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„Kalenderblatt“: Ludwig Quidde = Kritiker von Kaiser Wilhelm II

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[medienwatch | d-radio-kultur] Wir nehmen die Anregung des Historikers Wolfgang Wippermann, im Interview mit dem D-Radio Kultur ernst, und huldigen besser den Pazifisten Ludwig Quidde, als den imperialistischen Kaiser Wilhelm II zum 150. „runden Geburtstag“: „Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf zu den Waffen. Jedes Schwanken, jedes Zögern wäre Verrat am Vaterlande. Um Sein und Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Väter sich neu gründeten. Noch nie war Deutschland überwunden, wenn es einig war. Vorwärts mit Gott, der mit uns sein wird, wie er es mit den Vätern war.“ = Wie jeder weiss wurde auch der „Erste Weltkrieg“ verloren.

[Kaiser W. : „Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht!“, zum militärischen Vorhaben des Kaisers, gegen den sogenannten Boxeraufstand in China. Kaiser W. kam glücklicherweise zu spät, sonst hätte es noch mehr blutiges Unheil in der deutschen Geschichte gegeben. Jörg Stange]

Bejubelt und weggejagt

Vor 150 Jahren wurde der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II., geboren

Von Claus Menzel

Schwadroneur und Schwärmer, Kriegsherr und launischer Tunichtgut – Kaiser Wilhelm II. gehört zu den am meisten umstrittenen Figuren der deutschen Geschichte. Über seine Verantwortung für die Beteiligung Deutschlands am Ersten Weltkrieg wird bis heute gestritten. Als er 1918 ins Exil ging, endete die deutsche Monarchie. Vor 150 Jahren wurde Wilhelm II. geboren.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kalenderblatt/909743/

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Ludwig Quidde (* 23. März 1858 in Bremen; † 4. März 1941 in Genf), war ein deutscher Historiker, Publizist, Pazifist und linksliberaler Politiker in der Zeit des Deutschen KaiserreichsWeimarer Republik. Er war ein prominenter Kritiker von Kaiser Wilhelm II. und erhielt 1927 den Friedensnobelpreis für seine Leistungen als treibende Kraft in der deutschen Friedensbewegung. Für den PazifismusDeutschen Friedensgesellschaft (DFG) sowie Teilnehmer an und Redner bei verschiedenen internationalen Friedenskongressen sowie Organisator des 16. Weltfriedenskongresses 1907 in München. und der engagierte er sich etwa als langjähriger Vorsitzender der

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Einstieg in Politik und Friedensbewegung

Quiddes geerbtes Vermögen ermöglichte es ihm, sich nun ganz auf die Politik zu konzentrieren. Bereits 1893 war er in die 1868 gegründete Deutsche Volkspartei (abgekürzt: DtVP) eingetreten, die seiner antimilitaristischen, antipreußischen, demokratischen und pazifistischen Orientierung entsprach. Die DtVP, die ihre Hochburgen vor allem in Süddeutschland hatte, setzte sich als eine der größeren bürgerlich-demokratischen Parteien gegen die Nationalliberalen für föderale Strukturen im Deutschen Reich ein, stand in Opposition zur Vorherrschaft Preußens und engagierte sich für eine Stärkung des Parlaments und demokratischere Verhältnisse in Deutschland, wobei Quidde mit seiner antimonarchischen und republikanischen Haltung auch innerhalb der Partei hervorstach. Auch gab es in der DtVP eine Bereitschaft zur punktuellen Zusammenarbeit mit der damals noch marxistisch ausgerichteten Sozialdemokratie.

Im Jahr seines Eintritts in die DtVP hatte Ludwig Quidde die Schrift Der Militarismus im heutigen Deutschen Reich. Eine Anklageschrift. Von einem deutschen Historiker – zunächst anonym – veröffentlicht. Schon im Vorjahr, 1892, war Quidde der neugegründeten Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) beigetreten und wurde bald regelmäßiger Teilnehmer der Sitzungen des Rates des Internationalen Friedensbüros. Von 1894 bis 1900 war er Herausgeber der demokratischen Tageszeitung „Münchner Freie Presse“, in der er 1898 die sozialkritische Artikelserie „Arme Leute in Krankenhäusern“ veröffentlichte. 1895 wurde Quidde Vorsitzender des bayerischen Landesausschusses der DtVP und erarbeitete ein neues Parteiprogramm, in dem die Parlamentarisierung, eine Justiz- und Heeresreform sowie der Ausbau föderaler Strukturen gefordert wurden. In führender Funktion in der bayerischen DtVP, seit 1902 im Münchener „Kollegium der Gemeindebevollmächtigten“,[6] wurde er 1907 erstmals in den bayerischen Landtag gewählt, wo er bis 1918 Abgeordneter blieb. Inzwischen hatte sich 1910 die Deutsche Volkspartei mit der Freisinnigen Volkspartei und der Freisinnigen Vereinigung zur Fortschrittlichen Volkspartei zusammengeschlossen, woran Quidde nur widerstrebend teilnahm, da er sich durch die Vereinigung an den Rand gedrängt sah. (…)

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http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Quidde

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medienwatch.wordpress.com

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Written by medienwatch & metainfo

Januar 27, 2009 um 08:31

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