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Kulturszene Hamburg: Kampfansage + mehr

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Es wird angenommen, dass die feindliche Übernahme der Schiffesammlung des Altonaer Museums, zugunsten der tammschen Stiftung geplant ist. Die ehemalige Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte stellte seinerzeit fest, dass die Qualität der Schiffe-Sammlung Tamms, im neuen „Internationalen Schifffahrtsmuseum“ in der Hafencity, bei Weitem nicht, an die der öffentlichen Museen in Hamburg heranreichen würde: „Loyalität“ seitens des neuen Bürgermeisters lässt grüßen? Es kursierte seinerzeit das Gerücht, die Tamm-Stiftung werde um die Sammlung aufzupeppen, Schiffe aus dem Altonaer Museum etc. überstellt bekommen… Es wird inzwischen unter Künstlern und Medienleuten die Frage diskutiert, ob die Immobilien-Firma Dahler & Company, in der die Frau des Bürgermeister Franchising mit hochwertigen Immobilien betreibt, für die Immobilie Altonaer Museum vermittlerisch zuständig wird oder bereits ist?  jst,  Fotos: Jörg Stange, gfok

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Altonaer Museum: Noch so ein Sieg, und wir sind verloren!

Hamburgs Oberbürgermeister widerruft die Schließung des Altonaer Museums. Aber das ist ein Pyrrhussieg. Nun sollen die Museen sich selbst kaputt sparen. Ein Kommentar
http://www.zeit.de/kultur/kunst/2010-10/altona-museum-kommentar

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15.11.2010
Peinliche Hamburger Kulturpolitik

Blind vor lauter Sparwut

Von Christoph Twickel
Museum dichtmachen, Schauspielhaus schleifen – Hamburgs neuer Kultursenator Reinhard Stuth hat mit seinen Sparplänen die Szene der Stadt nachhaltig verprellt. Proteste und eigene Fehler zwingen ihn jetzt zum Nachgeben. Selbst dabei macht er eine schlechte Figur.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,729159,00.html

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Countdown für den Start der Volksinitiative läuft

Montagabend (1. November) startet die  Volksinitiative „ALTONAER MUSEUM BLEIBT, als Teil der Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft“

Hierfür steht das Altonaer Theater ab 18:45 Uhr zur Verfügung (Einlass), ab 19:00 Uhr beginnt dann die Veranstaltung.

Der Anschein ist falsch, dass der Kulturgipfel ein ehrliches Zugehen auf die Beteiligten und Erreichung eines tragfähigen Kompromisses gewesen ist.

Die Bürger und auch die Presse lassen sich nicht durch Taschspielertricks der Kommunikationsberater des Senats täuschen.

Es ist an der Zeit, zur Kenntnis zu nehmen, dass der Spardruck gegenüber den Museen in vollem Umfang, einzig relativiert durch eine zeitliche Streckung aufrechterhalten bleibt.

„Ja, noch so ein Kultursparbeschluss, und Hamburgs Historische Museen sind futsch! Armes siegreiches Altonaer Museum!“ DIE ZEIT

Dem werden wir uns widersetzen und die vier Haupthäuser in ihrem Bestand gegen dieses schwarzgrüne Ansinnen verteidigen. Jede Kompromissbereitschaft endet bei der Infragestellung der lebensnotwendigen Substanz einer dieser vier Haupthäuser!

Hauptreferent des Abends wird der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Gerhard Strate sein, der den Gesetzesentwurf der Volksinitiative vorstellen und begründen wird.

Weitere RednerInnen kommen aus dem Altonaer Museum, dem Freundeskreis des Museums, der Bürgerinitiative ALTONER MUSEUM BLEIBT, dem Schauspielhaus und den Hamburger Bücherhallen. Für eine musikalische Umrahmung ist gesorgt.

Dr. Elisabeth von Dücker wird Prof. Dr. Torkhild Hinrichsen interviewen.

Am Ende der Veranstaltung werden die für die Sammlung der Unterschriften notwendigen Listen ausgegeben.

Die Bürgerinitiative will den Zeitgewinn von drei Monaten nutzen, um eine Volksinitiative auf den Weg zu bringen, die das Altonaer Museum dauerhaft in der Gemeinschaft mit den anderen Hamburgischen Museen absichert. Dem dient eine im Gesetzentwurf vorgesehene Bestandsgarantie (Nr. 1 des Gesetzentwurfs). Da dies nicht in einer Einzelregelung für das Altonaer Museum geschehen kann, sieht der Gesetzesentwurf eine Bestandsgarantie für alle durch das Museumsstiftungsgesetz in landesunmittelbare Stiftungen des öffentlichen Rechts überführten (ehemals) staatlichen Museen vor.

http://www.altonaermuseumbleibt.de

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Die Freude nach dem Kulturgipfel vom Mittwoch ist verhalten

Probleme verlagert

KOMMENTAR VON PETRA SCHELLEN

Die Freude nach dem Kulturgipfel vom Mittwoch ist verhalten, und das aus gutem Grund: Zwar haben alle ihren Willen zum Gespräch bekundet, das schon lange fällig war. Andererseits sind die messbaren Erfolge für die Kulturinstitutionen zu klein, um Triumphgesänge anzustimmen. 28.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/probleme-verlagert/
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Kulturpolitik

Gipfel der kleinen Schritte

Verhaltener Optimismus nach dem runden Tisch: Das Altonaer Museum schließt vorläufig nicht, Schauspielhaus und Bücherhallen werden entlastet. VON PETRA SCHELLEN  28.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/gipfel-der-kleinen-schritte/

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KULTURGIPFEL

Stuth: Düpiert und demontiert

Showdown im Kampf zwischen Kultur und Senat, Spar-Diskussionen bis in die Nacht. Mittendrin: Kultursenator Reinhard Stuth (CDU). Der Kulturgipfel hätte seine große Stunde werden können. Es wurde: ein Desaster. VON CHRISTOPH HEINEMANN  29.10.2010
http://www.mopo.de/2010/20101029/hamburg/kultur/stuth_duepiert_und_demontiert.html

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Eine Museumsschließung aus Spargründen in Hamburg ist vorerst abgewendet

http://www.ndr.de/regional/hamburg/kulturgipfel107.html
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Altonaer Museum wird nicht geschlossen

Das Altonaer Museum ist gerettet. Entegegen der ursprünglichen Pläne des Hamburger Senats wird es nicht zum 1. Januar 2011 geschlossen, sondern bekommt ein neues Konzept.
http://www.mopo.de/2010/20101028/hamburg/panorama/altonaer_museum_wird_nicht_geschlossen.html

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Betr.: Deutsches Schauspielhaus etc.

