medienwatch & metainfo (gfok)

Medienrecherche: Politik | Wissenschaft | Kunstprojekte

Beschleunigte Ausplünderung des Gemeinwesens durch Banken und Großkonzerne + mehr

with one comment

konus-reichstag-bundestag-gfok-stange-gerlach-bpa-sw

fotos: jörg stange, gfok

.

Unter Angela Merkel gelang es in den vergangenen Jahren, die Ausplünderung des Gemeinwesens in einem Ausmass zu beschleunigen, das bis dahin unbekannt war. Dies gilt auch für den Abbau von Demokratie und Bürgerrechten. Ermöglicht wurde dieser Fortschritt durch ein vielfach reibungsloses Zusammenspiel der Führungsetagen der Banken und Konzerne, der Regierungs- und Parteipolitiker sowie der großen Medien, deren Macht durch Monopolisierungsprozesse inzwischen soweit konzentriert ist, dass ihre Gleichschaltung ohne größere Umstände möglich wird.

Eine solche Gleichschaltung ist dabei nicht der Regelfall: dies würde die Täuschung des Publikums: man befinde sich in einem pluralistischen System der Pressefreiheit – zu sehr beschädigen. sie findet deshalb nur statt im Rahmen wichtiger politischer Kampagnen, bei denen sie immer selbstverständlicher umgesetzt wird. Letzteres zeigte sich insbesondere in Situationen bevorstehender, gravierender Entscheidungen, wie etwa den Parlamentsabstimmungen über die EU-Verfassung oder zur Bankenrettung.

In Kooperation mit den großen Medien gelang es für Angela Merkel ein politisches Profil zu inszenieren, dass sie ausgesprochen erfolgreich agieren lässt ungeachtet aller kritischer Anmerkungen, die ihr gegenüber gelegentlich in der Presse fallen.
Die von ihr betriebenen politischen Vorgänge erreichen vielfach ihr Ziel, indem sie oft „unter dem Radar“ der Opposition und anderer Instanzen sowie der Öffentlichkeit insgesamt lanciert werden, so dass die jeweiligen Massnahmen oder Gesetze als harmlos oder selbstverständlich erscheinen, auch wenn die Betroffenen dabei aufs Schwerste in den Nachteil versetzt werden, während Banken und große Konzerne, deren Interessen von Angela Merkel und ihrer Partei vertreten werden, ihre Positionen immer weiter ausbauen ihre Gewinne auf Kosten der Bevölkerung und der Allgemeinheit vervielfachen können. Merkels Profil der anscheinenden Harmlosigkeit war von unschätzbarem Wert, wenn es galt im Sinn der Interessen einer eher autokratisch gesinnten Elite und von Konzerninteressen massive wenn nicht putschistische Durchgriffe auf die Substanz des Gemeinwesens, der Demokratie und der Bürgerrechte durchzuführen. Hinter dieser Fassade konnte ihr gelingen, woran vermutlich Kohl oder Schröder gescheitert wären. Dass sie letztlich nur als ausführendes Werkzeug der großen Banken, der Automobilindustrie oder der Nuklearkonzerne diente, wurde vom Publikum und selbst von der politischen Opposition in der Regel nicht wahrgenommen oder thematisiert. Stattdessen konnte Merkel um ihr Handeln eine Aura der Exekution überparteilicher Interessen inszenieren – mit unablässiger Unterstützung der großen Medien: nie wurden ihr schwerwiegende politische Fehler, wie sie ihr als Mitverursacherin der Finanzkrise hätten angelastet werden können, indem sie z. B. im Jahr 2005 den steuerfreien Handel mit finanziellem Giftmüll forderte (und schließlich durchsetzte), entgegengehalten.

