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Archive for Februar 2009

Radierungen von Eduard Manet in der Hamburger Kunsthalle

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metainfo | 27.02 2009

Radierungen von Eduard Manet in der Hamburger Kunsthalle

Eine erlesene Auswahl an Radierungen von Eduard Manet erblickt die Öffentlichkeit.

Manet der stark durch die spanischen Maler Diego Velasquez und Francisco de Goya geprägt war, lässt in jedem radierten Blatt, in jeder Aquatintaätzung, seine revolutioniäre – von Charles Baudelaire als „modern“ bezeichnete Malweise durchdelektieren. Wer sich, wie er, Goya als „genius loci“ erwählt hat studiert und transformiert auch seine Haltung, mit jedem Strich im Duktus radikal-goyaesker Aufklärung mit. Die Radierung incl. Ätztechnik(en) als subversiv-sublime Gesellschaftskritik auch als transformierte „Alchemie“ parallel kursierender Aufklärung benutzt, inskribiert – lebt die Annäherung der Technik Goyas, zur thematischen Transparenz und Sichtbarmachung, zu überwindender Gefühlsduselei und falschem Pathos vorherrschender Dekadenz, historisierender Salonmalerei.
Die Radierung als ein Handwerk radikaler Kritik und als ästhetisches Druckwerk und „Flugblatt-Waffe“, gegen das Geschmacksdiktat opportuner Herrschaftmalerei. Bei Manet ein insistierend, inventionistischer Übertrag und Akt seiner gesellschaftskritischen Haltung. Das alles fliesst in die Zeichnung im Radere [Radierung: lateinisch radere »kratzen«, »schaben«] seiner Arbeit ein und versorgt Manet mit Kenntnis, Erkenntnis und Furore „Gleichgesinnter“ wie z.B. Auguste Renoir, und erfährt die Würdigung der Olympia in einem Buch durch Paul Cezanne. Er kratzt an den scheinbaren Grundfesten des Historismus und erweitert die Malerei. Mit der „prostituierten Olympia“ demaskiert er radikal die bürgerliche Scheinwelt und zeigt die eigentliche Pornographie der Gesellschaft auf. In der Malerei entwickelt Manet sich deutlich weiter und prägt die Malerei neu.
Im bürgerlichen Gegenpol, die Kritik der malenden Auftragsempfänger und Angepassten. Aber auch so große Maler-Kollegen wie Eugène Delacroix derart, dass man ihn schmähte und mit negativ Kritik abzutreiben suchte – bis tatsächlich, durch kleinkarierte Bürger aufmerksam gemacht, auch schon mal die Polizei auftrat und Olympia mit einem Tuch verdunkelte. Obwohl auch bei den Salonopportunisten viel nackte Haut zu Markte – hinter historisierender Deckung getragen wurde, kam man bei Manets Aktgemälden (über Motive Goyas in Stellung gebracht), zu vernichtender Skandalisierung überein. Geheuchelte Werte als „Mopping und Verrat“ an Aufrichtigkeit und Aufklärung.

manet-gassner-stolzenburg-color303Der Vater wollte den Sohn in seinen Fussstapfen zum Juristen ausgebildet sehen. Das klappte nicht, Manet Junior scheiterte an der Aufnahmeprüfung. Nun sollte es die Marine sein, aber auch hier scheiterte er an der Prüfung. Er entschied sich allen Irritationen und Widerständen zum Trotz „einfach“ Maler zu werden. Seine Marinebilder in der Tragik auch die Darstellung von durch Krieg zerstörter Schiffe. War in der gleichen geschmähten Malweise, bei den bigotten Spiessern seiner Zeit, verschrien. Heute, nachdem er in grossen Museen vertreten ist und kunsthistorisch ein nicht wegzudenkender Künstler ist, verweisen auch fanatische maritime Sammler auf das Werk von Manet. Hier muss er in der Regel widerspruchslos herhalten. Kaum jemand regt sich auf. Im Gegenteil man lässt es geschehen und heuchelt „zu Gunsten einer Stadt“: Er wird von Leuten benutzt oder missbraucht, die er zu Lebzeiten über seine Malerei demaskierte. Die Idee vom „Freien Maler“ setzte sich in ihm durch. Welch ein Glück für die Welt! Hubertus Gassner der Direktor der Hamburger Kunsthalle und der Kurator Andreas Stolzenburg vor einem der aufregenden Blätter: Ein Seestück! – beide Kunsthistoriker besprechen das Se(h)stück, aufgrund von Fragen und Hinweisen, eines Pressegeladenen sehr anschaulich.
Es gab Gerüchte, Manet* sei während seiner Deutschlandreise, in dem bereits im 19. Jh. beliebten Strandbad Heiligendamm gewesen. Erbaut in klassizistischer Manier vom kriegerischen Herzog Friedrich Franz I.
Als Ort, also nicht ganz frei vom G8 Gipfel kriegerisch ignoranter Ikonografie und des Diskurses, um die letzten „Heiligen vom Damm“. Und damit in gegenwärtiger Assoziation embedded zugelassen. – Wider kurzlebiger Erinnerung neoliberaler Verdrängungsmuster. Kunst und Wissenschaft performte 2007 u.a. diese Frage auf einem 100 Jährigen Zweimaster und ehemaligen Minensuchboot vor Heiligendamm während des G8 Gipfels. Gustave Gourbet und Eduard Manet (Monet) im Konzept von „Welle Woge Weltbild“ (Gerlach) surreal im Einsatz und damit „anwesend“. *Monet
Die Desastres de la Guerra Goyas sind geprägt von den Folgen der grausamen napoleonischen Herrschaft über Spanien (Befreiungskrieg). Sie sind über das Studium Manets über Goya, auch wenn dieses Thema nicht der Ausstellung eingebunden ist – wurde es doch vom Kurator in Erwähnung gebracht. Krieg und Gewalt ist eben nicht als Leiderfahrung aus dem Gedächtnis abzukoppeln. Die Blätter Manets spiegeln dialogisch sinnliche Nähe zu den grossen spanischen Vor-Bild(n)ern -universeller Freiheit, in der Einstellung frei von Krieg und Kriegsgräul restaurativer Gesinnung.
Eine „Zigeuner-Familie“, wird hier zum Sinnbild einer freieren Lebensform und temperiert die Nadel des Zeichners -virtuos und leidenschaftlich! Man erinnere die kitschig entblößte schöne Zigeunerin, in der Nachkriegsära nach Auschwitz -hier ist es anders, eine Familie mit stillender Mutter, inkarniert lebendige, musikalische Freude und ist Einladung, die „freie Form“ anzunehmen und nicht nur mit ihr zu kokettieren. Fremdheit und die Angst vor der Freiheit scheint überwunden -ist erzeichnet, ermalt- wird erlebt und gelebt… wie selbstverständlich, belegt durch die aufrichtige Transformation des Materials dem Betrachter vor Augen geführt.

Die Kopfbedeckungen der Figuren und in Stillleben sind nicht beliebig angelegt, sie können als Sinnbild und als Bedeutungsebende historischer Widerstands-Metaphern, sozusagen als Zeichensetzung (=> skythische Mütze) -als Befreiungsform von Zwang, geistiger Enge und Verachtung gelesen werden.

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Die Nackheit der Prostituierten „Olympia“ persifliert radikal, die penetrierende Doppelmoral seiner Zeitgenossen und lädt ein in die dialektisch ästhetische Ambivalenz seines Werkbegriffs, für das Leben eine ernst zu nehmende Haltung, Leben als Kunst -einen anderen Lebensentwurf zu wagen: die Offenlegung doppelter Moral in Klerus und Gesellschaft als die Voraussetzung für einen nachhaltigen Paradigmenwechsel. Grenzüberschreitung, nicht im Sinne, bitte gehen sie ins Bordell, sondern öffnen sie sich für aufrichtige Formen der Kunst und überdenken und ändern sie Alles – eine Zäsur!
Über die Sujets und Genres vom Meer etc. riss er Klischees auf und sprengte bisherige „Stile und Einstellungen“. Manets Codierungen über ein subversiv feinnerviges Vermögen – durch klare Kontraste figuriert, ohne zwanghafte Konturierung, der Freiheit überantwortet. In universellen Kontexten als revolutionär nachhaltiger Zwischenruf, bis zur malerischen Aquatintaätzung, in der Dramaturgie unterschiedlicher interdisziplinärer Ausdrucksformen über handwerkliche, geistige auch literarischer Reife: “Frühstück im Grünen” mit toxisch exotischer “Olympia” die Fassade bürgerlicher Attitüde durch subversive Spiegelung, zum Einsturz gebracht. Als Einstieg in eine andere Handlung und Haltung. Nicht nur als Metapher, im Kopf des Sehenden, Fühlenden, Denkenden – erzeichnete und ermalt radikale Sinnlichkeit utopistischer Reflektion, stehen in Wechselbeziehung seiner Wahrnehmung, zur Überleitung in einen aufrichtigen Lebensbegriff.  Jörg Stange

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(K)eine gewöhnliche Besprechung

Dank(e) Manet!
VorBildNer =
Frans Hals, Diego Velazquez, Tizian, Tintoretto, Giovanni Battista Tiepolo Francisco de Goya, Eugene Delacroix

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Presseinformation
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Edouard Manet. Radierungen
27. Februar bis 19. Juli 2009
Hegewisch-Kabinett
Pressetermin: Donnerstag, 26. Februar 2009, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 26. Februar 2009, 19 Uhr
Neben seinem epochalen malerischen Werk widmete sich der französische Künstler Edouard Man (1832-1883) immer wieder erfolgreich der Druckgraphik. Seine mehr als 60 Radierungen, die bis auf eine Ausnahme alle vor 1871 entstanden, hatten für ihn besondere Bedeutung und den gleichen Stellenwert wie seine Gemälde. Auch wenn sie sich häufig auf diese beziehen, sind sie keine bloße Nachahmung der Malerei. Sahen noch die Künstler der Generation zuvor die Radierung als reine Reproduktionsgraphik an, war Edouard Manet Teil der Bewegung, die ab 1850 diese Technik wiederentdeckte und zu neuer künstlerischen Blüte führte. Im Zentrum dieser Renaissance der Radierung stand die 1862 gegründete Künstlervereinigung Société des Aquafortistes.
Manet war selbst Sammler alter Graphik und stand seit 1859 in Kontakt mit Künstlern der späteren Société des Aquafortistes. Um die Mitte des Jahrhunderts erscheinende Publikationen zu Rembrandt, Goya, Callot und den Radierungen Tiepolos beflügelten ihn in der Beschäftigung mit diesem Medium.
Manet pflegte einen relativ einfachen Linienstil, ähnlich dem der in diesen Jahren äußerst populären Karikaturen. Die Populärgraphik dieser Jahre wurde von Kritikern wie Charles Baudelaire sehr hoch geschätzt und als modern empfohlen. Eines der Blätter, das Manet für die Société des Acquafortistes schuf, war das Ganzfigurenbildnis der Lola de Valence. Das Motiv war in dreierlei Hinsicht als „modern“ zu bezeichnen, ein aktueller Begriff, der alle Künstler dieser Zeit beschäftigte: Die dargestellte Tänzerin Lola aus Valencia war Spanierin, ihre Kleidung bediente so den aufkommenden spanischen Exotismus. Ihr Tanz und ihre Person wurden von Baudelaire gerühmt, so dass die Anbindung der Radierung an die zeitgenössische Literatur ebenfalls gegeben war. Die Formensprache der Radierung war rau, wurde teilweise gar als „brutal“ bezeichnet und setzte sich bewusst gegen die Salonmalerei mit ihren bunten Farben und ihren weichen Linien ab. In anderen Fällen nutzte Manet die moderne, aber im täglichen Leben doch immer selbstverständlicher werdende Photographie als direkte Vorlage für seine Radierungen, um ihnen eine erhöhte Authentizität zu geben. Oft photographierte Manet seine eigenen malerischen Werke und nutzte diese Photos als Arbeitsmaterial für weitere Werke.
Der Großteil des graphischen Œuvres erschien erst postum. So auch die Auflage aus der Sammlung Hegewisch, die nun in der Ausstellung Edouard Manet. Radierungen gezeigt wird. Zu sehen sind 30 Werke, die aus einer Ausgabe von 1905 stammen. Neben den Bildnissen von Edgar Allan Poe, Charles Baudelaire und Berthe Morisot sind populäre Motive wie Der spanische Sänger, Die Zigeuner, Der tote Torero und die Radierung nach Manets berühmtem Gemälde der Olympia zu sehen. Kurator der Ausstellung: Dr. Andreas Stolzenburg


Hamburger Kunsthalle ⋅ Stiftung öffentlichen Rechts
Ansprechpartner ⋅ Mira Forte
Glockengießerwall T + 49 (0) 40 – 428 131 204
D-20095 Hamburg F + 49 (0) 40 – 428 542 978
press[at]hamburger-kunsthalle.de
www.hamburger-kunsthalle.de
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Fotos:

(1 + 2 von oben | Hubertus Gassner | Andreas Stolzenburg) : Jörg stange

Fotos:

Edouard Manet (1832-1883)

Die Zigeuner, 1862

Radierung, 284 x 206 mm

© Sammlung Hegewisch in der Hamburger Kunsthalle

Photo: Christoph Irrgang

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Olympia, 1867
Radierung, 131 x 183 mm
© Sammlung Hegewisch in der Hamburger Kunsthalle
Photo: Christoph Irrgang

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Perlentaucher | Spiegel: Kultur und Gesellschaft (medienwatch: Meissonier)

Martin Mosebach schreibt über Ernest Meissoniers “Porträt eines Sergeanten”

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http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,613304,00.html

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | Radierungen (Repros): Christoph Irrgang | Fotos/Text: Jörg Stange, Gunnar F. Gerlach GfoK Kunstarchiv

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Februar 28, 2009 at 14:54

Architekt Gehry wird 80 = Sei dekonstruktiv!

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Architekt Gehry wird 80

Sei dekonstruktiv!

Frank O. Gehrys zerklüftete Gebäude sind das ideale Abbild unserer Zeit – und mit ein bisschen Bastelei leicht nachzubauen. Dem Architekten der Krise zum 80. Geburtstag. VON DANIELA ZINSER

http://www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/sei-dekonstruktiv/

ABU DHABI

Araber planen gigantische Kunst-Museen

Von Heiko Klaas und Heiko Klaas

Louvre? Guggenheim-Museum? Bauen Sie nicht auf diese Adressen. Die Kunstwelthauptstadt heißt womöglich bald Abu Dhabi. In der arabischen Metropole sollen Star-Architekten die prestigeträchtigsten Museen der Welt errichten.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,463757,00.html

ABU DHABI MUSEUM PROJECT

A Desert Louvre?

By Heiko Klaas

Everyone’s heard of the Louvre and the MOMA, but not everyone knows Abu Dhabi is aspiring to become one of the world’s new culture capitals. Star architects have been commissioned to build the world’s most spectacular museums on an island just off the Arab metropolis.

http://www.spiegel.de/international/0,1518,464685,00.html

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objekt | foto: metakörper 2008 = jörg stange, gunnar f. gerlach-gfok-kunstarchiv, Papierkugel

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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | http://www.meta-info.de

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Februar 27, 2009 at 21:27

Für mich müssen Sie keine Atombombe einkaufen

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Briefwechsel: Enzensberger – Hacks

Für mich müssen Sie keine Atombombe einkaufen

27. Februar 2009 Von André Thiele | Als Voltaire sagte, dass am Grunde jedes Problems ein Deutscher sitze, vergaß er zu erwähnen, dass auch zum Rand jedes Problems ein Deutscher unterwegs ist. Der eine denkt in die Tiefe, der andere denkt in die Ebene. Diese beiden Deutschen, das sind, in ihrer Zeit, Peter Hacks und Hans Magnus Enzensberger (…)

http://www.faz.net/

https://medienwatch.wordpress.com/2008/11/07/hello-world/ [foto + =>titeltext]

Peter Lohmeyer liest Enzensberger: Untergang der Titanik | G8-Gipfel: G(ebt) 8(cht) zum Segeln und Kegeln =

http://www.flickr.com/photos/kunst-trifft-g8/561136293/in/photostream/

FR: Hans Magnus Enzensberger zum 80.
Libero auf Zickzackkurs
VON ROLF SPINNLER

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/literatur/?em_cnt=1703531&

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Foto | Bildbearbeitung: „post-[eagle]-parabelGlaschneider, Flußspat 1900, 2009 Jörg Stange, gfok < Kunstarchiv Gunnar F. Gerlach

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Februar 27, 2009 at 07:52

Albrecht Müller: Unser Land wird betrügerisch geplündert

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Albrecht Müller: Der frühere Planungschef von Bundeskanzler Willy Brandt zur Finanzkrise

metainfo | Die letzten Meldungen über versteckte Risiken im Finanzsystem, die bekannt gewordenen Nachforderungen der HRE und die von Hamburg und Schleswig-Holstein übernommenen Lasten der HSH Nordbank lassen befürchten, dass das ganze Unternehmen gerade für jene, die ursächlich nichts mit der Finanzkrise und den Schäden zu tun haben, also für uns Steuerzahler, extrem teuer und belastend werden könnte. Wir zahlen heute als Steuerzahler mit Hunderten von Milliarden die Wettschulden von Personen, die in diesem Casinobetrieb irrsinnige Beträge verdient haben.
Zur Erinnerung: rund 10 Milliarden für die Schulden der IKB, 18,2 Milliarden Euro Milliarden für die Commerzbank zur Übernahme der Dresdner Bank 102 Milliarden für die HRE, ca. 60 Milliarden für unsichere Forderungen der WestLB usw.

Bisher sind die meisten Verantwortlichen noch im Geschäft, jedenfalls laufen sie frei herum und sie fühlen sich sogar berechtigt, ihre Forderungen nach Boni und besonderen Vergütungen zu erheben und durchzusetzen, die involvierten Unternehmen zahlen Dividenden oder beabsichtigen dies. Jedenfalls fühlen sie sich noch wie das Fettauge auf der Wurstsuppe. Sie beraten die Politik, sie formulieren die Rettungsschirme und sie statt der zuständigen Ministerialbeamten schreiben die relevanten Gesetze. (Siehe dazu einen neuen Beitrag von Werner Rügemer „Bankrott wäre besser“ „Kanzlei Freshfields schrieb die Gesetzesvorlage zur Hypo Real Estate.“) Sie erpressen die Öffentlichkeit mit der Drohung des Zusammenbruchs des Finanzsystems und mit der Behauptung, alle Banken seien systemrelevant oder systemisch, wie es so schön heißt. Die politisch Verantwortlichen spielen das Spiel mit.

Die Mächtigen der Finanzwelt haben jahrelang Finanzmittel aus dem System herausgezogen. Geplündert. Siehe unseren Eintrag vom 28. Januar 2009 „Unser Land wird betrügerisch geplündert. Und wo bleiben Deutschlands Juristen?“ (Teil IV)
Der größte Bankraub aller Zeiten“ nennt es René Zeyer in Managermagazin vom 9. Februar 2009. Er beschreibt, wie die großen Beträge aus dem Finanzsystem herausgezogen wurden. Er nennt es Diebstahl. Das trifft sich mit vielem, was Sie in den NachDenkSeiten und in „Machtwahn“ bisher schon lesen konnten

Soweit Albrecht Müller, früher Berater Willy Brandts, auf den „Nachdenkseiten“ zu den Entwicklungen der Finanzkrise.

In einem Beitrag des „Südkurier“ erklärt Müller: „Es gibt viele Anzeichen dafür, dass wir den politischen Führungspersonen überhaupt nicht mehr trauen können. Sie sagen uns nicht die Wahrheit zum Ausmaß der Krise, sie schweigen zum kriminellen Charakter der handelnden Personen der Finanzwirtschaft und verkleistern ihre eigene Verstrickung mit dieser. Viele Zeitgenossen/innen durchschauen das Spiel noch nicht. Leider.“ gw

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http://www.nachdenkseiten.de/?p=3730
http://www.suedkurier.de/news/wirtschaft/wirtschaft/Wirtschaft;art410950,3642256
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,604619,00.html
http://www.jungewelt.de/2009/02-25/036.php
http://www.szon.de/news/wirtschaft/aktuell/200901111068.html?_from=rss
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Hamburg wird von Finanz-Tsunami überrollt
Werner Rügemer: Verhindert die Bankenrettung!
HRE: 1 Billion Schulden sollen mit Steuergeldern ausgeglichen werden
US-Ökonom Galbraith: Bankenrettung durch Insolvenz
Steinbrück: Politiker des Jahres
Bad Bank: die Täuschung der Öffentlichkeit durch Bundesregierung und Deutsche Bank
Aufgedeckt: Regierung und Medien verschleiern wahres Ausmaß der Finanzkrise
Kollaps des Dollar beginnt
Konjunkturprogramm: Abwehr gegen deutsche Schmarotzer
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09.02.2009

Bank, Banker, Bankrott

Der größte Bankraub aller Zeiten

Von René Zeyer

Was treiben die Mächtigen der Finanzwelt? Wie sieht ihre Arbeit, wie ihr Leben aus? manager-magazin.de präsentiert Auszüge aus dem Buch „Bank, Banker, Bankrott“, in dem Autor René Zeyer Eitelkeiten, Intrigen und Karrieresucht von Gelddealern entlarvt, die den Bezug zur Realität schon längst verloren haben.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,604619,00.html

Banken in der Krise

Staat steigt bei US-Finanzhäusern ein

Bloß keine Verstaatlichung: Die amerikanische Regierung wird Aktien von Banken erwerben, aber eine Komplettübernahme vermeiden.
Von Nikolaus Piper

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/144/459783/text/

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meta-info.de | medienwatch.de | medienwatch.wordpress.com

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Februar 26, 2009 at 20:56

Le Monde diplomatique: Die Welt und Gaza

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Die Welt und Gaza

von Serge Halimi

Der israelische Angriff auf den Gazastreifen war schon fast zu Ende, als sich am 14. Januar die Europäische Union endlich zu Wort meldete. Um was zu verkünden? Man werde die Gespräche über ein Assoziationsabkommen mit Israel erst einmal ruhen lassen. Um den Eindruck zu vermeiden, dass dies als Anpfiff zu verstehen sei, betonte die EU, es handele sich nur um eine rein „praktische“, nicht etwa eine „politische“ Maßnahme. Und die sei von „beiden Seiten“ beschlossen worden.

Zu diesem Zeitpunkt waren mehr als tausend Palästinenser getötet worden und israelische Bomben hatten eine Schule zerstört, die UN-Helfer zur Notunterkunft gemacht hatten. Vergebens hatte die UNO bereits am 8. Januar in einer Resolution des Sicherheitsrats eine sofortige Waffenruhe gefordert (…)

http://www.monde-diplomatique.de/pm/2009/02/13.mondeText1.artikel,a0004.idx,0

http://de.wikipedia.org/wiki/Gis%C3%A8le_Halimi

 

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foto: jst/gfok | 08

 

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Februar 26, 2009 at 00:01

Champagne-Preis für Lebensfreude = Die Ökonomie der Aufmerksamkeit

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hosen-runterortstermin: Barbara Schöneberger bekommt den Champagne-Preis für Lebensfreude. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit „Ach ist das alles schön“, denkt die Dame mit den Pumps, „endlich ist man mal wieder beisammen.“ Der Duft von süßem Champus liegt in der Luft. Zwischen antiken Möbeln, Kronleuchtern und Max-Liebermann-Originalen hat sich eine kleine aber feine Gesellschaft im Hotel Louis C. Jakob an der Hamburger Elbchaussee versammelt.

