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Archive for Januar 2009

Gunnar F. Gerlach: 1969 Die erneute Erwartung des eingeborenen Menschensohnes

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Gunnar F. Gerlach

1969: Die erneute Erwartung des eingeborenen Menschensohnes

Ein Versuch über Erfindung und Realität von Mythen und Missverständnissen in Pop, Kultur und Politik zwischen Hoffnung und Horror

„Man beginnt allmählich einzusehen, daß zur künstlerischen Vollendung einer Mordtat doch etwas mehr gehört als zwei Dummköpfe, einer, der tötet, und einer, der getötet wird, ein Messer, eine Brieftasche und eine dunkle Gasse. Formgebung, meine Herren, Sinn für Gruppierung und Beleuchtung, poetisches Empfinden und Zartgefühl werden heute zu einer solchen Tat verlangt.“

Thomas De Quincey, „Der Mord als eine schöne Kunst betrachtet“, 1827/1854

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„Ja, ja, ja, ja, nee, nee, nee, nee“

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27. März 1969: Fluxus-Konzert „…oder sollten wir es verändern?“ Joseph Beuys: Klavier; Henning Christiansen: Geige; Städtisches Museum, Mönchengladbach

Bereits das Aufschreiben des von Legenden umwobenen Jahres 1969 gleicht mittlerweile der Erwähnung eines Mythos aus bedeutender Zeit zwischen Schauen und Schaudern: befangen in emotionalen Zwillingspaaren von „Euphorie und Exzess“, „Pop und Politik“, „Aufbruch und Untergang“, „Hoffnung und Horror“. In der Tat gehören die nur im fließenden Übergang zu begreifenden Jahre 1968/69 in den Bereich jener historisch-wissenschaftlichen Kategorie der „Schwellenzeit“, die durch ein Höchstmaß irritierender Vorgänge, Prozesse und Realitäten in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen gekennzeichnet ist und evidente Aus- und Nachwirkungen bis in die aktuelle Gegenwart zeitigt. Wer denkt schon an eigene, erinnernde Zusammenhänge zwischen dem „White Album“ der Beatles und dem kongenialen Künstler Richard Hamilton als Gestalter von Cover und Poster dieser Inkunabel, der psychedelisch-konzeptuell werdenden Musik der scheinbar so heiter surfenden Beach Boys, dem Altamont-Debakel der Rolling Stones während der Live-Performance von „Under my Thumb“ und der Parallelität von ‚Love, Peace and Happiness‘ während des Woodstock-Festivals mit der begleitenden Realität einer Mordserie, die Charles Manson in Los Angeles mit seiner „Family“ inszenierte und realisierte? Alles dies geschieht in weniger als einem Jahr, und ist auf reale bis surreale Art und Weise miteinander verstrickt . Wer registriert schon mit Bewusstsein die in den letzten 30 Jahren entstandenen (Pop-)Kulte und Manson bezogene Medien: T-Shirts, Poster, Anstecker, Aufnäher und Bücher, die Internetpräsenz neben Publikationen im Audio- und Video-Bereich, und weiß darum, dass Charles Manson den Rekord als Strafgefangener mit den meisten E-Mails, Briefen und Grußkarten hält? Dieser Komplexität der parallelen Ereignisse gerecht werden zu wollen, kann im folgenden nur als Versuch begriffen werden, einzelne Segmente zu betrachten, um sie in einer oszillierenden Horizontlinie begreifen zu lernen.

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Tatorte, Tote und Trivialmythen

Schwül soll es gewesen sein in dieser Nacht vom 8. auf den 9. August 1969 als auf der schmalen Straße am Cielo Drive, Haus 10 050, oberhalb von Bel Air, Los Angeles, an einer Ecke der Garage und dem Zaun elektrische Weihnachtskerzen leuchteten. Von der Schauspielerin Candice Bergen waren sie angeschafft worden, die bei dem vorherigen Mieter des Anwesens, Terry Melcher, Sohn der Schauspielerin Doris Day mit dem Posaunisten Al Jordan, gewohnt hatte. Terry Melcher, Mitorganisator des Monterey Pop Festivals (das als Durchbruch der neuen Rockmusik angesehen wurde), Fernseh- und Plattenproduzent, wurde 1968 durch den Schlagzeuger der Beach Boys, Dennis Wilson (1944–1983), mit einem gewissen Charles Manson bekannt gemacht. Nun waren hier, im Sommer der euphorischen Jugend-, Studenten- und Außenseiter-Bewegung von Woodstock, über der Lichtdurchfluteten „Stadt der Engel“ fünf Leichen zu finden. Eine Vision hatte sich zum Trauma gewandelt, denn drei Mädchen aus “gutem Hause“ waren in diesen Bungalow eingefallen und „metzelten alle in einem Mordrausch nieder, der wahrhaftig nur mit der Raserei mythischer Bacchantinnen zu vergleichen war“1. Eines der Opfer war prominent: Die Frau des Kult-Regisseurs Roman Polanski, die mittlerweile zur Neu-Ikone Hollywoods avancierte Schauspielerin Sharon Tate. Die Getötete, bekannt geworden durch die Filme „Tanz der Vampire“ und „Das Tal der Puppen“, lag nun im geblümten BH und dazu passendem Bikini-Höschen blutverschmiert vor dem Sofa: jung, blond, hochschwanger.

Diesem als „Schlachthaus“ beschriebenem Horror-Szenario folgte ein weiteres in der folgenden Nacht. Das Ehepaar LaBianca – Supermarktbesitzer, wohnhaft im Haus 3301 Waverley Drive in Los Angeles – wurde ebenfalls abgeschlachtet. An der Tür der gemieteten Villa von Polanski und Tate hatte die blutige Inschrift „PIG“(Schwein, Slang für ‚Bulle‘) gestanden. Der tote Mr. LaBianca bekam ins bloße Fleisch das Wort „War“ (Krieg) geritzt. Mit Blut geschriebene Inschriften fanden sich an drei weiteren Flächen im Haus: Hoch oben an der nördlichen Wand standen die Worte „DEATH TO PIGS“ (Tod den Schweinen), an der gegenüberliegenden Wohnzimmerwand klebte blutig das Wort „RISE“ (erhebt Euch) und auf der Kühlschranktür standen zwei Worte, von denen das erste auch noch falsch geschrieben war: „Healter Skelter“ – Drunter und Drüber!

Sollten diese Schmierereien, die heute, zynisch betrachtet, wie frühe Graffitis und alternative Fresken wirken, nur „Zufalls-Produkte“ einer durchgedrehten Band(e) sein, die das Schutzschild „Hippie“ und „Revolte“ ohne jegliche Reflexion, aus reiner mordender Blutgier vor sich hertrugen? Und waren die in diesem Umfeld ventilierten Namen und Begriffe wie „The Beatles“, „fünfter Beatle“, „Jesus Christus“, „Weathermen“, „Hitler“, „Sympathy for the Devil“, „Revolution 9/Revelation 9“ bloße Hirngespinste oder kurz geschlossene (von Mythen, Sozialisationen, Drogen, Narzissmen und Verzweiflungen ausgelöste) Aktionen und Pseudo-Performances einer gegen die Eiseskälte des US-amerikanischen Kapitalismus reagierenden, jungen Generation? Produkte genau dieser gesellschaftlichen Entwicklung zwischen Hoffnung, Hype und Horror, Super-Luxus oder einem Leben „Under the Bridge“?

Das in dieser Zeit ein neues Bewusstsein am Werden war, eine neue Sensibilität und Sensitivität genauso, wie die Verheißung dionysischen Rausches durch die Kombination aus „Sex & Drugs & Rock’n Roll“ kombiniert mit politischen Reflektionen und neuen, alltagstauglichen Praktiken zwischen Rock-Musik und Mini-Rock, gegen eine narzisstische, auf Karriere, Konkurrenz, Kampf und auch individuellen Krieg hin erzogene, vermeintliche Elite, ist eindeutig.