Zu den überzeugendsten Massnahmen dieser Art gehört zweifellos das Bankenrettungspaket, mit dem dreistellige Milliardenbeträge aus den öffentlichen Kassen zugunsten der Großbanken transferiert werden konnten.
Wie sich im nachhinein herausstellte, wusste anscheinend keiner der beteiligten Politiker, was tatsächlich geschah und insgesamt ist davon auszugehen, dass sich hieran auch heute wenig geändert hat. Die Kontrolle wurde effektiv abgegeben an die großen privaten Finanzinstitute unter Führung Josef Ackermanns. Wo die hunderte Milliarden, die für die „Bankenrettung“ ausgegeben wurden, versickerten, kann auch heute keiner der beteiligten Politiker zuverlässig erklären. Erlären konnten sie hingegen die Dringlichkeit, dass zur Rettung des „heiligen Grals“ der Moderne, der Großbanken und ihres Finanzsystems nahezu jedes Opfer recht sei, und dass es unfair sei, sich auch nur nach dem Verbleib der Milliarden zu erkundigen, die nun auf allen Ebenen des Gemeinwesens fehlen, die Politiker in Regelmässigkeit vom Bürger fordern lassen, den Gürtel noch enger zu schnallen und die zu immer weiter verschärftem Kahlschlag im sozialen Bereich, bei Kultur, Bildung und Umweltschutz führen.

Kein Politiker erklärt sich dabei für diese Konsequenzen verantwortlich, auch wenn er unmittelbar involviert war in die Vorgänge, die nun zur Austrocknung der Ressourcen des Gemeinwesens führten.
Stattdessen exekutieren sie heute das Sachzwang-Argument zur Begrenzung der infolge der Bankenrettung überbordenden Schulden und begründen damit die Streichung von Mitteln für Schulen, Kindergärten, für soziale Zwecke, Gesundheit, Bildung oder Kultur.
Sie fragen die Betroffenen, wo man denn sparen solle, wenn nicht bei ihnen.

Nicht selten erreichen sie den gewünschten Effekt der Spaltung und die Betroffenen reagieren nach dem St-Florians-Prinzip.
Nur wenige erkennen dabei den übergreifenden Kontext: dieser wurde etwa von Naomi Klain in ihrem Buch „die Schock-Strategie“ dargestellt: die Betreiber dieses Vorgehens stellen eine Notlage, eine Katastrophensituation her oder lassen sie eintreten (indem sie z.b. Gegenmassnahmen versäumen) und beuten anschliessend diese Notsituation für ihre Zwecke aus: hier werden Zwangsmassnahmen, Härte, Willkür, auch räuberisches Vorgehen und Plünderung durchsetzbar, die beim normal-gemäßigten Lauf der Dinge nicht zu begründen wären. Das Argument lautet dann, diese Massnahmen seien zwingend erforderlich und ohne weiteren Verzug, den eine Prüfung und gründliche Debatte verursachen würde, umzusetzen, wenn ein umfassender Schaden vermieden werden soll.

Im Fall der Finanzkrise wurde die Not durch das Verhalten der großen Finanzinstitute hergestellt; anschliessend konnte diese Notlage durch dieselbe Branche mit Hilfe von Finanzpolitikern und Kanzlerin Merkel ausgebeutet werden; auch darüberhinaus dient die prekäre finanzielle Lage dazu, den Fluss von Mitteln, die nicht den Interessen der Banken und großen Konzerne dienen – wie in den Bereichen Soziales, Bildung ,Kultur usw. – auf ein absolutes Minimum zu reduzieren: hierfür reicht das Geld ja nun nicht mehr.

Auch in Ländern, wie Griechenland, Irland und vielen anderen wurde die Austrocknung der öffentlichen Mittel durch die extensive Bankenrettung bewirkt. Bezahlen muss dafür nun die einfache Bevölkerung, besonders die ärmeren Schichten, die mit der Elite und den Finanzinstituten wenig oder nichts zu tun haben.

Der neoliberale Ansatz beinhaltete ein Konzept, das dem Staat seine finanziellen Mittel und seine Kontrollfunktionen weitgehend entzieht, um sie den Konzernen, der Finanzwirtschaft und der Industrie zugute kommen zu lassen. Wenn es nun zur Plünderung der Staatshaushalte aufgrund von „Fehlverhalten“ spekulierender Banken kam, dann werden damit im Ergebnis wichtige Schritte zugunsten der neoliberalen Agenda erzielt: den Staat auszutrocknen und zu entmachten.

