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Archive for Februar 22nd, 2009

Damit der Krieg weitergeht

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„Die realen Kriegsgründe und einige unangenehme Wahrheiten hat nun Hörstel im Detail recherchiert. Er faßt zusammen: »Zur Legitimierung ihrer militärisch durchgesetzten strategischen Hegemonialinteressen in Asien lassen die USA heimlich über pakistanische Geheimdienste ihre Gegner hochpäppeln, die sie gleichzeitig durch gewaltsame Eingriffe zu steuern versuchen“.

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Damit der Krieg weitergeht

Paul Schreyer

Die Bundeswehr verstrickt sich weiter am Hindukusch. Welche Ziele verfolgt die »internationale Gemeinschaft«?
Zu Weihnachten flackerten wieder solche Meldungen über die Bildschirme in deutschen Wohnzimmern: »Angriff auf Bundeswehrsoldaten im Norden Afghanistans«. Derartige Schlagzeilen scheinen allerdings nicht stärker zu wirken als die jährlichen Warnungen vor der Gefahr von Feuerwerkskörpern. Alles verpufft im Rauch.
Doch die Zahl der Attacken von Taliban und Widerstandsgruppen wächst unaufhaltsam. Pünktlich zum Jahreswechsel hat auch der US-Botschafter in Kabul seine Statistik aktualisiert. Derzufolge sind 2008 in Afghanistan etwa 2.000 Anschläge verübt worden – gut doppelt so viele wie im Vorjahr. Zeitversetzt wächst die Zahl westlicher Soldaten in der Region. Die USA wollen ihr Truppenkontingent bis zum kommenden Sommer von derzeit etwa 31.000 auf über 50.000 Soldaten erhöhen. Und die NATO plant, die Stärke der Schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force) in Nordafghanistan zu verdreifachen. Seit Juli 2008 stellt die Bundeswehr diese Kampftruppe. Bisher scheint noch offen zu sein, welches Land die zusätzlichen Soldaten stellen soll; das Verteidigungsministerium in Berlin dementierte eine deutsche Aufstockung.
Der eskalierende Konflikt greift auch immer weiter auf Pakistan über. Der US-Geheimdienst CIA verschießt schon seit einiger Zeit regelmäßig von unbemannten Drohnen aus Raketen auf pakistanisches Gebiet, so auch am Neujahrstag. Nach den Anschlägen im indischen Bombay verstärkte sich der öffentliche Druck auf das Nachbarland. US-Außenministerin Rice ermahnte die Regierung in Islamabad: »Pakistan spielt eine entscheidende Rolle dabei sicherzustellen, daß diese Terroristen nicht weiter operieren können.« (…)

http://www.sopos.org/aufsaetze/4976034fb5be3/1.phtml

Quellen u.a.

http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_H%C3%B6rstel

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Vorfall in Helmand

Afghanischer Polizist schießt britische Ausbilder nieder

Aus Kabul berichtet Matthias Gebauer

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,659316,00.html

 

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Februar 22, 2009 at 23:54

Doppelbeschluss: Kein Frieden mit der NATO – Die NATO als Waffe des Westens“

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Broschüre:

„Kein Frieden mit der NATO – Die NATO als Waffe des Westens“

Anlässlich des NATO-Jubiläumsgipfels im April 2009 in Baden-Baden, Kehl und Straßburg hat die Informationsstelle Militarisierung in Zusammenarbeit mit der DFG-VK eine ausführliche Broschüre erstellt, die im Rahmen der Mobilisierung gegen den NATO-Geburtstag und darüber hinaus ein hilfreiches Werkzeug für diejenigen darstellen soll, die Kritik an dem Bündnis üben wollen. Denn die NATO bedeutet Krieg und deshalb gehört sie aufgelöst!

