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Archive for Mai 2009

Operation in Production – Revolution Triple O

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. memo Pressemitteilung. Gesellschaft für operative Kunst (Gunnar F. Gerlach u. Jörg Stange) Society for operativ Arts demonstriert am 31.05.000 ab 20.00 .

„Operation in Production – Revolution Triple O“

Nach den Ein-Stellungen und Aktionen „ero[t]ica toxicologia“ (Künstlerhaus Weidenallee, Februar 2000) und „Re:Duchamp“ (Kulturbahnhof Bremen, Lubelsky Galleries New York, etc.) nun der dritte Teil eines An- und Um- und Drunter- und Auf-Liegens, Stehens und Handelns in der Anderwelt. Auf der Basis einer von dem Kunstwissenschaftler, Dozenten und Kurator, Gunnar F. Gerlach, erarbeiteten Theorie, gegenwärtig sich logisch und kohärent entwickelnder Prozesse, im neu zu definierenden Kontext der Kunst ( auch im Sinne einer anonymen Kunst-Produktion mittelalterlicher Mönche bis hin zu u.a. Gustave Courbet, William Morris, Marcel Duchamp, Sergej Tretjakov, KP Brehmer und Joseph Beuys), die ihre spezifische historische Verankerung besitzt, stellt sich seit der unfreundlichen Übernahme von Wort und Bild, durch Medien- und Militär-technologische-Strategien nunmehr die Frage, nach dem Eigentlichen der Kunst in Gegenwart und Zukunft. Die Zusammenführung der Zeiten in postmoderner Ideologie, Verblendung und Ausblicks-Möglichkeit (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Einem) bietet, positiv betrachtet und gedacht, eine Chance nun endlich zusammenzuführen, was jahrhundertelang von den ökonomisch-geistigen hierarchischen Führern bekämpft wurde: eine organische soziale Theorie und Praxis in Haltung und Handlung einer sokratisch und ethischen „Nicht-Wissen-Können“s – Weisheit.SOFI, die (Schutz)Heilige von Wahrheit, Wissen und Weisheit, breitet ihre Flügel aus: SKYFLY!. In diesem Sinne handelt die Gesellschaft für operative Kunst in Prozessen der tatsächlichen Rest-Humanen und avantgardistischen Traditionen und Systeme, sieht die „Kunstwerke“ an der Wand und im Raum als AB-Glanz und Vor-Schein einer bewußteren geistigen, ökonomischen, gestalterischen und philosophischen Haltung. Die Repräsentanz der Gebilde, Gebäude und Gewirke ist Zeichen einer erweiterten Sinnlichkeit und Erkenntnis, (Chiffre: Kegel= von der Alchemie zur Erotik und Philosophie als erweitertes Wahrnehmen, -Sehen, Sprechen, Hören, Fühlen-) die mit assozierten Kräften (Energien) aus anderen Feldern verknüpft werden: Sprache, Denken, Musik, Computer, Film, Kunst- Gespräche,Vorträge zu einer gereinigten Einstellung statt egomanischer oder gar narzistischer Ausstellungspraxis in Matrix und Kontext. Die Mithandelnden sind bei diesem Fest: Michael Dörner (Bolisch), Ralph Jurszo, Peter Boué, Berndt Jasper, Hannes Wienert, Ninebyte und Gäste. Diese hinzugewonnenen Kräfte bilden eine Anderwelt der energetischen Erweiterung. Zur Theorie & Praxis, Aktionen, Planungen etc. der Gesellschaft für operative Kunst kann in unseren Räumen (Studio e, II. Stock, Claus Cohnen (Holo Claus). Mexikoring 33, ehemaliges SAT 1 Studio) am 31.5 und 1.6.000 nachgefragt werden. (siehe auch u.a. unter: http://transfer.to/eroticatoxicologia, ® im Internet. http://www.kuenstlerhaushamburg.de/austaus5.html) ©° Gunnar F. Gerlach

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Eben als…

Er betrachtete im Geiste eines der Geschenke seines Freundes, dass vordergründig genommen eigentlich kein Geschenk im Sinne des Schenkungsgedanken war. Auf ein Gefühl bezogen und gedacht, das einfach „nur“ erfreuen sollte, sondern der „Doppelbödigkeit des Objektes“ eine andere Bedeutung innewohnte, als ein Geschenk in gewöhnlichem Sinn. Ein schlichtes Schränkchen, sehr wahrscheinlich für das Badezimmer entworfen und gebaut, löst erst jetzt etwa ein Jahr später erneut weitergehende Assoziationen aus. Assoziationen die in sich genommen Anlass genug bergen, – die Gedanken und die Kette ihrer gestrigen und gegenwärtigen ansatzhaften (An)Deutungen und Hinweise, als ein Antrieb zu nehmen und weitergehende Reflexionen zuzulassen. Jedem Gegenstand wohnt diese Möglichkeit inne. Hier handelt es sich um ein kleines Hängeschränkchen. Rund 60X40X20 cm klein oder groß, welches auf den ersten Blick äußerlich nicht gleich offenlegt, für welche Art künftigen Inhalt’s es denn erfunden wurde. Bei dem Koffer hingegen wüsste man es gleich. Das stimmt natürlich nur an Oberfläche des Begriffs, – kennt man die „anderen Koffer“  von Joseph Beuys oder Boltansky fällt ihm ein…

koffer-black-matrix-303-stange-gerlach-gfok

Wahrgenommen am  „Fundstück“ den alten Samsonite mit dem 303 Code, reicht schon hier das Transformative in den Meta-Meta-Bereich und wird zum semiotischen Funkspruch geheimer Codierung… Der türkisfarbene Ton der linken Tür und der mehr ins gräulich-bläulich gehende Ton der zweiten Tür. Er wusste nicht mehr genau… So musste er sich vom Schreibstuhl erheben, um seine Erinnerung am Gegenstand selbst aufzufrischen. Um den „Kasten“ nicht gleich gänzlich neu zu erfinden. Obwohl ihm das notwendig erscheint. Eine intensive Inaugenscheinnahme gibt keinen Aufschluss darüber, weshalb die eine Tür sich gegenüber der anderen, farblich gelesen-, abhebt. ..“Meine Farbe heißt leben“.., dachte er so bei sich und dem anders Anderen… Im Inneren sind die Farben des Türkisen, auch von der farblich abweichenden Tür ganz klar identisch. Die andere Tür ist nur äußerlich an ihrer Oberfläche abweichend – vom Rest des Holzes. Die Regale im Inneren sind bereits aus Kunststoff: allerdings im exakt gleichen Farbcode. Offensichtlich ist die optisch von außen andere Tür, nur farblich, durch ein anderes industrielles „Farbspritzbad“ gelaufen. Der stetige Lichteinfluss kann diese flächig begrenzte Veränderung nicht auf den Grad genau verursacht haben. Da die farbliche Trennung, ab Ende der geschnittenen Form, keinen Rückschluss auf diesen Verlauf zulässt. Auf der linken Seite der Innentür, befand sich ein mit Tesafilm eingeklebter (Apotheken-)Kalender aus den 70ziger Jahren. Daran kann er sich erinnern… Diesen hatte er zwischenzeitlich abgezogen, um ihn sorgfältiger zu studieren und ihn als Beipackzettel des Schrankes, zur weiteren Bearbeitung als Dokument, auf die Festplatte seines Computers zu heben. Als Beweis für den Text an dem er gerade arbeitete. Der Kalender als „Blickfang“ – wie bei einer Zeitungsseite.

Es erschlich ihn eine gewisse Unsicherheit , da er den Verbleib des Kalenders – den genauen Ort in seiner  um – und zugeschichteten Materialen nur noch vage erahnte. Er wusste nur, dass er sich irgendwo zwischen den Papierbergen und Dingen, seines selbst inszenierten Chaos befinden würde. Nur wo genau in welchem Raum im Raum der Schichtung? Diese Frage nervte ihn ein wenig. Denn dieser Kalender ließ gewissermaßen auch den Rückschluss auf die Medikamente jener Zeit zu, allerdings der Schrank selber auch. Denn wozu sollte dieses Schränkchen, so wie es auf ihn wirkte auch sonst gedient haben? Welchen anderen Nutzen als den bisher erkannten? Der >Schrank< grub sich als Muster in sein Hirn, und er sah keinen anderen Freiraum mehr, als das dieser >Schrank< für Arzneien gebaut wurden war. Unauffällig integrierbar in das Puzzle einer zeitbedingten Design-Ästhetik, designter Drogen anerkannter und (postum) verbotener (Pharma)Gifte. In seinem Gedächtnis selbst haftend, wie ein Pflaster für andere Zwischenreiche. Eine kleine Schublade im inneren, für Arnika, Myrrhe etc. Tinkturen zur Heilung – oder Novalgin „für“ tödliche Nebenwirkungen? Nun fiel ihm auch ein, was ihn so alles Umtrieb in jener Zeit. Seine Enttäuschung über vergangene Lieben und sein Entschluss am Frühstückstisch, ganz mit sich allein beim Zeichnen… Sein Leben sollte einen anderen Sinn erfahren, als den, der genormten Seele – und er wollte sich selbst achten können. Bei aller Selbstkritik und trotz des emotionalen Verlustes, durch Trennungen, Irrungen und Wirrungen. 1972 welch ein Jahr ! Der Halt und die Orientierung, sollte über die Literatur und die Kunst erfolgen, daran wolle er mit aller Hingabe seiner Energie arbeiten. Um dort hinzu gelangen, dass dieser Prozess eine gewisse Selbstverständlichkeit erreicht und diese Einsicht und ihr Weg, eine unumstößlich verinnerlichte wird.

Die persönliche Anerkennung sollte nicht durch das normierte Format bürgerlicher Muster geschehen. Sondern über die Verbindung würdiger und authentischer Menschen, die mit dem zweiten Blick fürs Vor- der Ahnung oder Vision – und des Zurück, komplexer und universalistischer Wahrnehmung, auf das, oder besser aus dem Leben – und der Literatur ihre Bezüge auf ihre Bewegung hin ab und transformativ einzuleiten imstande sind.. Die Surrealisten schwebten ihm vor und das entbehrungsreiche Leben Van Goghs, die reine Malerei.. Aber er wollte kein Märtyrer werden. Nur für seine gewonnen Erkenntnisse einstehen und was sich auch romantisch und revolutionär damit verbinden lässt… Es erschien ihm alles noch eher schemenhaft und in naiver Form… Jetzt kam ihm diese Schranktür noch einmal in den Sinn, warum unterschied diese sich von den anderen? Ist diese Tür ein Fenster sozusagen, einem Fehldruck gleich, oder eher ein Unfall im industriellen Kegel-Komplex und die hiermit kontrastierenden, transformativen Projektionen? Ein Farbventil für das Mischungsverhältnis – zu weit auf oder zu gedreht, wen interessiert das schon? Aber dieser Fehler übertragen auf Gen-Patente etc., hätten möglicherweise fatale Folgen. Auch auf ein Mischungsverhältnis sozial-kultureller Belange hin gedacht: welcher „Hahn“ z.B. war bei der Vorbereitung einer Tat, oder politischen Idee, zu lange auf oder zu? Da wirds dann spannender und differenzierter denkt er. Aber hängt nicht alles miteinander zusammen? Eine plötzliche Erfahrung, für alle(s)? Medial multipliziert und als ab- und eingeleiteter Glaube von Realität – Realität als ein an der Oberfläche gesteuerter Infarkt der reinen Funktion und ihrer ignoranten Parameter. In Unterschlagung der Bündelung, sichtbarer und unsichtbarer Lebenszeichen, im Rest der Parallelität. – abgestürzt in das Betriebssystem Gleichschaltung. Als ein Supergau gescheiterter Hoffnungen und von der Erkenntnis getragen ein letztes, unübersehbares Zeichen zu setzen? …Ein Zeichen, gegen die permanente Verfügbarkeit im Mainstream und die zu erwartende langfristige Stagnation am Bau, eines gerechteren Gestaltungsprinzips? Wie profiliert, oder interpoliert sich der Schrei?. Oder anders gefragt: warum wird der Schmerz instrumentalisiert für mehr Schmerz? («Profit over People» «Economic Hitman» etc.) Über die Trauer zur erweiterten Barbarei? Trauer als Vorzeichen für größeres Unheil / Ungemach? Welche Interessen, welche Matrix verbirgt sich politisch hinter diesen (Kriegs-)Toden? Der verdrängte Tod als reales Schmiermittel für Kriegsgewinnler, im verschränkten Interesse der Rüstungsindustrie mit ihren parallel operierenden TÖchtern & TRansen, – ihren virtuell verlappenden und betäubenden Tittitainment-Injekteraten…, — Im Ergebnis Krieg als gigantischer Todesacker: durchschossener, verbrannter und vergifteter Körper. Umgeflügt und über das Vergessen entkultiviert, für den Gen-Mais kompatibler Konzerne ?

Dieser Sicherheitscode 303 fällt ihm wieder ein, der war doch auch in diesem Matrix-Film auf einer HotelTür und digital im Film Decoder. Die Zahl missbraucht in ihrem Wert als digitales Zählwerk der Moderne, entzaubert, – kalt und zielgenau (Target)… Die Drei steht in der christlichen Zahlenmysthik für die Trinität, die 0 für Chaos, dann erneut die Drei. – An den Rändern oder Schnittstellen des Chaos (unberührte Natur) sich ordnend gegenüberstehend sozusagen: im elliptisch/ekliptischen Loch als Null, sich dialektisch spiegelnd und fragend: …was bist du symbolische 3 ?, – wo dein Übertrag an Glaube, an Gerechtigkeit, wo deine Liebe und Nächstenliebe, wo deine Hoffnung, Haltung und Handlung, wo die Aufrichtigkeit für die ethischen Maxime der Menschlichkeit“…?  Jörg Stange, 2000 . . . teeglas-gfok-700Foto: Jörg Stange, GfoK . . . . .

Abwesenheit durch Anwesenheit

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Bilder und Begriffe, bilden und bedingen sich wechselseitig, in kulminierende und konterkarierende Dualitäten, im reflexiven Kontext der Grenzen von Deutbarkeit..

Schon bei dem Begriff Urlaub, -als DenkBild eines semiotisch/semantischen Zeichenbretts: denkt im allgemeinen der Einzelne, an seinen eigenen „Kurz oder Lang“ zurück liegenden Horizont und seiner Erlebnis-Vertikale, des unsichtbaren Verlustes und Zugewinns an Freiheit, seines erweiterten Lebensgefühls….

Das zuHören, -oder Einlassen auf das Fremde, birgt Frust oder Freude, deren man auch in der Hamburger U- Bahn begegnen dürfte -würde dort mehr kommuniziert… Pardon (!), wir können uns entscheiden: scheitern wir am Tunnel-Blick, oder erschließen wir uns die Einlassung auf eine Art Klärung durch die Dinge selbst, – oder die Empfindung tragenden Individuen – durch die Einstellung zur Freistellung, avec/non Krawatt... (Die Krawatte wurde ursprünglich für das Militär erfunden)

Der UR…Laub, wir fahren in den Uuur…laub zunächst klingt das sehr unprätenziös… also Ur:..laub was heißt das denn im Wurzel-Katalog der Wortwanderung und der Analog-Ausdeutung, im parallelen Widerspruchs-Kosmos universeller Wahrnehmung und ihrer konstituierenden Parameter, einhergehender Verknappungsgrenzen innerhalb und außerhalb installierter Begriffswelten?, vor der virtuellen oder visualisierten Landschaft, als Gegenstand der Reflexion, durch den Betrachter, -als streitbarer Kontrapunkt in der na(r)zistischen Re:Präsentations-Gesellschaft im „Rückblick und Vorausschauen“, von latenter Restnaturerfahrung ?¿,…

In dem sich das letzte Individuum, mit seiner Störung – in Form korrumpierter Muster, in das möglicherweise doch noch andere Ritual, der Beschäftigung mit den Dingen begibt, als das bereits touristisch kontaminierte bereits ist – oder prozessual verwirkt.. Der Mythos Mensch kann indoktriniertes Implantat oder sinnstiftende Metapher zugleich sein…

(siehe Beiträge des Kunstwissenschaftler und Kurators: Gunnar F. Gerlach: Katalogtexte zum Diskurs auch im Internet. Austausch braucht Zeichen, Zeichen brauchen Austausch…

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Der Gedanke und seine Ausformung, als ein kulturelles Erbe genommen, am Busen der Natur, -verweist semantisch diskursiv auf das alte Ägypten -in eine Zeit, in der man vor 7000 tausend Jahren, das Kegeln erfand: mit Steinkugel und aufgestelltem Knochenbein, -als auch auf den pyramidablen Ewigkeitsanspruch auf Versklavung und Verklammerung, als Virus der Vergangenheit, immer wieder aufbereitbar für Bürgerkriege und andere Formen kontrollierter Ausbeutung.. Es verweist aber auch auf das subversiv operative Bowling, in den heutigen Medien, als den Versuch sinnstiftender Rückgewinnung verlorengeangener Territorien, -bei einer Tasse Tee im Teashirt, -als die andere freundliche Übernahme…

Fragen über Fragen… die Frage wird zum Eingriff, -zum [FraGen°] auf Handlung und Haltung, wird zum transformativen Projekt, sozusagen…

Sich etwas „erlauben“ und „trauen“ : Urlaub leitet sich etymologisch von erlauben ab.. sich -oder mit anderen, [mehr oder minder°] . Die „ERlaubnis“ gesetzgeberisch angelegt, -gönnerhaft vergeben durch manche Firmenchefs…, aber auch sich etwas ERlauben.. also möglicherweise eine erhoffte freie und Freu..he Zeit, -zu erlauben. Ist vor dem Hintergrund der Ereignisse und Unsicherheiten nahezu mit der Hoffnung und Sehnsucht in sich selbst erschüttert, als Wert storniert… Das Politische, sowie die terroristische Gewalt, umschifft im kontemplativen, der polyglotten Reiseführer die eigentlichen Tiefen und Untiefen. – Nun zunehmend der ERkenntnis weichend, dass die Prämissen des Tittitainments-Injekterats neoliberaler und multinationaler Verdrängungsästhetizismen, im „Betriebssystem funktionaler Gleichschaltung“, Risse bekommen hat… In symbolträchtigen Steuerungen und Bildern, in denen die Bedingungen angelegt und ausgelegt werden, für den Rest der Welt und zur Erfassung ihrer letzten Nischen..

Die Probleme dieser korrumpierten (Kriegs)Politik offenbaren immer offensichtlicher ihre bedrohlichen Folgen: Djerba, Bali, Kenia, gescheiterte Akte in Paris… – man besinnt sich nunmehr auf heimische Folklore und schickt die Militärs auf Reisen..

Das Klima der Freiheit, ist immer das der Individuen – ihrer Andersartigkeit und ihrer möglichen Anwesenheit im Fremden der Fremde, des Gegenüber (!) Anders, als es uns Paradigmen übergeordneter Interessenlagen, als unverrückbaren Gegenstand der Status Quo Gemengelage, von Gleichschaltung und Gleichgültigkeit vorzugaukeln suchen…

Anwesenheit in Abwesenheit als übersetzbare Codierung, in der kollektiven Gestaltungsfrage, behindert durch die Dominanz kapitaler Egometer, und ihrer opportunen Erfüllungsstrukturen..

Das Partikulare, als sinnstiftender Parcur der Eigenheit von Kulturen…, – immer geht es letztlich um den Liebes- und Freiheitsbegriff:

(Andre Breton:, …“die Zukunft wird convulsisch“, …“Das letzte eigenliche Wort das mich zu begeistern imstande ist heißt Freiheit“…..) Roland Barthes über seine „Mythen im Alltag“ und seine politischen Pommes Frites.. Die gegenwärtigen Verschwörungstheorien, nun auch bei ECO und Deleuze & Guattari, im Transport der ethisch digitalisierten Muster auf Veränderung..

(Digitalis: ein giftiger Fingerhut auch als Rachenblütler bekannt, verursacht Hirn oder Herzrauschen kommt auf die Dosis an.) Nada hatte mich vor ein paar Jahren, als sie noch im Rechtshaus ihr gestaltgewordenes Café Projekt betrieb, zu recht auf das Grundgesetz hingewiesen, mit dem Satz u.a. „Eigentum verpflichtet“, damit konnten Freunde gut arbeiten. Es wurde sozusagen zum subkulturellen Naturgesetz neodadistischer Leidenschaften und transavantgardistischer Übersetzungsformen.. Dieses berühmte [ER°] vor ER-lau-ben steht auch für ein chemisches Zeichen-Kürzel: [Erbium°] und verweist auf den Grundstoff seltener Erden etc… also auf eine Ressource… auch des von einer „multilateralen Elite“ gesteuerten globalen Konflikts an sich..

(M.A.I. Profit over People; Naom Chomsky) Noch ein ER, als Präfix genommen kommt ER von UR: als altes verbal Abstraktum..

(im fast schwitterischem „Singen“ schon):

Laub Laub -das Blatt Blatt- Futterlaub – weil man es rupft oder ab-reißt vom Busch-Baum, als Heil- oder Hausmittel… Ab-häuten und schälen gehören zu einem rhizomatischen Doppelungs-Stamm – leub in lit. Lubti ab häuten…lupiti.. im russischen lupi-ti: schälen , enthülsen im gr. Olopto leubh ich reiße ab, schäle ab.. liber ohne klein E -gleich Bast und russisch Rinde, kläret sich und anderes, wer erkennen will liest und sieht… riecht, fühlt und trinkt die unsichtbaren Haarberge, zwischen [Scheitel & Schnitt°], an diesem schnitträchtigen Ort, -situationistischer Zweckentfremdung* wider die Haartracht…..

c/0 Gesellschaft für Operative Kunst

*Guy DEBORD: 1958 Gebrauchsgsanweisung zur Zweckentfremdung. Bezüge zur Ausstellung: Nada Mandiç u. Jörg Stange in der Haar-Werkstatt, Schanzenstr. 73, Hamburg Ausstellung I, am 01.12 2002, Urlaubsfotos aus Kroatien: NADA Mandiç / Text zur Ausst. Jörg Stange: Lesung/Eröffnung 16.00

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Matrix

Thomas A. Anderson ist Programmierer bei einer weltweit erfolgreichen Softwarefirma und lebt einen unauffälligen Alltag. In seinem Privatleben jedoch ist er ein professioneller Hacker, der unter dem Pseudonym Neo Aufträge gegen Bezahlung ausführt. Doch seit Jahren beschäftigt ihn das Gefühl, dass mit seinem Leben irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Im Internet sucht er schon lange nach dem Anführer einer geheimnisvollen Untergrundbewegung mit dem Decknamen Morpheus. Von ihm erhofft er sich die Erlösung von der ihn quälenden Ungewissheit. Ohne sein Wissen wird er aber bereits vom Geheimdienst beobachtet. Als Neo Morpheus endlich treffen kann, erfährt er, dass er selbst die zentrale Frage bereits kenne: „Was ist die Matrix?“. Morpheus, den Neo durch die Hackerin Trinity kontaktieren konnte, eröffnet ihm auch den eigentlichen Grund seiner Suche.

„Ich will dir sagen, wieso du hier bist. Du bist hier, weil du etwas weißt. Etwas, das du nicht erklären kannst. Aber du fühlst es. Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht was, aber es ist da. Wie ein Splitter in deinem Kopf, der dich verrückt macht. Dieses Gefühl hat dich zu mir geführt.“ – Morpheus

Morpheus eröffnet Neo, dass es schwierig sei zu erklären, was die Matrix ist, und dass jeder sie selbst erleben müsse. Er stellt ihn vor die Wahl: Entweder entscheide er sich für die Wahrheit oder dafür, sein Leben als Thomas A. Anderson fortzusetzen. Neo wählt Ersteres und wird aus der Matrix befreit. Er erwacht in einer für ihn bis dahin unvorstellbaren realen Welt: Bis auf wenige Überlebende und Befreite werden alle Menschen von intelligenten Maschinen in riesigen Zuchtanlagen als Energiequelle benutzt. Ihre Gehirne sind hierbei an ein hochkomplexes Computerprogramm angeschlossen, das als Matrix bezeichnet wird und ihren Geist kontrolliert. Es hält sie in einer virtuellen Welt gefangen, die ihnen als das wirkliche Leben erscheint. Die Agenten, die Neo verfolgt hatten, entpuppen sich als… : http://de.wikipedia.org/wiki/Matrix_(Film) . .

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The Matrix Movie Mistakes

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http://www.youtube.com/watch?v=RJ0v5H3Uctw

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Schäuble goes Matrix (SEK Chor) *uncut*

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http://www.youtube.com/watch?v=Eb64Tg4IO7U

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„Operation in Production – Revolution Triple O[P]“ + mehr

wird erweitert .

Re:searche «Triple O»

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Written by medienwatch & metainfo

Mai 27, 2009 at 09:25

+“Sicht-Agitation!“ = Schlüsselbilder und Bilderschlüssel + Ohne Metapher + etc.

with 2 comments

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KP Brehmer, 1970 »Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung« Museum-Fridericianum Kassel 1997: Ktlg. 1998, Schwarz = Mittelstand | Rot = restl. Haushalte | Gold = Grosskapital


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‚Flagge zeigen!‘

— das bedeutet: auf Präsenz bestehen und feste Entschlossenheit signalisieren. Staatsflaggen repräsentieren den ‚Inbegriff des Gemeinwesens‘. Für sich ist die Fahne zunächst ein indexikalisches Zeichen, im Fall der Flagge für eine Menge oder Gruppe, ein ‚Insgesamt‘; Identifikation von deren Mitgliedern wird mit der Fahne angezeigt und eingefordert.
Das indexikalische Zeichen geht zurück auf reale Bestandteile, Attribute oder Merkmale des angezeigten Inhalts; es steht sodann als Teil fürs Ganze des bezeichneten Gegenstandes [..]

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„Sicht-Agitation!“

Schlüsselbilder und Bilderschlüssel

Die Reproduktion
ist das Original
ist die Reproduktion

Von Prof. Dr.  S. D. Sauerbier

Verfehlungen — Vorgeschichte
Bei der letzten documenta („Generation X“) trafen wir uns und machten Pläne. Brehmer kritisierte heftig die politischen Attitüden und die vordergründige Kulturkritik von Catherine David und machte sich lustig über das „Dschungelbuch“ zur Ausstellung respektive die Ausstellung zum Buch; dabei war er ausgesprochen guter Dinge.
Alsbald fanden wir ein Motto: „Vorwärts zu den Quellen, aufwärts zu den Wurzeln, zurück zu den Folgen! Vorwärts zur Nachgeschichte!“
Ein Treffen in Hamburg war vereinbart, im Winter wollte man sich der ‚Brehmer-Forschung‘ widmen. Zu spät. Nach so vielem wollte ich mich erkundigen — nun ist das Vorhaben ohne ihn zu Ende zu bringen. Zehn Jahre zuvor sprachen wir über Wirksamkeit und Gültigkeit seines Werks — eine Zeitlang hatte er wenig produziert.
Er äußerte sich über das Schicksal etlicher Kollegen, Vorkämpfer und Mitstreiter:
„Denke ich an die Gegenwart und an die Lage vor 20 Jahren, dann läßt sich feststellen: Einige sind in die Sozialarbeit gegangen, andere in die Politik, und wieder andere haben gesagt: ‚Leck mich am Arsch, es hat sowieso keinen Zweck — après nous le déluge.‘ Die Geschichte läßt aber gewissen Leuten und ihren Haltungen, Ideen und Auffassungen durchaus Gerechtigkeit widerfahren. Dabei empfinde ich Genugtuung.“
Im Graphischen Kabinett der Freien Galerie in Berlin, die René Block in der Schöneberger Kurfürstenstraße leitete, lernte ich KP Brehmer kennen — er hatte ‚informelle Strukturen‘ aus Montagen entwickelt; es kam eine Zeit des Übergangs und der neuen Orientierung. In Erstaunen versetzte uns Brehmers Verwendung von technischem Material: es waren Rasternegative, wie sie zur Herstellung von Druckklischees benutzt wurden, und bemerkenswert erschien damals, daß Brehmer die Auflagenhöhe nicht beschränkte.
René Block bezog dann in der Frobenstraße eigene Räume; im Keller zeigte er ‚Kunst von unten‘. KP Brehmer und H.P. Alvermann hatten Graphiken zu einem Schauerdrama entworfen, geschrieben mit J.M. Krauße im Winter 1962/63 in Wien — Hauptfigur war eine gewisse Marilyn M. Das Theaterstück war als Buch in der Innsbrucker Allerheiligenpresse von Peter Weiermair angekündigt, die Veröffentlichung kam nie zustande. Weiermair behauptete, sein Vater hätte das Machwerk als unziemlich und unanständig empfunden und das Manuskript in den Ofen gesteckt — zusammen mit Brehmers und Alvermanns Entwürfen.
1964 oder 65 zeigte ich Brehmer eine Montage aus Trivialtexten. Brehmer stellte erste Entwürfe für Fotomontagen her — zu einer Gemeinschaftsarbeit; Andrucke existieren noch.

/ evtl. Repro einer unveröff. Probe /


Montage und Manipulation!

— das Losungswort, das einte. Die literarische Montage hatten mir in Wien H. C. Artmann und Konrad Bayer zur Kenntnis gebracht. Der Text- und Bild-Monteur Gerhard Rühm zog wie etliche Wiener nach Berlin.
Brehmer entfaltete — im Sinn des Wortes — seine Montagen aus vorgefundenen Drucken, ebenso aus Negativen, sein Stil wurde zunehmend ‚anonymer‘, er nahm seine Handschrift zurück und orientierte sich mehr und mehr an Gebrauchsformen — Brehmers Parteinahme war die andere Seite des Reduzierens von Individualität und Subjektivität. Bei aller Kühle der Gestaltung, trotz Brehmers Bemühung um Distanz und Objektivität, spürt man sehr wohl das heiße Herz.
Du sollst Dir kein Bild vom Menschen machen! Das Dichterwort fanden wir damals diskutabel — die Werbung schuf ja genügend Zwangsbilder. Was aber war überhaupt noch abbildbar?
„Von der Herrschaft des Materials bei der künstlerischen Avantgarde“ sprach polemisch Hans G Helms. Brehmer jedenfalls ließ sich vom Material nicht beherrschen. Ebendeshalb nutzte er als Material und als Gegenstand öffentliche Zeichen, vor allem, um Parteinahme zu forcieren.
Auffallend ist Brehmers Empirismus und Materialismus — er vertraute zunächst auf das, was sich messen / zählen / wiegen … läßt. Die ‚Realität des Innenlebens‘ — Empfindungen, Gefühle? Auch sie waren in Tests zur Ausbeutung der Arbeitskraft quantifiziert worden, und Brehmer benutzte sie dann in vielen Werken als Thema und Sujet — gleich ironisch wie melancholisch, und ebenso mit Bezug auf sich selbst in seinen späteren Tagebüchern (1974-76), wo er die eigenen Stimmungen quantifizierte.
Entpersönlichung ging indes einher mit ‚Idealisierung‘, nun aber nicht im ideologischen Sinne von Weltferne oder Weltflucht. Konsequent war Brehmer in seiner Auffassung von Realität als Konstruktion — und die forderte er ebenso vom Betrachter.
Der Realismus Brehmers setzt nicht auf sinnliche Ähnlichkeit — sinnliche Gleichheit ist sein Ansatz, um zu Trennung und Differenzierung von Information und Propaganda zu gelangen, zu einer anderen konkreten und abstrakten Kunst.
„Auf einen Blick im Bilde sein“ — Durchblick und Übersicht versprechen die neumodischen illustrierten Zeitschriften, die sich als Nachrichtenmagazine tarnen, dabei Aufklärung und Unterhaltung, Werbung und Propaganda perfide verrühren. Objektivität geben sie in Schaubildern, Diagrammen, Skalen, Karten … vor, mit Statistiken, nach Häufigkeiten, Mengen, Größen … Deren Willkür legte Brehmer offen und führte sie selbst durch mutwillige, subjektive Festsetzung neuer Zuordnungen und Zusammenhänge vor.
Ein Ansatz war der Kontext-Wechsel aus Werbung und ‚Öffentlichkeitsarbeit‘, vor allem auch aus technisch-wissenschaftlichen Untersuchungen. So nutzte er ausgiebig die Informationsästhetik der Bild-Modelle oder -Muster und gelangte zu beispielhaften Illustrationen von Begriffen und Kategorien.
Abstraktion stellte Brehmer zur Schau — als Zusammenfassung und Verallgemeinerung von Mustern der Notiznahme, Modellen der ikonischen Wahrnehmung und Schemata der Interpretation.
Er betrieb unverhüllt, sinnlich-sichtbar Manipulation, und das heißt im Sinne des Wortes ja nichts anderes als Handhabung von Mitteln — exemplarisch zeigte er die Verschlüsselungen vor.

Reproduktion und Formgebung
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit hatte bei den Debatten um neue Kunst Anfang der 60er Jahre großen Einfluß — und nicht wenige haben damals Walter Benjamins klassischen Essay von 1936 sozusagen gegen den Strich gelesen, als habe Benjamin die Pop Art entworfen! Produktive Mißverständnisse …
Brehmer war ein Medienkünstler, der sich nicht nur der Medien — oder die Medien ‚bediente‘. Er hatte als Ausstellungsmedium das Heft und das Buch entdeckt : eine frühe Sammlung von Drucken nach Klischees im doppelten Sinne war die Katalogmappe Brehmers Trivialgrafik (1965). — Im Gegenzug dehnte er sodann Heft, Buch, Album, Katalog … auf den Realraum aus.
Katalog? — diese Bezeichnung schien eben fehl am Platze, wenn es sich nur um Warenangebot und -verzeichnis handeln sollte. Dem Anschein nach war die bescheidene Mappe auch eine Sammlung von Proben — aufschlußreich ist daran allerdings Brehmers Auffassung von Original und Reproduktion — Reproduktion ist Original ist Reproduktion …
Zwar von Pop beeinflußt — nach den Briefmarken nannte er seine Arbeit ironisch Post-Pop —, ging Brehmer um 1966 vom affirmativen Auswählen, Kombinieren und Wiederholen über zu Kritik und Konstruktion. Die Attitüde eines Andy Warhol faszinierte zwar. „All is pretty“ — dabei wollte Brehmer nicht stehenbleiben. Statt der US-amerikanischen ist denn auch für ihn die frühe britische Pop Art Richard Hamiltons wichtiger.
Einerseits nutzte Brehmer Formen der Simulation und weniger der Fiktion — vor allem des Produkt- und Informations-Designs. Aus der Adaption hat er eigene Ansätze entwickelt und dabei Anteile aus Bereichen des Warenverkehrs in seine Werke aufgenommen. Er machte nun zunehmend Gebrauch von Formen und Techniken der Ausstellung und Zurschaustellung von ‚musterhaften Fällen‘ aus der Prospekt-, Verpackungs- und Waren-Ästhetik, die er in seinen Werken präsentierte und der Kritik unterzog: beispielhaft in seinen Aufstellern (1965-67) — mit denen er Formen von Display wie Graphik-Design aufgriff und — mit anderer Tendenz — weiterentwickelte.
„Einen Rembrandt als Bügelbrett benutzen“ hatte Marcel Duchamp vorgeschlagen. Umgekehrt setzte sich (Anti-)Kunst mit Produktgestaltung auseinander — teils affirmativ, teils kritisch.
Korrektur des Bofinger-Stuhls unter Berücksichtigung des deutschen Waldes 1971. Drei Bofinger-Stühle stehen vor einer Bildtafel, beschriftet mit Landschaft 3. Deutscher Wald. Buche Eiche Fichte.
Skulptur oder Plastik, die sich dem meublement angeglichen hatten, konnten selten mit dem Ausstattungskrempel konkurrieren — als Commodity- oder Smart-art verlegten sich etliche Künstler später auf Kitsch; Überbietung ist in diesen Bereichen der Kunst illusorisch.
Auf der documenta 8 hatten freilich nicht wenige den Eindruck: ‚Die ganz Kunst ist futsch, fort, dahin… Die Kunst ist zu ihrem unwirklichen Ende gekommen — im real existierenden Kapitalismus. Es könnte auch sein, daß zeitgemäße Kunst sonstwo, an irgendeinem anderen Ort zu finden ist.‘

Simulation und Aktivismus
Das Gebrauchswert-Versprechen vieler Produkte kann Werbung heute immer seltener anschaulich machen — das gilt besonders für modische oder ‚kultige‘ Waren. Ist der Gebrauchswert nicht mehr ins Bild zu setzen, zu ikonisieren, so wird er in Werbung und Warenästhetik mehr und mehr mit Vorstellungsbildern verknüpft, sozusagen parallel illustriert.
Immens zugenommen hat der Ausstellungswert der Waren gegenüber ihrem Gebrauchswert als Produkte. Realistisch wollen die Künstler diesem Umstand Rechnung tragen. Wird etwa die bloße Zurschaustellung von Sarkasmus oder Zynismus ‚auf Kosten der Armen‘ bestimmt?
Brehmer jedenfalls hat den Ausstellungswert eingesetzt und zugleich thematisiert, in seinen Aufstellern, mit den Verpackungen und Umverpackungen der Schachteln, der Tüten und Beutel seiner vielfältigen Briefmarken-Arbeiten.
Bedeutsam ist die Dimensionierung der Arbeiten — Brehmer nahm mit ihr Bezug auf den Betrachter als reales Subjekt und Gegenüber wie auf den Ausstellungsraum als Environment oder Ambiente und als Gegenstand.
Bei zahlreichen Künstlern, die heute Simulation und Aktivismus betreiben, wirkt eine ‚Verquickung‘ sonderbar befremdlich: doppelgesichtig erscheint die Haßliebe zur ‚Ästhetik‘ der Waren — zugleich Abscheu und Faszination von Werbevorführung und Wareninszenierung als Schaustellung.
Täter und Opfer. Warum war man so angetan, ja hingerissen von der Anästhetik der ‚Sonderangebote‘, der Einladungen zu den Rheumadecken-Fahrten …?
Nun machten sich jene Vorstellungsbilder beim Betrachten — die Bilder im Geiste von / zu / nach den Dingen — gleichsam selbständig und begannen, ein Eigenleben in der Phantasie der Betrachter zu führen — für Brehmer der Ansatz zu seiner Betrachtungsweise des Imaginären, des Idealen und der Meditation.

Land schafft — wer oder was?
Bei Arbeiten wie Meditationswand — Landschaft (1969), auch Landschaft, imaginär (Grünkeil auf Wand) genannt, und Landschaft 2 (1969) war nun keineswegs daran gedacht, den Betrachter ‚die Augen nach innen kehren zu lassen‘. Der tätige Betrachter war gefordert, nicht der ‚Bruder Innerlich‘. Trocken berlinerisch hatten vordem die Bilder-Prediger ihre Abfuhr bekommen: „Mensch, jeh in dir!“ — „War ich schon. Ooch nischt los.“
Von seiner Idealen Landschaft [1968] hat Brehmer eine „Volksausgabe“ verfertigt. Wenn er zudem eine „Museumsausgabe“ herstellte, war damit nahegelegt, an den kunsthistorischen Typ ‚ideale Landschaft‘ der Malerei zu erinnern, wie ihn etwa Claude Lorrain repräsentiert. Solche ‚ideale Landschaft‘ ist aus Versatzstücken zusammengesetzt — interessanterweise hat sie keine Entsprechung in der außenweltlichen Realität, sondern allein in der Vorstellung der Maler und der Betrachter. Ihre Elemente waren Kulturepochen, deren Ideale in dieser Landschaft übernommen wurden, im besonderen der Antike.
Menschen tauchen darin vergleichsweise nur als Statisten auf, in Beziehung zu einer Idealarchitektur und zum mythischen Arkadien, auch das ist kein historischer Ort. Für einen Kosmos, nicht nur für einen bestimmten Ausschnitt einer ‚Gegend‘ oder der Welt steht die ‚ideale Landschaft‘; sie ist Paradigma für die Einheit von Mensch, Natur und Kultur.
Brehmer wählt mitunter allein Farbtöne und Farbnamen aus, kennzeichnet ein Farbmusterbuch als Ideale Landschaft, zudem als „Volksausgabe“. Ich nehme an, daß hier der ‚breite Mann von der Straße‘ seine eigenen, seine subjektiven und individuellen Vorlieben nach Brehmers Angebot an Farbmustern sich ausmalen kann.
„Seht doch die Landschaft selber!“ könnte man Tomas Schmit paraphrasieren. Welche Kontexte schließen wir heute beim Assoziieren von Farben und ihren Namen an? Namengebung enthält immer Geschichte, z.B. nach Beschaffenheit oder Eigenschaft, Ausdruck, Herkunft oder Benutzern.

Als Druckfarbenmuster und als Farbmusterbuch konzipiert Brehmer seine Ideale Landschaft:
„Mich interessieren da nur die Farben und was der Betrachter mit diesen Farben tut. Da ist ja der Keil, der in einer Ecke zu sehen ist. Es sind verschiedene Farbangebote: Blattgrün, Wiesengrün, Lenzgrün, Himmelblau usw., und mich interessiert es, welche Landschaft der Betrachter sich aus diesen Farben zusammenmeditiert; ob er überhaupt Farben aus dem Keil benutzt und daraus seine ideale Landschaft macht.“

Brehmer wählte scheinbar neutrale Farbnamen; nehmen wir an: die Farbnamen Tannengrün, Jägergrün, Laubgrün, Lindgrün, Lenz, Horizontblau, Azurblau, Airblau sind Druckfarbenmustern entnommen. Reduzieren — das bedeutet hier Vereinzelung der Mittel, aus denen in der Phantasie, in Ideen alle möglichen Landschaften (in Repräsentationen) zusammengesetzt werden können.
Schöne Umwege kann man bei der Lektüre, beim Herumstreifen in Wörterbüchern machen. „Horizontblau, blaß, grünlicher Stich; die Blässe bzw. die Graulichkeit ergibt sich, weil das Auge eine längere Dunstschicht durchwandern muß; […], mehr fahlblau.“ „Azur: aus dem Persischen, gehoben für Himmelsblau“ — erfahren wir schon aus dem Duden.
Zeit und Geist — Farbnamen zeigen selbst schon durch Zeit und Umstände der Namengebung ‚Zeitgeist‘ an. In jenem Farbnamenlexikon war von Heraldik keine Spur — auch von Politik nicht? Doch was bleibt bei Farbennamen-Lektüre nicht alles außen vor?! Eine Menge Ideologie erscheint indirekt selbst in einem Farbnamenlexikon.

Öffentliche Beziehungen?
Lange schon haben Künstler ihre Werke der ‚Plakatwelt‘ angeglichen, den Public relations, der Propaganda, der Werbung, der Warenästhetik — anscheinend kritisch, teils ironisch und teils offen zynisch .
Viele gaben sich Illusionen hin, die aus der überkommenen Geltung und Achtung von Kunst und ihrer Leitfunktion in der Kultur herrühren. Mit und in der Warenwelt können die Künstler tatsächlich nur ideell konkurrieren — selbstverständlich nicht mit dem materiellen Aufwand. Und so erscheinen viele Arbeiten wie nachgemachte, zumindest technisch bescheidene, minderwertige Werbung.
Brehmer griff Modelle von öffentlicher Kundgabe und Massenkonsum auf, Muster der Unterhaltungsindustrie (Pin-ups z.B.), Poststempel, Brief- und andere Marken.
Massenkommunikation — war das denn die Kommunikation der Massen? Den Illusionen widersprach Brehmer realistisch, indem er Arbeiten als „Volksausgabe“ oder aber als „Museumsausgabe“ konzipierte.
Das Ausstellen von Kunst und das Medium Katalog hatte Brehmer zum Thema gemacht (etwa in seiner Trivialgrafik). Wenn solche Arbeiten einzelnen Annoncen oder Waren-Katalogen entstammten oder selbst wiederum im Medium Katalog realisiert waren, wenn das Medium Katalog vom Künstler mit reflektiert oder (neben anderem) gar als Sujet genommen wurde, dann wurden sie seltsamerweise wieder konkurrenzfähig.
Der Kunstkatalog gehört heute immer auch einer Sorte von Werbung an, doch nicht allein für Kunstwerke. Die ersten Aufforderungen: ‚Schau her! Sieh dieses hier! — Schau dir diesen Katalog an! Betrachte dieses Kunstwerk!‘ Weitere Appelle richten sich an Handlungen und mahnen, beschwören oder drohen, treiben an oder simulieren die Kommandos der Produktwerbung und der Public relations …
Auch die Ausstellung von Kunst selbst ist heute Werbung. Vor allem versuchen die Werke zu überreden oder zu überzeugen, wenn nicht zu überwältigen. Obendrein wollen viele Gestalter argumentativ nachweisen, daß ihre Objekte der ‚Formgebung‘ Dignität als Kunstwerke behaupten können. Deutlich hat sich gezeigt: Auch Kunstwerke sind eine Sorte von Werbung: sein Verhalten zu ändern oder seine Überzeugung zu festigen.

Wahrnehmung ist Aktion
Brehmer thematisierte Rezeption als Wahrnehmung und Aufnahme, bei der seine Adressaten allerdings zur Teilnahme aktiviert werden sollten. Für den Betrachter und Leser hatte Brehmer zunächst buchstäblich Aktivitäten vorgesehen — exemplarisch: in seiner Aktionsgrafik bezog er den Rezipienten als Benutzer mit ein, etwa in der Aktionsgrafik Nr. 4 (1965), mit der Anweisung »Umschnüre Deine tägliche Lektüre«, oder der Aktionsgrafik Nr. 6 , mit der Anweisung „HAND AUFLEGEN!“, wobei er Formen der Waren-Aufmachung in seine Kunst übertrug, etwa aus der Kaufhaus-Abteilung ‚Kurzwaren‘. — ‚Hand auflegen‘, das wäre auf Heilpraktiker oder Esoteriker-Brauch zu beziehen gewesen. Hier ist das Objekt des Belegens eine Pin-up-Reproduktion.
Brehmer zeigte ebensowohl, daß Sehen und Wahrnehmen, Interpretation und Kritik für sich bereits Aktivitäten sind. Kunstgenuß — mit „interesselosem Wohlgefallen“ wollte es Brehmer nicht bewenden lassen. Mehr und mehr wurde ideologische, politische und ökonomische Kritik mit sozialistischer Tendenz oder Perspektive relevant. — Kontemplation spielte zur gleichen Zeit eine bedeutsame, neu bestimmte Rolle, vor allem bei den Idealen Landschaften.
Kunst und Sozialforschung hat Brehmer als ‚Untersuchung mit künstlerischen Mitteln‘ zusammengeführt und verknüpft — Abstraktes, Daten, Zahlen hat er ins Sinnlich-Sichtbare versetzt. Der Künstler verstand sich als unbestechlicher Dokumentarist und als Forscher — durchaus aber als beteiligter Beobachter.
Ästhetische und ‚Sach‘-Informationen sind in seinem Werk untrennbar verbunden; darin eher Hans Haacke als Klaus Staeck nahestehend, erschöpfen sich die Arbeiten Brehmers nicht in Pointe oder Parole, Pamphlet oder Karikatur.
‚Rechts ab zum Vaterland‘ — weit haben sich die staatserhaltenden Parteien in den letzten Jahren in diese Richtung bewegt?! Die paßte Brehmer nun gar nicht, und er äußerte bald nach dem Fall der Mauer seine Bedenken zu der plötzlich aufkommenden ‚vaterländischen Gesinnung‘. Bloßes Schreckbild war für ihn die deutsch-deutsche Trunkenheit, ja Suffseligkeit zu Silvester ’89.
„Die Träume sind nie in der DDR wahr geworden. Aber müssen die Träume der Linken immer Träume bleiben?! Kritik an Phantastereien — das ist oft der schwierigste Teil der Weiterarbeit. Wenn die Umbruchzeiten vergangen sein werden, dann könnten sich gesellschaftliches Engagement und gesellschaftsbezogene Kritik als das einzige herausstellen, was zu erben ist.“

Aus Gefühlen macht man keine Gedichte, auch keine Bilder!

Brehmer hatte seine Ansätze in Montage oder Konstruktion und bei Übertragung oder Übersetzung gefunden. Widersprüche wurden herausgearbeitet, mit neuem Code belegt und gekoppelt: etwa von Design und Kunst, von Wirtschaft und politischer Ökonomie , Kommunikation oder Geographie ebenso wie Ethik und Moral.
Der gesellschaftlichen Wirklichkeit näher zu sein „Ökonomie, Kommunikation oder Geographie ebenso wie Ethik und Moral.“

Anfang der 70er Jahre betonte Brehmer, es gehe ihm allgemein darum, „Codierungen“ des „Trivialen in die „Hohe Kunst“ einzuführen um der gesellschaftlichen Wirklichkeit näher zu sein“, wodurch die Kunst zum „sinnlichen Instrument emanzipatorischen Bewußtseins“ wurde. Metaphorisch sind ja viele sprachliche Wendungen von Stimmungstief — oder Hochstimmung: … höchst erfreut — oder tief betrübt; … niederschmetternd — oder aber erhebend; … bringt einen runter — oder eben wieder hoch; man ist ‚gut drauf‘ und macht Luftsprünge, eben oben auf — oder am Boden; empfindet tiefes Leid — oder höchstes Glücksgefühl; ist ‚high‘ — oder ‚down‘, niedergedrückt …

Stimmungen zugeordnete Farben zugeordnete Töne
sehr glücklich / very happy dunkelrot f
glücklich / happy violett e
hoffnungsvoll / hopeful dunkelblau d
interessiert / interested hellblau c
neutral + / neutral + weißlich blau h
neutral / neutral weiß a
neutral – / neutral – weißlich grün g
verdrießlich / angry hellgrün f
widerwillig / nervous dunkelgrün e
traurig / sad grau d
unbehaglich / uneasy graubraun c

Für ihre Dauer als Zeiträume hat Brehmer auf einer Skala Flächengrößen bei gleicher Höhe markiert. Willkürlich erscheinen zunächst die Zuordnungen der angezeigten Stimmungen zu Farbtönen — abermals eine metaphorische Wendung. Aus dieser Korrelation entwickelte Brehmer auch eine musikalische Komposition — wiederum nimmt er eine Metaphorisierung wörtlich: Tonhöhe. Er ordnete jene nach Tiefe und Höhe graphisch markierten Stimmungslagen nun bestimmten Notenwerten nach Tonhöhen zu.
„Die Partitur beruht auf Beobachtungen eines Arbeiters während eines Jahres. Er wurde täglich an seinem Arbeitsplatz nach seinem seelischen Befinden, nach seinen Gefühlen befragt. Die Skala reichte von sehr glücklich über zornig bis ängstlich. Gegliedert wird die Komposition durch zwei Pausen, die einer längeren Krankheit und dem Urlaub entsprechen.
Im Gegensatz zu den Bemühungen zeitgenössischer Komponisten, freie graphische Notationen zu erarbeiten, benutze ich bewußt eine traditionelle Form.“

Metaphern — Bilder auch jenseits von Sprache
Einen ‚bildlichen‘ Ausdruck — Tongemälde — nahm Brehmer wörtlich. Gleiches gilt für unterschiedliche Formen und Bilder von Erregungen und ihre Ausdruckswerte, etwa Wärme oder Hitze — auch diese Metaphern interpretierte Brehmer in von ihm so genannten Wärmebildern wie Kuß (1983) oder Paar, erregt (1984) im buchstäblichen Sinn — von der Metapher für Metapher gar nicht erst zu reden: dem ‚Sprachbild‘.
Mit Gefühlen und Empfindungen zu tun haben etliche dieser späteren Malereien Brehmers, und der Betrachter schreibt vielen von ihnen ’starken Ausdruck‘ zu. Wenn es heißt, ein Bild sei traurig, so bedeutet das allerdings: Die Eigenschaft dessen, was das Bild ausdrückt, hat es nur im übertragenen Sinne; auch bei expressiven Bildern ist bloß ‚uneigentlicher Besitz‘ von Eigenschaften festzustellen. Mit Nelson Goodman können wir Ausdruck als metaphorisierte Exemplifikation verstehen.
Metaphern, ‚Sprachbilder‘ zeigen bereits die Bezeichnungen zur Differenzierung von Farben oder Tönen wie ‚Tonfarbe‘, ‚Klangbild‘ oder ‚Farbton‘ an. Auch Investitionsklima ist eine Metapher, die Brehmer ins Bild setzt; der zweite Teil wird buchstäblich interpretiert; zur Illustration dient eine geographische Karte.
Brehmers Zuordnungen sind teils analogisch bestimmt: Entsprechungen werden auf Grund von Gleichheit oder Ähnlichkeit angenommen; andererseits sind die Korrelationen digital bestimmt, nämlich unähnlich, willkürlich, arbiträr, jedenfalls mit Blick auf Gleichwertigkeit gesetzt und nicht auf Gleichartigkeit beruhend.
Revision? Korrektur!
Ein bemerkenswertes Motiv in Brehmers Werk — zwar ernsthaft ausgeführt als Klarstellung, freilich ausgesprochen ironisch und keinesfalls mit erigiertem Zeigefinger als ‚Berichtigung‘.
Gezeigt wurden Korrekturen der Nationalfarben unter anderem auf der documenta 5, wo diese ‚Deutschen Farben‘ vor dem Fridericianum wehten. Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung ist wohl die bekannteste.
1990 wurde eine zweiteilige „Korrektur“ in der Ausstellung Um 1968. Konkrete Utopien in Kunst und Gesellschaft gezeigt — programmatisch von Marie-Luise Syring neben die Aufgangstreppe der Düsseldorfer Kunsthalle gehängt — und als Zutat von ihr versehen mit Absperrgittern — dies war allerdings eine Überinterpretation dieser Korrektur. Brehmer wollte seine Arbeit zunächst unpolemisch als Feststellung verstanden wissen — Interpretationen und Schlüsse überlies er wohlweislich den Betrachtern. So hat er seine Korrektur der Nationalfarben denn auch als Beilage sowohl zum Kursbuch wie zum Capital publiziert.
Fahnen — Brehmers Arbeiten sind beispielhaft für den Verkehr mit stark belasteten kulturellen Codes, aber eben auch mit „Codierungen des Trivialen“, mit deren Austausch und Koppelung, Ablösung und Umcodierung.
Der Umgang mit Fahnen und Flaggen verlangt historisches Wissen und heraldische Kenntnisse — bei Brehmer werden sie geschärft. Flaggen geben vielfach Gleichartigkeit vor, beziehen sich jedoch auf differente Erfahrung, Zeitgeschichte oder Tradition. Unterschiedliche Zeichensysteme und Kommunikationssektoren setzt Brehmer in Beziehung, in Korrespondenz, mitunter in Opposition; neuerlich erscheinen sie dann verknüpft, verweisen auf ein Ganzes: die Nation, den Staat vs. Teilbereiche, Sektoren, Segmente oder aber Heraldik vs. Statistik, Diagramme.
Als konventionelle politische Bedeutungszuschreibung kennen wir Schwarz für Anarchismus ebenso wie für Konservatismus, religiös für Katholizismus.
Bedeutungszuschreibungen für Farben als Symbolträger sind in unterschiedlichen Kulturen different; so kennen wir als Bedeutung für Schwarz etwa Trauer in unserem Kulturkreis — in weiten Teilen Asien ist der Trauer die Farbe Weiß zugeordnet.
Farben signalisieren verschiedene Funktionen, kulturelle Werte oder Grundgefühle, Rot als Symbol für Liebe: Ebenso steht diese Farbe in Appellfunktion: ‚Vorsicht!‘, ‚Achtung, Gefahr!‘ oder ‚Halt, Stop!‘. In politischem Bezug ist die Farbe Rot historisch mit Sozialismus oder Kommunismus verbunden, programmatisch im Namen der Zeitung Rote Fahne oder des politischen Liedes Bandiera Rossa— die Nazis haben den Sozialisten Rot als Fahnen-Grundfarbe entwendet.
Gold steht nicht selten für transzendente und metaphysische Ideengehalte, eine ideale, raumlose Sphäre, schon der Seltenheit dieses Metalls wegen. In der mittelalterlichen Malerei ist Gold der Grund, vor dem sich die heiligen Gestalten abheben, die Farbe für den Himmel, auch fürs Jenseits.
Was die deutsche Nationalflagge angeht, so wurde die Farbe Gold zu Zeiten der Weimarer Republik als ‚Mostrich‘ verächtlich gemacht — konservative und reaktionäre Kräfte zeigten sich unter den Farben Schwarz/Weiß/Rot; diese unselige Tradition scheint ungebrochen in der Gegenwart fortzuwirken.
Die ‚Deutschen Farben‘ verweisen nicht nur auf die Geschichte demokratischer Bewegungen seit der bürgerlichen Revolution 1948. Ihrem Aufkommen zufolge und rhetorisch betrachtet sind die Nationalfarben Schwarz/Rot/Gold zusammen eine metonymische Figur als pars pro toto. Nach den Napoleonischen Befreiungskriegen wurden 1813/15 aus den Uniformfarben des Lützowschen Freikorps, der „Schwarzen Schar“, das Schwarz der Montur, das Rot der Litzen und das Gold der Uniformknöpfe als Farben der deutschen Burschenschaft angenommen und 1848 vom Bundestag zu Bundesfarben erklärt.
Die ‚Deutschen Farben‘ sind demnach keine 200 Jahre alt. Sie sollten in einer Mythisierung ideologisch an die ‚Idee des Reiches‘ geknüpft werden; imaginär aufrechterhalten werden sollte die Kontinuität, obwohl das 1806 untergegangene ‚Heilige römische Reich deutscher Nation‘ keine Nationalfarben kannte, da die Voraussetzung der Staatseinheit fehlte. So knüpfte man an die Farben des Reichspaniers an — auf goldenem Grund ein schwarzer Adler mit rotem Schnabel und roten Krallen —, Farben, die bis 1806 allein dem deutschen Kaiser vorbehalten waren.
Als was definiert sich eine Nation, ein Staat? Realisieren sie diese Definition überhaupt selbst? Wer hat die Definitionsmacht über dieses Selbstverständnis?
Beim gebrochenen Verhältnis der Deutschen zu ihrem Staat und zu ihrer Nationalflagge setzt Brehmer an. Er ordnet den ‚Deutschen Farben‘ jeweils zu Teilen neue Symbolik zu. Erkenntnisse über reale Verhältnisse auf der Grundlage ökonomischer Untersuchungen hat Brehmer dabei visualisiert.
Die US-amerikanische Flagge ist ein beliebtes Sujet der Pop Art, ohnedies ja schon der realistischen und naiven US-amerikanischen Malerei des 19. Jahrhunderts.
Deutlich wird die Differenz der Auseinandersetzung Brehmers gegenüber anderen Flaggen(-Bildern) der Gegenwart — neutral wird das Sujet Nationalflagge in der Pop Art wie Zielscheiben oder Ziffern schon bei Johns. Indifferenz gegenüber dem Sujet oder Motiv hatte Brehmer aufgegeben.
Mit seiner Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung schafft Brehmer fraglos Abstand zum Fetischismus und Ritualismus — nicht erst die veränderten Breiten der drei Flaggenfarben lassen aufmerken. An dieser »Korrektur« lassen sich exemplarisch Brehmers Vorgehen beim Verschlüsseln und Umcodieren zeigen.

‚Flagge zeigen!‘
— das bedeutet: auf Präsenz bestehen und feste Entschlossenheit signalisieren. Staatsflaggen repräsentieren den ‚Inbegriff des Gemeinwesens‘. Für sich ist die Fahne zunächst ein indexikalisches Zeichen, im Fall der Flagge für eine Menge oder Gruppe, ein ‚Insgesamt‘ ; Identifikation von deren Mitgliedern wird mit der Fahne angezeigt und eingefordert.
Das indexikalische Zeichen geht zurück auf reale Bestandteile, Attribute oder Merkmale des angezeigten Inhalts ; es steht sodann als Teil fürs Ganze des bezeichneten Gegenstandes.
Durch Abstraktion, durch Zusammenfassung und Verallgemeinerung, wird aus dem indexikalischen Anzeichen ein symbolisches Zeichen generiert, aus dem Anzeichen ein Begriffszeichen für die ‚Ganzheit des Staates‘ oder ‚den Staat im allgemeinen‘ — was sich darin äußert, daß Staatsflaggen zu schänden sind und daß solche Schändung mit hoher Strafe belegt wird.
Loyalitätsbezeugung, ja Identifikation zeitigt der Fahneneid: die Nationalfahne bedeutet das Inbild des Staates — mit ihrer Schändung ist unmittelbar der Staat betroffen — solche Auffassung von ‚Unmittelbarkeit ‚ zeigt rudimentäre Kontaktmagie, offenkundig etwa beim Fahnenkuß.
Die Flagge — eigentlich nur ein Zeichen — wird als magisches Objekt übermäßig ‚aufgeladen‘; als Fetisch ist sie ein Zeichen, das ein Verhalten ihm gegenüber fordert, wie das Bezeichnete es beanspruchen würde.
Relikte magischer Verhaltensweisen waren in den Re-/Aktionen der Staatsmacht und ihrer Anwaltschaft auch bei H.P. Alvermann oder Addi Köpcke zu beobachten, wo sie Staatssymbole zum Gegenstand ästhetischer Kritik und politischer Stellungnahme gemacht hatten.
Negative magische Praktiken finden sich häufig im Alltag, so wird etwa Schadenzauber praktiziert beim Schänden von staatlichen und nationalen, ethnischen und religiösen Symbolen und Emblemen, desgleichen beim Augen-Ausstechen auf Bildern von verhaßten Personen, immer wieder auf Wahlplakaten.
Magische Handlungen haben indes durchaus auch praktischen gesellschaftlichen Sinn: die Durchsetzung und Anerkennung von individuellen oder sozialen Beziehungen zu signalisieren und zu bestätigen — bei Nichtbefolgen der Forderungen sind oftmals Sanktionen zu gewärtigen.
Die Flagge ist fraglos tabu — an Sanktionen ist ablesbar, wie der Umgang mit der Flagge als verbindliches, verweltlichtes Ritual (z. B. Flaggengruß, Auf-Halbmast-Hängen) Geltung beansprucht.
Die Nationalfarben gehören zu gesellschaftlich verbindlichen Zeichen, ihre Codierung ist konventionalisiert, historisch tradiert und formalisiert. Da man vor dem Staat nun mal nicht strammstehen kann, ist ein ‚Unterpfand‘, ein Medium, ein magisches Objekt vonnöten. Ehrbezeugung gegenüber der Flagge, das Hissen bei Trauer und Gedenken sind ritualisierte Handlungen und damit auch gesellschaftlich vereinbarte und überkommene Verhaltensweisen, deren regelhaft wiederholte Ausführung in gleicher Form obligatorisch ist.
Seinen Korrekturen der Nationalfarben wie anderen Arbeiten (Braunwerte oder Investitionsklima) hat Brehmer Legenden hinzugefügt, bekannt aus der graphischen Semiologie von Landkarten, Diagrammen, Schaubildern … Als Voraussetzung erforderlich ist, daß das Bild (und selbstverständlich die zu übertragende Botschaft) schon einmal codiert und daß Codes als Zuordnungsvorschriften ebenso wie Botschaft bekannt sind, sowohl als codierte wie als umcodierte Informationen.
Als Code verstehen wir die „Vorschrift für die Zuordnung der Zeichen zi eines Zeichenvorrats, zu den Zeichen zj eines anderen Vorrats, mit dem dieselben Informationen wiedergegeben werden können“ .
Die frühere, von ihm interpretierte und die neue Botschaft Brehmers in seiner Korrektur der Nationalfarben gehören unterschiedlichen Bezugssystemen der Repräsentation an — und Repräsentation hat dabei unterschiedliche Bedeutungen:
— Staat / Frankfurter Nationalversammlung — Weimarer Republik — BRD — DDR ,
— Politische Ökonomie / Klassen — Schichten …

Auch mit den Farbengeographien (1969-71) liegen mehrfach codierte Bilder vor. Entsprechend der Botschaft aus dem früheren Bezugssystem — von Brehmer verändert und umgedeutet, alsdann in ein Bild übertragen —, sind neue Anleitungen und Vorschriften gegeben, die als zweiter Code zur Verknüpfung der vorhandenen Elemente zugeordnet werden.
Mitunter kombinierte Brehmer (um-)codierte Bilder und Texte mit Dingen des Alltags, etwa in seinen Aufstellern oder Schachteln. Wird die Codierung von Botschaften vermindert oder aufgelöst, so gehen Betrachter mehr und mehr von bloßer Wahrnehmung ‚unmittelbar‘ zu Benutzung oder Verarbeitung über — und bei zunehmender Unbestimmtheit ist mehr und mehr die Phantasietätigkeit des Betrachters gefragt.
Der jeweilige Schüssel der Codierung von Farben ist von der vermittelten Information zu unterscheiden. Zudem müssen unterschiedliche historische Kenntnisse und heraldisches Wissen vom Betrachter ins Bewußtsein gerufen werden, selbst wenn es sich um so bekannte Sujets wie Briefmarken handelt — notwendig besonders bei subversiver Agitation, etwa im 3. Reich, für die oftmals Briefmarken benutzt wurden.
Für gewöhnlich erscheinen Briefmarken in der Funktion von Geld, als Belege für entrichtetes Beförderungsentgelt. Ein anderer Aspekt: Briefmarken sind heutzutage wohl die beliebtesten Sammelobjekte, darin ähneln sie Kunstwerken. Ästhetischer und ökonomischer Wert haben in unserer Gesellschaft tatsächlich so gut wie nichts gemein — sie korrelieren allein durch Knappheit als Waren und ihrer Nachfrage.
Briefmarken sind öffentliche, allgemein bekannte, konventionalisierte Zeichen. Werden sie zu Sujets von Kunstwerken und mit Kunstwerken verglichen, ist der Witz: sie unterscheiden sich dabei in ökonomischer Hinsicht überhaupt nicht von Kunst. Womöglich waren aus solchen Erwägungen gerade Briefmarken ein so beliebtes Motiv bei Fluxus-Leuten.

Kunst als Speicher — sinnliches Geschichtsbewußtsein
Brehmer verglich die Aufbrüche der ‚Antikunst‘ mit ihrer späteren Nobilitierung.
„Betrachte ich die Gegenwart und rufe mir die Lage vor 20 Jahren ins Gedächtnis, dann kann ich feststellen: Musealisierung hat oft Zerstörung bedeutet. — Kunst als gesellschaftliches Gedächtnis darf aber nicht verscherbelt oder mumifiziert werden.“
„Viele der kritischen Erzeugnisse sind historisch geworden und haben dokumentarischen Wert bekommen und behalten. Aber die Entfernung aus der Geschichte nimmt zu.“
Brehmer war sich über die restaurativen Momente in der BRD seit den 70er Jahren im klaren; das begann nicht erst mit dem Radikalenerlaß und reichte über den Deutschen Herbst bis zum Verteufeln und ‚Totbeten‘ alles Linken nach dem Fall der Mauer.
Bürokratismus und Imperialismus sind zumindest zu Teilen erledigt, abgehakt — sind sie auch von der Linken bewältigt? Müßte nicht gerade jetzt eine Basis gegeben sein, um wenigstens einen Rest von dem durchzusetzen, was seit der Großen Französischen Revolution noch immer nicht verwirklicht ist und linke Intellektuelle wie KP Brehmer ertrotzen wollten?!
„Gewiß ist man in der Minorität. Die gemeinsamen Ausgangspunkt und Ziele sind längst aus den Augen verloren, man hat sich auseinanderdividiert.“
Nach dem Untergang der DDR wurde endlich alles Linke in einen Sack gesteckt — und hohnlachend der DDR hinterhergeworfen. Alle Kritik der Linken am staatsbürokratischen Sozialismus schien vergessen, als hätte es je ‚real existierender Sozialismus‘ gegeben — schon in der Bezeichnung ist der Widerspruch frappant; die Behauptung zeigt gerade die Irrealität an.

