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Philosoph Sloterdijk G8 = „Operette der Entscheidungen“

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Philosoph Sloterdijk: G8-Gipfel ist für Medien inszeniert

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Moderation: Liane von Billerbeck

Der Philosoph Peter Sloterdijk hat Versammlungsformen wie den G8-Gipfel kritisiert. Auf der einen Seite gebe es den Gipfel, der auf der Weltbühne „eine Art von Operette der Entscheidungen oder der Entscheidungsfähigkeit“ aufführe, sich aber in Wahrheit gegensätzlich blockiere. Auf der anderen Seite gebe es die Protestierer, die ein „Musical“ aufführten, in dem die „verschiedensten Melodien“ von „Interpretationen der Weltlage“ gespielt würden, sagte Sloterdijk (…)

(…) „Von Billerbeck: Aber nun hat die Welt ja genug Probleme – Armut, Hunger, Krankheiten, Umweltzerstörung, so viel -, dass, wie man bei Ihnen nachlesen kann, es für mehr als ein 1917, also eine Oktoberrevolution reichen dürfte. Warum lässt sich daraus nichts Produktives filtern?

Sloterdijk: Die Sammlungsformen fehlen im Augenblick, und die Probleme müssen heute auf andere Weise gelöst werden als durch die Konstitution von so großen Zornparteien oder Zornkörpern, wie wir sie in der Geschichte beobachtet haben. Das ist etwas, was die Zeitgenossen schwer verstehen, und deswegen wird auch zurzeit eher fortgefahren auf der Linie der historischen Protestbewegungen. Aber ich denke, das Schicksal dieser Protestbewegungen ist dadurch vorentschieden, dass sich ja, wie wir in Deutschland es gerade erleben, die Illusionen auf beiden Seiten des Zauns so sehr enthüllt haben. Wenn acht mächtige Menschen zusammenkommen müssen, um einen Beschluss vom Typ des eben Formulierten zu fassen, dann wird klar, dass hinter dem Zaun ja eigentlich die acht ohnmächtigsten Menschen der Welt sich versammelt haben und dass die Protestierer sich in gewisser Weise in der Adresse irren, wenn sie glauben, dass sie mit den G8-Chefs reden können oder reden müssen, um ihre Anliegen vorwegzubringen.“ (…)

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bitte hier weiterlesen:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/633713/

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foto: jörg stange 08

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Written by medienwatch & metainfo

Februar 4, 2009 um 13:04

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