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Sozialpolitische Komponente bei der Entstehung der Finanzkrise

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oper-black-medienwatch500Crash des jahrzehntealten Pyramidenspiels zugunsten der Reichen

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Reißender Geldstrom von unten nach oben (27.4.2008)

Der Wiener Autor und Finanzanalytiker Gero Jenner erklärt, wie die Umverteilung gesellschaftlicher Einkommen und Vermögen zugunsten der reichen Bevölkerungsschichten die Finanzkrise verursachte: auf diesem Weg ist nach seiner Darstellung – aufgrund der Belastung des Systems durch zinsbasierte Einkommen von Anlegern, Banken und Investoren – eine Schieflage entstanden, die notwendigerweise das Boot des Finanzsystems zum Kentern bringen muss. Die Vernichtung riesiger Vermögen sei die unausweichliche Konsequenz.

Die neoliberale Struktur der Finanzmärkte hat nach Jenner einen reißenden Strom der Umverteilung von Vermögen und Einkommen zugunsten der reichen Bevölkerungsschichten bewirkt.
Dieser strukturell bedingte Strom der Umverteilung und die Neigung des Systems zum Kollaps sei nicht durch Korrekturen und Reformen zu beheben, sondern nur durch die Installation eines neuen Systems.

Die Bemühungen um maximale Profite aus Zinseinkommen als Grundmotiv des neoliberalen Finanzsystems führe zwangsläufig zur Abkopplung der Finanzindustrie von der Realwirtschaft mit dem Ergebnis, unhaltbare Einkommen und Vermögen zu generieren.
Für Deutschland konstatiert er seit 1950 eine 8-fache Steigerung der volkswirtschaftlichen Leistung. Dieser realwirtschaftlichen Entwicklung steht eine Vermögenssteigerung um das 45-fache gegenüber. Die hierbei generierten großen privaten Vermögen in der Hand Weniger erzeugten eine Zinslast für das Gemeinwesen, die Bürger und Steuerzahler, die dem gesamten Aufkommen der Lohnsteuer entspricht.

Die Entwicklung von irrealen, von der wirtschaftlichen Leistung abgekoppelten, Vermögen und Einkommen habe nun den Punkt erreicht, an dem deren Unhaltbarkeit evident geworden sei und in die Implosion des Systems münden müsse. Das Pyramidenspiel sei an seinem Ende angekommen, an dem der Zusammenbruch letztlich unaufhaltsam sei.
Nach Jenner sind auch die Bemühungen zur Rettung der Banken zum Scheitern verurteilt, wenn die strukturellen Ursachen der Krise nicht behoben würden.

Lösungswege

Mit Hinblick auf die möglichen Lösungswege beschreibt Jenner die aktuell vorgesehenen oder diskutierten Maßnahmen als Kurieren am Symptom, das zwar den endgültigen Kollaps etwas verzögern könne, aber als Lösung untauglich sei.

Das Problem beruhe in erster Linie auf dem unkontrollierten Wuchern von kapitalbasierten Einkommen, das unterbunden werden müsse. gw | medienwatch


Hier sieht Jenner zwei Wege:

1) das skandinavische Modell, bei dem übermässige Einkommen und Vermögen durch hohe Steuern begrenzt werden.
Dies setze jedoch umfangreiche Überwachungsfunktionen voraus zur Verhinderung von Steuerflucht, Verstecken von Einkommen usw..

als Alternative hierzu sieht er die grundlegende Lösung

2) eine Geldreform; die Etablierung eines Systems, das die Dynamik zur Generierung kapitalbasierter Einkommen unterbindet.

Lösung : Jenner

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Bildarbeit: Oper PPP | Jörg Stange | medienwatch.de | meta-info.de | medienwatch.wordpress.com


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Written by medienwatch & metainfo

November 14, 2008 um 20:48

Veröffentlicht in Finanzkrise = Gero Jenner

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