Rudolf Herz: ZUGZWANG 

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Mord, Musik und Manson

Charles Milles Manson kam 1968 nach Los Angeles und hatte bereits die Hälfte seines Lebens in Besserungsanstalten verbracht. Als uneheliches Kind zur Welt gekommen hatte er bis 1967 bewaffnete Überfälle, Autodiebstähle, Scheckfälschungen und Zuhälterei als Delikte begangen. Während seiner letzten Haft im Gefängnis Terminal Island hatte er eine geradezu obsessive Liebe für die Beatles entwickelt und sich autodidaktisch das Gitarre spielen und Song schreiben beigebracht. Jetzt, nach seiner Entlassung, war er in San Francisco in der Haight-Ashbury-Szene untergekommen, wo er sich von den anderen Freaks in Aussehen und Haltung nicht unterschied. Hier „begann er auch, seine ‚Family‘ um sich zu scharen – junge attraktive Mädchen, nicht selten aus besserer Familie, alle mit dem einen oder anderen psychischen Knacks und entsprechend empfänglich für die Schmeicheleien eines ernsten, charismatischen ‚Hippies’“.2 „Just follow the music, just follow the sound“ ist auf einem der von Manson und der Family komponierten Folk-Rock-Songs zu hören.3 Mit der wachsenden Gefolgschaft junger Frauen, die von der „Philosophie“ des ehemaligen Zuhälters beeindruckt waren, wuchs bei Manson eine rassistische Ideologie mit seinem Anspruch auf Führerschaft und die Vision einer neuen Welt. Und auch seine „Family“ wurde nun autoritärer geführt. Seine Auffassungen waren ein religiös-politischer und musikalischer Mischmasch aus biblischer Offenbarung, Scientology, Interpretationen von Beatles-Kompositionen (besonders vom im November 1968 erschienenem „White Album“) und eigenen Song-Texten über einfachste zwei- bis drei- Akkord „Hippie-Lagerfeuer-Klampfen-Lieder“ mit pseudo-engelsgleichen Hintergrundgesängen seiner weiblichen Todesengel.

elena-kovylina-2008-220p-jstManson zog in der Hoffnung auf einen Plattenvertrag mit seiner Familie nach L.A., wo sich Folgenschweres ereignete als der Drummer und Sänger der damals schon legendären „Beach Boys“, der 1983 verstorbene, depressive Dennis Wilson, zwei Anhalterinnen der Manson-Family in sein Haus am Sunset Boulevard mitgenommen hatte. Als Wilson eines Tages vom Einkaufen nach Hause kam, war plötzlich Charles Manson mit der ganzen „Family“ bei ihm eingezogen. Manson und Wilson sollen sich gut über Musik unterhalten haben und spielten gemeinsam Gitarre, begannen sogar zusammen Songs zu schreiben. Wilsons Brüder, Brian und Carl, produzierten davon ein Demo-Band und machten Manson mit dem Produzenten Terry Melcher bekannt. Eben jenem vormaligen Mieter des späteren Schlachthauses am Cielo Drive 10 050. Melcher jedoch soll die Musik von Manson verspottet haben. Eine seiner Kompositionen, „Cease to Exist“, schaffte es 1969 dennoch auf die B-Seite einer Beach-Boys-Single. Das Lied, für 100.000 Dollar abgekauft, wurde zum Zorn Mansons stark verändert und erschien unter dem Titel „Never Learn Not to Love“.

Okkultismus und vermeintliche Avantgarde waren eine unselige Gemeinschaft geworden und Manson und seine Hippie-Rock-Band „The Family“ zogen sich auf die Spahn Movie Ranch zurück, die etwas abseits im Norden von Los Angeles gelegen war. Er verkündete seinen JüngerInnen christusgleich von seiner Vision eines schwarzen Aufstandes gegen die Weißen. Auf Grund ihrer Rasse seien sie jedoch nicht fähig, sich selbst zu organisieren und würden ihn daher zu ihrem neuen Führer wählen und zum Herrscher über die Welt machen. Unter dem Death Valley (Tal des Todes), rund 400 km von der Spahn-Ranch entfernt, sei „The Hole“, eine Höhle als Eingang zum Paradies, in der man sich vor den zukünftigen Unruhen verstecken könnte und später würden alle vom neuen „Menschensohn“ (Man Son) und den Beatles – den vier Engeln – in die Seligkeit geführt. Schlüsselwort für diese Phantasterei war „Helter Skelter“, seine Hommage an einen Song vom „Weißen Album“, „dessen Text er völlig ungebrochen als persönliche Botschaft der Beatles interpretierte, als Bestätigung seiner apokalyptischen Vision“.4

Aber Helter Skelter ließ auf sich warten. Manson verkündete nun, dass man den Negern zeigen müsse, wie man das macht. Am 8.8.1969 brachen dann Patricia Krenwinkel, Tex Watson, Susan Atkins und Linda Kasabian auf zum Cielo Drive. Die bizarr-tödliche Melange aus Wahn und Wirklichkeit kurz vor Woodstock (14.-17.8.1969) wurde zu einer Realität analog zu der Szenerie, die der Dramatiker Heiner Müller (mit Bezug auf seine eigene Biografie und Andy Warhols Kunstpraxis) am Ende seiner „Hamletmaschine“ mit Hinweis auf die „scaring phonecalls“ von Susan Atkins beschrieben hatte: „Es lebe der Hass, die Verachtung, der Aufstand, der Tod. Wenn sie mit Fleischmessern durch eure Schlafzimmer geht, werdet ihr die Wahrheit wissen“.5 Wie bei einem Hitler, analysierte der einstige Manson-Ankläger Vincent Bugliosi, sei hier der verhinderte Künstler-Ehrgeiz in Vernichtungswut umgeschlagen6 als Manson seinen ‚Judgement day‘ plante und ausführte: „All You Need Is Love“ und „Revolution“ der Beatles waren ins Gegenteil verquert und in eine grausame „Magical Mystery Tour“ (im Dezember 1967 erschienen) umgeschlagen. Mit dem Titel „Piggies“ vom „White Album“ waren von George Harrison die feisten Bürger gemeint, die in ihren „gestärkten weißen Hemden“ mit ihren „Piggie-Weibchen“ zum Dinner gehen und mit „Gabel und Messer ihren Speck verzehren“. Im fröhlichen Original-Song heißt es: „In ihrem Leben fehlt etwas//was sie brauchen ist eine Tracht Prügel“. Und DEATH TO PIGS und PIGS stand an den blutigen Tatorten. Und eine Gabel steckte im rundlichen Leib des Opfers Leno LaBianca.

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Charles Manson, der sich selbst als verborgenen „fünften Beatle“ sah, hielt sich jetzt auch für den „fünften Engel“ bezogen auf das 9. Kapitel der biblischen Offenbarung des Johannes, jener Apokalypse, die das Neue Testament mit einer Vision des Grauens beschließt und die Wiederkehr des eingeborenen Menschensohnes, Jesus Christus, beschwören sollte: „Und der fünfte Engel…tat den Brunnen des Abgrundes auf,…und es ward verfinstert die Sonne… und es ward ihnen gesagt, dass sie nicht sollten Schaden tun dem Gras auf Erden…, sondern allein den Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen…“7 Nach Mansons Meinung waren die vier Engel die Beatles, die Führer, Sprachrohre und Propheten. Und für Susan Atkins, die die ausgeführten Morde als „schön“ empfunden haben soll8, wie für die beiden anderen Jüngerinnen, bedeutete das schützende Kreuz das „Siegel Gottes“, das sie sich noch im Gefängnis mit heißen Nadeln in die Stirn ritzten – Tattoos als bekennende Insignien der Leidenschaft.