Broschüre aus dem Inhalt

I. GRUNDLAGEN UND STRATEGIEN

— Tobias Pflüger:
Die Waffe des Westens: Strukturen und Strategien der NATO in einer brüchig werdenden Weltordnung

— Claudia Haydt:
Kanonenboote und Piraten: NATO, EU und die Kontrolle der Meere

— Joachim Guilliard:
Die NATO 1949-91: Kurze Bilanz einer kriegerischen Geschichte

— Christoph Marischka:
Weltherrschaft durch die Kontrolle von Strömen – Die Rolle der NATO bei der Militarisierung der Migration

— Arno Neuber:
Schild und Schwert – Aggressive Atompolitik und Raketenabwehr der NATO

— Jürgen Wagner:
Globale NATO – Ersatz UNO mit der Lizenz zum Töten

— Christoph Marischka:
Wie Ban Ki-moon die UN der NATO unterwarf:

II. DIE NATO ALS GLOBALER KRIEGSAKTEUR

— Jürgen Wagner:
Der NATO-Krieg in Afghanistan – Prototyp für Neoliberales Nation Building und zivil-militärische Aufstandsbekämpfung

— Joachim Guilliard:
Die NATO im Irak

— Christoph Marischka:
Die Erneuerung der NATO auf dem Balkan

— Thomas Mitsch:
Die NATO in Afrika

— Martin Hantke:
Imperiale Geopolitik – Ukraine, Georgien und der Neue Kalte Krieg zwischen der NATO und Russland

III. LOKALE EINRICHTUNGEN FÜR GLOBALE KRIEGE

— Jürgen Wagner:
Das EUCOM in Stuttgart-Vaihingen – Multifunktionaler Kriegsstützpunkt

— Franz Iberl:
Marshall-Center & NATO-Schule – Die NATO in den bayerischen Bergen

— Tobias Pflüger:
Die Deutsch-französische Brigade in Müllheim

— Michael Schulze von Glaßer:
Münster – Kriegsführung aus der Provinz

— Jens Rüggeberg:
NATO-Pipeline … in Bodelshausen und anderswo

— Tobias Pflüger:
Geilenkirchen – Mit AWACS gegen das Grundgesetz

— Christoph Marischka:
Das Militärdrehkreuz Halle/Leipzig

Die Broschüre umfasst 72 Seiten (A4) und kostet 2,- Euro (zzgl. Porto). Sie kann (gerne auch in großer Stückzahl) bei der Informationsstelle Militarisierung bestellt werden: imi(at)imi-online.de

Wie alle IMI-Publikationen steht sie auch kostenlos für den Download zur Verfügung: http://imi-online.de/download/webversion-imi-nato.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/NATO

Afghanische Frauenorganisation fordert Ende der Besatzung
BND: Kosovo fest im Griff der organisierten Kriminalität
Afghanistan: Obama auf der Bremse
NATO: neue US-Regierung enttäuscht deutsche Transatlantiker
Obama-Regierung zu Afghanistan: es gibt keine militärische Lösung
Bombay: Terrorshow reloaed – Cui bono?
Afghanistan = bildet Bundeswehr Talibankämpfer aus?
NATO-Vormarsch in der Ukraine gestoppt
ARD zensiert Putin
Georgische Propagandashow – powered by SZ / ein Kommentar

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Februar 22, 2009 at 11:43

»Vorsprechen im Schauspielhaus« + »Ewige Baustellen«

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Ewige Baustellen + Vorsprechen im Schauspielhaus

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The Thing Hamburg

Sabine Falk

In Spanien existiert die wohl größte Bauruine der Welt. In Santiago de Compostela sind der Architekt Peter Eisenman und die Lokalpolitiker am »Bilbao-Effekt« gescheitert, als sie das weltweit größte Kulturzentrum mitten in der Pampa planten. Apolonija Šušteršic hat Bilder von dort mitgebracht, die vielleicht schon bald denen der Elbphilharmonie in Hamburg ähneln könnten. Das Streben nach städtischen Wahrzeichen der Superlative – siehe Pekings »Vogelnest« – in Kombination mit politischer Provinzialität und einer Zentralisierung von Kultur habe zu diesem Desaster geführt. Barbara Uppenkamp kommt indes zu einer positiveren Bilanz, wenn sie auf den ästhetischen Masterplan der Elbphilharmonie fokussiert. Auf den ewigen Baustellen der Geschichte werden neuerdings Ein-Euro-JobberInnen beschäftigt – davon jedenfalls berichtet Torsten Michaelsen. Sie rekrutieren unter dem Zwang der »Arbeitsgemeinschaften« (Arge) und vorzugsweise aus dem Kulturbereich, wie Ann-Kathrin Stoltenhoff herausfand. So skandiert derzeit ein »Chor der Arbeitslosen« auf der Bühne des Hamburger Schauspielhauses den Satz: »Marat – was ist nur aus unserer Revolution geworden?“ Die Chormitglieder müssen auf der Bühne die Geschichte ihres Abstiegs in Hartz 4 erzählen. Annette Wehrmann sagte die Mitarbeit beim Chor ab und läßt uns nun hinter die Kulissen blicken [mehr]