Widerstand in Haltung und Handlung bedingt erfolgreich

Warum entschuldigen sich, die politisch Verantwortlichen nicht (mit einer gewissen Demut)  bei dem aus diesen, nun abgefederten Gründen, zurückgetretenden „Exilintendanten“ Friedrich Schirmer und bitten Herrn Schirmer,  die Intendanz im Schauspielhaus wieder aufzunehmen? Das hätte etwas mit Anstand und Aufrichtigkeit zu tun, als sich quasi als Retter der Häuser ins Rampenlicht zu stellen. Zudem niemand der Verursacher dieses Skandalons, aus innerer Einsicht von der Schließung und den rigorosen Kürzungsplänen abgerückt ist, sondern aufgrund des Drucks öffentlicher Proteste!  Der städtisch grossangelegte Gentrifizierungpoker, kann nun an anderen weniger spektakulären Orten unbehelligt vorangetrieben werden? jst

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Das Signal ist klar: Die Kuschelphase mit der GAL ist vorbei

Schluss mit Kuscheln

[..] Und dann ist da noch eine politische Ebene: Offenbar ist Ahlhaus auf eine angriffslustigere Spielart von PR aus, als sie in seinem Haus bisher betrieben wird. Dass das erste Opfer dieser neuen Gangart der grüne Koalitionspartner ist, spricht Bände [..] KOMMENTAR VON JAN KAHLCKE | 26.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/schluss-mit-kuscheln-1/

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Jobwechsel

Eine Personalie mit Sprengkraft

Mit dem früheren Bauer-Verlagssprecher Andreas Fritzenkötter soll ein Mann Hamburger Medienkoordinator werden, der einst Kohl beriet und mit Schill feierte. VON MARCO CARINI | 26.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/eine-personalie-mit-sprengkraft/

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Pressemeldung der deutschen Sektion des internationalen Kunstkritikervrbandes aica (Association internationale des critiques d’art)

Schließung des Altonaer Museums in Hamburg

Die deutsche Sektion der aica begrüßt die Bereitschaft des Hamburger Senats, an einem „Runden Tisch“ die angekündigte Schließung des 1863 gegründeten Altonaer Museums noch einmal zu überdenken. Auch wir wissen, dass kulturelle Einrichtungen nicht per se sakrosankt sind. Doch die Schließung des seit 1901 am jetzigen Ort befindlichen Hauses mit seinen weit in die norddeutsche, ehemals dänische Region hinausgreifenden Sammlungen wäre nicht nur ein Verlust an Kultur, Geschichte und Identität am Standort, dem erst 1938 zu Hamburg gekommenen Stadtteil, sondern auch über Hamburg hinaus ein kulturpolitisch verheerendes Zeichen. Zudem darf bezweifelt werden, dass die angestrebten 3,5 Mio. Einsparungen durch die simple Maßnahme der Schließung zu erzielen sind, genießt doch das Personal Kündigungsschutz und die etwa 640Tausend Objekte sind weiter zu bewahren, Bauernstuben und originalgroße Gebäude sind in das Museum fest eingebaut.

Zudem ist der Vorgang in seiner fast diktatorischen Rigidität anzuprangern: Binnen drei Monaten soll entgegen den jahrelang ausgetüftelten Regeln und Gesetzen der Hamburgischen Museumsstiftungen und unter gänzlichem Mangel an notwendiger Absprache unter völliger Missachtung  eines gerade begonnenen Verbesserungs- und Wandlungsprozesses und nach gerade erst erfolgten Investitionen in die Infrastruktur (3 Mio. für den neuen Eingangsbereich) das nicht zuletzt durch seine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beliebte Haus abgewickelt werden.

Die deutsche Sektion der aica bittet die Kulturbehörde und den Senat in Hamburg nachdrücklich, sich an die selbst gesetzten Verpflichtungen zu halten, der Kunst und Kultur keinen weiteren Schaden zuzufügen und die verfügte Museum-Schließung zurückzunehmen oder zumindest zu modifizieren sowie die durch jahrelange Unterfinanzierung bestehenden Defizite der Hamburger Museumsstiftungen jetzt nicht etwa durch die Schließung eines andern Hauses zu kompensieren.

Thomas Wulffen (Präsident)

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Depesche an die Presse |  03.10.2010

Schließungsbeschluss des Senats: rechtlich unhaltbar

Die Bürgerinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT hat durch den Hamburger Rechtsanwalt Gerhard Strate klären lassen, dass die Ankündigung des Hamburger Senats, das Altonaer Museum schließen zu wollen, rechtlich gar nicht umzusetzen ist. Es handelt sich um eine Kompetenzanmaßung, die durch die Rechts- und Gesetzeslage nicht gedeckt ist:
Ein aus dem Vermögen der Stiftung Historische Museen herauslösbares Sondervermögen des Altonaer Museums gibt es gar nicht. Selbst wenn der Senat qua Stimmenmehrheit (die es nicht automatisch gibt) innerhalb des Stiftungsrats der Stiftung Historische Museen einen Verkauf oder auch nur eine der dauerhaften Nutzung des Gesamt-Stiftungsvermögens zuwiderlaufende „Auslagerung“ der zum Altonaer Museum gehörenden Exponate beschließen lassen wollte, wäre ein solcher Beschluss nur rechtmäßig, wenn hierdurch der Stiftungszweck „ungeschmälert“ bleibt.
Das wäre bei einem solchen Vorgehen gerade nicht der Fall.
Sollte der Senat durch ein (von der Bürgerschaft zu verabschiedendes) Gesetz versuchen wollen, das ehemalige Vermögen der Stiftung des Altonaer Museums wieder aus der Stiftung Historische Museen herauszulösen, wäre die Stiftung Historische Museen gemäß Art. 19 Abs. 3 des Grundgesetzes unter Umständen als grundrechtsfähig anzusehen. Die Entscheidung über eine Verfassungsbeschwerde hätte der (zur Vertretung der Stiftung nach außen berufene) Vorstand (bestehend aus den vier Museumsdirektoren sowie dem kaufmännischen Geschäftsführer) zu treffen. Auch könnte man an eine Klagebefugnis von Personen und Institutionen denken, die die vier Museen (insbesondere das Altonaer Museum) in den letzten zwölf Jahre mit Zustiftungen bedacht haben (diese wären in ihrem Vertrauen auf die Dauerhaftigkeit des Stiftungsakts getäuscht worden).

Infos zu den Rechtsfragen unter: Dr. iur. h.c. Gerhard Strate

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Offene Mail
Genauer hinschauen, bevor Erfolge reklamiert werden!

Liebe Leute von „Altonaer Museum. Offen bleiben“,
ihr habt den Artikel „Hoffnung für das Altonaer Museum“ abendblatt „Nach der Bezirkskoalition sind auch Altonas Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose und weitere Stiftungsmitglieder für den Erhalt…“ auf die Facebookseite gestellt und 68 Personen gefällt das.

Mir gefällt das nicht und ich habe das auch gepostet. Für alle, die Facebookseiten nicht aufsuchen, ich schrieb:

Schaun wir `mal, was die Bezirkskoalition (GAL/CDU) fordert: „Sollte sich bis zum Jahresende abzeichnen, dass durch Alternativen ein nennenswerter Einsparungsbeitrag der Stiftung erbracht werden kann, wird das Altonaer Museum zum 31.12.2010 nicht geschlossen“. Nimmt man die Folklore des Antrages weg, bedeutet dies, dass die 3,5 Mio. Einsparung nun von allen Museen gemeinsam zu erbringen sind. Alle Welt weiß, dass die Zuwendungen an die Hamburger Museen zu gering sind. Deshalb soll jetzt das Hauen und Stechen der Museen untereinander initiiert werden. Das ist besonders perfide, da durch Schließung des Altonaer Museums kaum ein Einsparbeitrag zu erbringen wäre. Richtig heißt es im o.g. Abendblattartikel: „Laut Planungsrecht müsse das Museumsgrundstück für den Gemeinbedarf der Stadt genutzt werden und sei ausgeschrieben für den Bereich Bildung und Museen. Eine etwaige Weiternutzung des Grundstücks sei zurzeit nicht möglich. Für die Fläche an der Ottenser Museumsstraße ist das Bezirksamt zuständig und nicht der Senat“. Heißt zusammengefasst: 1. Der Senat hat mittlerweile zugegeben, dass er die Schließung nicht verfügen kann. 2. Die errechneten Einsparungen sind nicht zu realisieren, woraus 3. folgt, dass, wenn der Plan zur Schleifung der Museen aufrechterhalten werden soll, dies durch Kürzung der Zuwendungen an die Stiftung historische Museen Hamburgs erfolgen muss. CDU und GAL in Altona schlagen also einen „Kompromiss“ vor, der dem Senat aus der selbst gebastelten Falle hilft und zudem noch so aussieht, schaut man nicht so genau hin, als wäre das Altonaer Museum gerettet.<<