Die gefährdete Phantasie zwischen „Surrealismus und Terror“9, mit der der selbsternannte, neue Menschensohn Man Son, seine „Family“ beeindruckte, war Wirklichkeit geworden. Da war sogar die „bottomless pit“, der „Brunnen des Abgrunds“ in der kalifornischen Wüste des Death Valley Realität. Und der Name der Band(e) schien dem harmoniesüchtigen Zeitgeist harmlos eingeschrieben, wie die Namen so vieler anderer Bands: Sly and the Family Stone, Frank Zappa and The Mothers of Invention. Mansons Weltgerichts-Phantasie war dem Zeitgeist der Rock- und Pop-Bewegungen auf den Leib geschneidert und wie viele parallele Irrläufer der Zeit in den Bannkreis von Satanismus und schwarzer Magie geraten. Aus einem berechtigten Aufruhr gegen die kapitalistische Oberschicht und ihren ökonomischen Interessen geschuldeten, eigenen Exzessen in Vietnam und gleichzeitigen rassistischen „Riots“ (Unruhen) in „Gods Own Country“ war ein Alptraum erwachsen – ein Aufbruch in Dimensionen der anderen Art.

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Hintergründe, Hipsters und Halluzinogene

Es ist kein Zufall, dass die afro-amerikanische Band „The Versatiles“, die für den ‚California Soul` stand, ihren Durchbruch im Bereich der Pop-, Soul- und Rock-Musik erst mit dem Song „Up, Up and Away“ feierte und in diesem Moment „The Fifth Dimension“ hieß. Weltberühmt wurde sie 1969 durch ihre erfolgreiche Medley-Adaption aus dem bis heute populären Musical „Hair“: „Aquarius & Let the Sunshine in“. Der vermeintliche „Summer of Love“ war durch pop- und rockmusikalische, poetische und politische Werke und Akte längst in die Realität kapitalistisch günstiger Verkaufszahlen transformiert worden. Das der „fünften Dimension“ zugehörige Album der gleichnamigen, erfolgreichen Gruppe hatte bezeichnenderweise den Titel: „The Age of Aquarius“ – das Zeitalter des Wassermanns. Dieser Titel ging, dem Zeitgeist geschuldet, schwanger mit der Hoffnung auf eine völlig neue gesellschaftliche Praxis, die in den bis dahin konservativen Kategorienbildungen in Alltag, Politik, Kunst und Musik und ihren strengen Abgrenzungen, keine Möglichkeit auf Gegenwart und Zukunft mehr sah. Den revoltierenden Gedanken aus dem Geist der deutschen Romantik verpflichtet bis hin zur Verehrung Hermann Hesses – und hier besonders dem Protagonisten Harry Haller in seinem „Steppenwolf“ (die nach diesem Roman gleichnamig benannte Band „Steppenwolf“ um den ursprünglich deutschstämmigen John Kay, spielte harten Rhythm & Blues mit rockigen Einflüssen: „Born to be Wild“!) – hatte eine Generation die Vision, Klassenschranken nieder zu reißen und scheinbar antagonistische Elemente miteinander zu verknüpfen: Esoterik mit Politik, „Sit In“ mit „Action“, elektrisch verzerrte Instrumente (zumeist Gitarre und Bass) mit poetischen, romantischen und realistischen Weltbeschreibungen (die Poeten der Beat-Generation in den USA, in Deutschland die Apologeten der so genannten 68er), innere Emigration (Natur, Liebe, Weltabgewandheit, Gurus) und Heldentum der Revolte auf der vermeintlich proletarischen Straße der universellen Revolte (The Rolling Stones und ihr legendärer Hit „Street Fighting Man“).

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Diese Kombination aus Religion, Poesie, Esoterik, politischer Praxis (auch aus dem Geist der Gegner Bakunin und Marx/Engels), Rausch und Ekstase für die nicht nur alltägliche, sondern auch zukünftig erwünschte Lebenspraxis, wurde prägend für diese Zeit. Nach der Auffassung damaliger Esoteriker, Okkultisten und anglo-indischen Theosophen (heute: New Age-Anhängern) stand damit die zweite Hälfte des so grausamen 20. Jahrhunderts im „Wassermann-Zeitalter“. Das Symbol sowohl des gleichnamigen Tierkreiszeichens als auch des Sternbildes ist die doppelte Wellenlinie. Sie sollte nach zeitgenössischer Auslegung Schwingungen und Elektrizität (ähnlich dem Zeichen für Wechselspannung) zeigen. Gemäß dieser Auffassung trat vor ca. 2150 Jahren der Frühlingspunkt in das Sternbild der Fische. Für die Hippiekosmologie war Jesus von Nazareth, der Verkünder einer neuen Zeit, in der die Liebe als menschliches, mikrokosmisches Abbild der Sonne die Herrschaft über die Menschen gewinnt: „Love, Peace and Happiness“ in Ansehung eines neuen Zeitalters aus Geschlechter- und Klassen-Harmonie, aus vermeintlich körperkultureller Nacktheit und revolutionärem Kampfgeist. Timothy Learys Buch und Theorie einer „Politics of Extasy“, unter Einfluß psychedelischer, bewusstseinserweiternder Drogen wie LSD und Psylocibin, Marihuana und Haschisch geschrieben, sowie Theorien über das neu zu bestimmende Verhältnis von Sexualität und Gesellschaft im politischen Kampf speisten diese heterogenen Vorstellungswelten. In der äußerst anregenden und erhellenden Einführung von Christoph Grunenberg im Katalog „Summer of Love – Psychedelische Kunst der 60er Jahre“ beschreibt der Autor diesen Sachverhalt im Kapitel „Politik der Ekstase: Kunst für Geist und Körper – Von ‚psychodelisch‘ zu ‚psychedelisch’“ wie folgt: „Timothy Leary, oberster Guru des LSD-Kults und laut Präsident Nixon ‚der gefährlichste Mann in Amerika‘ (…) erklärte sich bescheiden zum ‚Sprachrohr‘ und fragte: ‚Sind wir über Messiasse und Märtyrer nicht hinaus?‘, während er gleichzeitig am New Yorker Village Theater als ‚Reinkarnation Christi‘ angekündigt wurde. Veranstaltungen der von Leary gegründeten League of Spiritual Discovery (L.S.D.) kombinierten religiöse Zeremonien mit psychedelischen Lightshows und offenbarten den stark spirituellen Aspekt in Learys Lehre, die eine Art Ersatzreligion für eine säkularisierte, materialistische Gesellschaft bot. Für Leary waren ’spiritual discovery‘ und politische Opposition eng miteinander verknüpft. Gleichzeitig lehnte er die Politik als irrelevant ab und vertrat die Auffassung, eine radikale Veränderung des ‚Systems‘ sei nur durch fundamentale Bewusstseinsveränderung möglich. (…) Trotz seiner messianischen Auftritte repräsentierte Leary die ‚kultivierte‘ Seite der psychedelischen Bewegung (…).“10

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Aber auch innerhalb der Bewegung existierten folgenreiche Antagonismen. Der anarchische Hedonismus, u. a. eines Ken Kesey und seinen Merry Pranksters, wollte durch spielerische Experimente mit Drogen bis zum Wahnsinn und ostentativer Extrovertiertheit provozieren und durch Tabubrüche gezielt Empörung hervorrufen. Mit einem kaum voraus zu ahnendem Paukenschlag sollte das mythisch verbrämte und bis heute legendärste Festival aller Zeiten in Woodstock zur Ein- und Ausgangstür für die folgenden Szenarien werden. Tosende Wellen, die Europa erreichten, die politisch-philosophische Debatten erhitzten, ideologisch besetzten, und die westdeutsche Atmosphäre befeuerten. Die Schwingungen der elektrifizierten Bewegung, „Vibrations“, wurden mehr als das Kürzel des legendären Beach Boys Hits „Good Vibrations“. Es war der westdeutsche Literaturkritiker und Autor Helmut Salzinger, der in seinem bis heute gültigem Standard-Essay aus dem Jahre 1972, „Rock Power oder Wie musikalisch ist die Revolution“, die Musik-, Design-, Kunst-Welt und ihre nur dialektisch zu fassenden Verkaufsstrategien und Wirksamkeiten von Rock-Musik als einen die Gesellschaft verändernden Prozess analysierte. Er brachte ihre bis in die Gegenwart gültige Doppelbödigkeit durch einen ironisch-verzweifelten Blick zur Sprache: „Woodstock Nation bedeutet Verweigerung, bedeutet Abkehr, bedeutet Subversion. Woodstock Nation bedeutet den Bruch mit der bestehenden Gesellschaft, mit ihren Gesetzen, Traditionen, Werten und Normen.“11 Plakate und Buchtitel (wie im Falle von u. a. Rolf-Ulrich Kaiser) trugen im Jahr 1969 Titel wie „Underground? Pop? Nein! Gegenkultur!“