http://www.taz.de

https://medienwatch.wordpress.com/?s=Ruinart

https://medienwatch.wordpress.com/namenspatente-%c2%bbparfum-art%c2%ab/

https://medienwatch.wordpress.com/2009/02/24/%e2%80%9cthe-porn-identity%e

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Februar 25, 2009 at 23:01

Schenken Sie dem Menschenrecht Wasser besondere Aufmerksamkeit

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24.02.09 13:42

Ökumenisches Wassernetzwerk liefert Ideen

Kurz vor Beginn der Fastenzeit lädt das Ökumenische Wassernetzwerk (ÖWN) alle Christen und Christinnen ein, sich in dieser Zeit intensiv mit dem Thema der Wassergerechtigkeit zu beschäftigen und aktiv zu werden.

Während der Aktion „Sieben Wochen im Zeichen des Wassers“ werden Theologen/innen und kirchliche Mitarbeitende aus Afrika, Europa, Nord- und Südamerika kurze Bibelbetrachtungen für jede Woche sowie Ideen und Materialien bereitstellen.

Weltwassertag

Eine weitere Gelegenheit, auf die Bedeutung von Wasser aufmerksam zu machen, bietet der Weltwassertag, der am 22. März begangen wird. Das ÖWN hat bereits eine Sammlung von Materialien und Links zusammengestellt, die Gemeinden bei der Beschäftigung mit dem Thema inspirieren können. Sie finden Gebete, biblische Texte zu Gerechtigkeit und Wasser sowie Berichte über Erfahrungen kirchlicher Hilfswerke mit den Herausforderungen, die durch den ungleichen Zugang zu frischem Wasser und sanitärer Grundversorgung entstehen.

Die Fastenaktion „Sieben Wochen im Zeichen des Wassers“ gibt es seit 2008. In diesem Jahr werden die Materialien zum ersten Mal in vier Sprachen vorliegen – Englisch, Spanisch, Deutsch und Französisch.

Weitere Informationen über die Aktion „Sieben Wochen im Zeichen des Wassers“

Ideen für den Weltwassertag 2009 (pdf, 200 KB)

Der Weltwassertag findet jedes Jahr am 22. März statt. Er soll auf die Bedeutung von Trinkwasser aufmerksam machen und für einen nachhaltigen Umgang mit Trinkwasserreserven plädieren. Hier finden Sie eine kleine Auswahl der zahlreichen möglichen Aktivitäten, die Sie in Ihrer Gemeinde oder in einem anderen Rahmen für den Weltwassertag und die Fastenzeit organisieren können.

Sieben Wochen im Zeichen des Wassers

Schenken Sie dem Menschenrecht Wasser besondere Aufmerksamkeit während der Fastenzeit. Die wöchentlichen Bibelbetrachtungen für die siebenwöchige Fastenzeit sollen das Bewusstsein für die Themen Wasser und Gerechtigkeit im Blick auf den Weltwassertag am 22. März schärfen. In der Fastenzeit wird hier jede Woche eine kurze biblische Meditation zusammen mit einigen Kampagnen-Links und kreativen Anregungen veröffentlicht werden.

Wie viel Wasser essen wir? Eine Ausstellung über virtuelles Wasser

„Virtuelles“ oder auch „verstecktes Wasser“ ist das Wasser, das für die Produktion bzw. Bereitstellung der vielen verschiedenen Güter und Dienstleistungen gebraucht wird, die wir jeden Tag konsumieren. Lesen sie mehr und erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Mitteln eine Ausstellung gestalten können um auf den Zusammenhang zwischen Konsum und Wasserknappheit hinzuweisen.

Identifying and Addressing Violations of the Human Right to Water (pdf, 1.45 MB)

UN-Website für den Weltwassertag

Wo liegen die Gründe für die momentane „Wasser-Krise“?

Viele Faktoren sind verantwortlich. Um nur einige zu nennen: zunehmende und nicht nachhaltige Nutzung der Wasserresourcen durch Industrie und Landwirtschaft, Abholzung und Umweltzerstörung, Verschmutzung, Verschwendung, Bevölkerungswachstum. Aber die Krise wird auch durch wirtschaftliche Bedingungen verstärkt: zunehmend wird Wasser als ein kommerzielles Gut behandelt, das den Gesetzen des Marktes folgend verteilt werden soll. Wie viele gescheiterte Privatisierungsversuche gezeigt haben, führt dies oft dazu, dass gerade den Ärmsten der Zugang zu sauberem und ausreichendem Wasser verwehrt wird.

„Beyond scarcity“: Der UNDP Weltentwicklungsbericht über die Wasserkrise

Das der mangelnde Zugang zu Wasser nicht nur einfach als eine Folge von Wasserknappheit gedeutet werden kann, bestätigt der Weltentwicklungsbericht 2006 der Vereinten Nationen, der sich mit der Krise der Wasserversorung und der sanitären Grundversorgung auseinandersetzt. Schon im Titel verweist der Bericht vor allem auf die Frage der Verteilungsgerechtigkeit: „Nicht nur eine Frage der Knappheit: Macht, Armut und die globale Wasserkrise

12. Februar 09

Das globale Finanzsystem kann und muss verändert werden – Lösungsvorschläge aus Belém

In der Krise des globalen Finanzsystems sehen viele zivilgesellschaftliche und kirchliche Aktivisten/innen eine Chance, längst überfällige radikale Reformen einzufordern. Gelegenheit dazu bietet Anfang April der G20-Gipfel in London.

Sieben Wochen im Zeichen des Wassers

Ein gut gepflegter und bewässerter Golfplatz, durch eine Mauer getrennt vom Kibera Slum in Nairobi, Kenya. Foto: Maike Gorsboth / Ökumenisches Wassernetzwerk

Schenken Sie dem Menschenrecht Wasser besondere Aufmerksamkeit während der Fastenzeit.

Die wöchentlichen Bibelbetrachtungen für die siebenwöchige Fastenzeit sollen das Bewusstsein für die Themen Wasser und Gerechtigkeit im Blick auf den Weltwassertag am 22. März schärfen. In der Fastenzeit wird hier jede Woche eine kurze biblische Meditation zusammen mit einigen Kampagnen-Links und kreativen Anregungen veröffentlicht werden.

Beziehen Sie „Sieben Wochen im Zeichen des Wassers“ in Ihre Fastenzeit ein. Nutzen Sie die Kommentare zur Weiterführung der Diskussion, machen Sie auf Aktivitäten aufmerksam, an denen Sie beteiligt sind, und nutzen Sie die Links zu liturgischem Material über Wasser. Was tun Menschen in Ihrem Umfeld, um sich für mehr Wassergerechtigkeit sowohl bei sich zu Hause als auch in anderen Teilen der Welt zu engagieren?

Steve de Gruchy (Universität von KwaZulu-Natal, Südafrika), Fulata Mbano-Moyo (Ökumenischer Rat der Kirchen, Schweiz), David Pickering (Operation Noah, Vereinigtes Königreich), Carlos Möller (Nationalrat christlicher Kirchen in Brasilien), Jordan Blevins (Nationalrat der Kirchen Christi in den USA, Programm für Öko-Gerechtigkeit), Anderson Jeremiah (Christ Church Morningside, Schottland) und Jane Stranz (Ökumenischer Rat der Kirchen, Schweiz) haben Beiträge zugesagt. Wir laden Sie ein, uns jede Woche Ihre Gedanken dazu mitzuteilen und das Gespräch mitzuverfolgen, das so entstehen wird.

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie unsere Benachrichtigungen und Sie werden sofort über neue Beiträge und Kommentare, die wir ins Netz stellen, informiert. Oder fügen Sie den RSS-Feed „Sieben Wochen im Zeichen des Wassers“ auf Ihrer eigenen Webseite hinzu.

Die ersten Materialien werden am 25. Februar eingestellt.

http://www.oikoumene.org/de/activities/oekumenisches-wassernetzwerk-oewn

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[ Wasseraktie° ]

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Februar 25, 2009 at 06:07