In Deutschland wurde die Macht, etwa über den Verbleib von 500 Milliarden (Im Soffin) aus den öffentlichen Kassen zu entscheiden von der Politik an die Finanzwirtschaft abgegeben. Hier wurde ein wesentlicher Schritt zur Selbstentmachtung der demokratischen Instanzen getan, der nun in weiten Teilen Deutschlands finanzielle Notlagen bewirkt – zusammen mit vergleichbaren Vorgängen um die Landesbanken – WestLB, LBBW, BayernLB, HSH usw. – die von den privaten Großbanken in eine „Zuträger-Funktion“ manövriert wurden.

Der Einfluss der Großbanken und ihrer Lobby macht dabei vor kaum einer Partei halt: die lukrativen Pfründe, die diese an Politiker zu vergeben haben in Form etwa von Aufsichtsratspositionen, auch begünstigender Medieneinfluss, Einladungen zu einflussreichen Kreisen der ökonomischen und politischen Elite oder andere karrierefördernde Massnahmen entfalten genügend Attraktivität für Diejenigen, die nicht als politische Eintagsfliege enden möchten.
In den USA verfügt die Lobby der Wallstreet über ein Milliardenbudget, um im politischen Raum die eigene Agenda zur Durchsetzung zu bringen.

In ähnlicher Weise einflussreich sind auch die Führungen der großen Energiemonopole. Ihre Methoden der politischen „Landschaftspflege“ sind Legende. Auch ein Generalsekretär der CDU bezog von einem der Konzerne ein Gehalt für seine politischen Dienstleistungen, bis dies ruchbar wurde. Auch sind tausende von Landräten und anderen Kommunalpolitiker involviert in die Geschäfte der großen Energiemonopole.
Meist handelt es sich bei ihnen ohnehin um privatisierte politische Pfründe: bei den früheren kommunalen Energieversorgern, aus denen sie hervorgingen, fanden viele Angehörige der jeweiligen Regierungsparteien ihr Auskommen. Eine klare Trennlinie zwischen Wirtschaft und Politik war somit hier selten gegeben.
Ihr Einfluss auf politische Entwicklungen – insbesondere natürlich der Energiepolitik – gilt deshalb als selbstverständlich und unaufhaltsam.

Den letzten Beleg hierfür lieferten die Pläne der Regierung Merkel, ein neues Gesetz zu schneidern zur Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke, das exakt zugeschnitten war auf die Interessenlage der Konzerne.Ihre Belastungen wurden dabei – ungeachtet der Tatsache, dass sie sichere und üppige Gewinne einfahren, wie Gelddruckmaschinen – minimiert, ihre Macht damit zusätzlich aufgebläht.
Dass ihr Bestand, ihre Infrastruktur mit umfangreichen öffentlichen Mitteln zu dem wurde, was sie heute repräsentieren, wird nur noch selten erwähnt: diese Vorteile werden ohne Zögern privatisiert.

Für nicht zuständig jedoch erklären sie sich, sobald Notlagen das Gemeinwesen betreffen: in der Regel lässt man nur kleine Beträge aus der Portokasse fliessen für Sportveranstaltungen oder Kulturevents, wenn diese als tauglich erscheinen, um das Image des konzerns und seines Logos aufzuwerten.

Gleichzeitig lassen sie von der Politik schwerste Verstöße gegen Klima- und Umweltschutz, wie bei dem durch Merkel unterstützten massiven Ausbau von Kohlekraftwerken oder der stark risikobehaftetet Verlängerung des Betriebs von Atomkraftwerken absegnen, ungeachtet der Tatsache, dass grundlegende Probleme, wie die Entsorgung, ungelöst sind oder bisherige Ansätze, wie das Salzstocklager Asse, im Desaster mündeten.
Die nuklear ausgestatteten Energiekonzerne sind offensichtlich nicht bereit, die Verantwortung für den Betrieb ihrer Atommeiler zu übernehmen, ebensowenig, wie die Politiker, die ihn befürworten. Offenbar gilt hier die Maxime „nach uns die Sintflut“.