Ich denke, ihr solltet etwas vorsichtiger sein, wenn ihr als Administratoren der Seite und ausgestattet mit der Kompetenz des Museums solche Artikel unkommentiert postet, denn sie erwecken den Eindruck, dass die Rettung des Museums auf einem guten Weg sei. Tatsächlich gibt es dafür ja auch durchaus Anzeichen, etwa wenn der Senat seine Kritiker zum Gespräch bittet. Auf der anderen Seite sind Angebote, wie die von CDU und GAL auf Bezirksebene eben keine, wie oben dargestellt. Der Senat bekommt langsam einen Eindruck von der Stärke des Widerstandes und will deshalb wahrscheinlich auf die Schließung des Altonaer Museums in den nächsten 18 Monaten verzichten, nicht aber auf auf die Einsparung der 3,5 Mio. EUR bei den Museen. Damit aber können die Museen nicht zurecht kommen.

Die, von uns angeschobene Volksinitiative hat daher schon, in weiser Voraussicht die Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft zum Thema gemacht. Erhalt aller Museen, Übertragung der Sammlungen und Exponate, sowie der Liegenschaften, auf denen die Museen stehen (sofern städtisch) in das Eigentum der Stiftung.  Darunter sollten wir es nicht machen!

Herzliche Grüße
Aram Ockert
BI Altonaer Museum bleibt!

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Brief aus Berlin | von Ulrich Khuon

Berlin, Oktober 2010. Wir haben uns daran gewöhnt, dass wir bei immer mehr verfügbarem Wissen gleichzeitig immer weniger verstehen. Beim Blick auf die kulturpolitischen Katastrophen in Hamburg verstärkt sich dieser Eindruck. Die Verschleppung der notwendigen Baumaßnahmen im Schauspielhaus, die Sparauflagen, die in immer kürzeren Abständen angedroht, relativiert und dann doch durchgezogen werden, sind Grund genug für einen Intendanten, die Reißleine zu ziehen.

Dennoch hätte ich mir vorstellen können, dass Friedrich Schirmer, statt hinzuwerfen, ein Jahr des zivilen Ungehorsams mit vielen politischen Aktionen ausrufen und auf diesem Weg hätte zeigen können: Es geht ums Ganze. Das muss nun ein um seinen Chef dezimiertes Schauspielhaus alleine versuchen. Und das in einer Situation, in welcher der neue Kultursenator und sein Bürgermeister wenig Kompetenz zeigen.

Das schwächste Glied soll sparen

Es ist schon erstaunlich, wie unverfroren das Klischee vom schwächsten Glied in der Kette sich in Hamburg wieder bewahrheitet. Kaum ist der Intendant von Bord, schon bürdet die Politik dem Haus ein zusätzliches Sparpaket auf. Dieses (1,2 Millionen) ist für sich genommen schon nicht realisierbar ohne Substanzverlust. Aber als zusätzliche Forderung zu den schon verabredeten Sparvorhaben, die das Schauspielhaus und sein kaufmännischer Direktor Jack Kurfess umzusetzen haben, ist es doppelt unverständlich. Wie sollen denn je in solch einem Zusammenhang seriöse Gespräche über Zielvorgaben in Gang kommen, wenn, kaum sind diese verabredet, neue Forderungen in den Raum gestellt werden. Ein solches Verhalten untergräbt jede Loyalität – gerade bei den gutwilligen Partnern in den Theatern.

Die Ideen, die diese Spardiktate begleiten, sind dabei wenig überlegt. Der Plan eines gemeinsamen Intendanten für Thalia Theater und Schauspielhaus ist inzwischen vom Tisch. Er war schon deswegen wenig sinnvoll, da die beiden großen Hamburger Häuser ja in fruchtbarer Konkurrenz zu einander stehen. Der Generalintendant hätte also selbstständige künstlerische Leitungen für jedes Theater installieren müssen, also gewissermaßen machtvolle Unterintendanten. August Everding hat diese Generalintendanten-Erfahrung vor Jahren in München gemacht, als er mit seinem Frühstücksdirektorendasein für Nationaloper und Residenztheater so unterfordert war, dass er quasi nebenher die Theaterakademie gründete und das Prinzregententheater in neuem Glanz erstrahlen ließ. Eine solche über den Häusern schwebende Leitungsebene hätte also nicht weniger gekostet, sondern mehr, ohne jeden Zugewinn.

Nebelwerfersentenzen

Die Idee des Kultursenators, das Junge Schauspielhaus zu stärken, hat sich nun in ihr Gegenteil verkehrt. Wenn die Sparvorhaben umgesetzt werden müssen, heißt das, dass das Junge Schauspielhaus geschwächt wird oder ganz verschwindet.

Dass Reinhard Stuth umgehend davon spricht, künftig „vom Publikum aus denken zu wollen“ und dass es nicht darum ginge, die Intendanten glücklich zu machen, das ist eine weitere Nebelwerfersentenz, die nur auf Wirkung zielt, ohne irgendetwas Konkretes auszudrücken. Um das Glück der Intendanten ist es ohnehin nie gegangen, musste es auch nicht, sondern darum, dass die Kultureinrichtungen genügend Mittel zur Verfügung haben, um vernünftig ihre Arbeit zu machen. Und das wünscht sich auch das Publikum, dem diese ganze Arbeit gilt.

Schwarz-grünes Rätel

Es ist ein Rätsel, warum eine schwarz-grüne Koalition, die gerade auf dem kulturellen, für das Profil Hamburgs doch mitentscheidenden Sektor ihren Modellcharakter beweisen könnte, dort zunehmenden Dilettantismus gestattet.

Die Häuser müssen gestärkt werden, gerade weil eines von ihnen in dieser Phase personell entscheidend geschwächt ist. Dass man seriös und verlässlich miteinander arbeiten kann, das haben wir am Thalia Theater trotz aller Konflikte im Einzelnen ja jahrelang erfahren.

Es gibt vereinzelte Anzeichen, dass man zu dieser Politik der wechselseitigen Loyalität und des ernsthaften Gesprächs zurückfinden könnte. Eine Rücknahme der Sparmaßnahmen ist dafür unabdingbar. Sie wäre auch die wesentliche Voraussetzung, ernstzunehmende Kandidaten für die Intendanz am Schauspielhaus in zwei Jahren zu gewinnen.

