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Archive for Februar 18th, 2009

Marat, was ist nur aus unserer Revolution geworden

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“Der zitierte Politporno° präsentiert in Form aufblasbarer Plastikpuppen -als blutiger letzter Abgesang kapitalistischer Barbarei” jst

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1. Februar 2009

“Hamburg muss brennen!”

Bei der Premiere von Volker Löschs Interpretation des Stückes „Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Chareton, unter der Anleitung des Herrn de Sade“ von Peter Weiss im Hamburger Schauspielhaus gab es (fast) einen Skandal. Die Kultursenatorin Karin von Welck intervenierte beim Intendanten Friedrich Schirmer, dass dieser die Verlesung der Namen und Adressen der reichsten Hamburger durch den aus Hartz IV-Empfängern gebildeten Chor am Ende des Stückes verhindern möge. Nach der Verlesung haben einige der genannten eine einstweilige Verfügung bewirkt. Das bürgerliche Theater als spezifischer, sensibler öffentlicher Raum – die Namen waren im Manager Magazin längst veröffentlicht – wurde ebenso sichtbar wie die Möglichkeiten eines Theaters, das nicht auf Repräsentation, sondern auf das nicht-bürgerliche Mittel des Chors setzt. Torsten Michaelsen analysiert für THE THING “Marat, was ist aus deiner Revolution geworden” (…)

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Messer-Mörderin Charlotte Corday Revolutionär Jean Paul Marat ermordet in der Badewanne

Fotos: A.T. Schaefer

hier bitte weiterlesen =

http://www.thing-hamburg.de/index.php?id=968

http://www.schauspielhaus.de/spielplan/detail.php?id_event_cluster=386329

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Termine190
22.02.2009, 18:00 Uhr
03.03.2009, 20:00 Uhr
14.03.2009, 20:00 Uhr
27.03.2009, 20:00 Uhr
02.04.2009, 20:00 Uhr

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PolitPorno°, Kampnagel GfoK 1993 K3, „Haus des Widerstand“ «Aus der Eisenzeit – Übersetzungsformen der Moderne»

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de

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Februar 18, 2009 at 21:59

Die Chancen gegen das Vertraute: Zum Denken der Philosophin Simone Weil

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Simone Weil glaubte an die Notwendigkeit, die Arbeit von Unterdrückung zu befreien.

Die Chancen gegen das Vertraute

Zum Denken der Philosophin Simone Weil

Von Judith Klein

Den Menschen immer wieder neu zu lesen, im Bewusstsein, dass er vielleicht völlig anders ist – dies ist das philosophische Credo von Simone Weil, die vor hundert Jahren geboren wurde. Sie befasste sich mit Fragen der religiösen Mystik und schrieb Texte zur politischen Aktion und zur Aktualisierung der Antike.

Unter dem Titel „Die Chancen gegen das Vertraute“ erinnert Judith Klein an Simone Weil, die 1943 nach aktiver Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg und in der Résistance-Bewegung starb.

Judith Klein lehrte Romanistik, Sozialwissenschaften und Judaistik an den Universitäten Marburg, Poitiers in Frankreich, Heidelberg und Paris. Seit 1998 ist sie freie Publizistin und Übersetzerin.

Die Chancen gegen das Vertraute

Zum Denken der Philosophin Simone Weil

„Ständig zu der Annahme bereit sein, dass ein anderer etwas anderes ist als das, was man in ihm liest, wenn er zugegen ist (oder wenn man an ihn denkt). Oder vielmehr: in ihm auch (und ständig) lesen, dass er gewiss etwas anderes, vielleicht etwas völlig anderes ist als das, was man in ihm liest. (…) Jedes Wesen ist ein stummer Schrei danach, anders gelesen zu werden.“ (…)

Dabei hatte Simone Weil entdeckt, dass Unterdrückung von einem bestimmten Punkt an „nicht Revolte, sondern Unterwerfung hervorruft“:

„Man ist allein mit seiner Arbeit, man könnte nur gegen sie rebellieren – oder mit Ärger arbeiten, das hieße schlecht arbeiten, folglich hungern. (…) Das Erwachen des Denkens ist schmerzhaft. (…) Ich hätte daran zerbrechen können. Es kam beinahe so weit. (…) In Angst erhob ich mich morgens, mit Furcht ging ich in die Fabrik. Ich arbeitete wie eine Sklavin; die Mittagspause war ein zerreißender Schmerz (…). Eine offenkundig unerbittliche und unbezwingbare Unterdrückung bringt als unmittelbare Reaktion keine Revolte hervor, sondern Unterwerfung.“

hier bitte weiterlesen =

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/911617/

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medienwatch.wordpress.com

Die türkische Regierung plant umfangreiche Privatisierungen der Wasserressourcen

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Im Zentrum steht die Überlassung von Quellen, Seen und Flüssen an internationale Konzerne für einen Zeitraum von mindestens 49 Jahren. Dies bedeutet eine neue Qualität der Wasser-Privatisierung.

Im März 2009 wird das „Weltwasserforum“ in Istanbul tagen und die Initialzündung für den anschließend geplanten Verkauf der Wasserressourcen in der gesamten Türkei geben. Das „Forum“ wird bestimmt vom World Water Council, einem privaten Think-Tank, in dem multinationale Wasserkonzerne in enger Zusammenarbeit mit Weltbank, OECD oder EU, ihre strategischen Interessen vorantreiben.
In Istanbul hat sich ein Bündnis gebildet, das Widerstand gegen den Ausverkauf des Wassers organisiert. Darin arbeiten Gewerkschaften (DISK, KESK, oder kleinere aus dem Bereich Kommune, Bau, Landwirtschaft, Bildung) mit Berufsverbänden (Ärztekammer, Ingenieure + Architekten, Juristen,…), linken Parteien und Zeitschriften, dem Sozialforum Türkei und NGOs wie „su politic“ zusammen.
Von Deutschland aus möchten wir diesen Widerstand unterstützen, deshalb entsteht gerade die Projektgruppe su-ko als Plattform für möglichst viele Gruppen und Einzelpersonen, die sich aktiv beteiligen wollen, um diesen Wahnsinn zu stoppen! Auf unserer Webseite versuchen wir alle Quellen über die Hintergründe dieses Vorhabens zusammenzutragen. Eine Unterschriftenliste ist schon im Umlauf.

Ausserdem der Aufruf gegen das Welt Wasser Forum in deutsch, türkisch und englisch
Bitte unterschreiben lassen!

Gemeinsame Unterschriftenliste von attac und ver.di gegen die Privatisierung des Wassers in der Türkei! Bitte ausdrucken, auslegen und an attac oder ver.di (Anschriften unten auf den Listen) zurücksenden! Danke!

Ihr könnt auch direkt online unterschreiben!

Ausserdem kann hier unser aktueller Flyer (5-spaltig zum Falten) in deutsch/türkisch heruntergeladen werden!

http://www.attac-netzwerk.de/wasser/

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Weltbank schmiert Wasserprivatisierung
Weltbankpräsident Wolfowitz ist am 1. Juni 2006 in Hamburg: auch Water steht auf der Agenda
Drei europäische transnationale Unternehmen, dazu große Abfüller von Wasserflaschen wie Nestlé, Coca Cola oder Pepsi seien gerade dabei, die weltweiten Wasservorräte unter sich aufzuteilen. [„Denk an den Marathon Man. Dustin Hoffman rennt um das Trinkwasserreservoir von Manhattan. Diese Intensität! Der Takt der Schritte, das Hecheln im Off]“

http://www.meta-info.de/index.php?newsfull=1&lid=24039&rubrik=politik

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Februar 18, 2009 at 20:05

»Kommerz statt Kunst« Letztes Konzert in der Blinzelbar

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Blinzelbar

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letztes Konzert in der Blinzelbar !!


Samstag, 21.2.2009 ….. 21.00 Ohr h7– club für aktuelle musik

Release-Konzert zur CD

blinzeln
erschienen
bei

creative sources recordings

Birgit Ulher – trumpet, Heiner Metzger – soundtable

***mit dj Gregory Büttner*

+ eine Blinzelbowle

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Birgit Ulher, trompete, radio, mutes, speaker | Heiner Metzger, soundtable, piezo pickups, mixer

Birgit Ulher und Heiner Metzger spielen seit 25 Jahren zusammen in verschiedenen Formationen. Als Duo spielten sie 2005 anlässlich der Installation ‚vom Tisch zur Tafel‘ von Judith Haman zum ersten Mal in dieser Instrumentenkonstellation, und in der Folgezeit zusammen mit internationalen und lokalen MusikerInnen bei vielen h7- clubkonzerten in der ‚Blinzelbar‘. Inzwischen haben sie einen sehr eigenen, abstrakten, elektroakustischen Klangraum mit den Geräuschen und Klängen von Soundtable und Trompete entwickelt. Auf dem Soundtable werden Alltagsgegenstände wie Schneebesen, Bürsten, Besteck, Gläser, u.a., bewegt, gestrichen, gezupft oder gerieben. Verstärkt durch Piezotonabnehmer bekommen die Tischklänge eine ungewohnte Präsenz, werden Klangtexturen und die Bespielungsdetails deutlich hörbar. Diese Klänge interagieren, kontrastieren oder vermischen sich mit einer differenzierten Grammatik an Trompetenklängen, die mitunter durch abstrakte Radiosounds erweitert werden, die ein Lautsprecher in die Trompete projiziert. Daraus entstehen komplexe, teils reduzierte Klanglandschaften, changierend zwischen flächigen und eher perkussiven Passagen. Das Duo spielte Konzerte in Hamburg, Bremen und Berlin und hat im Dezember 2008 auf dem portugiesischen Label Creative Sources seine CD ‚blinzeln‘ veröffentlicht.

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Die neuen Eigentümer des „Forum“-Gebäudes haben der Blinzelbar die Kündigung mitgeteilt. Im April 2009 wird mit dem Umbau begonnen. Einzelhandelsgeschäfte sollen nach dem Umbau wieder im Erdgeschoß einziehen. Die Blinzelbar hat keine Option hier weiter Konzerte, Installationen, Ausstellungen und Themenabende zu veranstalten. Die Blinzelbar/Judith Haman und Heiner Metzger bemühten sich von Beginn (Juli 2005) an, Öffentlichkeit und Entscheidungsträger von einer anderen Zukunft für das Gebäudes zu überzeugen: die Stadt Hamburg hätte ihr „Vorkaufsrecht“ in Anspruch nehmen können, dadurch wäre der Verkauf des Gebäudes an eine Mietergenossenschaft möglich geworden. Die Vermietung der Erdgeschoßflächen an Kunst/Kultur/Sozialinitiativen und Gewerbeträger, der Umbau der leerstehenden Büroräume in Wohnungen und die Renovierung der bestehenden Wohnungen wären damit finanzierbar geworden. Und die jetzigen Mieter hätten eine realistische Perspektive zum Verbleib in ihren Wohnungen, Kunsträumen und Ateliers bekommen. Der Umbauplan der neuen Eigentümer setzt stattdessen auf eine rein kommerzielle Nutzung, er wird viele Wohnmieter und die Initiativräume vertreiben und das in den letzten fünf Jahren entstandene Kulturleben in der Großen Bergstraße beenden. Das Bauvorhaben wurde von den regierenden Bezirkspolitikern bewilligt; es wird mit öffentlichen Geldern finanziert.

Große Bergstraße 156 – Hamburg-Altona

http://www.hierunda.de/blinzelbar.html

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Februar 18, 2009 at 19:48