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Archive for April 2008

Wallfahrt: Urbi et Orbi et Omega et Spiritus Sanctus

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Gegenstandsbestimmung

[WP] Das Konzept des Flaneurs wurde von Walter Benjamin am Beispiel des Pariser Boulevard-Lebens eingeführt (die Begrifflichkeit in diesem Sinn nahm er von Charles Baudelaire), soziologisch von Georg Simmel vorbereitet (der Mensch „im Schnittpunkt sozialer Kreise“), von David Riesman am Beispiel von New York abgeändert (Faces in the Crowd) und von Jean Baudrillard aktualisiert und kommentiert. [Der „mediale Flaneur“ bedarf der erweiterten Betrachtung]
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schuhkasten.

Kauftipp: Schuhputzkasten 299.- €, Schuhcreme Marke Brilliant (Preis auf Anfrage), Neuer Wall.| 2008
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Der Flaneur bezeichnet eine literarische Figur, die durch Straßen und Passagen der Großstädte mit ihrer anonymen Menschenmasse streift. Hier bietet sich ihm Stoff zur Reflexion und Erzählung. Der Flaneur lässt sich durch die Menge treiben, schwimmt mit dem Strom, hält nicht inne, grüßt andere Flaneure obenhin. Der Flaneur ist intellektuell und gewinnt seine Reflexionen aus kleinen Beobachtungen. Er lässt sich sehen, aber sieht auch, wenngleich mit leichter Gleichgültigkeit (von Georg Simmel in seinem Aufsatz Die Großstädte und das Geistesleben treffend als Blasiertheit identifiziert). Der Flaneur in all seiner Dandyhaftigkeit stellt ein wichtiges Thema der – vor allem weltstädtischen – individualisierten Kunst dar, auch der Lebenskunst.
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Wallfahrt

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Bekannt wurde Baudrillard vor allem durch sein Hauptwerk Der symbolische Tausch und der Tod (1976), in dem er die Veränderungen des Symbolsystems der modernen Gesellschaft untersucht. Baudrillards Denken ist formal bestimmt vom strukturalistischen Zeichensystem (Signifikat und Signifikant), jedoch betont er, dass die Zeichen sich heute von ihrem Bezeichneten gelöst haben und „referenzlos“ geworden seien. Die Zeichencodes der modernen Städte, der Werbung und der Medien, geben nur noch vor, entschlüsselbare Botschaften zu sein. In Wahrheit dagegen seien sie reiner Selbstzweck, mit dem das Gesamtsystem der Gesellschaft aufrechterhalten wird, damit „jeder an seinem Platz bleibt“.

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Vergeblich der Versuch, nichts über Paris zu schreiben

Walter Benjamin ist zurück in der „Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts“. Und seine „Kritiken und Rezensionen“ liegen erstmals in kommentierter Ausgabe vor. 12.01.2012
http://www.tagesspiegel.de/wissen/vergeblich-der-versuch-nichts-ueber-paris-zu-schreiben/6056694.html

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Die Untauglichkeit schlechterer Söhne aus besserem Hause

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Parismemo: Vor aller Augen »Flaneur de la Fenêtre«

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Me(e)r-Blick: In Portbou wurde Dani Karavans Denkmal für Walter Benjamin eingeweiht

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Fotos + Textcollage: Jörg Stange, 04-2008 | Gunnar F. Gerlach GfoK Kunstarchiv
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Written by medienwatch & metainfo

April 13, 2008 at 08:14