Hier finden Sie eine ausführliche Chronik zur Debatte um das Deutschen Schauspielhaus.

http://www.nachtkritik.de

https://medienwatch.wordpress.com/brief-aus-berlin-von-ulrich-khuon/

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KULTUR-INTERVIEW | 21.10.2010

Schirmer: „Meine Seele fühlt sich jetzt gut an“

Friedrich Schirmer im MOPO-Interview: Der Ex-Schauspielhaus-Intendant spricht über seinen überraschenden Rücktritt, die Kürzungspläne des Senats und seine Zukunft. VON HEIKO KAMMERHOFF

http://www.mopo.de/2010/20101021/hamburg/kultur/schirmer_meine_seele_fuehlt_sich_jetzt_gut_an.html

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Prestigeobjekt und Firlefanz

Sparzwang der Kommunen verändert die Museumslandschaft

Von Jörg Biesler und Verena Herb

Die Kassen der Kommunen sind leer und es muss gespart werden. Betroffen davon sind auch die Museen im Land. Die finanzielle Lage vieler traditionsreicher Häuser und Einrichtungen ist angespannt und sie kämpfen ums Überleben:

dradioHören: Hier

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Die Hamburger Kulturkrise

Noch ist der Protest bemerkenswert dezent

Der neue Kultursenator der Hansestadt stiftet Chaos mit seinen weder durchdachten noch auch nur durchgerechneten Sparbefehlen. Warum bleibt der Protest des Publikums so verzagt? Von Volker Corsten
http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E0190961450394D6794EEDC0AE023F374~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Kulturszene Hamburg

Kampfansage

Von Till Briegleb | 24.09.2010, 09:01
Während die reiche Stadt Hamburg wieder in Champagnerlaune ist, drohen dem Altonaer Museum und dem Schauspielhaus die Schließung. Ein groteskes Vorgehen.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/kulturszene-hamburg-kampfansage-1.1003963

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Modernisierung statt Schließung

Historiker Achatz von Mueller für Erhaltung des Altonaer Museums
Moderation: Alexandra Mangel

Gegen den Beschluss des Hamburger Senats, das Altonaer Museum zu schließen, wird in der Hansestadt heftig protestiert. Auch der Historiker Achatz von Mueller hält die Einsparung für einen politischen Skandal.
dradio Hören

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1289343/

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Spardebatte | 11.10.2010

Schauspielhaus droht mit Pleite

Kultursenator findet, das Schauspielhaus könnte auch mit weniger Produktionen und Regisseuren arbeiten. Das Theater hält das für realitätsfremd. VON PETRA SCHELLEN
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/schauspielhaus-droht-mit-pleite/

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Protest

Thalia wird politisch

Das Theater ruft zum Widerstand gegen die Sparpläne der Kulturbehörde auf: Es holt die Betroffenen auf die Bühne. VON Daniela Barth | 08.10.2010
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/thalia-wird-politisch/
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„Hey Stuth, don’t make it bad“

Von Birgit Reuther | 9. Oktober 2010, 07:24 Uhr
Vom Gängeviertel bis zur Staatsoper demonstrierte Hamburgs Kultur am Thalia-Theater Geschlossenheit gegen die Sparpolitik des Senats
http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1657350/Hey-Stuth-dont-make-it-bad.html


Kulturpolitik

Protest, Wut und Tränen – Hamburgs Kulturkrise

Hamburg (dpa) – «Ich bin jetzt Anwalt für Kultur!»
Künstler gehen auf die Barrikaden und viele stellen die kulturelle Kompetenz des 54-jährigen Fliegenträgers infrage.
http://www.zeit.de/news-102010/7/iptc-bdt-20101007-167-26714328xml

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Fotos: Jörg Stange

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Solidarität mit dem Altonaer Museum und dem Hamburger Schauspielhaus

Mit großer Bestürzung und Sorge haben die Freundeskreise der Hamburger Kunsthalle und des Museums für Kunst und Gewerbe von den geplanten Sparmaßnahmen im Kulturbereich erfahren.
Dr. Ekkehard Nümann, Vorsitzender des Vorstands der Freunde der Kunsthalle: „Ich bin sprachlos. Mit der Schließung des Altonaer Museums und der Etatkürzung am Schauspielhaus werden Dämme brechen, die das Hamburger Kulturleben zu verwüsten drohen.“ Peter Voss-Andreae, Vorsitzender der Justus Brinckmann Gesellschaft, warnt eindringlich vor den Folgen dieser drastischen Einschnitt „Schon sehr bald werden wir unsere Stadt nicht wieder erkennen. Geschichte, Kunst und Theater müssen künftig Großevents und Marketing-Aktionen weichen.“
Die Vorstände erklären sich uneingeschränkt solidarisch mit den betroffenen Institutionen und werden ihre Mitglieder aufrufen, sich den Protesten gegen diese phantasielose Form von Kulturpolitik anzuschließen. |
24.9.2010

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Kontakt:
Dr. Ekkehard Nümann
Vorsitzender des Vorstands der
Freunde der Kunsthalle e. V.
c/o Notariat Spitalerstraße
http://www.freunde-der-kunsthalle.de
mail(at)notariatspitalerstrasse.de
Tel. 040 / 32 32 42 – 0

Dr. Kathrin Erggelet Geschäftsführerin Freunde der Kunsthalle e. V. Glockengießerwall 20095 Hamburg Tel. 040 / 428 54 – 3214 Fax  040 / 428 54 – 3207 Mail  erggelet(at)freunde-der-kunsthalle.de | Peter Voss-Andreae Vorsitzender des Vorstands der Justus Brinckmann Gesellschaft e. V. Freunde des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg http://www.justusbrinckmann.org pvossandreae(a)gmx.de Tel. 040 / 24 52 91.

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Altonaer Museum: In Hamburg formiert sich der Protest

Torkild Hinrichsen auf der Demo vor dem Altonaer Museum
Nachdem der Hamburger Senat beschlossen hat, das Altonaer Museum der Hansestadt im Zuge der Sparmaßnahmen zu schließen, gab es am vergangenen Wochenende zahlreiche Solidaritätsbekundungen.
[..] Für ihn ist die Museumsschließung ein „von langer Hand vorbereiteter Immobiliendeal“. Das 1,9 Millionen Euro teuere Gebäude solle wohl einem Investor zugeschanzt werden, protestierte er [..]
http://www.kunstmarkt.de/pagesmag/kunst/_id219552-/news_detail.html?_q=

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Thalia Theater protestiert mit Jelinek-Aufführung

Aktion gegen die Sparpolitik des Senats

Hamburg. Nach den umstrittenen Kürzungen in der Hamburger Kulturpolitik zeigt das Thalia Theater eine überarbeitete Version von Elfriede Jelineks “Die Kontrakte des Kaufmanns“:
http://www.tageblatt.de/db/main.cfm?DID=1836838

„Sie werden nie gewinnen, Sie werden nichts gewinnen außer Ihrer Freiheit, nichts zu gewinnen, aber die werden Sie gewinnen!“ Elfriede Jelinek

Ausgehend von den Skandalen im Kontext der Weltwirtschaftskrise entwirft Jelinek das Panoptikum des freien Marktes. Sie zeigt Getriebene nach dem Platzen der Blase: uns alle – den Kleinanleger als Opfer und Täter zugleich. Die Lust am Spekulieren ist vorerst aufgebraucht, die Gier dem Zorn, der Klage gewichen. Das Materielle hat gesiegt und alle in den Abgrund gerissen. Die Geschichtsschreibung, d.h. der Sprachnotstand, setzt ein. Nur die Sprache bleibt, um die eigene Haut zu retten: Wer ist Opfer, wer Täter? Und: Ist das überhaupt die Frage?

Thalia Theater in Koproduktion mit Schauspiel Köln.

