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China gegen den Dollar: Forderung nach neuer Weltwährung

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Chinesen stellen die westliche Politik des „Weiter so!“ in Frage

meta-info.de | Der chinesische Zentralbankchef wandte sich aktuell gegen die Funktion des Dollars als Leitwährung und forderte die Installation einer neuen Weltwährung unter Kontrolle des IWF. Ähnliche Vorstöße waren bereits von anderer Seite laut geworden und haben nun einen prominenten und unüberhörbaren Fürsprecher gefunden. Auch der frühere Weltbankdirektor und Nobelpreisträger Stiglitz hatte erklärt, dass die Funktion des Dollar zu den Ursachen der Krise gehöre.

Die Platzierung der chinesischen Position zur Ablösung des Dollars als Leitwährung unmittelbar vor der G20-Konferenz ist fraglos als strategischer Schachzug zu verstehen: sie wird damit zum Bestandteil der Tagesordnung des Treffens werden. Die entsprechende Forderung nach einem Ende der Dominanz der US-Währung war auch bereits von anderen wichtigen aufstrebenden Wirtschaftsmächten gestellt worden, wie etwa von russischer Seite und kann damit bei der G20-Konferenz mit der Unterstützung der nicht-westlichen Industriestaaten rechnen.

Die Forschungsgruppe LEAP hatte die Ablösung des Dollar als Weltwährung zu einem der wichtigsten Schritte für die Etablierung eines neuen globalen Finanzsystems erklärt, das dringend erforderlich sei, um das Abgleiten in eine katastrophale und unkontrollierbare Krisenentwicklung zu verhindern. Andernfalls müsse man mit einer Depression rechnen, die ein Jahrzehnt oder länger anhalte und die darüberhinaus zu schweren sozialen und politischen Krisen und Umwälzungen führen würde. In diesem Fall müsse mit einem Zerfall der öffentlichen Ordnung gerechnet werden.

Die westlichen Regierungen hatten sich gegenüber Forderungen nach Neustrukturierung ihres Systems bisher abwehrend gezeigt. Während von ihren Politikern immer wieder betont wird, das Finanzsystem regulieren zu wollen, sind ernsthafte Schritte hierzu bisher praktisch vollständig unterblieben, im krassen Gegensatz zur politischen Rhetorik.
Sie in der Realität zu beobachtende Finanzpolitik lässt bisher nur den Schluss zu, dass sämtliche Bemühungen darauf abzielen, das gestörte Finanzsystem wieder zu stabilisieren und in funtionstüchtigen Zustand zu versetzen, entgegen etwa den Hinweisen von Experten, wie den Nobelpreisträgern Paul Krugman und Josef Stiglitz, die beide eine Abkehr vom bisherigen System und eine Neuordnung fordern.

Der bevorstehende G20-Gipfel verspricht vor dem Hintergrund des chinesischen Vorstoßes einen mit Spannung zu erwartenden Verlauf zu nehmen: erstmals seit dem Ende des zweiten Weltkriegs wird nun offenbar die globale Dominanz des amerikanischen Systems offen infrage gestellt.
Die Chinesen können damit rechnen, mit ihrer Forderung nach Ablösung des Dollars nicht allein zu stehen, sondern Unterstützung zu bekommen von einer Reihe weiterer Delegationen.

Ob von seiten der Europäer weiterhin die amerikanische Position gestützt wird, ist ebenfalls fraglich: die Instabilität des amerikanischen Finanzsystems und des Dollar steht offen vor aller Augen.
Zu erwarten ist jedoch, dass die Europäer mit unklarer Orientierung und Perspektive den Gipfel verlassen, wenig anders, als die USA, während die anderen Staaten Vereinbarungen untereinander treffen, um den Kollateralschaden des Systemabsturzes für sie selbst auf ein Minimum zu reduzieren und eine Perspektive zu entwickeln, die ohne einen tragfähigen Dollar realisierbar ist. gw

http://online.wsj.com/article/SB123780272456212885.html

http://www.meta-info.de/?newsfull=1&lid=32980&rubrik=politik

In der Dollarklemme: von Thomas Immanuel Steinberg 25-03-2006

http://medienwatch-steinberg dollarklemme 25.03-2006

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„Es braucht Zeit, es braucht Geduld“
Obama zur Wirtschaftskrise
US-Präsident Obama erteilt Forderung nach einer neuen Weltwährung eine Absage
25.03.2009, 06:11

US-Präsident Barack Obama verbreitet Zuversicht: Amerika werde die „historische Krise“ meistern – und Obamas umstrittener Haushaltsplan soll dabei helfen. Kritikern trat er in der einstündigen Pressekonferenz energisch entgegen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/238/462851/text/

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Foto: 20 Dollar | jörg stange, gfok

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Written by medienwatch & metainfo

März 25, 2009 um 00:04

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