse an Spaltmaterial, also etwa von angereichertem Uran oder Plutonium. so dass eine Kettenreaktion beginnen kann und aufrechterhalten wird. Ein großer Teil der durch die Spaltvorgaenge freigesetzten Neutronen trifft dabei auf andere Atomkerne und bewirkt wiederum deren Spaltung. Im Fall einer Atombombe bedeutet das Erreichen dieser Kritikalitaet den Moment ihrer Zuendung und den Beginn der Explosion.

In einem Nuklearreaktor wird die Kettenreaktion gebremst durch den geringeren Grad der Anreicherung des Spaltmaterials sowie durch die Anordnung der Brennstaebe und die Kontrolleinrichtungen.

Nach einer Kernschmelze wiederum entfaellt die Wirkung der regulaeren Steuerung, die ueblicherweise durch das Einfahren der Kontrollstaebe zwischen die Uranbrennstaebe durchgefuehrt wird. Die Anordnung der Brennstaebe und die Steuerung der Kontrollstaebe  sorgen im Normalbetrieb dafuer, dass die mit der Kettenreaktion verbundenen Spaltprozesse kontinuierlich vonstatten gehen und dabei etwa die fuer den Vollastbetrieb vorgesehene Nennleistung in Form von Waermeenergie abgeben, die wiederum durch die Erzeugung von Dampf und die angeschlossenen Turbinen in elektrischen Strom umgesetzt wird. Die Dampferzeugung kuehlt dabei den Reaktorkern und transportiert die Waermeenergie aus dem Reaktor in die Turbinen und die Kuehlung.

Da nur etwa ein Drittel der Reaktorleistung in elektrische Energie umgewandelt wird, ergibt sich etwa fuer die Reaktoren 2 und 3 in Fukushima, dass sie bei einer Nennleistung von 700 Megawatt (elektrisch) insgesamt etwa 2000 Megawatt an Waermeenergie erzeugen – vergleichbar der Energiemenge, die 1 Million Heizluefter bei voller Leistung (2kW) umsetzen.

Das Abschalten eines Reaktors bewirkt das Ende der Kritikalitaet und stoppt damit sie Kettenreaktionen in den Brennstaeben und reduziert seine Leistung auf etwa 5% seiner Nennleistung, im Fall der Fukushima-Reaktoren 2 / 3 von 2000 MW (= 2GW) auf 100 Megawatt.

Sobald nun jedoch durch den Vorgang der Kernschmelze die Wirkung der Kontrollstaebe entfaellt, entfaellt damit auch die durch sie bewirkte Steuerung, die die Kettenreaktion in den Brennstaeben beendete.

Die Kernschmelze kann nun wieder einen kritischen Zustand erreichen, in dem erneut Vorgaenge der Kettenreaktion stattfinden. Damit waere der Energie-Output des Reaktorkerns nicht mehr limitiert auf seine Abklingwaerme in der Groeßenordnung von 100 MW bzw. darunter. Die abgegebene Energie kann – entsprechend der jeweiligen Intensitaet der Kritikalitaet nahezu beliebig steigen und immense Werte weit jenseits der Reaktornennleistung erreichen.

Im Jahr 1961 belegte ein Reaktorunfall in den USA einen Extremfall  eines solchen Kontrollverlustes: der Reaktor SL-1 explodierte dort bei einem missglueckten Kontrollmanoever. Bei einer vergleichsweise geringen Nennleistung von 0,6 MW, also weniger als einem Tausendstel der Fukushima-Reaktoren, kam es bei dem Reaktor zu einer unbeabsichtigten Kritikalitaet. Innerhalb von Sekundenbruchteilen erreichte er dabei eine Leistung von 2000 MW und damit das tausendfache seiner vorbestimmten Maximalleistung. Das Kuehlwasser verdampfte sofort und verursachte eine Dampfexplosion, die den Reaktor zerstoerte. Der gesamte Reaktorbehaelter mit einem Gewicht von 12 Tonnen wurde dabei mehrere Meter aufwaerts geschleudert.

In Fukushima ist die Situation vergleichsweise unuebersichtlich, da praktisch keine zuverlaessigen Aussagen gemacht werden koennen ueber den Zustand der Reaktoren und insbesondere ihres Brennmaterials. Die Bandbreite der moeglichen Vorgaenge reicht dabei vom Abklingen des Brennmaterials durch Abkuehlung und das Erreichen eines außerkritischen Zustands, ueber ein halbwegs kontinuierliches „Schmoren“ der ueberhitzten Schmelze verbunden mit der Abgabe von Spaltprodukten, wie sie in den vergangen Wochen zu beobachten war, bis hin zu explosiven Ereignissen, die durch das Zusammentreffen der heißen Schmelze mit Wasser oder durch Kettenreaktionen verursacht werden koennen.

Die Tatsache, dass die westlichen Medien selbst die eher zurueckhaltenden Verlautbarungen der IAEA dem Publikum vorenthalten, zeigt, dass Medien und Behoerden nun in einem restriktiven Modus agieren: das Problem ist nun nicht mehr ein regional-japanisches sondern hat eine globale Dimension erreicht.

Dass nicht nur das Grundwasser und das Meerwasser im kraftwerksnahen Bereich extreme Werte der Kontamination angenommen hat, sondern dass auch der global verteilte Ausstoß an radioaktiven Spaltprodukten in der Atmosphaere das Ausmass uebertrifft, dass bei der Katastrophe von Tschernobyl auftrat, kann derzeit als – von Politik und Medien – gut gehuetetes Geheimnis gelten.

Die Technik der Nuklearindustrie mag in katastrophaler Weise versagen. PR und Propaganda zur Vertuschung des tatsaechlichen Desasters funktionieren weiterhin perfekt.

http://www.bloomberg.com/news/2011-03-30/record-high-levels-of-radiation-found-in-sea-near-crippled-nuclear-reactor.html

http://en.wikipedia.org/wiki/SL-1

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Wie Nuklearindustrie, Bundesregierung und Medien die Anti-AKW-Bewegung aushebeln

Viele Anti-Atomkraftbewegte glauben heute, dass an einem Aus fuer die deutschen Atommeiler kein Weg mehr vorbei fuehrt. Sie werden spaetestens zum Beginn des Sommerurlaubs erfahren, dass diese Hoffnung vergeblich war. Die Rezepte gegen den Atomausstieg werden laengst aus der Schublade geholt und nun von den Energiekonzernen, der Bundesregierung und insbesondere durch die großen Medien zum Einsatz gebracht.

Der Erfolg der Gruenen bei den Landtagswahlen im deutschen Suedwesten wird wahrscheinlich das Einzige sein, was nach dem bevorstehenden Sommer noch an „Erfolgen“ der oekologischen Bewegung verbleibt. Und auch in diesen Laendern ist die Wahrscheinlichkeit nicht groß, dass es zu ernsthaften Aenderungen und zur dauerhaften Abschaltung von Kraftwerken kommt.

Nach diesen Wahlen wird nun die Kiste der Tricks und Manipulationen weit geoeffnet, um den fortgesetzten Betrieb moeglichst aller deutschen AKW weiterhin zu garantieren. Wenn es die Bundesregierung in der vergangenen Woche fuer angebracht hielt, die Gelegenheit fuer die Anhebung der Toleranzen fuer die radioaktive Kontamination auf betruegerischem Weg durchzusetzen, dann deutet sich damit an, was in den naechsten Wochen und Monaten noch zu erwarten steht.

