medienwatch & metainfo (gfok)

Medienrecherche: Politik | Wissenschaft | Kunstprojekte

USA: Sozialistischer Senator zur Präsidentschaftskandidatur vorgeschlagen

leave a comment »

Sozialistisches Gedankengut bei Twitter in Top-Platzierung

Eine Ueberraschung bescherte der vergangene Freitag der amerikanischen Medienlandschaft: mit einer 8 1/2-stuendigen Rede vor dem Kongress wurde Bernie Sanders zum neuen Star der politischen Landschaft der USA. Sanders ist der einzige sozialistische Senator des US-Parlaments. Er praktizierte die sogenannte Filibustertaktik zur Verzoegerung unliebsamer Gesetze – vor einem leeren Saal. Beeindruckte Zuschauer der Liveuebertragung jedoch gaben Empfehlungen auf Twitter ab, die ihn dort an die Spitze katapultierten; auch Google erreichte er eine Spitzenplatzierung.

Im Unterschied zur Tea-Party Bewegung geniesst Bernie Sanders nicht die Unterstuetzung vieler großer Medien und umfassendes Sponsoring amerikanischer Konzerne und der Wallstreet.

Waehrend die Anhaenger der Teaparty teilweise der extremen Rechten zuneigen, hat sich Sanders am linken Ende des politischen Spektrums im US-Parlament positioniert: er hat als einziger Senator dem Versuch der Republikaner widersprochen, den Sozialismus zu tabuisieren.

Viele, die seine Rede registrierten – im Senat selbst waren die Raenge ansonsten leer und nur der vorsitzende Senator, das Sicherheitspersonal und einige Touristen praesent, waehrend gleichzeitig die uebertragenden Server unter der Last der Zugriffe zusammenbrachen – sehen nun bei Sanders das Potenzial, der Protestbewegung der Tea-Party eine linke Alternative entgegenzusetzen.

Seinem Auftritt und seiner vor dem Kongress bescheinigten Zuschauer ein hohes Engagement: er nutzte die Gelegenheit unter anderem dazu, aus Briefen amerikanischer Buerger vorzulesen, in denen diese eigene Schicksale des sozialen Niedergangs beschrieben, des Absturzes in die Arbeitslosigkeit oder Obdachlosigkeit und klagte darueber, dass die großen Banken mit vielen Milliarden gerettet wuerden aber die Mittelschicht und die Armen im Land auf der Strecke blieben. Anlass war die Entscheidung Obamas, das Gesetz zur weitgehenden Steuerbefreiung der reichen US-Buerger durch die Bush-Regierung, die das US-Haushaltsbudget um Hunderte Milliarden Dollar reduzierten. Der Plan der Republikaner zur Verlaengerung ergibt ueber die kommenden zehn Jahre eine Steuerentlastung der reichen Amerikaner  im Umfang von etwa 3900 Milliarden Dollar, also annaehernd 4 Billionen..

Neben den von ihm vorgelesenen Briefen ueber Einzelschicksale von durch die Krise betroffenen Buergern zitierte Sanders aus dem Buch „Third World America“ in dem Arianna Huffington die Entwicklung der USA auf das Niveau eines Entwicklungslandes beschreibt.

Fuer die Huffington Post wurde der Auftritt Sanders am Freitag zur Titelstory. Das Bloggerportal liegt in seiner publizistischen Reichweite auf Platz 146 weltweit (zum Vergleich: die Online-Portale der BILD-Zeitung und der Sueddeutschen Zeitung belegen Rang 190 bzw. 753).

Bei Twitter erreichte Sanders am Freitag die Spitzenplatzierung (weltweit); bei Google belegte er den zweiten Platz der Suchabfragen. Der Server des Senats zum Download seiner Rede war ueber Stunden blockiert. Wiederholt wurden Rufe laut / erschienen Blogeintraege, die Sanders zu einer Bewerbung um die Praesidentschaft aufforderten.

Hinsichtlich ihrer politischen Aufrichtigkeit bestehe zwischen Sanders und Obama ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht erklaerten Kommentatoren der Huffington Post.

Die Verlaengerung der Steuererleichterungen im Umfang von ca. 400 Milliarden Dollar jaehrlich fuer Reiche war von Obama den Republikanern als Kompromiss angeboten worden, um deren Zustimmung fuer die Verlaengerung der Arbeitslosenleistungen zu erreichen, die ansonsten auslaufen. Dies loeste bei der Fraktion der „progressives“, also der Linken innerhalb der demokratischen Partei, Empoerung aus. Wie auch Sanders vertreten sie die Position, dass man stattdessen haette haerter verhandeln muessen, um eine Verlaengerung dieses Steuererleichterungspakets, das das amerikanische Haushaltsdefizit um Billionen vergroeßert,  zu vermeiden. gw, 15.12.2010 metainfo

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33839/1.html

http://www.facebook.com/senatorsanders?v=app_2373072738&_fb_noscript=1

http://www.huffingtonpost.com/tag/bernie-sanders-filibuster

http://dwindlinginunbelief.blogspot.com/2010/12/bernie-sanders-for-president.html

http://www.mediabistro.com/galleycat/bernie-sanders-book-club_b19088

http://sanders.senate.gov/newsroom/news/?id=07C45D73-82A3-432D-9995-45C48D996EC5

http://voices.washingtonpost.com/ezra-klein/2010/09/putting_the_39_trillion_extens.html

Fuer vollständige Info / Quellen / Bildmaterial / Videos usw. den nachfolgenden angegebenen Link zum Beitrag aufrufen!

================

globalisierungskritische Nachrichten WWW.Meta-Info.De

Link zum Beitrag / Hintergrundinfo, Quellen oder Pressehinweis:

www.meta-info.de?site=metainfo&lid=33661

Redaktionspool – metainfo hamburg – www.meta-info.de

Advertisements

Written by medienwatch & metainfo

Dezember 15, 2010 um 19:01

Veröffentlicht in Allgemein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: