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Joerg Zboralsk : DAS DING AN SICH | Ausstellung in Hamburg

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Ausstellung vom 25.01. bis 01.03.2009 | Eröffnung Samstag, den 24.01., 19 – 22 Uhr | Carsten-Rehder-Straße 45 | Hamburg

Joerg Zboralsk

DAS DING AN SICH
Der künstlerischen Arbeit Zboralskis liegt ein veränderter Begriff von
Autorenschaft zugrunde. Mit der Intention, die Kunst vom
Repräsentations- und Dekorationsbedürfnis der bürgerlichen Kultur zu
befreien, eignet sich Zboralski anti-auratisches Material an, legt
Dokumentensammlungen aus der Kunstwissenschaft (Konstruktivismus,
Conceptual Art, Minimal, Earth Art), Philosophie und esoterischen Grenz-
und Pseudobereichen (Ufologie, Science Fiction)an. Er bezieht
außerkünstlerische Materialisationen ein, um aus scheinbar disparaten
Welten ein neues geistiges System zu knüpfen.
Dabei greift er natur- wie auch geisteswissenschaftliche Methodologien
auf, weil sein Werk sich nicht als individualistische Selbstäußerung
entwickelt, sondern sich als Modell von Referenzen, Bezügen, Verweisen
und Konnotationen gewissermaßen selbst äußert.

Geistige Systeme sind über-individuell, und wie bei der
Weltraumforschung gibt es Abfallproduk­te, die sich im Alltag als
segensreich erweisen können.
Zboralskis Fehlersampling kompiliert aus mißglückten Dokumentationen
herausragender Werke zeitgenössischer Kunst neue, eigenständige Bilder.
Mit Hilfe extremer Detailvergrößerung behaupten diese eine ähnliche
anonyme Autonomie wie UFO-Fotografien: Es geht darum, etwas
Nichter­klärbares darzustellen, und das führt schließlich zu überhaupt
nichts, außer der Rückführung des Materials zu sich selbst — Das Ding
an sich?

Das *Ding an sich* ist bekanntermaßen eine Begriffsbildung Immanuel
Kants <http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant>, der damit ein
Seiendes <http://de.wikipedia.org/wiki/Seiendes> bezeichnet, welches
unabhängig von der Tatsache existiert, dass es durch ein Subjekt
<http://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt_%28Philosophie%29> wahrgenommen
und somit für dieses zum Objekt <http://de.wikipedia.org/wiki/Objekt>
wird. Das Ding an sich existiert für uns nur als Erscheinung/Phänomen.
Die Kritik der reinen Vernunft. Wenn wir kein Etwas jenseits unserer
Erfahrung voraussetzen, ist alles nur unsere Erfahrung:
„..nirgend etwas sehen, als was mit dem einerlei ist, was sie schon
sonst irgendwo gesehen haben“ /(Immanuel Kant, Kritik der reinen
Vernunft, 1781)./
Weil aber dieses unerkennbare *Ding an sich* nach Kant unsere
Sinnlichkeit affiziert, muss es eine Kausalität zwischen „Ding an sich“
und unserer „Erfahrung“ geben.

Testen’S selbst. Wir würden uns freuen, Sie zur Eröffnung von Zboralskis
Versuchsreihe am 24. Januar begrüßen zu dürfen./
/

Joerg Zboralski, geboren im Ruhrgebiet. 1985 bis 1992 Studium an der
Staatl. Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler von Gerhard Richter.
Seitdem regelmäßige Ausstellungen im In- und Ausland und Teil des
Künstlerduos Janka/Zboralski Union. 2002 Förderpreis der Stadt
Düsseldorf, New York Stipendium. Lebt und arbeitet in Hamburg und im
Ruhrgebiet.

www.zboralski.com <http://www.zboralski.com/>

english version:*
Joerg Zboralski*

*/DAS DING AN SICH (/*“*/THE THING IN ITSELF“)/*

exhibition Jan 25 – Mar 01.2009
opening reception Sat, Jan 24, 7 – 10 pm

The artistic work of Zboralski finds its foundation in an altered
concept of authorship. With the intention of freeing art from the need
to represent and decorate civic, middle-class culture, Zboralski
appropriates anti-auratic materials and incorporates collections of
documents from the fields of aesthetics and art history (e.g.
constructionism, conceptual art, minimalism, earth art), philosophy and
esoteric borderline and pseudo areas of study (e.g. Ufology, science
fiction). He uses non-artistic materials in order to establish a new
mental system out of seemingly disparate worlds.
In his artistic pursuits, Zboralski makes use of methodologies from both
the natural sciences and the humanities, as his work develops not as a
means of individualistic self-expression but more asserts itself as a
model of references, interrelationships and connotations.

Mental systems go beyond the individual, and just like space research,
lead to waste products that can be proved beneficial; Zboralski’s
sampling of mistakes compiles unhappy documentations of prominent works
of contemporary art to produce works that stand on their own. With the
help of extremely enlarged details, the works take on an anonymous
autonomy similar to photographs of UFOs; seeking to display something
unexplainable, they lead to absolutely nothing in the end except to
bring the materials back to themselves — the thing in itself? The
„thing in itself“ is, as widely known, an aggregate of concepts by
Immanuel Kant characterizing an abstraction that is independent from
actuality, that is perceived through a subject and thus becomes an
object for this purpose. The critique of pure reason. The walls of a
healthy common sense laid waste. If we cannot presuppose Something
beyond our experience, everything is only our experience:
„…not see anything as something that is the same as what they have
already seen somewhere else“ /(Immanuel Kant, Critique of Pure Reason,
1781)/.
But because this unknowable *thing in itself* infects our sensuality,
according to Kant, there must be causality between „the thing itself“
and our „experience.


DURSTEWITZ SAPRE GALERIE
Galerie für zeitgenössische Kunst
Carsten-Rehder-Straße 45
22767 Hamburg

www.durstewitz-sapre.de

*

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Written by medienwatch & metainfo

Januar 18, 2009 um 10:51

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