Bereits jetzt bhemuehen sich die großen Medien darum, die Stimmung zu kippen: in mehreren Beitraegen erklaerte etwa die ZEIT die Sorge vor atomarer Strahlung fuer „hysterisch“. Bereits frueher waren hier wiederholt Beitraege erschienen, in denen der Einsatz der Nuklearenergie gefordert wurde, weil dies fuer den Klimaschutz notwendig sei. Wer die Abschaltung von Atomkraftwerken fordere, schade damit der Umwelt.

Es sei unvernuenftig, einen konsequenten Ausstieg zu verlangen.

Zu den wichtigsten Argumenten der Nuklear-Monopole und ihrer Anwaelte in der Politik und bei den großen Medien gehoert der Tsunami, der in Japan dem Erdbeben folgte.

In den Medien stand dies Ereignis im Vordergrund und wurde augiebig zelebriert, indem die durch ihn verursachten Zerstoerungen noch nach Wochen wieder und wieder praesentiert wurden. Die Botschaft dahinter war eindeutig: die unwiderstehliche Naturkatastrophe war verantwortlich, nicht aber die Tatsache, dass AKW-Betreiber Tepco das Geld fuer Wartung und fuer eine erhoehte Aufstellung der Notgeneratoren sparte.

Dieser Verweis auf den Tsunami gehoert zu den zentralen Argumenten, die dazu bestimmt sind, den fortgesetzten Betrieb der deutschen Atomkraftwerke zu ermoeglichen. Im Lauf der kommenden Wochen und Monate wird mit diesem und aehnlichen Argumenten die deutsche Oeffentlichkeit bearbeitet werden, bis die Mehrheit einsieht, dass deutsche Kraftwerke nicht von Tsunamis bedroht werden und dass sie besser geeignet sind, als Windkraftwerke, um die Stromversorgung zu garantieren.

Wer dieser Argumentation dann nicht folgt, wird in die Ecke der „Hysteriker“ gestellt, derer, die „ewig dagegen“ sind und konstruktiv-vernuenftige Loesungen blockieren.

Darueberhinaus wird eine politische Show-Veranstaltung inszeniert, deren Ansaetze heute bereits sichtbar sind: ein Großaufgebot von Ethik- und Sicherheitskommissionen wird in Marsch gesetzt, strenge Stresstests fuer Kraftwerke organisiert,

Welche Ergebnisse diese zeitigen werden, ist ebenfalls bereits heute absehbar: die „Sicherheits“-Pruefungen werden so ausfallen, dass alle Kraftwerke, die die Konzerne weiter betreiben wollen, als sicher erklaert werden: die Pruefinstanzen werden von den Betreibern oder von der Regierung kontrolliert; ein Risiko, dass ein unerwuenschtes Ergebnis erzielt wird, ist damit praktisch ausgeschlossen.

Die politische  Instrumentalisierung solcher Pruefungen und „Stresstests“ wurde erst im vergangenen Jahr demonstriert mit dem Stresstest der europaeischen Banken: die irischen Geldinstitute bestanden diese Tests ohne groeßere Muehe und gingen erst ein halbes Jahr spaeter in den Konkurs, der mehr als 100 Milliarden Euro zur Rettung verschlang.   Ungeachtet dessen sind solche Vorgehensweisen geeignet, der Oeffentlichkeit den   Eindruck vorzuspiegeln, hier werde zugepackt, die Politik meine es ernst mit ihrer Aufsichtspflicht.

Dass es sich in Wirklichkeit um ein Taeuschungsmanoever handelt, das zum Zweck seiner Show-Effekte veranstaltet wird, erkennen nur wenige. Kaum einer der Beobachter wird genau genug hinschauen, um zu erkennen, dass alle Erklaerungen, Ankuendigungen, Verhandlungen, Pruefungen usw. keine rechtlich Wirksamkeit nach sich ziehen (außer ggf. eine durch die Energiekonzerne manipulierbare).

Dafuer in Anschlag gebracht wird die juristische (durch die Bundesregierung qua Laufzeitverlaengerungsgesetz hergestellte) Zwangslage, die die Konzerne zu milliardenschweren Entschaedigungsforderungen berechtigt.

Die gegenwaertige von Merkel gefuehrte Bundesregierung hat im Zusammenspiel mit den großen Medien diese Methoden zur Taeuschung der Oeffentlichkeit zur Perfektion entwickelt. Die Betroffenen wiederum sind in ihrer ueberwiegenden Zahl bereit, sich „einwickeln“ zu lassen durch diese mittlerweile erprobten und optimierten Verfahren zur Lenkung der Oeffentlichkeit.

Die Medien werden zusaetzlich Unterstuetzung leisten und mit passenden Mitteln dafuer sorgen, dass „Gras waechst“ ueber die japanische Nuklearkatastrophe und ihre Hintergruende: man wird andere Aufreger-Themen inszenieren – einen Kinderschaender, einen   Promi-Skandal, die Demontage eines unerwuenschten Politikers usw., bis die Bedeutung der nuklearen Risiken soweit verduennt wurde, dass sie kein politisches Problem mehr verursacht

Das oben umrissene Programm – vermutlich angereichert um weitere Manipulationen und Taeuschungsmanoever der Politik und der Medien – erwartet die deutsche Oeffentlichkeit in den kommenden Monaten. Im Juni schliesslich ist damit zu rechnen, dass als kleines Zugestaendnis ein oder zwei Atommeiler, deren weiterer Betrieb ohnehin obsolet war, vom Netz gehen. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Anti-AKW-Bewegten die Ergebnisse dann frustriert zur Kenntnis nehmen, ohne aber angemessen reagieren zu koennen: die Sommerurlaubszeit steht dann bevor und der Gedanke an Fukushima und die Unertraeglichkeiten der deutschen Atomkraft treten damit in den Hintergrund.

Zwei vorteilhaftere Optionen waeren denkbar, wenn auch mit erheblich geringerer Wahrscheinlichkeit:

1) eine Entscheidung der oekonomischen Elite / der Fuehrungen der wichtigsten deutschen Unternehmen, die Nuklearenergie fallen zu lassen und den Schwenk zu regenerativen Energien zu unternehmen – nicht zuletzt, weil man die Gelegenheit nutzen kann, von ihrer Installation zu profitieren und im Rahmen der zukuenftigen Energiepolitik Investitionssicherheit zu erreichen. Eine Tendenz in diese Richtung ist aktuell wahrzunehmen.

Dagegen steht jedoch die politisch und in den Medien stark verankerte Macht der Energiemonopole und die milliardenschweren Verluste, die diese im Fall eines Atomausstiegs zu erleiden haetten.

2) Ein konsequenter Einsatz und Mobilisierung der Anti-AKW-Bewegung Sie wuerde wiederholt hunderttausende zu Großdemonstrationen mobilisieren muessen, um die schwarz-gelbe Bundesregierung davon zu ueberzeugen, dass sie nicht wieder, wie in den Jahren nach Tschernobyl, mit Tricks und Aussitzmanoevern den Schwung der Atomkraftgegner wirksam brechen kann.

Diese Option ist allerdings ebenfalls wenig wahrscheinlich, da ein großer Teil der AKW-Gegner heute geneigt ist, sich von den Manoevern der Bundesregierung beeindrucken zu lassen, die sich aktuell darum bemueht, der Oeffentlichkeit vorzutaeuschen, dass sie selbst ins Lager der Atomkraftgegner gewechselt sei. – waehrend sie sorgsam jeden Schritt vermeidet, der einen Ausstieg aus der Nuklearenergie z.B. gesetzlich besiegelt. Sie versucht damit den Eindruck zu erzeugen, AKW-Gegner wuerden mit Demonstrationen offene Tueren einrennen und nimmt ihnen damit wirksam den Wind aus den Segeln.