Diese Verfahren und Vorgänge, die unter anderen Regierungen einen Aufschrei des Protests und schwere politische Erschütterungen ausgelöst hätten, können unter Merkel so inszeniert werden, als seien sie legitim und tolerabel.
Dies könnte dadurch ermöglicht worden sein, dass viele weibliche Wählerinnen Merkel als Bonus zugute halten, als erste Frau ins mächtigste Staatsamt eingezogen zu sein, was sie jeder Kritik enthebt. Merkel geniesst darüberhinaus die uneingeschränkte Unterstützung der mächtigsten und durchschlagkräftigsten Medien, wie etwa Springers BILD-Zeitung. Brüche mit der Agenda der Elite, wie sie unter Schröder vorkamen, der sich nicht bereit fand, den Irakkrieg mit deutschen Truppen zu unterstützen und die US-regierung dazu zwang, sich mit einer „Koalition der Willigen“ zu begnügen, kommen unter Merkel nicht mehr vor. Umso uneingeschränkter ist der Rückenwind, den sie von den Instanzen der ökonomisch-politischen Elite erhält.

Auch die Tatsache, dass in der von den Medien regelmässig veröffentlichten Beliebtheitsskala der führenden Politiker und in der allgemeinen Wahrnehmung des Publikums praktisch durchweg Diejenigen Spitzenwerte verzeichnen, die von seiten der Medien mit Samthandschuhen behandelt werden, über die hier nur selten ein kritisches Wort fällt, während in Regelmässigkeit Beiträge und Interviews mit ihnen publiziert werden, die sie als uneingeschränkt seriös, als tüchtig und verantwortungsbewusst charakterisieren, während ihren Gegnern eben diese Qualitäten abgesprochen werden, wird in aller Regel nicht bemerkt.
Somit bleibt die Manipulierbarkeit der Wählerschaft mit den Mitteln der großen Medien weitgehend ungebrochen: sie sind es, die heute bestimmen, wer als Kanzlerkandidat einer Partei geeignet und zulässig ist; auch Frank-Walter Steinmeier war insbesondere auf Druck der Medien als Kandidat der SPD inthronisiert worden. Mit derselben Zuverlässigkeit wurde die missliebige Andrea Ypsilanti, die der herrschenden Agenda auf dem Feld der Energiepolitik eine Alternative entgegensetzen wollte, aus dem politischen Zusammenhang durch eine konzentrierte Kampagne eliminiert.
Eine Politik, die nicht den Interessen der großen Banken und Konzerne – und ihrer Verstärkung durch die Sprachrohre der großen Medien – folgt, ist unter diesen Umständen heute weitgehend ausgeschlossen. Dieser Umstand wird berücksichtigt durch die meisten führenden („Real“)-Politiker der SPD und der Grünen, und auch unter der „Linken“ wächst die „Einsicht“ in diese Art der „Notwendigkeiten“ – zumindest für Diejenigen, die den Fleischtöpfen des Systems, seinen Pfründen und Karriereperspektiven nicht dauerhaft fernbleiben wollen.

Dies System war nie so perfekt installiert und inszeniert, wie zum gegenwärtigen Zeitpunkt: insbesondere die Methoden der politischen PR und ihrer weitgehend perfekt koordinierten Medienpropaganda, die Pluralismus vortäuscht und mit dieser Täuschung und Desinformation noch eine große Mehrheit der Intellektuellen überzeugt: die subtil und fein ausdifferenzierte Ansprache unterschiedlichster Zielgruppen des Publikums, dem von seiten „linksliberaler“ Medien ein kritisches Profil vorgespiegelt wird, während dasselbe Blatt / derselbe Sender bei passender Gelegenheit einer in ihrer Substanz autokratisch geprägten, bürgerfeindlichen politischen Kampagne ihren Rückenwind gibt, kann heute als unübertroffen gelten: jeder Form von politischer Opposition und Widerstand steht damit eine Gummiwand gegenüber, ein in fast allen Köpfen verbreitetes Fluidum der Täuschung und Desinformation, das auf diesem Weg nahezu sämtliche Bemühungen um organisierte Gegenwehr zum Scheitern bringt – weil die an solchen Initiativen Beteiligten zumindest teiulweise selbst vom Virus dieser Desinformationen befallen sind.

