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Archive for August 2009

Metropolitanräume – eine Strategie auf dem Weg zur «Weltregierung»

with one comment

berlin-weltfrage-gfok-02-333-09-700«Berlin-Bildungsreise 09» Foto: Jörg Stange, GfoK Kunstarchiv

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Reuters
John O’Donnell, Reuters March 19, 2011

Special Report: How lobbyists rewrite Europe’s laws

[..] Take Edward Scicluna, who sits on the parliament’s Economic and Monetary Affairs Committee which wrote laws for hedge funds last year. He is also the non-executive chairman of two investment funds run by British bank HSBC. Elmar Brok, a parliamentarian who negotiated the main law governing the EU, the Lisbon Treaty, also works for Bertelsmann. Its late German owner and Brok’s one-time paymaster, Reinhard Mohn, aspired to shape the so-called European project[..]
http://au.news.yahoo.com/thewest/a/-/world/9038331/special-report-how-lobbyists-rewrite-europes-laws/

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Bertelsmann

Metropolitanräume – eine Strategie auf dem Weg zur «Weltregierung»

von Pierre Hillard, Paris*

Städte und kommunale Gebietskörperschaften sind für die Strategie der Globalisierer von zentraler Bedeutung. Um das Ziel einer Weltregierung zu erreichen, planen sie auf allen Ebenen die Nationalstaaten zu zersetzen, indem sie vordergründig die Gemeinden zu stärken vorgeben. Eine grossflächige, feine Vernetzung erlaubt dann das Einrichten von neuen Strukturen auf der untersten Ebene (lokal), die in regionalen politischen Organismen weitergeführt werden, dann in kontinentalen, um schliesslich in einer einzigen «Schleuse» zu enden, der Weltregierung (globale Ebene). Dieser Aufbau hat zum Ziel, die politische Macht der Staaten zu umgehen. Das ist das Ziel der Institution «United Cities and Local Governments» (UCLG).
Die UCLG ist aus dem Zusammenschluss von drei Globalisierungs-Institutionen entstanden, die sich alle mit den Problemen der Kommunen beschäftigen: Internationale Union der kommunalen Behörden (engl. Abkürzung IULA), Weltverband der vereinten Städte (engl. Abkürzung FCMU) und Metropolis. Die IULA ist die älteste der globalen Organisationen zum Thema kommunale Behörden, da ihre Gründung bereits 1913 stattfand. Die Aufgabe der IULA ist die Stärkung der kommunalen Institutionen und die Repräsentation der kommunalen Verwaltungen in den Bereichen des Städtebaus. Die 1957 gegründete FCMU vereinigt mehr als 1400 Städte in mehr als 80 Ländern, um themenspezifische Netzwerke aufzubauen und Kooperationsprogramme zu Themen wie Umwelt, urbane Verwaltung oder auch Unterstützung internationaler Aktionen durchzuführen. Metropolis wurde 1985 gegründet und fasst weltweit über 100 Grossstädte mit mehr als einer Million Einwohnern zusammen. Diese Vereinigung widmet sich den spezifischen Problemen von grossen Metropolitanräumen.
Kommunale «Selbstverwaltung» an Brüssels Leine:

http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2009/nr34-vom-2482009/metropolitanraeume-eine-strategie-auf-dem-weg-zur-weltregierung/

bertelsmann

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Auteur : Pierre HILLARD
Éditeur : François-Xavier de Guisbert
Langue : Français
Format : Broché – 160 pages
ISBN : 978-2-755403-35-0
Dimensions (en cm) : 14 x 21
http://www.voltairenet.org/librairie/product_info.php?products_id=89&language=fr

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La Fondation Bertelsmann au service d’un marché transatlantique et d’une gouvernance mondiale

par Pierre Hillard*
Étroitement liée à l’OTAN, pour laquelle elle organise chaque année la Conférence sur la sécurité de Munich, la Fondation Bertelsmann a placé un géant des médias au service des ambitions allemandes au sein de l’Empire transatlantique en construction. Universitaire spécialiste des relations internationales, Pierre Hillard vient de consacrer un livre à la plus puissante fondation européenne, dont nous en publions un extrait.
http://www.voltairenet.org/article160130.html#article160130

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Kriege und Staaten

Die neue Weltunordnung

Hatte Huntington recht? Die Studie der Bertelsmann-Stiftung über kulturelle Konflikte greift zu kurz. Ein Bericht von Sicherheitsexperte Herfried Münkler:
http://www.tagesspiegel.de/kultur/Krieg-Staatswesen;art772,2902364

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Tod eines Verlegers | 06.10.2009 14:35 | Thomas Schuler

Von Reinhard Mohn lernen?

Das Vermächtnis des Gründers der Bertelsmann-Stiftung: Wie man Verantwortung delegiert. Thomas Schuler über die eigenartige Bescheidenheit eines Verlegers

Als Reinhard Mohn im Jahr 2000 mit den vier Mitgliedern der von Bertelsmann finanzierten, so genannten Unabhängigen Historiker-Kommission, zusammentraf, um die Vorwürfe zur Unternehmensgeschichte im Dritten Reich zu klären, sagte der Historiker Norbert Frei, gerade ein Kommunikationsunternehmen sollte ein historisches Gedächtnis haben. Mohn antwortete: „Ich werde natürlich von allen Seiten gefragt, wann und wer meine Biografie schreibt. Und ich habe gesagt: Die wird nicht geschrieben.“ Seite 1 von 2 =

http://www.freitag.de/kultur/0940-reinhard-mohn-stiftung-bertelsmann-tod-nachruf

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weiterführender Link = gesammelte Bertelsmann-Beiträge:

https://medienwatch.wordpress.com/?s=Bertelsmann

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Bertelsmannstiftung liefert die Vorlagen für Privatisierung + weltweite Militäreinsätze der EU etc.

https://medienwatch.wordpress.com/2009/05/24/bertelsmannstiftung-liefert-die-vorlagen-fur-weltweite-militareinsatze-der-eu/.

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metainfo

Bertelsmann-Patriarch Reinhard Mohn

«Der Tod eines Wirtschaftsweisen»

Von Klaus Boldt | 04.10.2009
Jahrhundertunternehmer, Managementphilosoph, bedeutender Stifter – mit Reinhard Mohn verliert Deutschland eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Nachkriegszeit. Der Verlust, den sein Tod für Bertelsmann darstellt, läßt sich nicht ermessen. Porträt eines Mannes, der sich unersetzlich gemacht hat:


http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,653103,00.html

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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) kommentierte das Ergebnis einer unabhängigen Historiker US Kommission zur Untersuchung der Rolle Bertelsmann im „Dritten Reich“ Anfang 2000 in der Überschrift: „Hitlers bester Lieferant“ | „Wir funken für Franko“ etc.