Unterm Strich muss deshalb davon ausgegangen werden, dass das Buendnis zwischen den Energiemonopolen, der Bundesregierung und der großen Medien auch diesmal mit nicht selten perfekter Orchestrierung seiner Ablenkungs- und PR-Manoever wieder erfolgreich sein wird.

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2011-04/radioaktivitaet-lebensmittel-europa-kommentar

http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/eu_kommission_erhoeht_strahlengrenzwerte_fuer_lebensmittel_aus_japan/

Fuer vollständige Info / Quellen / Bildmaterial / Videos usw. den nachfolgenden angegebenen Link zum Beitrag aufrufen!

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globalisierungskritische Nachrichten WWW.Meta-Info.De

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www.meta-info.de?site=metainfo&lid=33704

Redaktionspool – metainfo hamburg – www.meta-info.de

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Atomare Kugel-Brennelemente in NRW

Zu Staub zermahlen

Im Forschungsreaktor Jülich können zerbrochene Brennelemente-Kugeln die Kühlung blockiert haben. Atomkritiker fordern eine Neubewertung der Technologie. * 04.04.2011
http://www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-anti-akw/artikel/1/zu-staub-zermahlen/

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Fukushima: Leck dicht, aber nun droht Wasserstoffexplosion

http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/art17,59171

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URAN-Abbau

Angesichts der erwarteten Nachfragesteigerung nach Uran durch den Bau von Kernkraftwerken, werden neue Erzlagerstätten erkundet und erschlossen. Neue Minen nehmen den Betrieb auf und bestehende werden ausgebaut.
http://www.nuklearforum.ch/ebdossier.php?dossier_id=124772896648&id=de-116487550462&act=show

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Enklaven-Geheimnisse
Der Menschheit zu helfen
Strahlende Zukunft° in der Slowakei Investment-Text = als .JPG „Suchmaschinen resistenT“. Braucht man Urangwinnung überhaupt noch für die Zukunft? Offensichtlich mehr als zuvor: „Geheime Werbung“ für Projekt in Brasilien. Auskunft nur bei namentlicher Anmeldung etc,pp
http://www.irw-press.com/bericht/awareness_TE_2010/index.php?gclid=CIG72ZHg7KsCFSIhtAodzjaMJg

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[Aktive Archive] Spiegelausgabe von 1949
[::] Das Schicksal der böhmischen Bäderstadt ist besiegelt, seit die Russen 1945 die nördlich Karlsbad liegenden Joachimsthaler Uran-Bergwerke übernommen und ausgebaut haben. Nachdem jetzt auch in dem südwestlich von Karlsbad gelegenen Schlaggenwald Uranerz gefunden wurde und hier ein ähnlicher Raubbau wie in Joachimsthal bevorsteht, ist die Zerstörung der Karlsbader Heilquellen nicht mehr aufzuhalten.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44435376.html

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Written by medienwatch & metainfo

März 30, 2011 at 06:18

Veröffentlicht in Allgemein

Baden-Württenberg: Politikwechsel unwahrscheinlich

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Nach dem Wahlabend: Startschuss für die Lobbyarbeit der Medien

Wie üblich im westlichen „Demokratie“-modell: nachdem der Wähler gesprochen hat (einen Wahltag lang) folgen 1460 Tage, an denen die Medien das Wort führen; gesteuert durch große Kapitalkonzerne oder Medienmogule. Ihren Auftrag sehen diese vorrangig in der Interessensvertretung und PR zugunsten der großen Konzerne und der ökonomischen und politischen Elite im Land. In Baden-Württenberg macht diese typische Situation einen Politikwechsel wenig wahrscheinlich.

Einen Beleg für die nun entsprechend beginnende Lobbyarbeit der Medien lieferte der SPIEGEL: er legt der zukünftigen Regierung nahe, mindestens deutliche Abstriche zu machen bei den wichtigsten Politikzielen der Grünen: dem Stopp für Stuttgart 21 und den Ausstieg aus der Atomenergie.
Sollten sich die Grünen weigern dem zu folgen, werden schwerwiegende finanzielle Konsequenzen angedroht.

Diese Argumentation, wie sie vom SPIEGEL vorgetragen wird, dient aktuell insbesondere der Weichenstellung zu den bevorstehenden Koalitionsverhandlungen: es wird implizit nahe gelegt, bei diesen Verhandlungen Lösungen anzuvisieren, die z.B. passende Hintertüren in die Koalitionsvereinbarung einbauen, die eine Aufweichung oder Revision der Wahlversprechen ermöglichen.
Argumentativ werden Zwangslagen konstruiert (Bedrohung durch Schadensersatzklagen oder schwerwiegende Verluste). Den Politikern wird damit empfohlen, diese Argumentation zu übernehmen, um die eigenen Wahlversprechen zu kippen oder zu relativieren. Sollten sie dem nicht folgen, werden sie anschließend als finanzpolitisch unverantwortlich und regierungsunfähig gebrandmarkt.

Auch besteht die Chance, einige Abgeordnete der Regierungsmehrheit in die Zange zu nehmen, die ggf. als Abweichler die Regierungsfähigkeit zu gefährden. Abgeordnete sind häufig erpressbar oder käuflich: es werden Recherchen angestellt über ihren Hintergrund, ihre schwachen Punkte, Affären oder andere Gegebenheiten, mit denen sie sich zur Zielscheibe machen lassen. Als „Zuckerbrot“ hingegen können Angebote dienen, zur Beförderung der Karriere, zur Begünstigung in der Medienberichterstattung, durch Einladung in die Kreise der Elite u.a.m. Im Fall Joschka Fischers war dessen Finanzbedarf hilfreich, der sich aus den Zahlungen für Alimente aus mehreren früheren Ehen ergab.

Vor diesem Hintergrund ist also die Sorge, die Grünen könnten in der neuen baden-württenbergischen Landesregierung ihre Wahlversprechen realisieren, unbegründet.
Eher wird sich ein eher schwarz eingefärbtes Programm ergeben – mit einigen grünen Tupfern. gw | metainfo – 28.03.11 21.21


http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,753614-3,00.html

Stuttgart 21 und die lokale Medienlobby
http://www.berliner-journalisten.com/blog/2010/10/25/stuttgart-21-und-die-lokale-medienlobby/

http://www.lobbycontrol.de/blog/

http://www.wdr5.de/wdr-5-startseite/thementag-lobbyismus.html

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Medien-Spiegelkasten (Ausschnitt) Jörg Stange – Sammlung Gerlach