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Vorsprechen im Schauspielhaus

von Annette Wehrmann

MARAT im Schauspielhaus – oder eine wahre Begebenheit aus dem von Erwerbsarbeit befreiten Leben – oder immer hinein mit dem Fuß in die Tür zum Kulturbetrieb! Die Vision eines glückselig von Erwerbsarbeit befreiten Lebens teilen viele Menschen miteinander, nichtsdestotrotz geraten etliche Menschen immer wieder in die Lage einer unfreiwillig und höchst unglückselig von Lohnarbeit befreiten Existenz. Ein Umstand, dem dann durch Jobsuche Abhilfe geschaffen werden soll, was sich leider nicht immer so einfach gestaltet wie erhofft.

Arbeit lässt sich nicht immer finden, und vor allem solche nicht, für die man auch bezahlt wird oder zumindest ein ausreichendes Entgelt erhält, von dem sich Miete, Krankenversicherung und Lebensunterhalt bestreiten lassen, weiterlesen:
http://thinghh.netropol.de/index.php?id=985#comment434

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Sag Ja – Nein

http://www.thing-hamburg.de/index.php?id=790

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Annette Wehrmann und Michael Dörner im Gängeviertel. Foto: jst/gfok 2010

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Annette Wehrmann
Corporate Fairytales And Other Sculptural Maneuvers
Stephan Dillemuth und Nils Norman in der Galerie für Landschaftskunst, Hamburg
http://www.textezurkunst.de/54/corporate-fairytales-and-other-sculptural-maneuve/

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Annette Wehrmann gestorben
http://schaetzchen.blogsport.de/2010/05/21/annette-wehrmann/
http://www.kunstaspekte.de/index.php?action=webpages&k=3583

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This article was written on 23. Nov 2011
Open Letter to Artists
I participated in an audition on November 7th for performance artist Marina Abramović’s production for the annual gala of the Museum of Contemporary Art, Los Angeles. I auditioned because I wanted to participate in the project of an artist whose work I have followed with interest for many years and because it was affiliated with MOCA, an institution that I have a connection with as a Los Angeles-based artist. Out of approximately eight hundred applicants, I was one of two hundred selected to audition. Ultimately, I was offered the role of one of six nude females to re-enact Abramović’s signature work, Nude with Skeleton (2002), at the center of tables with seats priced at up to $100,000 each. For reasons I detail here—reasons which I strongly believe need to be made public—I turned it down.

I am writing to address three main points: One, to add my voice to the discourse around this event as an artist who was critical of the experience and decided to walk away, a voice which I feel has been absent thus far in the LA Times and New York Times coverage; Two, to clarify my identity as the informant about the conditions being asked of artists and make clear why I chose, up till now, to be anonymous in regards to my email to Yvonne Rainer; And three, to prompt a shift of thinking of cultural workers to consider, when either accepting or rejecting work of any kind, the short- and long-term impact of our personal choices on the entire field. Each point is to support my overriding interest in organizing and forming a union that secures labor standards and fair wages for fine and performing artists in Los Angeles and beyond.

I refused to participate as a performer because what I anticipated would be a few hours of creative labor, a meal, and the chance to network with like-minded colleagues turned out to be an unfairly remunerated job. I was expected to lie naked and speechless on a slowly rotating table, starting from before guests arrived and lasting until after they left (a total of nearly four hours. I was expected to ignore (by staying in what Abramović refers to as “performance mode”) any potential physical or verbal harassment while performing. I was expected to commit to fifteen hours of rehearsal time, and sign a Non-Disclosure Agreement stating that if I spoke to anyone about what happened in the audition I was liable for being sued by Bounce Events, Marketing, Inc., the event’s producer, for a sum of $1 million dollars plus attorney fees.

I was to be paid $150. During the audition, there was no mention of safeguards, signs, or signals for performers in distress, and when I asked about what protection would be provided I was told it could not be guaranteed. What I experienced as an auditionee for this work was extremely problematic, exploitative, and potentially abusive.