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Der „Spiegel“ täuscht erneut die Öffentlichkeit zugunsten des Bertelsmann Verlag:

„Reinhard Mohn wurde am 29. Juni 1921 in Gütersloh geboren als Ur- Ur-Enkel, des Verlagsgründers Carl Bertelsmann. Aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, übernahm er 1947 ein marodes Unternehmen. Ein Bombenangriff hatte die Druckerei zerstört, die Nazis schlossen 1944 den Verlag aus politischen Gründen“

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,653092,00.html

In Wirklichkeit wurde die Druckerei nicht aus politischen sondern wegen illegaler Materialbeschaffung von den Nazis geschlossen. Die Mär des Widerstandsverlags, im Dritten Reich wurde durch eine US-Kommission erst im Jahr 2000 aufgedeckt. Der Verlag wurde überführt die Allierten in der Nachkriegszeit und die Weltöffentlichkeit jahrzehntelang getäuscht zu haben. Bertelsmann hält bei Gruner & Jahr 100% und rund 25% am Spiegel Verlag. (jst) medienwatch

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Bertelsmann-Gründer gestorben

Abschied von einem Scheinlinken

VON STEFFEN GRIMBERG

(…) Wobei man sich als ein der Bekennenden Kirche nahestehender Verlag präsentierte, der 1944 sogar noch von den Nazis geschlossen worden war. Dass Bertelsmann neben durchaus christlicher Literatur in deutlichen größeren Mengen Wehrmachtssonderausgaben von kriegsverherrlichenden Büchern mit gutem Gewinn absetzte, geriet dagegen lange Zeit aus dem Blick. Genauso wie die Tatsache, dass das Unternehmen nicht etwa wegen Unterstützung des Widerstands, sondern wegen ganz banaler Schiebereien mit dem gegen Kriegsende immer knapper werdenden Rohstoff Papier mit den staatlichen Behörden aneinandergeriet. Aufgeflogen war das alles erst Ende der 1990er-Jahre, doch Mohn reagierte klug: Eine renommiert besetzte Historikerkommission stellte 2002 zwei Wälzer vor, die die Bertelsmann-Geschichte ohne Beschönigung aufarbeiteten:

http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/der-patriarch-aus-guetersloh/.

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Bertelsmann-Nazi-Verlag lügt weiter

Wiebke Priehn | 04.10.2009 23:08 Themen: Medien
Anlässlich des Todes des Bertelsmann-Eigentümers und Multimilliardärs Reinhard Mohn erneuern Medien des größten Medienkonzerns Europas, Bertelsmann, die lügenhafte Behauptung, der Bertelsmann Verlag sei wegen Widerstands gegen die Nazis geschlossen worden:

http://de.indymedia.org/2009/10/262644.shtml

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Ist die Bertelsmann Stiftung gemeinnützig? Bertelsmann steht für Privatisierung + mehr

https://medienwatch.wordpress.com/ist-die-bertelsmann-stiftung-gemeinnutzig-bertelsmann-steht-fur-privatisierung-etc/

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Michail Bakunin

Das unfassbare Individuum

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Der Mensch hat sich befreit, er hat sich von der tierischen Natur getrennt und sich als Mensch gebildet; er begann seine Geschichte und seine eigentlich menschliche Entwicklung mit einem Akt des Ungehorsams und der Erkenntnis, das heißt mit der E m p ö r u n g und dem D e n k e n .
Drei Elemente oder drei Grundprinzipien bilden die wesentlichen Bedingungen aller gemeinschaftlichen und persönlichen menschlichen Entwicklung in der Geschichte:

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1. die m e n s c h l i c h e Animalität;
2. das D e n k e n ;
3. die E m p ö r u n g .

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Dem ersten entspricht die s o z i a l e und p r i v a t e Wirtschaft, dem zweiten die W i ss e n s c h a f t , dem dritten die F r e i h e i t ….
Die allgemeine Idee ist immer eine Abstraktion und schon dadurch in gewissen Grade eine Verneinung des wirklichen Lebens. Ich stellte … als Eigenschaft des menschlichen Gedankens und folglich auch der Wissenschaft fest, dass sie von den wirklichen Tatsachen nur ihren allgemeinen Sinn, ihre allgemeinen Sinn, ihre allgemeinen Beziehungen, ihre allgemeinen Gesetze erfassen und benennen kann, mit einem Wort das in ihren beständigen Verwandlungen Bleibende, wie ihre materielle, individuelle Seite, die sozusagen von Wirklichkeit und Leben vibriert, aber gerade dadurch flüchtig und unfassbar ist. Die Wissenschaft versteht den Gedanken der Wirklichkeit, nicht die Wirklichkeit selbst, den Gedanken des Lebens, nicht das Leben. Hier liegt ihre Grenze, die einzige für sie wirklich unüberschreitbare Grenze, die eben in der Natur des menschlichen Gedankens selbst, des einzigen Organs der Wissenschaft, begründet ist.
Auf diese natürliche Beschaffenheit gründen sich die unbestreitbaren Rechte und die große Aufgabe der Wissenschaft, aber auch ihre tiefe Ohnmacht und selbst ihre schädliche Wirkung, sobald sie durch ihre offiziellen patentierten Vertreter sich das Recht anmaßt, das Leben zu beherrschen. Die Aufgabe der Wissenschaft ist folgende: Durch Feststellung der allgemeinen Beziehungen der vorübergehenden und wirklichen Dinge, durch Erkennen der Entwicklung der Erscheinungen der physischen und sozialen Welt eigenen allgemeinen Gesetze stellt sie sozusagen unveränderliche Markzeichen des Vormarsches der Menschheit auf, indem sie den Menschen die allgemeinen Bedingungen zeigt, deren strenge Beobachtung notwendig und deren Unkenntnis oder Vergessen verhängnisvoll sind. Mit einem Wort, die Wissenschaft ist der Kompass des Lebens, aber ist nicht das Leben. Sie ist unabänderlich, unpersönlich, allgemein, abstrakt, gefühllos, wie die Gesetze, deren ideale, gedachte, das heißt im Gehirn existierende Wiedergabe sie ist – im Gehirn, um uns zu erinnern, dass die Wissenschaft selbst nur ein materielles Produkt eines materielles Produkt eines materiellen Organs des materiellen Organismus des Menschen, des G e h i r n s ist. Das Leben ist ganz flüchtig und vorübergehend, aber auch ganz vibrierend von Wirklichkeit und Individualität, Gefühl, Leiden, Freuden, Streben, Bedürfnissen und Leidenschaften. Das Leben allein schafft freiwillig die Dinge und alle wirklichen Wesen. Die Wissenschaft schafft nichts, sie konstatiert und erkennt nur die Schöpfungen des Lebens. Und jedes Mal, wenn die Männer der Wissenschaft, ihre abstrakte Welt verlassend, sich in die lebende Schöpfung in der wirklichen Welt hineinmischen, ist alles, was sie vorschlagen oder schaffen, arm, lächerlich, abstrakt, ohne Blut und Leben, totgeboren, dem von Wagner, dem pedantischen Schüler des unsterblichen Doktor Faust, geschaffenen Homunkulus gleich. Daraus ergibt sich, dass die einzige Aufgabe der Wissenschaft die ist, das Leben zu erhellen, nicht, es zu leiten.
Eine Herrschaft der Wissenschaft und der Männer der Wissenschaft, selbst wenn sie sich Positivisten, Schüler August Comtes, nennen oder selbst Schüler der doktrinären Schule des deutschen Kommunismus, kann nur ohnmächtig, lächerlich, unmenschlich, grausam, unterdrückend, ausbeutend und verheerend sein. Man kann von den Männern der Wissenschaft als solchen sagen, was ich von den Theologen und Metaphysikern sagte: sie haben weder Gefühl noch Herz für persönliche, lebende Wesen. Man kann ihnen nicht einmal einen Vorwurf daraus machen, denn es ist die natürliche Folge ihres Berufes. Als Männer der Wissenschaft haben sie nur mit Allgemeinheiten zu tun und interessieren sich nur für solche.
Die Wissenschaft, welche nur mit dem zu tun hat, was auszudrücken und beständig ist, d. h. mit mehr oder weniger entwickelten und bestimmten Allgemeinheiten, muss sich hier besiegt erklären von dem Leben, das allein in Verbindung steht mit der lebendigen und empfindlichen, aber unfassbaren und unsagbaren Seite der Dinge. Das ist die wirkliche und man kann sagen die einzige Grenze der Wissenschaft, eine wirkliche unüberschreitbare Grenze. Ein Naturforscher, der selbst ein wirkliches und lebendes Wesen ist, seziert beispielsweise ein Kaninchen; dieses Kaninchen ist gleichfalls ein wirkliches Wesen und war wenigstens vor kaum einigen Stunden, eine lebende Individualität. Nachdem der Naturforscher es seziert hat, beschreibt er es: Nun, das Kaninchen, welches aus seiner Beschreibung hervorgeht, ist ein Kaninchen im a l l g e m e i n e n , das, jeder Individualität beraubt, allen Kaninchen gleicht und deshalb nie die Kraft zu existieren haben wird und ewig ein unbewegliches und nichtseiendes Wesen bleiben wird, nicht einmal körperlich, sondern eine Abstraktion, der festgehaltene Schatten eines lebendigen Wesens. Die Wissenschaft hat nur mit solchen Schatten zu tun. Die lebendige Wirklichkeit entschlüpft ihr und gibt sich und gibt sich nur dem Leben, das, weil es selbst flüchtig und vorübergehend ist, immer alles, was lebt, d. h. alles, was vergeht oder flieht, fassen kann und in der Tat fasst.
Das Beispiel des der Wissenschaft geopferten Kaninchens berührt uns wenig, weil wir uns gewöhnlich für das individuelle Leben der Kaninchen sehr wenig interessieren. Anders ist es mit dem individuellen Leben der Menschen, das die Wissenschaft und die Männer der Wissenschaft, welche gewöhnt sind, unter Abstraktionen zu leben, d. h. flüchtige und lebendige Wirklichkeiten ihren beständigen Schatten zu opfern, gleichfalls fähig wären, zu opfern oder wenigstens dem Nutzen ihrer abstrakten Allgemeinheiten unterzuordnen, wenn man sie nur machen ließe […] Bakunin Page 8
hier bitte weiterlesen.