Written by medienwatch & metainfo

März 28, 2011 at 21:13

Veröffentlicht in Allgemein

Resolution: Ver.di fordert sofortigen Ausstieg aus Atomenergie

with one comment

grafik:medienwatch

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Resolution

Sofortige Abschaltung und sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie in der Bundesrepublik und in Europa incl. der erweiterten Wirtschaftszonen sowie der sofortige Wechsel hin zu Erneuerbaren Energien. Die Delegierten der Bundesfachbereichsfrauenkonferenz Medien, Kunst und Industrie fordern die Bundesregierung auf:
1. Die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke auf 12 Jahre ist sofort zurückzunehmen.
2. Der schnellstmögliche Ausstieg aus der Atomenergie muss realisiert werden.
3. Ein sofortiges Abschalten der sieben ältesten AKWs in Deutschland muss vorgenommen werden.
4. Eine europaweite Aktion zur Förderung erneuerbarer Energien (Sonne, Wind, Wasser, Gezeiten etc.) muss verstärkt werden.
5. Die UNO wird umgehend in obengenannte Forderungen einbezogen, um auf eine weltweite Abschaffung aller AKWs hinzuarbeiten.
Der Unfall in Japan zeigt, dass Atomenergie nirgendwo beherrschbar ist. Auch in der Bundesrepublik und in Europa kann jederzeit ein schwerer atomarer Störfall bzw. Unfall geschehen. Nur wenige Umstände sind notwendig, um einen GAU auszulösen.
Atomkraftwerke wie Biblis und Neckarwestheim sind durch mögliche Erdbeben gefährdet und setzen die gesamte Bevölkerung einer hohen Gefahr aus. Diese AKWs sind auf Grund des Reaktors nach westlicher Bauart vollkommen vergleichbar mit dem Atomkraftwerk Fukushima 1.
Eine weiträumige Evakuierung, wie sie notwendig wäre, ist im dicht besiedelten Europa nicht möglich. Den nachfolgenden Generationen wird ein für zehntausende Jahre durch atomare Strahlung verseuchtes Gebiet vererbt.
Wir fordern die Bundesregierung auf, nur noch umweltfreundliche Strom- und Energieproduktionswege zu subventionieren und die Bürgerinnen und Bürger nicht diesen exorbitanten Gefahren auszusetzen.
Eine Kernschmelze, wodurch auch immer ausgelöst, ist nicht zu bewältigen, weder menschlich (wegen der vielen Toten, Kranken und lebenslang radioaktiv Verstrahlten) noch ökonomisch!
Die Nutzung der Atomenergie mit ihren vielen nicht gelösten Fragen wie z.B. die Entsorgung und Endlagerung sowie die Halden von Atommeiler(-schrott) blockieren umweltfreundliche Energieinvestitionen, den Ausbau und die Einspeisung Erneuerbarer Energien. AKW-Energie eignet sich nicht als vorausschauende Brückentechnologie. Nur durch einen Ausstieg aus der atomaren Energie und durch einen Umstieg in Erneuerbare Energien kommen wir diesen Zielen näher.
Wir sprechen allen betroffenen Familien und Angehörigen unser Mitgefühl aus.
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Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

– Bundesvorstandsverwaltung –

Ressort 4 – Ressortbüro

des stellvertr. Vorsitzenden Frank Werneke

Paula-Thiede-Ufer 10

10179 Berlin

Tel:  030-6956-2301

Fax:  030-6956-3651

Mail: christine.glaser(at)verdi.de

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PDF Download Resolution Resolution_Ausstieg_Atomkraft

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PDF Verdi-Aufruf Mahnwache Vattenfall 110314_Aufruf zur Mahnwache

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+++Erhöhte Strahlenwerte im Osten Russlands gemessen+++
Wien (Reuters) – Japan hat die Internationale Atomenergiebehörde IAEA über den „direkten“ Austritt von Radioaktivität in die Atmosphäre informiert. Dienstag, 15. März 2011, 09:16 Uhr
http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE72E07U20110315

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foto:medienwatch
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Merkel zur Atompolitik: Meisterstück der Propaganda

Mit ihrer Pressekonferenz zur Atompolitik der Bundesregierung, auf der sie ein „Moratorium der Laufzeitverlängerung“ deutscher Kernkraftwerke ankündigte, lieferte Kanzlerin Angela Merkel ein Meisterstück der Propaganda. Als nahezu unübertroffen kann das Vorgehen qualifiziert werden, mit dem sie die – spärlichen – Informationen und Aussagen ihrer pastoral vorgetragenen Erklärung einrahmte in umfassende Ausführungen zum Mitgefühl der Regierung gegenüber den Menschen in Japan, dem vorgegebenen Verwantwortungsbewusstsein gegenüber der deutschen Bevölkerung.

Während Merkel ihre Sorge und ihr Mitgefühl mit Betroffenen ausgiebig hervorhob, übermittelte sie nur spärliche konkrete Informationen zu den politischen Konsequenzen.
Dies ist zweifellos als geschickt zu einzuschätzen: die Betonung ihrer Gefühle ist fraglos geeignet, um ihr Ansehen in der Bevölkerung zu verbessern oder zu stabilisieren. Auf der anderen Seite sind die real von ihr gemachten Zusagen zu einer möglichen Abkehr von der Atompolitik auf einem derart geringfügigen Level angesiedelt, dass es ihr gelang, mit minimalen Zugeständnissen Bedrohungen, die die Entwicklung der nuklearen Katastrophe für die schwarz-gelbe Energiepolitik verursachen könnten, weitestgehend abzuwehren. Letztlich ist unterm Strich festzustellen, dass sich die schwarz-gelbe Regierung zu nichts verpflichtet hat und aus der abgegebenen Erklärung praktisch keine Änderung des bisherigen Kurses folgt.

Zugesagt wurden a) eine Überprüfung der deutschen Atomkraftwerke und ihrer Sicherheit. Eine solche Massnahme kostet wenig. Sie ist, wenn sie mit vergleichbarer Konsequenz, wie im Rahmen der Finanzkrise der sogenannte „Bankenstresstest“, durchgeführt wird, letztlich belanglos: nach dem (EU-weiten) Bankenstresstest versanken die hierbei ebenfalls geprüften irischen Banken anschliessend im Desaster und mussten mit fast 100 Milliarden gerettet werden. Diese Art der „Prüfungsmassnahmen“ vermittelt aber dafür der Regierung, die sie anordnet, den Bonus, tatkräftig Krisenmanagement zu betreiben und kommt beim Wähler, der in der Regel Sinn und Konsequenz solcher Massnahmen nicht genau beobachtet, vorteilhaft an.

Zum anderen wurde b) ein „Moratorium der Laufzeitverlängerung“ um drei Monate- was auch immer damit gemeint sein mag. Im äußersten Fall folgt hieraus, dass etwa die Kraftwerke Biblis A und Neckarwestheim während dieser drei Monate abgeschaltet würden. Ein Gesetz soll hierzu nicht beschlossen werden, sondern eine einvernehmliche Klärung mit den Kraftwerksbetreibern stattfinden.

Dies Verfahren lässt die Option offen, dass zum Beispiel nach der Landtagswahl in Baden-Württenberg von den Kraftwerksbetreibern die mangelnde gesetzliche Grundlage oder andere Divergenzen geltend gemacht werden, um den Betrieb dieser temporär stillgelegten Anlagen wieder aufzunehmen.

Insgesamt konnte so bei minimalen Abstrichen gegenüber den Interessen und Umsätzen der Energiekonzerne eine Lösung und öffentliche Darstellung erreicht werden, mit der sich Angela Merkel als Krisenmanagerin profiliert, während sie tatsächlich nahezu nichts tut, ausser den Kraftwerksbetreibern etwas Rücksicht auf den Wahlkampf der CDU in Baden-Württenberg abzuverlangen und ihre Kapazitäten vorübergehend umzuschichten.