I am a professional dancer and choreographer with 16 years of experience working in the United States, Canada and Europe, and I hold a Master of Fine Arts degree in Dance from the University of California, Los Angeles. As a professional artist working towards earning a middle class living in Los Angeles, I am outraged that there are no official or even unofficial standard practice measures for working conditions, compensation, and benefits for artists and performers, or for relations between creator, performer, presenting venue and production company in regard to such highly respected and professionalized individuals and institutions such as Abramović and MOCA. In Europe I produced over a dozen performance works involving casts up to 15 to 20 artists. When I hired dancers, I was obliged to follow a national union pay scale agreement based on each artist’s number of years of experience. In Canada, where I recently performed a work by another artist, I was paid $350 for one performance that lasted 15 minutes, not including rehearsal time that was supported by another fee for up to 35 hours, in accordance with the standards set by CARFAC (Canadian Artists Representation/Le Front Des Artistes Canadiens) established in 1968.

If my call for labor standards for artists seems out of bounds, think of the Screen Actors Guild (SAG, established 1933), the American Federation of Musicians (AFM, founded 1896), or the umbrella organization the Associated Actors and Artistes of America (the 4A’s, founded in 1919), which hold the film, theater and music industries to regulatory and best practice standards for commercial working artists and entertainers. If there is any group of cultural workers that deserves basic standards of labor, it is us performers working in museums, whose medium is our own bodies and deserve humane treatment and respect. Artists of all disciplines deserve fair and equal treatment and can organize if we care enough to put the effort into it. I would rather be the face of the outspoken artist then the silenced, slowly rotating head (or, worse, “centerpiece”) at the table. I want a voice, loud and clear.

Abramović’s call for artists was, as the LA Times quoted, for “strong, silent types.” I am certainly strong but I am not comfortable with silence in this situation. I refuse to be a silent artist regarding issues that affect my livelihood and the culture of my practice. There are issues too important to be silenced and I just happen to be the one to speak out, to break that silence. I spoke out in response to ethics, not artistic material or content, and I know that I am not the only one who feels the way I do.

I rejected the offer to work with Abramović and MOCA—to participate in perpetuating unethical, exploitative and discriminatory labor practices—with my community in mind. It has moved me to work towards the establishment of ethical standards, labor rights and equal pay for artists, especially dancers, who tend to be some of the lowest paid artists.

The time has come for artists in Los Angeles and elsewhere to unite, organize, and work toward changing the degenerate discrepancies between the wealthy and powerful funders of art and the artists, mainly poor, who are at its service and are expected to provide so-called avant-garde, prescient content or “entertainment,” as is increasingly the case—what is nonetheless merchandise in the service of money. We must do this not because of what happened at MOCA but in response to a greater need (painfully demonstrated by the events at MOCA) for equity and justice for cultural workers.

I am not judging my colleagues who accepted their roles in this work and I, too, am vulnerable to the cult of charisma surrounding celebrity artists. I am judging, rather, the current social, cultural, and economic conditions that have rendered the exploitation of cultural workers commonplace, natural, and even horrifically banal, whether its perpetrated by entities such as MOCA and Abramović or self-imposed by the artists themselves.

I want to suggest another mode of thinking: When we, as artists, accept or reject work, when we participate in the making of a work, even (or perhaps especially) when it is not our own, we contribute to the establishment of standards and precedents for our cohort and all who will come after us.

To conclude, I am grateful to Rainer for utilizing her position (without a request from me) of cultural authority and respect to make these issues public for the sake of launching a debate that has been overlooked for too long. Jeffrey Deitch, Director of MOCA, was quoted in the LA Times as saying, in response to receiving my anonymous email and Rainer’s letter, “Art is about dialogue.” While I agree, Deitch’s idea of dialogue here is only a palliative. It obscures a situation of injustice in which both artist and institution have proven irresponsible in their unwillingness to recognize that art is not immune to ethical standards. Let’s have a new discourse that begins on this thought.