Derweil bleibt anzumerken, dass sich zunehmend Ansätze unabhängiger Meinungsbildung – insbesondere mit den Mitteln des Internets entwickeln. Nachhaltige Wirkung können diese jedoch nur entfalten, insoweit die hierdurch Erreichten auf den weiteren Konsum der konventionellen, manipulativen Medien verzichten. Die suggestiven Wirkungen, die besonders über den Fernsehkonsum erzielt werden können und die eine Kontrolle durch die Rationalität unterlaufen, neutralisieren schnell jeden alternativ aufklärerischen Vorstoß: einem TV-Konsumenten zu einem stabil-souveränen politischen Bewusstsein zu verhelfen ist damit etwa so aussichtsreich, wie einen Kettenraucher von einer chronischen Bronchitis zu kurieren.
Da das Internet ungeachtet dessen noch in der Lage ist, unabhängige, kritische Inhalte zur Verbreitung zu bringen, sind Versuche, diese Freiheit und Unabhängigkeit sukzessive aufzuheben, wie sie aktuell zu beobachten sind durch den Google-Konzern im Bündnis mit führenden Telekom-Unternehmen, naheliegend.
Der Widerstand gegen diese Bemühungen kann deshalb nicht hoch genug eingeschätzt werden. gw- 26.09.10 [2005]

.

bundestag-reichtaggebaeude-gerlach-stange-gfok-zdf-ard-bertelsmann2011sw2

.

Trend zum Kampagnenjournalismus der Mainstreammedien

Wie Demokratie ersetzt wird durch Herrschaft der Medien und Konzerne
Die Entwicklung des Journalismus in den großen Medien hin zu kampagnenmäßig strukturierer Propaganda, die von uns bereits verschiedentlich untersucht worden war, wird seit einiger Zeit auch von Albrecht Müllerauf den „Nachdenkseiten“ beobachtet und beschrieben. Die zentralen Themen der neoliberalen Agenda – ob Lissabon-Vertrag, Hartz IV, eine nuklear und fossil ausgerichtete Energiepolitik, die Dominanz und Unantastbarkeit von Finanzzockereien in großem Stil, der allgemeine Sozialabbau – werden heute in Form von Kampagnen orchestriert dem breiten Publikum nahe gebracht.

Auch Personalien, die im Sinn des neoliberalen Systems als geeignete Führungskräfte betrachtet werden, erhalten den Rückenwind solcher Kampagnen, oder sie werden, falls sie als lästig und inkompatibel eingeschätzt werden, in teilweise massiver Form öffentlich demontiert, wie im Fall von Andrea Ypsilanti, als sie eine Energiepolitik zur Abkehr von Atom- und Kohlestrom betrieb. Wie dies durchgeführt wurde, hinterließ offensichtlich auch bei Albrecht Müller – früher Planungschef im Kanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt – nachhaltigen Eindruck.
Im Jahr 2008 wurde von uns beobachtet, wie die Führung der SPD im Effekt von den großen Medien übernommen wurde, die der Partei den Kanzlerkandidaten – Frank-Walter Steinmeier – vorschrieben und jede Alternative als inakzeptabel erklärten. Das unausweichlich nachfolgende Wahldesaster der SPD war dabei nicht unerwünscht: es ermöglichte mit der schwarz-gelben Koalition unter Merkel einen weitgehend lupenreinen neoliberalen Kurs.