Mit der heutigen Erklärung setzt Angela Merkel die Politik fort, die sie seit Antritt ihrer Kanzlerschaft auszeichnet: anliegende Themen und Probleme mit aufwendigen Ankündigungen von konsequenten Massnahmen und gründlichen Politikansätzen zu adressieren, wie etwa zu Beginn ihrer Amtszeit den Klimaschutz. Sobald anschliessend die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nachließ, bemerkten Beobachter, die sich nicht täuschen ließen – eine Minorität, die meistens keinen Zugang zu Kanälen der Veröffentlichung hatte – wie von Angela Merkel tatsächlich eine Politik betrieb, die ihren Ankündigungen zum Teil diametral widersprach. So etwa den Klimaschutz betreffend, als sie die Verschärfung von Abgasvorschriften von seiten der EU blockierte oder den massiven Ausbau von Kohlekraftwerken vorantrieb. Ähnliches ereignete sich in fast allen Politikfeldern, in denen von seiten der Bevölkerung Interessen und Dispositionen bestanden, die denen der großen Industriekonzerne oder der NATO widersprachen, wie etwa im Fall der Regulierung der großen Banken, die nach wie vor dieselben Geschäfte mit Derivaten und Zweckgesellschaften in Steueroasen nahezu uneingeschränkt betreiben können, die zum Crash der Finanzkrise führten..

Mit diesem Ergebnis er aktuellen Pressekonferenz zum Moratorium der Laufzeitverlängerung haben Angela Merkel und ihre PR-Berater wieder ein Meisterstück der modernen Propaganda präsentiert. Es wird vermutlich nicht das letzte gewesen sein. gw 14.03.11 2119

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=6712378

Originalartikel bzw. ergänzende im Redaktionspool medienwatch und http://www.meta-info.de hier

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Memo vom Weihnachstmann: „Als man sich noch lustig machen konnte“

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– Es hat “Puff” gemacht!

– (Mutti) Spielt Vati jetzt wohl mit Dicki das schöne neue Spiel?
– (Vati) Schau mal Dicki! … (hebt den Deckel des Spiels hoch) Wir bauen uns ein Atomkraftwerk! Da sind Bäume, Häuser, Kühe und Menschen … Die möchten gern ein schönes Atomkraftwerk haben … und da bauen wir es hin … (beginnt zu bauen)
– Entzückend, die beiden … Ach, wenn doch jeden Tag Weihnachten wäre!
– (Vati setzt mit der Spielanleitung in der Hand die einzelnen Teile zusammen) … Das ist der kleine Neutronen-Beschleuniger und das Kühlsystem … Schau mal, Dicki … das ist die Brennkammer … Und jetzt stecken wir diesen winzigen Uranstab ganz vorsichtig in die Brennkammer und setzen die Sicherheitskuppel oben drauf … fertig!
– Darf Mutti auch mal zugucken?
– Wenn wir irgendwas falsch gemacht haben, dann soll es jetzt “Puff” machen … dann fallen alle Häuser um und alle Kühe und Menschen …
– Phantastisch!
– Aber es hat nicht “Puff” gemacht … (Das kleine Atomkraftwerk explodiert und durchschlägt den Fußboden. Durch das Loch sieht man im darunter liegenden Stockwerk ein älteres Ehepaar beim Essen sitzen.)
– Es hat “Puff” gemacht!
– Entzückend!

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IPPNW-Pressemitteilung vom 14.3.2011

Sicherheitsüberprüfungen für Atomkraftwerke fanden längst statt

2. Alle deutschen Reaktortypen weisen zahlreiche gravierende Sicherheitsdefizite auf. Auch die zuletzt in Deutschland errichteten Konvoianlagen haben gefährliche Sicherheitslücken bei der Störfallbeherrschung, bei den Notfallmaßnahmen wie auch hinsichtlich der Kernschmelzfestigkeit. Ein Blick in die „Nachrüstliste“ der deutschen Atombehörden vom September 2010 zeigt für Teilbereiche, wo es in deutschen Atomkraftwerken überall klemmt.

3. Die deutschen Atomkraftwerke entsprechen nicht dem atom- und verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Stand von Wissenschaft und Technik. Das ist der Bundesregierung bekannt und es muss ihr insofern auch klar sein, dass der Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland rechtswidrig ist.

4. Mit Neckarwestheim-1 in Baden-Württemberg und Biblis A in Hessen möchte die Bundesregierung jetzt möglicherweise zwei Atomkraftwerke ausgerechnet in den Bundesländern vorübergehend vom Netz nehmen, in denen eine Landtagswahl bzw. Kommunalwahlen stattfinden. In beiden Fällen handelt es sich um Atomkraftwerke der zweiten Druckwasserreaktor-Generation. Zu diesem Reaktortyp gehören aber auch die Anlagen Biblis B und Unterweser in Niedersachsen. In Niedersachsen wird derzeit aber nicht gewählt. Daher scheint das Atomkraftwerk Unterweser sicherer zu sein als Neckarwestheim-1. Eine solche an Wahlterminen orientierte Sicherheitsphilosophie ist selbstverständlich rechtswidrig.

5. Die Siedewasserreaktoren der Baulinie 69 (Isar-1, Phillippsburg-1, Brunsbüttel, Krümmel) zählen zweifellos zu den gefährlichsten deutschen Atomkraftwerken. Warum werden diese nicht stillgelegt? Auch in Bayern wird derzeit nicht gewählt. Ist der bayerische Siedewasserreaktor Isar-1 deswegen in den Augen der Bundesregierung besonders sicher?

6. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, die Lage nach dem Moratorium werde eine andere sein als vor dem Moratorium. Ist das so zu verstehen, dass Biblis A und Neckarwestheim-1 für die Bundesregierung und die Atomindustrie jetzt die Bauernopfer sind, um Wahlen nicht zu verlieren und ansonsten so weitermachen zu können wie bisher?

7. Wie glaubwürdig ist das Bekenntnis zu den erneuerbaren Energien, wenn das Erneuerbare-Energien-Gesetz beständig und systematisch ausgehöhlt wird und die vorrangige Einspeisung der Erneuerbaren beseitigt werden soll? Die Bundesregierung hat dem dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien den Kampf angesagt und es ist bislang nicht erkennbar, dass sich an diesem verantwortungslosen Kurs irgendetwas geändert hätte.

Kontakt: Henrik Paulitz (Atomenergieexperte), Tel. 0032-485-866 129, Angelika Wilmen (Pressesprecherin), Tel. 0162-205 79 43
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, http://www.ippnw.de

http://www.ippnw.de/startseite/artikel/cc639851d8/sicherheitsueberpruefungen-fuer-atom.html

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Atomarer Notstand in Japan nach schwerem Erdbeben

Japan ist vom schlimmsten Erdbeben seiner Geschichte heimgesucht worden. Eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle überrollte die nordostjapanische Küste. In dieser Not sind die Menschen einer weiteren Gefahr ausgesetzt: Im Katastrophengebiet liegen mehrere große Nuklearanlagen. In Japan herrscht der atomare Notstand. Wir informieren rund um die Uhr, der Nachrichtenlage entsprechend, über den Stand der Dinge. (Zeitangaben nach MEZ. Japan: MEZ + acht Stunden.) 15.03.2011

http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/erdbeben_in_japan_regierung_ruft_atomaren_notstand_aus/

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attac-d liste: [::]

DIE SICHERHEIT DER AKWs
Wladimir Tschernosenko war einer der Helden von Tschernobyl. Er hat nach den Rettungsversuchen in Tschernobyl bis zu seinem Krebstod die Welt vor dieser Technik versucht zu warnen!
Auf die Frage eines SIEMENS-Ingenieurs in Hanau, ob er nicht wüßte, dass deutsche AKWs sicherer seien, hat er geantwortet: “Das stimmt. Sie explodieren später.”
Die vielen Helden von Tschernobyl, leben heute nicht mehr.

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+++Havariertes AKW Fukushima+++16.03.2011
Japan muss Einsatz von Löschhubschraubern stoppen
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,751203,00.html

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100.000 Kinder in Japan obdachlos
+++ Experte: Evakuierung Tokios unmöglich +++15.03.2011
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750954,00.html

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News-Ticker zu Japan: Schweres Nachbeben vor Ostküste
Dienstag, 15. März 2011, 0:51 Uhr, Aktualisiert 12:16 Uhr
Vor der Ostküste hat sich ein Nachbeben der Stärke 6,3 ereignet. Im havarierten AKW Fukushima 1 explodierte in der Nacht (MEZ) erneut ein Reaktor. Darauf wurde massiv erhöhte Strahlung gemessen. Auch um Tokio stiegen die Werte auf das Zehnfache. Die UNO entwarnt: Winde würden die radioaktiven Substanzen aufs Meer treiben.
http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/03/15/International/Katastrophe-in-Japan/News-Ticker-zu-Japan-Schweres-Nachbeben-vor-Ostkueste

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Gozilla als filmisches Produkt radioaktiver VERStrahlung: da meinte man inhaltlich + dramaturgisch durch besiegen des „Giganten-Monsters“ (des reflexivnegativdialektischen Naturbegriffs?) alles wieder im Griff zu haben: mutierte, degenerierte Wesen in der Tier und Menschenwelt mit „Doppel(fisch)kopfkörper“ und anderen „Verwachsungen“ waren/sind nach Tschernobyl infolge der Verstrahlung und parelleler Chemiekeulen in weiteren Kontexten etc. keine Seltenheit. Vieles an „Erscheinungen“ und DeGENerationen wurde/wird unterdrückt oder relativiert.
Nachhaltige Schäden des lymphischen Systems – der vererblichen DNA etc. -„Entwicklungsstörungen und Veränderungen“ bei Embryonen und Krebstod etc.ppppppp sind die Folge.

unermesslich schrecklich
Allein die Vorstellung verstrahlt uns nachhaltig mit und verstärkt den Anteil der gesellschaftlichen Depression und anwachsende Verzweiflung weltweit. Und DIE (= Manipulatoren des neoliberalen Korsetts) spekulieren rechnend von wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Dachs eh DAX… jst

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Tschernobyl-Memo 2006

Die Zone

Im Norden der Ukraine wachen Tausende von Technikern über die Reste des Reaktors von Tschernobyl, der vor 20 Jahren explodierte. Trotz der Strahlung wollen viele Menschen in der Umgebung leben. Zapretnaja zona – verbotenes Land. Von Erwin Koch
http://www.zeit.de/2006/15/Tschernobyl

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Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen

https://medienwatch.wordpress.com/2011/01/31/lesetage-selber-machen-%E2%80%93-vattenfall-tschuss-sagen/

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NO APOCALYPSE NOW!

Berlin, den 14.März 2011
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Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
wir, Kunstschaffende aus Deutschland, fordern Sie auf, im Angesicht der atomaren Katastrophe in Japan, den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergie in diesem Land sofort rückgängig zu machen.

Spätestens nach diesem schwerwiegenden Unfall in Fukushima müssen alle sehenden und denkenden Menschen begriffen haben, dass hier die Zukunft der Erde zerstört wird.

Es ist nicht hinnehmbar, in den letzten Tagen beobachten zu müssen, wie Ihre Koalition versucht, ihre Fehlentscheidung im Bezug auf den Atomausstieg zu rechtfertigen.

Fakten sind:

ES GIBT KEINE SICHEREN ATOMKRAFTWERKE!
DIE ENTSORGUNG DES ATOMAREN MÜLLS IST NICHT GEKLÄRT!
ES GIBT WELTWEIT KEINE SICHEREN ENDLAGER!

Wir zitieren Sie:
“Der Mensch mit seiner unveräußerlichen Würde und Einzigartigkeit muss im Mittelpunkt der Politik stehen.”

Deshalb fordern wir Sie auf:
Haben Sie den Mut für Ihre eigenen Werte einzustehen. Schützen Sie die Zukunft dieser Erde und der Menschen.

Stoppen Sie den atomaren Wahnsinn in Deutschland- JETZT.

Setzen Sie sich für einen Atomausstieg in ganz Europa ein.

SIE HABEN DIE MÖGLICHKEIT DAZU,
NEHMEN SIE DIE VERANTWORTUNG JETZT AN.
NICHT, WENN ES ZU SPÄT IST UND NUR NOCH SCHULDIGE FÜR GEMACHTE FEHLER GESUCHT WERDEN.
IN JAPAN IST ES ZU SPÄT.

UNSER MITGEFÜHL IST BEI DER JAPANISCHEN BEVÖLKERUNG.

Gezeichnet:
Clemens Schick, Inga Humpe, Tommi Eckart
Um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, laden wir zu einer mahnwache ein:

diesen mittwoch, den 16.3. 2011
um 14:00 uhr –
willy brandt straße 1
vor dem bundeskanzleramt

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http://www.hauptstadtblog.de/

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Ausschnitt: Beuys-Plakat 1985 gfok-archiv  [::] ………………………….

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Deutsche Künstler fordern in einem offenen Brief die Kanzlerin zum Atomausstieg auf

Nach der Reaktorkatastrophe in Japan haben nun zahlreiche deutsche Künstler einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben. Die Schauspieler und Musiker fordern von der Regierung den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. In dem Brief an Frau Merkel heißt es – Zitat: „Spätstens nach diesem schwerwiegenden Unfall in Fukushima müssen alle sehenden und denkenden Menschen begriffen haben, dass hier die Zukunft der Erde zerstört wird.“ Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen Götz George, Udo Lindenberg und Peter Fox. Mehr

http://www.dradio.de/kulturnachrichten/201103161600/2

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Mittwoch, 16. März 2011 16:30 Uhr

Leipziger Buchmesse startet eine Spendenaktion für Japan

Die Leipziger Buchmesse will für Japan sammeln. Während der morgen beginnenden vier Messetage soll eine Spendenaktion laufen, kündigte Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner an.- Einer der beiden Aussteller aus Japan, ein Comic-Verlag aus Tokio, hat seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. Auch der deutsch-japanische Übersetzerpreis soll mit Rücksicht auf die Katastrophe in dem Land dieses Jahr nicht verliehen werden. Japanische Mangas spielen bei der Buchmesse traditionell eine große Rolle.

http://www.dradio.de/kulturnachrichten/201103161600/1

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Japan: im Griff des Energiemonopolisten

Staaten als Geiseln großer Energie- und Ölkonzerne

Der sich abzeichnende Super-GAU des Kraftwerks Fukushima und seiner 4 Reaktorbloecke reiht sich ein in das Muster der Mega-Katastrophen, die von großen Konzernen bisher verursacht wurden. Zu den bekanntesten Vorlaeufern dieses Ereignisses ist die Oelkatastrophe des BP-Konzerns zu rechnen. Die Ablaufmuster gleichen sich weitgehend: ein monopolistischer Konzern nutzt seine Macht, um sich praktisch jeder Aufsicht zu entziehen, minimiert seine Kosten und nimmt Staat und Bevoelkerung als Geisel unverhaeltnismaessiger Risiken.

Bei dem japanischen Energiekonzern TECPCO handelt es sich um einen der global groeßten Energiekonzerne: er liegt nach EON, der franzoesischen (ueberwiegend staatlichen) EDF, der deutschen RWE auf dem vierten Platz. Er verfuegt ueber eine Anzahl von 17 Atomreaktoren, die der Zahl entspricht, die derzeit in Deutschland insgesamt in Betrieb befindlich sind.. Wie die anderen Konzerne in dieser Spitzenliga der Monopolisten ist er aus einem Staatsunternehmen hervorgegangen, das privatisiert wurde. Auch in diesem Fall gilt die Praxis, dass Einnahmen und die erheblichen Gewinne an private Kapitaleigner fließen, waehrend die Risiken weiterhin die Oeffentlichkeit belasten.

Regierungen und Behoerden als Hilfsagenturen der Konzerne
In praktisch allen Faellen der erwaehnten Energiekonzerne – und in vergleichbarer Form zu beobachten auch im Fall des Oelkonzerns BP – laesst sich feststellen, dass eine Kontrolle von seiten der jeweiligen Regierungen und staatlichen Instanzen praktisch nicht mehr besteht, sondern hoechstens vorgetaeuscht wird, sobald gravierende Vorfaelle in der Oeffentlichkeit die Frage nach der Verantwortlichkeit erregen.

Beispielhaft war dies in den USA zur Zeit der großen Oelkatastrophe im Golf von Mexiko zu beobachten: Praesident Obama aeußerte sich mehrfach mit unverhohlener Kritik am Krisenmanagement des Konzerns. Seine Erklaerungen blieben gleichzeitig ueberwiegend folgenlos, bis auf wenige „Bauernopfer“ unter den Verantwortlichen der zustaendigen Behoerden.

Ungeachtet der von seiten der Regierung und der Medien geaeußerten Kritik ueberließ man der BP in vollem Umfang die Leitung des Krisenmanagements, die Kontrolle des Informationsflusses und einer Bereinigung der PR zur Schadensbegrenzung fuer den Konzern. Die in der Exekutivfunktion zustaendige US-Behoerde, die Kuestenwache am Golf von Mexiko folgte den Anweisungen, die von der Konzernzentrale der BP kamen und verbannte in deren Auftrag etwa unerwuenschte Journalisten und Beobachter von den verseuchten Straenden.

Aehnliches ist aktuell in Japan zu beobachten: bei genauerem Hinsehen faellt auf, dass die japanische Regierung die Funktion uebernommen hat, die Massnahmen des TEPCO-Konzernmanagements der Bevoelkerung zu vermitteln. Diese Funktion machte sich auch an der Kleiderordnung im Rahmen der oeffentlichen Auftritte fest: die Mitglieder der Regierung erschienen vor den Kameras in Uniformen des Werk- bzw. Katastrophenschutzes. Das TEPCO-Management hingegen machte seine Fuehrungsrolle deutlich durch seinen Auftritt in Anzug und Krawatte.

Es stellt sich die Frage, ob der kolportierte „Wutausbruch“ des Ministerpraesidenten Kan nicht ebenfalls im Kontext der oeffentlichen Inszenierung zu sehen ist: er konnte hiermit die infrage gestellte Autoritaet der Regierung stabilisieren, in einer Situation, in der die Machtvollkommenheit des Konzernmanagements bereits offensichtlich wurde, waehrend sich die Regierung degradiert fand in der Rolle von „Hampelmaennern“.

Ungeachtet dessen aenderte sich auch anschliessend nichts am Verhalten der Regierung, die weiterhin die Funktion als PR-Organ des Konzerns ausfuehrte und diesen darin unterstuetzte, eine fast vollstaendige Intransparenz und Vernebelung der tatsaechlichen Vorgaenge am Ungluecksort aufrechtzuerhalten. Dies entspricht praktisch vollstaendig dem Verhalten der US-Regierung waehrend der Oelkatastrophe im vergangenen Sommer, als die Regierung dem BP-Konzern half, kritische Informationen – etwa nach der Menge des ausstroemenden Oeles oder der Toxizitaet der Detergentien – der Oeffentlichkeit vorzuenthalten und unabhaengigen Beobachtern und Experten den Zugang zum Katastrophengebiet und zu den relevanten Daten zu verweigern.

Die erkennbaren Parallellen sind in einer Weise bemerkenswert, dass es nicht mehr erstaunen wuerde, sollte ein Handbuch, eine Anleitung oder ein entsprechendes Trainingskonzept von Agenturen zum professionellen PR-Management fuer Konzernfuehrungen und Regierungsangehoerige oeffentlich werden.

Regierungen als ausfuehrende Organe der Großkonzerne
Darueberhinaus offenbaren sich starke Parallellen in dem Verhalten und den Strukturen, die die Konzerne in der Vergangenheit an den Tag legten: sowohl die BP wie auch TEPCO haben mehrfach in gravierender Form und vorsaetzlich gegen geltende Sicherheitsmassregeln verstossen. Dies geschah in einem Ausmass, dass es schliesslich zu einer oeffentlichen Untersuchung kam (bei der BP nach der Explosion einer Raffinerie in Texas, bei TEPCO nach groben Unregelmaessigkeiten und systematischen Faelschungen von Sicherheitsprotokollen), infolge derer die groben Verstoeße und Fahrlaessigkeiten oeffentlich wurden, jedoch mit so vernachlaessigbaren Sanktionen belegt, dass sie eher als Ermutigung zur Fortsetzung dieser Praxis wirkten.

Die Praxis, dass die Regierungen großer westlicher Industriestaaten effektiv als ausfuehrende Organe zugunsten der Belange großer, mehr oder weniger monopolistischer Energie- (oder Oel-)Konzerne agieren, ist kaum anders auch in Deutschland zu beobachten: ob im Rahmen der Vorgaenge um die Privatisierung der urspruenglich staatlich bzw. kommunalen Energieversorger, beim Enstehen des Energiemonopolisten EON mithilfe der ersten rot-gruenen Bundesregierung und Wirtschaftsminister Mueller oder der von der schwarz-gelben Koalition unter Merkel durchgesetzten Laufzeitverlaengerung unter skandaloesen Bedingungen wie einer Abschwaechung der Sicherheitsauflagen: feststellen laesst sich, dass jede Kritik oder „Opposition“ gegenueber den Interessen und Anspruechen der großen Energiekonzerne nicht ueber Lippenbekenntnisse, die den jeweiligen Politikern helfen, jeweils bevorstehende Wahlgaenge zu absolvieren, hinausgehen. gw, metainfo 16.03.11 17.39

http://en.wikipedia.org/wiki/Tokyo_Electric_Power_Company

http://www.stern.de/wirtschaft/geld/fukushima-betreiber-tepco-japans-luegnerischer-energeriese-1663915.html

http://news.web-hh.de/?site=metainfo&lid=33686

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Atomare Landesgeschichte Japans

Katastrophal friedliche Nutzung

Nach Hiroshima und Nagasaki: Warum ausgerechnet Japan, das bittere Erfahrungen mit radioaktiver Strahlung hat, auf Atomenergie baut. VON CHIKAKO YAMAMOTO  * 17.03.2011
http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/katastrophal-friedliche-nutzung/

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Kommt der Atom-Ausstieg trotz der Schwäche der Anti-AKW-Bewegung?

Die Anti-AKW-Bewegung offenbart in den vergangenen Wochen eine erstaunliche Schwäche und nach den gegebenen politischen Kräfteverhältnissen müsste es nahezu an ein Wunder grenzen, wenn sie im Nachklapp des Desasters von Fukushima diese Gelegenheit zur Durchsetzung nutzen könnte.
Bereits zum Beginn ihrer Kanzlerschaft ereichte es Angela Merkel, als „Klimakanzlerin“ etikettiert zu werden. Nichts von dem, was sie anschliessend tat – etwa die Ernennung des Vattenfall-Chefs Göranson zum Klimaschutzbeauftragten, der Beschluss zum großzügigen Ausbau von Kohlekraftwerken, die Blockade von Abgasbestimmungen bei der EU usw. rechtfertigte den Eindruck, dass sie sich für den Klimaschutz einsetzte.
Ungeachtet dessen gelang es ihr und den ihr zugetanen Medien, die Fassade jahrelang aufrecht zu erhalten, ohne irgendetwas dafür zu tun.