Irrsinn, Ideologie und Ikonographie

Neben der Ästhetik von Platten-Covern, Plakaten und Kunstwerken spricht die Ästhetik der Selbstdarstellungen und Inszenierungen der Musiker und Künstler Bände – auch für die weiteren Entwicklungen der Rock- und Pop-Musik: von John Lennon und Jim Morrison (Sänger von The Doors, Song-Titel u.a. „Break on through (to the other Side)“, „The End“) bis zu Charles Manson erscheint ein Bildtypus, der an alter, christlich-humanistischer Malerei seit der Dürer-Zeit orientiert ist und Christus als einen Weltschmerz und Weltwissen tragenden Mann zeigt, der seine Jünger und weiblichen Engel um sich geschart hat. Die männlichen Hauptdarsteller erscheinen dabei als christusgleiche Erlöser und markieren symbolisch einen Aspekt, der sich auch in den schwarz-magischen und bewusst provozierenden Songs und Texten bis in die Gegenwart fortgesetzt hat. Sie sind zu bewusst Tabubrechenden Schockmomenten geworden, die sich als Gegenkultur gewinnbringend vermarkten lassen. Die Trivialisierung der Rock-Mythen und Pop Art-ikonischen Grundmuster hatten sich in Parallel-Erscheinungen zwischen Mansons „Family“ und anderen Cliquen, Bands und Banden in der Musikbranche als werbeträchtig herauskristallisiert: „Manson mochte keinen Plattenvertrag bekommen haben, er hatte trotzdem das Zeug zum Rockstar – das wallende Haar und der Jesusbart, eine Kiste voll Songs, die schönen und unterwürfigen jungen Mädels, die ihm zuliefen und die man andernorts, etwa in Zappas Szene oder Vito Paulekas‘ Studio, als Groupie bezeichnet hatte.“12

Das Phänomen des Rockstars, in Anlehnung an die biblische Heilslehre mit dem für die Menschheit geopferten Menschensohn, wurde gesellschaftlich approbiert und reif für ein Musical: „Jesus Christ Superstar“. Als Folge von „Hair“ wurde der Mythos auf universelle Erlösung im Zeichen und Zeitalter des Wassermanns bis heute auch medien- und marktwirksam beschworen. Charles Manson erschien als Hippie-Christus am Kreuz auf Druckgraphiken und als Titelheld auf populären Magazinen vom „Tuesday’s Child“ bis zum „Rolling Stone“. Einen Kult- und Ikonenartigen Status erreichte das Cover des „Life“-Magazins vom 19. Dezember 1969 und wurde zu einer Art Markenzeichen für spätere Manson-Devotionalien.

Auch der selbst malende Rock-Performer und bekennende „Anti-Christ“ Marilyn Manson trägt bewusst seinen Namen: Nicht um seine Bewunderung für Charles Manson auszudrücken, sondern um die Extreme der US-amerikanischen ökonomischen und kriegstreibenden Realität kritisch als provokantes Statement zwischen Marilyn Monroe als Pop-Ikone und Charles Manson als Anti-Pop-Ikone zusammenzufassen. Tragik und Irrsinn des Systems werbeträchtig vermarktbarer Starkulte zwischen Pop Art und Rock Musik sollen verdeutlicht werden. Auf seiner CD „Portrait of an American Family“ (1994) veröffentlichte er ein Lied von Charles Manson: „My Monkey“.

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Die Geschichte der nachäffenden Affen im Kontext einer ernst gemeinten und berechtigten Revolte gegen den Vietnam-Krieg, rassistische Ideologien und Unruhen gegen eine ökonomisch herrschende Klasse bis hin zur ikonisch-werbeträchtigen Ausbeutung von Corporate Identities, Namen und Logos lassen sich bis in die Jetzt-Zeit fortschreiben. So, wie der Name „Charles Manson and The Family“ ins kollektive Gedächtnis eingebrannt und vermarktbar ist, kann und muss nun nach den realen Folgen der RAF und ihren buchstäblichen Transformationen in den Bereich trivialisierender Mythen und verkaufsträchtiger Ikonographisierungen gefragt werden. Deutsche Rock-Bands mit prägenden Namens-Kürzeln wie BAP und DAF hätte es ohne sie kaum gegeben. Pop-Kultur und Film-Industrie sind auch so noch immer Bestandteil einer Kulturindustrie, die „Aufklärung als Massenbetrug“ (Horkheimer/Adorno) meistbietend an Spezialisten der Genres verkauft und von ihnen lebt. Der „neue Mensch“ im Sinne eines Joseph Beuys, sollte ja nicht nur ein Rocker sein, der seinen Willen bestätigt, auch nicht nur Hippie, der sein Gefühl gutheißt, und auch kein bloßer Theoretiker, der nur Reflexion will. Er möge alle diese Kräfte in sich vereinigen. „It’s a long way to the top, if you wanna Rock’n Roll“ (AC/DC)…

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(1) Zit. nach Der Spiegel, Nr 49, 28. Jg., 2. Dezember 1974, S. 122 (ohne Angabe des Autors).

Mit dieser Ausgabe begann die vierteilige Spiegel-Serie „US-Staatsanwalt Bugliosi über den Mordfall Sharon Tate“. In Heft 49 finden sich unter der Rubrik „Deutschland“ bezeichnenderweise auch zwei Artikel über „Baader-Meinhof“: „Verwirrspiel um Terroristen“ und „Interview mit Jean-Paul Sartre über seinen Besuch bei Andreas Baader“.

(2) Michael Walker: Laurel Canyon – Im legendären Tal des Rock’n‘ Roll, Berlin 2007, S. 174.

(3) Charles Manson: „The Family Jams“, „A Gambling Man Come From Natchez“, 1970/1997.

(4) Walker 2007, S. 174.

(5) Heiner Müller, „Die Hamletmaschine“, zit. nach: Revolutionsstücke, Hrsg. v. Uwe Wittstock, Stuttgart, 1995, S. 46. Zu Müllers Erwähnung von Susan Atkins, einer der Täterinnen am Cielo Drive, vgl. Heiner Müller, „Krieg ohne Schlacht“, Köln, 1994, S. 294.

(6) Zit. nach: Der Spiegel, Nr 49, 28. Jg., 2. Dezember 1974, S. 124 (ohne Angabe des Autors).

(7) Die Bibel, Neues Testament, Die Offenbarung des Johannes.

[8] Vgl. : Spiegel, Nr. 50, 28. Jg., 9. Dezember 1974, S.110.

(9) Vgl. Karl Heinz Bohrer: Die gefährdete Phantasie, oder Surrealismus und Terror, München 1970.

(10) Christoph Grunenberg: „Politik der Ekstase: Kunst für Geist und Körper – Von ‚psychodelisch‘ zu ‚psychedelisch’“, in: Ausst.-Kat. Summer of Love – Psychedelische Kunst der 60er Jahre, hrsg. v. Christoph Grunenberg, Tate Liverpool, London; Schirn Kunsthalle, Frankfurt; Kunsthalle, Wien, 2005-2006, S. 14-15.

(11) Helmut Salzinger, Rock Power oder Wie musikalisch ist die Revolution?, Reinbek bei Hamburg 1972/1982, S. 195.

(12) Walker 2007, S. 182.

