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Moshe Zuckermann: Buchpräsentation & Diskussion

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Moshe Zuckermann, „Antisemit!“
Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument

Am 19.11. in Kiel:
Freitag, 19. November 2010 um 19.00 Uhr
im Kieler Landeshaus, Schleswig-Holstein-Saal, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Buchpräsentation mit dem Autor Moshe Zuckermann
Moderation: Iris Hefets, Berlin

am 20.11. in Hamburg:
Samstag, 20. November 2010 um 19.00 Uhr
in der Heinrich-Wolgast-Schule, Greifswalderstr. 40, 20099 Hamburg
Buchpräsentation mit dem Autor Moshe Zuckermann
Eine Veranstaltung von ver.di

Das Buch zu den Veranstaltungen ist in jeder Buchhandlung oder direkt beim Verlag zu beziehen:

ISBN 978-3-85371-318-1, br., 208 S.

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Moshe Zuckermann, „Antisemit“
Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument

Antisemitismus ist eine der verruchtesten Formen moderner Ideologien. Diese Behauptung bedarf heutzutage keines Nachweises mehr, zu katastrophal waren seine Auswirkungen, als dass sie in Abrede gestellt werden könnte. Die Ächtung von Antisemitismus ist ohne jeden Zweifel eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Problematisch und kontraproduktiv wird es dort, wo ein vermeintlich kritischer Diskurs in herrschaftliches Bekenntnis umschlägt, wo Anti-Antisemitismus politisch missbraucht wird, wo sich eine vermeintlich kritisch auftretende Rezeption als ideologisch entpuppt.

Wenn beispielsweise Gegner der israelischen Vertreibungs- und Kriegspolitik wie Ilan Pappe oder Kritiker einer von ihnen identifizierten „Holocaust-Industrie“ wie Norman Finkelstein unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Antisemitismus Auftritts- und Diskussionsverbote erhalten, ist das eine demokratiepolitisch gefährliche Entwicklung. Mehr noch: Der Vorwurf des Antisemitismus dient israelischen Lobbies als Instrument, ihre Gegner mundtot zu machen, notwendige Debatten im Keim zu ersticken.

Moshe Zuckermann wagt eine Analyse dieser Entwicklung. Für ihn steht fest, dass die Verwendung des Antisemitismus-Vorwurfs als Parole im vermeintlichen Kampf gegen Antisemitismus „in eine fürchterliche Epidemie umgeschlagen ist.“ Längst schon sei sie zum Totschlag-Ideologem eines durch und durch fremdbestimmten Anspruchs auf politisch-moralische Gutmenschlichkeit geronnen. Ob man diese Epidemie heilen kann, wird sich erst erweisen müssen. Dass man sie erklären muss, scheint dringlicher denn je.

Die Vorstellung, geduldig warten zu können, bis sich diese Ideologie von selbst aufgelöst hat, ist irrig. Zu viel steht auf dem Spiel. Zu desaströs sind die Auswirkungen dieser Epidemie auf vernunftgesteuerte, emanzipative Bestrebungen der Gegenwart. Zu offensichtlich kommen gerade jene zu Schaden, die die historisch Verfolgten und ihre Nachkommen „beschützen“ wollen – freilich nicht zuletzt durch das Selbstverschulden derer, die sich im Wohlgefühl einer Solidarität suhlen, die keine ist und ihrem Wesen nach auch keine sein kann.

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Der Autor:

Moshe Zuckermann, 1949 in Tel Aviv geboren, ist Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. Als Sohn polnischer Holocaust-Überlebender entschloss er sich nach zehnjährigem Aufenthalt in Deutschland mit 20 Jahren zur Rückkehr nach Israel. Er gilt als profunder Kritiker israelischer Politik und tritt für eine Zwei-Staaten-Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts ein. Zuletzt ist von ihm auf deutsch das Buch „Sechzig Jahre Israel. Die Genesis einer politischen Krise des Zionismus“ (Bonn 2009) erschienen.

Pressestimmen zum Buch:
Moshe Zuckermann, „ANTISEMIT!“
Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument

Susann Witt-Stahl in „Neues Deutschland“ vom 5. Oktober 2010: „Statt dem real existierenden Judenhass entgegenzuwirken, glitte die Antisemitismuskritik mehr und mehr in Trivialisierung und parolenhafte Phrasendrescherei ab, schreibt der israelische Historiker Moshe Zuckermann. Noch nie seien »der konstruierte Zusammenhang von Zionismus, Israel, Shoah, Antisemitismus und Nahostkonflikt so weidlich instrumentalisiert, perfide ausgekostet und schändlich missbraucht worden« wie heute. (..) Zu diesem drastischen Befund kam Zuckermann nach akribischen Analysen von Reden, Interviews, Artikeln deutscher und israelischer Provenienz wie auch der Abgründe der Blogger-Szene. Zuckermann will der mit dieser Ideologie einhergehenden Beschädigung des Andenkens der Shoah-Opfer Einhalt gebieten.

Der „Schattenblick“ am 5. Oktober 2010: „Zuckermann faßt das heiße Eisen der Instrumentalisierung des Antisemitismus mit gebotener Ausführlichkeit und Konsequenz, aber vor allem im Zeichen eines emanzipatorischen Anliegens an, das zu negieren den Vorwurf seines ursprünglichen Gehalts beraubt und in ein Herrschaftsinstrument verwandelt, das gerade weil es nah am Wasser der Gesinnung gräbt, die es zu treffen vorgibt, von massiv zerstörerischer Wirkung sein kann.“

Die Plattform „http://www.antifaschista.wordpress.com“ am 22. Oktober 2010: „Die Denunziation von »Antisemiten«, wann immer es opportun erscheint, aber wurde erst in jüngerer Zeit zu einem beliebten Gesellschaftsspiel. Das begann mit dem Zusammenbruch der staatsozialistischen Systeme, als sich der Antikommunismus nicht mehr durch den Antifaschismus herausgefordert fühlen brauchte, weil sich nun auch Deutschland unter die »Sieger der Geschichte« einzureihen verstand. Der Paradigmenwechsel, vollzogen an dem seines kapitalismuskritischen Gehalts beraubten Antifaschismus, offenbarte sich an der Fokussierung auf den Holocaust als ein Ereignis jenseits der Geschichte von Klassenkämpfen. Nach Ansicht Zuckermanns ist der Antisemitismus-Vorwurf zum Fetisch geronnen.“


Promedia Verlag
Wickenburgg. 5/12
A-1080 Wien
promedia(a)mediashop.at
http://www.mediashop.at
http://www.verlag-promedia.de

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Israel | Gaza : Alles auf A wie Avnery & Alles auf Z wie Zuckermann

https://medienwatch.wordpress.com/2009/02/10/alles-a-wie-avnery-alles-auf-zucker-wie-zuckermann/

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Written by medienwatch & metainfo

November 15, 2010 um 16:49

Veröffentlicht in Allgemein

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