Wahrnehmung und Aufbewahrung
Von Interessen — wie wahr
„Künstler werden zur Herrschaftsverstärkung heute nicht mehr oder noch nicht wieder gebraucht. Aber Kunst ist doch auch Aufbereitung kollektiven sinnlichen Gedächtnisses.“
Selbstverständlich war Brehmer Ideologe — nämlich Ideenforscher. Und ebenso selbstverständlich hat es Kunst nach Brehmers Auffassungen mit Fragen der Wahrheit zu tun. Das sagt sein schön paradoxer Satz „Alle Künstler lügen.“
Kunst gehörte für Brehmer unbedingt zum ideellen gesellschaftlichen Reichtum. Aufbewahrung — wahr ist darin nicht zufällig enthalten. Wenn der historische Prozeß auf eine veränderte Stufe gestellt wurde, so hieß das auch: jene Forderungen wachzuhalten, die historisch nicht eingelöst worden sind — und solche Forderungen betreffen die sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse ebenso wie die ideologischen Entsprechungen.
Bei unserem letzten Gespräch ging es um solche Fragen, Brehmer konnte in Rage geraten: „Jeder Künstler muß ein Funktionär sein und dem Volke dienen“ — für mich schon lange nicht mehr gehörte Worte. Sozialistischer Realismus war Brehmer verabscheuenswert.
„Die DDR erreichte Weltniveau im Abmalen. Aber einen gesellschaftlichen Auftrag, eine gesellschaftliche Verpflichtung verspürt doch ein jeder Künstler!“
Was aber Graphiker wie Staeck und Brehmer als Künstler unterscheidet: Brehmers ästhetische Strategie war nicht bloß Instrumentalisierung von ‚populären‘ Formen der Bildsprache, dem politischen Künstler ging es immer auch um die Thematisierung der Mittel und Medien, der Kommunikationsformen und Aneignungsweisen.
In dieser Hinsicht betrieb Brehmer gleicherweise Kunst für Künstler — nach Walter Benjamins Devise: „Wer seine Kollegen nichts lehrt, lehrt niemanden etwas.“
Leicht einzusehen auch aus anderen Gründen: Brehmer kam als Reprotechniker selbst aus der Produktion — insofern immer ein Zunftgenosse aus der ’schwarzen Kunst‘ der Druckerei.
Aus der druckgraphischen Produktion übernahm er technisch bestimmte Formen: Proben oder Raster, sogenannte Passer und — wie selbstverständlich — Farbskalen oder Farbtafeln Bemerkenswert ist hier desgleichen der Wechsel von Mittel und Gegenstand.
Keinesfalls sind daher die Werke, die sich auf Landkarten, Schaubilder, Bilder-Statistiken beziehen, bloß didaktisch. Nicht wenige von Brehmers ‚Botschaften‘ erscheinen vorerst unausgesprochen. Und gar nicht selten ist Ironie im Spiel, wo Brehmer das Gegenteil dessen sagt, was er meint. Was bei Satirikern und Karikaturisten nur Mittel zum Zweck ist, hat Brehmer zudem als Gegenstand bearbeitet; betrieb er doch zugleich Information über das Medium und Aufklärung des Mediums.
Aus den nämlichen Gründen hat Brehmer Rezeptionshandlungen zum Sujet gemacht, Aktivitäten, die mit Wahrnehmen, Ausdeuten und Schlußfolgern verbunden sind — der Künstler ist letztlich ja der erste Rezipient seiner Arbeit und Stellvertreter aller folgenden Rezipienten, wie andererseits wir an seine Stelle treten.
Aufmerksamkeit und Wahrnehmung — Augenmerk — sind in etlichen Werken ein Thema für sich: etwa das Sehen anhand des Motivs Auge in Eye-Cream oder Augenfilm, aufblasbar (beide 1967) bis hin zu den Malereien Wie mich die Schlange sieht / Wie ich die Schlange sehe (1985).
Mit den Aquarellen Mona für Paul (1985) nahm Brehmer Bezug auf die Ambivalenz der Rasterung von Bild-Schemata und -Mustern, wie sie inzwischen zum Medienalltag gehören. Solche Rasterung dient entgegengesetzten Zwecken: sowohl dem schnellen Wiedererkennen von ferne wie dem Unkenntlich-Machen, zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten — zudem als Experimentier-Material, um unser Vermögen zu untersuchen und zu erproben, ob mit gröbster Rasterung und Musterbildung wiedergegebene Objekte noch zu identifizieren sind.
Mischung der Nationalfarben (1971) — ja was ergibt die Mischung wohl? Probleme der Wahrnehmung zeigen sich an der Doppeldeutigkeit und Mehrwertigkeit von Rastern; sie sind nicht nur für den Reprotechniker ein vertrautes Mittel — doch wird es für sich kaum in Betracht gezogen: in Farbmuster (Visualisierung politischer Tendenzen) (1971), auch Visualisierung politischer Tendenzen (Farbwerte) genannt.
Kurzgeschlossen werden zwei Kontexte des Alltags — einerseits Exempel der Produktionssphäre, andererseits der Ideologie und Politik. Farbmuster und Farbwerte sind noch keine Bilder — und politische Tendenzen sind für sich noch keine Bildgegenstände, sie können nur übertragen ins Bild gesetzt werden. Beide Bereiche kommen zusammen in dem Aspekt der Werte; ironisiert und in Frage gestellt wird damit gleichfalls die vorgebliche Neutralität von Begriffen — hier in mehrfacher Bedeutung von ‚Werten‘: TV-Braunwerte bzw. Testbild II (TV-Braunwert) (1970).
Werteverlust und Werteverschiebung ist anhaltend Thema der Erörterung. Nicht nur mit Blick auf Brehmers Trivialgrafik — allgemeiner mit Blick auf das Verhältnis der Künste und ihrer ‚Werte‘ — fragt sich: wie es bestellt ist mit dem Verhältnis von ‚High and Low‘, von Erhabenheit und Trivialität.
Ästhetik hatte für Brehmer Bedeutung und Geltung als Lehre vom Wahrnehmen — aber eben auch Wahrnehmen von Interessen. Er nahm bildnerisch Bezug auf inner-ästhetische Widersprüche zwischen unterschiedlichen Disziplinen, Medien und Sinnen: zwischen Musik, Sprache und Bildender Kunst, zwischen auditiver, verbaler und visueller Kommunikation.

Bilder einer (anderen) Ausstellung
Bezeichnend erscheint, daß Brehmer sich lange Zeit mit Bilder einer Ausstellung befaßte, einer bedeutenden Komposition der Programmusik. Die Auseinandersetzung mit Modest Mussorgski markiert die Position KP Brehmers zu grundsätzlichen Fragen von Darstellung, Wiederholung und Nachahmung, von Reproduktion und Übertragung in der Kunst der Gegenwart — und zum Verhältnis der Künste.
Zu seinem vielteiligen Werk in mehreren Versionen schreibt Brehmer:
„Vorlage:
1874 vertonte Mussorgski zehn Bilder seines Freundes Viktor Hartmann.
Die ‚Tongemälde‘ beruhen auf der sehr einfachen Fünftontechnik. Für jedes der zehn Bilder hat Mussorgski ein typisches musikalisches Motiv verwendet.
Die einzelnen ‚Bilder‘ sind teilweise durch sogenannte Promenaden verbunden, die den Weg des Betrachters durch die Ausstellung schildern.
Ausführung:
1. Version 1972/75
realisiert in New York 1975 (durch höhere Gewalt zerstört)
10 Tongemälde und akustische Installation
Für dieses Projekt wurden Mussorgskis ‚Bilder‘ mittels elektronischer Verfahren (Sonagramme) ins Visuelle rückversetzt.
Diese ‚Vorbilder‘ wurden die Vorlage für eine zehnteilige Malerei. Die Promenaden behielten ihre musikalische Form und wurden über Kassettenrekorder, die auf Sockeln entsprechend plaziert waren, reproduziert. Im idealen Fall sollte das Ausstellungspublikum durch die Promenaden durch die Ausstellung geführt werden.
2. Version 1976
graphische Blattfolge in Mappenform
Die ‚Vorbilder‘ (Sonagramme) wurden nach graphischen Prinzipien als Radierungen umgesetzt.
Die zehn Radierungen haben den New Yorker Komponisten Phil Corner zu einer erneuten musikalischen Umsetzung der ‚Bilder‘ angeregt.
3. Version 1979
Hier wurden für die Herstellung der ‚Vorbilder‘ neuere Techniken verwendet. Mittels Bildschirmwandler wurden konstruktive Formen entwickelt, die sich von der ersten, etwas expressiven Version wesentlich unterscheiden.
Die akustische Installation ist mit der ersten identisch. Die elektronische Umsetzung der musikalischen Motive erfolgte unter der Mithilfe von Prof. Krause, TU Berlin.“

‚Man muß nicht heiter gestimmt sein, um ein Scherzo zu komponieren.‘
„Der schöpferische Geist des verstorbenen Hartmann führt mich zu den Schädeln und ruft sie an: die Schädel leuchten sanft auf“ — so wird Mussorgski heute um des Schauders willen zitiert.
Nicht nur naive Gemüter sind auf Nachahmung kapriziert, jeden Tag erwarten wir Wiederholungen von Bekanntem, wir suchen geradezu das vorgeblich Wiedererkennbare.
Und diese Erwartungen konterkariert Brehmer mit Bilder einer Ausstellung.
In der Programmusik kommt das sogenannte Bekannte aus anderen Medien und entstammt anderen Sinneswahrnehmungen, aber schließlich auch aus der Musik selbst als ‚Musik über Musik‘.
Nach traditioneller Auffassung ahmen Programmusiker alles nur Mögliche im Bereich der Klänge und Geräusche nach: Olivier Messiaen den Vogelgesang, Claude Debussy das Meer oder Ludwig van Beethoven den Kriegslärm in „Wellingtons Sieg. Die Schlacht bei Vittoria“.
Neben dem Hörbaren bezieht sich Programmusik in Analogie auf Sichtbares: Licht, Dunkelheit und Farbe und alle Arten und Grade von Bewegung.
Doch ahmt Programmusik nicht nur außenweltliche Objekte oder Ereignisse nach, sondern ebenso innerseelische Realität; Programmusik ‚beschreibt‘ nicht nur Sinneseindrücke von Sachen und Vorgängen, sie drückt gleichfalls Empfindungen, Gefühle und Gedanken aus (zu Beginn dieses Jahrhunderts wird sie mit ‚Seelenmalerei‘ sowie mit ‚Körpermalerei‘ gleichgesetzt).
All dies kommt in Mussorgskis Komposition vor: Geräusche und Klänge aus der Natur; Klänge aus der Außenwelt oder aber Schilderung von Bildern (sie haben diese ‚Außenwelt‘ bereits zum Gegenstand); schließlich Eindrücke Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Viktor Hartmanns respektive die Empfindungen und Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Werke. Bilder einer Ausstellung entstand 1874, ein Jahr nach dem Tode seines Freundes Hartmann, nach dem Besuch einer Gedächtnisausstellung.
Wie Mussorgski auf Bilder, so haben viele Maler dann wiederum auf seine Musikstücke Bezug genommen. Etliche Arbeiten Wassily Kandinskys, wie z. B. Der gelbe Klang befassen sich mit Problemen der Synästhesie. Und Kandinsky hat 1928 Mussorgskis Komposition in Dessau als szenische Aufführung interpretiert.
Unter den Orchestrierungen des Werks gilt die Maurice Ravels als Meisterwerk nach einem Meisterwerk.
Die Rockmusiker Keith Emerson, Greg Lake und Carl Palmer machten zu Beginn der 70er Jahre Mussorgskis Komposition als Unterhaltungskunst populär; neben anderen Adaptionen gibt es eine ‚elektronische Version‘ der Komposition Mussorgskis von Isao Tomita.
Musikgeschichtler nennen das Werk „gleichsam ‚vertonte Bilder'“, zehn Teile „programmatisch-deskriptiven Inhalts“, die Mussorgski „in musikalische Ausdrucksbereiche übertrug“.
Die eingefügten ‚Promenaden‘ sind anscheinend die intimsten Teile der Komposition und stellen Empfindungen Mussorgskis beim Betrachten der Bilder Hartmanns dar, Gefühle bei der Erinnerung an den verstorbenen Künstlerfreund und dessen Bilder. Die ‚Promenaden‘ Mussorgskis gelten als „Selbstporträt, wie er in (hörbar) wechselnden Stimmungen die Ausstellung durchschreitet“ . Mussorgski selbst schrieb sogar, daß in ihnen „mein geistiges Abbild erscheint“. Daß er die ‚Promenaden‘ für den geneigten Betrachter beibehält, wirft ein Licht auf KP Brehmer.
Bilder einer Ausstellung weisen vielfältige Wechsel von Medien, Funktionen und Strukturen auf. Wiederholt lösen die Autoren bzw. Produzenten einander ab. Der Bilderzyklus selbst läßt eine Kette von Interpretationen erkennen. Mehrmals gibt es einen Austausch von Stoffen, Inhalten und künstlerischen Medien. Auch ein mehrfacher Wechsel der Funktion von Gegenstand und Mittel der unterschiedlichen Werke tritt klar zutage. Und es gibt Austausch und Übergänge zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen oder Teil-Systemen des ‚Kommunikationssystems Kunst‘. Mit Blick auf die verschiedenen Systeme von Zeichenträgern ist der Wechsel von artistischem und technischem Medium zu konstatieren. Schließlich läßt sich die Alternation von unterschiedlichen Sinneskanälen feststellen.
Von Interesse sind dabei die Übergänge zwischen homogenen resp. heterogenen Medien. Beethovens Schlacht bei Vittoria zeigt innerhalb homogener Medien den Austausch von Hörbarem mit Hörbarem auf. Mussorgski wechselt von Sichtbarem zu Hörbarem, zwischen heterogenen Medien. Bei Brehmer findet mehrfacher Transfer zwischen heterogenen Medien statt: von Sichtbarem ® Hörbarem ® Sichtbarem ® Sichtbarem.
Visuelle Vorlagen Mussorgskis sind die Bilder von Viktor Hartmann — Mussorgskis Klaviersuite, orchestriert von Ravel, ist auditive Grundlage für die Sonagramme, Gegenstände von Brehmers Aneignung. Brehmer malt nicht ’nach‘ Musik, sondern überträgt technische Aufzeichnungen von Musik in Malerei; die Musik bleibt ‚indirekter‘ Gegenstand der Interpretation durch Brehmer.
Modest Mussorgski war mit Fragen der Synästhesie und der ‚Chronoästhesie‘ befaßt, Synästhesie als Verknüpfung oder Übergang zwischen unterschiedlichen Sphären der Sinne und der Medien. Gleichzeitigkeit und ‚Nachzeitigkeit‘ oder Abfolge von Sinnesreizen, die zueinander in Beziehung treten, beschäftigten Komponisten in seiner Nachfolge.
Programmusik vermittelt zwischen unterschiedlichen Realitäten. Ist schon bei Mussorgski der Grad der Vermittlung hoch, so nimmt sie graduell mit Brehmers Interpretation rapide zu. Will man von der Natur als einer ‚Stufe 0‘ ausgehen, so erscheint am Ende die Natur, wenn überhaupt, nur äußerst vermittelt:
Mussorgski: Kunst ® Kunst ® Natur
KP Brehmer: Kunst ® Technik ® Kunst ® Kunst ® Natur.
Medien als Trägersysteme von / für Zeichen sind zu unterscheiden in
— natürliche Zeichenträger; zumeist einseitig, nur vom Wahrnehmenden als Zeichen interpretiert, nicht mit der Absicht der Mitteilung gesetzt,
— technische Zeichenträger auf naturwissenschaftlicher Basis, zunächst nur Signale,
— und artistische Zeichenträger, insbesondere der Künste.
Es seien einige Stufen beim Wechsel, Austausch und Übergang von Medien, Funktionen und Strukturen benannt:
— Skizzen zu den Bildern, denen Hartmann nachgearbeitet hat,
— die realen Bilder Hartmanns, die Mussorgski vor sich hatte,
— mögliche Sujets für den Komponisten sind Reproduktionen nach Gemälden.
— Zu den Bildern lassen sich mögliche schriftliche Kommentare annehmen.
Weitere Stufen der Interpretation:
— die Musik, ihre Notationen und ihre Wiedergaben — ebenfalls in Stufen der Interpretation,
— Mussorgskis Partitur, Ravels Orchestrierung als weitere Interpretation,
— Aufführungen von Mussorgskis Stücken,
— technische Aufnahme von Stücken des Komponisten.
Die ‚Vorlagen‘ für die Bilder von Brehmer waren Standbilder von Sonagrammen zu Mussorgskis Musik — und damit bereits Umcodierungen von einem auditiven in ein visuelles Medium.
Brehmers Gemälde nach den technischen Re-/Produktionen sind selbst wiederum Gegenstand von technischen Reproduktionen von Bildern; am Ende stehen die technischen Reproduktionen nach Brehmers Gemälden hier im Katalog der Ausstellung …
Interpretation ist immer auch Zeichenersetzung — das aktuell ap/perzipierte Zeichen wird in unserem Geist durch ein Zeichen entsprechend unseren Kenntnissen und Erfahrungen abgelöst. Im einzelnen mag der Betrachter die Äquivalente beim Übergang bestimmen: Ist es bei Mussorgski ein buchstäblicher, wortwörtlicher Übergang oder eine Art Metaphorisierung? Wie hat er seine Eindrücke im Ausdruck des Eindrucks von der Malerei ‚wiedergegeben‘? Etwa jeweils seinen Eindruck vom Ausdruck der Malerei?

Kunst-Druck: Die Kunst unter Druck gesetzt
Was seine Stellung zu Bestrebungen angeht, die Kunst zu bekämpfen, so entwickelte KP Brehmer in den 60er Jahren eine Haltung „aus taktischen Gründen“ : er wollte indes die Kunst nicht „entmythologisieren“:
„Wir sind zur Zeit darauf angewiesen, die vorgegebenen Institutionen — Kunstvereine, Museen, Galerien usw. — zu benutzen.“
Als Parole hatte er ein schönes Wort gewählt: „Sichtagitation!“
Kein ‚Marsch durch die Institutionen‘ schwebte ihm vor — er setzte auf Unterwanderung. Sollte die Wirkung „vom Inhalt her passieren“, so war er doch der festen Überzeugung: „Die Wirkung einer Botschaft wird immer von der Qualität des Transportes bestimmt sein.“
Hatte er bei Versuchen, massenwirksame Kunst zu schaffen, bei der massenhaften Vervielfältigung angesetzt, um „mit Massenauflagen so etwas wie Volkstümlichkeit“ erreichen zu können, so nahm er diese Auffassung Anfang der 70er Jahre zurück:
„Ich habe am Anfang hauptsächlich Klischeedrucke gemacht, die absolut authentisch reproduzierbar waren.“ Und er beschloß dann: „Rückzug; diese ganze Geschichte mit der absoluten Reproduzierbarkeit liegen lassen …“ Schließlich schien ihm „die Sache mit der Massenauflage, eigentlich ein Witz, eine Utopie“.
Seine Stellung zu Fragen von Darstellung, Abbildung oder Zurschaustellung und Demonstration verallgemeinerte Brehmer zu „Visualisierungsproblemen“: „zum Beispiel das Problem, ästhetische Prozesse analog realen Prozessen darzustellen“. Entscheidend war für ihn dabei „der Symbolwert, nicht der psychologische; und die Darstellung eines Prozesses. Die Skala ist eine gute Möglichkeit, um Bewegung zu demonstrieren. Das Bild hat ja einen Nachteil: Es kann nur eine bestimmte Situation abbilden. Wenn ich verschiedene Dinge anbiete, indem ich sie nebeneinander stelle, kann ich zum Beispiel durch die verschiedenen Farbsprünge, indem ich Symbolwerte durch die ästhetische Veränderung präsentiere, Tendenzen und Prozesse visualisieren“.
„Entpersonalisierung, Anonymisierung, Entsubjektivierung!“ forderten in den 60er Jahre nicht wenige Künstler, und sie verlangten, sich nicht als Künstlergenie zu gebärden, sondern sich möglichst unkenntlich zu machen. Wie weit sind diese Ideen von denen der heutigen gernegroßen ‚Malerfürsten‘ entfernt, den ‚Herren der Ringe‘?!
„Eigentlich habe ich sehr selten eine Sache ganz allein gemacht; es sind meistens Dinge, die übernommen wurden. Ich versuche, die Dinge möglichst objektiv zu machen und mich selbst rauszuhalten. Das andere bleibt nachher beim Betrachter.“ — „Ich kann ihm nur Material liefern. … und im Idealfall wird er sich äußern oder er wird selber aktiv werden.“
Zunächst sind es buchstäbliche Handlungen, die er mit seinen Aktionsgrafiken vorsieht. Alsbald reduziert er sie allerdings auf ‚ideelle Handlungen‘ — Meditationswand ist ein Beispiel aus der Reihe der Idealen Landschaften.
Brehmer propagierte keineswegs, sich in Beschaulichkeit zu versenken, kein In-sich-Kehren, keine Kontemplation, die Benjamin dem ‚auratischen Kunstwerk‘ zugeschrieben hatte — im Gegensatz zur ‚Zerstreuung‘, die dem „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ angemessen sei.

Dergestalt dargestellt. Fragen der Darstellung
Brehmer stellt fest, Brehmer verdoppelt, Brehmer hält dem Betrachter den Spiegel vor — zur Reflexion, Brehmer dokumentiert, Brehmer untersucht, Brehmer interpretiert, Brehmer deutet, Brehmer kritisiert, Brehmer verstärkt, Brehmer karikiert — aber eben immer in einem anderen Kommunikationssystem.
Gegenstand oder Objekt von Darstellung sind Dinge, Menschen und Ereignisse — ebenso Situationen und Beziehungen usw., es sind vergangene, gegenwärtige und zukünftige, mögliche und irreale Gegenstände.
Brehmers Position kann mit einem Begriff von Darstellung ermittelt werden, der sich an Hans Heinz Holz orientiert. Daraus geht hervor, daß Gegenstand von Darstellung nicht bloß das abgebildete / wiedergegebene Objekt, und zudem nicht nur der Eindruck von diesem Objekt, sondern daß Gegenstand von Darstellung die Stellungnahme des Darstellenden zu seinem Eindruck von diesem Objekt ist.
Schon die abgebildeten ‚Objekte‘ bei Brehmer sind vielfach gar keine Dinge / Menschen / Situationen / Ereignisse in der Außenwelt, sondern in der ‚Welt der Zeichen‘: bereits abgebildete Dinge / wiedergegebene Menschen / schon aufgezeichnete Situationen / längst geschilderte Ereignisse …
Auch ist Brehmer keinesfalls mit der Nachahmung eines Eindrucks von einem Objekt befaßt — vielmehr sind die Aufzeichnungen von solchen Eindrücken, Empfindungen oder Gefühlen seine Gegenstände, Sujets, Motive.
Und vielfach ist er gar nicht mit der Nachahmung einer Stellungnahme zu einem Eindruck von einem Objekt selbst beschäftigt — statt dessen eröffnet er oftmals den Betrachtern erst Möglichkeiten zur eigenen Stellungnahme.
Brehmer überschreitet einerseits Darstellung, besonders mit seinen Verweisungen, Legenden und Anweisungen — andererseits unterbietet er Darstellung mit dem Zurschaustellen von bloßen Sachen, insbesondere mit den Aufstellern und den Aktionsgrafiken.
Farbmusterbuch oder Druckfarbenmuster — schon die Bezeichnungen Brehmers verweisen auf eine Haltung, Kunstwerke als brauchbare / nützliche / zweckgemäße Mittel aufzufassen.
Nicht die Attitüde des Antiprofessionalismus eines George Maciunas findet hier Ausdruck, sondern eher die Auffassung, dem Rezipienten selbst auf Grund der eigenen Erfahrung die Kompetenz zur Begutachtung zuzugestehen und die Dignität des ‚Experten‘ in Frage zu stellen.
Gründlich ändern sollte sich die Haltung des Rezipienten. TV-Braunwerte (1970), auch Testbild II (TV-Braunwert) genannt, weist auf solche Intentionen hin. Die Probe aufs Exempel machen …, den alltäglichen Faschismus ermitteln … Aus dem inzwischen nicht mehr gesendeten Fernseh-Testbild-Muster war ohne große Mühe ein Hakenkreuz ‚herauszulesen‘.
Die Haltung des Betrachters gegenüber dem reproduzierbaren Kunstwerk ist, Walter Benjamin zufolge, die des Testenden — und nicht mehr die kontemplative Haltung des Sich-Versenkenden, sondern des Begutachtenden. Dementsprechend dienen einzelne Felder zum Eintragen durch die Betrachter.
Interpretation kann man — vor jeder Ausdeutung und Bewertung — zunächst als Ersetzen und Austauschen von Zeichen auffassen. Damit wir überhaupt etwas wahrnehmen und verstehen können, müssen wir die außenweltlichen Signale in bewußtseinsinterne überführen; jede Wahrnehmung ist insofern bereits ein Ersetzen und Austauschen — umso mehr ist das Aufnehmen und Verarbeiten von Zeichen Interpretation.
Brehmer machte diese Problematik exemplarisch zu seinem Thema, er führte Wechsel und Austausch von Medien durch, demonstrierte Übergang und Ablösung von Zeichensystemen, bildnerisch und sprachlich Verschlüsselung und Umcodierung.
Mit einfacher Nebeneinanderstellung oder ‚Juxtaposition‘ (Susan Sontag), mit kruden Dingen und Ereignissen oder aber mit bloßen Ideen waren viele der gleichzeitig arbeitenden Fluxus-Leute befaßt. Bei ihnen war der Aufbau von Zeichen zu beobachten, wenn etwa bloße Sachen zu Bildzeichen oder Sprachtexten werden, und andererseits die Verminderung von Bildern oder Sprache auf einfache Dinge und Handlungen, vor allem aufs Bild als Objekt: er dagegen führt vor — Mittel sind ihm dabei etwa Löcher in der Bildoberfläche wie in Klassische Skala, Farbmuster (1969), die Durchblick auf die Wand des Ausstellungsraumes bieten; oder er präsentiert Arbeiten als Boden-Stücke wie Braunwerte 68-73 (1969) oder Briefmarken-Bögen (1967).
Über die Bilder. (Bilder ansehen; Über Bilder reden; Über Bilder mit Händen und Füßen reden) (1979) vermindern die Bilder um Sprache — Brehmer zeigt Gemälde nach gerasterten Aufnahmen von Hirnaktivitäten beim Sprechen über diese Bilder: Reduzieren von Metasprache bei gleichzeitigem Medienwechsel.
Die verschiedenen Medienübergänge in den Werken Brehmers verlaufen aufsteigend oder absteigend: auch läßt sich der Aufbau von Zeichen, die Generierung feststellen ebenso wie der Abbau, die Degenerierung von Zeichen. Er führte sie gleichsam auf einer mittleren Ebene durch: vorgefundene ideologische Codes, gegebene Zeichensysteme, im gesellschaftlichen Alltag verbreitete Muster der Aufmerksamkeit und Notiznahme, alltägliche Modelle der Wahrnehmung (im engeren Sinne des Identifizierens und Vergleichens) und oftmals triviale Schemata der Interpretation (bis hin zu Bewertung und Übergang zu Handlungen).
Brehmer wechselt die Bezugnahme von Bild- oder Sprachzeichen: tauscht Referenz-Objekte und -Aspekte aus. Er setzte zunächst an bei Übergängen zwischen homogenen Medien, z.B. Bild ® Bild oder Sprache ® Sprache; und er gelangte zu Austausch, Transfer und Ablösung zwischen heterogenen Medien, z.B. zwischen Sprache, Bildern und Dingen, Handlungen und Ereignissen, schließlich zu Übergängen von natürlichen über artistische zu technischen Medien.
So findet schließlich die wechselseitige Thematisierung von Medien selbst statt, und Brehmer setzt Medien in Verhältnisse von Gegenstand und Mittel, von Objekt- und Metazeichen.

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http://archiv.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-sauer.html

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KP Brehmer Kunsthalle Hamburg  «Eye Cream» Foto: Jörg Stange

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Gunnar F. Gerlach

OHNE METAPHER – KP Brehmer, oder:

Wie einer auszog “ein bißchen über das richtige Leben” zu lehren

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“Es gibt keinen anderen Weg, den sinnlichen Menschen vernünftig zu machen, als daß man denselben zuvor ästhetisch macht.”

Friedrich Schiller

“Ein weiterer Aspekt des “Readymades” ist sein Mangel an Einmaligkeit weil die Replik eines “Readymades” die gleiche Botschaft übermittelt;…”

Marcel Duchamp

“Weiter vor allem wurde aus der modernen Technik die künstlerische Montage gezogen, als Hilfsmittel in einer keineswegs mehr fertig oder eindeutig geschichteten Welt. Es ist eine Auswechslung, die bisher nur in der Groteske bekannt war, nun aber reicht sie vom frühen Photoklebebild (…) bis in die jähsten Verfremdungs-Einsätze, aus scheinbar wo ganz anders her, bei Brecht.”

Ernst Bloch

Worte können nur schwer das visuelle Werk eines Künstlers beschreiben der in visuellen und geistigen Zwischenreichen surreal agierte. (1) Wenn sie sich auch noch zu einer nachrufenden Erzählung über den Lehrer und die Lehre eines Künstlers verdichten sollen, der 21 Jahre – seit 1976 – an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg zwischen Künstler-Kollegen, Studenten, Kunstwissenschaftlern, Freunden (2) und der von ihm initiierten Galerie Vorsetzen kommunikative Netze knüpfte, können nur zentrale Aspekte Erwähnung finden.

Am 16. Dezember 1997 verstarb der Künstler und HfbK-Professor für Freie Kunst, KP Brehmer, plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Herz- und Hirnschlages. Geboren am 12. 9.1938 in Berlin, wurde er bereits in jungen Jahren bekannt und zu einem der wichtigsten Vertreter einer sich politisch artikulierenden Kunst. Als einer der Hauptvertreter der “Grafik des Kapitalistischen Realismus” neben Sigmar Polke und Gerhard Richter entwickelte der gerlernte Reprotechniker und Klischeeätzer nach weiteren Ausbildungen an der Kunstgewerbeschule in Krefeld und Kunstakademie Düsseldorf eine aus der dem Surrealismus von Max Ernst und der Pop Art á la Richard Hamilton entwickelte, ganz eigene Formensprache, die in dauernden Zwischenzuständen oszillierte. Er nahm den optischen Menschen ernst und entlarvte zugleich die Suche nach Sinn, in dem er mit Farbskalen und ihren vermeintlichen Bedeutungen surreales Spiel trieb: seine “Korrektur der Nationalfarben, gemessen an der Vermögensverteilung” legte bereits 197O frei, was jetzt globale Vernichtungs-Bedrohung ist: Das Großkapital in leuchtendem gold-gelb nimmt nimmt 7/8 der installierten Fahne ein. Spitzfindig wurde das dem alltäglichen Blick entgehende – z.B. die ideologische Bedeutung von Briefmarken als “Deutschen Werten” – mit visuellen Mitteln enttarnt, wie die “Braunwerte” am Beispiel des Testbildes im deutschen Fernsehen. KP Brehmer entsprach damit jenem von Herbert Read in seinem Buch “Erziehung durch Kunst” analysiertem “optischen Typus”, der dem einfühlenden und integrierten Typus gleichgestzt werden kann: “…;er geht von der Umwelt aus und baut aus seinen optischen Erfahrungen eine synthetische Darstellung seiner Einzelwahrnehmung auf”. Dabei arbeitete er immer wieder mit den Möglichkeiten medialer Transformationen um zwischen Museums-, Sammler- und Volks-Ausgaben zu differenzieren, denn das “sind verschiedene Wege, Vertriebswege in dem Medienkomplex, als den ich den ganzen Kunstbereich betrachte”, formulierte er bereits 1971 bei seiner ersten großen Einzel-Ausstellung im Hamburger Kunstverein weitsichtig. Das handwerklich und technisch erlernte muß in Beziehung stehen zu den jeweiligen gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen, medialen Transformationen und der Notwendigkeit einer über alle Klassen und Schichten hinausweisenden Praxis.

Die verständnissinnigen Medienschichten zwischen Trivialität und Bedeutung, Schein und Tiefe, verwiesen bei ihm auf das zweigeteilte Goethesche Glück, wo die höchste Höhe einzig zu finden sei in der nächsten Nähe. Und dies wiederum fand seinen unmittelbaren Niederschlag im Umgang mit Menschen. Die Kunst reguliert und verbessert im Idealfall die gegebenen Bedingungen, hin zu intensiverer und genauerer Beobachtung in der eine innere und äußere qualitative Wahrnehmungssteigerung zu finden ist: Die “ideale Landschaft” meditiert sich jeder Betrachter selbst zusammen. Den Zustand einer die Natur nicht mehr intuitiv begreifenden Gesellschaft ironisierend, überließ, es KP Brehmer der Statistik, hieraus Schlüße zu ziehen: das auf Zahlen reduzierte Gefühl wird zum Emblem der Unfähigkeit die Sinne in einem auf die tatsächliche, dialektische Realität zu richten. In der provozierten Ironie des sich selbst auf statistische Werte reduzierenden Menschen erscheint zugleich ein Hoffnungsstrahl, der auf die Möglichkeiten der Künste zielt. Sie dürfen mit beiden Seiten spielerischen Umgang pflegen. Schiller ließ freundlich grüßen und Ernst Bloch, der deutsch-deutsch-wißbegierige und literarisch philosophierende Großgeist, interpretierte “Goethes Zeichnung > Ideallandschaft <” als einen Schriftzug Goethes im Geiste der “glücklichen Küsten mit feenhaften Bauten” von Claude Lorrain: ” Hier lernt man atmen. Dies Blatt wirkt körperlich ein. Nur einer mit breiter Brust konnte das hinsetzen. Die Sonne, der Tempel bedienen sich des Raums….Im Bild ist etwas gut geworden.” Geprägte Form, die lebend sich entwickelt, verweist hier auf jene wohl überlegte Mitte, über die Bloch sagt: “Das Bild lehrt viel, nicht zuviel.” Hierin ist der von seiner Kriegs- und Nachkriegs-Erfahrung geprägte, strebende und lebende Mensch, Freund und Lehrer KP Brehmer wiederzuerkennen.

Am Naturmaß, am Umgang mit dem in seinen Widersprüchen und im Kapitalismus zum Überleben notwendigen Schizophrenien, wie Deleuze und Guattari dies analysierten, zeigt sich der Mensch genauer und tiefer – zwischen der Intuition zur Natur, dem analytischen Verstand (erlernbarem Wissen) zur Technik und der synthetischen Leistung, die für die Kunst als Erfindung von spezifischen Form-Inhalts-Korrelationen unabdingbar ist. In die Kurve gehen wie ein junger Hirsch, sagt der Volksmund. Zwischen den Extremen ein “bißchen das richtige Leben” spüren und stiften. Dies vermittelte er stets mit großem Einfühlungsvermögen für die jeweils herauszuarbeitenden Qualitäten von Studenten und Freunden. Kleine Hinweise, ein kurzes, fast beiläufiges Herüberschieben einer Literatur, eines Kataloges, einer Abbildung oder eines musikalischen Werkes, trafen zumeist zielsicher das Interesse des Adressaten. Ohne jegliche Besserwisserei, als Gleicher unter Gleichen, war damit ein Rat gegeben, womit sich das Gegenüber beschäftigen sollte, um dem individuell erwünschten Ergebnis näher zu kommen. Hierin wurde KP Brehmer die Möglichkeit einer sozial gelingenden, intensiveren Kommunikationsebene in den letzten Jahren zunehmend wichtiger, als die letztlich doch nur auf Ding- und Warenfetischismus, Machtkampf und Eitelkeit hinauslaufende, individuelle Kunstproduktion.

“3o Jahre Arbeit in Kunst” und “Schamanismus mit Klangbeispielen” waren in den frühen 90er Jahren zwei von ihm gewählte Ausstellungstitel in der Galerie Vorsetzen in Hamburg mit programmatischem Charakter. Die Kunst als Arbeit definiert, entzerrt sie von hierarchischen und auf Ausgrenzungen abzielenden, bürgerlichen Bestimmungen. Die Natur des Klanges, kombiniert mit der Erinnerung an sozial notwendige Rituale für Auge und Ohr, wird zu einer Heilungsmetapher. Idealistisch und realistisch in Einem, drückte sich darin ein praktischer Eingriff ins Leben aus: die Realität des Scheiterns erkennen, aber nicht darin (selbst-) verliebt sein, sondern auf Veränderung setzen. Die Dinge der Welt sind von Menschenhand gemacht, also kann die Handlung mit Herz und Hirn positiv verändernd einwirken. Das erinnerte stets an die Überlegungen des sowjetischen Revolutionärs Sergej Tretjakov und seine Überlegungen zu einer operativen Kunst: “Wir haben keine Veranlassung, die Erzeugnisse der Kunst trotz all ihrer Verschiedenartigkeit und ihres spezifischen Charakters aus der Reihe der Dinge herauszugreifen. Die Erzeugnisse der Kunst sind die Instrumente zur Bearbeitung der menschlichen Emotionen. Das Erzeugnis der Kunst ist das Werkzeug für die direkte oder indirekte soziale Handlung.”

Die indirekte soziale und kommunikative Handlung drückte sich bei KP Brehmer als eine Art Lehre in und an der Natur aus. Die Einladungen an Studenten und Freunde aufs Land in seine Datscha in Vietze (Landkreis Lüchow-Dannenberg) dienten dazu in entspannter Atmosphäre das Wahrnehmen wieder ernst zu nehmen: als ein Wahrnehmen des wahrnehmens ohne normative Vorgaben. Der Moment des individuellen Entscheidens kreiert das Ich und gebiert durch repressionslose, freiwillige Auswahl den auch sinnlich vernünftigen Menschen. Hierin war KP Brehmer Rationalist. Angemessenes Verhalten und Handeln bis hin zum Kleiden verlangen ein Höchstmaß an präziser Wahrnehmung. Toleranz genüber dem anderen und fremden wird dann ein Gebot der Vernunft. Gleichermaßen muß zur Regulierung und Herstellung “des richtigen Lebens”, über das man “ein bißchen reden” kann und muß, Einfühlungsvermögen und Intuition mit in den Hauptstrom einfließen. Ohne Sinnlichkeit, verstanden als aktive Arbeit an der für die Erkenntnis notwendigen Naivität und Sentimentalität (Friedrich Schiller!), kommen Mensch, Ding und Kunst nicht in ein ausgewogenes Maß. Die Liebe zur Natur, zu Pflanze, Kreatur und Mensch, ist dabei ein Glück des Empfangens. Deshalb muß die Freude des Gebens und Abgeben könnens dem Nehmen zur Seite gestellt werden. Die KP Brehmer auszeichnende Großzügigkeit im materiellen und immateriellen basierte damit stets auf dem Vertrauen und dem Wissen um die im Individuum ruhenden Selbstheilungskräfte, die durch soziale Handlungen in Bewegung gebracht werden müßen.

Der als Gärtner verkleidete Künstler hegt und pflegt sich selbst und die anderen. Und dazu gehörten wie selbstverständlich auch die berauschenden, die Sinne anregenden, Stoffe der Natur: “KP Brehmer ohne vin rouge gibt es nicht!” Einer dieser klassischen, mit Augenzwinkern ausgesprochenen Sätze eines Künstler, der mit Aby Warburg – dessen Bilderatlas “Mnemosyne” er bewunderte – um die Notwendigkeit des situationistischen Ein- und Ausschwingens wußte. Die Herstellung einer Atmosphäre bestimmt das Klima in dem sich etwas entwickelt. In diesem Sinne ist Klimaforschung Kunstwissenschaft.

Das Vetrauen in Menschen, denen er stets mit Neugier, Wärme, Verständnis und Solidarität begegnete, charakterisierte seine Lehre. Nur in der Transformation des Scheins erscheint die subversive Energie der Kunst: zwischen Subjektivität und Objektivität steht der noch erst werdende Mensch. Zwischen diesen Zeilen ist das “Leben ein bißchen zu lesen”. Dieses sich scheinbar einer objektiven Beschreibung entziehende “Gefühl” ist jenes “zwischen den Fingerkuppen”, wie einer seiner berühmten Aufsteller (Nr.25, 1967) auf orale und taktile sexuelle Bedürfnisse aufmerksam machte. Das Freilegen von Stoff und Medienschichten animierte ihn auch dazu seine Aktivitäten auf das Reisen und Sammeln von chinesischer und afrikanischer Kunst zu lenken, denn für ihn gab es genauso wie für Johann Gottfried von Herder keine unterdrückenden Hierarchien in den Künsten, sondern historisch-gesellschaftliche Bedingtheit und Gleichzeitigkeit ästhetischer Erfahrungen. Dabei ist der eigentliche Mutterboden aller Kunst das Volk und Volksnähe ist ein künstlerisches Wertekriterium. Alle Völker sind künstlerischer Leistungen von Weltrang fähig und die Theorie von der linearen Abkunft der europäischen Hochkultur Versailler Prägung ist eine teleologische, volks- und kunstfeindliche Vergewaltigung der Geschichte. Kunst ist ein Welt- und Menschenphänomen, das wir in wechselseitiger Achtung, Verantwortung und Verpflichtung uns selbst und dann den anderen gegenüber leben lernen können. Die Märchenerzähler in Afrika sagen über eine Geschichte, die etwas ist, das sie allen gehört. Und so ist eine Erzählung von KP Brehmer, dem Menschen, Freund, Künstler und Lehrer vielleicht bezeichnend für seine Auffassung von den künstlerischen Räumen zwischen und über der Realität.

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in einem Doppelröhren-Bunker aus dem II. Weltkrieg in Hamburg-Eppendorf (Mai 1995), der “Sub-Bühne”, erzählte er unter dem Titel “Braunkohlen in Berlin” die Geschichte seiner Rettung aus dem Keller des Hauses, in dem er als Kind wohnte. 1945 sollte das Haus durch sowjetische Soldaten gesprengt werden. Seine Mutter suchte verzweifelt ihren kleinen Sohn, und erinnerte sich daran, daß sich der kleine KP eine Höhle in den Braunkohlen gebaut hatte. Als sie im Keller ankam, wollte ein Soldat das Haus schon sprengen. Die Mutter erinnerte (!) plötzlich – und wie von Geisterhand gelenkt – ein paar polnische Worte ein, die sie selbst von ihrer Großmutter kannte und die nun in dieser panischen Situation wieder aufschienen. Der russische Soldat verstand glücklicherweise die polnischen Wort-Brocken, erkannte die Situation und half beim Suchen des kleinen Kindes. Sie fanden den kleinen KP hinter den Braunkohlen schlafend, dort, wo er so gerne spielte und konnten ihn rechtzeitig retten. In dem Moment, da der Soldat aus seiner eigenen Realität heraustrat und durch menschliches Verständnis, Mitleidsfähigkeit und Vetrauen in einen Zwischenraum über der Realität hineintrat, war eine Rettung möglich. So erst versteht man den von KP Brehmer noch acht Tage vor seinem Tod ausgesprochenen Satz: “Eigentlich bin ich ein Surrealist:” Diese Energie wird über den Tod hinaus bei Kollegen, Studenten und Freunden im Gedächtnis bleiben.

Anmerkungen

1) KP Brehmer liebte das übermäßige zitieren und die daraus resultierenden Anmerkungen in Texten nicht, deshalb verzichte ich hier darauf. 1994 sagte er einmal zu mir:”Laß das doch lieber mit dem zitieren Deiner Lieblinge Adorno und Bloch. Du brauchst das gar nicht. Wenn ich die lesen will, verdiene ich genug Geld, um mir deren Zeugs zu kaufen. Ich will Dich lesen. Denk´mal drüber nach.”

2) Mein Dank geht an jene Freundinnen und Freunde, mit denen ich bis heute über den von mir als sehr schmerzhaft empfundenen Tod des Freundes KP sprechen konnte und die mir geholfen haben, die Dinge angemessen zu sehen: Anna Brenken, Claus Böhmler, Bogomir Ecker, Achim Hoops, Ernst Kretzer, Shan Fan, Jörg Stange, Julia Sudeck, Maria Tokyo und Chrisdian Wittenburg.

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http://archiv.fridericianum-kassel.de/ausst/bremer-gerlach.html

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KP Brehmer | Eye Cream 1967| Kunsthalle Hamburg | Fotos: Jörg Stange (Ausschnitt)

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de |
Gesellschaft für operative Kunst | gfok

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Kommentare:

http://www.youtube.com/watch?v=yI0T2bTHoGE

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Kontraste: Unselige Traditionen – wie viel Wehrmacht steckt in der Bundeswehr?


https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/12/kontraste-unselige-traditionen

Kommentare:

http://blog.rbb-online.de/roller/kontrasteblog/entry/unselige_traditionen_wie_viel_wehrmacht

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medienwatch-stange-gfok

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klimatisch weiterführende Links:

Eisernes Kreuz in Polen ermittelt die Staatsanwaltschaft

http://www.meta-info.de/?newsfull=1&lid=32376&rubrik=politik

Internationales Schifffahrts Museum Tamm

http://www.thing-hamburg.de/index.php?id=826

maritimes-museum-%e2%80%9eleichen-im-keller-neger-u-boote-vor-der-tur%e2%80%9c/

https://medienwatch.wordpress.com/?s=Stalingrad

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Soldatendenkmal
Ärger um Eisernes Kreuz in Polen

5. August 2008

Das Aufstellen eines Eisernen Kreuzes an einem Soldatendenkmal in der Nähe des polnischen Schlachtfeldes Urbanowice sorgt für Ärger. Das Kreuz wurde ohne behördliche Genehmigung von der deutschen Minderheit in Schlesien installiert. Daraufhin ließ der Verwaltungschef des Ortes das Kreuz absägen:

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http://www.welt.de/politik/article2276019/Aerger-um-Eisernes-Kreuz-in-Polen.html

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art Kunstmagazin: Maritimes Museum Tamm

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DER ALTE MANN UND DAS MUSEUM = Ein letzter Abgesang auf ein skandalöses Museum
TAMM tran
art Das Kunstmagazin / Hamburg hat ein neues Museum
Und mit einer Ausstellungsfläche von über 11 000 Quadratmetern ist es sogar, nach dem Museum für Kunst und Gewerbe und der Kunsthalle, das drittgrößte der Stadt. Peter Tamm, langjähriger Vorstandsvorsitzender des Axel-Springer-Verlages, hat in 74 Jahren ein Sammelsurium aus über 36 000 Schiffsmodellen, 1000 Uniformen, 5000 Gemälden, 120 000 Büchern und unzähligen Bildern, Orden und Konstruktionsplänen angehäuft. Seit Ende Juni wird Tamms Reich nun in einem umgebauten Kaispeicher in der Hafencity gefeiert. // Alain Bieber / Foto: Oliver Görnandt / http://www.tranquillium.com /artmagazinmeta-info.de / medienwatch.de : Weiterführender Link = Martin Kippenberger „Ich kann beim besten Wllen kein Hakenkreuz entdecken“

Originalartikel bzw. ergänzende Info hier

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Internationales Maritimes Museum Hamburg Druckversion
Maßstäbe. Von Größenordnungen und Modellierungen

Intro der Museums-Webseite – Screenshots aus der Animation

[thing-hamburg] 12. August 2008 Maßstäbe. Von Größenordnungen und Modellierungen im Internationalen Maritimen Museum Hamburg Teil 1: Das Intro Der Präsentation des Museums im Internet ist eine kleine Animation wie ein Signet oder Motto vorangestellt.

Zu sehen ist eine schnelle virtuelle Kamerafahrt vom Museum hinauf ins Weltall, in einer senkrechten Perspektive und in Rückwärtsfahrt, die als formale Mittel eines berühmten Kurzfilms viel zitiert sind (etwa in Filmen wie Men in Black, Contact oder den Simpsons). Diese Kamerafahrt sollte 1977 in The Powers of Ten demonstrieren, wie die Größenverhältnisse sich verschieben, wenn man den Abstand zu dem, was man betrachtet, um Zehnerpotenzen steigert. (1) Auch wenn es sich nicht um ein ’wörtliches visuelles Zitat’ handelt, so wird doch im Vergleich deutlich, was als Leitmotiv des Museums gelten kann. Von Felix Axster und Ulrike BergermannOriginalartikel bzw. ergänzende Info hier

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | Foto: Fahnenspalier ’08: Jörg Stange

World Trade Center Zerstörung: Interview mit Dr. Harrit

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World Trade Center Zerstörung Interview mit Dr. Niels Harrit

Fragen an Dr. Niels Harrit über die Studie „Aktives thermitisches Material im Staub der 9/11 World Trade Center-Katastrophe entdeckt“.

Es ist etwas her, seitdem gulli über die Arbeit eines internationalen Teams von Forschern berichtet hat. Sie schreiben dort, eine Substanz mit Namen Nano-Thermit im Staub des World Trade Center-Angriffs vom 11. September 2001 in New York City gefunden zu haben. Nano-Thermit ist ein Sprengstoff, welcher üblicherweise nur vom Militär verwendet wird. Auf dem regulären Markt ist dieser bislang nicht verfügbar. Es ist ein Stoff, welcher mit Thermit verwandt ist, das für Schweißarbeiten verwendet wird.

Im gulli:board brach zwischen den Verschwörungstheoretikern und jenen Teilnehmern, die der offiziellen Version des 11. September 2001 vertrauen, eine der größten Diskussionen mit mehr als 28.000 Seitenaufrufen aus. Über 820 Beiträge sind diesbezüglich bei uns eingegangen. Wir gaben allen skeptischen gulli:Boardies die Chance, ihre Fragen direkt an Dr. Niels Harrit, einen der Wissenschaftler, zu richten. Die gulli User haben hartnäckige Fragen gestellt. Wir haben nichts davon zensiert. Wir haben diese Fragen direkt an Dr. Harrit übergeben und waren sehr neugierig, wie er wohl darauf reagiert. Er hat geantwortet. Hier ist also das versprochene Interview. Dieses komplette Interview wird unter dieser Creative Commons Lizenz veröffentlicht, was bedeutet, dass man es unter Angabe der Quelle ohne Rückfragen überall veröffentlichen darf. Das entsprechende PDF kann von hier bezogen werden.

Kopenhagen / Düsseldorf, Mai 2009

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Mai 26, 2009 at 08:09

Bertelsmannstiftung liefert die Vorlagen für Privatisierung + weltweite Militäreinsätze der EU etc.

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Bertelsmann

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Kritik

Die Internetseite (Link unten) ist eine kompakte Online-Broschüre, welche die Eingriffe der Bertelsmann-Stiftung und des Bertelsmann-Konzerns in die Umstrukturierung der öffentlichen Dienste und damit auch in unseren Lebensalltag beschreibt. Die einzelnen Kapitel ermöglichen einen schnellen Blick auf die verschiedenen Projektfelder von Bertelsmann, mit dem Anliegen, Hintergründe, Strategien und Folgen der sozialen Angriffe seit Anfang der 90er Jahre deutlich werden zu lassen.

Wir wollen die Berechtigung der Bertelsmann-Stiftung und ihren Status der Gemeinnützigkeit in Frage stellen. Mit diesen Informationen wollen wir dazu beitragen, das eigene Unbehagen auf der Arbeit, in der Schule oder im Krankenhaus ernst zu nehmen. Sich die Widersprüche des Alltags klar zu machen ist notwendig, um aktiv werden und organisiert eingreifen zu können.

„Die Bertelsmann-Stiftung ist eine der mächtigsten Denkfabriken im Lande und als solche Leitakteur für ähnlich operierende Berater und Stiftungen. Sie greift aktiv in die Politik auf allen Ebenen von Regierungspolitik bis zur Kommune und zu Netzwerken von Einzeleinrichtungen ein. Dabei versucht sie, wesentliche Bereiche der Gesellschaft betriebswirtschaftlichen Modellen und Motivationstechniken zu unterwerfen. Die soziale Umverteilung von unten nach oben wie Hartz IV, die Gesundheitsreform, die Einführung von Studiengebühren und Studienkonten, Abwälzung gesellschaftlicher Kosten auf die Einzelnen, Unterstützung von undemokratischen kostenträchtigen Privatisierungsvorgängen sind von der Bertelsmann-Stiftung mitentwickelt worden. Ebenso greift das Bertelsmann-Institut Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) mit Vorschlägen zur verstärkten Militarisierung und geostrategischen Ausrichtung der deutschen und europäischen Außenpolitik in die internationale Politik ein.“ (aus dem „Aufruf gegen Bertelsmann“, Frankfurt Oktober 2007)

Das Kapitel Ökonomisierung stellt die übergreifende Klammer der meisten Umbauprojekte der Bertelsmann-Stiftung vor: das New Public Management in den öffentlichen Verwaltungen. Damit schließt sich eine Lücke in der bisherigen Anti-Bertelsmann-Diskussion. Das Kapitel Bertelsmann informiert über den Konzern und seine Geschichte. Darauf folgt eine zusammenfassende Beschreibung der Bertelsmann-Stiftung.

Das Kapitel Bildungspolitik gibt Hinweise darauf, wie die Ökonomisierung im Bildungsbereich die heutige ‚Bildung‘ den Menschen, die Schulen und Universitäten zum eingeschränkten Wirtschaftswesen deformiert und soziale Selektion für die globalisierte Gesellschaft betreibt.

Die Rationalisierung und Privatisierungen im Gesundheitswesen, sowie Umverteilung der Krankheitskosten auf die Kranken beschreibt der anschließende Text.

Das Kapitel Weltmacht stellt die wirtschaftlichen Motive und Strategien dar, die Bertelsmann ins Spiel bringt, damit die EU ihren Status als wirtschaftliche und militärische Weltmacht global behaupten und ausbauen kann, nicht zuletzt um die wankenden Grundlagen des Kapitalismus zu stabilisieren.

Eines der wichtigsten Kapitel fehlt leider noch, die Analyse der Medienpolitik und Beeinflussung der öffentlichen Meinung, vor allem durch die Gruner & Jahr-Gruppe und den RTL-Komplex, die zum Bertelsmann-Konzern gehören.

Es schließt sich die Frage an, wie wir quer zu den gesellschaftlichen Bereichen Gegenstrategien und Praxisformen gegen die Projekte der Bertelsmann-Stiftung finden können, die die neoliberalen Sozialtechniken auch auf der sozialen und politischen Alltagsebene insgesamt besser treffen. Einige Ideen sind abschließend im Kapitel Kampagne aufgelistet.

Diese Internetseite ist aus der überregionalen Zusammenarbeit gegen die Aktivitäten der Bertelsmann-Stiftung hervorgegangen, genauer gesagt aus dem Impuls der Tagung in Frankfurt im Oktober 2007. Die Gruppe du bist bertelsmann in Bremen hatte es übernommen, verschiedene Diskussionsbeiträge zusammenzustellen. Ursprünglich bestand das Ziel, eine kleine Broschüre in allgemeinverständlicher Schreibweise zu drucken und unter die Leute zu bringen, um praktische Aktivitäten zu unterstützen. Daraus ist zunächst eine Online-Broschüre mit ausführlichen Beiträgen geworden.

Wir danken den Autorinnen und Autoren für ihre Beiträge und allen Personen, die das Entstehen dieser Broschüre unterstützt haben!

Jedes Kapitel kann unter der jeweiligen Seite, und die gesamte Broschüre auch hier als PDF heruntergeladen werden.

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http://www.bertelsmannkritik.de/index.htm

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Raum der Freiheit

16.7.09 | Die Bertelsmann Stiftung beglückt uns mit Ansichten und Forderungen, die eine geringfügige Schräglage aufweisen. Man hat dort ein Gutachten zu der Frage erstellt, ob die EU einen europäischen Geheimdienst braucht. Ein Zitat verdeutlicht die Denkweise:

http://www.internet-law.de/2009/07/der-raum-der-freiheit.html

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*zur Flugschrift der Gruppe „Blaues Wunder“ in Bielefeld:
über die *europäischen Weltmachtträume der Bertelsmann-Stiftung*
http://www.anti-bertelsmann.de/2009/Bertelsmania_vom_Blauen_Wunder_Mai_09.pdf

* zur Film-Doku über die 4. Anti-Bertelsmann Tagung im Januar 2009
http://www.attac-medien.de/privatisierung/antibertelsmann/index.html

* zum Bildungsstreik 2009
http://bs.risiko09.de/

* und zu dem transnationalen Vernetzungsprojekt edu-factory
http://www.edu-factory.org/edu15/

das die Verbindung mit den starken Kämpfe in anderen europäischen Ländern, aber auch in den USA, herstellt, die sich gegen die dortigen neoliberalen Umstrukturierungen im Bildungswesen richten.

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Veröffentlichte Beiträge + Links über die Einflussnahme und Dominanz des Medienkonzerns und seiner Stiftung Bertelsmann, sowie der hauseigenen Dienstleister wie ARVATO etc.:

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Harald Schumann
25.9.2006 0:00 Uhr
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Macht ohne Mandat

Die Experten der Bertelsmann-Stiftung sind in der deutschen Politik allgegenwärtig: Von den Kommunen bis zum Kanzleramt, von den Hochschulen bis zur Sozialhilfe. Die entscheidende Frage: Beraten sie die Politiker nur – oder machen sie selbst Politik?
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“Ist Hartz IV also eigentlich ein Bertelsmann-Projekt? „Ganz sicher nicht“ versichert Frick. Schließlich seien „die Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen“ beteiligt gewesen, die Stiftung habe allenfalls Vorschläge gemacht, entschieden hätten schließlich andere”:
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http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Sonntag;art2566,2201720

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Machtkartell Bertelsmann

Jens Berger | 26.09.2010
Die Bertelsmann Stiftung der Familie Mohn ist über die Jahre hinweg zum vielleicht wirkmächtigsten Spieler im deutschen Politpoker geworden
„Alle Macht kommt vom Volke“ – die Volkssouveränität ist einer der Grundpfeiler der Demokratie. Aber geht in einer modernen Demokratie wie Deutschland tatsächlich alle Macht vom Volke aus? Die Bundesrepublik Deutschland ist eine repräsentative Demokratie – der Wähler macht alle vier bis fünf Jahre sein Kreuz auf dem Wahlzettel und legitimiert damit einen Repräsentanten zur Ausübung der Macht in seinem Namen. In einer lebendigen Demokratie wäre der Bürger auch in die Entscheidungsfindung und die politischen Entscheidungsprozesse seiner Repräsentanten direkt mit eingebunden. So lebendig ist die deutsche Demokratie allerdings nicht. Der Wähler macht sein Kreuz und danach übernehmen die modernen Meinungsmacher – Think Tanks, Verbände und Stiftungen: weiterlesen:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33380/1.html

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https://medienwatch.wordpress.com/?s=Bertelsmann

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http://www.meta-info.de/?such=Bertelsmann&suche=man&rubrik=

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Bertelsmann, der Kindergarten und ich.

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Stadtführer mit Gruseleffekt

Lobbyismus

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Der Verein LobbyControl hat einen Berlin-Führer besonderer Art herausgebracht. Wer die Touren abläuft, hat danach ein ganz neues Bild von Deutschland.

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http://www.sueddeutsche.de/politik/15/451724/text/.

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Globales

Vorschläge der Bertelsmann-Stiftung für Berlin und EU

„Wer regiert die Welt?“

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Von Hans Georg | 24. Juni 2009

Die deutsche Bertelsmann-Stiftung sagt das baldige Ende der globalen US-Dominanz voraus und verlangt eine dramatische Aufrüstung der Europäischen Union. Wenn der Kontinent den „European Way of Life“ beibehalten wolle, müsse sich „Europa“ auf dem gesamten Planeten militärisch behaupten, verlautbart das Politik-Institut des international führenden Medienkonzerns. Für „Krisengebiete weltweit“ habe „eine größere Zahl (…) von einsatzfähigen Kräften“ bereitzustehen:

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=1692

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DIE LINKE. NRW, Corneliusstr. 108, 40215 Düsseldorf,  http://www.dielinke-nrw.de

Düsseldorf, 15. September 2010

*Pressemitteilung*

Für DIE LINKE.NRW ist das Jubiläum des Medienmultis aus Gütersloh kein Grund zum Feiern. „Bertelsmann ist eine Gefahr für den Sozialstaat und die Demokratie“, erklärt ihr stellv. Landessprecher Helmut Manz.

Die Alleineigentümerfamilie Mohn konzentriert in ihren Händen eine Medienmacht, die die eines Berlusconi bei Weitem in den Schatten stellt. Welche umfragenbewusste Regierung würde es wagen gegen einen Konzern Politik zu machen, dessen Fernsehsparte allein laut Eigenwerbung täglich über 170 Millionen Zuschauer in Europa erreicht? Die „Berlusconis“ aus Gütersloh müssen nicht regieren. Sie lassen regieren – mittels „Beratung“ der Politik durch die Bertelsmannstiftung. Sie betreibt knallharten Kapitallobbyismus unter dem Deckmantel der
Gemeinnützigkeit. Die Hartz-Gesetze oder die Studiengebühren sind nur zwei berüchtigte Beispiele. Im Falle der Privatisierung ganzer Stadtverwaltungen nützt der gemeinnützige Rat direkt der eigenen Konzerntochter Arvato.

DIE LINKE.NRW zieht lieber die Landesverfassung (Art.27) zu Rate: „… Unternehmen, die wegen ihrer monopolartigen Stellung besondere Bedeutung haben, sollen in Gemeineigentum überführt werden.“ Als ersten Schritt in Richtung Gemeinwohlorientierung fordert DIE LINKE.NRW die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die Bertelsmannstiftung, damit die Mohns wenigstens ordentlich Steuern zahlen.

Hubertus Zdebel (Sprecher), 0234 417 479 11, hubertus.zdebel(at)dielinke-nrw.de oder Landesgeschäftsstelle in Düsseldorf, 0211- 35 89 07, lg(at)dielinke-nrw.de

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medienwatch.wordpress.de | medienwatch.de | meta-info.de | Chipcard: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach gfok-Kunstarchiv

Written by medienwatch & metainfo

Mai 24, 2009 at 21:23

Arkadien II = der etwas andere Elb-Spaziergang ’09 + Indikation zur Operation

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[Testseite°]

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Eigentlich sollte es ein reiner Elbspaziergang samt Kind und Kegel werden: Aber die Wirklichkeit lässt sich nur vor Ort erleben und ist somit voller Überraschungen: Denkwürdige Begegnung(en) und dialektische Sichtachsen incl. »Dritter Strophe«: Großreeder Hermann Ebel (Hansa Treuhand | HSH Nord-Bank) feiert 60 Geburtstag in einem Gebäude an der Elbstrasse Neumühlen: Ein Tag, der 23-05 2009 +++

Das „maritime Eiserne Kreuz“ in der Beflaggung der Reederei +++ Die abgewandelte* »Erste Strophe« als „Dritte Strophe“ (!) (nach Hermann Löns plus „transformative Mixtur“ und Assoziation an das  (NS)-Deutschlandlied* ( 1. Strophe), bedient der Empfangschor (alle Gäste) bereits in der gedruckten Ankündigung mit Geburtstagstorte als Motiv.

*Die Familie und die Freunde Dir zu Ehr versammelt sind von Kroatien bis zur Heide singen dem Geburtstagskind: Vallerie… (Auszug: offizielle Einladungskarte)

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Lied der Deutschen*
Man kann in Deutschland fast alles öffentlich singen. Verboten aber ist zum Beispiel das Horst-Wessel-Lied, es zählt zu den »Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen«. Schon wer die Melodie summt, macht sich strafbar. Das Deutschlandlied dagegen darf jeder mit allen Strophen singen.
Das war kurzzeitig einmal anders. Nach dem Zweiten Weltkrieg verboten die Alliierten das »Lied der Deutschen« für kurze Zeit – die erste Strophe (»Deutschland, Deutschland über alles…«) bildete ja zusammen mit dem Horst-Wessel-Lied die Hymne des Nazi-Staates.
http://www.zeit.de/2006/28/Stimmt-s_P-28

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Zur Freude des Geburtstagskindes (?) Oder dient es wesentlich, den Organisatoren als augenzwinkerndes “Signum Signale” und als “subtile Zeichensetzung” für bestimmte prominente Gäste und Verbindungen ? +++ Mäandern Sie mit:

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Erinnerungen: Ein gediegener Rahmen für eine herausragende Auszeichnung. Im Marinemuseum von Peter Tamm (74) an der Elbchaussee ehrten gestern eine Jury des Wirtschaftsmagazins „Cash“ und 100 Gäste den Hamburger Kaufmann und Reeder Hermann Ebel (53) mit dem Titel „Man of the Year 2002“.

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http://www.abendblatt.de/hamburg/article613717/Hermann-Ebel-ist-Man-of-the-Year.html

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Geburtstagsfeier: Ein toller Tag, der 23. Mai …

Doch heute wählen wir den besten und ersten Heidekapitän … wer mag das sein ?