Uraufführung am 2. Oktober 2009 im Thalia Theater

http://www.thalia-theater.de/programm/repertoire/detailansicht/stueck/die-kontrakte-des-kaufmanns-1/

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„Jeder intelligente Hamburger will jetzt Hamburg verlassen, auch nach Stade“

04.10.2010, 16:31 Uhr | DDP
Stade/Hamburg (dapd-nrd). Der Maler und Kunstprofessor Daniel Richter geht angesichts der kulturpolitischen Streichungspläne in Hamburg scharf mit dem Senat der Hansestadt ins Gericht.
Ausstellung „Painters on the run“ in Stade, die am Dienstag (5. Oktober)
Weiterlesen =
http://nachrichten.t-online.de/-jeder-intelligente–will-jetzt-hamburg-verlassen-auch-nach-stade-/id_43036060/index

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Pressemitteilung

Hamburger Sparpläne bedrohen die kulturelle Grundversorgung

Deutscher Kulturrat fordert den Hamburger Senat auf, eine Kehrtwende einzuleiten

Berlin, den 24.09.2010. Nach dreitägiger Beratung hat der Hamburger Senat sein Sparpaket vorgelegt. Im Kulturetat sollen im kommenden Jahr allein ca. 6,8 Millionen Euro eingespart werden.

Diese drastischen Einsparungen schlagen sich auf die Kulturlandschaft der Elbmetropole dramatisch nieder. Das Altonaer Museum steht kurz vor der Liquidierung. Der Senat erhofft sich so Einsparungen von 3,5 Millionen Euro. Eine Milchmädchenrechnung, denn Personalkosten laufen aufgrund der Verträge zuerst einmal weiter.

Weitere Millionenkürzungen kommen auf die Bücherhallen zu, Privattheater und Elbphilharmonie sehen finanziell schweren Zeiten entgegen. Und auch das Schauspielhaus wird mit erheblichen Kürzungen konfrontiert. 1,2 Millionen Euro werden im nächsten Jahr gestrichen. Neben diesen massiven Einschnitten im Bereich der Kultur soll die sogenannte „Kulturtaxe“ dafür sorgen, dass Geld in die leeren Kassen gespült wird. Die Verantwortlichen versprechen sich jährliche Einnahmen von 10 Millionen Euro.

Die Einnahmen durch die „Kulturtaxe“, gespeist aus einem Zuschlag auf Übernachtungsgebühren in Hamburger Hotels, sollen zu drei Vierteln u.a. in Festivals oder Ausstellungen fließen. Ein Viertel soll zur Verbesserung des Marketings und des Kulturtourismus genutzt werden. Während die kulturelle Grundversorgung in Hamburg stark zurückgefahren wird, investiert die Stadt in den Tourismus.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Was in Hamburg passiert, ist nicht nur grob fahrlässig, es ist der systematische Ausverkauf von Teilen der Kultur. Kürzungen in dieser Höhe und die Schließung eines Traditionsmuseums in der Stadt kommen einem Kultur-Harakiri gleich. Das Aushängeschild des Altonaer Museums sind Angebote für Kinder und Jugendliche. Die Schließung dieses Hauses ist daher besonders unverständlich. Kulturangebote, die sich an eine breite Bevölkerungsschicht richten, werden buchstäblich weggespart. Projekte, die für den Tourismus attraktiv sind, werden begünstigt. Mit dieser Strategie beendet der Senat seine bisherige Schwerpunktsetzung auf das Thema kulturelle Bildung.“  25.09.2010

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Pressemitteilung

Statt von Chipkarten träumen, besser die Orte der kulturellen Bildung erhalten Nothilfefonds des Bundes für notleidende Kultureinrichtungen muss jetzt endlich kommen

Berlin, den 27.09.2010. Hamburg ist ein eindrückliches Beispiel für die Widersprüchlichkeit der Debatte um mehr kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche. Das Altonaer Museum steht kurz vor der Liquidierung. Der Senat der Hansestadt erhofft sich so Einsparungen von 3,5 Millionen Euro. Das Aushängeschild des Altonaer Museums sind seine vorbildlichen Angebote für Kinder und Jugendliche. Weitere Millionenkürzungen kommen auf die Bücherhallen und das Schauspielhaus in Hamburg zu. Alle jetzt in Hamburg von massiven Einsparungen bedrohten Kultureinrichtungen sind Orte der kulturellen Bildung.

Nach Informationen des Deutschen Bibliotheksverbandes sind in Deutschland allein zwei Drittel der kommunalen Bibliotheken von Einsparungen betroffen. Gerade kommunale Bibliotheken sind besonders niedrigschwellige Angebote der kulturellen Bildung.

Gleichzeitig wird auf der Bundesebene über die Stärkung der kulturellen Bildung diskutiert. Bundessozialministerin Ursula von der Leyen will unter anderem eine Chipkarte für Kinder und Jugendliche aus Familien, die Hartz IV beziehen, einführen. Diese Chipkarte soll u.a. den Zugang dieser Kinder und Jugendlichen zu kulturellen Bildungsangeboten ermöglichen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „In Hamburg und an vielen anderen Orten in Deutschland werden gerade den Kultureinrichtungen, die lebendige Orte der kulturellen Bildung sind, massiv die Mittel gestrichen. Gleichzeitig will die Bundesregierung eine Chipkarte zur Finanzierung auch von kulturellen Bildungsangeboten für Hartz IV-Empfänger einführen. Wäre es da nicht besser, der Bund würde die vorhandenen Orte der kulturellen Bildung erhalten, statt Plastik-Karten-Pläne zu schmieden? Der Deutsche Kulturrat hat bereits vor einem Jahr einen Nothilfefonds des Bundes für notleidende Kultureinrichtungen gefordert. Hier könnte der Bund ein wirkliches Signal für die Förderung der kulturellen Bildung setzen. Statt von Chipkarten zu träumen, sollte die Bundesregierung besser die Orte der kulturellen Bildung erhalten.“
Deutscher Kulturrat

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Aktuelle Informationen zur Situation der Kulturfinanzierung
(Besonders Hamburg und Leipzig)

Anfang Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1282699/

dradio (27.09.2010 · 19:07 Uhr)

Kulturrat fordert Nothilfefonds für Kultureinrichtungen

Zimmermann: Bund hat Verantwortung

Angesichts massiver Mittelkürzungen im Kulturbereich fordert der Deutsche Kulturrat einen Nothilfefonds für notleidende Kultureinrichtungen. Einsparungen wie in Leipzig seien ein „verheerendes Signal“ angesichts der Debatte um kulturelle Bildung, sagt der Geschäftsführer des Kulturrats, Olaf Zimmermann.

„Man muss erkennen, dass die Welle uns jetzt voll erwischt hat“, sagt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats. „Wir können uns gar nicht mehr retten vor den vielen Anrufen von notleidenden Kulturreinrichtungen“. Und zumindest bei den „Leuchttürmen“ der Kultureinrichtungen müsse der Bund einspringen, fordert Zimmermann.

Eine Politik, die über Bildungschipkarten und kulturelle Bildung debattiert, und dann gleichzeitig bei Einrichtungen spare, die kulturelle Bildung anbieten, sei verrückt, so Zimmermann: „Zwei Drittel aller Bibliotheken müssen mit massiven Kürzungen auskommen im Moment, und gerade diese Einrichtungen sind es doch, die ein niederschwelliges Kulturangebot bieten, die gerade für diese Bevölkerungsgruppen da sind, die jetzt auch im Fokus stehen.“

In Leipzig soll die Oper 1 Million Euro in ihrem Jahresetat einsparen. Das hieße, so Zimmermann, sie müsste die Hälfte des Jahres schließen. Das Leipziger Naturkundemuseum soll gar für drei Jahre geschlossen werden.