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(°)

Zum Kurzfilm G(ebt) 8(cht) zum Segeln und Kegeln = Auf dem Grabstein von Ulrike Meinhof steht/stand (Siehe Installation in der Hamburger Kunsthalle) mit Kreide geschrieben: „Freiheit ist nur im Kampf um Befreiung möglich“. Dieser Text, ein Lenin-Zitat, wurde 2007 in dem Mattejat-Film, mit Gesang in der adäquaten Film-Sequenz unterlegt, -während die „fliegende Kamera“ Richtung Zaun Heilgendamm (Heimkind) unterwegs ist: Aber hören sie, hört selbst. Gradzeichen klicken zwischen der Klammer (oben). Oder in weniger guter Auflösung -daher geringere Datenmenge zur Übertragung hier => [::]


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https://medienwatch.wordpress.com/2009/01/14/man-son-1969-vom-schrecken-der-situation/

https://medienwatch.wordpress.com/322/

https://medienwatch.wordpress.com/man-son1969-pressetermin-bildmaterial/

http://www.hamburger-kunsthalle.de/manson/catalog/gerlach.htm

http://www.hamburger-kunsthalle.de/manson/catalog/haenlein.htm

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Am 10. Dezember starb Henning Christiansen

Wir sind tief traurig (gfok)

https://medienwatch.wordpress.com/henning-christiansen-ist-gestorben/

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Foto I: Joseph Beuys

„I like Amerika – America likes me“ 1974

`69, 2009 Stefan Hunstein*

Rudolf Herz 1995 | 2009 Zugzwang (H D)

Teresa Margolles, Caida Libres* / Freier Fall

Stephan Huber: =>[::]<=Parallele Intervention im Bonner Kunstmuseum

(Marionetten + Film in d. Ausstellung)

SW-Foto: Josephine Meckseper RAF + Jean Baudrillard (Bücher), Installation Schaufenster

Till Gerhard, Foto: Kunsthalle

Stefan Micheel, Installation

Pressetermin:

Galerie der Gegenwart, Kunsthalle Hamburg 2009

Bildmaterial: Jörg Stange, gfok

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*Triptychon Manson Hells Angel, Mondfahne
* Menschenfett aus einer Leichenhalle in Mexico

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Petition: Indianischer Friedensaktivist Leonard Peltier seit dreissig Jahren in einem US-Gefängnis

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Zum Hintergrund von Leonard Peltier (* 12. September 1944 in Grand Fork, North Dakota) ist ein indianischer Aktivist des American Indian Movement in den USA. Er war Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre an einflussreicher Stelle bei verschiedenen Widerstandsaktionen gegen die US-amerikanische Indianerpolitik beteiligt. 1977 wurde er in einem umstrittenen Gerichtsverfahren trotz fragwürdiger Beweislage des Mordes an zwei Polizisten angeklagt und verurteilt. Seither ist er inhaftiert. In den Augen verschiedener Menschenrechtsorganisationen gilt er als politischer Gefangener der USA.

http://de.wikipedia.org/wiki/Leonard_Peltier

Leonard Peltier Petition

Let President Barack Obama, Attorney General Eric Holder, the Federal Prison system, Congress and the media know you
HOLD THEM ACCOUNTABLE FOR THE SAFETY AND WELLBEING OF LEONARD PELTIER, and you WANT HIM RELEASED!


Internationally known Native American political prisoner Leonard Peltier has been victimized and brutalized since being transferred to U.S. Penitentiary Canaan in Pennsylvania on January 14. Shortly after arrival he was jumped and brutally beaten by gang members, none of whom he knew. He was subsequently put in solitary confinement in the hole and on restricted meals, endangering his diabetic condition, and is being allowed only one telephone call per month. He is being prevented from meeting face-to-face with his lawyers.Please submit the Hands Off Leonard Peltier – Release Him Now! ONLINE PETITION at http://www.iacenter.org/native/leonardpeltierpetition to let President Obama, Attorney General Holden, the Federal Prison System, the warden at Canaan penitentiary, congressional leaders and the media know YOU WILL HOLD THEM ACCOUNTABLE FOR LEONARD’S SAFETY AND WELL-BEING and you demand his release.

The text of the online petition is as follows:

To: President Barack Obama, Attorney General Eric Holder, U.S. Penitentiary-Canaan Warden Ronnie R. Holt, Federal Bureau of Prisons Northeast Regional Director D. Scott Dodrill, U.S. Prisons Director Harley G. Lappin cc: The Congressional Black Caucus, Congressional Leaders, U.N. Secretary-General Ban Ki-moon, the American Civil Liberties Union and members of the national media

SAFETY, HUMANE TREATMENT AND RELEASE FOR LEONARD PELTIER NOW!

It has come to my attention that internationally known Native American political prisoner Leonard Peltier, prisoner #89637-132, has been victimized and brutalized since being transferred to U.S. Penitentiary Canaan in Pennsylvania on January 14.

Shortly after arrival he was jumped and brutally beaten by gang members, none of whom he knew. He was subsequently put in solitary confinement in the hole and on restricted meals, endangering his diabetic condition, and is being allowed only one telephone call per month. He is being prevented from meeting face-to-face with his lawyers.I hold the warden and the prison system responsible for Leonard Peltier’s safety, wellbeing and humane treatment. Leonard Peltier is an internationally known Indigenous activist and has become a global symbol of US injustice and prison abuse. Imprisoned in the late 1970s for allegedly murdering two FBI agents, Peltier has never been given a fair trial. Federal authorities have quashed or destroyed thousands of pages of evidence that might have freed Peltier decades ago.

The Leonard Peltier Defense Offense Committee points out that „Amnesty International considers Leonard Peltier to be a political prisoner whose avenues of redress have long been exhausted….Amnesty International recognizes that a retrial is no longer a feasible option and believes that Leonard Peltier should be immediately and unconditionally released.“

The LPDOC adds that „Documents show that although the prosecution and government pointed the finger at Peltier for shooting FBI agents at close range during the trial in 1976, for three years the prosecution withheld critical ballistic test results proving that the fatal bullets could not have come from the gun tied to Leonard Peltier. This trial also denied evidence of self defense.“

The LPDOC further notes that „The U.S. Prosecutor, during subsequent oral arguments, stated: ‚We can’t prove who shot those agents‘ and the Eighth Circuit found that „There is a possibility that the jury would have acquitted Leonard Peltier had the records and data improperly withheld from the defense been available to him in order to better exploit and reinforce the inconsistencies casting strong doubts upon the government’s case.“

Judge Heaney who authored the denial, now supports Mr. Peltier’s release, stating that the FBI used improper tactics to gain Mr. Peltier’s conviction.

Now 64 years old, Peltier is suffering from diabetes and a series of other serious ailments brought on by his decades in prison. He has great- grandchildren he has never seen.

The gross miscarriage of justice in the case of Leonard Peltier has gone on long enough. He should be released immediately. Since he is a member of a sovereign Native nation, I ask that President Obama work „nation to nation“ with the Turtle Mountain Chippewa to bring Peltier home to North Dakota.

Furthermore, Peltier has been a model prisoner for decades. He is long overdue for parole, but the FBI is improperly intervening to prevent his release.

At a time when the government is seeking to restore its international reputation by moving to close down the prison at Guantanamo, Leonard Peltier has been languishing unjustly in the U.S. prison system for decades longer than the Guantanamo prison has existed.

Release Leonard Peltier now!

Sincerely,
(Your signature will be appended here based on the contact information you enter online. You will also have the opportunity to edit or personalize the text)

Please Let President Barack Obama, Attorney General Eric Holder, U.S. Penitentiary-Canaan Warden Ronnie R. Holt, Federal Bureau of Prisons Northeast Regional Director D. Scott Dodrill, U.S. Prisons Director Harley G. Lappin, the Congressional Black Caucus, Congressional Leaders, U.N. Secretary-General Ban Ki-moon, the American Civil Liberties Union and members of the national media know you HOLD THEM ACCOUNTABLE FOR THE SAFETY AND WELLBEING OF LEONARD PELTIER!

YOUR EMERGENCY ACTION IS NEEDED NOW!

Please submit the Hands Off Leonard Peltier – Release Him Now! ONLINE PETITION at http://www.iacenter.org/native/leonardpeltierpetition NOW!

For more information on Leonard Peltier, go to
http://www.whoisleonardpeltier.info

International Action Center
c/o Solidarity Center
55 W 17th St #5C
New York, NY 10011
www.iacenter.org
actioncenter@action-mail.org

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Januar 30, 2009 at 14:39

Kunsthalle Hamburg: Musik in der Hackert-Ausstellung: Schubert, Schönberg u.a.

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Musik in der Hackert-Ausstellung

„SCHUBERTIADE MODERN“

am Sonntag, den 1. Februar 2009, um 14 Uhr

Lieder des Goethe-Zeitgenossen Franz Schubert im musikalischen Kontext des 20. und 21. Jahrhunderts: Studierende der Liedklasse von Prof. Burkhard Kehring an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg nähern sich den Liedkompositionen Schuberts aus dem Blickwinkel der so genannten „modernen“ Musik. Den Lyrik-Vertonungen Schuberts werden Werke von Rihm, Scelsi, Henze, Saariaho und anderen Komponisten unserer Zeit gegenübergestellt.

Einführung: Prof. Dr. Hubertus Gaßner

Moderation: Prof. Burkhard Kehring

Ein musikalischer Rundgang durch die Hackert-Ausstellung

am Samstag, den 14. Februar 2009, um 14 Uhr

mit Corinna Meyer-Esche (Mezzosopran)

Katharina Hempel und Klaus Hempel (Gitarren) und Thomas Sello

Mit Werken von Schubert, Paganini, Rossini u. a.

Veranstaltungsort: Hackert-Ausstellung, Galerie der Gegenwart

Eintritt 6 € zzgl. Museumseintritt

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Sonntag, den 1. Februar 2009, 14 Uhr

in der Hamburger Kunsthalle

“Franz Schubert und die Moderne“

Konzert der Liedklasse Prof. Burkhard Kehring (HfMT Hamburg)

Einführung zu Philipp Hackert:

Prof. Dr. Hubertus Gaßner

Moderation: Prof. Burkhard Kehring

Franz Schubert Der Fischer (Goethe)

1797-1828

Arnold Schönberg Erwartung (Dehmel) op. 2,1

(1874-1951) Erhebung (Dehmel) op. 2, 3

Larissa Neudert, Sopran

Mariana Popova, Klavier

Franz Schubert Iphigenia (Mayrhofer)

Hanns Eisler Andenken (Hölderlin) (1943)

(1898-1962)

Franz Schubert An die untergehende Sonne (Kosegarten)

Steinunn Skjenstad, Sopran

Eva Barta, Klavier

Anton Webern Die geheimnisvolle Flöte (Li Tai Po/Bethge) op.12, 2 (1916)

(1883-1945) Schien mir’s als ich sah die Sonne (Strindberg) op.12, 3

Ernst Krenek Aus O Lacrimosa (Rilke) op. 48: Aber die Winter! (1926)

(1900-1991)

Franz Schubert Bei Dir allein! (Seidl)

Larissa Neudert, Sopran

Mariana Popova, Klavier

Franz Schubert An Mignon (Goethe)

Mignon: Heiss mich nicht reden (Goethe)

Mignon: So lasst mich scheinen (Goethe)

Steinunn Skjenstad, Sopran

Eva Barta, Klavier

Wolfgang Rihm Aus Das Rot (Günderode) (1990):

(*1952) Hochrot

Liebst du das Dunkel

Franz Schubert Liane (Mayrhofer) D 298

Otfried Büsing Mozart an’s Bäsle (Mozart) 1998

(*1955)

Franz Schubert Lied der Delphine (Schütz)

Larissa Neudert, Sopran

Mariana Popova, Klavier

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Julian Yu Vier Haikus op. 27 (Basho) (1987)

(*1957) Steinunn Skjenstad, Sopran

Eva Barta, Klavier

Francis Poulenc Aus Fiancailles pour rire (Vilmorin) (1939):

1. La dame d’Andrè

3. Il vole

5. Violon

Larissa Neudert, Sopran

Mariana Popova, Klavier

Giacinto Scelsi Perdus (Wahl) (1937)

1905-1988

Olivier Messiaen Aus Chants de Terre et de Ciel (Messiaen) (1937):

(1908-1992) Danse du bébé-Pilule

Steinunn Skjenstad, Sopran

Eva Barta, Klavier

Isabel Mundry Anagram (Mundry) (2000)

(*1963) Larissa Neudert, Sopran

Mariana Popova, Klavier

Leonard Bernstein I hate Music! (Bernstein) (1943)

(1918-1990) Steinunn Skjenstad, Sopran

Eva Barta, Klavier

George Crumb Aus Apparition (Whitman) (1978):

(*1929) Approach Strong Deliveress!

Larissa Neudert, Sopran

Mariana Popova, Klavier

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http://www.meta-info.de/index.php?newsfull=1&lid=32863&rubrik=politik

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http://www.hamburger-kunsthalle.de/archiv/seiten/hackert.html

Wir danken Klavier Knauer für die Bereitstellung des Flügels Knauer & Sons

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Januar 30, 2009 at 13:28

Man Son: Zwischen Utopie und Gewalt

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Ausstellung „MAN SON 1969“ in der Hamburger Kunsthalle

Von Anette Schneider

Die Ausstellung „MAN SON 1969. Vom Schrecken der Situation“ blickt auf die 60er-Jahre zurück, auf die Utopien von damals und auf das, was aus ihnen geworden ist. Als Ausgangspunkt für die Betrachtungen dient der Kriminelle und Sektenführer Charles Manson.

1969 – das waren Vietnamkrieg und Woodstock. Die Mondlandung und Morde, die der größenwahnsinnige Charles Manson Mitglieder seiner Manson-Family ausführen ließ. – 1968 ist abgefeiert, und so suchten die Kuratoren Frank Barth und Dirck Möllmann offenbar nach Eckdaten des Jahres 69, an denen sich bestimmte gesellschaftliche Widersprüche und Entwicklungen des Jahrzehnts verdichten, und zu einer Ausstellung machen ließen. Dirck Möllmann:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/911922/

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„Helter Skelter“ | „Anklage gegen Bush“ | „Manson im Live Magazin“ | Vitrinen-Einlage in  der Ausstellung „Man Son: Im Schrecken der Situation“

Foto: jst | 2009

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Januar 29, 2009 at 23:18

Terrorcamp-Gesetz: Per Mausklick zum Terrorist

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[sueddeutsche] Ein Kommentar von Heribert Prantl

Das sogenannte Terrorcamp-Gesetz verfolgt angebliche Täter, ohne dass es eine Straftat gibt. Gäbe es den Straftatbestand der Missachtung der Gerichte, dann wäre er mit diesem Gesetz verwirklicht.

Bisher war Sinn und Zweck des Strafrechts die Bestrafung des Straftäters. Was sonst. Aber das so Selbstverständliche gilt nicht mehr, wenn es um Terrorbekämpfung geht.

Der Bundestag hat in erster Lesung ein Gesetz verhandelt, das nicht mehr zur Bestrafung, sondern nur zur Verfolgung taugt, ja nur diese bezweckt: Der Gesetzgeber weiß, dass es zu einer Bestrafung der angeblich gefährlichen Person nach dem neuen Gesetz nicht kommen wird; aber das ist ihm ziemlich egal.

Die Hauptsache ist, dass der Staat ermitteln, belauschen und Computer durchsuchen darf. Die Straftat wird quasi fingiert, weil man sie braucht, um massiv in die Grundrechte des Beschuldigten eingreifen zu können.