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Die Geburtstagskarte mit Textgut von Hermann Löns -und wir ahnen es,  lag an jedem reservierten Platz der Gäste:

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Auf der Lüneburger Heide in dem wunderschönen Land

Ging ich auf und ging ich nieder

Allerlei am Weg ich fand …..Valerie Valera ha ha ha

Und Juheirassa Bester Schatz…

Lieber Hermann bis Du ja …

2. Brüder lasst die Gläser klingen

Denn der Muskateller

Wein Wird vom langen Stehen sauer

Ausgetrunken muss er sein Vallerie …

3. Die Familie und die Freunde Dir zu Ehr versammelt sind von Kroatien bis zur Heide singen dem Geburtstagskind: Valerie …

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HA-Gesellschafts-Fotografin fürs Lokale in Weiss: Ge(h)-b-urt-s-tag = „vorne gehts und hinten urts“: Filmausschnitt zum 60 zigsten von Hermann Ebel, Programmablauf: Löns =(°) im Chor: (Ablauf) Der Ehrengast fährt vor: „Gesang der drei Strophen“ von allen Gästen (!), 12:30 Ein Pianist aus Kroatien spielt als Überraschungsgast Liszt am Klavier 13:00 Heide-Hochzeitssuppe, Heidekapitänstest und Überraschung, 14:10 Die Heidschnucke kommt! 14.%0 Es wird wieder musikalisch wenn die Torte kommt, singen wir ein Geburtstagsständchen für die Geburtstagskinder. 15:15 Und nun das Süße. 15:45 Krönung des Heidekapitäns und Ausklang. Parallel-Feier a.d./Elbe = Schlagzeug, Posaune, Tuba, Klarinette etc. Spielen, Sprechen und Zählen auf, konkret: Die vergangenen Bundespräsidenten werden auf der ersten Seite der G-Karte (Theodor Heuss nicht dabei! = weil erst ab 1975 für alle fünf Jahre das Amt des Bundespräsidenten gewählt wird) also ab Karl Carstens 1975, 84, 89, 94, 99, 04 – bis Horst Köhler genannt = BP Horst Köhler wird schon erwartungsvoll als Gewinnerprognostiziert… – sozusagen als erfreuliches Parallel-Ereigniss mitgefeiert…

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Hamburg hat ein neues Seezeichen

Schifffahrtsmuseum Tamm:

http://www.meta-info.de/?newsfull=1&lid=31914&rubrik=politik

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‘Flagge zeigen!’
— das bedeutet: auf Präsenz bestehen und feste Entschlossenheit signalisieren. Staatsflaggen repräsentieren den ‘Inbegriff des Gemeinwesens’. Für sich ist die Fahne zunächst ein indexikalisches Zeichen, im Fall der Flagge für eine Menge oder Gruppe, ein ‘Insgesamt’; Identifikation von deren Mitgliedern wird mit der Fahne angezeigt und eingefordert.
Das indexikalische Zeichen geht zurück auf reale Bestandteile, Attribute oder Merkmale des angezeigten Inhalts; es steht sodann als Teil fürs Ganze des bezeichneten Gegenstandes… [::]


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Völlig absurd und deshalb äusserst fragwürdig, erscheint der Redaktion, dass eine Flotte mit z.Zt. 83 Containerschiffen, Öl-Tankern etc. und Luxuschartersegelyachten (Sea Cloud,s), als privatwirtschaftliches Unternehmen, unter einem militaristischem Symbol wie das „Eiserne Kreuz“ eines ist, die Weltenmeere beschifft? Da wirkt selbst die stilisierte Doppel-Welle scharf geschliffen und bedrohlich… Die Hamburg-Marketing hat diese Flagge als „Neues Seezeichen“ entworfen, „inspiriert“ durch das sogenannte Marinemuseum des einflussreichen Herrn Tamm?

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Finanzhäuser

Hansa Treuhand leidet unter Schifffahrtskrise

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flashphoto: durch anklicken vergrössern. Containerschiff «Aurora»

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http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article1015741/Hansa-Treuhand-leidet-unter-Schifffahrtskrise.html

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http://www.hansatreuhand.de/8.0.html

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In Polen ist das Eiserne Kreuz = NS Symbol verboten

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http://www.welt.de/politik/article2276019/Aerger-um-Eisernes-Kreuz-in-Polen.html

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Assoziation nach so viel Kreuz

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„Da ist der General auf zwei Krückstockbeinen, mit einer Rasierklinge als Herz (”hart wie Kruppstahl”), auf der Brust eine Lederschleife (”zäh wie Leder”)“

Ein herausgeschnittener Text aus einer Tageszeitung darüber geklebt: „Flink wie die Windhunde“

In derr richtigen Reihenfolge: „Flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl“

http://hamburger-abendblatt-article.php?url=/ha/1984/xml/19841109xml/habxml841012_6063.xml

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WETTKAMPF IM SPREEWALD

Feuerwehr trat mit Hitler-Zitat auf T-Shirts an

„Flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl“: So wünschte sich Adolf Hitler die Jugend. Tolle Eigenschaften, fand die Feuerwehr im brandenburgischen Groß Gaglow und druckte das Zitat auf ihre T-Shirts. Erst interessierte es niemanden – jetzt herrscht große Aufregung:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,554206,00.html.


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(°) Hermann Löns: Schule und Ausbildung

Hermann Löns wurde als erstes von 14 Kindern geboren. Seine Eltern waren der aus Westfalen stammende Gymnasiallehrer Friedrich Löns und Clara Löns, geb. Cramer. Als Hermann ein Jahr alt war, wurde der Vater nach Deutsch Krone versetzt. Dieser Ort liegt am südlichen Ausläufer des riesigen Wald- und Heidegebietes „Tucheler Heide“. Dort wurde Hermann eingeschult und besuchte das Gymnasium. 1884 wurde der Vater nach Münster (Westfalen) versetzt, wo Hermann Löns nach weiterem Schulbesuch 1887 das Abitur am Gymnasium Paulinum ablegte. Danach begann er ein Studium der Medizin an der Universität Greifswald. Dort war er Mitglied der schlagenden Studentenverbindung Turnerschaft Cimbria. Da Löns die Studiengebühren nicht aufbringen konnte, wechselte er 1888 nach Göttingen, wo er der Landsmannschaft Verdensia angehörte. 1889 kehrte er auf Wunsch seines Vaters nach Münster zurück, wo er sich in Mathematik und Naturwissenschaften einschrieb. Er verfolgte wissenschaftliche Interessen als Weichtierkundler (Malakologe).

…1892 ging er nach Hannover, wo ein Jahr später seine Karriere als Journalist bei einer Tageszeitung begann. Zunächst arbeitete er beim neu gegründeten „Hannoverschen Anzeiger“ (Vorläufer der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung) des Verlegers August Madsack. Löns entwickelte sich zum leidenschaftlichen und fähigen Journalisten, der sich vom freien Mitarbeiter zum Chefredakteur hocharbeitete. Allerdings war ihm der Journalistenberuf nur Broterwerb, während ihm die Nebentätigkeit der Schriftstellerei Herzenssache war (…)

Rezeption im Nationalsozialismus

Einige der Schriften von Hermann Löns weisen nationalistische Anklänge auf. Deswegen lag es für die Nationalsozialisten nahe, ihn als einen ihrer Vordenker zu vereinnahmen.[1] Und so stellten sie ihn in ihre „germanische Tradition“. Löns „Matrosenlied“[2] wurde schon im Ersten Weltkrieg zur Mobilisierung im Seekrieg gegen England genutzt. Betitelt als in „Engeland-Lied“ wurde es während des Zweiten Weltkriegs propagandistisch für den Angriff auf Großbritannien (siehe auch: Unternehmen Seelöwe und Luftschlacht um England) eingesetzt:

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„Unsre Flagge und die wehet auf dem Maste,
Sie verkündet unsres Reiches Macht,
Denn wir fahren gegen Engeland, Engeland.“

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Als 1934 die (angeblichen) Gebeine von Hermann Löns in Frankreich gefunden wurden, stilisierten die Nationalsozialisten ihn zum Nationalhelden. Das Begräbnis 1935 in der Lüneburger Heide bei Walsrode organisierte die Reichswehr als groß ausgerichtete Veranstaltung. Sie diente gleichzeitig zur Würdigung der Kriegsfreiwilligen, zu denen auch Löns gehörte (…)

Naturschützer

  • Löns-Kritiker Thomas Dupke (siehe Literatur) sieht für Löns‘ Engagement für den Naturschutz keine ökologischen Motive im heutigen Sinne, sondern Vaterlandsliebe. Natur war für ihn Rassenschutz, Kraftressource für das deutsche Volk und Volksgesundheitsbrunnen (…)

http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_L%C3%B6ns

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Kriegstagebuch eines Desillusionierten

In den 80-er Jahren kam ein neuer Baustein des Mythos hinzu: Sein Kriegstagebuch wurde erstmals veröffentlicht. Trotz seines anfänglichen Hurra-Patriotismus berichtete er hier nicht sehr begeistert über den Kriegsalltag 1914. Sein Enthusiasmus war schnell verflogen, als nur 28 von 120 Männern aus seiner Kompanie einen französischen Angriff überlebten. Der desillusionierte Löns zeichnete ein ungeschminktes Bild vom Krieg. Sein Tagebuch galt bald als wahres „Antikriegsbuch“ und Löns, der Pazifist war geboren. (bik)

http://www.bikonline.de/histo/loensbrd.html

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Ein Spaziergang (im 15. Jahrhundert von italienisch spaziare, ‚sich räumlich ausbreiten‘, ‚sich ergehen‘ entlehnt) ist das Gehen („Ambulieren“, „Flanieren“) zum Zeitvertreib und zur Erbauung:

http://de.wikipedia.org/wiki/Spaziergang

 

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Leuchtturm statt Teelicht

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Bundespräsident Köhler

1. Leuchtturm statt Teelicht
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2. Das Sichere ist nicht so sicher
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Ein Kommentar von Heribert Prantl

Horst Köhlers zweite Amtszeit darf keine Fortsetzung der ersten sein. Die Finanzkrise hat das Land so sehr verändert, dass der alte Präsident ein neuer Präsident wird sein müssen.
http://www.sueddeutsche.de/,ra1m1/politik/75/469629/text/

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Deutsche Rebe Schüttelfrost | GFOK Edition = Morse-Grund°

https://medienwatch.wordpress.com/deutsche-rebe-schuttelfrost/.

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»Indikation zur Operation«

http://news.web-hh.de/tamm.php

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Auf der Suche nach Herkunft

Herfried Münkler: „Die Deutschen und ihre Mythen“

Von Angela Gutzeit

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(…) „dadurch aus einer Trümmerlandschaft wieder ein blühende Land geworden ist, dass (das) keine schlechte Erzählung ist, die auch ganz gut zur Identität des notorischen Exportweltmeisters passt. Ich sage das jetzt natürlich nicht ohne ironische Distanz, weil – guter Gott! -, da liegt ja auch so viel unappetitliche Selbstfeier drin, aber es ist allemal besser den Mercedes-Stern als das Eiserne Kreuz als Bezugspunkt zu haben.“

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/968871/

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Und dann sind auf den Fotos viele Besucher, die mit ihrer Kleidung an die Nazi-Zeit erinnern: Man sieht immer wieder das Eiserne Kreuz, ein militärisches „Ehrenzeichen“, das vor allem von Nazis verwendet wurde und wird.

http://salzburg.orf.at/stories/364106/

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Kommentare:

http://www.youtube.com/watch?v=yI0T2bTHoGE

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Kontraste: Unselige Traditionen – wie viel Wehrmacht steckt in der Bundeswehr?


https://medienwatch.wordpress.com/2009/04/12/kontraste-unselige-traditionen

Kommentare:

http://blog.rbb-online.de/roller/kontrasteblog/entry/unselige_traditionen_wie_viel_wehrmacht

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klimatisch weiterführende Links:

Eisernes Kreuz in Polen ermittelt die Staatsanwaltschaft

http://www.meta-info.de/?newsfull=1&lid=32376&rubrik=politik

Internationales Schifffahrts Museum Tamm

http://www.thing-hamburg.de/index.php?id=826

maritimes-museum-%e2%80%9eleichen-im-keller-neger-u-boote-vor-der-tur%e2%80%9c/

https://medienwatch.wordpress.com/?s=Stalingrad

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Tamm-Tamm.Info = 120 Künstler befragen Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft

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Soldatendenkmal

Ärger um Eisernes Kreuz in Polen

5. August 2008

Das Aufstellen eines Eisernen Kreuzes an einem Soldatendenkmal in der Nähe des polnischen Schlachtfeldes Urbanowice sorgt für Ärger. Das Kreuz wurde ohne behördliche Genehmigung von der deutschen Minderheit in Schlesien installiert. Daraufhin ließ der Verwaltungschef des Ortes das Kreuz absägen:

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http://www.welt.de/politik/article2276019/Aerger-um-Eisernes-Kreuz-in-Polen.html

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art Kunstmagazin: Maritimes Museum Tamm

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DER ALTE MANN UND DAS MUSEUM = Ein letzter Abgesang auf ein skandalöses Museum
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art Das Kunstmagazin / Hamburg hat ein neues Museum

 

Und mit einer Ausstellungsfläche von über 11 000 Quadratmetern ist es sogar, nach dem Museum für Kunst und Gewerbe und der Kunsthalle, das drittgrößte der Stadt. Peter Tamm, langjähriger Vorstandsvorsitzender des Axel-Springer-Verlages, hat in 74 Jahren ein Sammelsurium aus über 36 000 Schiffsmodellen, 1000 Uniformen, 5000 Gemälden, 120 000 Büchern und unzähligen Bildern, Orden und Konstruktionsplänen angehäuft. Seit Ende Juni wird Tamms Reich nun in einem umgebauten Kaispeicher in der Hafencity gefeiert. // Alain Bieber / Foto: Oliver Görnandt / http://www.tranquillium.com /artmagazinmeta-info.de / medienwatch.de : Weiterführender Link = Martin Kippenberger „Ich kann beim besten Wllen kein Hakenkreuz entdecken“

Originalartikel bzw. ergänzende Info hier

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http://www.art-magazin.de/szene/8330/maritimes_museum_hamburg_hamburg

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Internationales Maritimes Museum Hamburg Druckversion
Maßstäbe. Von Größenordnungen und Modellierungen

Intro der Museums-Webseite – Screenshots aus der Animation

[thing-hamburg] 12. August 2008 Maßstäbe. Von Größenordnungen und Modellierungen im Internationalen Maritimen Museum Hamburg Teil 1: Das Intro Der Präsentation des Museums im Internet ist eine kleine Animation wie ein Signet oder Motto vorangestellt.

Zu sehen ist eine schnelle virtuelle Kamerafahrt vom Museum hinauf ins Weltall, in einer senkrechten Perspektive und in Rückwärtsfahrt, die als formale Mittel eines berühmten Kurzfilms viel zitiert sind (etwa in Filmen wie Men in Black, Contact oder den Simpsons). Diese Kamerafahrt sollte 1977 in The Powers of Ten demonstrieren, wie die Größenverhältnisse sich verschieben, wenn man den Abstand zu dem, was man betrachtet, um Zehnerpotenzen steigert. (1) Auch wenn es sich nicht um ein ’wörtliches visuelles Zitat’ handelt, so wird doch im Vergleich deutlich, was als Leitmotiv des Museums gelten kann. Von Felix Axster und Ulrike BergermannOriginalartikel bzw. ergänzende Info hier

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http://www.thing-hamburg.de/index.php?id=826

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»TAPFERKEITSMEDAILLE«

Deutsche Soldaten bekommen künftig Ehrenkreuz

Reservisten hatten vergeblich das Eiserne Kreuz der Wehrmacht vorgeschlagen. Deutsche Soldaten bekommen stattdessen für gefährliche Einsätze eine neue Medaille: das „Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit“.

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„In einer „postheroischen Gesellschaft“ könne der Orden durchaus Sinn stiften“ ( + Video)

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http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,583399,00.html

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»Neodadaistische Indikation zur Operation = „Deutsche Kultur, Leitbild Beethoven + Schiller“«

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beethoven op 27

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http://books.google.de/books

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insbesondere Eroica:

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Beethoven war als junger Mann begeisterter Anhänger der Französischen Revolution (1789–1799) und später ein Bewunderer Napoleons, der die Freiheitsideen durch Gesetzgebung und Kriege in ganz Europa verbreitete. Napoleon wurde damals häufig mit dem griechischen Halbgott Prometheus verglichen, der den Göttern das Feuer (also den Verstand) stahl, um die unvollkommenen Menschen damit zu vollenden und zu befreien – er konnte also als ein Held der Aufklärung gelten.

Frankreich versank bald nach der Revolution in Gewalt und Terror, und viele Intellektuelle suchten eine Erklärung für das Scheitern der anfangs so vielversprechenden Revolution. Laut Schiller waren die Menschen nicht reif für den Gebrauch ihrer Freiheit, weil die Erziehung der Aufklärungszeit einseitig den Verstand geschult hatte, der aber ohne den Gebrauch des Gefühls nicht richtig eingesetzt wurde. In seinem Programm zur „Ästhetischen Erziehung des Menschen“ (1795) forderte Schiller eine Schulbildung in Wissenschaft und Künsten für die gesamte Bevölkerung als Voraussetzung für die Schaffung einer besseren Gesellschaft nach einer erfolgreichen Revolution”

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http://de.wikipedia.org/wiki/3._Sinfonie_(Beethoven)

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in Ar(e)beit.

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arebeit (mhd., = Mühe, Not die man leidet oder freiwillig auf sich nimmt; auch: arbeit, erebeit, erbeit; lat. labor).

Die Anstrengung des Ritters um Gott, Ehre, Minne und Gut – die „arebeit“ – entsprach der höfischen Forderung nach einer vita activa, Bequemlichkeit, sich verligen (liegen in Untätigkeit), war unvereinbar mit Ritterlichkeit, Ehre, Minne und Gotteswerk.

Thomasin von Zerclaere:

„swer wil ritters ambet pflegen, der muoz mere arbeit legen an sine vuor dan ezzen wol“, „der mac niht ritters ambet pflegen, der niht enwil wan sanfte leben“

Wolfram von Eschenbach:

„swer schildes ambet üeben wil, der muoz durchstrichen lande vil“

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Hartmann von Aue:

„verlegeniu müezekeit ist gote und der werlde leit“.

= > [::] < =

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Wo sich die Bilder überlagern

ELBPHILHARMONIE Wo demnächst elitäre Konzerte spielen, hat der Lagerarbeiter Günter Dörscher in den 60ern Kakao- und Kaffeesäcke zu Tausenden auf Paletten geworfen. Der Hamburger Kaispeicher A, heute Sockel des spektakulären künftigen Konzerthauses, war einst ein Kakaospeicher

VON PETRA SCHELLEN

Damals war dieser Bau der letzte Schrei. Der Höhepunkt moderner Industriearchitektur – asketisch, puristisch, ganz im Geist der 60er Jahre. Dass kurz nach Fertigstellung des Kaispeichers A im Hamburger Hafen die Container aufkamen und Speichergebäude für die Lagerung von Paletten nicht mehr nötig waren – vielleicht hätte man es ahnen können:
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http://www.taz.de/regional/nord/kultur/artikel/?dig=2009%2F06%2F10%2Fa0020&cHash=d5b01bd3db

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | »Fahnenspalier« 2008 | Text + Text-Auswahl, Foto (artmagazin): Oliver Görnandt | Bildmaterial: Jörg Stange, gfok-Kunstarchiv

Written by medienwatch & metainfo

Mai 24, 2009 at 10:47

„Eine Zeitung muss frei von politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten sein.“

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kernbohrung-international-card-gfok-420-09.

Karl Gerold

„Eine Zeitung muss frei von politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten sein.“

– Als 1969 dem frankistischen Innenminister des totalitären Spanien, Manuel Fraga Iribarne, das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde, gab Gerold die ihm 1967 verliehene Auszeichnung zurück. Er gab dazu am 13. Februar 1969 eine Erklärung ab. Diese Geste führte zu erheblichem Aufsehen und einer Debatte des Deutschen Bundestags.

Karl Gerold gilt als eine der außergewöhnlichen journalistischen und Herausgeberpersönlichkeiten der Nachkriegszeit.
Karl_Gerold = Journalist gab 1969 das Bundesverdienstkreuz zurück
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Frankfurter Rundschau zum hundertsten Geburtstag (2006) von Karl Gerold:

Karl Gerold war fast 30 Jahre das Gesicht der Frankfurter Rundschau und des Druck- und Verlagshauses, das die FR herausgibt. Er übernahm 1946 eine Lizenz an der Zeitung und leitete sie ab 1954 als alleiniger Verleger und Chefredakteur bis zu seinem Tod 1973. Am 29. August 2006 wäre Karl Gerold 100 Jahre alt geworden – Anlass für eine Hommage an den großen deutschen Nachkriegsjournalisten.

„Die Antwort ist: Sie sagen, die Deutschen sind eben und bleiben die Deutschen – gleichgültig ob sie Nazis sind oder sich Demokraten nennen“

Aus diesem Grunde gebe ich heute, im Moment des verhängten spanischen Ausnahmezustandes, das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik zurück. Wenn die „Bonner Demokraten“ Verdienstorden und Doktorhüte an Faschisten verteilen und von Faschisten annehmen, so will ich nichts, aber auch gar nichts, mit diesem schmählichen Vorgehen zu tun haben. Nie und nimmer kann ich einen Orden im Besitz haben, wenn meine Freunde, die spanischen Freiheitskämpfer, durch diejenigen im Zuchthaus sitzen, denen Ihr Eure Orden verleiht. Und deshalb sende ich mit gleicher Post, da diese Zeitung in Bonn erscheint, den mir verliehenen Orden an den Herrn Bundespräsidenten zurück“ 1969 (…)

Hier zum vollständigen Text von Karl Gerold – Memo:

Gewogen – und zu leicht befunden

fr-online.de//ueber_die_fr/karl_gerold_zum_100._geburtstag/957590_Karl-Gerold

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X-Memo: Schlüsselbilder und Bilderschlüssel

https://medienwatch.wordpress.com/kp-brehmer-kritisches-denkvermogen-gefordert/

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | Foto + Bildbearbeitung. Paycard «KP’chens Kernbohrung»: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach – gfok – Kunstarchiv

 

 

   
   

Written by medienwatch & metainfo

Mai 23, 2009 at 14:20

STUDENTENREVOLTE 1968: Tod von Benno Ohnesorg: Ein Skandal der die Republik veränderte. Todesschuss Polizist Kurras ein Doppelagent?

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kernbohrung-international-card-gfok-420-09

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Sueddeutsche: Der Schah war böse, die Berliner Polizei bewusst gewalttätig und der Staatsapparat, je nach historischem Standpunkt, post- oder präfaschistisch. Auch 2009 wird zur Erklärung des 2. Juni 1967 noch gerne diese argumentative Einbahnstraße befahren. Vor 40 Jahren hieß es außerdem, dass der imperialistische Staat in der Gestalt von Kurras nun eben seine blutige Fratze gezeigt habe. Diese Fratze allerdings war nichts anderes als das Gesicht eines Berliner Kleinbürgers, der an der Verwirklichung des real existierenden Sozialismus teilhaben wollte. Hätten die Vorgesetzten von Kurras, sagen wir, 1966 von dessen SED-Mitgliedschaft erfahren, wäre er hochkant rausgeworfen worden.

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Kommentar zur Sueddeutschen (Autor: Kurt Kistner):

Der Schah war ein Lamm und die Nazis waren opportune Konvertieten?

Betr.:
„Hätten die Vorgesetzten von Kurras, sagen wir, 1966 von dessen SED-Mitgliedschaft erfahren, wäre er hochkant rausgeworfen worden“.
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Betr.: Blau: Verehrter Herr Kurt Kistner! Das stimmt natürlich. Aber stimmt es auch das Nazis im sogenannten „Huckepackverfahren“ sich in hohen juristischen (sic!-etc.) Ämtern wiederfanden und diese eben nicht „hochkantig“ hinausgeworfen wurden, sondern eben Karriere machen konnten? Das blenden Sie aus, warum nur? Der „höchste Beleg“ ist Hans Maria Globke persönlicher Berater und die rechte Hand von Konrad Adenauer -die Spinne (ARTE u. WDR) – der Schattenmann – : der die Nürnberger Rassengesetze massgeblich mitgeschrieben und damit die Tötung von 6 Millionen Menschen u.a. miteinleitete, ist eben nicht hochkantig raus geflogen. Sondern er war Staatssekretär neben Adenauer. Darüber schweigt man sich aus !!! Irgendetwas stimmt nicht an der Objektivität ihrer journalistischen Betrachtungshaltung.