Neben Steinmeier war als weiterer Spitzenpolitiker Peer Steinbrück involviert, um die Politik der ehemaligen Volkspartei auf neoliberalen Kurs zu zwingen. Steinbrück hatte bereits das Wahldesaster der SPD in Nordrhein-Westfalen verursacht, das anschließend in die große Koalition unter Merkels Kanzlerschaft führte.
Als Finanzminister unter Merkel ist ihm das „Verdienst“ zuzurechnen, den gewaltigen Transfer öffentlicher Mittel im Umfang von mehr als 500 Milliarden Euro zugunsten der großen Banken eingeleitet und abgewickelt zu haben. Nach einer ARD-Dokumentation zeichnete sich seine Amtsführung aus durch einen nahezu vollständigen Kontrollverlust, durch ein Fehlen praktisch jeglicher Aufsicht gegenüber den Vorgängen etwa um die „Bad Bank“ Hypo Real Estate, wie auch der IKB, für deren „Rettung“ er dreistellige Milliardenbeträge verfügbar machte aus dem Bundeshaushalt, den er damals vorgab zu sanieren. Sein „Krisenmanagement“ beinhaltete damit im Kern das Leeren der öffentlichen Kassen, deren Mittel etwa auf dem Weg über die Hypo Real Estate und über den mit 500 Milliarden Euro ausgestatteten Bankenrettungsfonds der Finanzindustrie, die sich verzockt hatte, übereignet wurden.

Ungeachtet dessen wurde er von den großen Medien gefeiert als „Krisenmanager“ und genoss durch den uneingeschränkten Rückenwind der Presse das Image als seriösester SPD-Politiker neben Steinmeier und entsprechend beste Umfragewerte.

Albrecht Müller – einstmals Mitglied der SPD-Regierungen unter Brandt und Schmidt – stellt derzeit auf den „Nachdenkseiten“ fest, dass aktuell wieder eine Kampagne der großen Medien zugunsten Steinbrücks betrieben wird mit dem offensichtlichen Zweck, Steinbrück und seine Lorbeeren als „Krisenmanager“ wieder herauszustellen, so dass er anschließend wieder als führender SPD-Politiker – möglicherweise erneut in einem Regierungsamt – recyclet werden kann.

Andere Kampagnen mit dem Zweck, systemkompatible Führungspolitiker aufzubauen und zu positionieren und andere zu beseitigen, betrafen, wie bereits erwähnt, Andrea Ypsilanti, deren angeblicher „Wortbruch“ zur gleichen Zeit gespiegelt wurde: nach den Wahlen in Hamburg, als sich dort die Grünen, trotz ausdrücklicher vorheriger Erklärungen, nicht mit der CDU zusammengehen zu wollen und obwohl CDU-Chef Beust das Kohlekraftwerk Moorburg, das die Grünen konfrontierten, mit der Brechstange durchsetzte, auf eine schwarz-grüne Koalition einließen. Der Hamburger Wortbruch erfolgte im Sinn der neoliberalen Agenda, und war deshalb kein Gegenstand einer kritischen Reflektion durch die Presse, während diese in Hessen Ypsilantis Gegner, Roland Koch bevorzugte, und ihr taktisches Vorgehen im Sinn der Umsetzung des SPD-Wahlprogramms mit allen Mitteln skandalisierte.
Nicht anders traf es Kurt Beck, der ebenfalls im Verlauf einer monatelangen Medienkampagne unter Mithilfe neoliberal gestimmter Parteigenossen zerlegt wurde, um durch Steinmeier ersetzt zu werden, um dessen Kanzlerkandidatur nicht im Weg zu stehen.

Inzwischen kann festgestellt werden, dass wichtige Personalentscheidungen einer Partei in hohem Maße davon abhängig sind, ob der jeweilige Kandidat die Gewähr bietet, von den großen Medien geduldet zu werden: somit sind es die Entscheidungen, die in den Chefredaktionen, den Verlags- und Sendeleitungen der Mainstreammedien getroffen werden, die in weit höherem Mass ausschlaggebend sind, als eine Befürwortung oder Ablehnung aus den Reihen der Partei selbst. gw

metainfo-redaktion
http://news.web-hh.de/?newsfull=1&lid=33636&rubrik=politik

http://www.youtube.com/watch?v=MyN0Etzgayc&feature=youtube_gdata_player
http://www.nachdenkseiten.de/?p=6804
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3574
http://www.nachdenkseiten.de/?p=6777
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E20259B938FD14F54BCA4988892892FAE~ATpl~Ecommon~Scontent.html

.

metainfo-redaktion

http://www.meta-info.de/

http://news.web-hh.de/?newsfull=1&lid=33637&rubrik=politik

http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/ein-parlament-entmachtet-sich-selbst/1484248.html

.