„Das ist ein verheerendes Signal“, sagt Zimmermann, und fordert: „Da muss man mit Logik hereingehen: Ist es wirklich sinnvoll, wenn wir eine Oper für die Hälfte des Jahres schließen, die wir uns ja auch mit viel Geld dahingestellt haben? Ist es wirklich sinnvoll, ein Naturkundemuseum einfach mal für 3 Jahre zuzumachen und dann zu sagen, danach wird die Welt schon besser aussehen. Ich glaube, da muss man sich einfach mal intensivere Gedanken machen. Unsere Forderung ist, dass der Bund auch eine Verantwortung dafür hat und er muss sich einfach mit Gedanken machen, wie diese notleidenden Kultureinrichtungen gefördert werden.“

Zimmermann hofft, dass die Bürger in den Kommunen mit massiven Protesten helfen, „die Sparwut abzumildern. Wenn die Menschen nicht auf die Straße gehen, dann sieht es, glaube ich, düster aus“.

Außerdem spare die Schließung einzelner Einrichtungen nicht wirklich etwas, da die Leute ja weiter beschäftigt werden müssen: „Es wird eigentlich eine symbolische Einsparung vorgenommen, die aber in unserem Bereich ganz reale Auswirkungen hat. Man spart nicht wirklich, man kann auch damit keinen Etat einer Stadt sanieren, aber wird wirklich massiven Schaden diesen Kultureinrichtungen zufügen.“

Hier geht es zum Gespräch (mp3).

Ende Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1282699/
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/09/27/drk_20100927_1907_64c43c8c.mp3

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Anmerkungen zum Sparkurs in Norddeutschland

Von Annette Schneider

Das Altonaer Museum in Hamburg wird geschlossen. Die Weserburg in Bremen verkauft 53 ihrer Bilder, darunter ein auf 8 Millionen Euro geschätzten Gerhard Richter. Damit werden innerhalb weniger Tage gleich zwei Tabus bisheriger staatlicher Museumsarbeit gebrochen: Anmerkungen zum Sparkurs in Norddeutschland | Von Annette Schneider

dradio Hören: Museumslandschaft verramscht

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Deutscher Museumsbund ist gegen geplante Gemälde-Auktion durch Weserburg-Museum aus Kostengründen

Der Präsident des Deutschen Museumsbunds, Volker Rodekamp, kritisiert die Entscheidung des Bremer Museums Weserburg, zwei seiner wichtigsten Gemälde auf dem internationalen Auktionsmarkt anzubieten, um laufende Kosten zu decken:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1279454/

dradio Hören: „Da wird die Substanz aufs Spiel gesetzt“

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WIR SIND DAS ALTONAER MUSEUM!

Und wir bleiben es auch!

Liebe Freunde des Altonaer Museums,

die Herren im Hamburger Senat haben beschlossen, das Altonaer Museum zu schließen. Wir haben beschlossen, das zu verhindern. Die geplante Schließung des Museums als symbolischer Akt einer restriktiven Sparpolitik stellt einen regelrechten Skandal dar. Ein seit mehr als hundert Jahren bestehendes Haus mit einer einzigartigen Sammlung und Geschichte darf nicht den kulturfeindlichen Zielen des Hamburger Senats zum Opfer fallen.

Wir brauchen deshalb jede nur mögliche Unterstützung, damit dieser katastrophalen Entwicklung Einhalt geboten werden kann:

Unterschriftenlisten

Mit Ihrer Unterschrift können Sie gegen die Beschlüsse des Hamburger Senats protestieren. Anbei sende ich Ihnen eine Unterschriftenliste. Legen Sie diese bitte an möglichst vielen Stellen aus, sammeln Sie Unterschriften und geben Sie die Listen im Altonaer Museum ab!

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Demonstration für das Altonaer Museum am 25. September ab 11 Uhr

Treffen am Bahnhof Altona unter dem Motto:

Alle wollen das Selbe, Bürgermeister Aalhaus in die Elbe!

Altonaer Museum und SEFA bleiben!

Wir fordern alle Hamburger auf sich unserem Aufruf gegen die irrwitzigen Sparpläne des Senats anzuschließen und dies gemeinsam Kund zu tun. Wir wenden uns gegen die geplante Schließung des Altonaer Museums und rufen alle interessierten Hamburger auf empört euch und macht mit. Am Samstag den 25. September rufen wir zu einer Demonstration gegen den Sparhammer aus dem Senat auf. Die Forderung nach Denkmalsschutz für die SEFA kann mit wenigen Klicks auf der Homepage von Anna Elbe von jedem selbst in die Hand genommen werden. Macht mit! Treffen 11:00 vor dem ehemaligen Bismarckbad, heute Burger King. Weiter gehen wir zum Altonaer Museum und zur Seefahrtschule an der Rainvilleterrasse nahe Elbchaussee. Veranstalter sind die Partei Die Linke und die Gewerkschaften.

Solidaritätsfest am 03. Oktober ab 10 Uhr im Altonaer Museum

Am 03. Oktober werden wir im Altonaer Museum ab 10 Uhr ein Solidaritätsfest mit Führungen durchs Museum, einer Podiumsdiskussion und einem kulturellen Begleitprogramm veranstalten. Auf diese Weise möchten wir den Hamburgern noch einmal zeigen, was sie mit den Beschlüssen des Senats verlieren.

Wir möchten Sie herzlich zu diesem Soli-Fest einladen! Bringen Sie Ihre Familien und Ihre Freunde mit!

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Ihr Team des Altonaer Museums

Wir sind das Altonaer Museum!
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Stiftung Historische Museen Hamburg

Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte

PR und Marketing

Matthias Seeberg

Museumstraße 23

22765 Hamburg

Tel. 040 428 135 2678

Fax 040 428 135 1913

matthias.seeberg(at)altonaermuseum.de

http://www.altonaermuseum.de

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Feuerloescher TV war am 25. September 2010 in Altona unterwegs und konnte sich von verschiedenen Protesten und Protestformen ein paar Bilder machen und Statements einfangen.

Mit Statements von u.a. Fette Mieten Party – Initiative Recht auf Wohnraum, dem Direktor vom Altonaer Museum, dem frühreren Direkor vom Museum für Hamburgische Geschichte, von annaelbe Aktivisten, Bezirkspolitikern und KünstlerInnen.
Es geht darum, die steigenden Mieten für Wohnraum und die damit verbundene Verdrängung der ursprünglichen Bevölkerung durch die perverse Vermarktung der Immobilienhaie endlich zu stoppen und sich seiner Rechte zu besinnen.

Sogar die Stadt selbst behauptet, die Miete für ihre eigenen kulturellen Betriebsstätten nicht mehr aufbringen zu können?!
Anstatt dem Treiben der Immobilienwirtschaft und den Banken mit ihren Zinsen endlich mal ein Ende zu machen, verkaufen sie einfach mal eben alles an dieselben. Ist das ein Symptom von Schizophrenie oder ein typisches, psychopathologisches Phänomen in unserer Gesellschaft?

Traditionell lassen sich die Altonaer ja nichts gefallen, desshalb sollten wir uns also lieber auf einen heissen Herbst gefasst machen…

Es kann doch nicht angehen, daß momentan die letzten städtischen, öffentlichen Gebäude und das Gemeinwesen in Altona und wahrscheinlich sogar nicht nur in Altona – privatisiert werden soll und wir gucken bei dieser Enteignungswelle einfach nur zu?

SO NICHT! WIR WISSEN WIE DAS GEHT!
Eingestellt von Feuerloescher TV
http://feuerloescher-tv2.blogspot.com/2010/09/proteste-in-altona.html

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http://feuerloescher-tv2.blogspot.com/2010/10/mit-der-menschenkette-will-das.html

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Musikstadt. Kunsthalle. Schauspielhaus. Elbphilharmonie. Große Ziele, leere Kassen. In Hamburg steht die neue kulturpolitische Führung unter Senator Stuth vor schwierigen Aufgaben. Und der größte Teil der Kulturszene fragt sich, wie es weitergeht. Was wird geschehen: Folgt man weiterhin dem kulturökonomischen Ansatz der Creative City Richard Floridas? Wie löst man das Problem der Flächenkonkurrenz zwischen Immobilienentwicklern und Kreativen? Kann ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen punktuellen und medienwirksamen kulturpolitischen Interventionen hergestellt werden?