Sara Wookey

http://theperformanceclub.org/2011/11/open-letter-to-artists/

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fotografie + bildbearbeitung: jörg stange, gfok | dank an dr.nagel ’09

Solitäres/Singuläres Scheitern am Bau =>[::]

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Caries dentium-vorsprechen-stange

Foto: Jörg Stange, gfok

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Februar 22, 2009 at 10:51

Werner Rügemer: Verhindert die Bankenrettung!

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Plädoyer für die Insolvenz der Banken

meta-info.de | Wenn die Finanzakteure, insbesondere die Banken, sich gerade jetzt in ihrer bisher freiesten Phase selbst als handlungsunfähig erklären und die Rettung beim fundamentalistisch kritisierten Staat suchen, dann müssen sie wirklich am Ende sein. Gemessen am eigenen Selbstverständnis hat das Kapital seinen Bankrott erklärt.

Nichts wäre systemgerechter als dass jede zahlungsunfähige Bank zum Insolvenzrichter geht oder mit sanfter Gewalt dorthin begleitet wird. Gerade das aber passiert nicht. Insolvenzverschleppung ist eine Straftat, wäre dies sogar auch in einem betriebswirtschaftlich gut geführten Sozialismus. Aber der jetzige, eigentlich handlungsunfähige Staat sorgt hurtig und eilfertig für die Brechung seiner eigenen Gesetze. Und auch die EU-Markt-Fundis sind plötzlich ganz flexibel von der Richtigkeit der Verfahren überzeugt, die sie bisher verteufelt haben.

So manche KritikerInnen, die den „Marktradikalismus” der Neoliberalen heftig attackierten, müssen nun erfahren, dass die „Marktradikalen” in Sekundenschnelle zu Staatsradikalen mutierten und dabei offensichtlich keinerlei Argumentationsprobleme hatten. Man muss aber nur genauer hinsehen bzw. bisher hingesehen haben. In Wirklichkeit hat die neoliberale Wirtschaft unter Führung der Finanzakteure von vornherein auf die Vollkasko-Methode gesetzt: volle private Freiheit und volle staatliche Absicherung.

„Als angemessene kalkulatorische Verzinsung des von den Privaten eingesetzten Eigenkapitals gilt die durchschnittliche Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen… zuzüglich eines jeweiligen, dem unternehmerischen Risiko angemessenen Risikozuschlags”, lautet § 3 Absatz 4 des Gesetzes über den Bau und die Finanzierung von Bundesfernstraßen durch Private, beschlossen 1994 vom Bundestag auf Initiative von CDU und FDP. Das gilt, wenn Baukonzerne und Banken den Bau und die Finanzierung von Straßen übernehmen. Staatlich garantierter Risikozuschlag! Eigentlich nicht nur nach neoliberaler Lehre der Widerspruch in sich selbst. Macht aber nichts. Ist aber genau das, was die wollten. Und jetzt bekommen.

Diese staatliche Gewinn-Garantie und Risiko-Absicherung findet sich standardisiert bei allen Privatisierungen, z.B. in den Entsorgungsverträgen der Städte mit privaten Müllofenbetreibern. Für die Investoren RWE und Veolia, die im Jahre 2000 die Hälfte der Berliner Wasserbetriebe für 30 Jahre gekauft haben, gilt die selbe Garantie: Wenn die Preise und Gebühren für Trinkwasser und Abwasser es nicht hergeben, dann muss aus dem Landeshaushalt nachgeschossen werden. Undsoweiter und so fort. Da haben halt auch die linken Kritiker des „Marktradikalismus” sich nur an der Theorie abgearbeitet und nicht an der Praxis.

Ob die Chipwerke von Advanced Micro Devices in Dresden oder das Handywerk von Nokia in Bochum – welcher Investor baut noch irgendeine Fabrik, die nicht möglichst weitgehend vom Staat mitfinanziert wird, begleitet von Steuerermäßigungen, Lohnverzicht, bedingungslosen Infrastrukturvorleistungen? Staatliches Wohngeld für das Hochhalten der Mieten, staatliche Zuschüsse für Kombilöhne, Zuschüsse für Vollzeit-Tagelöhner aus der Arbeitslosenkasse, staatliche Pensionszahlungen für die frühverrenteten Mitarbeiter der privatisierten Post – und das alles als Dauerleistung in zwei- und dreistelliger Milliardenhöhe.