.

.

http://feuerloescher-tv2.blogspot.com/2010/10/mit-der-menschenkette-will-das.html

.

Elbphilharmonie bis Gänsemarkt

Menschenkette in Hamburg

In Hamburg sind die öffentlichen Ausgaben ungleich verteilt. Während auf der einen Seite Milllionen in Prestigeprojekte wie z.B. die Elbphilharmonie gebuttert wird, kürzt man bei Kitas drastisch. Nach der Menschenkette wird auf dem Gänsemarkt eine Abschlusskundgebung stattfinden. Alle Bürger sind aufgerufen an dieser Protestaktion im Rahmern der Kampagne „Gerecht geht anders“ teilzunehmen.

Weitere Informationen: http://www.gerecht-geht-anders-hamburg.de

.

.


http://www.financial-crimes.net/dreck-am-stecken.php

.

telepolis | medienwatch

Memo: Wie der Inhalt des Rettungspakets in der Kasse der Deutschen Bank landet

Wie der Inhalt des Rettungspakets in der Kasse der Deutschen Bank landet

26 Jan, 2009 metainfo  Hier

.

Menschenkette in Hamburg gegen »Sozial & Kultursparwahn« 2010 Fotos: Jörg Stange, gfok

.

Heiner Geißler über Hartz-IV-Neuregelung

„Davon lässt sich nicht würdig leben“

CDU-Politiker und Attac-Mitglied Geißler fordert höhere Steuern, um eine Anhebung des Arbeitslosengelds II finanzieren zu können. Er erinnert die CDU an ihr christliches Menschenbild. * 27.09.2010
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/davon-laesst-sich-nicht-wuerdig-leben/

.

Rudolph Bauer: Bürgergesellschaft als Bertelsmann-Projekt

https://medienwatch.wordpress.com/burgergesellschaft-als-bertelsmann-projekt/

Kulturszene Hamburg: Kampfansage + mehr

https://medienwatch.wordpress.com/2010/09/24/kulturszene-hamburg-kampfansage/

Das „Studio Braun“ bläst dem gegenwärtigen Bürgermeister Ahlhaus und „seinem“ mit 1,5 Millionen geförderten und favorisierten Hamburger Polizeiorchester und der Finanzbehörde am Gänsemarkt den Marsch. Menschenkette in Hamburg..

.

Anmerkungen zum Sparkurs in Norddeutschland

Von Annette Schneider
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1279843/
dradio hören: Hier

.

HSH-Nordbank: Kapitaler Krimi »Steilvorlage als Steuerporno«
Die Welt: 07:59 Bewerten | Drucken | Versenden

Die Angst der Nordbank vor dem Finanzamt

„Chronos“, „Guitar“ oder „Athena“ hießen die Projekte, mit denen das Institut Steuern sparen wollte
http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article10660274/Die-Angst-der-Nordbank-vor-dem-Finanzamt.html

.

.

Stuttgart 21 vor dem Kanzleramt | 01.10.2010

Großer Bahnhof in Berlin

Die Auseinandersetzung um „Stuttgart 21“ ergreift die Bundesebene. Die CDU wirft Grünen und Linken jetzt Instrumentalisierung der Proteste vor. VON MATTHIAS LOHRE
http://www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/grosser-bahnhof-in-berlin/

.

Blick über den Tellerrand nach Paris

La Nuit Blanche 2010, lumineuse et contemporaine

[Echo: Dieser Hinweis ist keine Empfehlung für die Hafencity in Hamburg – wie ein französischer Kollege ausdrücklich anmerkt!]

http://www.lemonde.fr/culture/visuel/2010/10/02/la-nuit-blanche-2010-lumineuse-et-contemporaine_1419576_3246.html#ens_id=1418955

.

.

.

.

.

.

.

.

medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de

Advertisements

Written by medienwatch & metainfo

September 28, 2010 um 07:48

Veröffentlicht in Allgemein

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. […] geförderten und favorisierten Hamburger Polizeiorchester den Marsch. Menschenkette in Hamburg [::] Foto: Jörg Stange, […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: