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Archive for Januar 7th, 2009

Gaza: Mahnwache St. Petrikirche + Menschenkette Binnenalster

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Samstag, den 10. Januar, 14 bis 16 Uhr

Kundgebung und Menschenkette um die Binnenalster

Treff: Jungfernstieg / Pavillon Mahnwachen am Montag, Mittwoch und Freitag

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jeweils von 17 bis 18 Uhr an der Petrikirche (Mönckebergstraße)

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Stoppt den Krieg !

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Es rufen dazu auf:
Palästinensische Gemeinde in Hamburg u. Umgebung e.V.
AG Palästina von attac Hamburg
Centro Sociale. Sternstraße 2 Hamburg

Deutsch-Palästinensischer Frauenverein e.V. Regionalgruppe Hamburg
Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e.V.
Regionalgruppe Flüchtlingsrat Hamburg
Hamburger Forum für Frieden für Völkerverständigung + weltweite Abrüstung e.V.
Palästina Arbeitskreis

Informationen: http://www.hamburger-forum.org
http://www.friedenskooperative.de/nahost.htm

http://www.meta-info.de/index.php?newsfull=1&lid=32893&rubrik=politik

http://zionismus-israel-raumplanung.blogspot.com/2008/12/israels-weihnachtsgeschenke-die.html

http://zionismus-israel-raumplanung.blogspot.com/

http://zionismus-israel-raumplanung.blogspot.com/2008/09/henryk-m-broder-hofnarr-und-ttig-am.html

http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/medien_in_israel_huerden_luecken_zensur_verpflichtungserklaerungen.htm

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Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge UNRWA und Vertreter der Vereinten Nationen forderten derweil eine unabhängige Untersuchung des israelischen Angriffs auf die UN-Schule in Dschamalia, bei dem am Dienstag mehr als 40 Menschen getötet worden waren. Israel erklärte, der Angriff habe Hamas-Kämpfern gegolten, die in unmittelbarer Nähe der Schule Mörsergranaten abgeschossen hätten. Regierungssprecher Regev nannte Namen von zwei Militanten, die bei dem Angriff getötet worden sein sollen. Die UNO entgegnete, man sei sich zu 99,9 Prozent sicher, daß sich in der Schule weder Waffen noch Munition der Hamas befunden hätten. Das israelische Militär führte Journalisten zum Beweis seiner Behauptung ein Video vor, das den Abschuß von Raketen aus einer UN-Schule zeigt. Das Bildmaterial stammte allerdings aus dem Herbst 2007, wie Nahost-Korrespondentin Karin Storch am Dienstag abend im ZDF berichtete. (…)

http://www.jungewelt.de/2009/01-08/054.php

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An einem kalten, aber angenehmen 10. Januar folgten ca. 1.300-1.500 Menschen zwischen Säuglings- und Rentenalter, Männer wie Frauen, Bürgerliche wie Linke, Gottesfürchtende wie Atheisten, Harz IV-Empfänger wie Selbstständige, den Aufruf eines Bündnisses verschiedener palästinensischer- und anderer Solidaritätsgruppen und Einzelpersonen zu einer Kundgebung mit Menschenkette rund um die Binnenalster im Zentrum Hamburgs.

Die Veranstaltung dauerte insgesamt 2 Stunden von 14 bis 16 Uhr. Während der ersten und letzten halbe Stunde gab es Redebeitrage zur Lage in Gaza, zur Rolle der BRD/EU, zu Krieg und Vertreibung und zur internationalen Solidarität. Außerdem verlas die venezulanische Konsulin die offizielle Erklärung der venezolanischen Regierung zur Ausweisung des israelischen Botschafters aus Venezuela. Zwischen den Redebeiträgen gab es palästinensische und internationale Musik vom Band.

Nach den ersten Reden verteilten sich die Demonstranten in zwei Richtungen mit dem Ziel, sich auf der gegenüber liegenden Lombardsbrücke zu treffen. Das funktionierte nicht so ganz. Da es in den Seitenstraßen bzw. auf der Lombardsbrücke nur wenige Passanten im Vergleich zur Einkaufsmeile Jungfernstieg gibt, blieben die meisten Demonstranten in diesem Bereich, um hier mit Transparenten auf die Lage in Gaza aufmerksam zu machen. Dennoch ging ein Zug von beiden Seiten auf die Lombardsbrücke und zurück, der mit seinen vielen Transparenten, Plakaten und palästinensischen Fahnen, gut sichtbar auch für die Autofahrer, gegen die israelische Aggression in Gaza demonstrierte.
Während dieser Umarmung der Binnenalster fuhr der Lautsprecherwagen einmal eine Runde um die Alster und grüßte die Demonstranten, gab Kurznachrichten und kleine Reden und munterte zum Rufen von Parolen auf.

Für den Aufruf „Gaza: Hamburg steht auf gegen den Krieg“ wurden 1200 Unterschriften gesammelt.

Die nächsten Mahnwachen gegen den Krieg in Gaza finden in Hamburg am Dienstag, den 13. und Donnerstag, den 15. Januar zwischen 17 und 18 Uhr auf dem Gerhard-Hauptmann-Platz statt.

Der Friedensratschlag (Kassel) ruft für den kommenden Samstag (17.1.) bundesweit zu Mahnwachen, Demonstrationen und Kundgebungen im ganzen Land auf.

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foto (1): »gaza brennt« jst | St. Petrikirche Mahnwache 7-1-09 | foto: (2) lh – Hamburger Forum 10-1-09

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Januar 7, 2009 at 22:10

Veröffentlicht in Gaza-Geschichte (Links)

Israel: Friedenskämpfer Avnery über Gaza

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„Die Hamas wird gewinnen“

Der israelische Friedensaktivist und Autor Uri Avnery greift die Regierung seines Landes an: Sie führe einen „Wahlkrieg“ im Gaza-Streifen. Gleichzeitig warnt der Träger des Alternativen Nobelpreises davor, dass die Hamas auch bei einer militärischen Niederlage ihre Ziele erreichen werde.
Interview: Oliver Das Gupta

Uri Avnery kam 1923 als Helmut Ostermann in der Nähe von Münster zur Welt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte seine jüdisch-deutsche Familie 1933 nach Palästina. Im damaligen Mandatsgebiet kämpfte er mit der zionistischen Terrorgruppe Irgun gegen die britische Obrigkeit.

Seit der Gründung Israels 1948 setzt er sich für die Koexistenz zweier Staaten ein: Israels und Palästinas, mit Jerusalem als gemeinsamer Hauptstadt. Avnery leite viele Jahre ein Nachrichtenmagazin, wurde mehrmals als Abgeordneter in die Knesset gewählt und sorgte immer wieder mit Aktionen für Aufsehen.

So nahm er bereits in den siebziger Jahren Kontakt mit der PLO auf und stellte sich 2003 als „menschlicher Schutzschild“ vor den Amtssitz Jassir Arafats, weil er eine Ermordung des damaligen Palästinenserpräsidenten fürchtete.

Für sein Friedens-Engagement wurde der inzwischen 85-Jährige mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, unter anderem erhielt er 2001 den Alternativen Nobelpreis.

Gegen den israelischen Militäreinsatz gegen die Hamas demonstriert Uri Avnery seit Beginn des Krieges. Auch nach dem Telefoninterview mit sueddeutsche.de wollte er wieder auf die Straße gehen.

sueddeutsche.de: Herr Avnery, Der übergroße Teil der jüdisch-israelischen Bevölkerung steht hinter dem Krieg gegen Hamas. Wie kommt es, dass die innerisraelische Kritik am Krieg im Gaza-Streifen so leise ist?

Uri Avnery: Sie hören vielleicht wenig in Deutschland, aber die Kritik in Israel an dem Krieg ist laut. Die Medien verschweigen oft Proteste. Am Tag, als die Bodenoffensive begonnen hat, haben wir zu vielen Tausenden im Zentrum von Tel Aviv gegen den Krieg demonstriert. Jeden Tag gehen wir auf die Straße, auch drei Stunden nach diesem Interview.

sueddeutsche.de: Ihre Friedensdemonstration in Tel Aviv stieß auf heftigen Gegenprotest …

Avnery: … von faschistischen Elementen …

sueddeutsche.de: … von rechtsgerichteten Israelis, die Sie als Verräter beschimpften. Warum ist die israelische Gesellschaft dermaßen polarisiert?

Avnery: Israel ist ein demokratischer Staat, wir haben eine pluralistische Gesellschaft. In Deutschland gibt es Neonazis, warum sollen wir keine haben? […]

Vollständiger Beitrag der Sueddeutschen Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/politik/637/453329/text/6/

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Januar 7, 2009 at 11:58

Anmerkungen zum einseitigen Pro-Israelismus in der Politik

TELEPOLIS

Die „Moral“ von der Geschichte

Peter Bürger 07.01.2009

Anmerkungen zum einseitigen Pro-Israelismus in der Politik

Der Krieg, mit dem Israels Regierung seit Ende der Weihnachtsfeierlichkeiten die Menschen in Gaza terrorisiert, hat schon an seinen ersten Tagen die vorauseilende Zustimmung westlicher Politiker gefunden. Nicht nur George W. Bush, sondern auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel beeilten sich, die Luftangriffe der israelischen Armee als legitime Akte der Selbstverteidigung zu qualifizieren und der Hamas die Alleinschuld zuzuweisen.

Der Wortlaut war fast deckungsgleich mit den Voten dieser Politiker zu Beginn des Libanon-Krieges im Juli 2006. Damals [extern] schrieben Pfarrer Uwe Weltzien und Dr. Willy Rellecke von Beirut aus an die Kanzlerin:


Zu der Frage nach Ursache und Wirkung können die Unterzeichner mit vielen Details und eigenen Erfahrungen beitragen: hier kommt jedoch niemand zu dem Schluss, dass der anhaltende Bomben-Terror der Selbstverteidigung Israels dienen könnte.
Man wird, nachdem das Ausmaß der Leiden in Gaza stündlich wächst, in den nächsten Tagen noch mehr ratlose Appelle zu „humanitärer Hilfe“ vernehmen. Werden die voreiligen Fürsprecher des israelischen Krieges auch selbst Verantwortung für die Leiden der Palästinenser und für die Toten des Militäreinsatzes übernehmen?

Die Stunde der Bewährung?

Mit einer solchen Selbstbesinnung zum Jahresanfang ist wohl kaum zu rechnen. Die deutsche Linie der – vermeintlich pro-israelischen – Parteinahme beruht auf so genannter „Staatsräson“. Sie ist doktrinärer und nicht moralischer Natur. Die Debatte darüber wird nach diesem Krieg nicht mehr aufzuhalten sein. Ein aktueller [extern] Kommentar im Mainstreaming-Medium ARD ist mit der Überschrift versehen: „Der Grundfehler ist die pro-israelische Schlagseite.“ In vielen bürgerlichen Zeitungen, die niemand des „Antizionismus“ verdächtigt, ist von Sympathie für Israels Luft- und Bodenkrieg derzeit nichts zu lesen.
In ihrer [extern] Rede vor der Knesset hatte Angela Merkel am 18. März 2008 – mit Blick auf die Gefahr der Entwicklung einer iranischen Atombombe – gesagt:


Jede Bundesregierung und jeder Bundeskanzler vor mir waren der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels verpflichtet. Diese historische Verantwortung Deutschlands ist Teil der Staatsräson meines Landes. Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar – und wenn das so ist, dann dürfen das in der Stunde der Bewährung keine leeren Worte bleiben.
Es drängt sich die Frage auf, ob Angela Merkel zum Jahresende 2008 eine solche „Stunde der Bewährung“ als gekommen ansah. Ihr Vize-Regierungssprecher Thomas Steeg teilte der Öffentlichkeit am 29. Dezember mit, es sei das legitime Recht Israels, die eigene Bevölkerung zu schützen. Die Kanzlerin sei sich am Vortrag bei einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Ehud Olmert einig darin gewesen, dass die Verantwortung für die Eskalation „eindeutig und ausschließlich“ bei der Hamas liege. Sie wünsche allerdings, dass zivile Opfer vermieden würden. Außenminister Steinmeier hatte [extern] Deckungsgleiches schon am 27. Dezember geäußert und außerdem an Israel appelliert, „das Gebot der Verhältnismäßigkeit zu respektieren“

Über welche Informationen und Sachkenntnisse verfügt die Bundesregierung? […]

Hier bitte Weiterlesen

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29489/1.html

Peter  Bürger

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Januar 7, 2009 at 10:41