Ebenso nicht bei der Autorin u. Journalistin Bettina Röhl (WELT) die die Tatsache Globke etc. pp(p), in der Online-Zeitung als Leserbrief über das nachhaltige „Klima“ dieser Zeit Nachkriegszeit kurzer Hand weglöschen liess… jst

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https://medienwatch.wordpress.com/%C2%BB-schreibtischtater-%C2%AB/

http://www.sueddeutsche.de/politik/226/469779/text/?page=6#readcomment

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Unredigierter Leserbrief an die Sueddeutsche,  in den Teaser geschrieben:

Hier noch ein „Braunwerte-Nachklapp“: Kurt Georg Kiesinger war Kanzler von 1966 – 1969 und ehemaliges NSDAP-Mitglied von 33 bis 45. Er wird „klimatisch“ nicht unmittelbar in Beziehung gesetzt. Junge kritische Menschen protestierten gegen ihre NS-Väter und demonstrierten und verweigerten sich dieser in weiten Teilen restaurativen und reaktionären Machtelite. Sie beriefen sich auf das Grundgesetz und wurden niedergeknüppelt. An statt stolz auf diesen Widerstand zu sein, hetzte massgeblich die Springerpresse gegen die Studenten, die das Grundgesetz auch umgesetzt sehen wollten. Sie protestiereten gegen ihre eigenen NS-Väter: Viele Väter diffamierten und denunzierten wohl nicht nur moralisch ihre eigenen Töchter und Söhne. Diese konkreten Benennungen über das hieraus abzuleitende politische Klima in Deutschland, gehören unmittelbar in die Berichterstattung zum Fall Kurras und eben nicht separat in eigenständige Beiträge – wie quasi zeitlich entrückt behandelt.
Immerhin wurden in Kiesingers Amtszeit die Notstandsgesetzte eingeführt zehntausende Menschen, vorwiegend die jüngere Generation und insbesondere die ehemals Verfolgten, reisten dorthin wo ehemalige Nazis höchste Ämter besetzten – nach Bonn Kanzler Kiesinger, drückte sich vor der Wehrmacht und machte während seiner NSDAP Mitgliedschaft eine „Schreibtisch-Täter-Karriere“. Er wurde stellvertretender Leiter der Rundfunkpolitischen Abteilung des NS-Propagandapparats. Er war direktes Bindeglied zum Reichspropagandaministerium von Goebbels (!)

Als 16 Jähriger, also noch etwas zu jung um „68er“ zu sein, habe ich selbst gesehen, wie berittene Polizei, in eine kleine Gruppe von Jugendlichen ritt und dabei ein junges Mädchen verletzten… Da wurde nur „demonstriert“ und kleinere „Sprechchöre“ ! Eine Ansammlung junger Menschen, mit den Singles der Beatles und die anderen Bands aus Liverpool etc. im Kopf… Es gab definitiv keine Gewalt von DemonstrantenInnen. Und dennoch reichten schon die längeren Haare, ohne Seiten-Scheitel (!), – das offenere oder „freiere Verhalten“ als Einladung zum draufhauen …

Es gibt einen authentischen sw/Film, der den Polizeifunk parallel aufgezeichnet transportiert und die Polizei im Einsatz dokumentiert: „draufhauen bis die Blutwurst auseinander platzt“ o.ä ist da zu vernehmen etc. Korrektur: (SZ|HP) = Er empört sich über die berüchtigt-krude Polizeitaktik seines Vorgängers Erich Duensing; der hatte damals sein Vorgehen gegen die studentischen Anti–Schah-Proteste so erläutert: „Nehmen wir die Demonstranten als Leberwurst, dann müssen wir in die Mitte hineinstechen, damit sie an den Enden auseinanderplatzt“.

Dieses Doku wird im „Öffentlich-Rechtlichen“, wohl immer noch unter Verschluss gehalten? Dieses Film-Doku gehört grad jetzt in die Hauptsendezeit! Jörg Stange

http://www.sueddeutsche.de/politik/226/469779/text/#readcomment

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BERLIN / POLIZEI
Letzte Wahl | Spiegelarchiv 22.01.1968
Der Posten wird mit einem Jahresgehalt von 50 720 Mark dotiert. Aber keiner wollte ihn.
Verwaist blieb das Amt des West-Berliner Polizeipräsidenten, seit sich die Polizei der Stadt durch ihre Knüppel-Oper am 2. Juni in Verruf gebracht hatte und Polizeiherr Erich Duensing gehen mußte. Er war es, der die Studenten-Demonstration nach dem „Leberwurst-Prinzip“ zerschlagen ließ; („In der Mitte hineinstechen damit sie an den Enden auseinanderplatzt.“)  der Student Benno Ohnesorg wurde an diesem Tag erschossen [..]
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45465282.html

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O-TON: „Bist du wahnsinnig, hier zu schießen?“ – „Die ist mir losgegangen.“
Auf Fotografien ist Kurras Sekunden vor und nach dem Schuss unbedrängt im sauberen Anzug erkennbar. Auf einer Tonbandaufnahme der Szene ist deutlich ein Schuss und danach der Befehl zu hören.
„Kurras, gleich nach hinten! Los! Schnell weg!“
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Kurras

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TATz Überarbeiteter Leserbrief: meta

Für die „Klimafrage“ dieser Zeit: Kurt Georg Kiesinger war Bundeskanzler von 1966 – 1969 und ehemaliges NSDAP-Mitglied von 33 bis 45. Kiesinger und die Folgen werden klimatisch selten unmittelbar in Beziehung gesetzt. Junge kritische Menschen protestierten gegen ihre NS-Väter und demonstrierten und verweigerten sich dieser Dominanz einer restaurativen und reaktionären in Teilen braunen Machtelite. Sie beriefen sich auf das Grundgesetz und wurden niedergeknüppelt. Anstatt stolz auf diesen Widerstand zu sein, hetzte massgeblich die Springerpresse gegen die Studenten, die das Grundgesetz auch umgesetzt sehen wollten. Sie protestierten gegen ihre eigenen NS-Väter: Viele Väter diffamierten und denunzierten wohl nicht nur moralisch ihre eigenen Töchter und Söhne. Diese konkreten Benennungen über das hieraus abzuleitende politische Klima in Deutschland, gehören unmittelbar in die Wahrnehmung dieser Zeit – als Bedrohungslage konkret gefühlter gesellschaftlicher Situation.
Immerhin wurden in Kiesingers Amtszeit die Notstandsgesetzte eingeführt zehntausende Menschen, vorwiegend die jüngere Generation und insbesondere die ehemals während der NS-Zeit Verfolgten, reisten dort hin wo ehemalige Nazis höchste Ämter bekleideten nach Bonn. Kanzler Kiesinger, drückte sich vor der Wehrmacht und machte während seiner NSDAP Mitgliedschaft eine „Schreibtisch-Täter-Karriere“. Er wurde stellvertretender Leiter der rundfunkpolitischen Abteilung des NS-Propagandapparats. Er war direktes Bindeglied zum Reichspropagandaministerium von Goebbels (!) Da regt sich niemand von den „konservativen“ Kritikern auf?!
Als 16 Jähriger, also noch zu jung um „68er“ zu sein, habe ich selbst gesehen, wie berittene Polizei, in eine kleine Gruppe von Jugendlichen ritt und dabei ein junges Mädchen verletzten… Da wurde nur demonstriert und „rythmische Sprechchöre“ waren im Hintergrund zu hören. Eine Ansammlung junger Menschen, mit den Singles der Beatles und die anderen Bands aus Liverpool etc. im Kopf… Es gab definitiv keine Gewalt von DemonstrantenInnen. Und dennoch reichten schon die längeren Haare, ohne Scheitel (!), – das „offenere oder freiere Protestverhalten“ als Einladung zum draufhauen.

Es gibt einen dokumentarischen sw/Film, der den Polizeifunk parallel aufgezeichnet transportiert und die Polizei im Einsatz zeigt: „draufhauen bis die Blutwurst (?) auseinander platzt“ (persönliche Erinnerung) ist da zu vernehmen. O-Ton (SZ|HP) Später empört sich der neue Polizeipräsident, über die berüchtigt brutale Polizeitaktik seines Vorgängers Erich Duensing; der hatte damals sein Vorgehen gegen die studentischen Anti–Schah-Proteste so erläutert: „Nehmen wir die Demonstranten als Leberwurst, dann müssen wir in die Mitte hineinstechen, damit sie an den Enden auseinanderplatzt“.

Dieses Doku wird in „öffentlich Rechtlichen“, wohl immer noch unter Verschluss gehalten? Dieses Film-Doku gehört in Abständen in die Hauptsendezeit… und so einiges mehr.

http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/wer-mitmacht-ist-verloren/

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Unter Verschluss

Streng geheime Akten in deutschen Archiven

(..) War es Bestechungsgeld, damit im Eichmannprozess nicht die Nazivergangenheit von Adenauers Staatssekretär Globke erwähnt wurde? Und wieder wird Weber Akteneinsicht verwehrt (..)
http://www.3sat.de/page/?source=%2Fkulturzeit%2Fthemen%2F155382%2Findex.html

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[Der Staat°, KURRAS UND DIE 68ER]

Der Spion, der aus der Akte kam

Von Reinhard Mohr (Spiegel)

„Blutige Krawalle: 1 Toter!“ titelte „Bild“ am 3. Juni. Im Kommentar hieß es: „Sie müssen Blut sehen. Hier hören der Spaß und der Kompromiss und die demokratische Toleranz auf. Wir haben etwas gegen SA-Methoden.“

Wohlgemerkt: „Bild“ meinte die Studenten, nicht Kurras & Co. Die Opfer wurden zu Tätern gemacht.

2. Teil: „Durch den Ofen jagen, das ganze Pack!“

„Hier fehlt ein Innenminister wie Hermann Göring, der mit den Ganoven aus dem Scheunenviertel (bis 1940 von Juden bewohnt, d. Red.) spielend fertig wurde.“

Ein anderer: „Ungeziefer muss man mit Benzin begießen und anzünden! Tod der roten Studentenpest!“

Noch einer: „Nur ein Student erschossen, das ist viel zu wenig. Durch den Ofen jagen, das ganze Pack!“

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,627823-2,00.html

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„‚Ausmerzen‘ ist eine Entgleisung“

Springer und die 68er

30.05.2009

Von Hans Leyendecker

„Springers Schreiberhorden halfen Benno morden“: 1968 versuchten Demonstranten, die Springer-Zentrale in Berlin zu stürmen.
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„Mit Schlagzeilen wie: „Stoppt den Terror der Jung-Roten – Jetzt“ oder „Kein Geld für langbehaarte Affen“ oder „Jetzt wird aufgeräumt“ machten damals Springer-Zeitungen Stimmung gegen die Studenten. Am Gründonnerstag 1968 wurde der Studentenführer Rudi Dutschke durch einen Attentäter schwer verletzt“ (…)
http://www.sueddeutsche.de/kultur/867/470417/text/

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Die Spinne

Sehenswert: Wie Adenauers Kanzleramtschef Hans Maria Globke* aus dem Schatten der Lichtgestalt trotz brauner Vergangenheit ins Zentrum der Macht kam, zeigt Arte in einem Portrait. Es gab viele Mitläufer der Nazis, die es nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur in Deutschland verstanden, sich bestens mit den neuen Verhältnissen in der Nachkriegszeit zu arrangieren. Nur ganz wenigen aber gelang so ein nahtloser Übergang wie dem Ministerialbeamten Hans Maria Globke: Einstmals einer der Kommentatoren von Hitlers Rassegesetzen, stieg Globke nach dem Krieg zum Staatssekretär im Kanzleramt auf, wo er jahrelang als rechte Hand von Konrad Adenauer wirkte. Von Ch. Kohl

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http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/politik/226/469779/text/

https://medienwatch.wordpress.com/%C2%BB-schreibtischtater-%C2%AB/

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Ein Skandal, der die Republik veränderte =

Wer (ver-)filmt diese Geschichte und die (verbrecherisch) demagogische Lügenpropaganda, durch bewusste Unterlassungen und lancierten Falschmeldungen der Springerpresse etc.? Ein aufklärender Beitrag im Spiegel: Die „Krumme Strasse“ ist Synomym für die honorierten „krummen Machenschaften“ kolportierender Massen-Medien: Kurras ein Doppelagent? Dieser Frage sollte allerdings auch nachgegangen werden. Prüfung° wegen Auftrags-Mord ist eingeleitet:

1968

STUDENTENREVOLTE

Ein Skandal, der die Republik veränderte

Von Reinhard Mohr

(…) Opfer werden zu Tätern gemacht – und Täter zu Opfern: Am 2. Juni 1967 schießt Polizist Kurras dem unbewaffneten Benno Ohnesorg eine Kugel in den Kopf. Doch die Öffentlichkeit macht nicht den Totschläger (?) verantwortlich, sondern die Studenten. Das ist der Beginn der Revolte von 1968:

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http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4181/1/ein_schuss_der_deutschland_veraendert.html
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Der Mann, der die Studenten radikalisierte

Ohnesorg-Schütze war Stasi-Spitzel

BERLIN taz | Wohl kein Ereignis der bundesdeutschen Geschichte ist so gründlich untersucht und so oft dargestellt worden wie der Abend des 2. Juni 1967. Damals erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras den unbewaffneten Demonstranten Benno Ohnesorg. Diese Tat radikalisierte die Studentenbewegung. Dass der Täter in allen Instanzen freigesprochen wurde, obwohl nichts dafür sprach, dass Kurras in Notwehr gehandelt hatte, steigerte die Empörung der Studenten noch:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/benno-ohnesorg-von-stasi-im-erschossen/

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Politisches Klima ’68: Gründe die zur Rückgabe des Bundesverdienstkreuzes von Karl Gerold führten -zeigen das Klima auf, dass Deutschland beherrschte. Nazis waren im Huckepackverfahren wieder in Justiz und anderen Ämtern… Auch Adenauer hatte seinen „Schattenmann“ als persönlichen Berater => [::] <=

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Harald Martenstein

Der Spießer wird seltener

„Kurras, inzwischen über achtzig, hat bis heute ein gutes Gewissen, er sagt, dass er eigentlich mehrere von diesen Typen hätte erschießen müssen. Kurras, ordentlich, sauber, stramm, autoritär und autoritätshörig, Befehlsempfänger und Schläger, immer im Recht, niemals im Zweifel, der ewige Spießer. Er sagt: „Wer mich angreift, wird vernichtet. Aus. Feierabend.“ Dieser Typus gedieh im Nazideutschland, er gedieh in der DDR, und er gedieh auch im Milieu der „Bild“-Leser und CDU-Wähler von 1967, die jeden Langhaarigen am liebsten an die Laterne gehängt hätten“ (…)

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2805188

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Karl Gerold

„Eine Zeitung muss frei von politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten sein.“

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– Als 1969 dem frankistischen Innenminister des totalitären Spanien, Manuel Fraga Iribarne, das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde, gab Gerold die ihm 1967 verliehene Auszeichnung zurück. Er gab dazu am 13. Februar 1969 eine Erklärung ab. Diese Geste führte zu erheblichem Aufsehen und einer Debatte des Deutschen Bundestags.

Karl Gerold gilt als eine der außergewöhnlichen journalistischen und Herausgeberpersönlichkeiten der Nachkriegszeit.
Karl_Gerold = Journalist gab 1969 das Bundesverdienstkreuz zurück
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Frankfurter Rundschau zum hundertsten Geburtstag von Karl Gerold:

„Die Antwort ist: Sie sagen, die Deutschen sind eben und bleiben die Deutschen – gleichgültig ob sie Nazis sind oder sich Demokraten nennen“

Aus diesem Grunde gebe ich heute, im Moment des verhängten spanischen Ausnahmezustandes, das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik zurück. Wenn die „Bonner Demokraten“ Verdienstorden und Doktorhüte an Faschisten verteilen und von Faschisten annehmen, so will ich nichts, aber auch gar nichts, mit diesem schmählichen Vorgehen zu tun haben. Nie und nimmer kann ich einen Orden im Besitz haben, wenn meine Freunde, die spanischen Freiheitskämpfer, durch diejenigen im Zuchthaus sitzen, denen Ihr Eure Orden verleiht. Und deshalb sende ich mit gleicher Post, da diese Zeitung in Bonn erscheint, den mir verliehenen Orden an den Herrn Bundespräsidenten zurück“ 1969 (…) Begründung/Ausschnitt:

Hier zum vollständigen Text von Karl Gerold (Memo):

fr-online.de//ueber_die_fr/karl_gerold_zum_100._geburtstag/957590_Karl-Gerold-am-13.-Februar-1969-
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Prof. Sauerbier

„Sicht-Agitation!“

Schlüsselbilder und Bilderschlüssel

KP Brehmer

(…) Nicht die Attitüde des Antiprofessionalismus eines George Maciunas findet hier Ausdruck, sondern eher die Auffassung, dem Rezipienten selbst auf Grund der eigenen Erfahrung die Kompetenz zur Begutachtung zuzugestehen und die Dignität des ‘Experten’ in Frage zu stellen.
Gründlich ändern sollte sich die Haltung des Rezipienten. TV-Braunwerte (1970), auch Testbild II (TV-Braunwert) genannt, weist auf solche Intentionen hin. Die Probe aufs Exempel machen …, den alltäglichen Faschismus ermitteln … Aus dem inzwischen nicht mehr gesendeten Fernseh-Testbild-Muster war ohne große Mühe ein Hakenkreuz ‘herauszulesen’. (…) TV Testbild 1970, Brehmer

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braunwerte8

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TV-Testbild: Braunwerte =

https://medienwatch.wordpress.com/942/

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Mappenwerk: »Schreibtischtäter« 1992 = Erinnerung an Heinz Richheimer 1920-1993

[Durch klicken auf das Mappenwerk werden die eingelegten Seiten sichtbar: Dann auf die jeweilige Seite klicken um die nächste Seite zu lesen]

Die nachfolgenden Beiträge trugen dazu bei, dass Leben und Wirken des Malers und Schriftstellers Karl-Heinz Richheimer, während des NS-Regimes, in konkrete Beziehung zu setzen…

Die Spinne

Sehenswert: Wie Adenauers Kanzleramtschef Hans Maria Globke* aus dem Schatten der Lichtgestalt trotz brauner Vergangenheit ins Zentrum der Macht kam, zeigt Arte in einem Portrait. Es gab viele Mitläufer der Nazis, die es nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur in Deutschland verstanden, sich bestens mit den neuen Verhältnissen in der Nachkriegszeit zu arrangieren. Nur ganz wenigen aber gelang so ein nahtloser Übergang wie dem Ministerialbeamten Hans Maria Globke: Einstmals einer der Kommentatoren von Hitlers Rassegesetzen, stieg Globke nach dem Krieg zum Staatssekretär im Kanzleramt auf, wo er jahrelang als rechte Hand von Konrad Adenauer wirkte. Von Ch. Kohl

http://www.sueddeutsche.de/kultur/136/313044/text/

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Arte Text zum Film:

Der Mann hinter Adenauer

(Deutschland, 2008, 52mn)

WDR

Regie: Bernhard Pfeltschinger, Jürgen Bevers

(…) 1949 wird in der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland der erfahrene Jurist Dr. Hans Maria Globke* ins Bundeskanzleramt berufen. Wegen seiner Vergangenheit im Reichsinnenministerium wagt es Kanzler Adenauer noch nicht, ihn zum Staatssekretär zu ernennen, aber der verschwiegene, effizient arbeitende rheinische Katholik wird auf Anhieb Adenauers Vertrauter und zum im Verborgenen agierenden Schattenmann.

Globke verfügt über den “Reptilienfonds”, mit dem er die erwünschte innen- und außenpolitische Stabilität auch durch Geldzahlungen sichert. Und er spielt zunehmend in der neuen Regierungspartei CDU die entscheidende Rolle. Der bestinformierte Mann in Bonn beeinflusst als engster Berater Adenauers die Richtlinien der Politik. Globke ist sicher das prominenteste Beispiel für die bruchlose Kontinuität von Karrieren im Staatsdienst vor und nach 1945.Adenauers Vertrauter und zum im Verborgenen agierenden Schattenmann.

Globke verfügt über den “Reptilienfonds”, mit dem er die erwünschte innen- und außenpolitische Stabilität auch durch Geldzahlungen sichert. Und er spielt zunehmend in der neuen Regierungspartei CDU die entscheidende Rolle. Der bestinformierte Mann in Bonn beeinflusst als engster Berater Adenauers die Richtlinien der Politik. Globke ist sicher das prominenteste Beispiel für die bruchlose Kontinuität von Karrieren im Staatsdienst vor und nach 1945.

http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=928130,day=5,week=41,year=2008.html

Staatssekretär Hans Josef Maria Globke° =http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Globke
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TAZ-Bericht Mechthild Bausch
vom 21.08.1992

“All die Erschlagenen, wer lebt für die?”

Der Hamburger Künstler Heinz Richheimer hat die Internierung in zwei KZs überlebt. Über seine Erinnerungen, sein Leben, über Schuldgefühle und Bewältigung sprach er mit Mechthild Bausch hat die Internierung in zwei KZs überlebt. Über seine Erinnerungen, sein Leben, über Schuldgefühle und Bewältigung sprach er mit taz-Redakteurin Mechthild Bausch Vorbei an Wiesen und Feldern, Kühen, sogar ein Pferd, das am Ufer eines kleinen Flusses steht und den Kopf ins Wasser hängt. Es ist heiß, das Fenster ganz heruntergelassen. Auch Heinz Richheimer muß gerade diesen Weg gekommen sein, über die Autobahn Richtung Geesthacht, Ausfahrt Curslack, es ist ja ausgeschildert: Gedenkstätte Neuengamme fünf Kilometer, durch das Dorf und über den Deich, wo eine Straße, die links abgeht, “Zwischen den
Zäunen” heißt (…)

Hier bitte weiterlesen:

https://medienwatch.wordpress.com/2009/01/27/arte-portrat-der-mann-hinter-adenauer-die-spinne/

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | http://www.meta-info.de | Fotos + Bildbearbeitung: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach – gfok – Kunstarchiv