Die internationale Konferenz ‚Music City. Hamburg?! Musikalische Annäherungen an die kreative Stadt‘ versucht Antworten auf diese aktuellen Fragen im Hinblick auf die vielschichtigen Schnittpunkte von Musik und Stadt zu finden. Im Rahmen von Vorträgen und Diskussionen international renommierter Wissenschaftler auf den Gebieten der Musiksoziologie, Kulturgeografie und kultureller Stadtentwicklung gilt es, aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungen kritisch unter die Lupe zu nehmen und anhand des Beispiels Hamburg zu diskutieren.

Das dreitägige Programm umfasst neben der theoretischen Einführung die thematischen Schwerpunkte ‚Stadt, Musik & Creative Diversity‘, ‚Performing & Marketing‘, ‚Politics & Policies‘ und die Vorstellung empirischer, auf die Stadt Hamburg bezogene, Forschungsergebnisse. Vortragstitel wie ‚Bauen für Musik. Die Elbphilharmonie aus kulturgeschichtlicher Sicht‘, ‚Wie klingt die Stadt wenn sie vermarktet wird? Zum Zusammenhang von urbanen Musikpraktiken, Ortmythen und Werbung’ oder ‚Musik als Standortfaktor: Die ökonomische Sichtweise‘ zeigen die breite thematische Anlage.

Als Referenten treten u.a. auf: Adam Krims (University of Nottingham), Bastian Lange (Humboldt Universität Berlin), Martin Cloonan (University of Glasgow), Malte Friedrich (ISoMe Berlin), Andreas Gebesmair (Institut Mediacult Wien) und Alexander Grimm (Goethe-Universität Frankfurt/Main).

Als Ergänzung zu den eher wissenschaftlich orientierten Vorträgen diskutieren kontrovers besetzte Roundtables mit Akteuren des Hamburger Kulturlebens die Themen ‚Kulturelle Vielfalt in Hamburg‘, ‚Vermarktung der Musikstadt Hamburg‘ und ‚Förderung und politische Strategien‘ am Beispiel der Hansestadt. Hierbei sind u.a. vertreten: Egbert Rühl (Kreativgesellschaft), Alexander Steinhilber (BKSM), Christoph Twickel (Journalist und Autor), Andrea Rothaug (RockCity e.V.), Kurt Reinken (STEG), Kai-Michael Hartig (Körber-Stiftung), Katja Scheer (Netzwerk Musik von den Elbinseln), Fahrid Müller (GAL) und Andy Grote (SPD).

Die Ergebnisse der Konferenz sollen 2011 in Buchform erscheinen.
Programm und Informationen zur Teilnahme findet Ihr im angehängten Programm.

Robin Kuchar, M.A.
Institut für Kulturtheorie, Kulturforschung und Künste
Scharnhorststraße 1, Raum C1.113
21335 Lüneburg
Fon. 04131-677 1306
Mail. robin.kuchar(at)leuphana.de

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INTERVEIW

Volker Lösch: „Diese Kulturpolitik ist plan- und konzeptlos!“

Mit dem Hartz-IV-Skandalstück „Marat“ hat er vor zwei Jahren die Stadt elektrisiert – nun beleuchtet Regisseur Volker Lösch einen anderen sozialen Brennpunkt: Kinderarmut VON HEIKO KAMMERHOFF

http://www.mopo.de/2010/20100925/hamburg/kultur/volker_loesch_diese_kulturpolitik_ist_plan_und_konzeptlos.html

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Das „Studio Braun“ bläst dem gegenwärtigen Bürgermeister Ahlhaus und „seinem“ mit 1,5 Millionen geförderten und favorisierten Hamburger Polizeiorchester und der Finanzbehörde am Gänsemarkt den Marsch. Menschenkette in Hamburg [::] Foto: Jörg Stange, gfok

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SPARWAHN-PROTESTE

Sie blasen der Kulturbehörde den Marsch

Am Freitag traf sich die Schauspielhaus-Delegation mit Senator Stuth zum Krisengespräch in der Innenstadt. Thema: Die Etatkürzung um 1,22 Millionen Euro. VON DAGMAR FISCHER
BU: Solidarität mit dem Schauspielhaus:Das „Militärorchester Studio Braun“(v. l. in weiß: Rocko Schamoni, Jacques Palminger, Heinz Strunk) zog amgestern Vormittag in die Innenstadt ein.
http://www.mopo.de/2010/20100925/hamburg/kultur/sie_blasen_der_kulturbehoerde_den_marsch.html
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Theater

Entscheidend ist der Kostenfaktor

Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg erlebt bittere Zeiten: Erst tritt der Intendant wegen Kürzungen zurück, dann fallen die Kürzungen noch deutlich höher aus, als zunächst angenommen. Auch bei der Premiere von „Hänsel und Gretel gehn Mümmelmannsberg“ machen die Mitarbeiter ihrer Wut Luft.
http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/entscheidend-ist-der-kostenfaktor/

Sparmaßnahmen

Noch gut genug für Parteitage

Nach dem Rasenmäher-Prinzip werden den Bürgerhäusern ab 2011 sechs Prozent der Zuwendungen gestrichen. Dabei kalkulieren sie schon heute scharf. VON KATHARINA GIPP

http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/noch-gut-genug-fuer-parteitage/
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Protest gegen Sparkurs

„Die Stadt gehört uns“

Gewerkschaften und Sozialverbände rufen zu einer Menschenkette gegen die soziale Schieflage und Kahlschlag auf. VON KAI VON APPEN
http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/die-stadt-gehoert-uns/

http://www.freunde-der-kunsthalle.de/h/pressespiegel_87.php

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metainfo & medienwatch
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Financial Times Paul Krugman: Verrückte an der Macht