Was aktuell vonstatten geht, offenbart starke Ähnlichkeit mit diesem Verfahren, dass sie auch anwandte, um hunderte Milliarden Steuergelder den Großbanken zu übereignen, ohne diese zur Verantwortung zu ziehen oder auch nur ernsthaft zu kontrollieren, wie sie öffentlich glauben machte.
Das Publikum / die breite Bevölkerung lässt sich täuschen durch die öffentlichen politischen Inszenierungen.
Kaum jemand fragt heute, an welchem Punkt sich das Atomausstiegsgesetz der Bundesregierung befindet. Ebenfalls wird kaum moniert, dass längst existierende Regulierungs- und Kontrollvorschriften von der Bundesregierung – auch nun, nach Fukushima – nicht in Kraft gesetzt werden.

Bis auf einen, eher kleinen, harten Kern der Anti-AKW-Bewegung, lässt sich die große Mehrheit der Deutschen, die die nukleare Energieerzeugung stillgelegt sehen wollen, einlullen von den Versprechungen und Ankündigungen der Bundesregierung.. Kaum jemand hinterfragt die Hinhaltetaktik der Regierung, die alles im Vagen lässt, Kommissionen gründet aber keinen konkreten Beschluss fasst, während sie gleichzeitig umfassende, die Öffentlichkeit einhüllende Wortnebel zum Thema verbreitet. gw | – 24.04.11 0045

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Redaktionspool: medienwatch & metainfo

http://news.web-hh.de/?newsfull=1&lid=33712&print=1

Written by medienwatch & metainfo

März 14, 2011 at 15:29

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DAS PHILOSOPHISCHE LAZARETT: „Kapitalismus und Depression“ + mehr

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Philosophischer Talk

DAS PHILOSOPHISCHE LAZARETT

„Ich kann ja mal darüber nachdenken“; das sagt sich so leicht. Aber die Dinge sind häufig verwickelter als sie bei Google erscheinen. Wo sind eigentlich die Dinge, die in den digitalen Katalogen nicht verzeichnet sind?  Und wissen wir nicht schon alles? Wir haben es ja im Fernsehen gesehen. Überall werden wir mit Informationen überflutet. Gibt es denn noch mehr? Liegt da hinter den Dingen noch etwas? Und wie verändern sich die Dinge, wenn wir selber denken? Kann man dem Denken  zuschauen? Wir wollen es versuchen. In loser Folge präsentiert der Logensaal „Das philosophische Lazarett“, einen philosophischen Talk zu, über und neben den Themen der Zeit, moderiert von der Kulturwissenschaftlerin Birgit Stammberger und dem Philosophen Ulrich Lölke.

TEIL 1: „Kapitalismus und Depression“

In den letzten Jahren hat die Zahl der psychischen Störungen drastisch zugenommen und mehr als acht Prozent der Arbeitnehmer sind in Folge von psychischen Diagnosen oft auf lange Zeit nicht mehr in der Lage ihrem Beruf auszuüben. Inzwischen lassen sich mit den Ratgebern psychischer Störungen Regale füllen, von der Aufforderung „Depression als Lebenschance“ zu begreifen bis zur Frage, wie krank uns unsere Gesellschaft macht, wird die Thematik in allen Bereichen der Kultur, Literatur und in den Sozialwissenschaften aufgenommen. Da ist die Rede von der depressiven Gesellschaft und ein anderes Mal vom „erschöpften Selbst“. Die Gesellschaft sei dabei, ihre Normen und Werte dem Gewinnstreben zu opfern. Dabei verliert der allgemeine Wohlstand, die Familie und soziale Verbände, weiterhin an Wert. Macht der Kapitalismus krank? Oder ist vielmehr die Psychiatrie an die Stelle der Sozialwissenschaften getreten und liefert uns in ihren Begriffen die neuen gesellschaftlichen Selbstbeschreibungen? Ist die Depression damit auch ein Ausdruck der Resignation vor der Überkomplexität des Kapitalismus? Was also ist los mit unserer Gesellschaft, in der die Depression nicht nur einen Gemütszustand beschreibt, sondern darüber hinaus sich als ein Instrument der Selbstbeschreibung eines Kapitalismus anbietet, in dem alles Möglich ist und in dem nichts mehr geht.

Freitag 25. März, 19:30 Uhr

http://www.logensaal-kammerspiele.de/programm/philosophisches-lazarett

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mehr …

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Ein teuflisches Projekt:

Goethes Faust und die kapitalistische Wirtschaft

https://medienwatch.wordpress.com/2009/06/22/ein-teuflisches-projekt-goethes-faust-und-die-kapitalistische-wirtschaft/

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Wenn Spielraum da ist, genügt ein Minimum, fast nichts, und alles ist da. Hannes Böhringer

http://www.kunst-imbiss.de/Kunst_Imbiss.htm

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Gunnar F. Gerlach

OHNE METAPHER – KP Brehmer
[..] Nur in der Transformation des Scheins erscheint die subversive Energie der Kunst: zwischen Subjektivität und Objektivität steht der noch erst werdende Mensch [..]
https://medienwatch.wordpress.com/2008/12/16/gunnar-f-gerlach-ohne-metapher-kp-brehmer/

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Gunnar F. Gerlach

«Fundgrube Warenhaus»
[..] Damit hat die affirmative Subversion die oppositionelle Negation ersetzt [..]
https://medienwatch.wordpress.com/vom-readymade-zum-name-dropping-duchamp-und-die-folgen/
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HafenCity: Kontinuität von Kisten, Kästen, Klassen und Kapital
[..] Die konstruktiv zu stellende Frage, die einer ernsten Diskussion bedürfte, wäre doch eher nach der Form-Inhalts-Korrelation zu stellen: Kisten, Kästen und Kontainer – auf denen das Wort „Kapital“ durchaus historisch legitim und sinnfällig als Logo angebracht ist – bilden als Produkte (inklusive der anhängenden, weiterbearbeitenden Technologien) und als (Transport-) Mittel durchaus den materiellen Reichtum der Freien und Hansestadt Hamburg. Als Vehikel des Kunst-Transfers, auch im Sinne der Dreifachgesichtigkeit des Begriffes „Vision“ (Vorstellung, Erscheinung, Traumgesicht) ist man dann doch zunächst irritiert: sollte ein sich selbst als affirmativ-subversiv verstehendes Projekt schon formal in die Falle eines einseitigen und zynischen „Kapital“-Begriffes gegangen sein und in seinem eigenen (und berechtigtem) Anliegen die Kunst als HumanKapital (im Sinne der Deutschen Bank etc.) in TransportKisten des Warenhandels stecken? [..]
https://medienwatch.wordpress.com/2009/08/28/hafencity-kontinuitat-von-kisten-kasten-klassen-und-kapital/
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Panoptikum: noroomgallery präsentiert den KunstHasserStammTisch: Bazon Brock
https://medienwatch.wordpress.com/panoptikum-noroomgallery-prasentiert-den-kunsthasserstammtisch-bazon-brock/

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Stipendiaten,  Kunsthaus Hamburg 2007

Gebrauchinformation

PDF Katalogtext Gunnar F. Gerlach_2007

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Written by medienwatch & metainfo

März 10, 2011 at 12:03

Veröffentlicht in Allgemein