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medienwatch.de | medienwatch.wordpress.com | meta-info.de | «Bus-Bild: Welt-Ballon» | Berlin 2009 = Mit Bus vom Bundespresseamt durch Berlin. Auf Einladung von MDB Norman Paech | Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK Kunstarchiv

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HafenCity: Kontinuität von Kisten, Kästen, Klassen und Kapital

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Fotos: Jörg Stange

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Gunnar F. Gerlach

Anmerkungen zur Kontinuität von Kisten, Kästen, Klassen und Kapital als Transportmittel und versuchter Transformation

Seit der Aufklärung gilt nicht nur der Leitgedanke einer Kunst die im Auge des Betrachters erst (mit) entsteht. Auch Formen des Humors in Spott, Satire und Ironie sind abhängig vom jeweiligen Betrachterstandpunkt, seinem Vorwissen, seiner Perspektive und seinem Ziel (ästhetisch, ideologisch, politisch etc.). Insofern erweist sich der zu fordernde bifokale Blick am Grassbrookhafen zwischen der neuen architektonischen Be- und Verbauung und dem gegenüberliegendem Künstlerdorf (als Festival-Ort) für die einen als ironisch sehr gut gespiegelter Reflex auf die phantasielose Container- und Schuhkarton-Architektur, für die anderen erscheinen die Container als zu einfache Um- und Entgegensetzungsform. Beide Seiten der Anschauung dieser Medaille (Kapital, Humankapital) können gute Gründe für ihre Argumentation vorweisen: zumindest im Sinne einer solitären Stellung des Präfix‘ „sub“, etymologisch gedeutet als „unter“, ließe sich dies als eine ästhetische Praxis mit ironischem Verweis auf ein „Unter-Sehen(visto) und laufen“ deuten.

Müßig auch die Frage nach der Qualität der sogenannten „0ff-“ oder „Underground“, gar „Rest-Avantgarde-Kunst“, da diese Begriffe selbst seit 20 Jahren als Labels- und Marken-Zeichen im Kontext post-post-moderner Ökonomisierung und Funktionalisierung der Kunst kaum noch Aussagewert besitzen. Hinzu kommt die Unmöglichkeit einer Vorstellung (Vision) von „Avantgarde“ in globalisierter Gleichzeitigkeit der eigentlich kulturell und regional spezifisch differenzierten Phänomene Theorie und Praxis der Künste. Wenn alles synchron und parallel läuft, wer schreitet dann wohin noch voran? Noch fragwürdiger wird dann zusätzlich ein Spiel über die Selbstdarstellungs- und Karriere-Bande, welche Off-Szene denn nun „besser“ sei…(‚Besser‘ oder ‚Schlechter‘ sind wohl insgesamt keine ernst zu nehmenden, ästhetisch-philosophischen Kriterien der Beurteilung von Kunst oder der Ästhetik zugeschriebenen Ge-Bilden; dies können sie nur sein innerhalb einer spätbürgerlich geprägten Frage nach Geschmacks-Urteilen, die sich bei genauerer Ansicht wiederum als Klassen- und Kasten-Fragen herauskristallisieren).

Die konstruktiv zu stellende Frage, die einer ernsten Diskussion bedürfte, wäre doch eher nach der Form-Inhalts-Korrelation zu stellen: Kisten, Kästen und Kontainer – auf denen das Wort „Kapital“ durchaus historisch legitim und sinnfällig als Logo angebracht ist – bilden als Produkte (inklusive der anhängenden, weiterbearbeitenden Technologien) und als (Transport-) Mittel durchaus den materiellen Reichtum der Freien und Hansestadt Hamburg. Als Vehikel des Kunst-Transfers, auch im Sinne der Dreifachgesichtigkeit des Begriffes „Vision“ (Vorstellung, Erscheinung, Traumgesicht) ist man dann doch zunächst irritiert: sollte ein sich selbst als affirmativ-subversiv verstehendes Projekt schon formal in die Falle eines einseitigen und zynischen „Kapital“-Begriffes gegangen sein und in seinem eigenen (und berechtigtem) Anliegen die Kunst als HumanKapital (im Sinne der Deutschen Bank etc.) in TransportKisten des Warenhandels stecken?

Zumindest scheint hier die Phantasie nicht unbedingt an die Macht gelangt zu sein, zumal sich so besonders bei der Eröffnung der Eindruck eines „Elb-Vergnügens“ (in Analogie zu Alstervergnügen und Weihnachtsmarkt) eher vermittelte, als der Wille zu ins Reale und Alltägliche eingreifenden (operativen) Kunst – die ja immerhin nicht zum Mainstream zu zählen wäre. Nichts gegen Feste und Feiern, aber sind denn Name und Logo der Stadt jetzt schon umgewandelt in „Feier und Container Stadt Hamburg“? Bei genauerer Betrachtung bedeutet „sub“ ja zudem auch „ein wenig“; zusammengedacht mit dem Begriff „Vision“ als Erscheinung, ergäbe sich dann ein Kunst-Festival-Name, der lautet: „Ein wenig Vorstellung“…

Da ist doch allen Beteiligten zu wünschen, im Laufe der nächsten Tage die Aktionen etwas hellsichtiger, halluzinatorischer und radikal eingreifender zu gestalten. Und ansonsten bleibt bestehen: Kein Krieg der Szenen! Bedenkt: „Karthago soll zerstört werden“.

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noroomgallery-hafenCity-medienwatch-700-09Operativer Produktions Cont. 23 Noroomgallery (Mobile Redaktion), Gunnar F. Gerlach, Jan Holtmann

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subversiv-operative-tatlin-zeitung-medienwatchChto delat, St. Petersburg (Zeitung mit Rev:Turm Tatlin)

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reifen.

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noroomgallery-medienwatch-06»lets dänce« Harald Stazol

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Wanted, in vino veritas [Henning Christiansen] Blockbau Bernd Jasper

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HafenCity Kunstfestival – subvision. kunst. festival. off.

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Der nachfolgende Diskussionsbeitrag (echo-Liste, Ausschnitt) zeigt auf, in welchen Kontexten, bzw. in welchen Ansätzen die Bandbreite der kritischen Befragung von „Subvision“, der Beteiligten und sich verweigernden oder distanzierten KünstlerInnen der „Offszene“ und ausserhalb des „Off“ individuelle Kritik, in einem gewissen Konsens, gegenüber des HafenCity GmbH-Projektes angesiedelt ist. [ Der Text: „Die Privatisierung des kritischen Diskurses“ wurde autorisiert. Anm. jst ]

[echo] Subvision: Die Privatisierung des kritischen Diskurses

„die fragestellungen kapitalgesteuerte stadtbau, privatisierung von ressourcen und infrastruktur sind globale erscheinungen, passiert nicht nur in hamburg. wird in den arbeiten auf dem festival mehr als einmal thematisiert.“

Dieses Argument kann auch schön illustrieren, warum Menschen nicht auf die Straße gehen, wenn sie erfahren, dass Banken 480 Milliarden Euro als sog. Rettungsschirm gestiftet bekommen… Im oben zitierten Satz wird gesagt: Was mit der HafenCity passiert, passiert „global“, und deshalb darf sich Widerstand nicht lokal orientieren. Eine fatale Fehleinschätzung in einer gewissen Hinsicht: Es gibt einen lokalen Diskurs, eine lokale Pressearbeit. Diese Elemente werden mit subvision – durchaus subversiv – bekämpft.

Der politische Widerstand der lokalen Künstlergruppen gegen die Stadtentwicklungspolitik wird durch subvision an ihren zentralen Gelenkstellen gebrochen: Die wenigen wirksamen Mittel der Künstler sind ihre konkreten Arbeiten – deren Austauschbarkeit nun bewiesen ist – sowie eine solidarische Öffentlichkeitsarbeit – die gezielt untergraben wird.

Als Beispiel für den Schaden, den das subvision-Festival der lokalen kritischen Künstlerszene zugefügt hat, mag folgender „Bericht“ gelten (Forums(?)beitrag, der auf der „Die rote Fahne“-Frontpage verlinkt ist): hier

Weitere Beispiele wurden bereits herumgeschickt. Dadurch, dass ein Diskurs in die Breite getrieben wird, („ein breiteres und unerschiedlicheres publikum“) – zunächst natürlich erstrebenswert -, ist noch nicht garantiert, dass er eine breitere Wirkung entfalten wird. Analysiert man den Sachverhalt genauer, zeigt sich, dass eine breite Diskussion auch genau das Gegenteil bewirken kann. Entscheidend dabei ist, wer die Diskussion dominiert und wie sie in jenem aufgeht, was man als allgemeines Diskurs-Simulakrum bezeichnen könnte.

Ein interessantes Ergebnis der Vorfälle ist die Fragestellung, ob bei der Präsentation auf dem HafenCity-Gelände eine Öffentlichkeit überhaupt angesprochen wird. Rein formal handelt es sich ja um Privatgelände. Das Festival ist eine Spielart sozialintegrativer Unternehmenspolitik, wie Vattenfall-Sportveranstaltungen auch. Aber auch in anderen kontextuellen Aspekten zeichnet sich ab, dass der zu beobachtende Vorgang eine Assimilierungsmaßnahme ist. Es handelt sich, etwas plakativ dargestellt, um eine Diskurs-Privatisierung. Es ist also nicht so, wie der Kommentator der Süddeutschen, Olaf Bargheer, meint, dass die Linke sich nur aus Gewohnheit selbst zerfleischen würde. Es ist vielmehr so, dass der kritische Diskurs privatisiert wird und die Linke auf ihrem Medusa-Floß in der Elbe dümpelt. „Die rote Fahne“ weht jedenfalls auf dem Privatgelände…

Meinem Text liegt der Gedanke zugrunde, dass kritische Kunst sich dadurch definiert, bestehende Diskursformen aufzubrechen. So gesehen ist bei subvision Köttering der interventionistische Künstler – er bricht die linken Diskursformen auf, indem er sie von rechts finanzieren lässt – und die eingeladenen „Künstler“ sind das Material. Ein weiterer Beitrag zur Frage: Gibt es rechte Intellektuelle? (*)

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Off-Kultur

Mitmachen oder nicht?

In der Hafencity findet das Festival „Subvision“ statt. Für einige Künstler ist es eine Chance zur Präsentation, andere überlegen, ob man sich nicht instrumentalisieren lässt. VON KLAUS IRLER

http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/mitmachen-oder-nicht/

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HafenCity: Substanzielles in Subversivem, oder das Versionem im Subvisionellen des Subvisuellen

2009/08/28/hafencity-substanzielles-in-subversivem-oder-das-versionem-im-subvisionellen-des-subvisuellen/.

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(*) „Für die Soziologie (Joseph Schumpeter folgend) sind Intellektuelle Menschen, die zu reden und zu schreiben verstehen und mit ihrer Kritik öffentlich Dinge zur Sprache bringen, die an sich außerhalb ihrer eigenen Sachkompetenzen und Verantwortungsbereiche liegen. Ihre Erfolgschance beruht auf der Legitimitationsfähigkeit durch in der jeweiligen Gesellschaft verbindliche Grundwerte und liegt vor allem in ihrem Störpotenzial“

http://de.wikipedia.org/wiki/Intellektueller

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Gunnar F. Gerlach

„Die eingreifende, operierende künstlerische Erkenntnis und Handlung hingegen in tatsächlichen individuellen und gesellschaftlichen Systemen und Fiktionen ist experimentell eher geeignet gestalterische und reflexive Tätigkeiten zwischen Sinnlichkeit und Reflexion ( die Künste, die Philosophie, der Schamanismus) als konkret heilende Bewußtwerdung und Konstruktive Vergessens-Seinsweise gleichgewichtig zu integrieren. Das zur Tat gewordene Wort und Bild versucht dabei alle möglichen, un-möglichen und para-möglichen Erkenntnisse sinnlicher und theoretischer Differenzierungen sensibel , sensitiv und surreal in einen Prozeß zu überführen, der in den flutenden und fruchtbaren Strom von realistischen und DaDa-istischen Haltungen mündet. Die Operationen sind dabei Ausdruck, Denk- und Sinnbild eines Dreistromlandes von Theorie, Praxis und Traum, die gemeinsam im Fluß sind – fluktuierende Dialektik. In diesem Zusammenhang beruft sich die „operative Kunst“ auf eine wissenschaftliche, historische, philosophische, anthropologiache und kunstwissenschaftliche Verknüpfung und Assoziation, die u. a. von Goya, Courbet und Morris über Tretjakov, Benjamin, Brecht und Breton zu Duchamp, Beuys, Böhmler, Brehmer und Hiltmann führt“

https://medienwatch.wordpress.com/gesellschaft-fur-operative-kunst/

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Das Wort vom Casinokapitalismus | Abschied vom Sozialstaat | Rekord-Neuverschuldung

https://medienwatch.wordpress.com/2009/07/03/das-wort-vom-casinokapitalismus-abschied-vom-sozialstaat/

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Hafencity = „U 4 / 2011″ von Iso-lation X nach Iso-lation Y
Für den schnellen Transport zur Erreichbarkeit von A wie Arbeit und B wie Beliebigkeit

https://medienwatch.wordpress.com/hafencity-u-4-2011-von-iso-lation-x-nach-iso-lation/

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | http://www.meta-info.de | Bildmaterial: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach Kunstarchiv GfoK

HafenCity: Substanzielles in Subversivem, oder das Versionem im Subvisionellen des Subvisuellen

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noroomgallery-medienwatch-06-r-gescheitert-09»lets dänce« Harald Stazol, noroomgallery in Cont. 23 Grasbrook 2009 | Foto: Jörg Stange,gfok

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Armin Digging, mag Subvision nicht:

Substanzielles in Subversivem, oder das Versionem im Subvisionellen des Subvisuellen?!

Man könnte es auch nennen die Supervision des Substanziellen:
Für die Postmoderne ist das Substanzielle in der Regel der ideologische Körper moderner Gesellschaften und Synonym wie Symptom (nach Slavoj Žižek) symbolischer Überschuss von Realitätsproduktion) wahrhafter, besser wahrhaftiger (wahrhaft richtiger) Kulturarbeit in allen Bereichen und hyperventiliert in der Kunst.

Eine postmoderne Gesellschaft aber zeigt unverhohlen (nicht hohl, sondern substanziell) das Niedere, das Primitive, das Hysterische der Medien im Umgang mit der Kunst. Die Scham moderner Gesellschaften ist verflogen. In diesem Sinne erscheint die vergangene Avantgarde nur als eine primitiv-ethnische Ausprägung westlicher Kulturen vor dem Hintergrund globaler SUPERVISION. Das idiotische Genießen schlägt um sich.

Für die Postmoderne ist gerade die Doppelung (Twintower) und Ver-Doppelung (war vorher der Kunst-Container oder noch vorherer der Capital-Container, man weiß es nicht so genau: der Ursprung wird in das System eingeschrieben) der Reflex auf den Verlust der objektiven Rationalität moderner Gesellschaften.
Offen zeigt man jetzt den Simulationsmodi (nach Jean Baudrillard: Code und Simulation postmoderner Gesellschaften) nach dem die alternierenden Subversionen und Superversionen ihre Rhetorik in einen Hype von Supervisionen einschreibt.
Der Code: Standardisierung. Die vergammelte Kunst im Container realisiert das Symptom einer Metaware: die subversive Vision der Supervision.

Vor diesem Hintergrund wird aus dem OFF NUR ein UFF…

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Armin Digging ist zur Zeit Vorsitzender im Aufsichtsrat der Kunsthalle Black Hole in Liverpool. Er legt großen Wert darauf nur mit „Digg“ angesprochen zu werden und stammt aus einem Provinznest in Styria, wohin er niemals zurückkehren möchte, aller höchstens als Symptom.

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Gunnar F. Gerlach
Anmerkungen zur Kontinuität von Kisten, Kästen, Klassen und Kapital als Transportmittel und versuchter Transformation

https://medienwatch.wordpress.com/2009/08/28/hafencity-kontinuitat-von-kisten-kasten-klassen-und-kapital/.

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Nicole Büsing, Heiko Klaas [Kunstmarkt.com]

Das erstmals stattfindende Kunstfestival „subvision. kunst. festival. off“ in der Hamburger HafenCity bietet Künstlergruppen aus aller Welt ein Forum auf Zeit. Ganz unumstritten ist es jedoch nicht:

http://www.kunstmarkt.de/pagesmag/kunst/_id192236-/journal_berichtdetail.html?_q=%20

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Slavoj Žižek

Die symbolischen Netzwerke sind unsere (soziale) // Realität.

Das Imaginäre
Das Imaginäre liegt auf der Ebene einen subjektiven Verhältnis zu sich selbst. Es ist der Blick des Anderen im Spiegelstadium die illusionäre Verkennung Arthur Rimbaud zitierend hielt Lacan fest: Ich ist ein Anderer. Das Imaginäre ist das Fundamental-Phantasma das unserem psychischen Erleben nicht zugänglich ist und den phantasmatischen Schirm aufspannt in dem man die Objekte des Begehrens findet. Auch hier kann man das Imaginäre einteilen in ein reales (das Phantasma das den Platz des Realen einnimmt) ein imaginäres (das Bild/den Schirm selbst der als Köder dient) und ein symbolisches Imaginäres (die Archtypen nach Jung oder New Age ). Das Imaginäre läßt sich nie vollständig fassen da ein Reden darüber sich immer schon im Symbolischen befinden muss.

Slavoj Žižek [::]

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Arkadien

Der wahre Dilettant hat den Naturzustand nie verlassen, kennt keine künstlichen Sprachen. Die natürlichen Sprachen[1], also die Unmittelbarkeit des Ausdrucks im Sinn, machen ihn, den wahren Dilettanten, zum Repräsentanten des Ursprungs.

Der wahre Dilettant ist der Dilettant der Zeit, insofern er keinen Anfang und kein Ende kennt und nur Ur-Sprung (der, welcher als Erster springt) sein kann. Er bewohnt die Arkadien der Zeit. Dies trifft am Anfang der Zeit auch für den Herrscher der Zeit zu. Dieser aber kennt seit dem nur das Ende der Zeit. Er ist der Tod, immer bemüht den Anfang auszulöschen, zumindest seinem Wunsche nach, um selbst Ursprung zu sein:

http://linn.katharina.in/

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Arkadien II = der etwas andere Elb-Spaziergang ‘09 + Indikation zur Operation

https://medienwatch.wordpress.com/arkadien-ii-der-etwas-andere-elb-spaziergang-09-indikation-zur-operation/

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puzzelink_evidenz.12 [ parametrie … parodiese ] =

https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/10/puzzelink_evidenz12-parametrie-parodiese/

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»lets dänce« noroomgallery Jan Holtmann im Re:daktion-Container. 23 Grasbrook 2009 Foto: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK, Aktive Archiv(e)

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August 28, 2009 at 08:50

Religionsunterricht in der Schule auch für den Islam oder das Problem der Säkularisation

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kreuz-juedisches-museum-berlin-700-stange-gerlach-2009[Jüdisches Museum (Daniel Libeskind), Berlin] Foto: Jörg Stange


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Religionsunterricht in der Schule auch für den Islam oder das Problem der Säkularisation

Von Norbert Cobabus

Schon seit längerem wird in Deutschland die Frage diskutiert, ob man neben dem evangelischen und katholischen Religionsunterricht auch anderen Glaubensgemeinschaften, vor allem den Muslimen, einen Religionsunterricht in der Schule erlauben soll. In Hessen hat dazu seit diesem Sommer die FDP – während die CDU darüber murrt – die Initiative ergriffen. An einem entsprechenden Vorbereitungstreffen im August 2009 nahmen aber nur ganz wenige „Verbände“ oder „Vertreter des Islam“ teil. Den Aleviten soll demnächst der Religionsunterricht an Schulen gestattet werden, allen anderen Gruppierungen nicht, weil sie (noch) nicht die „verfassungsrechtlichen Voraussetzungen“ dafür erfüllen würden. Worin die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen liegen, wird jeweils in Einzelfall geprüft. Sie sind sowohl organisatorischer wie inhaltlicher Art. Pate steht dabei neben dem Grundgesetz auch die Organisationsform, die offenbar mindestens den vereinsrechtlichen Bestimmungen in Deutschland entsprechen sollen, sich aber auch an den beiden hier vorherrschenden – evangelischen und katholischen – Kirchenorganisationen orientieren. Tatsache ist nun, dass – von der kleinen seit mehreren Jahrhunderten in der Türkei bestehenden und seitdem vielfach verfolgten und daher fest zusammen gefügten alevitischen Glaubensgemeinschaft einmal abgesehen – der Islam sich nicht nur inhaltlich sondern auch deutlich in seiner Struktur von den in Deutschland üblichen Vorstellungen unterscheidet. Eine kirchenähnliche Struktur gibt es dort letztlich ebenso wenig wie eine vereinsrechtliche in dem hier gewünschten Sinne, weil der Islam bis heute noch einige Elemente einer früheren Stammesgesellschaft und somit eines anders gearteten Gemeinschaftsdenkens als Grundlage hat. Insofern verwundert es nicht, dass allein schon deshalb sich zu entsprechenden Treffen kaum „Vertreter verschiedener islamischer Strömungen“ – wen sollen sie denn wie vertreten? – eingefunden haben. Dieses Problem ist aber nur ein vordergründiges mit dem Religionsunterricht an den Schulen verbundenen Problem. Dahinter steht tatsächlich ein viel fundamentaleres Problem, nämlich die Frage, nach dem Grad der Säkularisierung in Deutschland. In Deutschland wird nämlich das religiöse Geschehen noch immer primär aus der Sicht des evangelischen und besonders des katholischen Christentums beurteilt und vielfach auch bestimmt. Das schlägt sich zum einen in den beiden Unionsparteien (CDU und CSU) nieder, zum anderen in dem diesen beiden Kirchen innerhalb unserer Gesellschaft fast überall gewährten überdimensionalen Sonderrechten, in der damit verbundenen Gesetzgebung und selbst in dem Verhalten des Bundesverfassungsgerichts bei entsprechenden Entscheidungen. Tatsache ist, dass Deutschland in seinen vorherrschenden politisch gewünschten Wertvorstellungen immer noch in der Tradition des herkömmlichen christlichen Abendlandes steht und auf Grund der damit verbundenen strukturellen, organisatorischen und gesetzlichen Bestimmungen kein laizistischer Staat ist, sondern eindeutig als weltanschaulicher Tendenzstaat im vorgenannten Sinne bezeichnet werden muss. Die im Grundgesetz formulierte Religionsfreiheit ist tatsächlich nicht gegeben, sondern deutlich zugunsten der beiden vorgenannten christlichen Kirchen verschoben. Es beginnt dies mit der Kirchensteuer und setzt sich fort in den in vielen Kommunen lediglich existierenden konfessionellen Kindergärten, in der Vertretung dieser beiden Kirchen in den Gremien der öffentlich rechtlichen Medien, in den katholischen bzw. evangelischen Religionssendungen in den öffentlich rechtlichen Medien, in dem entsprechenden Religionsunterricht in den Schulen, in den in vielen Gemeinden üblichen katholischen oder evangelischen Gottesdiensten zu Beginn des Schuljahrs, und einiges mehr. Hinzu kommt ihr definitiver Einfluss (besonders über die Unionsparteien) auf die Gesetzgebung, auch wenn dieser in den letzten beiden Jahrzehnten auf Grund der allgemeinen Liberalisierung gegenüber den konservativen Wertvorstellungen der Kirchen (besonders der katholischen Kirche) inzwischen etwas zurückgedrängt worden ist. In gewisser Weise fungieren also die evangelische und besonders die katholische Kirche in Deutschland noch als „Staatskirchen“. Das „Kruzifix-Urteil“ des Bundesverfassungsgerichts mit seinem Kompromissvorschlag, mit Zustimmung der Eltern Kruzifixe in öffentlichen Klassenzimmern zuzulassen, ist ein Kniefall vor dieser Situation. Die verschiedenen „Kopftuchurteile“ stellen eine Ungleichbehandlung des Islam gegenüber dem Christentum und ein Verstoß gegen die Religionsfreiheit im Grundgesetz dar. Denn während bei christlichen Lehrerinnen das offene Tragen eines Kreuzes, nicht selten als deutlich sichtbare Halskette, in den Schulen und in auch anderen staatlichen Einrichtungen erlaubt ist, haben viele Gerichte das Tragen eines Kopftuchs als Ausdruck der islamischen Religionszugehörigkeit in diesen Einrichtungen inzwischen verboten. Die Diskussion um die Zulassung des islamischen Religionsunterrichts an den Schulen erfolgt also aus einer deutlichen Schieflage heraus. Denn demgemäß abgeleitet aus der im Grundgesetz gewährten Religionsfreiheit müsste einer jeden Religionsgemeinschaft der Unterricht in der Schule gewährt werden. Das ist allerdings auf Grund ihrer Vielzahl kaum durchführbar. Eine Auswahl zu treffen, verstößt dann aber gegen das Grundgesetz. Richtiger wäre es jedoch, endlich dem Gedanken des Laizismus zu folgen und somit keinen Religionsunterricht mehr in den öffentlichen Schulen zuzulassen. Stattdessen wäre es vernünftig, wie dies in Berlin schon der Fall ist, einen Ethikunterricht einzuführen, der sich an der aufgeklärtesten Version der Menschenrechte orientiert. In diesem Rahmen kann dann aus dieser dabei vermittelten wertenden Sicht auch auf die wichtigsten verschiedenen Religionsformen hingewiesen werden. Denn es ist nicht die Aufgabe des Staates, bestimmte Religionsformen zu fördern. Vergessen werden sollte dabei auch nicht, dass ein immer größerer Teil der Bevölkerung außerdem keiner Kirche mehr angehört und auch die Anzahl der Agnostiker oder Areligiösen immer mehr zunimmt. Deshalb wird es höchste Zeit, dass Deutschland die Bevorzugung der evangelischen und katholischen Kirche aufgibt. Religionsformen haben lediglich einen privaten Charakter. Der Versuch, jetzt auch dem Islam, d.h. bestimmten ihrer Glaubensgruppen, den Religionsunterricht an Schulen zu ermöglichen, geht somit in eine falsche Richtung. (26.8.2009) Text für medienwatch & metainfo autorisiert

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Gebetsraum für Muslime im Gymnasium?

Deutschland hat seit der Verabschiedung des Grundgesetzes im Zusammenhang mit seiner Gründung im Jahr 1949 ein Problem, das in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher geworden ist: Deutschland ist ein christlich-weltanschaulicher Tendenzstaat. Die Religionsfreiheit steht zwar auf dem Papier des Grundgesetzes, widerspricht aber anderen Artikeln des Grundgesetzes wie der zu erhebenden Kirchensteuer für die beiden „staatstragenden“ christlichen Kirchen und der vielfach geübten Praxis. Dieser Widerspruch schlägt sich daher auch immer wieder in der Rechtsprechung bis hin zu Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts nieder. Die Säkularisierung ist nämlich in Deutschland seinerzeit nicht verankert worden und damit ist Deutschland kein laizistischer Staat, bei dem Staat und Religion klar voneinander zu trennen sind. Damit verstößt Deutschland diesbezüglich außerdem auch eindeutig gegen die Menschenrechte.

Besonders in der schon erwähnten Kirchensteuer und den sich daraus ergebenden besonderen weiteren staatlichen Unterstützungen für die katholische und evangelische Kirche, im christlichen Religionsunterricht in den staatlichen Schulen und in den christlichen Sendungen in den öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten drückt sich diese offizielle Bevorzugung einer bestimmten Religionsrichtung aus. Das zu den bayrischen staatlichen Schulen ergangene „Kruzifixurteil“ durch das Bundesverfassungsgericht und die zahlreichen „Kopftuchurteile“ zu den Muslima in staatlichen Schulen oder staatlichen Einrichtungen zeigen dies ebenfalls. Denn stets wurden auch dabei die offizielle katholische und evangelische Kirche bevorzugt: Kruzifixe dürfen weiterhin mit Mehrheitsvotum der Eltern in bayerischen Klassenzimmern hängen, und christliche Lehrerinnen und Staatsbedienstete dürfen weiter offen ein gut sichtbares christliches Kreuz z.B. als Halskette tragen.

Dieses Problem hat jetzt – neben dem Hin und Her um die Zulassung des Islam-Unterricht in den öffentlichen Schulen oder der Wiederzulassung des christlichen Religionsunterrichts an Berliner Schulen neben dem Ethikunterricht – erneut zu einem gerichtlichen Schlingerkurs geführt, nämlich bei der Frage, ob für einen Muslim in einer staatlichen Schule ein Gebetraum eingerichtet werden darf oder nicht. Wenn Deutschland wirklich ein laizistischer Staat wäre, dann muss sich ein Gymnasium wie im vorliegenden Fall der Einrichtung eines solchen Raumes verweigern. Die erste gerichtliche Instanz hatte aus dieser Sicht auch korrekt entschieden, dass sich der Staat und damit staatliche Einrichtungen in religiöser Sicht neutral zu verhalten hätte und ließ daher einen solchen Gebetsraum nicht zu. Nun ist Deutschland aber in religiöser Hinsicht nicht neutral und dadurch verstrickt es sich immer wieder in Widersprüche, die daher auch immer wieder von der jeweils unterlegenen Seite mit Recht kritisiert und angegriffen werden. Das ist das Problem.

Ich stehe auf dem Standpunkt, dass endlich auch die Säkularisierung und damit der Laizismus in Deutschland Einkehr halten muss und somit alle dem entgegen stehenden Artikel im Grundsetz und alle sonstigen Gesetze und Regelungen, die dem widersprechen, endlich abgeschafft gehören. Religion hat reine Privatsache zu sein. Demgemäß darf es keine Kirchensteuer und besondere Bevorzugungen dieser kirchlichen Institutionen geben, haben Kirchensendungen in öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten nichts zu suchen, muss der Religionsunterricht in öffentlichen Schulen durch einen in religiöser Hinsicht neutralen Ethikunterricht ersetzt werden, haben staatliche Schulen keine Gebetsräume oder auch Kapellen oder ähnliches für welche Religion auch immer einzurichten und sind das Tragen von Kopftücher, christlichen Kreuzen oder anderen religiösen Zeichen entweder als reine Privatsache anzusehen, die dann aber allen in gleicher Weise überall zu erlauben sind – was ich bevorzugen würde – oder generell für alle in staatlichen Einrichtungen zu verbieten. Norbert Cobabus (30.9.2009)

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Bertelsmannns Kooperation mit Evangelikalen in den USA zeitigt Wirkung
Die Deutschen: 70 Prozent religiös, 28 Prozent sogar „hochreligiös“
[Heise] Florian Rötzer 16.12.2007 Die Bertelsmann Stiftung hat für ihren „Religionsmonitor“ die erste internationale Umfrage zur Religiosität vorgelegt und stellt „keine anhaltende Säkularisierung breiter Bevölkerungsschichten“ fest

http://www.meta-info.de/?newsfull=1&lid=30945&rubrik=medienwatch

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Dradio-Kultur: Glaubensfragen: Wozu brauchen wir Religionen°? [MP3]

https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/26/dradio-kultur-glaubensfragen-wozu-brauchen-wir-religionen/

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[Juedisches Museum (Daniel Libeskind), Berlin] Foto: Jörg Stange 09, Gunnar F. Gerlach GfoK [Aktive Archive]

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Die Wahl in Afghanistan – ein Desaster und eine Farce

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Von Norbert Cobabus 

Bereits einen knappen Tag nach Beendigung der Präsidentenwahlen in Afghanistan ließ der Wahlmanager von Hamid Karsai verkünden, dass Karsai die Wahl möglicherweise mit absoluter Stimmenzahl gewonnen hätte und somit eine Stichwahl nicht erforderlich sei.

Tatsächlich wurden auf Grund von Terrorangriffen der Taliban mindestens 50 Menschen getötet. Bekannt ist auch, dass keineswegs alle Wahllokale geöffnet werden konnten und schon gar nichts weiß man bisher darüber, wie viele Personen angesichts der Drohungen durch die Taliban wirklich zur Wahl gegangen sind.

Bis zum Tag der Wahl hieß es noch, dass erst im September – auf Grund der schwierigen und unübersichtlichen Lage im Land – das Wahlergebnis bekannt gegeben würde. Wenige Stunden nach der Wahl verkündete laut den „westlichen“ Medienagenturen die „internationale Öffentlichkeit“ – womit die wirtschaftlich-politisch-militärische Führungsriege in den „westlichen“ Industriestaaten gemeint ist, die die von ihnen beherrschten Staaten selbst als „Demokratie“ bezeichnen (siehe dazu auch den Artikel unter https://medienwatch.wordpress.com/2009/08/09/der-mythos-von-der-demokratie/ ), dass die Wahl in Afghanistan „ein voller Erfolg“ gewesen sei. Diese Verlautbarungen erinnern an jene, wie wir sie aus Staaten kennen, in denen mehr oder weniger diktatorische Verhältnisse herrschen und bei denen bei den nur pro Forma abgehaltenen Wahlen der Sieger, nämlich der bisherige Diktator, schon von vornherein feststeht. Viel anders dürfte es bezüglich des Ergebnisses auch in Afghanistan nicht sein, denn die „westliche“ Welt, also die o. g. Herrschaftsschichten in diesen Staaten, wollen ihren Adlatus Karsai weiter als Präsidenten sehen. Deshalb wird zu einem Zeitpunkt, zu dem noch überhaupt nichts zur Wahlbeteiligung und zu den Wahlergebnissen gesagt werden kann, bereits der Sieg und der Erfolg verkündet. Zudem wurde bereits in den letzten Wochen und Tagen vor der Wahl im „Westen“ immer wieder verlautbart, dass Karsai der eindeutige Favorit sei, obgleich das überhaupt niemand bezogen auf das ganze Land vorhersagen konnte. Afghanistan ist seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts äfte dHälfür den „Westen“ nur aus geostrategischen Gründen interessant. Denn man will es sich als Transitstrecke für fossile Rohstoffe sichern. Deshalb braucht man in diesem ganz überwiegend islamisch orientierten Land, das schon seit mehreren Jahrhunderten eine in unterschiedliche ethnische Stammesgruppen zergliederte Region darstellt, einigermaßen stabile Verhältnisse. Damit sind aber Verhältnisse gemeint, die im Sinne des „Westens“ funktionieren. Das muss also keine wirkliche Demokratie sein und es muss schon gar nicht allen Bevölkerungsteilen gerecht werden; es genügt jene „Stabilität“, die die Rohstofftransitmöglichkeiten gewährleisten würden. Daher ist dem „Westen“ das Schicksal des Gros der Bevölkerung in dieser Region letztlich auch völlig gleichgültig, wie sie leben und darben und sich daher derzeit vorwiegend auch nur mit Anbau von Mohn für Opium am Leben erhalten können. Leider stören die Stammesgegensätze und vor allem die islamisch-fundamentalistischen Taliban dieses Konzept. Es sind dies jene Taliban, die die USA noch während der Zeit des „Kalten Krieges“ gegen die Sowjetunion militärisch unterstützt hatte. Ab September 2001 hat sich dann das Blatt gewendet und US-Präsident George W. Bush schickte nun seine Soldaten in diese Region, um Al QU’aida und die Taliban zu bekämpfen. Inwieweit dabei vor allem auch die zivile Bevölkerung getötet und in weitere Armut gedrängt wurde und wird, ist dem US-Regime völlig egal. Wie bei jedem schmutzigen Krieg – und alle Kriege sind schmutzig – muss die Zivilbevölkerung darunter am stärksten leiden. Mag sein, dass vor allem in Kabul und eventuell auch noch in ein oder zwei anderen Städten ein größerer Teil der Einwohner die Taliban mit ihrem extremen islamischen Konservativismus nicht mögen, aber die in ihrem Land Krieg führenden „westlichen“ Truppen, zu denen sich seit einigen Jahren auch Truppen aus Deutschland gesellt haben, mögen die Menschen hier – besonders jene außerhalb dieser Städte – auch nicht, weil sie durch sie letztlich keine Verbesserung ihrer Lage erfahren, im Gegenteil. Hinzu kommt, dass die US-Generalität in Afghanistan inzwischen zugibt, dass die Taliban das Geschehen bestimmen und die westlichen Militärkräfte derzeit nur noch reagieren können. Alles das fordert von Tag zu Tag mehr Menschenleben. Die Regierung in Kabul um Hamid Karsai ist dabei völlig machtlos. Das Land ist von einer Demokratie meilenweit entfernt und sie ist auch in zumindest absehbarer Zukunft nicht in Sicht. Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass der „Westen“ – voran die USA, aber nun neben dem stets getreuen Vasallen Großbritannien auch Deutschland mit seinem ab 1999 inzwischen zum Kriegsministerium mutierten früheren Verteidigungsministerium folgend – wieder einmal aus strategischen Gründen in einem anderen Land einen Krieg mit hohen Menschenverlusten führt und ein System gegen die Bevölkerung bzw. ohne Aussicht für ihre verbesserte Lage unterstützt, nur um ihre eigenen Herrschaftsinteressen soweit wie möglich abzusichern. Wieder einmal bestimmt hier der Zynismus und die Brutalität der „westlichen“ Herrschenden Gruppierungen aus Wirtschaft, Politik und Militär das Geschehen, an dem sich wieder einmal eine unterwürfige Journaille mit entsprechenden verlogenen Verlautbarungen beteiligt. 21.8.2009

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August 24, 2009 at 18:21

Broschüre gegen Ökonomisierung und Bertelsmann

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Foto: Jörg Stange, 2009, GfoK aktive archiv(e)

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Aufklärung

Broschüre gegen Ökonomisierung und Bertelsmann

„Die Bertelsmann-Stiftung ist eine der mächtigsten Denkfabriken im Lande und als solche Leitakteur für ähnlich operierende Berater und Stiftungen. Sie greift aktiv in die Politik auf allen Ebenen von Regierungspolitik bis zur Kommune und zu Netzwerken von Einzeleinrichtungen ein. Dabei versucht sie, wesentliche Bereiche der Gesellschaft betriebswirtschaftlichen Modellen und Motivationstechniken zu unterwerfen.
Die soziale Umverteilung von unten nach oben wie Hartz IV, die Gesundheitsreform, die Einführung von Studiengebühren und Studienkonten, Abwälzung gesellschaftlicher Kosten auf die Einzelnen, Unterstützung von und demokratischen kostenträchtigen Privatisierungsvorgängen sind von der Bertelsmann-Stiftung mitentwickelt worden. Ebenso greift das Bertelsmann-Institut Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) mit Vorschlägen zur verstärkten Militarisierung und geostrategischen Ausrichtung der deutschen und europäischen Außenpolitik in die internationale Politik ein.“
(aus dem „Aufruf gegen Bertelsmann“, Frankfurt Oktober 2007)
Diese Internetseite ist eine kompakte Online-Broschüre, welche die konkreten Eingriffe der Bertelsmann-Stiftung und des Konzerns beschreibt. Die einzelnen Kapitel ermöglichen einen schnellen Blick auf die verschiedenen Projektfelder von Bertelsmann, mit dem Anliegen, Hintergründe, Strategien und Folgen der sozialen Angriffe seit Anfang der 90er Jahre deutlich werden zu lassen.
Das Kapitel Ökonomisierung stellt die übergreifende Klammer der meisten Umbauprojekte der Bertelsmann Stiftung vor: das New Public Management in den öffentlichen Verwaltungen. Damit schließt sich eine Lücke in der bisherigen Anti-Bertelsmann-Diskussion. Das Kapitel Bertelsmann informiert über den Konzern und seine Geschichte.
Darauf folgt eine zusammenfassende Beschreibung der Bertelsmann-Stiftung. Die Konzernpläne, die öffentlichen Verwaltungen zu privatisieren und deren Aufgaben durch die Bertelsmanntochter Arvato gewinnbringend zu übernehmen, werden im Kapitel Verwaltung dargestellt.
Das Kapitel Bildungspolitik gibt Hinweise darauf, wie die Ökonomisierung im Bildungsbereich die heutige ‚Bildung’ den Menschen, die Schulen und Universitäten zum eingeschränkten Wirtschaftswesen deformiert und soziale Selektion für die globalisierte Gesellschaft betreibt.

Die Rationalisierung und Privatisierungen im Gesundheitswesen, sowie Umverteilung der Krankheitskosten auf die Kranken beschreibt der anschließende Text.

Das Kapitel Weltmacht stellt die wirtschaftlichen Motiven und Strategien dar, die Bertelsmann in Spiel bringt, damit die EU ihren Status als wirtschaftliche und militärische: [::]

Hier: PDF Broschuere-2009

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Datenkrake Bertelsmann spielt Glücksfee

Wer gestern Abend das ZDF-Politmagazin Frontal21 gesehen hat, musste sich fragen, ob da nicht versehentlich Beiträge aus der Redaktion “Aktenzeichen XY” ausgestrahlt wurden? Dass der Name Bertelsmann dabei mehrfach in einem ziemlich schrägen Licht erschien, verwundert allerdings nicht…  Von Joachim Weiss | 27. April 2011
http://www.gegen-stimmen.de/?p=15542

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Ist die Bertelsmann Stiftung gemeinnützig? Bertelsmann steht für Privatisierung + mehr

https://medienwatch.wordpress.com/ist-die-bertelsmann-stiftung-gemeinnutzig-bertelsmann-steht-fur-privatisierung-etc/

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1200 Euro täglich pro Berater

23.09.2009 – RÜSSELSHEIM

BERTELSMANN-FACHLEUTE Bündnis gegen Sozialabbau kündigt Widerstand gegen Pläne des Magistrats an

(gir). Bei der Sitzung des Bündnisses gegen Sozialabbau hat der stellvertretende Vorsitzende der Verdi-Vertrauensleute in der Stadtverwaltung, Gerhard Christ-Steinicke, den Widerstand von Gewerkschaft und Arbeitnehmervertretern in der Stadtverwaltung gegen das Einschalten von Fachleuten der Bertelsmann-Stiftung zur Behebung der Rüsselsheimer Finanznot bekräftigt und den Aufbau einer „Struktur der Gegenwehr“ angekündigt:

http://www.main-spitze.de/region/ruesselsheim/7516208.htm.

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Rudolph Bauer: Bürgergesellschaft als Bertelsmann-Projekt

https://medienwatch.wordpress.com/burgergesellschaft-als-bertelsmann-projekt/

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„Wir malen hier bloß die Bilder ab“

https://medienwatch.wordpress.com/2009/09/21/politischer-journalismus-und-offener-wahnsinn-wir-malen-hier-blos-die-bilder-ab/

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GfoK «Verstaatlichung der Bundesregierung gefordert» Foto: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK [aktive archiv(e)°]

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August 23, 2009 at 13:14

puzzelink-evidenz: CARCERICITY = mit Peter Boue / Gunnar F. Gerlach / Ralf Jurszo

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CARCERICITY

Notizen zu Treppen, Kellern und Bunkern

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mit Peter Boue / Gunnar F. Gerlach / Ralf Jurszo

Ralf Jurszo bildet in seinen mit Neonfarben angereicherten Kreidezeichnungen vorwiegend Innenräume von Bahnhöfen und Bunkern ab. In den Fettstiftzeichnungen von Peter Boué werden Motive von Neubauten und Ruinen zu sehen sein. Das Motiv der Treppen wird von beiden bearbeitet – die Carceri von Piranesi sind hier Stachel und Anreiz genug. Gunnar F. Gerlach wird mit Bildern und Texten einen bis heute verborgenen, geheimnisumwitterten Weg rekonstruieren, der uns von Platons Höhlengleichnis über die Tonne des Diogenes und seiner Suche nach dem „wahren Menschen“ zum Duchampschen Hochsoutterain als Urgrund aller Revolten (ver)führt. Vielleicht wird dort dann auch hö(h)llisch getanzt …

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Einladung zu Ausstellung:
am 21.August 09
um 19 Uhr

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puzzelink-evidenz.12
(parametrie … parodiese)
Markstrasse 6
Hamburg-Karolinenviertel

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http://www.puzzelink-evidenz.de/carcericity.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Battista_Piranesi

http://de.wikipedia.org/wiki/Eremo_delle_Carceri

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August 20, 2009 at 16:38