Gerade die lautesten Markt-Schreihälse sind nun die radikalsten Verstaatlicher. Der Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs, die wie die anderen vier US-Investmentbanken mit ihren „Finanzinnovationen” wesentlich die Finanzkrise herbeigeführt hat, rettete sich rechtzeitig in die Regierung und gibt nun mit der Staats-Maske des Finanzministers den Bankenretter. Der Chef der Deutschen Bank, ebenfalls als Kreditgeber für Hedge Fonds, Private Equity Fonds und spekulative Hypothekenbündel führend unter den Verursachern der Krise, hat wesentlichen Einfluss beim deutschen Rettungspaket: Die außerbilanziell geführten Briefkastenfirmen der IKB in der US-Finanzoase Delaware wurden mit 10 Milliarden Euro gerettet, nur damit die Deutsche Bank und andere ihre Kredite, die sie der IKB für die „giftigen” Spekulationsprodukte gegeben haben, zurückgezahlt bekommen. Erst danach wurde die IKB für 120 Millionen an eine US-Heuschrecke bzw. deren „deutsche” Niederlassung verscherbelt. Ähnlich ist es bei der mit 50 Milliarden Euro immer noch nicht geretteten Hypo Real Estate, dort stellt die Deutsche Bank inzwischen den neuen Vorstand und kann die staatlichen Gaben nach eigenem Gusto und in aller Heimlichkeit verteilen.

Der Staat ist hier kein Staat nach den Vorgaben des Grundgesetzes und von Allgemeininteressen. Der Bundestag gab der neuen Finanzmarkt-Stabilisierungs-Anstalt (FMSA) einen 500-Milliarden-Blankoscheck. Diese Anstalt und ihre staatlichen Finanzen sind aus der parlamentarischen Prozedur und aus dem Bundeshaushalt ausgegliedert. Mit der Schlußbilanz in einigen Jahren werden wie bei der alten Treuhand-Anstalt, die das DDR-Vermögen privatisierte, die Schulden dann auf die öffentlichen Haushalte übertragen. Der Staat setzt hier also mit ausgelagerten Zweckgesellschaften und Schattenbudgets auf dieselben Praktiken, die zur Finanzkrise geführt haben. Die FMSA ist eine staatliche Behörde, doch darin waltet uneingeschränkt die private Bankenlogik und die private Selbstbedienung.

Welchen volkswirtschaftlichen Sinn macht es, diese Finanzakteure zu subventionieren, ihnen ihre zerstörerischen Werkzeuge zu belassen und alles nur ein bisschen besser zu überwachen? Und zwar überwachen zu lassen durch Institutionen wie Weltbank, Weltwährungsfonds, Europäische Zentralbank, die die Krise nicht vorhergesehen und verhindert, sondern mitorganisiert haben? Weiterverkauf von Krediten in einer endlosen Kette (Verbriefung), Wetten auf Aktienkurse, Wetten auf Ausfälle, Auslagerung solcher Transaktionen in außerbilanzielle „Zweckgesellschaften”, Auslagerung dieser versteckten Operationen zudem in Finanzoasen: Alle diese reinen Interbanken-Geschäfte machen neun Zehntel aller gegenwärtigen Bankgeschäfte aus und haben in die Finanzkrise geführt.

Dasselbe haben aber nicht nur Banken praktiziert, sondern auch Konzerne. Alle Automobilfirmen etwa betreiben ihre Banktöchter Die haben erstmal nur Kredite für Autokäufe vergeben, dann aber diese Kredite und alle anderen Forderungen an Dritte ebenfalls zu spekulativen Finanzprodukten gemacht: Deshalb haben auch die extrem kreditabhängigen Autokonzerne jetzt kein Eigenkapital und sind der von ihnen selbst mitverursachten Krise ausgeliefert.

Diese Praktiken haben in der Tat nicht nur das „Vertrauen”, sondern auch die Gemeinschaft zerstört, das ökonomische Eigentum ausgezehrt, sei es privat oder öffentlich. Ausgezehrt und entwürdigt wurden insbesondere die abhängig Beschäftigten und die Nicht-mehr-Beschäftigten. Soll jetzt durch die staatlichen Rettungspakete das „Vertrauen” in die giftigen Instrumente und gemeinschaftsschädlichen Akteure wieder aufgebaut werden? Nein. Es kommt darauf an, diese gemeingefährlichen Praktiken nicht zu vergesellschaften, sondern sie zu eliminieren.