Europas Marsch in die nächste Wirtschaftskrise

Bereits im Sommer sprach Paul Krugman, der im vergangenen Jahr mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet wurde, von „Verrückten“, die sich an der Macht befänden – insbesondere in Europa – und die Wirtschaft in die nächste Krise steuerten, um damit die gefürchtete „Double-Dip-Rezession“ auszulösen. Die Entwicklung in den neuen Niedergang beschreibt aktuell auch in der Financial Times der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Gustav Horn: „Die Konjunktur ist nur fit gespritzt“.
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Wie auch von uns in früheren Beiträgen ausgeführt, bemüht sich die deutsche Wirtschaftspolitik – und ihr folgend die Regierungen vieler EU-Staaten – die Fehler zu wiederholen, die bereits zur Zeit der großen Depression zu Beginn der 30er-Jahre in den Ruin (und zum Aufstieg des Nazi-Regimes in Deutschland) führten: damals war es Reichskanzler Brüning, der mit immer neuen Notverordnungen und Sparmassnahmen die Wirtschaftstätigkeit nahezu zum Stillstand brachte, sie quasi zu Tode sparte.
Dieser ruinöse Ansatz wird heute in Europa wiederholt, begründet damit, dass die überschuldeten Staatshaushalte saniert werden müssten. In extremer Form wird die wirtschaftliche Strangulierung dabei praktiziert gegenüber den von der Finanzkrise besonders getroffenen Ländern, wie Griechenland, Spanien und Irland, aber auch in den vergleichsweise finanziell stabilen Staaten, wie Deutschland und Frankreich wird die Austrocknung der Ökonomie – mit Ausnahme der Exportwirtschaft – durch Sparmassnahmen voran getrieben.
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Dass diese Wirtschaftspolitik zur Selbstkannibalisierung führt wurde inzwischen von verschiedenen Ökonomen erklärt: besonders das Zurückfahren öffentlicher Investitionen durch Sparmassnahmen sowie die weitere Dämpfung der Binnennachfrage, des Konsums der Bevölkerung bewirken negative Effekte auf die Entwicklung der Wirtschaft, weiter einbrechende Steuereinnahmen und konterkarieren damit das Sparziel der Haushaltssanierung: die Schulden vergrößern sich in dieser Abwärtsspirale, während die Wirtschaft weiter schrumpft.
Gustuv Horn erklärt entsprechend, es sei aktuell der falsche Zeitpunkt zum Sparen.
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Nach den Einschätzungen verschiedener Ökonomen, wie Krugman und anderen, verdankt sich die aktuell positive Wirtschaftsentwicklung, wie sie in Deutschland zu spüren ist, insbesondere den Effekten staatlicher Konjunkturprogramme, die seit dem Ausbruch der Krise aufgelegt wurden – hierunter etwa die deutsche Abwrackprämie – von denen aber keine nachhaltige Wirkung zu erwarten sei.

Deutschland: parasitäre Scheinblüte

Insbesondere schwimmt dabei die deutsche Wirtschaft quasi parasitär auf den Konjunkturmassnahmen anderer Länder: die Konjunkturmassnahmen etwa in China, dessen Wirtschaftsoutput dem deutschen ungefähr vergleichbar ist, umfassten mehr als den 20-fachen Betrag des deutschen Konjunkturpakets und halfen damit unter anderem der deutschen Automobilindustrie wieder auf die Beine.
Auch in den USA war ein sehr viel umfassenderes Konjunkturpaket aufgelegt worden. Allerdings versandete hier ein Großteil der Mittel im Terrain der maroden Finanzindustrie, ihrer Zombie-Banken und -Konzerne.
Da große Teile dieser Konjunkturspritzen insbesondere von den jeweiligen Oberschichten / der wirtschaftlichen Elite abgeschöpft wurden, konnte die deutsche Automobilindustrie, die besonders das Segment der S-Klasse bedient, dadurch neue Geschäftserfolge verbuchen, nachdem der Effekt der Abwrackprämie verraucht war.

Desinformationskampagnen zur Ablenkung von den tatsächlichen Ursachen

Bei der Diskussion über die Notwendigkeit der Haushaltssanierung und der hier gezogenen Schlussfolgerung, dass durchgreifende Sparmassnahmen unabwendbar seien, wurde gleichzeitig von Politikern und Medien durchweg ausgeklammert, wodurch der vielfach hohe Schuldenstand verursacht wurde: so war auch durch eine Studie der EU festgestellt worden, dass die finanziellen Schwierigkeiten Griechenlands nicht, wie etwa in der Kampagne der BILD-Zeitung behauptet, verursacht waren durch Schlendrian, mangelnde Arbeitsdisziplin der Bevölkerung und allgemein unsolides Geschäftsgebaren oder Korruption; fraglos waren auch diese Faktoren dort im Spiel, jedoch nicht in nennenswert höherem Umfang, als in vielen anderen Staaten der EU. Die Hauptursache hingegen bestand offenbar in den extensiven Massnahmen der Bankenrettung im Zusammenhang der Finanzkrise, und damit ähnlicher Bedingungen, wie sie aktuell in Irland zu konstatieren sind.
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Auch in Deutschland werden die Sparzwänge insbesondere durch den hohen Aufwand der Bankenrettungsmassnahmen forciert. Dieser Hintergrund wird gleichzeitig von den Medien praktisch durchweg verschwiegen und stattdessen der Eindruck erzeugt, der Schlendrian, die Neigung zur hemmungslosen Verschuldung sei beim Staat zu suchen, bei Ausgaben für Klimaschutz, für Soziales, für Renten und anderen Budgetposten, die der breiten Bevölkerung zugute kommen.
Während weitere 40 Milliarden, die von der Hypo Real Estate beansprucht werden, um damit die Deutsche Bank und andere Gläubiger abzufinden, als selbstverständlich und unumgänglich abgebucht werden, wird gleichzeitig damit als nur wenig kritikwürdig sondern mehr oder weniger unumgänglich hingenommen, dass dies gegenfinanziert wird, indem durch die Streichung des Elterngeldes für alleinerziehende ALG2-Empfänger diese noch weiter in die Armut getrieben werden.

Förderung der prekär-krisenhaften Entwicklung durch die Medien

Diese zunehmend krassen Unverhältnismäßigkeiten werden ermöglicht durch eine Medienlandschaft wie in Deutschland, die hier Bundeskanzlerin Merkel in Anbetracht ihrer Banken- und konzernfreundlichen politischen Ausrichtung meist nur milde kritisiert und die wesentliche Hintergundinformationen – etwa zum Verbleib immenser Beträge aus öffentlichen Mitteln zur Bankenrettung – ausblendet und insgesamt Argumentationszusammenhänge im Sinn der großen Banken und Konzerne herstellt.

Während dabei kritische Informationen zum Geschäftsgebaren der Großkonzerne und Banken meist milde vorgetragen und relativiert werden, ist andererseits festzustellen, dass gern Gelegenheiten wahrgenommen werden, um verschiedene Gruppen der Bevölkerung gegeneinander auszuspielen nach dem bekannten Muster „divide et impera“.
So werden Beschäftigte in Gegensatz gebracht zu „arbeitsscheuen“ Arbeitslosen, „fleißige“ Deutsche gegen „faule“ Griechen, Deutsche Einheimische gegen Muslime usw.

Divide et Impera

Dies Spiel der Medien gestaltet sich in Deutschland (etwa in Form der Kampagnen der BILD-Zeitung, durch extensive Publizität zugunsten spaltender Populisten, wie Thilo Sarrazin und andere) sehr erfolgreich und verhindert damit, dass sich die Bevölkerung solidarisch verhält gegenüber Politikern, Banken und Großkonzernen, die die öffentlichen Kassen, das Gemeinwesen plündern, einen insgesamt prekären Zustand herstellen, den sie wiederum ausnutzen, um mit den so erzielten Notlagen weitere Geschäfte zu machen und Gewinn zu erzielen. – 24.09.10 1518 | gw

http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:aufschwung-die-konjunktur-ist-nur-fit-gespritzt/50167356.html
http://krugman.blogs.nytimes.com/2010/06/07/madmen-in-authority
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32635/1.html
http://www.heise.de/tp/blogs/8/147792
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33359/1.html

Metainfo: Originalartikel bzw. ergänzende Info hier

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„Kunstwissenschaft ist Klimaforschung“ Kunst und Wissenschaft im Altonaer Museum 2009 Gunnar F. Gerlach (gfok), Mojib Lativ Klimaforscher eingeladen von der noroomgallery => [::] Foto: Jörg Stange

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.medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de

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Written by medienwatch & metainfo

September 24, 2010 um 09:46

Veröffentlicht in Allgemein

2 Antworten

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  1. […] des altonaer museeums übernehmen möchte. dazu und zu den kürzungen mehr auf der seite von medienwatch°°°° die sozialbehörde hat einen verlgeich mit dem sozialunverträglichen vermieter kuhlmann […]


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