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Archive for August 2008

In der Hamburger Musikhalle | Laiszhalle in Hamburg = Von russischer Seele°

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Mit schleswigholsteinischem Echtheits(seelen)zertifikat: So-Te(e)-Bass

[meta-info.de]

Von Jörg Stange

Betr.: „Von russischer Seele°“ Laiszhalle am 17.8. Sonntag
Laiszhalle Musikhalle Johannes Brahmsplatz

Tatiana Pavlovskaya, Sopran
Vsevolod Grivnov, Tenor
Sergei Leiferkus, Bass
Chamber Choir of the Moscow Conservatory
Schleswig-Holstein Festival Chor
Schleswig-Holstein Festival Orchester
Mikhail Pletnev, Dirigent

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 15 A-Dur op. 141

Sergei Rachmaninoff
Die Glocken op. 35. Poem für Soli, Chor und Orchester

Von russischer Seele

Natürlich, wäre ein russisches Orchester plus russischem Chor Anspruch und Einlösung des Titels: „Von russischer Seele“- aber das Schleswig-Holstein-Orchester samt Chor?

Es schraubt sich schon hier, in der Vorstellung im Vorwege, eine „Stimmung“-als Einstimmung zum Eventgedanken, weiterer Beliebigkeit ästhetisch gehypter Leuchturminzenierung -als Verdacht ins Haupt. Im nicht ganz vorurteilsfreien Raum, des bereits lädierten Vertrauen in die Auffassung von Kunst und Kultur, erlittener Event-Erfahrung in der „Leuchttürmestadt Hamburg“. Hamburg eine Stadt, die eigentlich auf keine wirklichen Leuchttürme als Wahrzeichen verweisen kann, schafft sich symbolische. Dazu gehören auch Veranstaltungen und Events, die als „Leuchttürme“ mit großer Strahlkraft wahrgenommen werden sollen.

Hier gehts um einen weiteren Event-Vorgeschmack auf die Elbphilharmonie? Zur beliebigen Lustbarkeitsmachung, ins traditionell „empfänglich Offene“, fürs klassische, der gut hörbaren Musik fürs Abonennten-Ohrengewinde gereicht?

„Von russischer Seele“! Anders als ein -wie es hier scheint, dann doch eher musikalischer Versuch der Fühlungnahme, plus kompositorischer Nachahmung und Stimmenvirtuosen russischer Gesangsdarbietung, seitens des D-Orchester mit vorzeigbaren Interpreten der benannten „Unbekannten“ -Seele als Durchdringung: Als Überbrückung der Vakanz eines authentisch orchestralen (Chor-Stimmen-Seelen)Hintergrunds. Eigentlich im eher „dialogischen Resonanzkörper“, eines deutschen Chors wattig embedded, im publikumsträchtig versetzten Raum, des „Schleswig-Holstein Festival Chors“ angekommen.
Der SHF-Chor mit echten russischen „SO-TE-BASS“, mit authentischen STB-Stimmen, Sopran, Tenor und Bass als akustischer Ohrenschmaus garniert und intoniert durch narkotisierend schöne Stimmenleistung?

„Kurz-Zeit-Post-Devise“: auch Fussballmannschaften sind intern. durchmischt, und leben im wesentlichen von einzelnen Erwartungsträgern, aber spielen keinen wirklichen „Seelenfussball“ in der Tiefe des Raums- manchmal eben doch – mit „Leib und Seele“ sind eben nicht „nur“ durch eine Landschaft und Kultur bestimmt und herangebildet Pardon! trainiert = (Was für ein Glück- so gesehen!): Aber, dass ist es dann auch -oder war noch etwas anderes? Zusammen spielen ist etwas anderes, als die Identität von ersehnt-erwarteter Seele. Musisch verinnerlicht und gemeinsam, in parallel geistig-schöner, aber auch revolutionärer Erhabenheit des Unaussprechlichen (!), ins hörbar und unhörbar „Tragende“ vorzudringen.

Mit „schleswigholsteinischem Echtheits(seelen)zertifikat“ hat auch der Chor selbst nichts wirklich zu tun, -dieser leistet sein möglichst Mögliches. Der Titel-Erwartung auch nur annähernd gerecht zu werden. Aber geht sowas überhaupt? Der Titel, der Titel, der Titel!

Dann besser „Ohne Titel“ = Oder wie wärs mit „So-Te(e)-Bass“? auf der Suche. Der Chor singt nicht er hört nur zu, ist Mimikri wenns sein muss, dass Orchester spielt Luftgeige etc.. Dem D-Chor wird „die“ russische Seele imaginiert? Der Chor benennt sich um -ein mögliches Facit dieser Begegnung? Alles lacht im Chor! Was heisst Börsennachrichten auf russisch?

Ursprünglich wesenhaftes, aber weit entferntes, trifft auf reproduktiv seelenhaftes? -Aber kann man überhaupt noch von einem „deutschen Wesen“ trifft etc. „russische Seele“ sprechen? Hat die durch Konsum verschüttete und verschlissene Eigenart -ihre Eigenart überhaupt eingebüßt? -gibt es noch musische Spuren von Wesenhaftikeit durchdrungen- oder ist alles konstruiert und bereits aufgesetzte konsumierbare neoliberale Note?

Wird es in der Dominanz technisch sauber und künstlich grandios? Sehen und widerstehen die Protagonisten dieser eigentlich entformten Formenfalle?, wird das überhaupt mitgedacht? Sicher nur in kleinstem aufrichtigen Kreis. Man schämt sich nicht öffentlich! -dort lässt man sich feiern.

Weitere Veranstaltungen, der Reihe „Russische Stimmung“, werden vor integraler Kulisse und anderen wohl auch aussergewöhnlichen „artig subventionierten Offorten“, wie z.B. im ehemaligen Gewürzlager- der Speicherstadt als Anbindung an die Hafencity, stattfinden. (Gewürze aus Asien, Indien etc. auch aus Russland?)

Das Eintauchen in die „russische Seele“, ist in der Deutung des Titels schon ein fragwürdiges Unterfangen. Der scheinbare Chor und das scheinbare Orchester aus Russland sind die zusätzlich kaschierte Leerstelle. Die verlustigen Mittel hierfür, wurden an anderer Stelle der Speicherstadt, hinreichend verbaut und entsorgt…

St. Petersburg ist eine Partnerstadt Hamburgs, junge russische Pianisten und Sängerinnen leben auch hier. Sie haben grosse Probleme, lebensbezogen durchzukommen. Ein junger russischer Freund und Pianist, ging aus diesem Grund für einige Jahre nach St. Petersburg zurück, um sein Musik-Studium zu beenden -hier konnte er neben dem Studium die Miete nicht bezahlen. Und er spielt insbesondere Schostakowitsch und Tschaikowsky* leidenschaftlich. Er konnte durch die Solidarität anderer Musiker der Musikhalle über Jahre hinweg die bedeutensten Konzerte dort erleben.

Die „Stöcke“ des russischen Dirigenten, werden den ein oder anderen „Seelenspagat“, in der Seele des deutschen ChorOrchester hervorkitzeln, sozusagen erspreizen können, -so es denn im Korpus eine erspielbare Seele gibt -darauf kann Hörer gespannt sein… Aber hier gehts wohl eher um den Genuss für ein Publikum in der Breite? Journalisten für die Breite werdens dann schon schön schreiben.

Über Rachmaninow schrieb Wjatscheslaw Karatygin:
„Das Publikum vergöttert Rachmaninow, weil er den durchschnittlichen Spießergeschmack trifft.“
Dass Rachmaninow zeitlebens an der Tradition eines tonalen Kompositionsstils festgehalten hat, ist ihm oft vorgehalten worden. Viele bezeichneten ihn als den „letzten Romantiker“. Anhänger und Verteidiger der Schönberg-Schule, vor allem Theodor W. Adorno, haben die Werke Rachmaninows einer oft vernichtenden Kritik unterzogen. So betrachtet Adorno das cis-moll-Prélude als ein plakatives Schaustück, mit dem Dilettanten Kraft und Virtuosität vortäuschen könnten. „Diesen Kindertriumph hält das Präludium für infantile Erwachsene fest“ (Musikalische Warenanalysen). Andere Komponisten, die nicht der Schönberg-Schule angehörten, wie Strawinsky und Richard Strauss äußerten sich ebenfalls abfällig.

Wikipedia = Dmitri Schostakowitsch
Der sensationelle Erfolg seiner 1. Sinfonie in f-Moll 1925 verschaffte Schostakowitsch im Alter von nur 19 Jahren den Abschluss am Konservatorium und weltweite Anerkennung. Die Sinfonie wurde am 12. Mai 1926 von der Leningrader Philharmonie unter der Leitung von Nikolaj Malko uraufgeführt. Bei der Erstaufführung dieser als ‚Diplomarbeit‘ geschriebenen Sinfonie wurde nach einem überwältigenden Applaus der zweite Satz als Zugabe noch einmal gespielt. Ein Jahr später dirigierte Bruno Walter die Sinfonie in Berlin, Aufführungen in Amerika unter Leopold Stokowski und Arturo Toscanini folgten. Der Komponist Alban Berg schrieb Schostakowitsch einen Gratulationsbrief.

Dmitri Schostakowitsch setzte sich in der folgenden Zeit mit verschiedenen zeitgenössischen Musikrichtungen wie dem Futurismus, der Atonalität und dem Symbolismus auseinander, ist dabei dennoch einen ganz eigenen Weg gegangen. Seine Musik ist eine Mischung aus Konvention und Revolution, die sich auf ein fundiertes kompositorisches Handwerk gründet und durch fantasievolle Instrumentierungen und moderne Melodik und Harmonik besticht. Inspiriert wurde er durch die Werke zeitgenössischer Komponisten wie Igor Strawinski und Sergei Prokofjew, aber vor allem Gustav Mahler.

Laiszhalle 17.8. Sonntag
Musikhalle Johannes Brahmsplatz

Tatiana Pavlovskaya, Sopran
Vsevolod Grivnov, Tenor
Sergei Leiferkus, Bass
Chamber Choir of the Moscow Conservatory
Schleswig-Holstein Festival Chor
Schleswig-Holstein Festival Orchester
Mikhail Pletnev, Dirigent

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 15 A-Dur op. 141

Sergei Rachmaninoff
Die Glocken op. 35. Poem für Soli, Chor und Orchester

Die Familie Laeisz = „Vom ehrenhaften Huthandel zum fragwürdigen Salpeterkönig“

„Chello“ = Titel: „Börsennachrichten“ 2006, Jörg Stange medienwatch.de / Illustration (Archiv)-Fotos & Bildbearbeitung 2008 | Dank an Gunnar F. Gerlach |

http://www.meta-info.de/index.php?newsfull=1&lid=32083&rubrik=medienwatch

Originalartikel bzw. ergänzende Info hier

1934–1936 In Ungnade | Nachdem Schostakowitschs erste Oper „Die Nase“, eine Satire auf die russische Bürokratie, die das erste lange Schlagzeugsolo der europäischen Musik enthält und über die sich Komponisten der Gegenwart wie György Ligeti voller Bewunderung äußerten, nach 16 Aufführungen von den Bühnen verschwunden war, begann der Komponist mit seiner zweiten Oper, Lady Macbeth von Mzensk, ein Werk, das für sehr viel Aufruhr sorgen sollte. Die Uraufführung am 22. Januar 1934 in Leningrad war ein gewaltiger Erfolg. Zwei Tage später fand die zweite in Moskau statt. Zwei Jahre lang feierte das Werk einen Erfolg nach dem anderen. Die Popularität und der Ruhm Schostakowitschs nahmen zu; er wurde von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dmitri_Dmitrijewitsch_Schostakowitsch

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*Änderung am 6.1 2008

medienwatch.wordpress.com

Written by medienwatch & metainfo

August 17, 2008 at 10:08

Veröffentlicht in Sinfonie(n)

Gesellschaft für operative Kunst (Projekte) G8 = Segeln & Kegeln + Kurzfilm

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Kurzfilm auf ARTDOXA – community for contemporary art – Gebt 8 – Segeln & Kegeln

Film in besserer Auflösung:

http://www.lotron.de/segelmasterfinal/movie.html

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07.06.2007
G-8-Kunstaktionismus Der Protest der Anderen
Mach Dich nackig! Am Rande des G-8-Gipfels kommt auch die Kunst nicht zu kurz: Hippies frönen beim „nackten Block“ der Freikörperkultur, Künstler schicken meerseits von Heiligendamm der Kanzlerin Wasserspielzeug. Franziska Bossy war beim Protest-Segeln mit Lach-Yoga dabei.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/g-8-kunstaktionismus-der-protest-der-anderen-a-486060.html

https://medienwatch.wordpress.com/2008/11/15/gebt-8cht-zum-segeln-und-kegeln/

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