Die Bankrotterklärung der Finanzakteure muss ernst und angenommen werden. Der perverse, staatlich garantierte Risikozuschlag darf nicht weiter regieren. Sonst gehen die vielfältigen Formen der direkten und schleichenden Enteignung weiter. Und sonst ist nicht nur die nächste Finanz-, sondern auch die nächste Wirtschafts- und Demokratiekrise vorprogrammiert.

Werner Rügemer

http://www.meta-info.de/index.php?newsfull=1&lid=32954&rubrik=politik

http://de.wikipedia.org/wiki/Werner Rügemer

Vorstand im Business Crime Control http://businesscrime.de/

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Desaster für das Finanzministerium

Hypo Real Estate

23.06.2009

Von Claus Hulverscheidt und Klaus Ott

In Berlin war viel über die Lage bei der Hypo Real Estate bekannt. Das Finanzministerium hat aber das Wissen bei der Rettung nicht genutzt =
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/613/473131/text/

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Februar 22, 2009 at 02:43

»Invent(o)ur-Prophylaxe« von lateinisch invenire = etwas bzw. es vorfinden

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Bilanz Invent(o)ur°


Von lateinisch invenire = etwas bzw. es vorfinden, ist die Erfassung aller vorhandenen Bestände. Durch die Inventur werden Vermögenswerte und Schulden eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag ermittelt und schriftlich niedergelegt. Das Ergebnis einer Inventur ist das Inventar, ein Bestandsverzeichnis, das alle Vermögensteile und Schulden nach Art, Menge und Wert aufführt.

Jeder Kaufmann ist gemäß § 240 HGB und §§ 140, 141 AO im Rahmen der ordnungsmäßigen Buchführung zur Inventur verpflichtet, und zwar wenn er ein Unternehmen gründet oder übernimmt, wenn er es schließt, sowie zum Schluss eines jeden Geschäftsjahres *Vermögen (nach steigender Liquidität sortiert): o Anlagevermögen + bebaute Grundstücke + unbebaute Grundstücke + Maschinen + Fuhrpark + Betriebs- & Geschäftsausstattung o Umlaufvermögen + Rohstoffe + Hilfsstoffe + Betriebsstoffe + Unfertige Erzeugnisse + Forderungen + Bargeld (Kasse) [in Zeiten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs nicht mehr höchste Liquidität] + Bundesbank- und Postgiroguthaben + Guthaben bei Kreditinstituten * Schulden (nach steigender Fälligkeit sortiert): o Langfristige Schulden + Hypothekenschulden + Darlehensschulden o Kurzfristige Schulden + Verbindlichkeiten an Lieferanten, + Wechselschulden * Errechnung des Reinvermögens (=Eigenkapital) o Vermögen – Schulden = Reinvermögen

Im Rechnungswesen der Sozialversicherungsträger, insbesondere der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgt die Anordnung umgekehrt; das Vermögen wird nach sinkender Liquidität und die Schulden werden nach sinkender Fälligkeit sortiert. Gewinnermittlung Verlustermittlung

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Liquidität (Freier Kapitalverkehr)

Deutlich wird die Bedeutung dieser Liquiditätsbetrachtung bei der Argentinienkrise: Wenn viele Menschen eine hohe Liquidität in Form von Zentralbankgeld oder Tageseinlagen bei Kreditinstituten unterhalten, die schnell in andere Währungen transferiert werden können, so ist der freie Liquiditätssaldo der Geschäftsbanken hoch. Diese können damit weitgehend unbeeinflusst von der Zentralbank ihren binnenwirtschaftlichen Kreditschöpfungsspielraum nutzen oder die Liquidität in eine fremde Währung transferieren, was der nationalen Währung bei freier Konvertierbarkeit schadet. Deshalb werden die Zentralbank bzw. der Gesetzgeber bemüht sein, die Konvertierbarkeit der Währung weitgehend einzuschränken, um die Liquidität auf das normale Maß zu reduzieren und dadurch den Außenwert der Währung möglichst stabil zu halten.