Schon der amtliche Titel des neuen Gesetzes verrät dies. Es lautet: „Gesetz zur Verfolgung der Vorbereitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten“. Das Gesetz wird landläufig Terrorcamp-Gesetz genannt, weil mit ihm angeblich die Leute gepackt werden sollen, die sich dort ausbilden lassen. Davon findet sich im Gesetzestext kein Wort (…)

http://www.sueddeutsche.de/politik/924/456592/text/

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Foto: jst | Export Import | Badewanne 2008

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Januar 29, 2009 at 20:00

»Reihe:Ordnung sagt – Freiheit«

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»Reihe:Ordnung sagt – Freiheit«
mit Discoteca Flaming Star

Eröffnung: Donnerstag, den 29. Jan. 2009, 19 Uhr
Es spricht: Ulrich Schöttker
Ausstellungsdauer: 30. Jan. bis 20. März 2009
Öffnungszeiten: Mi. bis So., 14 bis 18 Uhr
Kunstverein Harburger Bahnhof, im ehemaligen Wartesaal über Gleis 3
und 4, Fernbahnhof Harburg, Hannoversche Str. 85, 21079 Hamburg

Die 1998 von Cristina Gomez Barrio und Wolfgang Mayer gegründete Gruppe Discoteca Flaming Star ist ein interdisziplinäres Kunst-Performanceprojekt mit wechselnder Besetzung, das seine Auftritte und Ausstellungen als politische und soziale Ereignisse versteht.
Angelehnt an die Idee und Funktionsweise einer Rockband erforschen sie gemeinsam mit befreundeten KünstlerInnen, TänzerInnen und MusikerInnen gesellschaftliche Fragen und Wünsche, deren Umsetzungen und ihre Begrenzungen. Als Discoteca Flaming Star erproben sie Handlungsmodelle, die sich, anstatt berechenbare Stärke zu demonstrieren, glamourös dem Schwachsein, der Zerbrechlichkeit und dem Modus des Zweifelns widmen. Sie sind, in den Worten von Gomez Barrio/Mayer, »unehrerbietige haltlose Fans, die die eigenen Kenntnisse und Unkenntnisse benutzen und das Begehren inszenieren, auf der Bühne zu sein und sich zu zeigen. Sie trinken von Anita Berber, von Warhols Perücke, Geistern, Rita McBride’s Arena, Gregg Bordowitz, Mary Shelley, Karl Valentin & Lisl Karlstadt, der Wiener Gruppe, Alvaro, Joey Arias und Raven O – und nennen das Ergebnis Hardcore-Karaoke. Discoteca Flaming Star bringt Lieder über Liebe, Konsum, Hingabe und Feminismus, Bauchtanz, Schnulzen, großartige schlechte Lieder und Dinge, die zusammen gehen, obwohl sie das nicht sollten«.

Für den Kunstverein Harburger Bahnhof entwickelt die Gruppe eine Installation aus bearbeiteten Teppichen, die sich wie Eisschollen im Raum verteilen. Die ursprüngliche Beschaffenheit der Teppiche, ihre Muster und Farbgebungen, wird dabei zu großen Teilen durch schwarze Acrylfarbe verschleiert. Deutlich sichtbar blitzt sie nur in den durch Schriftzüge gebildeten Negativformen auf, die sich unter anderem dem Thema »Freiheit«, der einladenden Institution und der historischen Funktion des Raumes als Wartesaal widmen. Eine weitere Ebene bildet die Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Musiker Morton Feldmann, ein Freund und Zeitgenosse von John Cage, der durch asymmetrische Teppichmuster zu Kompositionen inspiriert wurde, und der Dialog mit dem Teppichsammler Christopher Pan Talon. Letzterer liebt an seiner Sammlung das Aufeinandertreffen von rigide vorgegebenen Mustern und unabhängigen Gestaltungen. Freiheit wird hier produktiv verstanden: Nicht als Gegenbehauptung gegen das, was sie einschränkt, sondern als Freiheit des Denkens, Kombinierens und Handelns innerhalb bestimmter Strukturen. Auf diese Weise entstehen innerhalb des Ausstellungsraumes neue »Räume«, »Denkräume«, die in zwei Performances um die Dimensionen »Handlung« und »Zeit« erweitert werden.

Freiheit ist die sechste Ausstellung im Rahmen der von 2007 bis 2009 im Kunstverein Harburger Bahnhof gesetzten Reihe:Ordnung. In insgesamt sieben Ausstellungen werden – eng orientiert an der Verortung des Kunstvereins in einem Bahnhofsgebäude – bestehende Systeme in ihrem Paradox aus Stillstand und Bewegung, aus Aussagekraft und Durchlässigkeit aufgegriffen. Vorherige Titel der Reihe waren Arbeit, Liebe, Geld, Macht und Sex, das Schlusslicht
bildet Zukunft. Die Ausstellungsreihe fungiert als indirekte Herausforderung von Seiten des Publikums an die teilnehmenden KünstlerInnen: Die titelgebenden Schlagwörter suggerieren eine konkrete Erwartungshaltung, die vor der Betrachtung steht, während die Stärke und die Freiheit der damit konfrontierten künstlerischen Produktion darin besteht, an genau diesem Punkt ansetzen zu können.

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Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung:

Samstag, 31. Jan. 2009, 16 Uhr: Künstlergespräch mit Discoteca Flamingstar. Ab 18 Uhr zeigen wir den Film »El Espíritu de la Colmena«, Victor Erice, 1973. (OV mit engl. Untertiteln). In einem kleinen kastilischen Dorf sieht sich die sechsjährige Ana zusammen mit ihrer Schwester und den Dorfbewohnern einen Horrorfilm an. Von diesem inspiriert, flüchtet sie sich in eine Traumwelt aus Todessehnsucht und Hoffnung.

Freitag, 6. Feb. 2009, 20 Uhr: Discoteca Flaming Star »Anda…El tren blindado…the creature and die liebe (2)«, dia-bass-frankenstein-banner-make-up-gesang-angel-text-stück-performance, 60 min. Realisierung (1) im Sommer 2008 in Zusammenarbeit mit Stefan Pente.

Freitag, den 20. Feb. 2009, 19 Uhr: Führung durch die Ausstellung

Freitag, den 20. Feb. 2009, 20 Uhr: Ursula Panhans-Bühler »Unter der Teppich/und über – einige Blicke auf eine marginalisierte Kunst«. Europäer wendeten Teppiche, sobald sie diese für sich entdeckt hatten, aus der Horizontalen in die Vertikale – mit Bildern versehen.
Was haben Teppiche für eine Beziehung zum Boden, zum Fliegen, zum Verschwimmen von Raum und Zeit? Und: zu Dekor und Ornament? Der Vortrag wird diesen Fragen anhand einiger Teppiche aus Ost und West nachgehen.

Dienstag, den 10. März 2009, 20 Uhr: Helmut Draxler »Gefährliche Substanzen«, Buchvorstellung mit anschließender Diskussion. In seinem 2007 erschienenen Buch formuliert Draxler die »gefährliche« These, dass der substantielle Kunstbegriff keineswegs überholt ist, auch wenn er nicht mehr mit Genie- und Autonomievorstellungen gefüllt werden kann. Die Kunst ist gewissermaßen zu ihrem eigenen Fluchtpunkt geworden. Diskurse, Institutionen und Medien stellen ihre »eigene apparathafte Realität her, anstatt der Wahrheit der Kunst produzieren sie Wahrheitseffekte, statt der Absolutheit des Anspruchs zeigen sie die Relativität von Prozessen, anstelle von Einheit und Überzeitlichkeit sehr spezifische, moderne Formen von vielfach mediatisierten Erfahrungshorizonten.«

Freitag, den 20. März, 20 Uhr: Discoteca Flaming Star »for boris for ingrid«, Performance und Finissage.

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Kunstverein Harburger Bahnhof im Bahnhof Harburg über Gleis 3 und 4 Hannoversche Str. 85, 21079 Hamburg

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Januar 29, 2009 at 12:55

Man Son 1969: Wenn Ästhetik auf Politik trifft | Medienbeiträge zur Ausstellung

with one comment

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Kunst als Schock-Erlebnis

In der Hamburger Kunsthalle thematisiert die Ausstellung „MAN SON 1969. Vom Schrecken der Situation“ Extreme der späten 1960er-Jahre.

Hamburg | Von Wolf Jahn

Eigentlich ist die Erinnerungs-Party längst gelaufen. Das große Memo an das Jahr 1968 fand in 2008 statt. In der Kunsthalle aber beginnt die historische Aufarbeitung. Schuld daran trägt Charles Manson, berüchtigter Anstifter zum Massenmord. Die Manson-Morde ereigneten sich 1969, zeitgleich zur Mondlandung und zum Mord auf dem Altamont-Rockfestival. Alle drei Ereignisse begreift die Ausstellung „MAN SON 1969. Vom Schrecken der Situation“ als ein Zeitphänomen. Und will damit auf die Ambivalenz utopischer Visionen aufmerksam machen, auf das Umkippen friedfertiger Heilsbotschaften in blutrünstige Grausamkeit (…)

http://www.abendblatt.de/daten/2009/01/29/1028266.html

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Als ’68 vorbei war

Eine Hamburger Ausstellung beschäftigt sich damit, wie nach ’68 und dem Sommer der Liebe Charles Manson zum Paten neuer Schrecken wurde. von Radek Krolczyk

Einen guten Einstieg in die Ausstellung »Man Son 1969 – Vom Schrecken der Situation«, die zurzeit in der Hamburger Kunsthalle zu sehen ist, bietet Stephan Hubers Puppenfilmarbeit »Love & Peace«. Dort erlebt man Kasperl, der von der öden heimat­lichen Idylle des Starnberger Sees die Schnau­ze voll hat. Er baut sich eine Zeitmaschine und macht sich, von Sex, Drugs & Rock’n’Roll träumend, auf den Weg in die aufregenden sechziger Jahre.

http://jungle-world.com/artikel/2009/09/32755.html

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68er Ausstellung

Keine leichte Schau

Sie strotzt vor mutigen Thesen, bekennt sich aber letztlich zu keiner davon: Die Ausstellung „Manson 1969“ in der Hamburger Kunsthalle kommt seltsam überfrachtet und unschlüssig daher. VON PETRA SCHELLEN

http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/keine-leichte-schau/

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KUNSTHALLE
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»Man Son 1969«

Die Ausstellung zeigt die Extreme der späten 60er

JFK, Vietnam, Mondlandung, Woodstock und die bestialischen Morde, initiiert von Charles Manson: 40 Jahre ist es her, dass die Welt der Blumenkinder im Sommer umkippte und zum Jahr der Extreme wurde. „Man Son 1969 – Vom Schrecken der Situation“ heißt eine neue Schau in der Kunsthalle, die ab morgen versucht, einen Bogen bis heute zu spannen. Dazu haben die Kuratoren Frank Barth und Dirck Möllmann 35 Künstler gebeten, sich mit den Ereignissen von damals zu beschäftigen. Das Ergebnis ist umwerfend. Im wahrsten Wortsinne. Und schockierend (…)

http://www.mopo.de/2009/20090129/hamburg/kultur/man_son_1969.html

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MAN SON 1969 Galerie der Gegenwart, bis 26. April.

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Mörder als Motive – Grausame Kunst in Galerie der Gegenwart

29. Januar 2009, 02:52 Uhr

Eine nackte Frau, die einen Hula-Hoop-Reifen aus Stacheldraht schwingt, ein Kleinkind im roten Shirt mit Hakenkreuz und die RAF-Terroristen Andreas Baader und Gudrun Ensslin lachend in einem Paris-Café: Unter dem Titel „MAN SON 1969. Vom Schrecken der Situation“ zeigt die Kunsthalle ab Freitag bis zum 26. April Arbeiten, die sich mit politischen, kulturellen und sozialen Extremen auseinandersetzen. Dazu wurden 35 internationale Künstler gebeten, sich mit dem Jahr 1969 zu befassen.(…)

http://www.welt.de/welt_Moerder-als-Motive–Galerie-der-Gegenwart

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Ausstellung: Man Son 1969

Der Mann mit den Mädchen

Von Peter Richter

02. Februar 2009 Vierzig Jahre Achtundsechzig wären rum; jetzt kommt: vierzig Jahre Neunundsechzig. Das hat, könnte man so sagen, eine gewisse Folgerichtigkeit. Und 1969 kam ja auch eine Menge zusammen: Woodstock und Altamont zum Beispiel, das wiedertäuferische Schlammbad der sogenannten Blumenkinder und das Festival, bei dem ein Fan der Rolling Stones von einem Ordner der Hells Angels erstochen wurde. Es war das Jahr, in dem der erste Mensch den Mond betrat – und drei Wochen später betraten, ebenfalls wie Wesen von einem anderen Stern, vier Todesengel aus dem Clan des Sektenführers Charles Manson die Villa des Regisseurs Roman Polanski am Cielo Drive in Los Angeles und massakrierten unter anderem dessen Ehefrau, die Schauspielerin Sharon Tate (…)

http://www.faz.net/

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Das Böse in der Welt der Blumenkinder

Von Belinda Grace Gardner 25. Januar 2009, 02:03 Uhr

Woodstock, Mondlandung, die Morde von Charles Manson und seinen Anhängern: An 1969 als Jahr der Extreme erinnert jetzt eine Ausstellung in der Hamburger Galerie der Gegenwart

Ein Hula-Hoop-Reifen kreist um die Hüften einer jungen Frau am Strand. Doch das Spiel ist nicht lustig und unbeschwert, sondern schmerzhaft – denn der Reif ist aus Stacheldraht geformt. Die Szene ist Teil der 2001 geschaffenen Filmarbeit „Barbed Hula“ von Sigalit Landau. Das Werk der israelischen Künstlerin steht am Anfang der Ausstellung „MAN SON 1969“, die jetzt im Sockelgeschoss der Galerie der Gegenwart eröffnet wird – und passt gut zum Untertitel der Schau: „Vom Schrecken der Situation“ (…)

http://www.welt.de/wams_

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„MAN SON 1969“

Jeder Tropfen ein Mord

VON SANDRA DANICKE

fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/1667426_Jeder-Tropfen-ein-Mord

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Ausstellung über Charles Manson

Der letzte Hippie

03.02.2009 | Marilyn Manson, der Halloween-Heilige und ein mörderischer Horror-Chic: Wie wurde aus dem brutalen Mörder Charles Manson eine Kultfigur? Eine Hamburger Schau betreibt Spurensuche jenseits des Pop-Events. Von T. Briegleb

http://www.sueddeutsche.de/kultur/324/456987/text/

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BLUTRÜNSTIGE HIPPIES

[artmagazin] Jesus trifft auf Charles Manson – die Ausstellung „MAN SON 1969. Vom Schrecken der Situation“ in der Hamburger Kunsthalle beschäftigt sich mit der Ambivalenz der Extreme.

// JENNIFER RUMBACH, HAMBURG

Mit geneigtem Kopf und gesenkten Lidern zeigt „Jesus der Schmerzensmann“ seine Wunden, drei Engel halten sein Gewand und das Himmelstuch: Christus steht hier für das Leben und den Tod zugleich. Das Bild von Meister Francke, um 1435 entstanden, ist der älteste Bezugspunkt der Ausstellung „MAN SON 1969 – Vom Schrecken der Situation“.

http://www.art-magazin.de/kunst/14922/man_son_1969_kunsthalle_hamburg

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Die Achse des Bösen

Durchgedrehte Sektenführer, mordende Weltverbesserer und gescheiterte Utopien: Mit der Ausstellung „MAN SON 1969. Vom Schrecken der Situation“ begibt sich die Hamburger Kunsthalle auf verwirrende Spurensuche im Reich des Bösen

http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id170351-/ausstellungen_berichtdetail.html?_q=

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KSTA.DE » Kultur

Kölner Stadtanzeiger

Kunsthalle Hamburg

Die dunkle Seite der Hippie-Ära

Von Thorsten Keller, 03.02.09
Wie konnte der verhinderte Rockstar, Guru und Mörder Charles Manson zu einer Ikone werden? Eine Ausstellung in der Hansestadt sucht Antworten – und katapultiert den Besucher in die Zeit von Mondlandung und Woodstock.

http://www.ksta.de/html/artikel/1233586084959.shtml

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Kunsthalle man-son-1969-vom-schrecken-der-situation/

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*Die erneute Erwartung des Menschensohnes/2009/01/26/gunnar-f-gerlach-1969

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„Schattensprecher“

Intervention im Foyer des Bonner Kunstmuseums

Stephan Huber verwickelt Besucher in kontroverse Gespräche“ – Moritat zeigt Film „Love & Peace“ Von Thomas Kliemann

http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10003&detailid=559186

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Bild: „Les Nus“ Martin Eder 2008 | In der Ausstellung „MAN SON 1969: Vom Schrecken der Situation“ | Hamburger Kunsthalle


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medienwatch.wordpress.com | medienwatch.de | meta-info.de | Foto (oben): Jörg Stange, 2009