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Aufgedeckt: Regierung und Medien verschleiern wahres Ausmaß der Finanzkrise

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[meta-info.de] Es gibt offenbar koordinierte Bemühungen, das wahre Ausmaß der Finanzkrise zu verbergen: nach einem Artikel der „Zeit“ sind am 8.10.08 die Chefredakteure der führenden deutschen Medien zu einer Konferenz der Bundesregierung eingeladen worden. Bundeskanzlerin und Finanzminister Steinbrück forderten bei dieser Gelegenheit die Medienmacher dazu auf, in ihrer Berichterstattung darauf zu achten, dass sie keine nachteilige Stimmung verursache.

Das bewährte Konzept, den Bürgern Scheuklappen anzulegen, sie patriarchalisch zu bevormunden sollte helfen, die Krise zu bewältigen, für die man noch keine Lösung kannte.

Die Strategie der Bevormundung kam nicht erstmalig zum Einsatz: früher war bereits etwa in der EU-Politik offensichtlich, dass Bundeskanzlerin Merkel darauf setzte, die Zahl der an wesentlichen Entscheidungen Beteiligten auf das absolute Minimum zu reduzieren: man scheute demokratische Verfahren wie der Teufel das Weihwasser.

Nun werden diese Bemühungen der Bundesregierung um Manipulation der Berichterstattung offenbar von der „Zeit“ infrage gestellt.
Unserer Redaktion ist das Blatt dafür bekannt, bei Gelegenheit konsequent Partei zu ergreifen, sich ausschließlich auf die Sichtweise einer Konfliktpartei zu konzentrieren und es bei diesen Gelegenheiten es mit der journalistischen Neutralität nicht sonderlich genau zu nehmen.
Vor diesem Hintergrund ist der gegenwärtige Schritt bemerkenswert: es wird gegen die Politik der Bevormundung argumentiert. In einer Situation, in der keiner eine Antwort zur Lösung der Krise in der Hand hätte, helfe es nicht, die Bevölkerung von den Vorgängen auszuschließen.
Hingewiesen wird auch auf US-Präsident Obama, der in seiner Antrittsrede davon sprach, die Zeit der Kindereien sei vorbei.
Sein Vorgänger Bush und Vize Cheney hatten in nie gekanntem Ausmaß auf Geheimhaltung, Undurchsichtigkeit und Bevormundung gesetzt.

Ob nun das deutsche Publikum gefasst ist auf die Zumutungen, die aus dem Ende der Gouvernantenfunktion der Regierung resultieren, ob die Deutschen tatsächlich bereit sind, selbstständig zu denken und sich zu verhalten, bleibt eine ungeklärte Frage: bisher scheinen die Wenigsten bereit, ihr politisches Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

Auch von Ex-Präsident Bush gab es in seiner Abschiedsrede den Hinweis auf die Bevormundung der Bevölkerung: im Herbst 2008, als die US-Regierung noch nicht zuzugeben bereit war, dass sich das Land in einer Rezession befand, lag der Regierung offenbar eine
in Auftrag gegebene Analyse vor, die Aufschluss gab über die Schwere der bevorstehenden Krise. Bush erklärte in seiner Abschiedsrede, er hätte nie gedacht, dass seine Amtszeit in den Beginn einer Krise hineinreichen werde, die schwerer sei, als die Weltwirtschaftskrise der Großen Rezession in den 30er-Jahren.

Nach dem Artikel der „Zeit“ herrscht bei der Bundesregierung offensichtlich Ratlosigkeit bei der Bewältigung der Krise. Sachkundige Analysten ergab sich dieser Eindruck bereits seit längerer Zeit:
Die MetaInfo-Redaktion sah sich bisher nicht in der Lage, eine zielführende Struktur in den eingeleiteten Massnahmen zu erkennen, die mehr bezweckten, als die Betroffenheiten der Verursacher aus der Finanzindustrie zu lindern – Massnahmen, die von uns eher als gravierend kontraproduktiv und schädlich für das Gemeinwesens identifiziert wurden.

Bisher jedoch scheint die Bevölkerung in Deutschland zufrieden damit zu sein, keine Kenntnis zu haben, von den ausserordentlich gravierenden ökonomischen und finanziellen Vorgängen, die sie betreffen: man zieht es vor, sich mit den Ergebnissen der Fußballbundesliga zu befassen oder mit den letzten Fettnäpfchen, die ein Talkmaster oder eine andere Figur der Unterhaltungsbranche frequentierte.
Den Kopf in den Sand gesteckt zu halten scheint eine Mehrheit der Bundesbürger bisher als natürliches und angemessenes Verhalten zu empfinden in einer Situation der existenziellen Bedrohung. gw

Quelle

http://images.zeit.de/text/2009/06/Ratlosigkeit

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Written by medienwatch & metainfo

Februar 1, 2009 um 08:21

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