Liquidität (Geldmenge)

Makroökonomisch bezeichnet Liquidität die vorhandene Geldmenge, wobei M1, M2 oder M3 gemeint sein kann. Die Geldmenge wird von der Konjunktur, insbesondere von der Geldumlaufgeschwindigkeit und der Geldpolitik der Zentralbank beeinflusst. (Parameter L: Liquidität im IS-LM-Modell)

Liquidität eines Marktes

Marktliquidität bezeichnet das Ausmaß, in dem auf einem Markt bestimmte Mengen von Marktgütern oder Kapitalkontrakten jederzeit gehandelt werden können, ohne dass eine einzelne Transaktion den Marktpreis wesentlich beeinflusst…

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Hedgefonds

to hedge [hɛdʒ], „absichern“, engl. hedge fund; selten SAIV – sophisticated alternative investment vehicle, engl. etwa für ausgefeiltes/anspruchsvolles alternatives Investitionsvehikel) sind eine spezielle Art von Investmentfonds, die durch eine spekulative Anlagestrategie gekennzeichnet sind. Hedge-Fonds bieten dadurch die Chance auf sehr hohe Renditen, sind aber dementsprechend auch mit hohen Risiken behaftet.

Typisch für Hedge-Fonds ist der Einsatz von Derivaten und Leerverkäufen. Hiervon rührt auch der irreführende Name, da diese Instrumente außer zur Spekulation auch zur Absicherung (Hedging) verwendet werden können. Außerdem versuchen Hedge-Fonds über Fremdfinanzierung eine höhere Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften (Hebel- oder Leverage-Effekt).

Die meisten Hedge-Fonds haben ihren Sitz an Offshore-Finanzplätzen. Bekannte Hedge-Fonds sind die Quantum Funds des Investmentbankers George Soros und der Fonds Long-Term Capital Management, der 1998 zusammenbrach. Zum Jahresende 2006 hatten Hedge-Fonds weltweit ein Volumen von rund 1,6 Billionen US-Dollar.

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Derivate sind Verträge, die das Recht garantieren zu einem fixen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Die Preisbildung basiert auf einer marktabhängigen Bezugsgröße (Basiswert oder Underlying).[1]. Basiswerte können Wertpapiere (z. B. Aktien, Anleihen), marktbezogene Referenzgrößen (Zinssätze, Indices) oder andere Handelsgegenstände (Rohstoffe, Devisen) sein. Derivate können auch Basiswert von anderen Derivaten (2. Grades) sein. Grundsätzlich kommen als Basiswert oder Underlying Asset auch nicht-ökonomische Größen, wie etwa das Wetter, das dann genau zu definieren ist, in Frage.

Der Handel mit derivativen Finanzinstrumenten hat seit 1986 stark zugenommen. Nachdem er sich anfangs auf vergleichsweise einfache Marktrisiken wie Aktien– und Rohstoffpreise bezog, wurden die dort erprobten Konzepte auch auf Zinsänderungsrisiken und Wechselkursrisiken angewendet. Zu den verhältnismäßig jungen Risikoarten, die gleichfalls durch derivative Finanzinstrumente abgesichert werden können, gehören das Kreditrisiko sowie das Wetterrisiko

„Ja, ja, ja, ja, nee, nee, nee, nee“

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…und Tschüß!

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KP Brehmer* = Eigentlich bin ich Surrealist.

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Dachser Rangieren

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Dachser Tagschicht

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Hier mit Audio:

http://www.myvideo.de/watch/5548258/Dachser_Tagschicht

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Made in Germany: Spedition Dachser –Der Aufschwung fährt mit

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*kapitalistischer Realismus

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Foto: Jörg Stange => Midas (Apollon) = skythische Mütze.

„Deplatziertes Leichenfett“ aus einer Leichenhalle (Mexico) – auf Gehwegplatte aus der Hamburger Kunsthalle – in den öffentlichen Raum transformiert.

Assoziiert

X … Am verstörendsten ist dabei die Installation „Caida libre/Freier Fall“ von Teresa Margolles: Direkt am Eingang der Ausstellung lässt Margolles Fett, angeblich von einem ermordeten Menschen, aus einer Kanne tropfen. Jeder Tropfen soll dabei einen Mord symbolisieren, der nicht gesühnt wird. Mehr: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/charles-manson-ausstellung-blumenkinder-des-boesen-a-603903.html

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Written by medienwatch & metainfo

Februar 22, 2009 at 01:47