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Christentum und Antisemitismus

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Christentum und Antisemitismus

Dass die Judendiskriminierung ein weit verbreitetes Phänomen in der „westlichen“ Welt war und zum Teil mit einem mehr oder weniger deutlichen Bodensatz auch noch heute ist, kann ich nur bestätigen. Der wesentliche Ausgangspunkt des Antisemitismus liegt, das sollte man nicht vergessen, im katholischen Christentum! Seit den dogmatischen Edikten von Augustinus zu Beginn des 5. Jahrhunderts haben sich die antisemitischen Stigmata im Christentum immer mehr entwickelt und sind seitdem mehrfach offen ausgebrochen und – zumindest unterschwellig – bis heute auch noch weit verbreitet; dies wiederum besonders dort, wo die konservativen christlichen Ansichten noch erhalten sind. Und das ist bis heute insgesamt gesehen im Katholizismus noch relativ deutlich der Fall (besonders in ihren konservativen Strömungen) und ebenso bei allen jenen anderen christlichen Strömungen, die ausgesprochen dogmatische Züge angenommen haben, etwa auch bei den protestantischen Pietisten. Das heißt zwar nicht, dass alle Katholiken oder den anderen christlichen Gruppen zugehörigen Menschen negative Vorbehalte gegenüber Juden haben, aber es bedeutet, dass es dort mehr der Fall ist als in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen. Die heutige Verführung junger Menschen ohne vor allem berufliche Perspektive durch Neonazis, stellt ein besonderes weiteres Phänomen dar, das sich aber ebenfalls aus diesen tradierten Stigmata ableitet; es hat sich aber weiter entwickelt und ist daher zugleich mit einer allgemeinen Ausländerfeindlichkeit (unabhängig von den christlichen antisemitischen Vorurteilen) verbunden. Aber auch im Christentum bestehen erhebliche Vorbehalte gegenüber bestimmten Ausländergruppen, vor allem gegenüber dem Islam, und seine Ablehnung gehört damit zum weit verbreiteten Standard sehr vieler heutiger Christen. Zudem bestehen auch in vielen weiteren Kreisen in der europäischen Bevölkerung noch erhebliche Vorurteile gegenüber dem Islam, weil man immer noch zu sehr nur auf die Fundamentalisten unter ihnen schielt. Das stellt übrigens einen Rückschritt gegenüber dem Zeitalter der Aufklärung dar (man denke nur an den Juden Moses-Mendelsohn mit seiner Freundschaft mit Gotthold Ephraim Lessing und an dessen Ringparabel „Nathan der Weise“). Damals waren zumindest die Intellektuellen vielfach toleranter als viele es heute sind. Unsere Politiker aus der CDU/CSU sind wieder einmal in Deutschland jene, die hier besonders für den Rückschritt und die Intoleranz stehen – man höre sich nur die Sprüche einer Frau Merkel an, die erschrocken zusammen mit Sarkozy das Ansinnen von Barack Obama zurückwies, der Türkei offener zu begegnen. – Andere Religionen, z.B. der Islam, standen – von Ausnahmen eher einzelner Personen oder kleiner Gruppen zu verschiedenen Zeiten einmal abgesehen – den Juden wie auch vielfach den Christen im Laufe ihrer Geschichte wesentlich toleranter gegenüber. Der Nahost-Konflikt, der ab den 1930er Jahren aufkam, muss hingegen in einem anderen Licht beurteilt werden. Norbert Cobabus

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Fotografiert im Rahmen des „Kunsthasserstammtisch“ der Noroomgallery =>[::], Jörg Stange [Papst B. Panoptikum Hamburg]

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Written by medienwatch & metainfo

Juli 22, 2009 um 07:54

Veröffentlicht in Christentum und Antisemitismus

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