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Kritische Theorie der Sport-Party: Was die Massen begeistert

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Literatur | Sachbuch
Kritische Theorie der Sport-Party

Was die Massen begeistert

Von Mario Scalla | 30. Juni 2010
Begeisterungsverläufe kannte Adorno noch nicht. Aber er hatte die Kulturindustrie studiert und ihre Fähigkeit, Menschenmassen zu organisieren und wo nötig zu manipulieren. Die Kritische Theorie hat seitdem dieses Studium fortgesetzt, sich allerdings eher auf die Massenmedien beschränkt. Der Philosoph Martin Seel hat zwar gelegentliche Ausflüge in diesen Teil der Massenkultur unternommen, doch sportsoziologisch hat die Frankfurter Schule Nachholbedarf:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/literatur/2757712_Kritische-Theorie-der-Sport-Party-Was-die-Massen-begeistert.html

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Thomas Jedlitschka

„Eine WM für reiche Weiße“

Der Berliner Jurist Thomas Jedlitschka war als Berater für die Fanbetreuung in Pretoria und Johannesburg tätig. Nach zwei Turnierwochen kommt er zu dem Schluss, dass die Idee von einer afrikanischen WM missglückt ist:
http://www.tagesspiegel.de/sport/fussball-wm2010/eine-wm-fuer-reiche-weisse/1872360.html

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Armee sichert Township

Hinter dem Tafelberg brodelt Hass | 01.07.2010
Die Fußball WM hat in Südafrika Ressentiments gegen Migranten neu entfacht. Im Kapstädter Township Du Noon versucht die Armee Pogrome gegen Ausländer zu verhindern. VON ELENA BEIS
http://www.taz.de/1/sport/wm-2010/artikel/1/hinter-dem-tafelberg-brodelt-hass/

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Fußball im Abseits – Partynationalismus und Starkult kommen vor dem Spiel

Deutschland blüht wieder einmal im Glanze seines schwarz-rot-goldenen Glücks. „Wir“ sind wieder Deutschland und die ganze Nation scheint bemüht, die Nationalismusexzesse der WM 2006 noch zu überbieten:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=6035#h19

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Fußball

Der Fußballwahn ist eine Krankheit,
aber selten, Gott sei Dank!
Ich kenne wen, der litt akut
an Fußballwahn und Fußballwut.
Sowie er einen Gegenstand
in Kugelform und ähnlich fand,
so trat er zu und stieß mit Kraft
ihn in die bunte Nachbarschaft.
Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel,
ein Käse, Globus oder Igel,
ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar,
ein Kegelball, ein Kissen war,
und wem der Gegenstand gehörte,
das war etwas, was ihn nicht störte.
Bald trieb er eine Schweineblase,
bald steife Hüte durch die Straße.
Dann wieder mit geübtem Schwung
stieß er den Fuß in Pferdedung.
Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.
Die Lampenkuppel brach sofort.
Das Nachtgeschirr flog zielbewußt
der Tante Berta an die Brust.
Kein Abwehrmittel wollte nützen,
nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen,
noch Puffer, außen angebracht.
Er siegte immer, 0 zu 8,
und übte weiter frisch, fromm, frei
mit Totenkopf und Straußenei.
Erschreckt durch seine wilden Stöße,
gab man ihm nie Kartoffelklöße.
Selbst vor dem Podex und den Brüsten
der Frau ergriff ihn ein Gelüsten,
was er jedoch als Mann von Stand
aus Höflichkeit meist überwand.
Dagegen gab ein Schwartenmagen
dem Fleischer Anlaß zum Verklagen.
Was beim Gemüsemarkt geschah,
kommt einer Schlacht bei Leipzig nah.
Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen
durch Publikum wie wilde Bienen.
Da sah man Blutorangen, Zwetschen
an blassen Wangen sich zerquetschen.
Das Eigelb überzog die Leiber,
ein Fischkorb platzte zwischen Weiber.
Kartoffeln spritzten und Zitronen.
Man duckte sich vor den Melonen.
Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.
Dann donnerten die Kokosnüsse.
Genug! Als alles dies getan,
griff unser Held zum Größenwahn.
Schon schäkernd mit der U-Boots-Mine,
besann er sich auf die Lawine.
Doch als pompöser Fußballstößer
Fand er die Erde noch viel größer.
Er rang mit mancherlei Problemen.
Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen?
Dann schiffte er von dem Balkon
sich ein in einen Luftballon.
Und blieb von da an in der Luft,
verschollen. Hat sich selbst verpufft. -–
Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,
vor dem Gebrauch des Fußballwahns!

Joachim Ringelnatz  (1883-1934) [::] [::] [::]

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Der FC St. Pauli wird 100 Jahre alt

Wie ein „Schmuddelverein“ die Fußball-Welt veränderte

Der FC St. Pauli gilt als „der etwas andere“ Verein. Geprägt wurde das Image des Stadtteilclubs, der heute 100 Jahre alt wird, in den 1980er-Jahren, als Hausbesetzer aus der Hafenstraße das Millerntor-Stadion mit ihren Totenkopf-Fahnen enterten. Heute lebt der Club gut von dem alternativen Image.
Von Marcel Müller, Kristopher Sell und Patrick Gensing, NDR
http://www.tagesschau.de/sport/fcstpaulieinhundertjahre100.html

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Metatipp: Kunst und Sportverein Wilhelmsburg

https://medienwatch.wordpress.com/2010/06/23/kunst-und-sportverein-wilhelmsburg/

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Gespräch mit Jeff Wall | 2.7.2010 – 13:36 Uhr

Mit Manet spielen

Eine Ausstellung in Dresden feiert den großen Fotokünstler Jeff Wall. Ein Gespräch über Zufall, Schönheit und barocken Fußball:
[..] Viele dieser Kunstwerke wirken wie Journalismus, der einfach als Readymade in den Kunstkontext verpflanzt wurde. Aber da alles Kunst sein kann, darf auch der Journalismus ein Readymade sein [..]
http://www.zeit.de/2010/26/Interview-J-Wall?page=1

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ARD Sportschau transportiert über Kinder „nationalistische Kakophonie“ zur Fussball WM

https://medienwatch.wordpress.com/2010/06/16/sportschau-transportiert-uber-kinder-nationalistische-kakophonie-zur-fussball-wm/

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Meta Transport(e) GfoK »Vorsicht Kunst!« Gleichschaltung + Widerstand

https://medienwatch.wordpress.com/transportformen-gfok-objekte-etc/?preview=true&preview_id=15034&preview_nonce=50492c33a7

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | sw-fotos: „heiligengeistfeld“ jörg stange, gunnar f. gerlach, gfok kunstarchiv

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Written by medienwatch & metainfo

Juni 30, 2010 um 14:47

Veröffentlicht in Allgemein

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